<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Vision &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/vision/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 04 Dec 2012 10:53:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Vision &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Mit den Bürgern zur „grand narrative“ für den Wahlkampf</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf-123948/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf-123948/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Hillje]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Dec 2012 10:53:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vision]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=123948</guid>

					<description><![CDATA[Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf: Während der US-Wahlkampf hinter uns liegt und von den Parteistrategen ausgewertet wird, rüsten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf/artikelbild_narrative/" rel="attachment wp-att-123962"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-123962" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Narrative-630x420.png" alt="Motivplakat CDU 1991 &quot;Wir halten zusammen&quot;" width="630" height="420" /></a>Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf: Während der US-Wahlkampf hinter uns liegt und von den Parteistrategen ausgewertet wird, rüsten sich die deutschen Parteien für die Bundestagswahl 2013. Bei der Wahlkampfplanung sollten die Parteien nicht nur auf die kurzfristige Mobilisierung ihrer Wähler setzen, sondern auch ihre Vorstellungen von der Zukunft unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt ihrer Kampagnen stellen, meint unser Autor Johannes Hillje.</p>
<p>Anfang November war selbst hierzulande schon so mancher vom lang geführten US-Wahlkampf genervt und sehnte das Ende der global ausgestrahlten Medienschlacht zwischen Obama und Romney herbei. Doch die Verschnaufpause für die deutsche Wählerschaft fällt nur kurz aus, spätestens nach Weihnachten werden die Parteien langsam aber sicher in den “Kampagnenmodus” für die Bundestagswahl umschalten. Warum die Parteien alle vier Jahre so viel Zeit, Personal und Geld in den Wahlkampf investieren – ganz zu schweigen von Romneys and Obamas Budgets – ist mit dem zu erwartenden Einfluss der Kampagnen auf die Wählerentscheidung nicht zu erklären. In der Politik- und Kommunikationswissenschaft jedenfalls dominiert seit langem das ‘minimal effects model’, das von einer geringen  Beeinflussung  der Wählerentscheidung durch  Wahlkampagnen ausgeht.</p>
<p>Zwei Umstände der kommenden Wahl könnten die Parteistrategen jedoch als analytische Ansatzpunkte nehmen, um die Chancen zu erhöhen, dass ihre Kampagnen nicht nur zur Mobilisierung der eigenen Basis und zur Mitteilung aller anderen, dass bald eine Bundestagswahl stattfinde, dienen:</p>
<p>Erstens, die “Vergrünung” der traditionell konservativ dominierten Politik in Baden-Württemberg und der Erfolg der Piraten zeigen, dass das Wählerverhalten noch volatiler geworden ist und Parteibindungen, die einst durch gesellschaftliche Konfliktlinien gefestigt waren, weiter abnehmen. Dass Gewerkschaftsmitglieder weitestgehend SPD wählen und Katholiken die CDU, Annahmen der sogenannten „Cleavage-Theorie”, ist damit als Erklärung für die minimalen Effekte von Kampagnen immer mehr entkräftet.</p>
<p>Zweitens, die noch laufende Legislaturperiode wurde bisher innen- und außenpolitisch von einer Reihe polarisierender Ereignisse begleitet: Stuttgart21, Bankenkrise und Occupy-Proteste, Fukushima und Energiewende, Europas Zukunft und vieles mehr. Wie bei Stuttgart21 und den Occupy-Protesten  am deutlichsten zu beobachten war, wurden anhand eines Einzelfalls oder dem System an sich teils ideologisch aufgeladene Debatten über Aspekte der Gesellschaftsordnung geführt, die zwar vorübergehend gelöst aber keinesfalls gesamtgesellschaftlich zu Ende diskutiert wurden. Hier können die Parteien ansetzen.</p>
