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	<title>Wahlkampf-Strategie &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Wahlkampf-Strategie &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Neue Wahlkämpfe mit alten Kämpen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 18:40:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Alastair Campbell, der Spin-Doctor von Tony Blair, will für Labour den Wahlkampf per Online-Kampagne revolutionieren. Aber wie kommen altgediente Strategen und Kontrollfreaks wie Campbell mit den &#34;Grassroots&#34; im Netz zurecht?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alastair Campbell, der Spin-Doctor von Tony Blair, will für Labour den Wahlkampf per Online-Kampagne revolutionieren. Aber wie kommen altgediente Strategen und Kontrollfreaks wie Campbell mit den &quot;Grassroots&quot; im Netz zurecht?<!--break--></p>
<p>
In den vergangenen Jahren hatte Campbell zahlreiche offizielle Regierungsämter abgelehnt. Diesmal sagte er bei Labour jedoch wieder zu. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alastair_Campbell" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alastair Campbell</a> arbeitete bereits von 1994 bis 2003 zusammen mit Tony Blair. Ab 1997 übernahm er die Aufgabe des Regierungssprechers. Bereits als &quot;Spin Doctor&quot; im Wahlkampf und später als Regierungssprecher wurde ihm großer Einfluss auf die New-Labour-Regierung zugesprochen.
</p>
<p>
Durch seinen sehr effektiven Umgang mit den Medien allerdings fühlten sich andere Abgeordnete und Minister der Partei ins Abseits gedrängt. Logischerweise verschaffte ihm dies nicht nur Freunde. Er galt als engster Vertrauter Tony Blairs und hatte maßgeblichen Einfluss auf wichtige Regierungsentscheidungen.
</p>
<p>
<b>Der Fall und die Wiedergeburt des Medienexperten</b> 
</p>
<p>
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/campbell4_2.jpg" align="left" height="307" hspace="50" vspace="10" width="167" />
</p>
<p>
Alastair Campbell geriet in die Kritik, als er im Vorfeld des Irak-Krieges die These der Massenvernichtungswaffen im Irak stützte und teilweise Informationen künstlich aufbauschte.
</p>
<p>
Die Krise eskalierte, als David Kelly, Biowaffenexperte der<br />
Vereinten Nationen, von Campell als BBC-Informant öffentlich<br />
denunziert wurde. Kelly beging daraufhin Selbstmord.
</p>
<p>
Die anschließend eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Vorfälle kam zu dem Schluss, dass Campbell unschuldig sei. Der öffntliche Druck jedoch zwang ihn 2003 zum Rücktritt.
</p>
<p>
Seitdem war es still geworden um den Medienexperten. 2007 veröffentlichte er seine Autobiographie. Diese basiert auf Tagebüchern, die er während der Zeit an der Seite von Tony Blair geschrieben hatte. Das Buch avancierte in Großbritannien zum Bestseller.<br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Die Grassroot-Bewegung: Ein Thema für Campbell? </b>
</p>
<p>
Auch in Großbritannien hat sich der Wahlkampf seit 1994 maßgeblich verändert. Das Internet ist seit 2000 nicht mehr aus den Wahl-Kampagnen wegzudenken. Spätestens seit Obama 2008 ist auch klar, dass die &quot;Grassroots&quot; im Netz eine bestimmende Macht sein können &#8211; wenn man es richtig anpackt. Das soll Campbell nunmehr für Labour sicherstellen.
</p>
<p>
Viele Parteifunktionäre haben noch seine Glanzleistungen aus zahlreichen vergangenen Wahlkämpfen im Hinterkopf. Die Partei selbst gilt zur Zeit als unfähig, einen koordinierten Wahlkampf auf die Beine zu stellen. Somit kommt Campbell gerade zur rechten Zeit.
</p>
<p>
Aber gleichzeitig machen sich in der Partei alte Ängste breit: Campbell könnte mit seiner Medienpräsenz andere Politiker in den Hintergrund drängen. Die Meinungen über ihn sind also durchaus geteilt. Klar ist aber eins: Campbell wird den Wahlkampf führen und er will das Internet und die &quot;Grassroots&quot;-Bewegung in den Mittelpunkt rücken.</p>
<p><b>Authentizität soll Vertrauen schaffen</b>
</p>
<p>
Campbell sieht dabei vor allem die Politik in einer Vertrauenskrise, die er mittels des Internet überwinden möchte:&quot;People know that politicians might spin them a line, then the media spins them a line. The only stuff that cuts through now is authenticity.&quot; Damit stellt Campbell die &quot;kontrollierte Kampagnentaktik&quot; in Frage und lässt sich auf den Kampagnenstil der neuen Medien ein.
</p>
<p>
Plattformen wie <a href="http://www.gofourth.co.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GoFourth</a>, die Labour-Kampagnen-Plattform, oder auch <a href="http://www.labourlist.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LabourList</a> sind dabei erst der Anfang. Professionelle Hilfe besorgt man sich auch bei den Kampagnenmachern aus den USA und lässt sich Plattformen und Mechanismen erläutern. Mit Campbell hat Labour also einen altgedienten Wahlkämpfer ins Boot geholt, der verstanden hat, wozu die neuen Medien verwendet werden können: Das Schaffen von Authentizität soll die Distanz zum Wähler überwinden. Außer Medienankündigungen ist bisher allerdings nicht viel Revolutionäres passiert.
</p>
<p>
<b>Kontinuität und Wandel</b>
</p>
<p>
Ähnliches fand sich auch in den USA wieder: Hier waren es Kerry und Dean-Wahlkämpfer, die für Obama gearbeitet haben. Unternehmen wie <a href="http://www.bluestatedigital.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Blue State Digital&quot;</a>, die die Online-Kampagne von Obama durchgeführt haben, sind von ehemaligen Wahlkämpfern gegründet worden. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Joe_Trippi" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Joe Trippi</a>, erfolgreicher Spin Doctor zahlreicher Kampagnen, gilt in den USA immer noch als Vordenker des modernen Wahlkampfes.
