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	<title>Währungssystem &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Bitcoin: Mit Sicherheit anonym?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2014 08:37:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bitcoin und andere digitale Währungen sind nicht aufzuhalten. Auf der zweiten internationalen Konferenz „Bitcoin 2014“ in Amsterdam setzten sich Vertreter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bitcoin.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140746" alt="Bitcoin" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bitcoin.png" width="635" height="317" /></a>Bitcoin und andere digitale Währungen sind nicht aufzuhalten. Auf der zweiten internationalen Konferenz „Bitcoin 2014“ in Amsterdam setzten sich Vertreter der Finanzaufsicht sowie Experten der Finanz – und Rechtsbranche intensiv mit den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für virtuelle Währungen auseinander.<b> </b> In all den Diskussionen über den <a href="litik-digital.de/11-berliner-hinterhofgespraech-bitcoins-community-waehrung-oder-zahlungsmittel-der-zukunft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellen Stand und die Zukunft von Bitcoin</a> wird eines immer wieder deutlich: Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Besonderheiten von Kryptowährungen auf unsere Gesellschaft auswirken werden. Dies verwundert jedoch insofern nicht allzu sehr, als die Mehrzahl öffentlicher und privater Institutionen immer noch nicht vollständig im Informationszeitalter angekommen und Kryptowährungen noch sehr jung sind. Angesichts der<a href="http://politik-digital.de/revolution-des-waehrungssystems-durch-bitcoins/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> wachsenden Bedeutung dieser Zahlungssysteme</a> und des immer größeren Investitionsvolumens, das mit digitalen Währungen getätigt wird, ist es allerdings höchste Zeit, sich Gedanken über den Umgang der globalen Gesellschaft mit Kryptowährungen zu machen. Auf der internationalen Konferenz <a href="http://bitcoin2014.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Bitcoin 2014“ in Amsterdam</a> wurden Vorteile von Kryptowährungen präsentiert, aber es wurden auch die Untiefen des neuen Systems deutlich gemacht und Lösungsmöglichkeiten diskutiert.</p>
<h3>Die Vorteile überwiegen</h3>
<p>Sogar kritische Stimmen wie die von Finanzexperten oder von Vertretern der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Bankenaufsichtsbeh%C3%B6rde" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EBA</a>) räumen Vorteile digitaler Währungen ein: beispielsweise die erhöhte finanzielle Inklusion, d.h. den Zugang zu Konten oder Finanzdienstleistungen unabhängig von Wohnverhältnis oder Beschäftigungsstatus, oder auch den erhöhten Wettbewerb im Finanzsektor. Bitcoin-Experten sehen jedoch noch sehr viel mehr Vorteile: Bitcoin ist  das erste Zahlungsnetzwerk, das auf offenem Quellcode basiert, was die Funktionsweisen detailliert nachvollziehbar macht und vor der Einflussnahme durch Politik oder Zentralbanken schützt. In der Annahme, dass die Entwicklung von Bitcoin dadurch auch berechenbarer ist, halten Befürworter die Währung auf lange Sicht für viel stabiler als traditionelle Währungen.Die kryptographische Implementierung durch das Bitcoin-Protokoll baut eine gewisse Sicherheit schon per se mit ein, ermöglicht aber trotzdem blitzschnelle Transaktionen zu minimalen Kosten. Ein weiterer Vorteil wird in den kryptographischen Funktionen des Bitcoin-Netzwerks gesehen: Jeder User hat die Möglichkeit, mit Hilfe von Software die eigenen Transaktionen überprüfen, während das Netzwerk die Integrität aller Transaktionen sicherstellen kann, wodurch Diebstahl und Betrug verhindert werden sollen.</p>
