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	<title>Volksabstimmung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Volksabstimmung &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Eidgenossen stärken E-Voting</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Philipp Albrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 16:16:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Volksabstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Voting]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
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					<description><![CDATA[Kriminelle Ausländer abschieben? Ein Mindeststeuersatz für Reiche? Über diese Fragen stimmen die Schweizer am 28. November 2010 ab. Auslandsschweizer aus zwölf Kantonen können daran auch per E-Voting teilnehmen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kriminelle Ausländer abschieben? Ein Mindeststeuersatz für Reiche? Über diese Fragen stimmen die Schweizer am 28. November 2010 ab. Auslandsschweizer aus zwölf Kantonen können daran auch per E-Voting teilnehmen.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Die Schweiz geht bei der Etablierung von elektronischen Wahlen den nächsten Schritt. Bei der <a href="http://www.bk.admin.ch/aktuell/abstimmung/va/002/index.html?lang=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kommenden Volksabstimmung</a> können Auslandsschweizer aus <a href="http://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/index.html?lang=de&amp;msg-id=35024" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zwölf Kantonen</a> per Internet ihre Stimme abgeben. Während Kantone wie Zürich und Genf seit über fünf Jahren Erfahrungen mit „vote électronique“ gesammelt haben, beteiligen sich am 28. November 2010 erstmals ausgesuchte Gemeinden aus Luzern, Graubünden, Schaffhausen, Aargau und Thurgau an der elektronischen Stimmabgabe.
</p>
<p>
Neu ist auch, dass die Wahl viersprachig durchgeführt wird: italienische und rätoromanische Auslandsschweizer können in ihrer Muttersprache abstimmen. Für abstimmungswillige Auslandsschweizer hat die Regierung eine <a href="http://demo.webvote.ch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seite</a> online gestellt, auf der sich das Prozedere im Vorhinein durchspielen lässt.
</p>
<p>
Nach der Evaluation der anstehenden Volksabstimmung soll das E-Voting auf weitere Gemeinden und Kantone ausgedehnt werden. Die elektronische Stimmabgabe wird von der Organisation der Auslandsschweizer (<a href="http://www.aso.ch/de/auslandschweizer-nutzen-evoting" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ASO</a>) seit längerem gefordert, innerhalb der Schweiz regt sich jedoch Kritik am E-Voting. Gegner befürchten  Manipulationen und zu hohe Kosten. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Volksabstimmung und EU-Verfassung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/volksabstimmung_und_euverfassung-187/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sfuhrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Jul 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Verfassung]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Alvaro]]></category>
		<category><![CDATA[Volksabstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Alexander Alvaro<!-- #EndEditable --> 
im europathemen.de-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->17.07.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Alexander Alvaro<!-- #EndEditable --><br />
im europathemen.de-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->17.07.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Liebe EU-Freunde und Kritiker: Herzlich<br />
willkommen im Europathemen-Chat! Europathemen ist das Internetangebot<br />
der Bundeszentrale für politische Bildung zur Europawahl. Wir begrüßen<br />
unseren heutigen Gast Alexander Alvaro (FDP), Europa-Abgeordneter. Wir<br />
haben 60 Minuten Zeit – Herr Alvaro ist uns aus Düsseldorf<br />
zugeschaltet. Kann es losgehen, Herr Alvaro?
</p>
<p>
<b><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/aalvaro.jpg" align="left" height="105" width="76" />Alexander<br />
Alvaro:</b></b> Gerne.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wunderbar, zwei Fragen ein Thema:
</p>
<p>
<b>curie:</b> Waren Sie von Ihrer Wahl ins Parlament überrascht?<br />
Sieben deutsche Liberale haben es geschafft, Ihr Listenplatz war 6.<br />
Knapp, oder?
</p>
<p>
<b>horaz: </b>Nachdem die letzten zwei Europawahlen für<br />
die Liberalen verloren gingen – waren Sie vom guten Wahlergebnis<br />
(6,1 %) überrascht?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> In Anbetracht des Endergebnisses war der Platz<br />
Nr. 6 nun nicht sehr knapp. Hinsichtlich des tatsächlichen Einzuges<br />
der FDP bin ich nicht wirklich sehr überrascht, aber begeistert.<br />
Die Umfragen haben uns im Vorfeld ein vergleichbares Ergebnis bescheinigt,<br />
aber als Kandidat ist man vielleicht etwas pessimistischer. Ich denke,<br />
die Tatsache, dass die FDP euroapolitische Themen aufgegriffen hat und<br />
im Wahlkampf die motivierteste Partei war, ist ein Grund für dieses<br />
gute Ergebnis.