</p>
<p>
In Deutschland wurde mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Josef_Wasserh%C3%B6vel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kajo Wasserhövel</a> (SPD) ebenfalls ein Veteran der Spin-Doctor Riege auf den kommenden Wahlkampf angesetzt. Auch er ist überzeugt davon, dass das Internet eine bedeutende Rolle im Wahlkampf einnehmen wird.
</p>
<p>
Damit finden sich oftmals etablierte Wahlkämpfer, deren Kontinuität in der Arbeit unverkennbar ist, in der Position wieder, den modernen Wahlkampf managen zu müssen.<br />
<b><br />
Neuer Wahlkampf mit alten Wahlkämpfern?</b>
</p>
<p>
Dieser Wandel ist erstaunlich und zeugt von einer hohen Flexibilität und Bereitschaft, die neuen Medien in den Wahlkampf integrieren zu wollen. Sie birgt aber auch die Gefahr, dass die altgedienten Wahlkämpfer alte Kommunikationsmuster auf die neuen Medien aufstülpen wollen, wie jüngst in der <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-13104/hessen-online-wahlkampf-aus-dem-keller_aid_362236.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CDU in Hessen</a>.
</p>
<p>
Hier wurde versucht, dem Wähler möglichst schnell das Image &quot;modern&quot; zu vermitteln, indem klassische PR-Arbeit in neuem Gewand transportiert wurde. Kommunikation? Partizipation? Fehlanzeige! So geht die Zielgruppe &quot;Onliner&quot; den Wahlkämpfern verloren. Vorsicht ist also angebracht.
</p>
<p>
Ein wenig frischer Wind in den Kampagnenzentralen, hereingeweht durch junge Wahlkämpfer der Generation <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_native" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;internet natives&quot;</a>, wird zweifellos wohltuend sein. Aber: Kontinuität und Wandel wollen gut gemischt werden. Und zumindest Campbell steht für kontinuierlichen Erfolg&#8230;</p>
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		<title>Grüne Wirkung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bschemel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Interview erläutert Michael Scharfschwerdt die Netzstrategie der Bündnisgrünen im Wahlkampf 2002: „Das Internet ist einfach ein gutes Medium“, besonders für kleine Parteien.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Interview erläutert Michael Scharfschwerdt die Netzstrategie der Bündnisgrünen im Wahlkampf 2002: „Das Internet ist einfach ein gutes Medium“, besonders für kleine Parteien.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Welchen Stellenwert hat das Internet im diesjährigen Wahlkampf im Vergleich zur Wahl´98?
</p>
<p>
<b>M. Scharfschwerdt:</b> 1998 diente die Internetseite weitgehend als Plattform zur Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Gremienbeschlüssen. Da sind wir heute weit drüber hinaus. Das gilt nicht nur in Wahlkampfzeiten. Das Internet ist für uns, gerade als kleine Partei, fast schon das zentrale Medium für die interne und externe Kommunikation. Die Antragsbefassung im Vorfeld von Parteitagen oder auch der Übermittlung von wichtigen Informationen und Planungen finden weitgehend über das Web statt. Und sogar Debatten innerhalb der Partei laufen mehr und mehr über das Netz. Normalerweise haben wir fünf- bis sechstausend visits auf<br />
<a href="http://www.gruene.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.gruene.de</a> pro Tag. Im November 2001, im Vorfeld unseres Parteitages, der über die Beteiligung deutscher Truppen an einem Einsatz in Afghanistan zu entscheiden hatte, waren es dann zwölf- bis dreizehntausend visits pro Tag.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Nutzen auch interessierte Bürger Ihr Online-Angebot?
</p>
<p>
<b>M. Scharfschwerdt:</b> Ja, für uns sind dabei vier Gruppen die wichtigsten, nämlich Mitglieder, Journalisten, junge Menschen und Menschen, die im Internet surfen und einfach mal auf einer Parteiseite vorbeischauen. Auf die Ansprüche dieser Gruppen hin haben wir unser Webangebot primär ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht dabei die politische Information, natürlich ansprechend und webgerecht aufbereitet.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Warum gestalten Bündnis 90/ Die Grünen ihre Wahlkampf-Strategie zur Bundestagswahl 2002 auch online?
</p>
<p>
<b>M. Scharfschwerdt:</b> Man kann es sich heute nicht mehr leisten, dies nicht im Internet zu machen. Immerhin bewegen sich knapp die Hälfte der Deutschen im Internet. Es ist auch gerade für kleine Parteien ein sehr gutes und günstiges Medium. Auch wenn es auch im Netz nichts umsonst gibt, im Verhältnis zu Plakate drucken und Großflächen plakatieren ist es immer noch wesentlich billiger. Wir sind immerhin von jedem Bürger dieses Landes mit Online-Anschluss einen Mausklick entfernt. Wenn ich beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Land lebe, wo wir einen kleinen Landesverband haben, erreiche ich den einzelnen Bürger oft nur sehr schwer. Wenn er aber einen Online-Anschluss hat, kann er ganz einfach Mitglied werden, kann sich informieren und aktiv mitdiskutieren. Alles was er dafür tun muss ist<br />
<a href="http://www.gruene.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.gruene.de</a> einzugeben. Folgerichtig bedeutet dies für den Bundestagswahlkampf, dass wir auch unsere Wahlkampflinie, unsere Themen und Personen im Netz darstellen, für Wählerstimmen werben und den Wählern eine direkte Möglichkeit anbieten, mit uns in Kontakt zu treten.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Was ist den Grünen dabei am wichtigsten? Welche Themen und Inhalte spielen dabei die größte Rolle?
</p>
<p>
<b>M. Scharfschwerdt:</b> Sozusagen Hand in Hand mit unserem Offline-Wahlkampf, stellen wir heraus, was wir in den vergangenen vier Jahren Regierungsbeteiligung erreicht haben und was für die nächste Legislaturperiode unsere Ziele sind.<br />
<br />
Dabei stehen acht Kernthemen für uns in diesem Wahlkampf in Mittelpunkt, die für uns von zentraler Bedeutung sind und die wir auch in einem “Vertrag für die Zukunft” auf unserem Länderrat im August nochmal konkretisiert haben. Dazu gehört insbesondere auch der Umwelt- und Klimaschutz. Die schrecklich Ereignisse der letzten Wochen an Elbe und Donau haben gezeigt, dass wir den Kurs der ökologischen Erneuerung mehr denn je weitergehen müssen.<br />
<br />
Zusätzlich spielen auch die Köpfe eine wichtige Rolle, die für Grüne Politik stehen. Jedes Mitglied des Spitzenteams verfügt über eine eigene Website, auf der es sich und seine Positionen präsentiert. Am bekanntesten ist sicherlich<br />
<a href="http://www.joschka.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.joschka.de</a>.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wie verändert das neue Medium die politische Kommunikation zwischen Politikern und ihren Wählern, den Bürgern?