<h3>Analogien zwischen Kryptowährungen und Bargeld</h3>
<p>Immer wieder wurden auf der Bitcoin-Konferenz Analogien zwischen Bargeld und Bitcoin gezogen. Auch der Einkauf ohne Kreditkarte oder Bankverbindung unterliegt Regelungen, nach denen der Kunde gewisse Rechte hat, und auch ein analoger Einkauf basiert auf Vertrauen in den Verkäufer. Mit dem Unterschied, dass Bitcoin mehr der Funktionsweise von Bargeld entspricht als der bisheriger elektronischer Bezahlverfahren, da es dezentral ist und zumindest bisher schwerer überwachbar ist. Ein weiteres Thema war das Problem der Geldwäsche in Kryptowährungssystemen. Da ein Bitcoin-Wallet (vergleichbar mit einer Geldbörse, die eine oder mehrere Kontonummern enthält) per se nur aus einer oder mehreren Nummern besteht, die keiner Person zugeordnet sind, und weil man beliebig viele dieser Geldbörsen erstellen und besitzen kann, wird Bitcoin und ähnlichen Systemen oft vorgeworfen, sie würden Geldwäsche und Steuerhinterziehung erleichtern. Dem muss man entgegen halten, dass alle Transaktionen sich öffentlich nachvollziehen lassen, weshalb Bitcoin auch nur pseudonym und nicht anonym ist. Es gibt jedoch alternative Entwicklungen für mehr Anonymität wie <a href="http://zerocoin.org/">Zerocoin</a> und <a href="https://www.darkcoin.io/">Darkcoin</a>.</p>
<h3>Verbraucherschutz bleibt noch auf der Strecke<b> </b></h3>
<p>Bei der Weiterentwicklung des Bitcoin-Systems spielt der Verbraucherschutz bislang noch eine untergeordnete Rolle. Anders als im Bankensystem gibt es keine Programmfunktion, um missbräuchliche oder sonstige unliebsame Transaktionen wieder rückgängig zu machen. Dies ist durchaus beabsichtigt und wird von Entwicklern und Befürwortern generell positiv bewertet, da Benutzer beispielsweise nicht auf Kreditkartenfirmen angewiesen sind und deren Gewinn zwangsläufig mitfinanzieren. Dies verlangt jedoch eine gesteigerte Eigenverantwortung vom Nutzer über die eigenen Bitcoin-Finanzen. Auf der Bitcoin waren sich Rechtsanwälte und technische Experten von Bitcoin Startups weitgehend darin einig, dass die Bitcoin-Welt neuen Nutzern sehr viel mehr abverlangt als ein klassisches Konto. Hervorgehoben wurde insbesondere die Gefahr für Nutzer, sich unabsichtlich selbst zu schaden, indem sie die einzige Kopie ihrer digitalen Geldbörse löschen oder jemand unbeabsichtigt Zugang erhält. Außerdem muss sich jeder Bitcoin-Nutzer, der  seinen privaten Bitcoin-Schlüssel zur Verwaltung an einen Onlinedienst übergibt und dort große Beträge hortet, darüber im Klaren sein, dass er vollständig davon abhängig ist, wie gut der Dienst verwaltet wird, wie sicher er ist und wie viele Finanzreserven für eventuelle Schäden er vorrätig hat. Wer die Daten hingegen nur auf den eigenen Geräten verwaltet und sie vielleicht sogar auf mehrere „Konten“ aufteilt,  ist selbst für die Sicherheit verantwortlich. Sind keine zusätzlichen Schutzmechanismen zwischengeschaltet, kann im Prinzip jeder mit privatem Schlüssel und Bitcoin-Wallet über die damit verbundenen „Bitcoins“ verfügen. Deshalb ist es dann besonders wichtig, für Schutzmaßnahmen zu sorgen oder zum Beispiel den privaten Schlüssel „offline“ zu halten.</p>
<h3>Vorteile und Bedürfnisse in Einklang bringen</h3>
<p>Die Vertreter von Bitcoin-Startups kündigten an, dass sie in der Lage seien, Prozesse und ein technisches System zu entwickeln, um eine Brücke zwischen den Vorteilen der Kryptowährungen (z.B. Anonymität) einerseits und dem Bedürfnis der Kunden nach Sicherheit und Kontrolle sowie Möglichkeiten für Aufsichtsbehörden nach Sanktionierung zu schaffen. Wie das genau das im Ergebnis aussehen wird, ist aber noch unklar. Es bleibt also spannend, ob es möglich sein wird, die Vorteile von Bitcoin mit den Anforderungen von Regierungen und Verbrauchern in einem realisierbaren Kompromiss zu vereinigen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit und Vorteile von Bitcoin aufzugeben. Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/100239928@N08/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/BTC Keychain</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>) <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="378" height="66" /></a></p>
