<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wahlprognose &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/wahlprognose/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Sun, 22 Sep 2013 11:55:25 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Wahlprognose &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Was sucht Deutschland am Wahltag</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/infografiken_btw13/was-sucht-deutschland-am-wahltag-132975/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/infografiken_btw13/was-sucht-deutschland-am-wahltag-132975/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Sep 2013 11:55:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Infografiken zur #btw13]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Ehegattensplitting]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlomat 2013]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=132975</guid>

					<description><![CDATA[Deutschland im Wahlfieber. Am Wahltag dominieren auch in der Google Suche politische Begriffe. Nach dem Top-Thema “Bundestagswahl 2013” suchen die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/130922_Infographik_Top-Themen_10.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-132976" alt="130922_Infographik_Top-Themen_10" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/130922_Infographik_Top-Themen_10-630x354.jpg" width="630" height="354" /></a>Deutschland im Wahlfieber. Am Wahltag dominieren auch in der Google Suche politische Begriffe. Nach dem Top-Thema “Bundestagswahl 2013” suchen die Deutschen vor allem nach der Newcomer-Partei “AfD”, dem “Wahlomat” und dem Begriff “Ehegattensplitting”. Jenes Thema war bei einer großen TV-Sendung am Vorabend hitzig diskutiert worden.<br />
<a href="http://www.google.de/elections/ed/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.google.de/wahlen</a><br />
Bild: politik-digital.de</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/infografiken_btw13/was-sucht-deutschland-am-wahltag-132975/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Parteien sind doch käuflich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/wahlkampfbundestagswahl05parteienkaeuflichpeick050825-shtml-2910/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/wahlkampfbundestagswahl05parteienkaeuflichpeick050825-shtml-2910/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[tpeick]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Aug 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlbörse]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampfbundestagswahl05parteienkaeuflichpeick050825-shtml-2910/</guid>

					<description><![CDATA[
                            In der realen Welt würde obige Aussage sofort – und zu Recht - einen gewaltigen Sturm der Entrüstung auslösen, nicht jedoch in den scheinbar unergründlichen Weiten des WorldWideWeb: Dort sind Parteien - ganz legal und völlig legitimiert – käuflich. Kein empörter Aufschrei der sonst oft so sensiblen Internetgemeinde ist zu vernehmen, im Gegenteil: Es wird gezockt, was das eigene virtuelle oder auch reale Kapital hergibt.
                          ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                            <strong>In der realen Welt würde obige Aussage sofort – und zu Recht &#8211; einen gewaltigen Sturm der Entrüstung auslösen, nicht jedoch in den scheinbar unergründlichen Weiten des WorldWideWeb: Dort sind Parteien &#8211; ganz legal und völlig legitimiert – käuflich. Kein empörter Aufschrei der sonst oft so sensiblen Internetgemeinde ist zu vernehmen, im Gegenteil: Es wird gezockt, was das eigene virtuelle oder auch reale Kapital hergibt.</strong>
                          </p>
<p><!--break--></p>
<p>„Wahlbörsen“ heißen diese interaktiven Plattformen, die regelmäßig vor allen wichtigen realen Urnengängen angeboten werden und inzwischen eine eingefleischte, doch immer noch stetig wachsende Community um sich scharen. Bis zu 24 Stunden täglich – also de facto rund um die Uhr &#8211; werden (dunkel- oder hell-) rote, schwarze, grüne oder gelbe Aktien an den Mann oder die Frau gebracht – gehandelt wird die gesammelte politische Farbenlehre.</p>
<p>Im Unterschied zu klassischen Umfragen lautet die Frage, die sich der erfolgsorientierte Online-Händler stellt, nicht &#8220;Was würden Sie wählen?&#8221; sondern: &#8220;Was glauben Sie, werden die Anderen wählen?“ Und so kaufen und verkaufen selbst überzeugte Gysi-Anhänger die Merkel- und Stoiber-Aktien, wenn sie davon überzeugt sind, dass diese Partei unter- bzw. überbewertet ist. Auch Fischers Friends und Westerwelles Jecken gehen beinahe friedlich Hand in Hand, wenn es gilt, mit Schröders Aktien womöglich ein Schnäppchen zu jagen. (Der Ahnungslose mag ja fragen: Geht es auf diesen Handelsplätzen wirklich so friedlich zu? – Ja! Meistens jedenfalls, doch Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel – Und, wissen Sie, selbst die beste politische Freundschaft endet spätestens dann, wenn der andere mir andauernd die günstigsten Aktienpakete direkt vor der Nase wegschnappt…)</p>
<p>Dieses beinahe schon banal anmutende Verhalten mag den Erfolg der Wahlbörsen erklären, deren Prognosen häufig zuverlässiger sind als die Umfrageergebnisse der traditionellen Forschungsinstitute. Denn was für die Institute beinahe ein Umfrage-GAU darstellen würde, entpuppt sich bei den Wahlbörsen als Vorteil: Diese benötigen keine Repräsentativität, sondern nur die Entschlossenheit ihrer – freiwillig – teilnehmenden Händler. Unentschlossenheit und Antwortverweigerung gibt es zudem genauso wenig wie eine von der Größe einer Stichprobe abhängige Schwankungsbreite. Auch liegt hier die sogenannte kritische Masse viel niedriger, denn schon mit 50 Händlern lassen sich gute Prognosen „erspielen“.</p>
<p>Apropos „erspielen“: Ist dies wirklich nur ein Spiel? Nein! Die Donauuniversität Krems wertete diverse österreichische Wahlbörsen wissenschaftlich aus, verglich diese mit den Umfragen der Forschungsinstitute und kam zu folgendem Ergebnis: Bei den in der Alpenrepublik seit 1994 stattgefundenen Wahlbörsen betrug die Abweichung der virtuell „erspielten“ Prognose vom realen Wahlergebnis nur zwischen 0,9 und 3,1 Prozent. Vorhersagen, von denen viele Forsa- oder Emnid-Mitarbeiter oft nur träumen – sofern sie denn dieses zu träumen wagen. Selbiges gilt natürlich auch für die Kollegen von Infratest Dimap und der Forschungsgruppe Wahlen.</p>
<p>Auch zur bevorstehenden Bundestagswahl 2005 werden, wie üblich, diverse Wahlbörsen angeboten. Zumeist in Kooperation mit Zeitungen oder Zeitschriften, so auf<br />
                          <a href="http://www.ftd.de">www.ftd.de</a> oder<br />
                          <a href="http://www.zeit.de">www.zeit.de</a>. Selbst der Rosa-Riese mischt dieses Mal mit und präsentiert (nicht nur) seinen Kunden unter<br />
                          <a href="http://www.t-online.de">www.t-online.de</a> eine solche Handelsplattform. Alle eben genannten Börsen arbeiten allerdings mit dem Einsatz von realem Geld. Erst nach der Überweisung eines Betrages zwischen 10 &#8211; und 50 &#8211; Euro öffnet sich für den Händler das virtuelle Börsenfenster.</p>
<p>Seit Beginn dieser Woche steht der deutschsprachigen Trading-Community ein weiterer Börsenmarkt zur Verfügung. Auf<br />
                          <a href="http://www.wahlfieber.de">www.wahlfieber.de</a> findet der Handel ausschließlich mit virtuellem Geld statt. Und noch eines unterscheidet diesen Markt von seiner Konkurrenz: Als einzige Börse bietet er seinen Händlern eine Plattform zum direkten Austausch untereinander. Im „Wahlfieber-Forum“ können die Trader nach Lust und Laune über den tagesaktuellen Wahlkampf, sofern gewünscht auch über die Höhe der Fehlerquote in den neuesten Wahlumfragen oder über den sicherlich nicht mehr lange auf sich warten lassenden nächsten (ungewollten?) Versprecher eines Bundespolitikers und dessen mögliche negative wie positive Auswirkungen auf das zu erwartende Wahlergebnis diskutieren &#8211; und natürlich streiten.</p>
<p>Der Anbieter, die Wiener Agentur für neue Medien BDF-net, verspricht sich von diesem Diskussionsforum eine längerfristige Community-Bindung, da ihr „Wahlfieber“ als kontinuierliche Börse angelegt ist, die auch über die Bundestagswahl hinaus mit Erfolg bestehen soll.</p>
<p>
                            <br />
                            <strong>Thomas Peick ist freier Journalist, Mitglied des Medienrates der schleswig-holsteinischen Landesmedienanstalt ULR und Freier Mitarbeiter der Agentur<br />
                            <a href="http://www.BDF-net.com">www.BDF-net.com</a>.</strong>
                          </p>
<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/wahlkampfbundestagswahl05parteienkaeuflichpeick050825-shtml-2910/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wer die US-Wahl gewinnt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-wer_gewinnt001-shtml-3117/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-wer_gewinnt001-shtml-3117/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[Kandidat]]></category>
		<category><![CDATA[John Kerry]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[George Bush]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-wer_gewinnt001-shtml-3117/</guid>

					<description><![CDATA[
                            Zwei Monate vor den Wahlen erläutert US-Experte Prof. Filzmaier, welche Faktoren jenseits der Zahlenspiele von Umfragen für George Bush oder John Kerry sprechen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                            <br />Zwei Monate vor den Wahlen erläutert US-Experte Prof. Filzmaier, welche Faktoren jenseits der Zahlenspiele von Umfragen für George Bush oder John Kerry sprechen.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Niemand weiß in den Anfängen des Intensivwahlkampfes, wer am 2. November 2004 die Präsidentschaftswahlen in den USA gewinnt. Dieser beginnt Anfang September nach dem republikanischen Parteitag und dem Labor Day bzw. unmittelbar vor dem symbolträchtigen 11. September. Alle bisherigen Meinungsumfragen waren Schönheitswettbewerbe für einen effektvollen horse race-journalism &#8211; „Kandidat A liegt knapp in Führung, wird von B überholt, holt sich aber die Spitzenposition zurück, &#8230;!“, heißt es mit sich überschlagender Stimme im Stil der Reporter von Pferderennen -, lassen aber keine sinnvolle Prognose zu.</p>
<p>
                            <span class="fett">Unsinnige Zahlenspiele</span><br />