</p>
<p>
<b>M. Scharfschwerdt:</b> Es gibt einen höheren Zeitdruck und es wird wesentlich mehr Inhalt und eine ständige Aktualisierung verlangt. Und vor allem hat sich die direkte Kommunikation verändert. Ein Beispiel: Die Afghanistan-Debatte. Wir haben täglich hunderte von Mails erhalten, in denen Bürger sich mit Fragen, Kritik und Lob an uns wendeten. In der Regel erwarteten sie auch eine schnelle, inhaltliche Antwort. Für uns war dies zwar mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden, es bot sich aber die Chance, die eigene Position in einer Art und einem Umfang zu erläutern, wie es in Presseberichten normalerweise nicht möglich gewesen wäre.<br />
<br />
Wir können nun aber erstmals auch die Themen bestimmen, die wir über das Netz verbreiten. Wir bestimmen das Wann und Wie. Das ist zwar keine Erfolgsgarantie, aber wir können, wie im Fall der Kampagne der BILD-Zeitung gegen Jürgen Trittin, auch die andere Seite der Medaille darstellen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Stichwort: professionelles Online-Campaigning: Welche Herausforderungen und sich entwickelnde Perspektiven stehen an?
</p>
<p>
<b>M. Scharfschwerdt:</b> Man sieht sehr schön den Unterschied zwischen ´98 und jetzt. Das Internet ist mehr ein agierendes Medium und dient nicht nur der Präsentation. Die Parteien fangen an, miteinander im Internet zu streiten und zu debattieren. Es gibt ein ganz nettes Beispiel: Die FDP hatte vor einigen Wochen auf ihrer Internetseite eine Abstimmung zur Ökosteuer. Irgendein grüner Mensch hat dies gesehen und hat dann über seinen privaten Mail-Verteiler Freunde aufgefordert mit abzustimmen. Die Abstimmung ging so aus, das 80 Prozent für die Ökosteuer waren, und die FDP hat die Umfrage still und heimlich aus dem Netz genommen.<br />
<br />
Für die Zukunft gilt: Mit dem Bedeutungszuwachs des Internets werden auch seine Möglichkeiten weiter wachsen. Dies gilt für das Online-Spenden genauso wie für die Rekrutierung von Volunteers. Ich denke, bis 2006 wird es nochmal einen gewaltigen Sprung geben. Auch wenn die technischen Fortschritte heute noch nicht bekannt sind, so wird das Netz wesentlich stärker in der Wahlkampfplanung und –durchführung eine Rolle spielen als es dieses Jahr der Fall war.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wahlkampf ist auch eine Frage des Geldes. Über welches Budget können die Grünen beim Online-Wahlkampf 2002 verfügen?
</p>
<p>
<b>M. Scharfschwerdt:</b> Wir haben ungefähr zehn Prozent des Wahlkampfetats für das Medium Internet aufgewendet. Das Geld floss aber nicht nur in den Wahlkampf, sondern auch zu großen Anteilen in die Einführung eines Contant Management Systems und weitere Einzelprojekte.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Könnte man beim diesjährigen Wahlkampf bereits von einem Wahlkampf sprechen oder ist das Internet nur ein Ergänzungsmedium?
</p>
<p>
<b>M. Scharfschwerdt:</b> Es liegt, wie so oft, genau dazwischen. Man kann damit die Wahl noch nicht gewinnen, wenn sie aber sehen, dass der Kinospot mit Joschka Fischer seit seinem Start im Netz rund 35000 mal abgerufen wurde, so wird die Bedeutung deutlich, die das Web in der Zwischenzeit inne hat, und das ist nur ein Beispiel.
</p>
<p>
Vielen Dank für das Gespräch!