</p>
<p>
<b>EUro-Fan:</b> Hallo Herr Alvaro, wie haben Sie den Einzug<br />
der Liberalen in das Europäische Parlament eigentlich gefeiert?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Nach einem Glas Rotwein bin ich leider völlig<br />
K.O. eingeschlafen.
</p>
<p>
<b>seneca:</b> Gibt es eine EU-FDP oder wie heißt die<br />
liberale EU-Fraktion? Bezeichnend, dass ich die Namen nicht kenne, oder?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Es ist wirklich ein Problem, dass die europäischen<br />
Fraktionen eher unbekannt sind. Die Liberale Fraktion nennt sich ALDE<br />
(Alliance of Liberals and Democrats for Europe).
</p>
<p>
<b>trier:</b> Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich<br />
für eine rasche Ratifizierung des europäischen Verfassungsvertrags<br />
durch den Bundestag ausgesprochen. Ist das das Aus für eine Volksabstimmung?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Zur Verfassung: Die Bundesregierung und die<br />
Koalition sehen sich offenbar nicht in der Lage, die Menschen in Deutschland<br />
über die Verfassung zu informieren, und dies wäre eine Grundvoraussetzung<br />
für eine vernünftige Volksabstimmung. Nachdem jetzt auch Frankreich<br />
ein Referendum durchführen möchte, und somit zehn Staaten<br />
ihre Bürger fragen, muss sich die Bundesregierung fragen lassen,<br />
ob es nicht Zeit wird, umzudenken. Will Rot-Grün ein Europa der<br />
Bürger, dann muss es die deutsche Bevölkerung fragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sehen Sie noch Chancen für eine Volksabstimmung<br />
in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Kaum. Da scheint die Koalition stur zu bleiben.<br />
Wir als FDP-Europa-Abgeordnete und die FDP als Ganzes werden dennoch<br />
weiterhin dafür werben.
</p>
<p>
<b>EUro-Fan:</b> Na, laut Grundgesetz ist eine Volksabstimmung<br />
doch gar nicht möglich. Wie wollen Sie das Grundgesetz denn so<br />
schnell ändern?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Schnell würde das nicht gehen. Muss es<br />
auch nicht, sondern vernünftig. Die Franzosen werden ihr Referendum<br />
erst Mitte nächsten Jahres durchführen.
</p>
<p>
<b>Rotwein&amp;Rothändle:</b> Die Referenden sind doch<br />
aber nur nationalstaatlich organisiert. Wäre es nicht sinnvoller<br />
eine europaweite, zeitgleiche Abstimmung zu organisieren?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ich denke nicht, dass es aus unbedingt sinnvoller<br />
wäre, aber zumindest wäre es der Anfang einer gemeinsamen<br />
europäischen Identität, wenn alle Bürger Europas am gleichen<br />
Tag über ihre Verfassung abstimmen würden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfragen zu den &quot;geringen&quot; Chancen:
</p>
<p>
<b>kcssg:</b> Was kann man tun, um da noch aktiv zu werden?<br />
Volksbegehren?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ein Volksbegehren ist im Grundgesetz leider<br />
auch nicht vorgesehen, aber es besteht natürlich die Möglichkeit,<br />
Druck auf ihre gewählten Vertreter auszuüben, und diejenigen<br />
zu unterstützen, die für eine Volksabstimmung werben und kämpfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Letzte Frage zum Thema:
</p>
<p>
<b>skeptiker:</b> Wie kann es sein Herr Alvaro, dass in Deutschland<br />
im Bezug auf Volksabstimmungen noch immer ein Denken des 19. Jhdts.<br />
herrscht? Wie erklären Sie sich das?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Möglicherweise haben wir in Deutschland<br />
ein falsches Politikverständnis entwickelt. In meinen Augen ist<br />
der, der Politik macht, derjenige, der die Vorstellungen seiner Bürger<br />
in die Realität umsetzt. Sozusagen eine Art &quot;Moderator&quot;.<br />
Heutzutage scheut sich der Großteil der Politik aber leider, der<br />
notwendigen Aufklärungspflicht gegenüber den Bürgern<br />
nachzukommen.
