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	<title>Wahlgeräte &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Wahlgeräte &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Wahlgeräte so sicher wie Stimmzettel&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jan 2008 14:16:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wahlkampf scheu und schüchtern]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
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		<category><![CDATA[Christopher Harth]]></category>
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		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
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					<description><![CDATA[Bahn frei für Wahlcomputer in Hessen. Wenige Tage vor der Landtagswahl am 27. Januar  wies der hessische Staatsgerichtshof einen Antrag auf einstweilige Verfügung vom Chaos Computer Club ab. In acht hessischen Kommunen können die Wähler ihre Stimme nun an Wahlgeräten abgeben. Der Student Christopher Harth hat für eine Examensarbeit die Diskussion um Wahlgeräte untersucht. politik-digital.de sprach mit ihm über die Sicherheit von Wahlcomputern.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bahn frei für Wahlcomputer in Hessen. Wenige Tage vor der Landtagswahl am 27. Januar  wies der hessische Staatsgerichtshof einen Antrag auf einstweilige Verfügung vom Chaos Computer Club ab. In acht hessischen Kommunen können die Wähler ihre Stimme nun an Wahlgeräten abgeben. Der Student Christopher Harth hat für eine Examensarbeit die Diskussion um Wahlgeräte untersucht. politik-digital.de sprach mit ihm über die Sicherheit von Wahlcomputern.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b>politik-digital.de: Der hessische Staatsgerichtshof hat dem Einsatz von Wahlgeräten<br />
kurz vor der Wahl zugestimmt. Der <a href="http://www.ccc.de/updates/2008/wahlcomputer-urteil-hessen?language=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club  (CCC)</a> schreibt aus diesem Anlass von einem „schwarzen Tag für die Demokratie in<br />
Hessen.&quot; <a href="http://www.ccc.de/updates/2008/wahlcomputer-urteil-hessen?language=de"></a><br />
Sehen Sie die Stimmabgabe per Wahlcomputer genauso kritisch?</b>
</p>
<p>
Christopher<br />
Harth: Ich bin nicht der Meinung, dass dies ein schwarzer Tag für<br />
die Demokratie in Hessen ist. Denn ich glaube nicht, dass durch die<br />
Verwendung von elektronischen Wahlgeräten die Wahlrechtsgrundsätze &#8211; allgemeine, unmittelbare, freie,<br />
gleiche und geheime Wahl &#8211; eingeschränkt werden. Wenn ich über<br />
die Demokratie argumentiere, heißt das ja, dass diese<br />
Grundsätze eingeschränkt würden, wenn ich an Geräten<br />
wähle. Ich finde, das ist nicht der Fall.  
</p>
<p>
Die<br />
Stimmabgabe bei Wahlen ist in der Demokratie ein zentraler Akt, da<br />
sich darüber die Legislative und die Exekutive legitimieren.<br />
Folglich hat auch die Stimmabgabe jeden einzelnen Bürgers eine<br />
große Bedeutung. Damit man diesen Wahlakt nicht angreifbar<br />
macht und damit der Wähler diesen Akt nicht in Frage stellen<br />
kann, ist es wichtig, dass die Wahlgrundsätze eingehalten werden<br />
&#8211; egal, ob bei Wahlen mit elektrischen Wahlgeräten oder bei<br />
Papierwahlen. Ich bin aber der Meinung, dass es durch den Einsatz von<br />
Wahlgeräten zu keiner Einschränkung der Wahlgrundsätze<br />
kommt.
</p>
<p>
Weiterhin<br />
bin ich nicht überrascht, dass Wahlgeräte nun zugelassen<br />
sind. Ich habe das in dieser Weise erwartet. Und ich sehe darin auch<br />
kein Problem: Ich schätze die Sicherheit von Wahlgeräten so<br />
hoch ein wie die Sicherheit von Papierwahlen. Bei beiden Versionen<br />
gibt es die Möglichkeit zu manipulieren, wenn man das<br />
tatsächlich möchte.
</p>
<p>
<b>Wie<br />
funktioniert denn eine Wahl über Wahlmaschinen genau?</b>
</p>
<p>
Das<br />
Wählen funktioniert ganz ähnlich wie bei einer Wahl mit<br />
Stift und Papier: Man geht ins Wahllokal, muss sich dort ausweisen<br />
und wird im Wählerverzeichnis abgehakt. Der Wahlvorstand muss<br />
das Wahlgerät dann zunächst freischalten.
</p>
<p>
Dem<br />
Gerät liegt eine Folientastatur auf. Diese Folientastatur<br />
besteht aus 1.116 Folientasten. Die Bedienfläche muss im Vorfeld<br />
programmiert werden. Unter der Folie liegt sozusagen der Stimmzettel,<br />
wie man ihn von der Papierwahl her kennt.
