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	<title>Virtuelles Team &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Virtuelles Team &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Virtuelle Teams, Telearbeit &#8211; Expertenchat zum Thema in Kooperation mit NADIV</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.nadiv.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/nadiv/nadiv_weblogo.jpg" border="0" /></a><br />
<!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Moderator: Herzlich Willkommen beim Expertenchat von nadiv &#8211; Netzwerk<br />
Arbeit durch Innovation &#8211; und von politik-digital. Unser heutiger Gast:<br />
Professor Udo Konradt, an der Uni Kiel Lehrstuhlinhaber für Arbeits-,<br />
Organisations- und Marktpsychologie. Unser Thema heute: Führung und<br />
Management virtueller Teams. Hallo Herr Professor Konradt!</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Hallo!</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Wir steigen gleich ein in unsere Fragerunde:</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hui9: Was ist eigentlich ein virtuelles Team? Können Sie das konkretisieren?</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ein virtuelles Team<br />
ist eine Gruppe von Mitarbeitern, die an verteilten Arbeitsorten<br />
arbeitet und maßgeblich mit I und K Technologie kommuniziert.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hui9: Wo liegen die Hauptunterschiede zwischen realen und virtuellen Teams?</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Mitarbeiter in<br />
virtuellen Teams sehen sich nur selten und erledigen einen Großteil<br />
ihrer Aufgaben über die Dienste des Internets.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Engel: Sehen Sie Büroarbeit in Zukunft als Telearbeit?</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ja. Die Prognosen<br />
gehen davon aus, dass etwa in 15 Jahren jeder dritte Arbeitsplatz den<br />
Einsatz von Telearbeit erfordert.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Glogo: Was sind die Vorteile von virtuellen Teams?</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Teams können mit<br />
Mitarbeitern zusammengestellt werden, die die jeweils besten fachlichen<br />
Kompetenzen besitzen, unabhängig von ihrem Standort. Freelancer können<br />
flexibel diesen Teams angeschlossen werden.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Engel: Gibt es auch eindeutig Nachteile der virtuellen Arbeit?</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Einige Nachteile<br />
werden diskutiert: Vereinsamung, weniger Kontakt zu den betrieblichen<br />
Prozessen und Tendenz zur Selbstausbeutung. Ob es dazu kommt, hängt<br />
ganz entscheidend von der Person, den Aufgaben und der<br />
Arbeitsorganisation ab.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hierro: Ohne gelegentliche echte Kontakte funktioniert das m.E. nicht. Wie häufig muss sich ein virtuelles Team real treffen?</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ein virtuelles Team<br />
sollte sich zu einem Kick-Off Workshop treffen und die Mitglieder sich<br />
untereinander kennenlernen. Weiterhin sollten regelmäßige Treffen<br />
stattfinden, die der Teamleiter fördern sollte.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zap: wie wichtig ist der<br />
gelegentliche &quot;face to face&quot;-Kontakt und wie können die für Teams oft<br />
sehr wichtigen informellen Beziehungen virtuell gepflegt werden?</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: dazu passend&#8230;</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Klößchen: Bei Meetings sind doch<br />
auch Mimik, Gestik etc. sehr wichtig, um den Gegenüber einzuschätzen.<br />
Das fällt bei virtuellen Begegnungen doch alles weg. Gibt es Ersatz?</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Der gelegentliche<br />
&quot;face to face&quot;-Kontakt ist umso wichtiger, je weniger die Mitarbeiter<br />
sich kennen. Auch im Konfliktfall ist persönliche Anwesenheit oft<br />
erforderlich.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hase: Ist es nicht wesentlich<br />
schwieriger, Teamentscheidungen virtuell zu fällen? Braucht man in<br />
solchen virtuellen Teams nicht eine ganz strenge Hierarchie oder<br />
Zuständigkeiten?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Zu Hase: für<br />
bestimmte Aufgaben, wie Projektplanung oder Entscheidungen über die<br />
weitere Projektarbeit ist eine persönliche Anwesenheit erforderlich.<br />
Zahlreiche Aufgaben lassen sich aber auch virtuell erledigen, wie z.B.<br />
Entscheidungsfindung durch Entscheidungsunterstützungssysteme.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Gibt es Begrenzungen<br />
der Anzahl von Mitarbeitern? Welche Größe dürfen solche Teams nicht<br />
überschreiten, um &quot;manövrierfähig&quot; zu bleiben?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: In der Regel sollten Teams 12-15 Mitarbeiter nicht überschreiten.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Klößchen: Zu Ihrem Stichwort<br />