</p>
<p>
<b>karl32:</b> Was halten Sie davon, dass der Gottesbezug<br />
aus der Präambel der EU-Verfassung gestrichen wurde?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Das halte ich für richtig. Die Europäische<br />
Union baut selbstverständlich auch auf dem religiösen Erbe<br />
auf. Ein expliziter Gottesbezug würde aber der Vielfalt –<br />
der religiösen Vielfalt – Europas nicht ausreichend Rechnung<br />
tragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sprechen eine europäische Identität<br />
an – kann die Türkei EU-Mitglied werden?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Kann sie grundsätzlich schon. Aber nicht<br />
heute und nicht morgen, ich denke, übermorgen wäre der Zeitpunkt,<br />
wenn sichergestellt ist, dass die EU in der Lage ist, die Aufnahme der<br />
Türkei zu bewältigen und die Türkei die Kopenhagener<br />
Kriterien erfüllt.
</p>
<p>
<b>Rotwein&amp;Rothändle: </b>Was verstehen Sie denn<br />
unter &quot;europäischer Identität&quot;? Nach ihrer Logik<br />
müssten ja alle Europawahlen das ominöse &quot;Wir-Gefühl&quot;<br />
stärken. Aber die Wähler sehen das scheinbar anders. Wie sind<br />
sonst die starken Zugewinne der Europa-Gegner zu bewerten?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Unter europäischer Identität verstehe<br />
ich das gemeinsame Bewusstsein der Bürger Europas, trotz aller<br />
kulturellen und sprachlichen Unterschiede, eine gemeinsame Gesellschaft<br />
bilden zu wollen. Dass die Menschen sich jüngst vielfach von der<br />
EU – nicht Europa – abwenden, ist auf die fehlende Kommunikation<br />
des eigentlichen Sinns und Handelns der EU zurückzuführen.<br />
Dies muss man erkennen und ändern, wenn das politische Projekt<br />
EU nicht gefährdet werden soll.
</p>
<p>
<b>traumschiff:</b> Wie sieht es dann mit Ukraine, Weißrussland,<br />
Georgien aus. Passen die auch noch rein in die EU?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ich denke, dass zu diesen Staaten zur Zeit<br />
kein Diskussionsbedarf besteht. Keiner der Staaten hat eine offizielle<br />
Anfrage gestellt, Mitglied zu werden.
</p>
<p>
<b>locke:</b> Die politische Farbenlehre war in Europa immer<br />
schon komplizierter als die in Deutschland. Ein Grund für die Wahlenthaltung?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Nein, denke ich nicht. Vielmehr war die mangelnde<br />
Kenntnis über die EU und die Abstraktheit der EU das Problem. Würden<br />
Sie etwas wählen, dass sie zwar vielleicht kennen, aber nicht verstehen?
</p>
<p>
<b>abi1999:</b> War die Wahl ein Dämpfer für die<br />
etablierten Volksparteien?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Wenn Sie sich deren Wahlergebnisse anschauen:<br />
Und ob! Beide &quot;großen&quot; Parteien haben bei der Europawahl<br />
deutlich Stimmen abgeben müssen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen, ein Thema:
</p>
<p>
<b>wallraff:</b> &quot;Hast Du einen Opa, schick ihn nach<br />
Europa&quot;, ist ein bekanntes (Vor-)Urteil. Wie fühlen Sie sich<br />
da?
</p>
<p>
<b>nero:</b> Europa-Abgeordnete sind ja nicht gerade bekannt<br />
bei den Wählern. Wie fühlen Sie sich da, und wie vermitteln<br />
Sie den Wählern das sperrige Thema Europa?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Zu &quot;Opa in Europa&quot;: Gerade bei den<br />
Abgeordneten der neuen Staaten – zumindest in unserer Fraktion<br />
– wäre ich stolz, wenn einer von denen mein Opa wäre.<br />
Mindestens fünf Ex-Außenminister, ehemalige Ministerpräsidenten<br />
und noch amtierende Minister gehören unserer Fraktion an sowie<br />
der Mitbegründer der Solidarnosc und liberale Kandidat für<br />
das Amt des Präsidenten des Europa-Parlaments Bronislaw Geremek<br />
sind dabei. Das ist großartig! Deutschland hat leider zu spät<br />
erkannt, wie wichtig Europa ist, aber mit diesen Menschen zusammenarbeiten<br />
zu dürfen, ist einmalig. Wenn ich den Bürgern in Deutschland<br />
Europa näher bringen möchte, dann muss ich zum einen auch<br />
am Ort präsent sein – gerade außerhalb des Wahlkampfes<br />
– und zum anderen muss ich ihnen erst mal die Basics erklären,<br />
damit ein Verständnis für die Funktionsweise des Parlaments<br />
erwächst. Es ist wie in der Mathematik: Das Einmaleins kommt vor<br />
der Kurvendiskussion.