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 19.09.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<br />
<!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Vier gewinnt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bschemel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Interview mit politik-digital.de erläutert Martin Icke (PDS) die Online-Strategie der PDS im Wahlkampf 2002. Wer sich auf den Seiten der PDS wohlfühlen soll, hier finden Sie Antworten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Interview mit politik-digital.de erläutert Martin Icke (PDS) die Online-Strategie der PDS im Wahlkampf 2002. Wer sich auf den Seiten der PDS wohlfühlen soll, hier finden Sie Antworten.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <br />
                    <strong>politik-digital:</strong> Welchen Stellenwert hat das Internet im diesjährigen Wahlkampf?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Das Internet hat in den vergangenen Jahren in fast allen Lebensbereichen und damit auch im Wahlkampf einen höheren Stellenwert gewonnen. Aber es wird die Wahl sicherlich nicht entscheiden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Und warum gestaltet die PDS ihren Wahlkampf und ihre Strategie zur Bundestagswahl auch online, zum Beispiel mit dem Angebot<br />
                    <a href="http://www.pds2002.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.pds2002.de</a>?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Wenn wir das nicht machen würden, wäre einfach eine große Zahl an potenziellen Wählerinnen und Wählern ausgeschlossen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was ist der PDS im Online-Wahlkampf am wichtigsten? Welche Themen und Inhalte spielen die größte Rolle?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Unsere drei Säulen sind: Soziale Gerechtigkeit, Friedenspolitik und Ostdeutschland.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Und worauf legen Sie bei der Kommunikation den Schwerpunkt: A) Information, B) Service, C) Unterhaltung oder D) Interaktivität?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Das Gute am Internet ist, dass eine kleine Partei mit verhältnismäßig kleinem Budget im Online-Bereich mit den großen Parteien mithalten kann. Das wird mittlerweile aber auch vorausgesetzt. Wir haben eine bestimmte Klientel an Usern, die in erster Linie Informationen abfordert. Andere – vor allem junge Leute – setzen eher auf Unterhaltung. Und durch das Internet können wir dies alles miteinander verbinden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Vorteile und Nachteile sehen Sie bei der Wahlkampfführung im Internet?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Ein ganz wichtiger Vorteil ist, dass wir im Wahlkampf eine große Zahl an potenziellen Wählerinnen und Wählern erreichen und mit „rapid response“ wirklich sehr, sehr schnell auf aktuelle politische Ereignisse reagieren können.<br />
                    <br />Ein Nachteil ist, dass das Medium Internet inzwischen zwar ein unverzichtbares Kommunikationsmittel, aber leider längst nicht allen zugänglich ist. Viele können es sich einfach noch nicht leisten. Wenn die Politiker ihre Hausaufgaben machen, wird sich das hoffentlich ändern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Zielgruppe(n) soll(en) vor allem angesprochen werden (Wechselwähler, junge Wähler, Stammwähler)?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Den Wechselwähler würde ich in diesem Zusammenhang als Zielgruppe überhaupt nicht definieren. Zu unterschiedlich sind die Gründe, von der einen zur anderen Partei zu wechseln. Natürlich müssen wir unsere Stammwählerschaft bedienen. Und selbstverständlich geht es uns – darauf kann wohl keine Partei verzichten – um einen Zuwachs von Wählerstimmen. Wir richten unseren Auftritt in erster Linie an Erstwähler und junge Menschen bis Mitte Dreißig. Aber wir grenzen niemanden aus, auf unserer Seite finden sich auch 60-Jährige zurecht. Unsere durch eine Erhebung belegte Erfahrung ist, dass in Westdeutschland die Informationsnachfrage unserer Stammwählerschaft via Internet wesentlich höher ist als im Osten.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Ein Trend, den man in diesem Bundestagswahlkampf sieht, sind auch Aktionsseiten: Kann das Internet bei der Wählermobilisierung helfen?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Auf jeden Fall dient es – das hat uns der Berliner Wahlkampf 2001 deutlich gezeigt – der Mobilisierung von Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern. Darüber hinaus habe ich die Hoffnung, dass das moderne Medium Internet insbesondere junge Menschen in ihrer Entscheidung beeinflusst, überhaupt wählen zu gehen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie hoch schätzen Sie denn das Mobilisierungspotenzial im Internet?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Das würde ich nicht überschätzen. Ich richte mich an Menschen, die in ihrer Welt leben und sich dennoch für Politik interessieren. Auf unseren Seiten sollen sich auch diejenigen wohl fühlen, die sonst nichts mit der Partei zu tun haben. Ihnen werden nicht nur Informationen, sondern auch ein optisch reizvolles Angebot mit Aktionen und Interaktion unterbreitet, ohne den Eindruck plumper Agitation zu vermitteln. Natürlich nutzen wir den Online-Bereich auch zum Mobilisieren. Aber dann doch eher auf der Parteiseite www.pds-online.de.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie verändert das neue Medium die politische Kommunikation zwischen Politikern und ihren Wählern, den Bürgern?</p>
<p>
                    <strong>Martin Icke:</strong> Zunächst können Informationen zwischen den Politikern selbst schneller ausgetauscht werden. Zwischen Politikern und Bürgern hat sich die politische Kommunikation ebenfalls verändert. Durch Print- und elektronische Medien hatte der Bürger eigentlich nur die Möglichkeit, redaktionell aufgearbeitet Informationen zu bekommen. Die Websites der Parteien bieten die Möglichkeit zu schauen, was Politiker X, Politikerin Y tatsächlich gesagt haben, und nicht nur den einen zitierfähigen Satz, den ich in der Zeitung finde.</p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 19.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <br />
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>18 Gründe für einen Klick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampfseite]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf-Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit Uwe Evers, Leiter der Online Redaktion, die für den Netzauftritt der FDP verantwortlichen Universum Verlagsanstalt www.universum.de]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit Uwe Evers, Leiter der Online Redaktion, die für den Netzauftritt der FDP verantwortlichen Universum Verlagsanstalt www.universum.de<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Die Web-Auftritte der FDP zeichnen sich durch hohe Interaktivitätswerte aus. Im Online Wahlkampf setzt die FDP die Möglichkeiten des Internets offensiv ein, um die User sowohl mit aktuellen Informationen wie auch mit spassigen Features zu erreichen.