                            <br />Die Zustimmungsraten für die Politik George Bushs liegen vor dem republikanischen Parteitag um 50 Prozent. In den Umfragen pendeln Bush und Kerry seit Januar 2004 zwischen 40 und 50 Prozent zuzüglich einiger Anhänger von Ralph Nader. Das lässt lediglich die Schlussfolgerung zu, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine knappe Wahl („too close to call“) zu erwarten ist, und der Anteil unentschlossener Wechselwähler (key swing vote) mit etwa 10 Prozent überraschend gering ist. Kein seriöser Politikforscher wird sich auf endgültige Prognosen einlassen. Falsch ist allerdings die Tendenz einer leichten Favoritenstellung für John Kerry in der &#8211; aufgrund des Popularitätstiefs von Bush in EUropa sehr selektiven &#8211; Wahrnehmung auf unserer Seite des Atlantiks.</p>
<p>Vor allem aber ist es unsinnig, nationale Umfragen als Durchschnittswert heranzuziehen, anstatt sich für Wahlprognosen auf Veränderungen in den Schlüsselstaaten zu konzentrieren. In 11 Staaten betrug die Differenz im Wahlergebnis 2000 weniger als vier, in fünf Staaten sogar weniger als 0,5 Prozentpunkte. Als wahlentscheidende battlegrounds gelten 2004 neben Florida vor allem Pennsylvania und Ohio mit insgesamt 68 bzw. fast 13 Prozent von 538 Elektoren.</p>
<p>Mit anderen Worten: Wenn Kerry etwa in den bevölkerungsreichen Staaten Kalifornien und New York seine Führung ausbaut, bringt ihn das logischerweise auch in einer nationalen Umfrage nach vorne &#8211; und ist vollkommen irrelevant, weil er beide Staaten mit 55 bzw. 31 Elektorenstimmen in Wahrheit längst (fast) sicher hat und es für die Größe seines Vorsprungs keine Zusatzpunkte gibt. Genauso unerheblich und nur das Gesamtbild verzerrend ist, ob Bush in Texas mit 60, 70 oder 80 Prozent der Stimmen gewinnt, weil er nach dem „winner takes all“-Prinzip ohnehin alle 34 Elektoren seines Heimatstaates gewinnt.</p>
<p>Voraussichtlich wird uns die convention bounce für George Bush – als convention bounce bezeichnet man ein meistens nur kurzfristiges Umfragehoch für den jeweiligen Kandidaten nach einem Parteitag bzw. Nominierungskonvent – schon morgen oder übermorgen neue Spekulationen bescheren. Welche Faktoren sprechen aber aus analytischer Sicht und jenseits der Zahlenspiele von Umfragen für einen Wahlsieger Bush oder Kerry?</p>
<p>
                            <span class="fett">Bush gewinnt, weil &#8230;</span><br />
                            <br />Aufgrund seines Amtsinhaberbonus müsste George W. Bush über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verfügen. Zumindest bis zum Nominierungskonvent der Demokraten Ende Juli, aber auch bei politischen Anlässen bis zum Wahltag, verfügt er über Gratissendezeit im Fernsehen, weil er als Präsident automatisch Teil der Nachrichtenberichterstattung ist. Kerry war für die breite Öffentlichkeit nach den gewonnenen Vorwahlen vergleichsweise uninteressant und ist es für einen möglicherweise wahlentscheidenden Bevölkerungsanteil immer noch.</p>
<p>Hinzu kamen monatelang große Geldvorteile für Werbespots. Denn Bush hat frühzeitig hunderte Millionen Dollar angespart, mit Sommerbeginn verfügte er nach offiziellen Angaben &#8211; die Dunkelziffer ist hoch &#8211; über das Vierfache an unmittelbar abrufbaren Bargeldreserven. Auch insgesamt &#8211; d.h. über einen längeren Zeitpunkt berechnet &#8211; hatte Kerry lange Zeit weniger als die Hälfte des Geldes von Bush zur Verfügung, und hat noch dazu den Großteil bis zu seinem Vorwahlsieg am 2. März ausgeben müssen. Es ist zweifelhaft, ob Kerry seinen erheblichen Fundraising-Nachteil ausgleichen kann bzw. es in einem achtmonatigen statt achtwöchigem Intensivwahlkampf es zu lange gedauert hat, bis Kerrys Fundraiser die Kassen wieder gefüllt haben.</p>
<p>
                            <span class="fett">&#8230;er Wahlgeschenke hat</span><br />
                            <br />Ein amtierender Präsident verfügt außerdem über das Privileg, Wahlgeschenke verteilen zu können. Von Steuersenkungen bis Sozialleistungen steht Bush ein weites Feld offen, sich Sympathien zu erkaufen. Selbstverständlich kann er dabei besonderes Augenmerk auf Schlüsselstaaten legen, so dass der Präsident beispielsweise unzählige Besuche in Ohio und Pennsylvania absolviert, um Regierungsprogramme anzupreisen. Zuletzt wurde der Rückzug von US-Truppen aus Europa bezeichnenderweise bei einer Rede in Ohio verkündet.</p>
<p>Seit dem Zweiten Weltkrieg hat außerdem kein Präsident die Wahl verloren, der als Amtsinhaber antrat und parteiintern nicht herausgefordert wurde. Eisenhower 1956, Reagan 1984 und Clinton 1996 feierten Start-Ziel-Siege. Nur wenn sich, wie bei Ford 1976, Carter 1980 und Bush sr. 1992 eine Opposition innerhalb der eigenen Partei ergab – diese verringerte durch kompetitive Vorwahlen u.a. automatisch den beschriebenen Finanzvorteil -, scheiterte ein amtierender Präsident im Wahlkampf. Über die historische Statistik hinaus verfügt Bush unbestritten über den Rückhalt einer geschlossenen Republikanischen Partei.</p>
<p>Schließlich profitiert Präsident Bush ungeachtet der schwankenden Zustimmung für seine Politik (approval ratings) immer noch von persönlichen Sympathiewerten nach dem 11. September (favorable ratings), die ihn trotz nunmehr dokumentierten Geheimdienst-Versagen und Folterskandal im Irak gegenüber dem hölzern wirkenden Kerry voran sehen. Dieser müsste außerdem, ebenfalls zeitgeschichtliche Vergleichsgröße für Kandidaten der Demokratischen Partei, in mindestens fünf Süd- bzw. südlich gelegenen Staaten gewinnen, was momentan trotz seines südstaatlichen Vizepräsidentschaftsbewerbers John Edwards als aussichtslos gilt.</p>
<p>
                            <span class="fett">Kerry gewinnt, weil &#8230;</span><br />
                            <br />Ist demzufolge John Kerry absolut chancenlos?<br />
                            <br />Neben dem Vorteil der frühzeitig entschiedenen Vorwahlen &#8211; deren Fortführung als Wettbewerb bis Juni hätte die Demokraten zersplittert &#8211; sind es vor allem Schwächen im Erscheinungsbild und in der Amtsführung des Präsidenten, die John Kerry zum Sieger machen könnten. 2,5 Millionen Arbeitsplätze weniger und ein Rekorddefizit machen die Wirtschaftsbilanz des Präsidenten trotz jüngster Aufschwungsignale zum Desaster, nach Clintons Triumph 1992 hieß es „It’s the economy, stupid!“. Vor allem heißt es das derzeit in Ohio, wo prompt eine leichter Vorteil Kerrys in den Umfragen feststellbar ist.</p>
<p>Die Außenpolitik des Präsidenten ist zwar für viele US-Amerikaner eine Erfolgsgeschichte, aber das Dilemma um ignorierte Sachinformationen zugunsten des Irak-Kriegs und nicht gefundene bzw. erfundene Massenvernichtungswaffen &#8211; inklusive eines sehr fragwürdigen Humors, als er diese kichernd vor laufenden Kameras im Weißen Haus symbolisch suchte &#8211; führte Bush an den Rande des Abgrunds. Durch die Folterbilder ist er fast schon einen entscheidenden Schritt weiter.</p>
<p>
                            <span class="fett">&#8230;die kleinen Dinge entscheiden</span><br />
                            <br />Kommt es zu weiteren terroristischen Anschlägen, geht sogar der Mythos des 11. September und der inneren Sicherheit verloren. Bush profitiert vom seinerseits &#8211; siehe Michael Moores Fahrenheit 9/11 &#8211; sorgsam geschürten Angstgefühl der Bevölkerung, nicht aber wenn dieses sich als gerechtfertigt erweist. Administrative Skandale von unterdrückten Geheimdienstinformationen bis zur Verbindung von Vizepräsident Cheney mit dem Ölkonzern Halliburton können Bush endgültig in den Abgrund fallen lassen.</p>
<p>Kerry gewinnt aber primär, wenn eine Mehrheit der US-Amerikaner die Schlüsselfrage, ob es Ihnen persönlich besser geht als vor vier Jahren &#8211; „Are you better than you were four years ago?“ &#8211; in wirtschaftlicher Hinsicht sowie auf das Gesundheits- und Sozialsystem bezogen jeweils mit einem klaren Nein beantwortet. Weniger die Außen- und Sicherheitspolitik als die kleinen Dinge des täglichen Lebens und deren Überteuerung in den USA müssten Bush zum Wahlverlierer machen.<br />
                            <br />Gut an demokratischen Wahlen ist jedoch, dass wir vorher nicht wissen, wie es wirklich ausgeht.</p>
<p>Der Autor Peter Filzmaier ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Klagenfurt und Autor des Buches Wahlkampf um das Weiße Haus: Präsidentschaftswahlen in den USA (Opladen, Leske&amp;Budrich 2001).</p>
<p>                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/wer_gewinnt002.shtml">weiter zum zweiten Teil</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-wer_gewinnt001-shtml-3117/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Virtuelle Wahlkabine</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-oesi-shtml-3035/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-oesi-shtml-3035/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alederer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Tirol]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlbörse]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprogramm]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Oberösterreich]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-oesi-shtml-3035/</guid>

					<description><![CDATA[Am 28. September wählen zwei österreichische Bundesländer neue Landtage. Erstmals auf Länderebene werden virtuelle Entscheidungshilfen im Internet eingesetzt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 28. September wählen zwei österreichische Bundesländer neue Landtage. Erstmals auf Länderebene werden virtuelle Entscheidungshilfen im Internet eingesetzt.<!--break-->
                    </p>
<p>Der politische Herbst wird heiß. 3 Bundesländer im deutschsprachigen Süden wählen neue Landtage. Die Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich werden am 28. September unser südliches Nachbarland beschäftigen. Bayern wählt am 21. September. Die Kampagnen der Parteien laufen bereits auf Hochtouren und auch das Internet wird von den Parteien wieder intensiv genutzt.</p>
<p>
                    <strong>Politische Bildung auf Landesebene</strong><br />
                    <br />Aber auch die politische Netzöffentlichkeit hat reagiert. In Tirol und Oberösterreich gibt es, wie zuletzt bei den Nationalratswahlen im Herbst, wieder diverse Angebote im Netz, wie die virtuelle Wahlentscheidungshilfe „<br />
                    <a href="http://www.wahlkabine.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkabine</a>“ für die Landtagswahlen in Oberösterreich und Tirol sowie eine<br />