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		<title>(R)Evolution des Währungssystems durch Bitcoins?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2014 14:16:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als die Finanzkrise 2009 die breite Öffentlichkeit erreicht, ist klar: Es gibt ein Problem mit dem globalisierten Wirtschaftssystem. Staaten sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/10680535645_a7215e3323_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-136443" alt="10680535645_a7215e3323_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/10680535645_a7215e3323_z-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Als die Finanzkrise 2009 die breite Öffentlichkeit erreicht, ist klar: Es gibt ein Problem mit dem globalisierten Wirtschaftssystem. Staaten sind in einem historisch einmaligen Maße von Finanzmärkten abhängig und Reformvorschläge wie die Tobinsteuer werden aus genau diesem Grund verworfen. Ein Vorschlag jedoch setzt sich immer mehr durch, der nicht von Staaten abhängig ist: Die Revolution des Währungssystems durch rein elektronisches und dezentrales Geld: „Bitcoins“.<br />
Im Oktober 2008 stellte Satoshi Nakamoto in einer <a href="http://article.gmane.org/gmane.comp.encryption.general/12588/">Newsgroup</a> seine Idee einer elektronischen Währung vor, die auf einem Netzwerk von Servern ohne jegliche zentrale Autorität basiert. Das Netzwerk soll neben der Anonymität auch die eindeutige Zuordnung von Besitz und Transaktionen sichern. Über Nakamoto, sehr wahrscheinlich ein Pseudonym, ist noch nicht einmal bekannt, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt. Aber mit der Open-Source-Software „Bitcoin-QT“ hat er eine alternative Währung geschaffen, die in ihrer Gesamtheit inzwischen knapp <a href="http://blockchain.info/de/charts/market-cap">12 Milliarden Dollar</a> wert ist (entspricht dem isländischen Bruttoinlandsprodukt von 2012) und das gesamte Währungssystem in Frage stellt.<br />
Bis vor kurzem war Bitcoin, wenn überhaupt, nur bekannt als ominöse Währung, mit der Waffen, Drogen und Menschenleben in den Tiefen des „Darknet“ gehandelt werden. Auch wenn diese Analyse bis heute nicht ganz falsch ist, scheint das Bitcoin-Netzwerk sich davon zu emanzipieren: <a href="http://www.cnbc.com/id/101315433">Große Online-Händler</a> und -Handelsplattformen wie <a href="http://www.rp-online.de/wirtschaft/ebay-prueft-die-einfuehrung-von-bitcoins-aid-1.3852170">ebay</a> liebäugeln mit den wertvollen Codes als Zahlungsmittel, <a href="https://exante.eu/">Hedgefonds</a> spezialisieren sich bereits auf die elektronische Währung.<br />
<figure id="attachment_136420" aria-describedby="caption-attachment-136420" style="width: 630px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bitcoins-wert.png"><img decoding="async" class="size-large wp-image-136420" alt="Bitcoins wert" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bitcoins-wert-630x233.png" width="630" height="233" /></a><figcaption id="caption-attachment-136420" class="wp-caption-text">Bitcoin-Preis in US-Dollar, Entwicklung im Jahr 2013</figcaption></figure><br />