</p>
<p>
<br />
<b>politik-digital:</b> Herr Evers, Sie sind zuständig für den Online-Wahlkampf der FDP. Wodurch unterscheiden sich die Online Aktivitäten der FDP von denen ihrer Konkurrenten?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Es gibt vor allem zwei Unterscheidungsmerkmale. Die Interaktivität, die wir auch weiter ausbauen wollen und unsere Portalseite, die aktuelle Berichterstattung bietet. Eigentlich verwenden wir im Wahlkampf unsere üblichen Konzepte. Aber um der Entwicklung im Online-Wahlkampf Rechnung zu tragen, haben wir sie um verschiedene Elemente erweitert. Wir erfüllen hier auch veränderte Erwartungen der Nutzer.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Können Sie hier Beispiele nennen?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Es geht um spielerische Elemente (<br />
<a href="http://www.fdp.de/Das-Spiel-18" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.fdp.de/Das-Spiel-18</a>)und den Einsatz von webradio (<br />
<a href="http://www.18fdp.de/radio_westerwelle.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radio Westerwelle</a>). Mit SMS werden wir nicht arbeiten. Das erfordert Investitionen, die besser anders verwendet werden. Nur Wenige lassen sich politische Informationen per Handy zukommen. Wir haben bei unseren Online-Features den Anspruch, sie möglichst webgerecht und einfach zu gestalten. Wer sich politisch informieren will, will sich nicht zuerst den Real Player runterladen! Wir achten auf die Usability – das ist auch ein Punkt, in dem wir uns von anderen unterscheiden.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Welche Aktionen planen Sie in nächster Zeit?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Die Phase unmittelbar vor dem Wahltag ist wichtig für die Mobilisierung. Im Zentrum des Internetwahlkampfes steht die Auseinandersetzung mit der Bundesregierung. Es gibt eine Wahlkampfphase, die sich stark auf die Person Westerwelle bezieht. Über die Seiten www.18fdp.de und<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/guido.shtml">guido-westerwelle.de</a> werden wir eine entsprechende Kampagne führen. In diese Wahlkampfphase fällt auch die Guidomobiltour, die stark im Internet, mit Webradio und einigen spielerischen Elementen begleitet wird. (<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/guidomobil.shtml">politik-digital berichtete</a>)
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wie stehen Sie zu negative-campaigning, wie zum Beispiel der Seite www.nicht-regierungsfaehig.de, auf denen der politische Gegner direkt angegriffen wird? Haben Sie ähnliches geplant?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> In der letzten Wahlkampfphase wird es natürlich darum gehen, Fehler der amtierenden Regierung aufzuzeigen. Allerdings würde ich das nicht für negative-campaigning halten. Das wären für mich eher persönliche Angriffe auf politische Spitzenfiguren. Diese Praxis kann man in Deutschland gegenwärtig und hoffentlich auch künftig nicht einsetzen, ohne sich selbst zu diskreditieren.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Was halten Sie vom Fernsehduell und Zeitungsduell? Können Sie sich vorstellen, dass es das auch im Internet gibt?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Das ganze ist ohnehin eine schräge Sache! In Deutschland existiert diese Duellsituation einfach nicht! In den USA gibt es nur zwei Parteien, in Deutschland gibt es allerdings drei, vier, in manchen Regionen fünf Parteien, die fast gleich stark sind. Im Internet könnte man viel leichter auch noch andere einbinden. Wir wollen das Duell im Internet nutzen, um es ein bisschen auf die Schippe zu nehmen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Die SPD bewirbt ihren Internet-Wahlkampf nun mit Anzeigen in der BILD-Zeitung. Wie machen Sie ihr Wählerpotential darauf aufmerksam?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Die Internet-Nutzung von FDP Wählern war immer relativ hoch. Wir haben 1,4 Mio. Seitenabrufe pro Monat – in etwa gleich viel, wie die großen Parteien. Die FDP macht ihre Web-Adresse auch überall publik. Ich glaube, sie war die erste Partei, die das so aggressiv gemacht hat. Das ganze ist aber auch eine Frage des Etats. Die FDP kann keine 50 Millionen € für den Wahlkampf ausgeben, sonder nur einen Bruchteil davon.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wie werden Sie das Internet nach der Wahl für die Parteiarbeit nutzen?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Wir haben relativ klare Vorstellungen, wie sich die Web-Angebote nach der Wahl entwickeln werden. Sie sollen als Mitgliederplattform genutzt werden, viele Beteiligungsangebote setzen und sich individueller an den Nutzer anpassen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Ein besonderes Angebot bei Ihnen ist das Fund-Raising und Friend-Raising. Gibt es da amerikanische Vorbilder?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Da stecken mehrere Facetten darin. Eine davon ist die Mobilisierung von liberal Gesinnten, sich um Spenden zu bemühen oder sich an Spendenaktionen zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund entstand die Aktion der „Spenden-Bundesliga“. Der Hauptzweck ist, Parteienfinanzierung auf eine transparente Art möglich zu machen. Das wird auch nach der Wahl weiterlaufen.<br />
<br />
Bei Friend-Raising können Sie anderen etwas aus dem FDP Angebot empfehlen, das sie oder ihn speziell interessiert. Hier spielt das Stichwort „Individualisierte Webangebote“ eine Rolle – eine Entwicklung die sicher stattfinden wird.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Haben Sie auch eine Freiwilligengewinnung über das Internet? In den USA wird dies schon relativ stark praktiziert.
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Das ist auch ein anderes politisches Umfeld. Wir übernehmen aber Elemente dieser Freiwilligengewinnung. Doch unsere Nutzer sind zu 80-90 Prozent Mitglieder, Stammwähler und solche die sich bereits vorstellen können, FDP zu wählen. Es ist eine Illusion zu denken, dass man Menschen gewinnen kann, die mit der Partei bisher nichts zu tun haben.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Schreiben Sie Leute gezielt an, wie dies in den USA üblich ist?
</p>
<p>
<b>Uwe Evers:</b> Gerade Liberalorientierte reagieren empfindlich, wenn sie ungewollt angeschrieben werden. Fast all unsere Angebote muss man bestellen und man kann sie selbstverständlich wieder abbestellen. Wir bombardieren niemanden mit Mails. In unserem Diskussionsforum fragen wir bei der Anmeldung nach einer Email-Adresse. Wir verwenden diese aber nicht zum mail-adress-raising, weil wir so das Vertrauen der Leute verspielen würden. Unser Ansatz ist: Man muss sich für ein Angebot interessieren und die Angebote sollen „frisch aus der Bäckerei“ kommen.
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 12.09.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<b>Weiterführende Links:</b><br />
</p>
<ul class="noindent">
<li>
	<a href="/guidomobil.shtml">Das Guidomobil auch online unterwegs</a>
	</li>
<li>
	<a href="/guido.shtml">Guido Westerwelle: vielseitig im Netz</a>
	</li>
<li>
	<a href="/archiv/edemocracy/nrw/goergen.shtml">Interview mit Dr. Fritz Görgen</a>
	</li>
</ul>
<p><b>Links im Internet</b></p>
<ul class="noindent">
<li>
	<a href="http://www.18fdp.de/radio_westerwelle.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radio Westerwelle</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.fdp.de/Das-Spiel-18" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Spiel 18</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guido Westerwelle</a><br />
	<br />
	<!-- Content Ende --></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Netzwahlkampf der CDU</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/bundestagswahlen-2002-cdu/netzwahlkampf-der-cdu-2869/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/bundestagswahlen-2002-cdu/netzwahlkampf-der-cdu-2869/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bschemel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundestagswahlen 2002 - CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Negativ-Campaigning]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf-Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Rapid Response]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Politik-Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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					<description><![CDATA[Stefan Scholz, Teamleiter Online Services der CDU, zum Online-Wahlkampf der CDU im Jahr 2002]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan Scholz, Teamleiter Online Services der CDU, zum Online-Wahlkampf der CDU im Jahr 2002<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Welchen Stellenwert hat das Internet für die CDU im diesjährigen Wahlkampf im Vergleich zum letzten Bundestagswahlkampf´98?