                    <a href="http://wahlboerse.tirol.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlbörse</a>, die für den tiroler Wahlgang das Ergebnis prognostizieren soll. Die Wahlkabine wird organisiert vom Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, Abteilung Politische Bildung (<br />
                    <a href="http://polbil.uibk.ac.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IFF</a>) unter der Leitung von<br />
                    <a href="http://ulgpolbil.uibk.ac.at/per/fipe.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prof. Peter Filzmaier</a> und dem<br />
                    <a href="http://www.t0.or.at/t0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Institut für neue Kulturtechnologien Public Netbase t0</a>. Die Wahlbörse ist eine Kooperation der Tiroler Tageszeitung mit dem IFF.</p>
<p>
                      <a href="http://wahlboerse.tirol.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                        <img decoding="async" height="168" alt="Wahlbörse" src="/egovernment/international/wahlboerse.jpg" width="220" align="left" border="0" /><br />
                      </a><br />
                      <a href="http://www.wahlkabine.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                        <img decoding="async" height="167" alt="Wahlkabine" src="/egovernment/international/wahlkabine.jpg" width="149" border="0" /><br />
                      </a>
                    </p>
<p>
                    <strong>Wahlkabine Oberösterreich</strong><br />
                    <br />Die Geschichte virtueller Wahlentscheidungshilfen geht zurück bis zum<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/oewahl5.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nationalratswahlkampf 2002</a>, bei dem das IFF mit Partnern das erste derartige Projekt in Österreich startete. Die aktuellen Neuauflagen für die beiden Landtagswahlen sind in Österreich wieder eine Pionierleistung, weil es derartige Projekte auf Länderebene vorher noch nicht gab. Die Themen der Wahlkabine sind an die speziellen Umstände der Länderwahlen angepasst: Mehr noch als bei der Wahlkabine zur Nationalratswahl, geht es diesmal um konkrete, vor allem regionale Sachthemen. So wird man beim Durchlaufen der 25 Fragen beispielsweise gefragt: „Soll sich Tirol noch einmal für die Olympischen Winterspiele bewerben?“ „Soll Kunst, die die Hand beißt, von der Sie gefördert wird, weiterhin Fördermittel des Bundeslandes Oberösterreich erhalten?“</p>
<p>Die Idee hinter Tools wie der Wahlkabine ist, die Nähe oder Distanz der Einstellungen des Bürgers zu den Linien der einzelnen Parteien zu messen. Dem Wähler soll dadurch die Chance gegeben werden, sich über die Positionen der Parteien zu den wichtigsten Sachthemen zu informieren und sie mit seinen eigenen Einstellungen zu vergleichen. Der Wert für die politische Bildungsarbeit liegt neben der Information des Wählers über die Themen vor allem im Schaffen des Themenbewusstseins. Daraus folgt, dass Kompetenzen und politische Handlungs- und Gestaltungsspielräume von Länderregierungen aufgezeigt werden.</p>
<p>
                    <strong>Hohe Qualitätsstandards</strong><br />
                    <br />Bei der aktuellen Neuauflage wurde das Redaktionsteam, das für die Frageformulierung, das Erheben der Parteipositionen sowie deren Auswertung verantwortlich war, um einen wichtigen Kompetenzbereich erweitert: neben Politikwissenschaftlern waren auch Politikjournalisten eingeladen, ihre Kompetenz bei der Themenaufbereitung und der unmissverständlichen Formulierung der Fragen einzubringen.</p>
<p>Die aktuellen Wahlkabinen erfüllen, wie zuletzt auch schon die Wahlkabine bei der Nationalratswahl, die von den Initiatoren aufgestellten Qualitätskriterien von virtuellen Entscheidungshilfen. Demnach müssen der Transparenz wegen die Recherchequellen der Standpunkte der Parteien offen gelegt werden sowie die Methodik wissenschaftlich fundiert sein. Bei der Wahlkabine ist die Methodik, nach der die Antworten des Users mit den Positionen der Parteien verglichen werden, in einem eigenen Dokument nachzulesen.</p>
<p>Diese ersten beiden Wahlkabinen auf Länderebene sollen aber nicht die letzten gewesen sein. Wie Prof. Filzmaier bestätigt, gibt es sowohl Pläne als auch schon konkrete Vorgespräche zu Wahlkabinen für die beiden Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten, die im Frühjahr 2004 stattfinden werden. Aber auch andere Verwendungsmöglichkeiten des Tools als Instrument der politischen Bildung über Wahlkämpfe hinaus sind angedacht, z.B. wahlkampfunabhängig als Vergleich zwischen Bürger- und Parteimeinung zu aktuellen Politikthemen auf Gemeindeebene oder zur Sachinformation und dem Schaffen von Themenbewusstsein in bestimmten Gruppen, z.B. bei Jugendlichen.</p>
<p>
                    <a href="http://wahlboerse.tirol.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                      <strong>http://wahlboerse.tirol.com</strong><br />
                    </a><br />
                    <br />Gemeinsam mit der Tiroler Tageszeitung startet das IFF zur Tirolwahl auch eine Wahlbörse zur Prognose des Wahlergebnisses. Der Vergleich mit Wahlbörsen auf Bundesebene zeigt Vor- und Nachteile des regionalen „Parteienmarktes“: Während Wahlbörsen auf Bundesebene des Öfteren dem Vorwurf ausgesetzt sind, sie würden nur die Ergebnisse der beinahe täglich veröffentlichten Meinungsumfragen widerspiegeln, lässt Prof. Filzmaier das in diesem Fall nicht gelten: „Während Landtagswahlkämpfen werden überhaupt nur eine Hand voll Umfragen veröffentlicht. Das kann keinen entscheidenden und durchgehenden Einfluss auf das Händlerverhalten haben.“ Ein problematischer Aspekt ist, dass bei Wahlbörsen zu Wahlen in Bundesländern die Gefahr von externen Händlern, also Teilnehmern, die in einem anderen Bundesland leben, groß ist. Denn das Prinzip, nach dem Wahlbörsen funktionieren, geht davon aus, dass den Teilnehmern alle Informationen über den Wahlkampf zur Verfügung stehen. Während aber bei einer Nationalratswahl der Wahlkampf im ganzen Bundesgebiet thematisiert wird, wissen z.B. Wiener über einen tiroler Wahlkampf nicht Bescheid und können damit die Ergebnisse verzerren.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 17.9.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-oesi-shtml-3035/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wahl-O-Mat und Wahlbörsen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahl-o-mat-und-wahlboersen-3064/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahl-o-mat-und-wahlboersen-3064/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alederer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlbörse]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalratswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlergebnis]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl-O-Mat]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprogramm]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahl-o-mat-und-wahlboersen-3064/</guid>

					<description><![CDATA[Harald Schmidts Beitrag zur politischen Bildung und seine Folgen in Österreich. Gleich mehrere Wahl-O-Maten streiten um die Gunst der Wähler. Gleiches gilt für Wahlbörsen als Prognoseinstrument. Doch wo liegt die Grenze zwischen Sinn und Unsinn solcher Techniken?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Harald Schmidts Beitrag zur politischen Bildung und seine Folgen in Österreich. Gleich mehrere Wahl-O-Maten streiten um die Gunst der Wähler. Gleiches gilt für Wahlbörsen als Prognoseinstrument. Doch wo liegt die Grenze zwischen Sinn und Unsinn solcher Techniken?<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Der Wahlkampf im Internet war bis zum Beginn der „heißen Wahlkampfphase“, zu der die Parteien ihre Websites relaunchten und damit den Wahlkampf im Netz belebten, vom überraschenden virtuellen Wahlkampfschlager der vorangegangenen deutschen Wahl geprägt: dem virtuellen Wahlentscheidungshelfer, allias „Wahl-O-Mat“. Erstmals 1999 konzipiert vom niederländischen<br />
<a href="http://www.stemwijzer.nl/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instituut voor Publiek en Politiek</a> wurde der zur deutschen Bundestagswahl von<br />
<a href="http://www.diewahlgang.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Wahlgang</a> realisierte<br />
<a href="http://www.wahlomat.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-O-Mat</a> nach einem Gastauftritt bei Harald Schmidt zum Renner des virtuellen Wahlkampfgeschehens. Bis zum Wahltag konnte der Entscheidungshelfer 2.269.756 Mal die politische Präferenz der User bekannt geben.
</p>
<p>
Dieser Erfolg hat in Österreich offensichtlich so viel Eindruck gemacht, dass das Konzept hierzulande gleich sechsmal kopiert wurde: zwei unabhängige Projekte, die „Wahlkabine“ (www.wahlkabine.at) und der „<br />
<a href="http://www.stimmzettel.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stimmzettel</a>“ standen vier Wahlentscheidungshilfen von Medien gegenüber: dem innovativ „<br />
<a href="http://www.krone.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-O-Meter</a>“ genannten Automaten der Kronen Zeitung, der „Wahlmaschine“ der<br />
<a href="http://www.news.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeitschrift News</a>, dem Ö3- Entscheidungshelfer des gleichnamigen<br />
<a href="http://www.oe3.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ORF- Radiosenders</a> und dem guten, alten „Wahl-O-Maten“ der<br />
<a href="http://www.kleinezeitung.at/kleine.taf?_pg=News_Specials&amp;_which=wahlen2002&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kleinen Zeitung</a>.<br />
<br />
Die österreichische Pioniersehre kommt der Wahlkabine zu. Das von mehreren österreichischen Institutionen zur Bildung und politischen Aufklärung realisierte Projekt ist das erste dieser Art im Alpenland. Die Wahlkabine wies bis vier Tage vor der Wahl 398.058 abgeschlossene Beratungsvorgänge auf. Das ist nur natürlich nur ein Bruchteil des deutschen „Wahl-O-Mat“-Ergebnisses, wenn man allerdings die Bevölkerungszahl Österreichs, die ein Zehntel der Deutschen beträgt, mitdenkt, sowie auch den nur acht Wochen dauernden Wahlkampf und die fehlende TV-Promotion durch Harald Schmidt, dann ist das ein äußerst erfolgreiches Ergebnis. Dazu kommen noch die Nutzungszahlen der fünf anderen Entscheidungshelfer, was die Idee des „Wahl-O-Maten“ noch mehr ehrt.
