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	<title>Wahltermin &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Das haben wir uns verdient &#8211; Anmerkungen zum „Kanzlerduell“ zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2013 10:39:57 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am kommenden Sonntag erlebt der bislang ereignisarme Bundestagswahlkampf seinen ersten Höhepunkt, Angela Merkel und Peer Steinbrück treten zum so genannten Kanzlerduell an. Exakt drei Wochen vor dem Wahltermin stellen sich die Spitzenkandidaten von CDU und SPD einem Journalisten-Quartett und bearbeiten die zuvor sorgsam ausgearbeitete Agenda aus innen- und außenpolitischen Themen, am Ende sicherlich gewürzt von einer Prise Regierungsbildungsvorausschau.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Seit der Einführung im Jahr 2002 (wir erinnern uns: zwei Mal traten Gerhard Schröder und Edmund Stoiber gegeneinander an) hat das Duell-Format für viel Gesprächsstoff gesorgt und das ist auch in diesem Jahr der Fall. Allerdings geht es im Vorfeld nicht so sehr um inhaltliche oder formale Fragen, die für oder gegen die prominente Gesprächsrunde sprechen – sondern vor allem um eine Personalie, nämlich die Berufung des ProSieben-Moderators Stefan Raab an die Seite der Duell-erprobten Fragesteller Anne Will (ARD), Maybritt Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL).<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/vom-wahltermin-zur-politikverdrossenheit/spot2jpg/" rel="attachment wp-att-131134"><img decoding="async" title="Spot" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPot2jpg.jpg" alt="" width="176" height="117" /></a>&#8220;Licht aus, Spot an&#8221;, so heißt das Motto unserer Kolumnenreihe &#8220;Wahlspots&#8221;, in der ausgewählte Autoren ihren Fokus auf spannende Phänomene und Geschichten des aktuellen Bundestags-wahlkampfs richten. Wöchentlich erscheinen die Texte sowohl auf politik-digital.de als auch auf <a href="http://www.cicero.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cicero.de</a>.</div></div><br />
Anlässe für eine substanzielle Debatte um die Wertigkeit, Bedeutung und Effekte des Kanzlerduells gibt es genug, da wäre als erstes der Zeitpunkt: aus der US-amerikanischen Debattenforschung ist bekannt, dass frühe Ansetzungen günstig für die Kandidaten sind, denn etwaige Fehler können bis zum Wahltag noch korrigiert werden. Den gleichen Effekt haben die Kolleginnen und Kollegen aus der Kommunikationswissenschaft auch in Deutschland festgestellt. Man sollte vielleicht kurz darüber nachdenken, ob die Kampagnenvertreter den Termin mit Bedacht ausgewählt haben – oder ob sie die Duell-relevante Forschung schlichtweg nicht interessiert. Allerdings entsteht hierzulande ein interessanter Nebeneffekt – denn das Duell könnte sich besonders auf Briefwähler auswirken, die ihre Stimme zeitnah zur prominenten Fernsehsendung abgeben.<br />
Diskutieren ließe sich auch über das Fehlen weiterer Duelle oder eine Aufteilung in zwei Sendungen mit eigenen Themenschwerpunkten und Sendeumgebungen, zum Beispiel in eine Kleinserie aus „öffentlich-rechtlicher“ und „privater“ Debatte – Zeit genug dafür ist bis zum Wahltermin ja noch genug. Ein solches Splitting hätte nebenbei den Vorteil, dass dem Politiker-Duo weniger Journalisten gegenüberstehen würden und nicht eine unhandliches Quartett, das zudem viel Sendezeit durch mühsam choreografiertes Fragestellen verbraucht. Ebenfalls keine Chance haben in Deutschland die offeneren Formate einer Townhall-Debatte von Kanzlerin und Herausforderer, die Raum für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen und eine Abwechslung zum Frage-Antwort-Spiel im sehr starren 4:2-System bieten könnten. Immerhin haben sich in den letzten Jahren im Verbund mit den Duell-Erfahrungen auf der Landesebene Ausgleichsformate entwickelt, die die Struktur des deutschen Mehrparteiensystems reflektieren und auch den Vertreterinnen und Vertretern der kleinen Parteien Sendezeit bieten. Allerdings stehen diese Formate mit dem seltsamen Beinamen „Triell“ deutlich im Schatten der großen Bühne des Kanzlerduells.<br />
Und so konzentriert sich das Interesse der Beobachter vornehmlich auf die Frage, warum mit Stefan Raab ein Vertreter des Unterhaltungsfernsehens in die exklusive Riege der Duell-Moderatoren gefunden hat. Marcus Jauer bemüht hierzu in der FAZ (23.8.2013) das Archiv und findet in einem Spiegel-Interview mit Edmund Stoiber den Anstoßpunkt für die scheinbar ungewöhnliche Personalie – zu Jahresbeginn hatte das bayrische Beiratsmitglied der Sendergruppe ProSiebenSat.1 den Vorschlag gemacht, mit Raab eine „Ankerperson“ in die Debatte zu entsenden, die auch ein jüngeres Publikum ansprechen könne. Dieser zunächst von Peer Steinbrück und dann von vielen anderen kritisierte Vorschlag trägt immerhin der Annahme Rechnung, dass es sich beim Kanzlerduell um ein politisches Bildungsformat handelt, das unabhängig von Inhalten und Personen eine möglichst hohe Reichweite erzielen soll, um überhaupt auf die Wahl aufmerksam zu machen – in Zeiten rapide sinkender Wahlbeteiligung kein völlig falscher Ansatz.<br />