</p>
<p>
<b>Stefan Scholz:</b> Im Wahlkampf 1998 hat es noch gereicht, einfach online zu sein. Schon das strahlte Modernität aus. Das gilt nicht nur für die CDU, sondern für alle Parteien. Heute muss hinter dem Online-Auftritt ein vernünftiges Konzept stehen. Im Internet muss ein Kommunikationsziel gesetzt und erreicht werden, das über reine Imagegenerierung hinausgeht. Hinzu kommt, dass auch die Reichweite des Internet in den letzten vier Jahren deutlich gewachsen ist. Insofern kann man ganz klar sagen, dass der Stellenwert des Internet gegenüber 1998 gewachsen ist. Neben dieser verstärkten öffentlichen Nutzung des Internet ist seine Bedeutung auch in der internen Kommunikation deutlich gewachsen. Bei der CDU gibt es das kandinet.de für die Bundestagskandidaten und das cdunet.de für die Parteimitglieder. Auf diesen Wegen stellen wir Materialien und Kampagnenmittel, Argumentationshilfen, Texte, Musteranzeigen und weitere Wahlkampfmaterialen für die Wahlkämpfer vor Ort zur Verfügung. Dieses Angebot wird ergänzt durch interne E-Mail und SMS-Verteiler.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Warum gestaltet die CDU ihre Wahlkampf-Strategie zur Bundestagswahl 2002 auch online unter mehreren Auftritten?
</p>
<p>
<b>Stefan Scholz:</b> Gerade aus dem eben erwähnten Grund. Die Zahl der Internetnutzer ist stark gewachsen und auch vielschichtiger geworden. Um diese verschiedenen Zielgruppen unterschiedlich ansprechen zu können, greifen wir auf unterschiedliche Angebote zurück. Alle diese Angebote bewegen sich aber um eine zentrale Wahlkampfseite herum.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Wie verhält sich der Online-Auftritt zur Gesamtdramaturgie des Wahlkampfes? Teilt sich der Online-Wahlkampf auch in die gleichen Phasen wie der Offline-Wahlkampf?
</p>
<p>
<b>Stefan Scholz:</b> Ja, in die gleichen Phasen auf alle Fälle. Wir betreiben eine &quot;integrierte Kampagne&quot;. Das bedeutet, dass die Themen, die gerade offline behandelt werden, sich auch online widerspiegeln.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Und welche kommunikativen Instrumente werden für das Online-Campaigning genutzt? Gibt es gewisse Standards an Tools und Funktionalitäten, die heute zu einer professionellen Homepage gehören?
</p>
<p>
<b>Stefan Scholz:</b> Standards gibt es auf jeden Fall in verschiedenen Bereichen. Im Bereich der Multimedialität müssen Video- und Soundfiles vorhanden sein. Im Bereich der Interaktivität brauchen Sie ein Diskussionsforum und E-Mail-Adressen. Meiner Ansicht nach nicht nur eine zentrale Mailadresse, sondern für verschiedene Interessen und Zielgruppen unterschiedliche Mail-Accounts, die dann direkt beim zuständigen Ansprechpartner landen. Neben diesem Standard, der sowieso erfüllt werden muss, bemühen wir uns auch neue Tools zu präsentieren.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Von welchen Neuigkeiten sprechen Sie da in der politischen Kommunikation?
</p>
<p>
<b>Stefan Scholz:</b> Ein neues Tool ist<br />
<a href="http://www.wahlfakten.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wahlfakten.de</a>, unser<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/wahlfakten.shtml">Rapid Response-Modell</a>. Wenn Herr Schröder etwa auf dem SPD-Parteitag redet oder in &quot;Berlin Mitte&quot; zu Gast ist, begleiten wir diese Auftritte live im Netz. Seinen Äußerungen und Behauptungen stellen wir Fakten und Zahlen aus unterschiedlichen Quellen gegenüber. Das Tool ist neu im deutschen Wahlkampf und stammt aus den USA. Wir haben es im letzten November mit recht großem Erfolg hier eingeführt. Ein weiterer neuer, und für den Wahlkampf eher ungewöhnlicher Ansatz, ist die Politik-Simulation<br />
<a href="http://www.wahlkreis300.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wahlkreis300.de</a>. In diesem virtuellen Wahlkreis kann jeder online Wahlkampfatmosphäre schnuppern. Klar gibt es schon länger Politik-Simulationen im Netz. In Deutschland etwa<br />
<a href="http://www.dol2day.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dol2day</a> als echter Klassiker auf diesem Gebiet, aber keine lehnt sich bisher so eng an den realen Bundestagswahlkampf an. Wir hoffen, dass dies auch parteiferne Netznutzer an das Thema heranführt.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Was ist der CDU dabei am wichtigsten? Welche Themen und Inhalte spielen die größte Rolle?
</p>
<p>
<b>Stefan Scholz:</b> Die Themen unseres Regierungsprogramms. Man sieht es im Netz genauso deutlich wie offline, dass SPD und CDU ganz unterschiedliche Strategien fahren. Die SPD macht reinen Online-Fun auf der Seite<br />
<a href="http://www.nichtregierungsfaehig.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht-regierungsfähig.de</a>.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Auch eine Art negativ-campaigning!
</p>
<p>
<b>Stefan Scholz:</b> Ja, reines negativ-campaigning. Es gibt da meiner Ansicht nach entscheidende Unterschiede. Entweder betreiben Sie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihrem Gegner und stellen sozusagen dessen politische Leistungen negativ dar. Ein Beispiel dafür ist der &quot;Rote Laterne Film&quot; der CDU. Oder Sie lassen, wie die SPD derzeit, Flash-Animationen und Spielchen programmieren, die ohne politischen Inhalt alleine auf Angriff und die Persönlichkeit des politischen Gegners abzielen. Nach meinem Geschmack kann ich daher einen Besuch auf der SPD-Seite nicht-regierungsfaehig.de nur empfehlen. Einige der Flashs dort sind so niveaulos, dass jeder, der dort vorbei surft, am Ende ein potentieller CDU-Wähler ist.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Und worauf legt Ihre Partei den größten Wert in ihrer Online-Präsens: Auf Information, Service, Unterhaltung oder Interaktivität?