<h3>Wie sieht das Merkel&#8217;sche oder Steinbrück&#8217;sche Gesellschaftsbild aus?</h3>
<p>Diesen „großen Themen“ der letzten vier Jahre können Fragestellungen übergeordnet werden, die für die Zukunft unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens von hoher Bedeutung sind: Welche Rolle soll das Finanz- und Bankensystem in unserer Gesellschaft spielen? Was sind wir bereit zu tun, um unser Handeln umwelt- und klimaverträglicher zu machen? Wie können Bürger besser in Entscheidungsprozesse eingebunden werden? Natürlich arbeiten die Parteien in ihren Wahlprogrammen brav jedes Politikfeld mit inhaltlichen Vorschlägen ab. Was jedoch oftmals fehlt ist die Vermittlung einer größeren Vision davon,  wie wir heute und in Zukunft in unserem Land und als Teil einer transnationalisierten Welt leben wollen. Es geht darum, dass die Parteien eine „grand narrative“ ihrer schwarzen, gelben, roten, grünen oder violetten Gesellschaft entwickeln und im Wahlkampf an die Bürger kommunizieren. Wie sieht es aus, das Merkel&#8217;sche, Steinbrück&#8217;sche oder Trittin-Göring-Eckardt&#8217;sche Gesellschaftsbild? Eine solche Gesellschaftsnarrative, die sich auf eine prägnante Wahlkampfbotschaft herunter brechen lässt, bildet dann den größeren Zusammenhang für die Programmatik der einzelnen Politikfelder.</p>
<p>Obama und Romney haben ihre Visionen („Amerikanische Sozialdemokratie“ vs „Amerikanischer Traum“) vor der Wahl deutlicher kommuniziert als ihre Politik in Wahrheit auseinander liegt. Dass der Bedarf nach einer Gesellschaftsnarrative ebenso unter den Deutschen vorhanden ist, hat auch Merkels Bürgerdialog gezeigt. Dort äußerten die Teilnehmer das Bedürfnis nach einer „Wir-Gesellschaft“, sprich einem Zusammenleben in Deutschland, das von Gemeinsinn und Solidarität geprägt ist. Auch die SPD hat schon bei ihrem Bürger-Dialog die Menschen zu gesellschaftlichen Kernthemen befragt. Für den Wahlkampf wird es darauf angekommen aus den Ergebnissen dieser Beteiligungsexperimente die richtigen Schlüsse zu ziehen, sprich die richtigen politischen Botschaften zu formulieren.</p>
<h3>Bürger als Ressource in der Kampagnenplanung</h3>
<p>Für eine Gesellschaftsvision die richtigen Begriffe zu finden ist strategisch insbesondere im Wahlkampf eine delikate Angelegenheit. Aber ob die Deutschen sich in erster Linie als „Wir-Gesellschaft“, „Chancen-Gesellschaft“ oder „Nachhaltigkeits-Gesellschaft“ definieren wollen, ließe sich durch Online-Tools schnell mit ihnen abklären. Das wäre eine konsequente Fortsetzung der Input-orientierten Bürgerdialoge. Denn solche Online-Beteiligungsformate haben nur dann einen demokratischen Wert, wenn sich der Bürger-Input auch im Partei-Output wiederfindet.</p>
<p>In den USA und Großbritannien waren vor einigen Jahren noch Fokusgruppen-Interviews das Lieblingsinstrument der Kampagnenplaner, um Bürger als Ressource in die Entwicklung von Wahlkampagnen einzubinden. 2008 und 2012 setzte Obama verstärkt auf Experimente unter nicht-künstlichen Bedingungen. Er präsentierte etwa verschiedenen Besuchern seiner Webseite unterschiedliche Versionen der Seite und wertete anschließend mit Google Website Optimizer aus, bei welcher Kombination von Slogans, Bildern und Buttons der Besuch aus seiner Sicht am erfolgreichsten war – gemessen an Indikatoren wie Aufenthaltsdauer, Newsletterbestellung, Spenden etc. Ob die Bedingungen künstlich oder nicht-künstlich sein sollen, die Instrumente stehen im Netz zur Verfügung, um die Bürger als wertvolle Informationsquelle für den Wahlkampf zu nutzen.</p>