</p>
<p>
<b>EUro-Fan:</b> Wollen Sie sich als JuLi insbesondere um<br />
die Belange der Jugendlichen kümmern, oder interessieren Sie auch<br />
andere Themen/Politikfelder?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Als deutsche FDP-Abgeordnete haben wir besondere<br />
Schwerpunkte bezüglich der Arbeit in Deutschland gesetzt. Ich werde<br />
deswegen im besonderen versuchen, Menschen meines Alters zu erreichen,<br />
deren Zukunft mehr denn je durch die EU beeinflusst wird. Im Parlament<br />
möchte ich aber gerne in zwei Ausschüssen arbeiten: erstens<br />
Civil liberties, Justice and Home Affairs und zweitens Legal Affairs.<br />
Allerdings steht die Ausschussvergabe leider noch nicht endgültig<br />
fest.
</p>
<p>
<b>claasen:</b> Was sagen Sie zum neuen EU-Parlamentspräsidenten?<br />
Werden Sie ihn wählen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Den spanischen Sozialdemokraten José Borrell?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Es gibt mehrere Kandidaten. Welcher ist gemeint?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich vermute Borrell.
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Borell werde ich nicht wählen. Ich werde<br />
Professor Bronsilaw Geremek wählen. Er ist aufgrund seiner Biographie<br />
und seines politischen Werdegangs der einzig wählbare Kandidat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vom Parlament zur Kommission:
</p>
<p>
<b>clara:</b> Hat der designierte EU-Kommissionspräsident<br />
José Manuel Durão Barroso sich bei den Liberalen schon<br />
vorgestellt, und wie finden Sie ihn?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ja, er hat sich bei uns vorgestellt und uns<br />
Rede und Antwort gestanden. Er hat durchaus einige vernünftige<br />
Ansichten und Vorstellungen, wenn es um die politische Arbeit der Kommission<br />
geht. Aber ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich ihn unterstützen<br />
werde. Die Anhörung ist noch relativ frisch, und ich muss für<br />
mich erst mal die Pros und Cons gewichten.
</p>
<p>
<b>katharina:</b> Wie finden Sie das Geschacher um den Posten<br />
des nächsten Kommissionspräsidenten?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Grauenvoll! Dass ein so hervorragender Mann<br />
wie Verhofstat ins Aus bugsiert wurde ist eine Schande.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu aktuellen Themen:<br />
clay: Was sagen Sie zu Plänen der Brüsseler EU-Kommission,<br />
nach denen sich der deutsche Nettobeitrag bis 2013 auf über zehn<br />
Milliarden Euro verdoppeln könnte?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ich halte das in der jetzigen Zeit nicht für<br />
hilfreich, obwohl sicher über die Beitragszahlung gesprochen werden<br />
muss. Allerdings muss dann auch alles auf den Tisch. So halte ich es<br />
für notwendig, in dem Zusammenhang auch über den so genannten<br />
&quot;Briten-Rabatt&quot; zu diskutieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sind Sie für die Abschaffung des &quot;Britten-Rabatts&quot;?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ich denke, dass der &quot;Briten-Rabatt&quot;<br />
sich mit Blick auf die britische Situation wohl überlebt haben<br />
müsste.