Staaten und Zentralbanken kommen nicht mehr umhin, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bitcoin-Regulierung-Die-Staaten-und-das-Kryptogeld-2089262.html">sich mit Bitcoin zu beschäftigen.</a> Denn das dezentrale Netzwerk, auf dem das Geld basiert, entzieht sich jeglicher Kontrolle durch die üblichen Institutionen. Es ist kein Zufall, dass Bitcoins gerade zu dem Zeitpunkt im Frühjahr 2013 einen Boom erlebten, als der zypriotische Staat im Zuge der Eurokrise private Bankkonten belangen wollte. Die Ende 2013 beginnende Rallye wird auf das wachsende <a href="http://www.welt.de/finanzen/article122333875/Bitcoin-ist-erstmals-mehr-als-1000-Dollar-wert.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interesse chinesischer und US-amerikanischer Investoren</a> zurückgeführt. Auch eine Reihe von <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bitcoin-virtuelle-waehrung-erstmals-mehr-als-1000-dollar-wert-a-936081.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anhörungen im US-Parlament zum Thema</a> mit führenden Mitarbeitern aus Justiz und Verwaltung werden als Ursache genannt. Doch die chinesische Regierung sah sich Anfang Dezember offenbar bedroht genug, um <a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/internetwaehrung-chinas-notenbank-verbietet-bitcoin-transaktionen/9173760.html">den eigenen Finanzinstituten den Handel mit Bitcoins zu verbieten</a>. Das Verbot führte prompt zu einem Kurseinbruch.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Wie funktionieren Bitcoins?</strong><br />
Wer Euros gegen Bitcoins tauscht, der kauft mit bei der EZB registriertem Geld digitale Codes ein. Während jeder papierene Geldschein eine Seriennummer trägt, besteht ein <strong>Bitcoin (BTC)</strong> aus nichts anderem mehr als einer Folge von Zahlen und Buchstaben. Diese Folgen werden, eher Gold ähnelnd als Papiergeld, mithilfe von Computern elektronisch geschürft. In der Bitcoin-Sprache nennt sich der Vorgang sehr bildlich <strong>„Mining“</strong> und meint die Berechnung von kryptografischen Rätseln, die mit momentan 25 BTC (z. Z. über 20.000 USD) belohnt werden.<br />
Prinzipiell kann also jeder, der über eine Internetverbindung verfügt, elektronischer Minenarbeiter werden und den eigenen PC digitales Gold schürfen lassen. Allerdings werden die Rätsel umso schwerer, je mehr Rechenkraft das Mining-Netzwerk, also alle <strong>„Miner“</strong> zusammen, aufbringt. Zudem verringert sich die Belohnung, je mehr bereits geschürft wurde. Auf diese Weise wird ein <a href="http://blockchain.info/de/charts/total-bitcoins?showDataPoints=false&amp;show_header=true&amp;daysAverageString=1&amp;timespan=all&amp;scale=0&amp;address=">immer langsamer werdender Mengenzuwachs </a>an Bitcoins sichergestellt. Das Schürfen lohnt sich daher nur noch für <a href="http://dealbook.nytimes.com/2013/12/21/into-the-bitcoin-mines/?_php=true&amp;_type=blogs&amp;_r=2&amp;">professionelle Minenbesitzer.</a><br />
Der Clou schließlich ist, dass die Miner mit ihren Berechnungen nichts anderes machen, als alle getätigten <strong>Transaktionen von Bitcoins</strong> zu <strong>überprüfen</strong>. Damit braucht es keine zentralen Institutionen wie Staaten oder Banken mehr, sondern diese Aufgabe verteilt sich <strong>dezentral</strong> über das Netzwerk. Benutzer können Bitcoins auf diese Weise kostenlos über eine Internetverbindung an jeden Nutzer mit Bitcoin-Account verschicken – und durch <strong>Verschlüsselung</strong> bleibt alles anonym.</div></div>
<h3><b>Idealismus und Schwarzmarkt</b></h3>
<p>Bitcoin ist nicht das einzige rein elektronische Zahlungsmittel, aber das erste, das Anspruch auf eine allgemeingültige Währung erhebt und damit einigen Erfolg hat. Was motivierte die ersten Benutzer und Miner, auf den Wert der im Prinzip wertlosen Datenpakete zu vertrauen? Möglicherweise war es der Wille, die Macht über das Geld den Staaten und dem Finanzsystem aus den Händen zu reißen und ein politisch nicht beeinflussbares Währungssystem zu etablieren. Der durchaus lukrative Schwarzmarkt im Darknet trug jedoch sicherlich auch seinen Teil dazu bei.<br />