</p>
<p>
<b>Stefan Scholz:</b> Das lässt sich so nicht beantworten. Entscheidend für uns ist die Relevanz für den Nutzer. Das bedeutet, dass wir für unterschiedliche Nutzergruppen auch die Bereiche Information, Service, Unterhaltung und Interaktivität unterschiedlich gewichten. Bei den internen Netzen stehen derzeit die wahlkampfrelevanten Informationen im Vordergrund. Bei den www.wahlfakten.de ist es alleine die Information, bei www.wahlkreis300.de dagegen die Interaktivität, Kommunikation und Unterhaltung. Und bei<br />
<a href="http://www.stoiber.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.stoiber.de</a> und den noch nicht gelaunchten Sonderseiten eine Mischung aus diesen Komponenten. Für alle Angebote aber gilt, dass der Kompetenzwahlkampf, den die CDU führt, natürlich auch online umgesetzt wird. Da geht es nicht nur um ein Schlagwort, sondern wirklich um ein grundsätzliches Kommunikationskonzept. Und Kompetenzwahlkampf kann man nicht ausschließlich mit Flash-Animationen durchführen. Deshalb liegt der Schwerpunkt auf den Inhalten. Nicht desto trotz sind natürlich auch Gimmicks wichtig.
</p>
<p>
Das Interview führte Britta Schemel.
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 06.06.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wir wollen im Netz die Nase vorn haben</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/bundestagswahlen-2002-spd/wir-wollen-im-netz-die-nase-vorn-haben-3136/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundestagswahlen 2002 - SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampfseite]]></category>
		<category><![CDATA[Kajo Wasserhövel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf-Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wir-wollen-im-netz-die-nase-vorn-haben-3136/</guid>

					<description><![CDATA[Kajo Wasserhövel, Leiter des Arbeitsbereiches Online-Campaigning der SPD-Wahlkampfzentrale Kampa 02, über Bedeutung, Strategien und Neuheiten im Internet-Wahlkampf 2002.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kajo Wasserhövel, Leiter des Arbeitsbereiches Online-Campaigning der SPD-Wahlkampfzentrale Kampa 02, über Bedeutung, Strategien und Neuheiten im Internet-Wahlkampf 2002.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b><br />
</b>
</p>
<p>
Für Kajo Wasserhövel ist das Internet das Innovationskriterium im diesjährigen Wahlkampf zur Bundestagswahl. Deshalb hat das Internet für die<br />
<a href="http://www.spd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD</a> auch eine vorrangige Bedeutung. politik-digital hat mit dem Leiter des Arbeitskreises Online-Campaigning der SPD-Wahlkampfzentrale Kampa gesprochen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Welche Bedeutung wird das Internet im Wahlkampf 2002 haben?
</p>
<p>
<b>Kajo Wasserhövel:</b> Ich will das nicht in Prozenten sagen. Für uns hat das Internet eine sehr große Bedeutung, und zwar auf mehreren Ebenen. Zum einen hat sich gegenüber 1998 rein quantitativ eine Menge verändert. Wir hatten 1998 während der Bundestagskampagne etwa sechs Millionen Internetzugänge in Deutschland, wir haben heute 30 Millionen. Das heißt, das Internet ist ein Massenmedium geworden. Wir haben gut 60 Millionen Wähler in Deutschland, das heißt ich kann fast jeden zweiten Wähler, jede zweite Wählerin über das Netz erreichen. Außerdem hat sich das Userverhalten nach unseren Erkenntnissen verändert. Es wird viel umfassender Inhalt nachgefragt. Die Internetnutzer und -nutzerinnen wollen die Möglichkeit haben, eigenständig zu entscheiden, wie tief sie in die Inhalte einsteigen. Das hat natürlich Konsequenzen für den eigenen Seitenaufbau. Die dritte Ebene ist, dass die Userinnen und User nach unseren Erkenntnissen viel zielgerichteter Seiten ansteuern und eigene Suchprofile haben und man auch daraufhin den eigenen Auftritt ausrichten muss. Viertens: das Netz ist für uns eine ganz wesentliche Logistikressource für die Kampagnenorganisation und für den Kampagnenaufbau. Dies macht sich auch an unterschiedlichen Plattformen und Tools fest, die wir jetzt für den Wahlkampf aufgebaut haben.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Aber man kann nun nicht alle Wähler über einen Kamm scheren, da gibt es Unterschiede. Wen wollen Sie mit Ihrer Kampagne erreichen?
</p>
<p>
<b>Kajo Wasserhövel:</b> Noch einmal: Wenn 30 Millionen Menschen in Deutschland einen Internetzugang haben, dann ist das Internet ein Massenmedium. Natürlich muss ich im Blick behalten, dass ich damit bestimmte Zielgruppen besser erreichen kann als über andere Informationsstrecken. Aber trotzdem möchte ich natürlich alle erwischen. Es wäre zu kurzsichtig zu sagen, ich erreiche da die Informationselite und die 20-30jährigen pizzaessenden Nerds, die in der New Economy rumsitzen. Viele Erstwählerinnen und Erstwähler, viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer informieren sich am Arbeitsplatz über das Netz und längst nicht mehr nur die Multiplikatoren in verschiedenen Medienbereichen. Der Anteil der Frauen steigt, der Anteil der Älteren steigt, natürlich immer noch unterproportional gegenüber dem normalen Durchschnitt der Bevölkerung. Wir wollen im Netz die Nase vorn haben und die Mitte der Gesellschaft, die sich auch im Netz bewegt, erwischen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Auf wen zielen Sie im Internet ab, auf die Stamm- oder die Wechselwähler?