</p>
<p>
<b>Eduardo:</b> Sollte der Beitrag aller Nettozahler-Länder<br />
wie Deutschland begrenzt werden?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Sorry, ich verstehe die Frage nicht ganz.<br />
Der EU-Haushalt ist gedeckelt, und die Beitragszahlungen sind auf bestimmte<br />
Summen festgesetzt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> O.k. – neue Frage: Die Finanzplanung der Europäischen<br />
Union für 2007 bis 2013 stößt in Deutschland, Frankreich<br />
und Großbritannien auf Ablehnung. Der von der Kommission vorgelegte<br />
Vorschlag, die EU-Ausgaben von 100 Mrd. Euro in diesem Jahr bis auf<br />
150 Mrd. Euro im Jahr 2013 zu steigern, gehe weit über das vertretbare<br />
Maß hinaus, hieß es im Bundesfinanzministerium. Wie sehen<br />
Sie das?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ich stimme im Endergebnis mit dem Ministerium<br />
überein. Es ist nicht immer eine Frage der verfügbaren Summe,<br />
sondern vielmehr stellt sich die Frage nach einer vernünftigen<br />
Ausgabenpolitik. Es ist meines Erachtens ein Fehler, dass der Großteil<br />
des Haushalts in den Agrarbereich fließt, der Unsummen verschlingt.<br />
Ich denke aber, dass in Anbetracht der jetzigen Größe der<br />
Union eine Erhöhung notwendig ist, aber nicht in dem vorgeschlagenen<br />
Rahmen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber Frankreich wird seinen Agrar-Topf verteidigen.<br />
Wer wird weniger bekommen? Der Osten?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Fraglich ist doch, ob Frankreich diesen erfolgreich<br />
wird verteidigen können. Die Zeiten, in denen Europa bedingungslos<br />
den Interessen Deutschlands und Frankreichs folgte, sind nicht mehr<br />
vorhanden. Frankreich wird sich gut überlegen müssen, wie<br />
viel auf dem Spiel steht und wie viel Schaden Politik mit der Brechstange<br />
in Europa anrichten könnte.
</p>
<p>
<b>Probst: </b>Schwere Schlappe für Hans Eichel: &quot;Der<br />
Europäische Gerichtshof hat einen Beschluss annulliert, mit dem<br />
der deutsche Finanzminister und Amtskollegen das EU-Defizitverfahren<br />
gegen Deutschland gestoppt hatten&quot;. Ist das ein gutes Signal für<br />
sie?
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ja. Das ist ein hervorragendes Signal. Es<br />
ist ein Erfolg, weil hierdurch klargestellt worden ist, dass der Stabilitätspakt<br />
kein Gummipakt ist, sondern ein starkes Instrument der Union. Außerdem<br />
ist der Beliebigkeit von Einmischungen des Finanzministers Einhalt geboten<br />
worden, Verträge nach Gusto auszulegen. Dieser Fall hat gezeigt,<br />
dass die EU kein zahnloser Tiger mehr ist, und der lateinische Satz<br />
&quot;pacta sunt servanda&quot; auch heute noch Gültigkeit besitzt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Themenwechsel, bevor wir gleich zum Schluss kommen<br />
müssen:<br />
Gerd Lange: Werden Sie sich für die Entwickler einsetzen, damit<br />
wir es nicht mit Software-Patenten wie in Amerika zu tun bekommen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stichwort Software-Patente.
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ich halte nicht viel von generellen Software<br />
Patenten, die – zumindest in Deutschland – meisten Probleme<br />
lassen sich über das Urheberrecht lösen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Europa-Freunde, leider ist die Zeit schon<br />
vorbei vielen Dank an Sie, Herr Alvaro, dass Sie sich die Zeit für<br />
den Chat genommen haben und an alle Chatter für die vielen Fragen.<br />
Ich wünsche allen noch einen schönen Sommertag 😉
</p>
<p>
<b>Alexander Alvaro:</b> Ich danke Ihnen für die Möglichkeit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Europathemen ist das Internetangebot der<br />
Bundeszentrale für politische Bildung. Es wird in Zusammenarbeit<br />
mit ARTE Multimedia und www.netzeitung.de am Zentrum für Medien<br />
und Interaktivität der Universität Gießen erstellt.<br />
Der Chat wurde von politik-digital.de in Berlin durchgeführt. Weitere<br />
Informationen zum Thema Europa finden Sie hier: www.europathemen.de<br />
Der nächste Termin: 29.07. (Do) 10.30-11.30 Uhr, Herta Däubler-Gmelin,<br />
Bundesministerin der Justiz a.D. &#8211; im Europathemen Live-Chat.</p>
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