</p>
<p>
Der<br />
Wähler macht sein Kreuzchen statt mit einem Stift nun dadurch,<br />
dass er auf eine Taste drückt. Wenn man sich verwählt hat,<br />
hat man die Möglichkeit zur Korrektur. Der Vorteil der Geräte:<br />
Man kann nicht mehr unbewusst ungültig wählen. Das Gerät<br />
weist nämlich auf Fehler hin. Der Wähler kann nur noch<br />
bewusst eine ungültige Stimme abgeben, dafür gibt es eine<br />
spezielle Taste.
</p>
<p>
Wenn<br />
der Wähler sich sicher ist, das Richtige eingegeben zu haben,<br />
drückt er auf die Taste „Stimmabgabe&quot;. Das Gerät zeigt<br />
dann die gewählte Partei an, zum Beispiel: „Sie haben SPD<br />
gewählt.&quot; Anschließend wird das Gerät automatisch<br />
gesperrt, bis der Wahlvorstand es erneut freischaltet.
</p>
<p>
Es<br />
gibt zwei verschiedene zugelassene Gerätetypen: ESD I und ESD<br />
II. Das für Kommunalwahlen in Hessen zugelassene Wahlgerät<br />
ESD II, besitzt im Unterschied zum Typ ESD I Leuchtdioden neben den<br />
Tasten, die beim Kumulieren [Häufeln der Stimmen auf einen oder mehrere<br />
Kandidaten, Anm. d. Red.] anzeigen, wie viele  Stimmen einer Kandidatin oder Partei<br />
gegeben wurden. In Hessen können wir die Stimmen kumulieren,<br />
also jeder Person bis zu drei Stimmen geben.
</p>
<p>
<b>Sie<br />
schreiben in Ihrer Examensarbeit, dass bereits 2006 mehr als 15<br />
Millionen Mal an elektronischen Wahlgeräten gewählt worden<br />
ist. Kam es dabei zu Fehlern?</b>
</p>
<p>
Ich<br />
habe mit Kommunen gesprochen, die die Geräte einsetzen. Da war<br />
die einhellige Meinung, dass alles sehr gut funktioniert.
</p>
<p>
Als<br />
Argumente für einen Einsatz von Wahlmaschinen nannten die<br />
Kommunen Zeit- und Kostenersparnis. Man müsse bei den<br />
Kommunalwahlen auch die Rathäuser nicht für zwei oder drei<br />
Tage schließen. Das ist in Hessen manchmal nötig, da wir<br />
mit Kumulieren und Panaschieren ein recht kompliziertes Wahlsystem<br />
haben und die Auszählung lange dauern kann. Zudem braucht man<br />
weniger Wahlhelfer. Bei einigen Kommunen kommt noch hinzu, dass man<br />
auch die Zahl der Wahlbezirke reduzieren könne, was wieder eine<br />
Kostenersparnis darstellt.
</p>
<p>
<b>Haben<br />
Ihnen die Kommunen auch Kritikpunkte an den Wahlmaschinen genannt?</b>
</p>
<p>
Die<br />
Kritikpunkte der Kommunen, die die Wahlgeräte nicht einsetzen,<br />
waren: 1. zu teuer in der Anschaffung und 2. zu unsicher. Wenn ich<br />
mir in den letzten Tagen 20 Wahlgeräte angeschafft hätte,<br />
wäre ich auch nicht so sicher gewesen, was passiert wäre,<br />
hätte ich sie doch nicht einsetzen dürfen. Hätte ich<br />
sie dann in den Keller gestellt?
</p>
<p>
Es<br />
kam auch immer wieder die Frage: Ist das die Zukunft? Ist das<br />
tatsächlich die Technologie? Oder haben wir in 20 Jahren<br />
Internetwahl und die Wahlgeräte sind schon wieder von gestern?
</p>
<p>
<b>Von<br />
Kritikern der Wahlgeräte hört man, dass die Auszählung<br />
der Stimmen nicht transparent genug sei. Wie nachprüfbar sind<br />
die Ergebnisse der Wahlgeräte denn, wenn man keine menschlichen<br />
Auszähler zum Vergleich hat? </b>
</p>
<p>
Das<br />
ist genau der Punkt: Gerade das Beispiel in <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2008/01/10/wahlmaschinen-vs-wahlhelfer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Langen </a>hat gezeigt, dass<br />
die Handauszählung anfälliger ist [Die hessische Kommune<br />
Langen führte genau wie sieben andere Kommunen am 9. Januar eine Testwahl mit Wahlhelfern und<br />
Wahlcomputern durch. Bei der Stimmzettel-Auszählung per Hand gab es<br />
Unstimmigkeiten, da Stimmzettel falsch zugeordnet wurden. Anm. d.<br />
Red.].