</p>
<p>
<b>Sinn und Zweck</b><br />
<br />
<a href="http://polbil.uibk.ac.at%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prof. Peter Filzmaier</a> vom Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, einem der Veranstalter der Wahlkabine, betont, dass das Projekt ein Beitrag zur politischen Bildung sein soll und kein Pseudo-Prognoseinstrument. Die fünf Projektklone der Medien sieht er durchwegs positiv, da diese der Idee der politischen Bildung zugute kämen. Eine Chance für die Zukunft sieht er in der Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Journalisten und Wissenschaftlern, die dieses Mal noch nicht möglich gewesen sei. Eine solche Kooperation würde von der wissenschaftlichen Kompetenz beim Methodendesign wie auch von der Themenkompetenz der Journalisten profitieren.
</p>
<p>
Gibt es zu viele „Wahl-O-Maten“ in Österreich? Welchen soll man benutzen? Für das Konzept sieht Filzmaier Zukunft in Österreich. Er selbst plant für die Landtagswahlen in Tirol im nächsten Frühjahr wieder einen virtuellen Wahlhelfer ins Netz zu stellen. Er stellt zwei wichtige Qualitätskriterien auf: Erstens muss die Methodik wissenschaftlich fundiert sein und zweitens muss die Auswertung transparent sein.<br />
<br />
Konsequenterweise bietet die Wahlkabine ein Textdokument zum Download an, das nicht nur den Prozess der Antwortgenerierung bei den Parteien, die anschließende Fragenauswahl und Gewichtung für die Auswertung darstellt, sondern das auch Einblick in die mathematischen Tiefen des Automaten gibt. Wen es interessiert, der kann dort die Formeln, die zur Auswertung verwendet werden, nachlesen.<br />
<br />
Was Filzmaier kritisiert sind Entscheidungshelfer, die als Pseudo-Prognoseinstrument präsentiert werden, wie die „Wahl-Maschine“ der Zeitschrift News. Am Ende des Test werden zwei Statistiken präsentiert, die aus den Ergebnissen aller gemachter Test zusammengestellt sind: „So wichtig sind Österreich die Themen“ und „Die Partei- Präferenzen Österreichs“. Diese Statistiken würden eine Repräsentativität vortäuschen, die sie in Wirklichkeit nicht besäßen. Die Statistiken würden lediglich Scheinergebnisse produzieren, die absolut unseriös sind. Auch sei dieses Konzept überhaupt nicht der politischen Bildung dienlich.
</p>
<p>
<b>Wahlbörsen- Politik am Markt</b><br />
<br />
Das zweite Format, dass die Netzöffentlichkeit zur Nationalratswahl beherrscht, sind die Wahlbörsen. Fünf Stück davon haben es diesmal ins Netz geschafft:<br />
<br />
die<br />
<a href="http://www.wahlboerse.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlbörse.at</a> der Tageszeitung Kurier und des Wochenmagazins Profil, die Presse-Wahlbörse der gleichnamigen<br />
<a href="http://www.bdf-web.com/presse/presse_feature#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">konservativen Tageszeitung</a>, der Koalitionsmarkt (http://wahlboerse.uibk.ac.at) der Universität Innsbruck in Kooperation mit dem Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, die alle drei auch die Presse-Wahlbörse wissenschaftlich betreuen, die Wahlbörse der<br />
<a href="http://www.wirtschaftsblatt.at/if_bnews/frame2.shtml?/cgi-bin/trading/trading_start.pl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tageszeitung Wirtschaftsblatt</a> und „<br />
<a href="http://derstandard.at/MetaAdServer/werbung.asp?rt=cp/newsroom/politik/innenpolitik/wahlen/e-lection" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-lection</a>“ der liberalen Tageszeitung Der Standard.
</p>
<p>
Alle Wahlbörsen haben gemeinsam, dass sie keine Echtgeldbörsen sind. Bei keiner dieser Börsensimulationen kann man also reales Geld einsetzen und am Ende gewinnen. Der Anreiz für die Händler sind Sachpreise, die an die Gewinner im Händlerranking vergeben werden. Die Besonderheit unter den einzelnen Programmen ist sicher die Presse-Wahlbörse, die von drei Instituten, dem Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung(IFF), dem Institut für betriebliche Finanzwirtschaft und dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck, wissenschaftlich betreut wird. Ziel des Projektes ist das Erforschen der Möglichkeiten von Wahlbörsen als Prognoseinstrumenten. Das Projekt soll Aufschluss über die Mechanismen geben, nach denen Händler auf dem Parteienmarkt agieren. Welche Ereignisse beeinflussen den Kurs einer Aktie? Wie verlässlich sind Wahlbörsen bei der Prognose eines Wahlergebnisses?<br />
<br />
In der letzten Woche vor der Wahl liefern sich die beiden Großparteien ein Kopf an Kopf Rennen bei 35-39 Prozent, ebenso die beiden kleinen Parteien bei 10-12 Prozent. Darüber, welche Partei das Rennen für sich entscheiden wird, sind die Wahlbörsen genauso geteilter Meinung wie die verschiedenen Umfragen. Zwei Fragen bleiben bis zum Wahltag offen: Das um die stärkste Partei einerseits und das Rennen um das genauere Prognoseinstrument andererseits.
</p>
<p>
<br />
<b>Die Wahlergebnisse im Netz<br />
<br />
</b>Für österreichische Verhältnisse Neuartiges bietet am Wahlabend die Firma Siemens, die für das Innenministerium seit 1994 die Wahlergebnisse elektronisch aufbereitet. In ihrem Internetmagazin „<br />
<a href="http://www.wahl2002.hitech.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hi!tech</a>“ stellt Siemens als einzige Seite im Netz die Wahlergebnisse aller Bundesländer und Bezirke auf einer interaktiven Landkarte dar. Dieses Jahr bietet Siemens über diese Seite in Österreich erstmals Wahlergebnisse per SMS an. Dabei kann man sich das Bundesergebnis, einzelne Landes oder auch nur Regionalergebnisse zuschicken lassen. Das Problem für Interessierte im Ausland: Das Service kann nur mit einem österreichischen Handybetreiber verwendet werden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table width="146" border="0" cellpadding="2">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 21.11.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahl-o-mat-und-wahlboersen-3064/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Heut kauf ich mir die PDS</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-wahlstreet-shtml-2694/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-wahlstreet-shtml-2694/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[jroettgers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlbörse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-bundestagswahl2002-wahlstreet-shtml-2694/</guid>

					<description><![CDATA[Virtuelle Parteien-Börse: Wahlstreet.de. Zum zweiten Mal sollen durch eine Online-Markt-Simulation die Wahlergebnisse vom Sonntag vorausgesagt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Virtuelle Parteien-Börse: Wahlstreet.de. Zum zweiten Mal sollen durch eine Online-Markt-Simulation die Wahlergebnisse vom Sonntag vorausgesagt werden.<!--break-->
                    </p>
<p>Was für ein Aufstieg. Eben noch lag ich auf Platz 596 der<br />
                    <a href="http://www.wahlstreet.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlstreet.de</a>-Händlerbestenliste und hatte üble -1,5 Prozent Rendite zu verzeichnen. Doch dann profitierte ich vom Über-Nacht-Wachstum der Splitterparteien. Billig gekauft, teuer verkauft, und schon heißt es: Platz 9. Roland Schill sei Dank.<br />
                    <br />In den nächsten zwei Tagen helfen mir dann die PDS und die SPD dabei, mein Niveau halbwegs zu halten. Doch kommt das Schicksalswochenende. Deutschland wird nicht Fußball-Weltmeister. Zu müde vom nächtlichen Univision-Fernsehen &#8211; spanisch-sprachige Fußball-Reporter sind ja so viel besser, aber das nur nebenbei &#8211; verpasse ich es, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dabei ist es ja eigentlich ganz logisch: Hätte Deutschland gewonnen, wäre Schröder am nächsten Tag Fußball-spielend und Oliver Kahn-umarmend auf jeder Mattscheibe gewesen. So aber war&#8217;s eine Niederlage für alle. Kahn, Schröder, Völler, Deutschland. Und damit eben auch die SPD. Die Aktie sackt ab und ich bleib auf 7000 Stück Sozis sitzen. Dumm gelaufen.<br />
                    <br />Nicht, dass ich damit wirklich Geld verloren hätte. Insgesamt dürfen bei der Politikbörse Wahlstreet.de nur bis zu 50 Euro eingesetzt werden. Dafür gibt&#8217;s dann 500.000 virtuelle Wahldollar, für die sich Aktien der verschiedenen Parteien erwerben lassen. Ein Prozent entspricht dabei einem Dollar. Was Schill und Co. &#8211; bei der Wahlstreet einfachheitshalber unter &#8220;Andere&#8221; subsummiert &#8211; eben zu so einem netten Spekulationsobjekt macht. Über ein einfaches Web-Interface lassen sich Gebote und Angebote platzieren, Transaktionen vollziehen und die aktuellen Kurse in Echtzeit kontrollieren. Das ganze ist simpel genug, um auch von Nicht-Börsianern verstanden zu werden, der Suchtfaktor ist extrem groß.</p>
<p>
                      <strong>Peer to Peer beats Allensbach</strong>
                    </p>
<p>Entwickelt wurde das der Wahlstreet zugrunde liegende Modell eines Meinungsforschungs-Markts von den Wirtschaftswissenschaftlern der<br />
                    <a href="http://www.biz.uiowa.edu/iem/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Universität Iowa</a>. Dort können Studenten schon seit der Präsidentenwahl 1988 den Ausgang von Wahlen am virtuellen Markt erproben. Mittlerweile wird das Modell in Iowa auch dazu benutzt, andere Entwicklungen zu prognostizieren. Kürzlich gab es beispielsweise eine Handelsrunde zur Frage, wie oft sich das neue Harry Potter-Video verkaufen wird.<br />
                    <br />In Deutschland wurde das Parteien-Kaufen erstmals 1998 anlässlich der Bundestagswahl von der ZEIT und dem Berliner Tagesspiegel veranstaltet. Die Idee: Anstatt sich auf die Erbsenzählerei der klassischen Umfrage-Prognosen zu verlassen, fragt man lieber den freien Markt. Da am Ende des Börsenbetriebs nur das wieder ausgezahlt wird, was die Parteien bei der Wahl tatsächlich an Prozenten bekommen, versucht jeder Händler langfristig, möglichst nah an das Endergebnis heranzukommen. Weshalb ein echter Wahlstreet-Junkie ständig Zeitung liest, Umfragen verfolgt, Arbeitslosenzahlen hochrechnet und natürlich auch Fußball guckt. Aus all dem entsteht dann das ganz persönliche Prognosen-Raster. Kombiniert man diese Raster aller Wahlstreet-Teilnehmer, entsteht dabei ein vernetztes Modell, das weitaus mächtiger ist als das von Frau Noelle-Neumann. Peer to Peer beats Allensbach. Soweit zumindest die Theorie.</p>
<p>
                      <strong>Die Grünen empfehlen die Grünen-Aktie</strong>
                    </p>