<p>Über Weihnachten können sich die Wähler vom US-Wahlkampf und Spitzenkandidatengezerre in Deutschland erholen. Die Parteien sollten die Zeit nutzen, um die beste Narrative entwickeln, die der Gesellschaft als Ganzes eine Perspektive gibt. Ihre wichtigsten Ideengeber, die Bürger selbst, können sie im digitalen Zeitalter auch über die Feiertage erreichen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf/cc-lizenz/" rel="attachment wp-att-123958"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-123958" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/mit-den-buergern-zur-grand-narrative-fuer-den-wahlkampf-123948/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Connected Republic &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/connected_republic_teil_2-51/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/connected_republic_teil_2-51/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:43:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Cisco]]></category>
		<category><![CDATA[Vision]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/connected_republic_teil_2-51/</guid>

					<description><![CDATA[<p><span class="fett"> <font size="2">Zweiter Teil der Buchbesprechung        "Connected Republic - Regieren und Verwalten in der Wissensgesellschaft"<br />       <br />       </font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett"> <span style="font-size: x-small;">Zweiter Teil der Buchbesprechung &#8220;Connected Republic &#8211; Regieren und Verwalten in der Wissensgesellschaft&#8221;</span></span><br />
<!--break--><span style="font-size: x-small;">Im vierten Kapitel beginnt der Text, etwas durchzuhängen. Nicht weil es nicht richtig wäre, was da geschrieben würde – das gesamte Heft enthält wohl keine fünf Sätze, mit denen man sich nicht einverstanden erklären wollte. Vieles ist aber allzu evident oder war schon zu häufig Gegenstand analytischer oder empirischer Betrachtungen. Da wird konstatiert, dass in dem großen Projekt des gesellschaftlichen Umbaus zur „Connected Republic“ der Reform staatlicher Verwaltung eine zentrale Rolle zukomme, dass sich dies aber nicht ausschließlich auf das Angebot elektronischer Dienstleistungen beschränken dürfe. Dass auch die Verwaltung eine gewichtige Rolle für die demokratische Kultur spiele und „E-Democracy“ somit ein Aspekt sei, der mit E-Government natürlicherweise zusammengehöre.</span><br />
Der Verdacht lässt einen nicht los, man habe das alles schon einmal irgendwo gelesen, vielleicht auch selbst schon das ein oder andere Mal geschrieben. Harsche Kritik ist insofern unangebracht, denn so verkehrt kann das alles dann ja nicht sein. Vielleicht einfach zu spät, wenn man bedenkt, dass Stephen Coleman (der weltweit erste Inhaber eines Lehrstuhls für E-Democracy, gesponsert übrigens von Cisco Systems), auf dessen Texten das Kapitel beruht, solche und ähnliche Überlegungen bereits vor vielen Jahren formuliert hatte, und dass das „Balanced E-Government“-Konzept der Bertelsmann Stiftung, mit dem die Verknüpfung von E-Administration und E-Democracy im deutschen Sprachraum etabliert wurde, nun auch schon ein paar Jahre alt ist. Da wird etablierter E-Government- / E-Governance-Kanon repetiert, was die Zielgruppe der Publikation zu langweilen droht.<br />
Letztlich bricht der Text hier in zwei eher lose verbundene Hälften auseinander. Der „Connected Republic“-Gedanke ist gedacht und erst einmal zu Ende formuliert, es beginnt die Sektion „E-Government“ / „E-Democracy“-Hälfte (Kapitel 4, vor allem 5 des Textes). Hier fehlt es dann am originellen Kerngedanken, der den Anfang des Textes noch auszeichnete. Es geht nun nicht mehr um Zukunftsprojektionen, sondern mehr um Handwerk. Das Thema lautet: „E-Government – wie geht das?“ Die Antwort darauf kommt dann eher aus der Ecke der stärker Elektronik-fixierten „E-People“, weniger aus der Praxis der Verwaltungsrealität, denn für letztere bleiben die nun folgenden Implementierungsvorschläge vermutlich zu sehr im Allgemeinen.<br />