&quot;Selbstausbeutung&quot;: Meinen Sie, dass es zukünftig keinen wirklichen<br />
Unterschied mehr zwischen Arbeit und Privatleben geben wird?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Die Grenze zwischen<br />
Arbeit- und Privatleben wird aus meiner Sicht zunehmend an Schärfe<br />
verlieren. Untersuchungen zeigen, dass die Einstellung zum Fall dieser<br />
Grenze kulturell geprägt sind. Amerikaner haben weit weniger Probleme<br />
damit gegenüber Westeuropäern.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Warum wohl?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Das hängt sicherlich<br />
mit kulturellen Gegebenheiten zusammen. Aber auch aufgrund der anderen<br />
Topologie müssen z.B. in Amerika in der Regel große Distanzen<br />
überwunden werden, um zusammen zu arbeiten.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">DrSchiwago: Meinen Sie nicht,<br />
dass viel von der Kreativität der Teamarbeit durch die Verlagerung in<br />
die Virtualität verloren geht? Können virtuelle Teams sich so ergänzen<br />
wie reale, oder geht hier nicht einfach nur jeder seinen Aufgaben nach?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Virtuelle Teams<br />
haben gewisse Vorteile gegenüber realen Teams, die gegenseitig<br />
ausgeglichen werden können. Virtuelle Teams müssen nicht ausschließlich<br />
eingesetzt werden, um kreative Aufgaben zu lösen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nebenmann: Hallo! Können Sie vielleicht ein konkretes Beispiel für eine virtuelle Arbeit geben?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ein<br />
Softwaretechniker, der Netzwerkadministration von seinem häuslichen<br />
Arbeitsplatz aus wahrnimmt. Eine Mutter im Erziehungsurlaub, die<br />
Schreibarbeiten von zuhause aus erledigt. Ein Einkäufer, der in einem<br />
virtuellem Team von 10 Kollegen für zahlreiche Tochterunternehmen<br />
Bauteile einkauft.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Erich: Zu den von Ihnen<br />
angesprochenen Zeitzonen: Heisst das wirklich, dass rund um die Uhr<br />
gearbeitet wird, wenn die eine Schicht im einen Land ins Bett geht,<br />
fangen die anderen gerade an, oder wie ist das zu verstehen?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ja, das kann man so sehen, sofern dies die Aufgabe zuläßt.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gast: Werden Zeitzonen<br />
tatsächlich für mehr Produktivität genutzt, oder ist es für Firmen eher<br />
ein Anreiz, dass in anderen Ländern billigere Löhne bezahlt werden?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Es trifft beides<br />
zu.. In den Billiglohnländern spielen sicherlich die geringeren<br />
Lohnkosten eine große Rolle, die im Einzelfall allerdings gegenüber den<br />
Nachteilen bei einer virtuellen Teamarbeit abgewogen werden müssen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zap: Was für Qualifikation braucht ein virtueller Teamarbeiter und wie können diese in der Ausbildung stärker gefördert werden?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Zu den<br />
Qualifikationen: Selbstmanagement, hohe fachliche Qualifikation und<br />
Integrität. Zur Förderung: Indem in virtuellen Teams gelehrt und<br />
gelernt wird und die Mitarbeiter bereits vor Berufseintritt eigene<br />
Erfahrungen machen können.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nebenmann: Was interessiert Sie als Psychologen besonders an den virtuellen Teams?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Aus psychologischer<br />
Sicht interessiert mich besonders das Verhalten und Erleben virtueller<br />
Mitarbeiter, d.h. Motivation, Arbeitszufriedenheit und Leistung.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Wie untersuchen Sie das denn?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Empirisch. Wir<br />
untersuchen reale virtuelle Teams und stellen beispielsweise fest,<br />
welche Führungstechniken mit hoher Leistung, Motivation und<br />
Arbeitszufriedenheit einhergeht.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Erich: Wieviel Firmen wenden<br />
&quot;virtuelle Teams&quot; denn bereits an? Gibt es Zahlen? Gibt es bereits<br />
Erfahrungen oder Erkenntnisse, was man besser machen muß?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Zu den Zahlen: Es<br />
gibt keine präzisen Zahlen. Allerdings wenden insbesondere<br />
Softwareunternehmen, Unternehmen der Elektronikbranche und<br />
Automobilfirmen seit geraumer Zeit virtuelle Teamarbeit an. Zu den<br />
Erfahrungen: Bisher gibt es nur wenig Erfahrungen damit. Auf dem Portal<br />
www.virtualteamportal.com haben wir einige Erfahrungen und Berichte<br />
zusammengefasst.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Casiopaia: Wie nutzen Sie das Internet? Für welche Bereiche Ihrer Arbeit bzw. Ihres Privatlebens?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ich nutze das<br />
Internet sehr intensiv. Insbesondere die Dienste eMail, www und ftp<br />