<p>In der Praxis funktioniert die Wahlstreet nicht unbedingt besser, aber auch nicht viel schlechter als klassische Prognosen. Was eben auch ganz üble Fehleinschätzungen mit einschließt. So war die Wahlstreet bei der letzten Bundestagswahl zwar besser als einige Meinungsforschungsinstitute, lag bei der Prognose des SPD-Ergebnisses aber immer noch um zwei Prozent daneben. Völlig ins Auge ging der Versuch, die hessische Landtagswahl von 1999 zu prognostizieren. Roland Kochs CDU wurde dabei von Wahlstreet-Teilnehmern um fast sieben Prozent unterschätzt.<br />
                    <br />Könnten solche Fehleinschätzungen an gezielten Manipulationen liegen? Grad für kleine Parteien klingt das nach einer tollen Idee: Den eigenen Aktienkurs in die Höhe treiben und so Unentschiedene bei ihrer Wahlentscheidung beeinflussen. Bisher kommen solche Versuche hier zu Lande allerdings noch eher hilflos daher. 1998 etwa versuchte die grüne Hochschulgruppe Konstanz, Wahlstreet-Teilnehmer mit Logik zu überzeugen: &#8220;Unser Tipp: Gleich nach Börseneröffnung möglichst viele Aktien von Bündnis 90/ Die Grünen zu Tiefstpreisen erwerben. Denn nach Ansicht vieler Wahlstreet-Experten werden die grünen Aktien derzeit deutlich unter Wert gehandelt.&#8221; Jaja, die Experten aber auch wieder. Irgendwie hatten die Konstanzer Grünen dann doch etwas anderes zu tun, ihrer Aktie hat der Aufruf nicht genützt.<br />
                    <br />Anders erging es dem Kurs der FPÖ 1995 beim<br />
                    <a href="http://ebweb.tuwien.ac.at/apsm/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">österreichischen Wahlstreet-Pendant</a>. Damals kaufte eine Gruppe von Händlern fünf Tage vor der Wahl gezielt fast alle Aktien der Haider-Partei auf, was deren Kurs steil ansteigen ließ und den Gesamtmarkt ordentlich durcheinander brachte. Ob‘s der Partei selbst was genützt hat, bleibt fraglich. Das Wahlergebnis der FPÖ lag schließlich fünf Prozent unter dem Aktienkurs.</p>
<p>
                      <strong>Mal eben den Edmund rauswählen</strong>
                    </p>
<p>So richtig lassen sich solche Manipulationen kaum verhindern. Der beste Schutz ist immer noch ein möglichst großer Markt. Weshalb es natürlich nur logisch ist, auch Politikmuffel für die Wahlstreet anzufixen. Etwa, indem man sie über andere Börsen ans Politiker-Kaufen gewöhnt. Konsequenterweise organisiert<br />
                    <a href="http://www.die-prognose.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecce Terram</a>, der Provider der Wahlstreet, mittlerweile auch Ableger, die nicht mehr ganz so viel mit der Politik zu tun haben. So lassen sich mittlerweile auch Bundesliga-, Formel 1- oder TV-Quoten-Aktien handeln. Sogar zum Sat1-Inselduell gab es schon eine elektronische Börse.<br />
                    <br />So schön der Gedanke auch ist, nächste Woche würde das Sat1-Publikum einfach mal den Edmund rauswählen &#8211; echte Wahlstreet-Fans möchten mit so simpel voraussagbaren Sachen wie dem Inselduell natürlich nichts zu tun haben. Wer hat auch schon Zeit für Reality-TV, wenn er ständig die Börsenkurse checken muss? Mittlerweile hab ich&#8217;s durch emsiges Handeln übrigens wieder auf Platz 107 geschafft. Insbesondere die FDP hat mir dabei wunderbar geholfen. Aber wie werde ich jetzt die ganzen Grünen-Aktien wieder los, die ich mir gestern aus irgend einem Grund zugelegt habe? Vielleicht sollte ich mal bei deren Konstanzer Hochschulgruppe anrufen.<br />
                    </p>
<p>
                      <em>Zuerst erschienen in DE:BUG.62 &#8211; 08/2002<br />
                      <br />Mit freundlicher Genehmigung von<br />
                      <a href="http://www.de-bug.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DE:BUG</a></em></p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 18.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-wahlstreet-shtml-2694/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>POB-Onlineumfrage zur Wahl 2002</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-infratest-shtml-2904/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-infratest-shtml-2904/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bschemel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-bundestagswahl2002-infratest-shtml-2904/</guid>

					<description><![CDATA[Infratest dimap hat zusammen mit NFO Infratest das Pilotprojekt Online-Vorwahlerhebungen zur Bundestagswahl 2002 durchgeführt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Infratest dimap hat zusammen mit NFO Infratest das Pilotprojekt Online-Vorwahlerhebungen zur Bundestagswahl 2002 durchgeführt.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>Ziel der Studie:</strong> Die möglichst genaue Messung der politischen Stimmung im Vorfeld der Bundestagswahl durch eine Online-Erhebung, die auf einer geschichteten Zufallsstichprobe von Online-Nutzern basiert. Die Schichtungsvorgaben orientieren sich dabei nicht an der Struktur der Online-Nutzer, sondern an der gesamten wahlberechtigten Bevölkerung. Anhand dieser Studie soll geprüft werden, inwieweit mit Online-Befragungen heute schon harte, bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse erzielt werden können.<br />
                    <br />Die Wahlforschung bietet für ein derartiges Experiment einzigartige Voraussetzungen um die Güte dieser Methode zu testen, da hier der zeitnahe Vergleich mit einem realen Ergebnis möglich ist, nämlich dem Wahlergebnis selbst.</p>
<p>
                    <strong>Anlage der Studie:</strong> Um die Repräsentativität der Stichprobe zu gewährleisten, hat<br />
                    <a href="http://www.infratest-dimap.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Infratest dimap</a> aus dem ca. 30.000 Teilnehmer umfassenden Online-Access-Panel von<br />
                    <a href="http://www.nfo.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NFO Infratest</a> die Zielpersonen in einem aufwendigen Stichprobenverfahren ausgewählt.</p>
<p>
                    <strong>Stichprobe:</strong> Bei dem Auswahlverfahren handelt es sich um eine nach Bundesländern, Alter, Geschlecht und Bildung geschichtete Zufallsstichprobe. Da Internetnutzer deutlich überdurchschnittlich gebildet sind und das Internet in den älteren Altersgruppen weit weniger genutzt wird als in den jüngeren, ist eine Berücksichtigung dieser Merkmale bei der Bildung einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe unbedingt notwendig, um strukturelle Verzerrungen zu vermeiden.<br />
                    <br />Die Altersgruppe über 60 Jahren ist jedoch trotz der Größe des Panels zahlenmäßig nur schwach vertreten, so dass aus forschungspragmatischen Gründen die Schichtungskriterien für diese Altersgruppe nicht angewendet und online-spezifische Verzerrungen (wie z.B. hohes Bildungsniveau) nicht ausgeglichen werden konnten.</p>
<p>
                    <strong>Feldarbeit:</strong> Die auf diese Weise ausgewählten Zielpersonen wurden mit einer Einladungsmail aufgefordert, an der Web-Befragung teilzunehmen.<br />
                    <br />In dieser mail wurde ihnen das Passwort mitgeteilt, mit dem sich die Zielpersonen auf dem Webserver von NFO Infratest einloggen konnten.<br />
                    <br />Eine Woche nach Feldbeginn wurde eine Erinnerungsmail versandt, um die Panelteilnehmer, die bis dahin noch nicht teilgenommen hatten, an die Befragung zu erinnern. Insgesamt dauerte der Erhebung vom 29. August bis 9. September.<br />
                    <br />Während dieser Zeit haben sich 2.050 Panelteilnehmer an der Befragung beteiligt.<br />
                    <br />Nach dem selben Verfahren wurde eine erste Welle bereits im Mai durchgeführt, deren Ergebnisse zum Teil vergleichend in der Studie dargestellt werden.</p>
<p>
                    <strong>Gewichtung:</strong> Um die strukturellen Abweichungen der realisierten Stichprobe wieder auszugleichen, wurde der Datensatz nach Feldende einer Gewichtung unterzogen und zwar nach den demographischen Variablen, die bereits für die Schichtung herangezogen wurden: Regionen, Alter, Geschlecht und Bildung. Dies hat zu einer Hochgewichtung insbesondere in der Altersgruppe der über 60jährigen geführt.<br />
                    <br />Zusätzlich zur Demographiegewichtung wurde die Sonntagsfrage einer Recallgewichtung unterzogen. Durch die Einbeziehung der Rückerinnerungsfrage sollen so längerfristige Parteipräferenzen berücksichtigt werden um dem Wahlergebnis so nahe wie möglich zu kommen.</p>
<p>
                    <strong>Darstellung der Ergebnisse:</strong> Um die Ergebnisse besser einordnen zu können, haben wir die POB-Ergebnisse einer zeitgleich erhobenen Telefonerhebung gegenübergestellt. Beide Erhebungen geben das Meinungsbild in der Bevölkerung ca. 2-3 Wochen vor der Bundestagswahl wieder.</p>
<p>
                    <strong>Ergebnisse:</strong> Die Ergebnisse zeigen, dass die Online-Erhebung für &#8220;weichere&#8221; Indikatoren sehr ähnliche Ergebnisse erbringt wie bei den in der Wahlforschung üblichen Telefonerhebungen.<br />
                    <br />So wird die aktuelle wirtschaftliche Lage sowohl online als auch bei der Telefonerhebung ähnlich beurteilt (13 bzw. 21 Prozent). Nahezu deckungsgleich ist der Anteil der Befragten. die mit den Leistungen der Bundesregierung zufrieden sind (40 bzw. 41 Prozent).</p>
<p class="tidy-3">
                      <img decoding="async" height="273" src="images/infratest1.jpg" width="451" alt="" />
                    </p>
<p>Bei der Kanzlerpräferenz schneidet in der Online-Erhebung der Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber etwas schlechter ab (59 Prozent für Schröder, 29 Prozent für Stoiber) als in der Telefonerhebung (57:36 Prozent), in beiden Studien liegt er deutlich hinter dem Amtsinhaber Gerhard Schröder zurück.<br />
                    <br />In der Online-Erhebung ist der Anteil der Befragten, die sehr stark bzw. stark politisch interessiert sind, mit 42 Prozent etwas niedriger als in der Telefonerhebung (46 Prozent). Dafür zeigen sich 46 Prozent der Online-Befragten mittelmäßig an Politik interessiert, in der Telefonbefragung sind es lediglich 40 Prozent. Der Anteil politisch nur wenig interessierter Wahlberechtigter ist bei beiden Erhebungsmethoden etwa gleich groß (12:14 Prozent).</p>
<p>Die &#8220;härteren&#8221; Indikatoren, zu denen die Sonntags- und die Rückerinnerungsfrage gehören, sind hingegen durch die strukturellen Unterschiede zwischen Internetnutzen und Nicht-Nutzern deutlich verzerrt.<br />