Meist sehr interessant sind in diesem Zusammenhang die Beispiele aus der Praxis, mit der die Thesen illustriert werden. Diese Beispiele sind zwar nicht immer zwingend, gleich gar nicht repräsentativ (der angloamerikanische Bias ist erdrückend), aber doch immer so ausgewählt, dass man etwas daraus lernen kann – manchmal auch das Gegenteil dessen, weshalb sie genannt wurden: Der „My Lost Wallet“-Service in Ontario etwa ist zwar ein nettes Beispiel für einen nützlichen Online-Dienst – best practice in Bürgerorientierung ist er deshalb noch lange nicht, da die notwendigen Kommunikationswege zwischen allen aus Bürgersicht relevanten Akteuren beleibe nicht hergestellt sind (an einer Stelle wird dann auch etwas verschämt klargestellt, dass man gar nicht best practice, sondern eben nur ein paar Beispiele präsentieren möchte).<br />
Woran es dem Text in diesem Abschnitt mangelt, ist die noch stärkere Konkretisierung: Wenn man sich schon an E-Government-Anwendungsbeispiele und<br />
–handlungsempfehlungen wagt, dann wäre dem Leser mit der Benennung von Ross und Reiter, also geeigneter Anwendungen und Software für bestimmte Ausprägungen der geforderten „Bürgerorientierung“ mehr gedient. Tabellen und Checklisten wie die zum perfekten Online-Konsultations-Design sind gut gemeint, jedoch: Wir haben alle schon zu viel über E-Democracy und Online-Partizipation gelesen und geschrieben, um uns über Handlungsaufforderungen wie „Wählen Sie die passende Software“ noch wirklich zu freuen.<br />
Die Handlungsempfehlungen zur Implementierung sind richtig und wichtig, sie sind nun allerdings nicht sehr „Connected Republic“-spezifisch. Man sollte sich nichts vormachen, Verwaltungsreform erfordert immer die gleichen Dinge: Führen, Planen, Priorisieren. Spätestens hier wird noch einmal bestätigt, dass sich die „Connected Republic“ als Kernidee nicht durch alle logischen Schritte des Textes durchhalten lässt. Es geht nun um Nüchterneres, um vernünftige E-Government-Implementierung. Das ist wichtig, es ist aber erst einmal etwas ganz anderes als die Schaffung einer vernetzten virtuellen Republik.<br />
An wenigen Stellen wirken die Ausführungen etwas skurril bis schlampig: Da steht dann plötzlich eine Abbildung völlig sinnfrei ohne Erläuterung oder Text-Referenz herum; einige Chart-Beschriftungen rutschen in wüsten Berater-Jargon ab und versprechen „Quick Wins“ und „low-hanging fruits“. Manches wird der Übertragung aus dem englischen geschuldet sein, ebenso wie die (immerhin selten) zu findenden Nachlässigkeiten mit der deutschen Sprache (Der „Sinn machen“-Virus grassiert auch hier).<br />
Zuweilen darf sich der Leser wundern, ob die Autoren wirklich das meinten, wonach der Text klingt: Fordern sie ernsthaft, dass die „Handlungsmöglichkeiten des Staates“ zur Steuerung der „Connected Republic“ wieder ausgeweitet werden, indem die Deregulierung der TK-Märkte teilweise zurückgenommen wird? Dies solle irgendwie dem Aufbau der Infrastruktur dienlich sein (wie genau, bleibt geheim). Überhaupt wird „dem Staat“ recht viel zugetraut, bedenkt man, dass die ganze Forderung nach einer „Connected Republic“ unter anderem die These eines zunehmenden Verlustes staatlicher Steuerungskapazität zur Grundlage hat. Dennoch klingt es manchmal, als müsse man sich als Staat nur eben rasch entscheiden, eine Networked Virtual Organization zu werden und die Gesellschaft zu einer Networked Virtual Society umzubauen, so wie man einen neuen Feiertag oder eine Autobahnmaut beschließt.<br />