sind unverzichtbare Arbeitsmittel meiner Tätigkeit. Zudem setze ich das<br />
Internet in meiner Lehre ein, z.B. in Form von virtuellen Seminaren,<br />
oder in der Forschung in Form von Netzwegen und hypermedialen<br />
Lernsystemen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Erich: Sie sind ja selbst<br />
Professor. Meinen Sie, dass die Zukunft von Veranstaltungen an der Uni<br />
auch in der Virtualität liegt, also dass vielmehr Seminare etc. nur<br />
noch im Internet stattfinden?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: In Zukunft wird das<br />
Angebot an virtuellen Veranstaltungen deutlich zunehmen. Die<br />
Wachstumsrate wird wesentlich davon abhängen, in wie weit zuverlässige<br />
Qualitätsstandards formuliert werden können.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Wer müsste diese Standards festlegen?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Eigentlich müssten<br />
sich Verbände sowie die Länder über Standards einigen und Institutionen<br />
einsetzen die diese Standards überprüfen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Trixi Neuhaus: Ich bin<br />
alleinerziehende Mutter und arbeite seit zwei Jahren fast nur von zu<br />
Hause aus. Aber wenn ich mal im Unternehmen bin, merke ich, wie der<br />
menschliche Kontakt zum Team abgenommen hat &#8211; das ist ein<br />
Riesennachteil, finde ich.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Diese Erfahrung<br />
trifft insbesondere auch Teleheimarbeiterinnen zu, die ausschlieslich<br />
zuhause arbeiten. Für alternierende Telearbeiterinnen gilt: Sie sollten<br />
mindestens 2 Tage in der Woche im Betrieb anwesend sein und lernen den<br />
Kontakt zu den Kollegen zu intensivieren.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hase: Meinen Sie, dass Telarbeit besonders für Frauen (berufstätige Mütter) oder Behinderte sinnvoll ist?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Nein, nicht<br />
ausschließlich. Z.B. sind große Teile von Vertriebstätigkeiten,<br />
Bürotätigkeiten und Programmieraufgaben von wechselnden Arbeitsorten<br />
aus zu erledigen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Globo: Herr Konradt, warum<br />
braucht es einen Psychologen, um virtuelle Teams zu leiten? Sind die<br />
psychischen Verfassungen der Arbeitenden anders als in herkömmlichen<br />
Teams?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Das ist eine<br />
provokante Frage. Warum sollte ein Psychologe weniger als ein<br />
Betriebswirt geeignet sein die Effizienz und Zufriedenheit in<br />
virtuellen Teams zu beschreiben und zu gestalten?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Engel: Haben Sie auch die Art der<br />
Kommunikation von virtuellen Teams beobachtet? (Sprache etc.)<br />
Unterscheidet sie sich von herkömmlicher direkter Kommunikation?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ja, das haben wir<br />
auch untersucht. Es zeigt sich, dass die virtuelle Kommunikation<br />
kürzer, prägnanter und gleichberechtigter abläuft im Vergleich zu<br />
&quot;face-to-face&quot;-Kommunikation.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hardy: Funktioniert die Arbeit mit virtuellen Teams eigentlich auch beim Militär?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Hintergrund der Frage sind wohl Bedenken bei der Verschlüsselung von Daten, nehme ich an &#8230;<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ich denke, das<br />
Militär hat eine Menge von Hausaufgaben zu erledigen, bis die<br />
Bedingungen für effiziente virtuelle Teamarbeit vorliegen. Diese liegen<br />
insbesondere in der Führung und der Hierarchie des Militärs.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Engel: Welche technischen Verbesserungen muss es noch geben, damit virtuelle Teams verstärkt eingesetzt werden?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Zu den<br />
Verschlüsselungsgedanken: Aus meiner Sicht sind verläßliche<br />
Verschlüsselungen von Daten bereits möglich. Im übrigen muss nicht an<br />
jede Information ein hoher Sicherheitsstandard angelegt werden.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Folgt noch eine Antwort auf Engel?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: zu Engel: In jedem<br />
Fall müssen die Bandbreiten vergrößert werden. Es müssen bessere<br />
Groupwaresysteme verfügbar sein und die Übertragungskosten müssen<br />
reduziert werden.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Braindamage: Meinen Sie, dass<br />
Telearbeit dazu beiträgt, die einzelnen Mitglieder eines Teams<br />
gleichberechtigter zu machen oder eher zu einen klaren Rangfolge<br />
(Entscheider &#8211; Befolger) führt?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Die Praxis zeigt,<br />
dass die Mitarbeiter in virtuellen Teams in der Regel<br />
hochspezialisierte Profis sind, die viel Freiraum für eigene<br />
Entscheidungen suchen. Dies schließt im Einzelfall nicht aus, dass ein<br />