Nicht nur deshalb ist Bitcoin hoch umstritten. Während einige euphorisch das Ende staatlicher Gelddruckerei und Steuerverschwendung feiern, warnen andere vor inhärenter Deflationsgefahr, einem <a href="http://www.nytimes.com/2013/04/15/opinion/krugman-the-antisocial-network.html?ref=paulkrugman">„Anti-Social Network“</a> und dem <a href="http://blog.gardeviance.org/2013/11/a-spoiler-for-future-bitcoin.html">Zerfall der Staaten und Regierungen</a> weltweit. An zwei zentralen Fragen trennen sich dabei die Geister: a) Ist Bitcoin eine potenziell voll funktionsfähige Währung? b) Ist der staatliche Kontrollverlust ein Schritt Richtung Utopie oder Dystopie?<b><br />
</b></p>
<h3><b>Geld als soziales Kontrukt</b></h3>
<p>a) Die Frage, ob Bitcoin eine Währung ist oder nicht, bietet einen guten Grund, sich kurz generell mit Geld auseinanderzusetzen: Die Grundfunktion von Geld ist die Erleichterung des Warentausches zwischen Menschen. Dazu kommen noch die Funktionen als Sparmöglichkeit und als Wertmaßstab. Geld braucht daher einen relativ stabilen Wert. Spätestens aber seitdem Geld hauptsächlich in Form von Papierscheinen genutzt wird, muss der Wert sozial hergestellt werden. Und mit der Aufgabe der Goldbindung in den 1970er Jahren ist allgemeines Vertrauen und die Versicherung der Staaten das Einzige, was hinter dem Wert von Geld steht. Auch hinter <a href="http://politik-digital.de/bitcoins-gefaehrlich-oder-revolutionaer/">Bitcoins steht nur noch das allgemeine Vertrauen</a>.<br />
Trotz der Tatsache, dass die Codes offensichtlich als Tauschmittel funktionieren, <a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/12/28/bitcoin-is-evil/">bezweifelt der Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugman</a> daher, dass sie als Sparmittel verwendet werden können. Zu unsicher sei der Wert. Sein Kollege <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KtNPKdtCumM">Gerhard Rösl dagegen ist sich sicher</a>, dass Bitcoins „genauso als Geld zu interpretieren sind wie offizielles Geld, das Banken ausgeben“. Abgesehen von der absoluten Abhängigkeit von Internet und Strom sind die kritischen Punkte der Anteil an Spekulation auf dem Bitcoin-Markt, eine hohe Volatilität des Wertes und eine <a href="http://www.slate.com/blogs/moneybox/2013/04/10/bitcoin_s_deflation_problem.html">inhärente Deflationsgefahr.</a></p>
<blockquote><p><em>„We are for some reason digging our way back to the 17<sup>th</sup> century“</em></p></blockquote>
<p>In <a href="http://p2pfoundation.ning.com/forum/topics/bitcoin-open-source">Nakamotos Konzeption von Bitcoin</a> zeigt sich die Angst vor ungehemmter staatlicher Gelddruckerei und damit einhergehender Inflation der Preise sowie Entwertung der Währung. Durch den geregelten Zuwachs an Bitcoins bis zu einer fixen Grenze, die voraussichtlich um 2140 erreicht sein wird, hat der Initiator Nakamoto Inflation gewissermaßen unmöglich gemacht.<br />
Allerdings sehen Kritiker wie der Wirtschaftsjournalist <a href="http://www.slate.com/blogs/moneybox/2013/04/10/bitcoin_s_deflation_problem.html">Matthew Yglesias hier die Gefahr</a> einer Deflation mit eingebaut. Da die Menge der Bitcoins nur begrenzt und immer langsamer wächst, steige deren Wert mit immer mehr Nutzern und Märkten automatisch. Das könnte dazu führen, dass niemand mehr Bitcoins ausgibt, sondern sie nur hortet. Auch hier tut sich die Analogie zu Gold auf, was Paul Krugman zu der Aussage veranlasst, dass <a href="http://www.nytimes.com/2013/12/23/opinion/krugman-bits-and-barbarism.html">„wir uns in das 17. Jahrhundert zurück graben“.</a></p>
<blockquote><p><i>„The point is not that Bitcoin is a deflationary currency. The point is that it can be anything.“</i></p></blockquote>