Am meisten wird derjenige mit dem Heft anfangen können, der sich aus den drei Päckchen, die ihm serviert werden, dasjenige auswählt, das er gerade am besten verwenden kann: Erstens das analytische Konstrukt der „Connected Republic“, das auf jeden Fall eine Vision ist, über die nachzudenken und die weiterzuentwickeln sich lohnt. Zweitens wird eine Reihe hübscher E-Government-Anwendungsbeispiele knapp präsentiert. Drittens erfährt man noch einmal, wie „E-Government“-Projekte strategisch und taktisch anzugehen sind. Der Cisco-„Standpunkt“ hätte an Stringenz gewonnen, wenn sich die Autoren auf den ersten Teil beschränkt hätten. Nun hat man ein etwas dickeres Heft, dem man nicht viel mehr vorwerfen kann, als dass es zuviel Gesagtes noch einmal sagt und damit die interessante Kernbotschaft leider etwas verwässert.<br />
<span style="font-size: x-small;"><a href="http://www.politik-digital.de/buchbesprechungen/buecher/connectedrepublic.shtml">Zurück zum ersten Teil der Buchbesprechung Connected Republic</a><span class="fett"><br />
</span></span><br />
<span style="font-size: x-small;"><span class="fett">Dr. Thomas Hart ist Projektleiter bei der <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bertelsmann Stiftung</a><br />
</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/connected_republic_teil_2-51/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Connected Republic &#8211; Teil 1</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/connected_republic_teil_1-50/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/connected_republic_teil_1-50/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:43:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Cisco]]></category>
		<category><![CDATA[Vision]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/connected_republic_teil_1-50/</guid>

					<description><![CDATA[<p><span class="fett"> <font size="2">Wenn ein Band zur Wissensgesellschaft        mit einem Zitat von Tony Blair eröffnet, dann ist zu erwarten, dass        es um Grundsätzliches geht, um das große Ganze mehr als um den operativen        Kleinkram. Um einen effizienter Staat, der trotzdem alle Wünsche        erfüllt und dem Bürger dient statt über ihn zu herrschen. Der Vertrauen        aufbaut und seine eigene Rolle im Informationszeitalter neu definiert.        <br />       <br />       </font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett"> <span style="font-size: x-small;">Wenn ein Band zur Wissensgesellschaft mit einem Zitat von Tony Blair eröffnet, dann ist zu erwarten, dass es um Grundsätzliches geht, um das große Ganze mehr als um den operativen Kleinkram. Um einen effizienter Staat, der trotzdem alle Wünsche erfüllt und dem Bürger dient statt über ihn zu herrschen. Der Vertrauen aufbaut und seine eigene Rolle im Informationszeitalter neu definiert. </span></span><br />
<!--break--><span style="font-size: x-small;">Die „Internet Business Solutions Group“ von Cisco Systems hat einen „Standpunkt” zur Frage vorgelegt, wie diese Neudefinition konkret aussehen könnte. Es geht um ein ernstzunehmendes Ziel: Wie gelingt es, ein so komplexes System wie eine „Gesellschaft“ auf eine Art und Weise zu managen, dass diese Gesellschaft ihr administratives Zentrum preis gibt und sich zu einem Schwarm dezentraler Kompetenz wandelt? Gibt es Regeln dafür, wie ein Staat sich selbst in seine Einzelteile zerfallen lassen und dennoch voll funktionsfähig bleiben kann? Weiter noch: Ist es nicht denkbar, dass gerade die Zersplitterung und Dezentralität eine effizientere und effektivere Erfüllung staatlicher Aufgaben und einen höheren Grad gesellschaftlichen „Funktionierens“ erlaubt? Und sind es nicht die modernen Kommunikationstechnologien, die diese höhere Reife staatlichen Seins erst ermöglichen, da sie wirksame dezentrale Kommunikation und Information ermöglichen? Falls dem so sein sollte: Wie „baut“ man ein solches System? </span><br />