einzelner Telearbeiter geringere Spielräume nach Einführung der<br />
virtuellen Arbeit zugewiesen bekommt.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Engel: Meinen Sie, dass virtuelle<br />
Teams besonders in der Wirtschaft geeignet sind, oder auch in der<br />
Politik? Virtuelle Enquetekommissionen und so was?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Die Idee,<br />
Kompetenzen via Internet zu bündeln, ist universell einsetzbar und<br />
nicht auf Branchen oder gesellschaftliche Bereiche begrenzt.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: nochmal zur Politik&#8230;<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Kenobi: Wie schätzen Sie die Effizienz von virtuellen Parteitagen ein? So etwas haben die Grünen ja schon vorgemacht!<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ich denke, dass auf<br />
Parteitagen die persönliche Anwesenheit und die Atmosphäre wichtige<br />
Funktionen erfüllen. Ich könnte mir vorstellen, dass im Vorfeld eines<br />
Parteitages ein Meinungsbild der Mitglieder via Internet eingeholt<br />
werden könnte, welches die Entscheidungsbasis verbreitern kann.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Noch eine Nachfrage zu den Besonderheiten der virtuellen Teams&#8230;<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">DrSchiwago: Wie sieht es aus mit<br />
der &quot;Arbeitsmoral&quot; und der damit verbundenen Produktivität von Teams?<br />
Manche Menschen können nur unter Aufsicht gute Leistungen erbringen,<br />
für die sind virtuelle Teams doch dann nichts!<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: In virtuellen Teams<br />
kann nicht über Anwesenheit, sondern nur über Zielvereinbarungen und<br />
Förderung der Kompetenz geführt werden. Die Ansicht, da? Mitarbeiter<br />
nur dann eine hohe Leistung zeigen, wenn der Chef sie beaufsichtigt ist<br />
archaisch.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: noch einmal zur Politik&#8230;<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">DrSchiwago: Ein Meinungsbild ist<br />
aber kein virtuelles Team! Warum halten sie diese Organisationsweise<br />
für einen Parteitag nicht für sinnvoll?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Ich halte einen<br />
virtuellen Parteitag nicht für sinnvoll, weil die hohe<br />
Interaktionsdicht nicht hergestellt werden kann. Ausserdem werden<br />
klimatische Aspekte via Internet nur unzureichend vermittelt.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Ich erinnere mich,<br />
dass es eine gutlaufende &quot;Kaffee-Ecke&quot; gab, in der immer reger Betrieb<br />
herrschte. Ist das zu wenig?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Wollen Sie eine Kaffee-Ecke einem Parteitag gleichsetzen?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Nun, in der Kaffee-Ecke werden die wichtigen Deals ausgehandelt, oder? 😉<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Informelle persönliche Treffen sind durch nichts zu ersetzen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Lexi: Was genau ist eigentlich das Multimedia-Labor in Kiel? Was machen Sie da?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Im Labor entwickeln<br />
wir Software die wir in Forschung und Lehre einsetzen, u.a. eine<br />
virtuelle Seminarumgebung, hypermediale Lernsysteme und Tools zum<br />
online-assessment.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Pooh: Wo kann man sich über Ihre Arbeit informieren? Internetadressen?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Unter:<br />
www.psychologie.uni-kiel.de/aom/ oder www.virtualteamportal.com Vielen<br />
Dank für die nette Frage. Ich beantworte auch gerne Anfragen<br />
persönlich.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Zum Abschluss diese Frage:<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gast: Welche Teams lassen sich denn nicht über das Internet organisieren, wo ist eine Form überflüssig?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Udo Konradt: Z.Zt. sehe ich<br />
Grenzen bei Arbeitstätigkeiten die einen hohen maschinellen Einsatz<br />
erfordern und bei Tätigkeiten, die eine sehr geringe Qualifikation der<br />
Mitarbeiter erfordern. Aber durch eine sinnvolle Arbeitsorganisation<br />
und Personalentwicklung lassen sich diese Nachteile kompensieren.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Moderator: Das war es schon<br />
wieder im Expertenchat von nadiv und politik-digital. Wir haben viel<br />
über die Potenziale virtueller Teams erfahren und freuen uns, dass<br />
Professor Konradt bei uns zu Gast war . Wir bedanken uns auch bei den<br />
Chattern. Leider konnte nicht jede Frage beantwortet werden. Nächste<br />
Woche ist im nadiv/politik-digital Chat Dr. Stephan Klein zu Gast. Er<br />
ist Geschäftsführer der Bremen Online Services und für das media@komm<br />
Projekt zuständig. Herr Konradt, gute Heimreise! Der Termin für den<br />
Chat mit Herrn Klein: 25.4., 17 bis 18 Uhr.</span></p>
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