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	<title>Wahlplakate &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wahlkampf der Komiker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kissler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2013 09:13:35 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Der Wortwitz ist zurückgekehrt. Im Wahlkampf des Jahres 2013 bemühen sich fast alle Parteien, Hape Kerkelings Weisheit, wonach „Witzischkeit“ keine Grenzen kenne und kein Pardon, aufs Schärfste zu bestätigen. Oder eher zu widerlegen? Sorgt der Appell ans Zwerchfell für die richtige Entscheidung? Treiben Lächeln und Schmunzeln in die Wahlkabinen? Stützen sie die freie Gesellschaft?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Diese Frage gilt es unbedingt zu stellen. Gar zu neckisch präsentieren sich die Parteien. Demokratie – so die Botschaft – kann Spaß machen, darum sind wir, die Politiker, lustige Gesellen, für jeden Schabernack zu haben. Der gemeinsame Feind der Parteien ist der Bierernst. Die große Koalition der Komiker regiert mit absoluter Mehrheit. Leicht soll daher kommen, was oft nur anbiedernd flapsig ist. Cool will man sein um jeden Preis. Die einst den Deutschen nachgesagte Schwere und Gedankentiefe wurden gründlich exkommuniziert.<br />
FDP-Spitzenmann Rainer Brüderle hält im <a href="http://www.youtube.com/watch?v=IQQ5nREaJWs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Werbespot</a> seine Wahlrede in einem gemütlichen Café. Der Lebemann aus der Pfalz schmiert Butter auf eine Scheibe Schwarzbrot und sagt treuherzig, „Menschen, die hart arbeiten – denen darf man nicht die Butter vom Brot nehmen.“ Er führt ein Löffelchen vom Frühstücksei zum Munde und erklärt, „Rot-rot-grün ist nicht das Gelbe vom Ei“. Beide Redewendungen werden zu komischen Zwecken aus der uneigentlichen in die eigentliche Bedeutung zurückgeführt.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/vom-wahltermin-zur-politikverdrossenheit/spot2jpg/" rel="attachment wp-att-131134"><img decoding="async" title="Spot" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPot2jpg.jpg" alt="" width="176" height="117" /></a>&#8220;Licht aus, Spot an&#8221;, so heißt das Motto unserer Kolumnenreihe &#8220;Wahlspots&#8221;, in der ausgewählte Autoren ihren Fokus auf spannende Phänomene und Geschichten des aktuellen Bundestags-wahlkampfs richten. Wöchentlich erscheinen die Texte sowohl auf politik-digital.de als auch auf <a href="http://www.cicero.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cicero.de</a>.</div></div><br />
Nach demselben Muster verfährt die bayrische SPD. Auch sie nimmt einen uneigentlichen Ausdruck wörtlich. Sie zeigt in einer Plakatkampagne, <a href="http://udeholdingthings.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die breiten Spott erntete</a>, Menschen, die die rot eingefärbte Buchstabenfolge W-O-R-T halten. Anlass des Bilderrätsels: Spitzenkandidat Christian Ude verspricht, sein Wort zu geben, sein Wort zu halten. Und also gab man den berühmten „Menschen da draußen“ eine Laubsägearbeit mit dem Schriftzug „Wort“ in die Hände. Der Schuss ging nach hinten los und könnte die SPD weit unter die 20-Prozent-Marke drücken. Man lacht über diese alberne Idee des Nebenerwerbskabarettisten Ude, man lacht nicht mit ihm über die anderen Politiker, die solchermaßen als wort- und verantwortungs- und humorlos gebrandmarkt werden soll.<br />
Humor ist der gefährlichste Sprengstoff im Wahlkampf. Wo er explodiert, welche Instinkte er weckt, ist kaum kalkulierbar. Andererseits sind die Parteien und ihre Berater versessen auf den humoralen Rohstoff, kann er doch Kandidat und Bürger ohne den Umweg über das Argument aneinander ketten. Er kann sogar, im Idealfall, Botenstoff der Argumente sein und diese in Kopf und Nervensystem zugleich verankern. Wer über den eierköpfenden Brüderle immer wieder schmunzeln muss, hat vielleicht die Warnung vor Rot-rot-grün tief abgespeichert, jenseits des Cerebrums.<br />