                    <br />Daraus ergibt sich eine offensichtliche Überschätzung der SPD-Anteile, sowohl bei der Recall- als auch bei der Sonntagsfrage. Dieser Effekt ist auch bei anderen Erhebungsmethoden zu beobachten und muss durch verschiedene Indikatoren wieder ausgeglichen werden.<br />
                    <br />Bei der POB-Studie wurde ein einfacher Anpassungsschritt (Gewichtung der Daten mit der Recallfrage) vorgenommen, der zu einer erheblichen Annäherung der Online-Werte an die Telefonerhebung führt. Nach der Anpassung kommt die SPD bei der Online-Befragung auf 36 Prozent, die Union auf 35 Prozent.</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="100%" align="center" border="1">
<tbody>
<tr>
<td>
                          <strong>Sonntagsfrage:</strong> Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?<br />
                          <br />
                          <strong>Recallfrage:</strong> Und welche Partei haben Sie bei der Bundestagswahl im September 1998 gewählt?</td>
</tr>
<tr>
<td>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="100%" border="1">
<tbody>
<tr>
<td width="20%">
<div class="tidy-2"></div>
</td>
<td width="18%">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>Sonntagsfrage<br />
                                      <br />(ungewichtet)</strong>
                                    </div>
</td>
<td width="15%">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>Recallfrage<br />
                                      <br />(ungewichtet)</strong>
                                    </div>
</td>
<td width="19%">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>Sonntagsfrage<br />
                                      <br />(recallgewichtet)</strong>
                                    </div>
</td>
<td width="28%">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>Zum Vergleich:<br />
                                      <br />Sonntagsfrage Telefonerhebung<br />
                                      <br />(vom 6.9.02)</strong>
                                    </div>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>SPD</strong>
                                    </div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">43</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">55</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">36</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">38</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>CDU/CSU</strong>
                                    </div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">29</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">25</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">35</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">39,5</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>Grüne</strong>
                                    </div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">8</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">7</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">7</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">7,5</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>FDP</strong>
                                    </div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">12</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">6</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">12</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">8,5</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>PDS</strong>
                                    </div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">4</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">5</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">4</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">4</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">
<div class="tidy-2">
                                      <strong>Sonstige</strong>
                                    </div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">4</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">2</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">6</div>
</td>
<td>
<div class="tidy-2">2,5</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Im Vergleich zu den telefonisch erhobenen Daten stimmt damit zwar die Reihenfolge überein, die Werte für beide Volksparteien liegen aber in der Online-Erhebung deutlich niedriger.<br />
                    <br />Dafür schneidet dort die FDP mit einem Stimmenanteil von 12 Prozent (gegenüber 8,5 Prozent) deutlich besser ab. Die Grünen kämen in beiden Erhebungen auf rund 7 Prozent, die PDS auf 4 Prozent.</p>
<p>Die Schwäche der Union bei dieser Befragung ist offenbar in der Methode begründet: Traditionellerweise ist die CDU/CSU in der Altersgruppe ab 60 Jahren besonders stark. Dies ist hier zwar auch leicht überdurchschnittlich der Fall, insgesamt führt die Tatsache, dass über 60jährige Befragte in der Stichprobe unterrepräsentiert sind, aber offenbar auch zu einer Unterrepräsentation der Unions-Anhänger.<br />
                    <br />Eine Betrachtung dieser Altersgruppe nach psychographischen Merkmalen bleibt der weiteren Analyse vorbehalten.</p>
<p>
                    <strong>Fazit:</strong> Die Ergebnisse der POB-Studie zeigen, dass mit repräsentativ für die Gesamtbevölkerung angelegten Online-Umfragen bei &#8220;weicheren&#8221; Indikatoren im Vergleich zu klassischen Erhebungsmethoden recht gute Resultate zu erzielen sind.<br />
                    <br />Bei &#8220;härteren&#8221; Indikatoren jedoch kommen die strukturellen Unterschiede zwischen Internetnutzerschaft und der Gesamtbevölkerung in Deutschland stärker zum Tragen und sorgen für eine deutlichere Abweichung zu den Ergebnissen aus herkömmlichen Befragungsmethoden.</p>
<p>
                      
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 13.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-infratest-shtml-2904/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Online-Umfrage zur Bundestagswahl 2002 &#8211; www.wahlumfrage2002.de</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-onlineumfrage-shtml-2893/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-onlineumfrage-shtml-2893/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bschemel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-bundestagswahl2002-onlineumfrage-shtml-2893/</guid>

					<description><![CDATA[Gemeinsames Projekt der Universitäten Bamberg, Mainz und Stuttgart]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinsames Projekt der Universitäten Bamberg, Mainz und Stuttgart<!--break-->
                    </p>
<p>Das Projekt<br />
                    <a href="http://www.wahlumfrage2002.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wahlumfrage2002.de</a> beinhaltet Fragen zu den Kanzlerkandidaten, zu den Meinungen der Bürger zu den Parteien und auch zu allgemeinen Einschätzungen der wirtschaftlichen Lage. Alle Fragen verfolgen ein Ziel: „Wir wollen das Wahlverhalten der Deutschen, das in den letzten Jahren zunehmend wechselhafter geworden ist, besser verstehen“, erläutert der Politikwissenschaftler Prof. Hans Rattinger von der Universität Bamberg, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Jürgen W. Falter von der Universität Mainz und Prof. Oscar W. Gabriel von der Universität Stuttgart durchführt.</p>
<p>Methodisch betreten die Forscher dabei Neuland. Seit 1994 führten sie die Studien zur Bundestagswahl nur in schriftlicher Form durch. Das Internet wurde bislang dazu nicht genutzt. Auch dieses Mal verlassen sich die Forscher nicht alleine auf das neue Medium. Parallel zur Online-Erhebung wird deutschlandweit zum dritten Mal eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt, bei der die Befragten persönlich vor Ort befragt werden. Dabei ist die Zahl der schriftlich Befragten aber beschränkt. Dagegen bietet die Online-Umfrage Vorteile: „Wir können auf diesem Wege sehr vielen Menschen ein Forum bieten, um ihre Meinungen zur Politik zu äußern. Die Rückmeldungen, die wir erhalten, bestätigen uns in diesem Punkt“, erläutert Thorsten Faas, der das Projekt an der Universität Bamberg betreut.</p>
<p>Bisher haben bereits mehr als 25.000 Bürger an der Umfrage teilgenommen. „Auf so einen hohen Zuspruch haben wir zwar gehofft“, so Faas, „damit gerechnet haben wir aber nicht.“ Dabei bilde sich das Klientel der klassischen Internetnutzer bei den Teilnehmern an der Online-Umfrage klar ab: 75% sind männlich, 25% weiblich und 40% haben ein abgeschlossenes Studium beziehungsweise Abitur. Inhaltlich zeichnen sich die Teilnehmer durch ein hohes Maß an politischem Interesse aus. 80% der Teilnehmer geben an, sich „sehr stark“ oder „ziemlich stark“ für Politik zu interessieren, 92% wollen „bestimmt zur Wahl gehen“. Was den bevorzugten zukünftigen Kanzler betrifft, so liegt auch in der wahlumfrage2002.de Amtsinhaber Gerhard Schröder mit 66% vor seinem Herausforderer Edmund Stoiber, der auf 34% kommt. Um die überdurchschnittliche Repräsentanz im Vergleich zur gesamten Gesellschaft von jungen, ziemlich hoch gebildeten und größtenteils männlichen Teilnehmern zu bereinigen, werde man Korrekturmechanismen entwickelten.</p>
<p>Die Initiatoren hoffen auf weiter steigende Teilnehmerzahlen. Je mehr Menschen sich bis zur Wahlsonntag an der Umfrage beteiligen, desto genauere Ergebnisse können die Forscher später ermitteln. Mitmachen kann jeder, der einen Internet-Anschluss hat. Unter allen Teilnehmern werden nach Abschluss der Umfrage 10 mal 100 Euro verlost. Die Umfrage kann unter<br />
                    <a href="http://www.wahlumfrage2002.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wahlumfrage2002.de</a> angesteuert werden. Erste detaillierte Ergebnisse soll es schon unmittelbar nach dem 22. September geben.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 11.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-onlineumfrage-shtml-2893/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vorsicht vor technologischem Glatteis!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-batinic-shtml-3056/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-batinic-shtml-3056/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 May 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativität]]></category>
		<category><![CDATA[Bernad Batinic]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-batinic-shtml-3056/</guid>