Die titelgebende „Connected Republic“ als Zielvorstellung der Cisco-Vision kann man sich als eine Art Verbund mündiger, informierter, medienkompetenter und partizipationswilliger Institutionen (vom Bürger bis zum Behördenapparat) vorstellen, deren Ansinnen es ist, ihre Welt zu einem besseren Ort zu machen. An anderer Stelle hätte man das eine „Bürgergesellschaft“ genannt, aber der starke Fokus, den das Papier auf die durch technischen Fortschritt hinzugewonnenen Möglichkeiten technischer Interaktion legt, rechtfertigt wohl die Neubenennung. Die Rolle des Staates in dieser „Connected Republic“ wandelt sich vom Alles-Erlediger zum (Infra-)Struktur-Bereitsteller. Dies spiegelt sich in den „zentralen Werten“ der „Connected Republic“, nämlich: (1) Kundenorientierung, (2) Vernetzung, (3) Befähigung zu selbstverantwortlichem Handeln und (4) Schaffung von öffentlichem Nutzen.<br />
Die Rolle des Staates wird dabei naturgemäß zurück genommen: Nutzen soll er vor allem generieren, indem er Netzwerke erstellt, unterstützt oder steuert. Hierzu muss er nicht unbedingt eigene Leistungen erstellen. Auch seine Organisationsform soll sich den Vernetzungsmöglichkeiten anpassen: Die Behörde selbst als Netzwerk, „der“ Staat als flexibel zweckgetrieben interagierendes System von „Networked Virtual Organizations“.<br />
Das Konzept der „Connected Republic“ ist ein intelligentes und durchaus visionäres. Zwar ist das 100-Seiten-Heft nicht die erste Gelegenheit, bei der über derartige Vernetzungsformen nachgedacht wird. Da wir von einer solchen vernetzt operierenden Gesellschaft noch sehr weit entfernt sind, ist das Weiterdenken aber zu begrüßen. Wenn zu Beginn des Papiers die ambitionierte Vision vorgestellt wird („Menschen und Gemeinschaften [werden] in den Mittelpunkt von reaktionsfähigen Netzwerken“ gestellt), dann kann dem Leser gar ein wenig flau werden ob der Größe dieser Vision, die ja nichts weniger als die komplette Ablösung unseres tradierten Zentralitätsgedankens in sich trägt.<br />
Aber genau in diesem (zweiten) Kapitel hat das Papier seine Stärke: Das Auflösen der Versäulung staatlicher Organisiertheit wird tapfer konzipiert. Die Autoren trauen sich in den Dschungel staatlicher Organisiertheit hinein und benennen so deutlich, wie es eben heute geht, was es bedeutet, aus einer „Behörde“ eine virtuelle vernetzte Einheit zu machen. Sie bemühen sich auch, den Nutzen darzustellen, den eine Gesellschaft von dieser Machtverschiebung hin zum Bürger haben kann. Neben den zwangsläufig auftauchenden „Mehrwert“- und „Effizienz“-Begriffen wird durchaus vermerkt, dass es einer Demokratie auf ganz anderer Ebene gut tut, wenn die Bürger einen Teil ihrer Autorität zurückerstattet bekommen.<br />
Das kann in einer so knappen Darstellung natürlich nicht zu Ende gedacht werden. Muss es auch nicht, denn es ergeben sich gerade an den offenen Enden interessante Bezugspunkte zu anderen, älteren Fragen der Informationsgesellschaft, die es als nächstes erst einmal auszuformulieren gälte. Zum Beispiel, wo die Mitglieder dieser vernetzten Gesellschaft eigentlich die Befähigung zur meisterhaften Navigation im Informations- und Kommunikationsdschungel erhalten sollen? Und wenn es eine Gruppe gibt, die auf der Klaviatur der virtuellen Vernetzung Virtuosität entwickelt: welche Bedeutung hat das für den zurückbleibenden Rest?<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/buchbesprechungen/buecher/connectedrepublic2.shtml">Buchbesprechung Connected Republic &#8211; Teil II weiter hier&#8230;</a><br />
<span style="font-size: x-small;"><span class="fett">Dr. Thomas Hart ist Projektleiter bei der <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bertelsmann Stiftung</a><br />
</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/connected_republic_teil_1-50/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