</p>
<p>
Der<br />
Nachteil bei den Wahlgeräten: Der Wähler hat am Ende nichts<br />
in der Hand. Er muss sich darauf verlassen, dass das Gerät<br />
funktioniert. Und er muss sich darauf verlassen, dass die Anzeige<br />
stimmt. Der Knackpunkt ist: Es kann nicht überprüft werden,<br />
was im Inneren des Wahlcomputers mit der Stimme passiert. Es gibt ja<br />
keinen Ausdruck, auf dem steht „Sie haben jetzt diese Partei<br />
gewählt&quot;.
</p>
<p>
Was<br />
passieren kann: Jemand kann die Wahl manipulieren, indem er Wochen<br />
vorher die so genannten Eeproms [Erasable<br />
Programmable Read-Only Memory,<br />
elektrisch löschbarer, programmierbarer Nur-Lese-Speicher,<br />
Anm. d. Red.] &#8211;  die Chips, die auf den Speichermodulen sitzen &#8211;<br />
austauscht, umprogrammiert und das nach der Wahl wieder rückgängig<br />
macht. Das kann man im Nachhinein nicht mehr überprüfen.
</p>
<p>
Es<br />
geht dabei nicht darum, dass jemand von außen, also ein Wähler,<br />
die Wahl manipuliert. In einem Video vom Chaos Computer Club kann man<br />
zwar sehen, wie sich die Eeproms in 60 Sekunden austauschen lassen.<br />
Doch dafür muss man die Rückseite der Wahlgeräte<br />
öffnen &#8211; die Geräte stehen aber mit der Rückseite<br />
zum Wahlvorstand.
</p>
<p>
Die<br />
Gefahr ist vielmehr darin zu sehen, dass ein Innentäter die Wahl<br />
manipulieren kann. Das Gegenargument, was diesen Aspekt für mich<br />
wieder etwas relativiert: Ein Innentäter, also z. B. jemand aus<br />
dem Rathaus, muss mit der Wahl zu tun haben. Dieser könnte somit<br />
genauso die Papierstimmzettel manipulieren. Gerade bei der Briefwahl<br />
gäbe es zahlreiche Manipulationsmöglichkeiten. Wenn jemand<br />
die Wahl wirklich manipulieren möchte, macht er das sowieso,<br />
egal ob mit Wahlgeräten oder mit Stimmzetteln.
</p>
<p>
<b>Ein<br />
weiterer Kritikpunkt an den Wahlgeräten ist die Speicherung der<br />
Daten. Kann man denn vom Protokoll der elektronischen Stimmabgabe<br />
darauf schließen, wer was gewählt hat?  </b>
</p>
<p>
Dazu<br />
müssten wir genau wissen, wie die Geräte technisch<br />
funktionieren. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie man eine<br />
Stimme dem Wähler zuordnen kann.
</p>
<p>
Der<br />
Chaos Computer Club hat <a href="http://www.ccc.de/press/releases/2007/20070609/nedapReport54.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">getestet</a>, dass die elektromagnetische<br />
Abstrahlung der Wahlcomputer mit entsprechenden Empfängern<br />
ausgelesen werden können, wenn man vor dem Wahllokal steht. So<br />
könne man sehen, wer gerade in diesem Moment welche Stimme<br />
abgibt. Kann man sicher. Die Frage ist nur: Wer macht das? Den Nutzen<br />
sehe ich nicht.
</p>
<p>
<b>Liest<br />
man Artikel über Wahlgeräte, erhält man den Eindruck,<br />
dass ihr Einsatz allgemein sehr negativ gesehen wird. Woher kommt die<br />
öffentliche Skepsis? Ist das die Angst vor allem Unbekannten? </b>
</p>
<p>
Genau<br />
das war auch mein erster Eindruck. Vor allem die Artikel im Internet<br />
sind alle sehr kritisch. Man findet selten einen positiven Beitrag,<br />
wie zum Beispiel den von meinem Dozenten Christoph Bieber und<br />
Christian Marx bei <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27058/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telepolis </a>&#8211; der aber auch<br />
die entsprechenden Kommentare bekam.
</p>
<p>
Charakteristisch<br />
ist ja, woher diese negativen Artikel kommen: oft von heise.de oder<br />
aus dem Umkreis des CCC.
</p>
<p>
Auf<br />
der Internetseite des Herstellers <a href="http://www.wahlsysteme.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wahlsysteme.de</a> &#8211; was man<br />
natürlich auch kritisch sehen muss, dort stehen dann nur die<br />
positiven Berichte &#8211; finden sich, u.a. über die Testwahl in<br />
Langen, auch einige neutralere Artikel.
</p>
<p>
<i>Christopher Harth studiert an der<br />
Universität Gießen Lehramt für Gymnasien mit den<br />
Fächern Mathematik und Sozialkunde. Für seine Examensarbeit<br />
führte er Interviews mit Wahlleitern aus hessischen Kommunen,<br />
Constanze Kurz vom Chaos Computer Club und der Vertreiberfirma der<br />
Wahlmaschinen, der <a href="http://www.wahlsysteme.de/Homepage.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HSG Wahlsysteme</a>. </i></p>
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