</p>
<p>
Die übereinstimmenden Untersuchungen von Meinungsforschern, sowohl von denen, die wir beauftragt haben, aber auch die Studien der Konrad-Adenauer-Stiftung besagen, dass das Stammwählerpotential der großen Parteien sich zwischen 12 und 13 Prozent bewegt. Das heißt, die Zahl derjenigen, die sich sehr kurzfristig entscheiden, ist enorm gestiegen. Das hat natürlich für die Kampagnenstrategie und auf den Kampagnenaufbau Konsequenzen. Das Netz ist ein sehr schnelles Medium und zwar in beide Richtungen. Sie können zum einen schnell Informationen über das Netz verteilen &#8211; zum Beispiel innerhalb der eigenen Parteiorganisation &#8211; und andererseits bekommen wir über das Netz viel schneller eine Rückkoppelung, welche Themen sich aufbauen, als dies über die klassischen Instrumente möglich gewesen ist. Und: Die Veränderung, die sich in dem Wahlverhalten in der Bevölkerung vollzogen haben, führen natürlich dazu, dass das Internet, wenn es in eine Kampagne gut integriert ist, eine enorme positive Wirkung haben kann. Auf Stamm- und auf Wechselwähler.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Was sind denn die konkreten Tools, mit denen Sie diese positive Wirkung erreichen wollen?
</p>
<p>
<b>Kajo Wasserhövel:</b> Wir haben eine Reihe von flexiblen Plattformen aufgebaut: Deswegen verfolgen wir bei spd.de ein Channelkonzept. Mit den einzelnen Channels wollen wir beispielsweise die Presse genauer ansprechen oder jugendliche Surfer und Surferinnen besser erreichen. Im letzten Jahr haben wir einen Bereich für die Parteimitglieder gestartet, mit dem wir nach innen die Informationen präzise und rasch verteilen können. Wir haben eine Angriffsseite im Netz mit<br />
<a href="http://www.nichtregierungsfaehig.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.nichtregierungsfaehig.de</a>, mit der wir die politische Konkurrenz kommentieren. Wir haben<br />
<a href="http://www.kampa02.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kampa02.de</a> als eine Seite, die über den Wahlkampf berichtet und wir bereiten jetzt eine Gerhard-Schröder-Seite vor. Das sind verschiedene Plattformen, aber die müssen natürlich vernünftig auf einander abgestimmt sein.<br />
<br />
Zum anderen ist das Netz für uns ein wichtiges Steuerungsinstrument für die Kampagne. Wir haben ein netzbasierendes Kampa-Informationssystem aufgebaut, weil wir alleine im Veranstaltungsbereich tausende von Veranstaltungen machen. Das ist eine erhebliche Koordinationsaufgabe, das können sie internetbasiert natürlich anders abwickeln als mit den klassischen Instrumenten.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Was ist dabei neu im Vergleich zum Wahlkampf 1998?
</p>
<p>
<b>Kajo Wasserhövel:</b> Ich glaube das Neue ist die intelligente Kombination von unterschiedlichen Tools. Die Anforderung schnell zu reagieren bezieht sich auf alle Plattformen und nicht nur auf einzelne Seiten. Als Regierungspartei geht es für uns darum schnell zu agieren. Es geht darum, eine vernünftige Kombination zu finden, von Informationen die man liefert, von neuen Kommunikationsstrecken und es geht darum, in der Interaktion mit den Userinnen und Usern keine falschen Versprechungen zu machen. Die Instrumente dabei sind nicht neu: das sind die Newsgroups, die Mail, es ist der Chat und einiges mehr. Ein Tool das wir jetzt neu einsetzen sind die Netzpiloten, mit denen wir thematische Rundflüge im Internet anbieten. Wir haben natürlich auch diskutiert, ob wir bestimmte Formen von politischen Simulationen machen wollen. Aber nicht alles was technisch geht, müssen wir machen und sollten wir als Partei machen. Wichtig ist uns, dass wir eine nachhaltige Bindung zu unseren Usern aufbauen. Da wo SPD drin ist, steht auch SPD drauf. Ich habe den Eindruck, dass die Union da bestimmte Grundprinzipien nicht ganz auf dem Schirm hat. Zum Beispiel die Domainnamen:<br />
<a href="http://wahlkreis300.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wahlkreis300.de</a> ,<br />
<a href="http://wahlfakten.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wahlfakten.de</a>,<br />
<a href="http://regierungsprogramm.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">regierungsprogramm.de</a>, das sind alle drei Domainnamen, die versuchen, Neutralität zu suggerieren. Aber dahinter steckt Konservatismus und das Adenauerhaus. Der Versuch ist doch ganz klar: Wind bei Jungwählerinnen und Jungwählern zu machen, über eine spielerische Variante sie dazu zu kriegen, am Ende bei Herrn Stoiber zu landen. Und das ist eine Form mit Leuten manipulativ im Netz umzugehen, die wir so nicht machen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Was können wir im Internet von der SPD noch erwarten?
</p>
<p>
<b>Kajo Wasserhövel:</b> Zum einen kommt noch vor der Sommerpause gerhard-schroeder.de. Die Grundaufstellung ist aber jetzt schon da. Ich bin mir 100prozentig sicher, dass wir uns im Vergleich zur Konkurrenz auch im Netz durchsetzen können.
</p>
<p>
Das Interview führten Clemens Lerche und Michael Schultheiß.
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 23.05.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><b>Weiterführende Links:</b><br />
</p>
<ul class="noindent">
<li>
	<a href="/edemocracy/test/parteientest2002/spd.shtml">SPD im Parteientest 2002</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#cdu2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; CDU</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#spd2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; SPD</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#fdp2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; FDP</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#pds2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; PDS</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#gruene2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; B&#8217;90/Grüne</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml">Bundestagswahl 2002 &#8211; die kleinen Parteien</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#sk">Die Seiten der Spitzenkandidaten</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#idemo">Internet in der Mediendemokratie</a>
	</li>
</ul>
<p><b>Links im Internet</b></p>
<ul class="noindent">
<li>
	<a href="http://www.spd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.spd.de</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.kampa02.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.kampa02.de</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.nichtregierungsfaehig.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.nichtregierungsfaehig.de</a><br />
	<br />
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