					<description><![CDATA[Dr. Bernad Batinic über Online Forschung, Repräsentativität, Wahlkampf und Datenschutz]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Bernad Batinic über Online Forschung, Repräsentativität, Wahlkampf und Datenschutz<!--break--></p>
<p>
                  <br />
                  <img decoding="async" height="160" src="/edemocracy/wahlkampf/images/batinic.jpg" width="106" align="left" alt="" />politik-digital sprach mit Dr. Bernad Batinic, Wissenschaftlicher Assistent am<br />
                  <a href="http://www.wiso-psychologoe.uni-erlangen.de/Mitarbeiter/batinic.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Universität Erlangen-Nürnberg</a>. Seit 1994, Gründungsmitglied und Sprecher des Vorstand der<br />
                  <a href="http://www.gor.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschen Gesellschaft für Online Forschung e.V.</a> (1998-01), Herausgeber zahlreicher Bücher zu dem Themenfeld &#8220;Internet und Psychologie&#8221; und &#8220;Datenerhebungsverfahren im Internet&#8221;. Gründer und Mitinhaber der<br />
                  <a href="http://www.globalpark.de/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kölner Globalpark GmbH</a>.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Seit wann gibt es Online-Meinungsforschung und wie waren die Anfänge?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Im deutschsprachigen Raum fing Online-Meinungsforschung ca. 1994 an. Es gab vorher vereinzelte Studien, wie die Studie von Nicola Döring von 1993 zum Thema &#8220;Einsamkeit und Internetnutzung&#8221;. Der Boom fing aber erst 1999 bzw. im Jahr 2000 an.<br />
                  <br />In den Anfängen stand das Internet im Mittelpunkt der Untersuchungen, speziell die Nutzung des Internets durch die Menschen. Auch die Frage, ob das Internet für politische Wahlforschung genutzt werden kann. Beispielsweise habe ich 1995 für den virtuellen Ortsverein der SPD eine Umfrage im Internet zum Thema &#8220;Zensur im Internet&#8221; durchgeführt.Gesamtgesellschaftliche Fragestellungen, wie etwa &#8220;was wählen sie an der nächsten Bundestagswahl?&#8221;, wo das Internet lediglich als Transportmedium diente, sind bis auf kleine Ausnahmen eher neueren Datums.<br />
                  <br />Aber gerade im Internet gab es vorher bereits zahlreiche &#8220;Abstimmungen&#8221; auf verfahrens-tech-nisch hohem Niveau. Bei diesen Befragungen ist das Internet aber immer auch Untersuchungsgegenstand und nicht allein Untersuchungs-instrument. Wenn sie sich beispielsweise die &#8220;Usenet/Netnews&#8221; anschauen, die eine Art von Selbstorganisation haben: es werden neue Gruppen eingerichtet mit ausgetüfteltem Wahlverfahren, Wahlleitern und Anonymisierungsverfahren. Ich verstehe das als basisdemokratische Elemente von politischer Online-Meinungsforschung.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Was sind die Vorteile von Online-Meinungsforschung?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Online Marktforschung ist schnell und im direkten Vergleich zu Face-to-Face Befragungen, auch preislich deutlich günstiger. Gegenüber Telefonumfragen hat man im Internet die Möglichkeit, Bilder zu zeigen und diese bewerten zu lassen.<br />
                  <br />Dies sind aber nur die großen Vorteile von Online Marktforschung. Viele Besonderheiten zeigen sich erst bei konkreten Fragestellungen. Wir haben beispielsweise 1996 in über 70 Ländern die Leiter der Goetheinstitute zu einer speziellen Fragestellung befragt. Die Durchführung der Studie dauerte nur wenige Tage. Hätte man dies mit traditionellen Methoden gemacht, wäre das Ganze sehr viel aufwendiger gewesen.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wo liegen die Nachteile?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Es gibt zwar einige Versuche und Anstrengungen, aber ganz grob kann man sagen, dass Internetbefragungen grundsätzlich nicht in der Lage sind repräsentative Ergebnisse für die Allgemeinbevölkerung zu liefern. Repräsentativität ist aber nur ein Gütekriterium unter anderen und sollte daher auch nicht überbewertet werden. Psychologen interessieren sich beispielsweise viel mehr für die Datenqualität (d.h. Reliabilität und Validität der erzielten Antworten) und zahlreiche Experimente bescheinigen Online Befragungen eine sehr hohe Datenqualität. Da ich von Haus aus Psychologe bin, kann ich sagen, dass etwa 80 Prozent aller wissenschaftlichen Forschungsarbeiten in der Psychologie auf Stichproben von 100 bis 200 Personen aufbauen. Die Daten sind auch nie repräsentativ, aber wir untersuchen korrelativ, d.h., wie geht das eine mit dem anderen einher. Das könnte man leicht auf die politische Meinungsforschung mittels Internet übertragen und käme weitgehend ohne das Kriterium der Repräsentativität zu spannenden Ergebnissen. Das hängt natürlich von der Fragestellung ab, die man untersucht. Bei Wahlprognosen im Sinne der sogenannten Sonntagsfrage ist Repräsentativität allerdings notwendig.<br />
                  <br />Ein weiterer Nachteil von Online Befragungen ist der hohe Technologieanteil. Viele potentielle Nutzer &#8211; ich denke da z. B. an die Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit in Parteien &#8211; ist gar nicht bekannt, welche Antworten einem Online Befragungen liefern können.<br />
                  <br />Auf der anderen Seite bleiben auch die Markt- und Meinungsforscher in der Regel lieber bei Bewährtem und begeben sich ungern auf technologisches Glatteis. Beispielsweise hatte die New York Times eine Online Befragung in Auftrag gegeben, die heraus finden sollte, wer der wichtigste Politiker des 20. Jahrhunderts war. Da kam dann mit deutlichem Abstand Kemal Atatürk heraus, denn ein amerikanischer Professor türkischer Herkunft hatte ein Script geschrieben, das sich immer wieder in den Server der Befragung einwählte und Atatürk angab. Das sind so kleine Unzulänglichkeiten, wo Umfragen unsauber durchgeführt werden und die gesamte Methode in Verruf geraten.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wie erkenne ich als Internetnutzer, ob eine Umfrage, von denen es ja sehr viele Angebote gibt, seriös ist? Gibt es Richtlinien und erfüllen sie ihren Zweck?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Einige Fachverbände haben Richtlinien für die Online Marktforschung herausgegeben. Diese Richtlinien richten sich aber in erster Linie an die Institute und an die Auftraggeber. Der Teilnehmer sollte darauf achten, dass elementare Informationen zur Befragung an deren Beginn bekannt gegeben werden. Dies sind u.a. Name/Bezeichnung der durchführenden Institution mit Postanschrift und Telefonnummer, Angabe der Teilnahmedauer und Beschreibung des Untersuchungszwecks. Und letztlich eine Erklärung über die Einhaltung des Datenschutzes. Diese Informationen sind Mindeststandard, sie sind aber noch lange keine Garantie für die Seriosität des Angebots. Internetnutzer sollten nur an Befragungen teilnehmen, die von Universitäten, Marktforschungsinstituten und bekannten Institutionen durchgeführt werden.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wie wird der Datenschutz gewährleistet?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Das lässt sich pauschal nur schwer sagen. Es kommt ganz auf die Art der Umfrage an. Und leider immer noch viel zu häufig auf die technischen Kenntnisse der Untersuchungsleitung. Ein Beispiel dazu: befragt man Personen zu einem spezifischen Thema und fügt am Ende der Befragung Eintragfelder für die Adresse der Teilnehmer ein, z.B. für ein der Befragung angeschlossenes Gewinnspiel, dann sollten die Befragungsdaten und die Personendaten getrennt voneinander aufbewahrt werden. Dies ist technisch ohne weiteres möglich, die Untersuchungsleiter haben aber nur zu oft nicht das Wissen, wie dies umzusetzen ist.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wie hoch ist das Marktvolumen von Online-Meinungsforschung im Vergleich zu analogen Methoden?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Ich würde den Anteil bei einem Prozent sehen. Womöglich sogar weniger. Beispielsweise liegt laut der Arbeitsgemeinschaft deutscher Marktforscher (ADM) bei ihren Mitgliedern der Anteil der Online-Umfragen am Gesamtbefragungsaufkommen nur bei zwei Prozent.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Welche Bedeutung hat der Bundestagswahlkampf 2002 für die Online-Meinungsforschung?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Das Thema gewinnt an Aufmerksamkeit und einige Menschen fangen an, die Möglichkeiten, die Online-Meinungsforschung bietet, zu erkennen. Der diesjährige Wahlkampf, aber auch der Wahlkampf 1998, erzielen weit weniger Effekte als sie haben könnten. 1998 war vielen bewusst, dass das Internet von Bedeutung ist und noch dazu gewinnen wird. Aber die Personen, die ich damit erreiche, seien nur eine spezielle Randgruppe der Gesellschaft &#8211; &#8220;Freaks&#8221;, d.h. der pizzaessende Programmierer. Das war bei vielen noch das Bild im Kopf. Deshalb gab es nur wenige internetgestützte Untersuchungen. Aber das Bild stimmt natürlich nicht.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wird der Wahlkampf 2002 neue Instrumente der Online-Meinungsforschung hervorbringen?<br />
                  </p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Nein. Dieses Jahr wird Online-Meinungsforschung schon deutlich mehr eingesetzt, aber gegenüber den Möglichkeiten, die das Medium bietet, bleibt die Anwendung der Online-Meinungsforschung auch heute hinter seinen Möglichkeiten zurück. Viele Anbieter von Markt- und Meinungsforschung bieten eher die klassischen Methoden wie Telefonbefragungen oder Face-to-Face Befragungen an. Aber auch die Nachfrager solcher Befragungen oder Prognosen, etwa die Parteien, wissen nicht genau, was man mittels Online-Meinungsforschung alles an Daten und Ergebnissen erzielen kann. Besonders groß ist die Verunsicherung im Bereich der Repräsentativität, ob Ergebnisse von<br />
                  <br />Internetbefragungen repräsentatitiv sein können, was sie ja nicht sind. Aber Repräsentativität ist nur ein entscheidendes Kriterium von vielen, zur Beurteilung der Aussagefähigkeit von Umfrageergebnissen.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Können Sie einen Ausblick in die nähere Zukunft der Online-Meinungsforschung wagen? Was wird kommen? Was nicht?<br />
                  </p>
<p>