<p>Jedoch auch diese <a href="http://www.forbes.com/sites/timothylee/2013/04/11/bitcoin-doesnt-have-a-deflation-problem/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kritik bleibt nicht unerwidert</a>. So könnte die stetig an Wert zunehmende Währung überflüssigen Konsum verhindern und Anreiz zum Sparen anstatt zum Schuldenmachen geben. Wired-Redakteur <a href="http://www.wired.com/wiredenterprise/2013/11/bitcoin-and-deflation/all/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cade Metz verweist darauf</a>, dass das Bitcoin-System grundsätzlich reformierbar sei. Denn das Netzwerk basiert auf einer Open-Source-Software, die geändert werden könne, sobald mehr als die Hälfte der Nutzer dahinter stehen. So könnte zum Beispiel die Obergrenze aufgehoben werden.<br />
Das elektronische Geld ist mit gut fünf Jahren noch sehr jung, und ob es sich als eine vollwertige Währung etabliert, bleibt abzuwarten. Aber das Potenzial ist da.</p>
<h3><b>Utopie und Dystopie </b></h3>
<p>b) Wie jeder Währung liegt Bitcoin eine politische Agenda zugrunde: die Etablierung eines Währungssystems unter Ausschluss von Staaten und Banken. Nakamoto stellt damit die herrschenden Formen von Politik und Macht in Frage. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=K7OSYKqDTfw&amp;list=PLF12155DCD51B7F91&amp;index=9">Das Ideal</a> wäre eine Welt, in der alle über das Netzwerk an der Währung mitbauen könnten, Transaktionen nichts oder nur sehr wenig kosten und unnötiger Konsum ausbleiben würde. Damit würde die Demokratie ebenso gestärkt wie eine nachhaltige Wirtschaft.<br />
Auf der anderen Seite interpretieren <a href="http://www.antipope.org/charlie/blog-static/2013/12/why-i-want-bitcoin-to-die-in-a.html">Kritiker</a> die politischen Implikationen der Währung ganz anders: Sie entwerfen eine <a href="http://blog.gardeviance.org/2013/11/a-spoiler-for-future-bitcoin.html">Dystopie</a>, in der Staaten die Steuereinnahmen wegbrechen würden, da Bitcoins nur schwer besteuert werden können. In diesem Fall würde eine harsche Austeritätspolitik herrschen, verbunden mit einem Absterben des Sozialstaats. Monetäre Wirtschaftspolitik käme durch den Verlust der staatlichen Kontrolle der Geldmenge zum Erliegen und durch eine Deflationsspirale würde auch das Wirtschaftswachstum einbrechen.<br />
Ist das dezentrale Zahlungsmittel Teil eines Traums einer staatenlosen, globalen Gemeinschaft? Oder ist es der Anfang einer asozialen, Algorithmen-gesteuerten Netzwerkgesellschaft? Oder vielleicht funktionieren die wertvollen Codes einfach als <a href="http://netzwertig.com/2013/11/25/bitcoin-das-voice-over-ip-der-internationalen-finanzbranche/">praktisches Mittel für globale Peer-to-peer-Überweisungen?</a><br />
Wie auch immer Bitcoin sich entwickelt, die digitale Währung bietet wohl vorerst keine Lösung der Finanzkrise: Denn sie ist weder gefeit gegen übermäßige Spekulation noch gegen <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/digitale-waehrung-der-bitcoin-boom-in-fuenf-infografiken-a-936136.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ungleichheit</a>. Jedoch hat das Aufkommen der elektronischen Währung eine Menge wichtiger Fragen aufgeworfen und an ein Prinzip erinnert: Das Währungs- und Finanzsystem ist von Menschen gemacht &#8211; und kann von ihnen verändert werden.<br />
Bild: oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/100239928@N08/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BTC Keychain</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>); Grafik: <a href="http://blockchain.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bitcoincharts.com</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0</a>)<br />
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