Auch die „Grünen“ sind mit ihrem angestrengten Versuch, einen Wortwitz zu verbildlichen, sehr kurz gesprungen. Sie fordern „Mensch vor Bank“ und zeigen dazu einen Mensch, der übellaunig vor einer Parkbank steht. Das simple Phänomen des Homonyms soll die Lachmuskeln reizen und ist doch nur ein Studentenulk. Dass er es auf die offiziellen Plakate geschafft hat, zeigt einmal mehr: Zum Ernsten, Schweren haben die Parteien kein Verhältnis. Sie wollen nur spielen. Das gilt auch von den „Piraten“, die in Berlin mit einem fülligen Spitzenmann werben und dem Motto „Big Brother is watching you“. Unter Gerwald Claus-Brunners Fittiche soll man gerne fliehen, so die spaßig gemeinte Drohung.<br />
Unernst gibt sich – wenngleich rein verbal – die Linkspartei auf volkspädagogisch anmutenden Schrifttafeln: „Teilen macht Spaß: Millionäre besteuern!“ Schmunzeln soll der linke Sympathisant über den Begriffstausch von Zwangsabgabe und Teilen, das hier natürlich das Teilen der anderen meint und den eigenen Beutel ungeschoren lässt. Den Restmut zum Ernsten haben sich lediglich SPD und CDU bewahrt, wenn sie dekretieren: „Das Wir entscheidet. Sie haben es in der Hand“ und „Weil jeder zählt. Das Ganze im Blick.“ Die Sprechblase ersetzt den Klamauk.<br />
Deutschland in der Mitte Europas steht vor enormen Herausforderungen. Es könnten die größten sein seit Gründung der Bundesrepublik. Die Verantwortung der Parteien, die den künftigen Bundestag dominieren, wird immens sein. Einstweilen aber erleben wir die letzten Ausläufer der kommoden Republik, eines idyllischen Fleckchens Land, sommerlich beschienen, im gewohnten Gleis der Behäbigkeit. Dieses Klima bilden die Parteien im Wahlkampf ab. Spaß soll herrschen, ein letztes Mal. Der Unterscheid zwischen dem, was auf dem Spiel steht, und der Rhetorik der wichtigen Spieler kann nicht größer sein. Nach der Wahl wird sich die Schere schließen. Dann ist Schluss mit lustig.<br />
Alexander Kissler ist Ressortleiter Kultur beim Monatsmagazin „<a href="http://www.cicero.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cicero</a>“<br />
Bilder: m.p.3. via flickr, Rainer Sturm via pixelio.de</p>
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		<title>Wahlplakate remixed</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 15:44:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Wahlkampf zur Bundestagswahl ist dermaßen langweilig, dass er Politikverdrossenheit fördert und die Demokratie gefährdet- so die Diagnose zweier Blogger. Ihr Rezept: Selber kreativ werden und Wahlplakate remixen.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wahlkampf zur Bundestagswahl ist dermaßen langweilig, dass er Politikverdrossenheit fördert und die Demokratie gefährdet- so die Diagnose zweier Blogger. Ihr Rezept: Selber kreativ werden und Wahlplakate remixen.</p>
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Wahlplakate und Wahlreden der Politiker seien so „interessant wie Lippenherpes“ &#8211; das denken zumindest die Blogger Christian Sickendieck und Oliver Herold. Aber auch die Netz-Community, die sogenannten „Netiziens“, seien nicht viel kreativer in ihren politischen Blogbeiträgen. Daher rufen die Blogger auf ihrer Website <a href="http://www.fixmbr.de/der-wahlkampf-ist-langweilig/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">f!xmbr</a> zum Gestalten von (satirischen) Wahlplakaten auf.
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Wer selbst kreativ werden will, kann sich 25 Originalplakate der im Bundestag vertretenen Parteien als Vorlage herunterladen und mit einem Fotoprogramm bearbeiten. Die Resultate werden auf einer <a href="http://wahlkampf09.posterous.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Posterous-Seite</a> und auf <a href="http://www.flickr.com/photos/wahlkampf09/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr </a>veröffentlicht.
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.flickr.com/photos/wahlkampf09/" target="_blank" title="www.flickr.com" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Wahlplakatex_0.jpg" height="258" hspace="5" vspace="5" width="256" /></a>
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