                  <strong>Dr. Bernad Batinic:</strong> Im Bereich der Bürgerbeteiligung von E-Government könnten regionale, internetgestützte Befragungen sinnvoll eingesetzt werden. Die Bürger könnten sich zu speziellen kommunalen oder lokalen Themen äussern. Etwa: was denken sie über eine neue Umgehungsstraße oder soll der grüne Pfeil an Ampeln eingeführt werden? Das wird aber leider nur sehr selten gemacht. Ich vermute, dass teilweise die Verantwortlichen mit den Ergebnissen nicht umgehen können und das gar nicht so genau wissen wollen. Denn was heißt das, wenn beispielsweise 80 Prozent der Befragten einen grünen Pfeil haben wollen?<br />
                  <br />Durch das Zusammenwachsen von Computer, Fernsehen und Mobiltelefon wird das Internet multimedialer nutzbar werden, dass ja bisher sehr textlastig ist. Aber unsere Gesellschaft und ihre Kommunikation nutzen Sprache und zunehmend Bilder. Dahin wird sich auch das Internet und damit verbunden auch die Online-Meinungsforschung hin entwickeln.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Vielen Dank!<br />
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 02.05.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                  <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-batinic-shtml-3056/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wahlforschung im Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfspeedfacts-shtml-3067/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfspeedfacts-shtml-3067/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 May 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativität]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprognose]]></category>
		<category><![CDATA[Stichprobenverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampfspeedfacts-shtml-3067/</guid>

					<description><![CDATA[Internetnutzer vertreten stärker linke und neoliberale Positionen als die Gesamtheit der Wähler.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Internetnutzer vertreten stärker linke und neoliberale Positionen als die Gesamtheit der Wähler.<!--break--></p>
<p>Was Wahlforschung im Internet betrifft, so scheint sie auf den ersten Blick eher Experiment als Instrument zu sein: zu groß sind die Unterschiede zwischen allen Wahlberechtigten und denen, die man im Internet findet, als dass man mit Hilfe von Internetbefragungen ernsthafte Wahlprognosen ins Auge fassen könnte. Doch tatsächlich ändern sich mit der zunehmenden Bedeutung von Images von Parteien und Persönlichkeiten für die Wahlentscheidung die Ansätze und Anforderungen an die Wahlforscher. Während die Prognose der tatsächlichen Wahlentscheidung am Wahltag medienwirksames Prestigeinstrument aufwendiger und teurer Untersuchungen darstellt, geht es auf der Ebene der Wahlkampfstrategien um die Auffindung angehbarer Zielgruppen, die durch bestimmte Programminhalte, Darstellungsformen oder Politikerpersönlichkeiten sich kurzfristig gegen oder für eine Partei entscheiden können und damit den Wahlausgang mit entscheiden.<br />
                    <br />Die Stärke des Internet liegt genau in jenem zuletzt genannten Bereich: Befragungen lassen sich schnell, kostengünstig und zielgenau auf bestimmte Zielgruppen einstellen und die Qualität der Daten steht unter Berücksichtigung bestimmter methodischer Vorgaben bei der Stichprobenerstellung denen von Offline erhobenen Daten in nichts nach.<br />
                    <br />Dieser Beitrag zeigt die Grundzüge der Vorgehensweise der Internet-Wahlforschung auf und behandelt einige Ergebnisse, die die<br />
                    <a href="http://www.speedfacts.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Speedfacts GmbH</a> im Auftrag von der<br />
                    <a href="http://www.freenet-ag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freenet AG</a> analysiert hat.</p>
<p>                    <strong>Stichprobenverfahren</strong><br />
                    <br />Empirische Untersuchungen mit Hilfe von Internetbefragungen weisen gegenüber telefonisch durchgeführten Untersuchungen in erster Linie einen grundlegenden Unterschied auf: Da gegenwärtig nur etwa 44 Prozent aller Deutschen (über 17 Jahren) das Internet nutzen und die Internetnutzer gleichzeitig z.B. gemäß ihrer Bildungs- und Altersstruktur gegenüber den Nichtnutzern erhebliche Differenzen aufweisen, können die Ergebnisse von Online-Befragungen nicht auf die Grundgesamtheit aller Deutschen übertragen werden. Diese triviale Erkenntnis ist insbesondere für Wahlprognosen relevant: Die Ergebnisse etwa der Sonntagsfrage (&#8220;Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären?&#8221;) aus online erhobenen Befragungen sind nicht dazu geeignet, den tatsächlichen Ausgang der Wahl zu prognostizieren.<br />
                    <br />Befragungen, die im Internet angelegt sind, können jedoch Ergebnisse liefern, die auf die Grundgesamtheit der Internetnutzer übertragbar sind. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es jedoch erforderlich, bei der Zusammenstellung der zu befragenden Stichprobe, eine Reihe methodischer Vorgaben zu berücksichtigen.<br />
                    <br />Üblicherweise werden in der Online Marktforschung Online-Panel eingesetzt, aus denen die Stichproben für Befragungen gezogen werden. Ein Online Panel besteht aus einer Vielzahl von Personen, die sich als Probanden für Online-Befragungen zur Verfügung gestellt haben. Diese Personen sind in einer Datenbank mit einer Reihe soziodemographischer Angaben und der E-Mail Adresse, unter der sie zu Befragungen geladen werden können, verzeichnet. Qualitätskriterium eines Panels stellt u.a. die Rekrutierungsform der Probanden dar: sie können offline und online, telefonisch oder per Pop-up im Internet zur Teilnahme an einem Panel eingeladen werden. Entscheidend für die Qualität der Rekrutierung ist dabei die Streuung der geladenen Nutzer.<br />
                    <br />Trotz dieser Anstrengungen sind die registrierten Mitglieder innerhalb eines Panels in ihrer Zusammensetzung keineswegs identisch mit der Grundgesamtheit aller Internetnutzer. Das Panel dient deshalb als Probandenpool, aus dem man für jede Befragung eine bestimmte Stichprobe ziehen und einladen kann. Strukturdaten der deutschen Internetnutzer werden dabei als Vergleichsbasis herangezogen, damit die Stichprobe in ihrer Struktur identisch mit der Grundgesamtheit der deutschen Internetnutzer ist. Nach Abschluss der Feldphase erfolgt der Feinschliff: die Daten werden noch einmal gemäß den Strukturvorgaben aus der Telefonstudie gewichtet, um mögliche Verzerrungen, die durch uneinheitlichen Rücklauf entstehen können, zu justieren. Leider gibt es unter den Instituten noch keine Einigung auf einheitliche Strukturdaten, diese ist aber dringend notwendig, um Internetbefragungen in ihren Ergebnissen vergleichbar zu machen.</p>
<p>                    <strong>Ergebnisse aus der Online Wahlforschung<br />
                    <br /></strong>Die deutschen Internetnutzer stellen gegenüber allen Deutschen eine selektive Gruppe dar, die im Durchschnitt sowohl eine höhere formale Bildung aufweist, als auch wesentlich jünger ist. Diese und andere Merkmale spiegeln sich deutlich in der politischen Haltung dieser Gruppe wider. Vergleicht man etwa die Ergebnisse der Sonntagsfrage aus Internetuntersuchungen mit offline durchgeführten Studien, so stellt man einen Hang der Internutzer ins linke und neoliberale Lager fest, der sich in einer verstärkten Präferenz der kleinen Parteien niederschlägt. Diese Zugewinne von Bündnis 90/Grüne, FDP und PDS gehen dabei eindeutig zu Lasten der CDU/CSU, die gegenüber den Offline-Erhebungen rund 10 Prozentpunkte zurückliegt.<br />
                    <br />Die verstärkte Neigung der Internetnutzer, sich den kleinen Parteien zuzuwenden, stellt jedoch weniger eine stabile Disposition, als vielmehr einen zeitlich geprägten Trend dar: die Untersuchung, für welche Partei die Internetnutzer bei der letzten Bundestagswahl gestimmt haben, macht deutlich, dass zwar der hohe Anteil an Grünen-Wähler stabil scheint, die hohen Stimmenanteile für die FDP und die PDS jedoch eine neue Entwicklung darstellen. Während bei der letzten Bundestagswahl nur 3,8 Prozent der Internetnutzer FDP gewählt haben (amtliches Endergebnis war 6,2 Prozent) und 4,2 Prozent PDS wählten (amtliches Endergebnis: 5,1 Prozent), geben im April 2002 immerhin fast 9 Prozent an, der FDP die Stimme geben zu wollen und 7,7 Prozent wollen die PDS wählen.<br />
                    <br />Erhebliche Verluste gegenüber 1998 erleidet hingegen die SPD. CDU/CSU gewinnt zwar auch unter den Internetnutzern im Vergleich zu 98 leicht hinzu &#8211; bleibt aber dennoch hinter der SPD zurück.</p>
<p>Die Zahlen zeigen, dass die Wahlforschung im Internet nur einen Ausschnitt aus der Gesamtbevölkerung analysieren kann. Dennoch scheint es sich um einen für die Parteien heute immer bedeutender werdenden Anteil der Bundesbevölkerung zu handeln: je mehr sich die Cleavages innerhalb der Bevölkerung auflösen, d.h. die traditionellen, klassenmäßigen Zugehörigkeiten an verhaltenssteuernder Bedeutung verlieren, umso größer wird jene Gruppe der Wechselwähler, die weniger der Tradition der Partei, als dem aktuellen Parteiprogramm und dem medienvermittelten Image verbunden ist. Diese Personengruppe findet sich verstärkt im Internet. Verstärkt ausgeblendet werden hingegen jene Milieus der Stammwähler, die sich durch eher niedrige Bildung und hohes Alter auszeichnen: etwa das traditionelle Arbeitermilieu.</p>
<p>Als Erhebungsinstrument für Wahlanalysen eignet sich das Internet in erster Linie zur Untersuchung bestimmter Zielgruppen: etwa den Wechselwählern, Erstwählern oder jenen bildungsprivilegierten Gruppen, die sich im Internet überdurchschnittlich häufig finden. Die Vorteile von Interneterhebungen liegen zum einen in der kostengünstigen Umsetzung von Befragungen, zum anderen in der Möglichkeit der Einbindung von Multimediadateien, deren Einsatz in Telefonstudien unmöglich ist. So lassen sich z.B. zuverlässige Profile von Politikern erstellen, die mit Foto eingeblendet ein vergleichsweise reales Abbild dessen liefern, was im TV-Wahlkampf Wirklichkeit ist. Darüber hinaus ist das Internet aber auch selbst längst Plattform des Wahlkampfs geworden, so dass sich für viele Untersuchungen, etwa jene, die eben den Wahlkampf im Internet betreffen, das Problem der gesamtheitlichen Repräsentativität ohnehin nicht stellt.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 02.05.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfspeedfacts-shtml-3067/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