In der Rekonstruktion der Ereignisse seit Stoibers Besetzungsvorschlags notiert Jauer den bemerkenswerten Halbsatz, „dass die Sender die Moderatoren für das Fernsehduell immer noch selbst aussuchen“ und verweist damit ungewollt auf das eigentliche Dilemma der deutschen Kanzlerdebattenkultur. Die scheinbare Selbstverständlichkeit einer Gestaltungsautonomie der „Ausrichterseite“ ist das Kernproblem, an dem die Debatten seit 2002 zu leiden haben: es gibt weder eine Regelungsinstanz noch verbindliche Regeln für die Durchführung von „Kanzlerduellen“ in Deutschland, das Format ist schutzlos einem Klüngel aus Medien und Politik ausgeliefert, der alle vier Jahre darum feilscht, wer mit wem wie oft in welcher Länge über welche Fragen reden darf.<br />
Die „Kanzlerduelle“ – und auf Länderebene analog die „Ministerpräsidentenduelle“ – sind ein Resultat des über Jahrzehnte gewachsenen dualen Rundfunksystems, dessen je aktuelle Grundstruktur über die Gestaltung des reichweitenstärksten politischen Sendeformates entscheidet. Oder anders gesagt: eine kleine Gruppe von Senderverantwortlichen verhandelt mit einer noch kleineren Gruppe von Kampagnenverantwortlichen darüber, wer, was und wie gesendet wird.<br />
Das Fehlen einer übergeordneten Organisationsstruktur nach dem Muster der US-amerikanischen „Commission on Presidential Debates“, die nicht nur Anzahl, Dauer und Debattenformat vorgibt, sondern auch die Moderatoren- und Kandidatenauswahl bestimmt, hat zur Vereinnahmung des Formats durch den „medial-politischen Komplex“ (Hans-Jürgen Bucher) geführt.<br />
Der Auftritt des Entertainers Stefan Raab in einem als politisch geltenden Sendeformat lässt sich daher verstehen als Ausdruck der Unterhaltungsdominanz, die die gesamte Fernsehlandschaft durchzieht. Die private Säule des dualen Rundfunksystems findet so eine sehr gute Abbildung im Quartett der Fragesteller, die öffentlich-rechtliche Säule ist gefordert, mit Kompetenz im Bereich des politischen Journalismus dagegenzuhalten. Unter den gegebenen Bedingungen ist dies noch die spannendste Frage, die das Kanzlerduell aufwirft: sind politische Gesprächssendungen in Deutschland Informations- oder Unterhaltungsangebote?<br />
Und so lange es kein geordnetes Duell-Management durch eine unabhängige Organisationsstruktur gibt, besteht überhaupt kein Grund zur Aufregung um die Personalie Stefan Raab – denn jedes Land bekommt das Duell, das es verdient.</p>
<p>Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/scriptingnews/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dave Winer</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="407" height="71" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Vom Wahltermin zur Politikverdrossenheit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan C. Rode]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Aug 2013 15:04:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[        Ja, wo bleibt er denn? Die Rede ist ausnahmsweise mal nicht vom aktuellen Sommer, der in den vergangenen Wochen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/vom-wahltermin-zur-politikverdrossenheit/wahlspots_neu-2/" rel="attachment wp-att-131116"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-131116" title="wahlspots" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wahlspots_neu1.jpg" width="593" height="444" /></a>        Ja, wo bleibt er denn? Die Rede ist ausnahmsweise mal nicht vom aktuellen Sommer, der in den vergangenen Wochen und Monaten wieder ein bisschen an Reputation gewonnen hat. Gemeint ist vielmehr der Wahlkampf. Gerade in den Sommermonaten mussten politisch Interessierte schon mit der Lupe nach Aktivitäten der zur Wahl stehenden Parteien suchen, die über das Verteilen von Flyern und Kugelschreibern in Fußgängerzonen hinausgingen. Hat die thematische Lethargie vielleicht mit dem Wahltermin zu tun? Und fördert das am Ende nicht sogar die viel zitierte Politikverdrossenheit?<br />
Die Merkel-Jahre zeichnen sich insbesondere im Wahlkampf durch eine bleischwere Lethargie aus. Fast hat man den Eindruck, wer zuerst zuckt, hat schon verloren. Steinbrücks Kompetenzteam? Schon längst medial auseinandergenommen und schnell von anderen „wichtigen Themen“ wie der neuen englischen Thronfolge oder dem Veggieday abgelöst. Und die Steuerpläne der Grünen? Nach einer konzertierten Aktion in den Medien von einem Großteil der Deutschen rundweg abgelehnt, ohne überhaupt genauere Details zu kennen. Von daher ist die Strategie der Kanzlerin nachvollziehbar, auch ja keine Angriffsfläche zu bieten, zumal die CDU ihre Stammwähler auch besser bei Urnengängen zu motivieren weiß. Doch durch das immerwährende Stillhalten und Wegmoderieren nimmt unsere Demokratie mittelfristig großen Schaden.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/vom-wahltermin-zur-politikverdrossenheit/spot2jpg/" rel="attachment wp-att-131134"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-131134" title="Spot" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPot2jpg.jpg" width="176" height="117" /></a>&#8220;Licht aus, Spot an&#8221;, so heißt das Motto unserer Kolumnenreihe &#8220;Wahlspots&#8221;, in der ausgewählte Autoren ihren Fokus auf spannende Phänomene und Geschichten des aktuellen Bundestags-wahlkampfs richten. Wöchentlich erscheinen die Texte sowohl auf politik-digital.de als auch auf <a href="http://www.cicero.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cicero.de</a>.</div></div> Wo sind sie eigentlich, die großen Diskussionen? Ostpolitik, Wiedervereinigung oder der Irak-Krieg – große Themen sucht man schon seit einigen Jahren vergeblich. Die von den Medien in Salami-Taktik vorangetriebene Affäre um das US-amerikanische Spähprogramm PRISM führte auch nicht zur erhofften Wahlkampfspannung. Was also tun, wenn wichtige Themen wie die Euro-Krise und Wohnraummangel im Vorfeld der Bundestagswahl keine Rolle spielen? Neben einer deutlich professionelleren Kommunikation könnte den Parteien auch ein dauerhaft veränderter Wahltermin helfen. 13 der bisher 17 Bundestagswahlen fanden im Herbst – also im September oder Oktober statt. Die Auswirkungen auf die Wahlbeteiligungen bei den anderen Terminen waren nur marginal, von daher ist das Argument nur hinreichend, aber noch nicht notwendig. Aber in unserer individualistischen, durchkommerzialisierten und medial dauerinszenierten Welt braucht es neue Impulse, um das Volk noch an die Urnen zu bringen und so etwas wie politische Kultur zu pflegen.<br />
Derzeit verhageln die Ferienzeit und die föderale Struktur der Bundesrepublik jeglichen konzertierten Wahlkampf. Kanzlerin und Kandidat mögen zwar durch die Landkreise und Städte ziehen und in der zweitgrößten Stadt des Landes die GAL in Hamburg über E-Bikes diskutieren – wirkliches Agenda Setting und Spin gehen anders. Ein nach hinten verschobener Termin – in den frühen November oder Mitte März – könnten jedoch die so dringend benötigte Luft für Belebung und Diskussionen bringen. Aktuell steuern wir (wieder mal) auf einen Wahlkampf light zu, der sich frühestens ab Mitte August voll entfalten wird – was allerdings auch der finanziellen Lage der meisten Parteien geschuldet sein dürfte. Aber um die immer größer werdende Gruppe der Nicht- und Wechselwähler anzusprechen, braucht es neben einem Wahltermin mit deutlich mehr Abstand zu den großen Ferien im Sommer auch entsprechender Ideen. Wenn Politiker aus der zweiten Reihe schon von einem „Big Data“-Wahlkampf à la Obama träumen, reicht ein „Mitmachen“ bei Twitter noch lange nicht aus, um eine Kampagne auch digital zu leben.<br />
Dafür sind echte Spezialisten (Storyteller, Storyarchitekten, Digitalos) gefragt, die im Verbund mit Spin Doctoren und gedienten Bild-Kämpen eine Kampagne auch über die durchschnittliche medial Aufmerksamkeitsschwelle von drei Tagen transportieren können (und zwar nicht nur auf den gelernten Kanälen Print, Radio und TV). SPD und Grüne versuchen gemeinsam zwar mit #bewegungjetzt, die sichere Siegerin Merkel auf den letzten Metern noch abzufangen, kommen ihrerseits Online aber nur auf kümmerliche 5.500 Unterstützer. Zwar lässt sich ein Badge für das Twitter- und Facebookprofil erstellen, doch einen Link, um weitere Unterstützer/innen über soziale Netzwerke anzusprechen, sucht man vergeblich. Vielleicht wird ja der Wahlkampf 2017 (oder doch früher?) ja endlich digital und vor allem transmedial. Spätestens dann müssen Politiker und Parteien wie Marken agieren und ihre Story auf allen Kanälen erzählen können. Vielleicht hilft dabei auch ein Wahltermin im Frühjahr oder in der Vorweihnachtszeit…<br />
<em>Jan C. Rode bloggt als <a href="http://www.der-medienlotse.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Medienlotse</a></em><br />
Bilder: m.p.3. via flickr, Rainer Sturm via pixelio.de<br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--></p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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