<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Watchblog &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/watchblog/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 25 Jun 2013 09:05:26 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Watchblog &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Watchmen der Zeit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/watchmen-der-zeit-129667/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/watchmen-der-zeit-129667/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2013 09:05:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[PolitiFact]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlomat]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[ZDFcheck]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=129667</guid>

					<description><![CDATA[Politikeraussagen erreichen mehr Menschen als Wahlprogramme, denn letztere passen weder in eine Talkshow noch in 140 Zeichen. Damit werden die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ZEITcheck1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129696" alt="ZEITcheck" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ZEITcheck1.jpg" width="637" height="385" /></a>Politikeraussagen erreichen mehr Menschen als Wahlprogramme, denn letztere passen weder in eine Talkshow noch in 140 Zeichen. Damit werden die Statements zu neuralgischen Punkten der politischen Kommunikation. Ein Satz reicht, um eine positive Mobilisierungswelle anzustoßen – oder den Zorn der Republik, im Falle einer Falschaussage. Faktenchecks wie der des ZEITmagazins bekommen dadurch beachtliche Relevanz, sind dabei je nach Ergebnis entweder Gütesiegel oder Wahlkampfbremse.<br />
„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, lautet ein zum Check eingereichtes Zitat für den „Wahlomaten“ der ZEIT. Die anderen der fast 70 Vorschläge sind vermutlich größtenteils ernst gemeint. Sie spiegeln wider, was das politische Deutschland im Augenblick bewegt. Sind ein Viertel aller Deutschen arm? Hat Thomas de Maizière den Verteidigungsausschuss in Sachen „Drohnenaffäre“ belogen? Und natürlich der vielleicht letzte schichtenübergreifende Aufreger: Wie sinnvoll ist ein Tempolimit auf der Autobahn?<br />
Damit muss der Userbeitrag aber nicht enden. Jeder Vorschlag darf kommentiert werden – das ZEITmagazin kooperiert dazu <a href="http://politik-digital.de/liquid-gatekeeping/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bereits zum zweiten Mal</a> mit der Beteiligungsplattform <a href="https://adhocracy.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Adhocracy</a>. Die Leser haben es auch in der Hand, darüber abzustimmen, welche Zitate in den Check kommen. Zum Schluss spukt der „Faktomat“ ein Fazit aus: wahr, halbwahr, falsch. Das Resultat ist auf ZEIT ONLINE nachzulesen oder im gedruckten ZEITmagazin.</p>
<h3>Wird bald alles teurer?</h3>
<p>Dreimal haben die ZEIT-Redakteure bisher nachgeprüft – oder besser: nachgerechnet. <a href="http://www.zeit.de/2013/23/faktomat-bundestagswahl-gruene-steuerkonzept" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Als erstes</a> wurde die Behauptung der Grünen-Vorsitzenden Katrin Göring-Eckardt unter die Lupe genommen, wonach 90 Prozent der Steuerzahler durch die geplante Reform entlastet würden. Die These stimme, schreibt das ZEITmagazin. Die Entlastungen seien jedoch nicht groß, die Belastungen hingegen sehr wohl, besonders unter Einbeziehung der geplanten Krankenkassenreform. Dem Fazit geht eine kurze Analyse des deutschen Steuersystems und seiner Zahler voraus. Danach wird aufgeschlüsselt, wie die höheren finanziellen Belastungen konkret aussehen, die Steuern, Krankenkassenbeiträge und ein begrenztes Ehegattensplitting betreffen.<br />
Der <a href="http://www.zeit.de/2013/25/faktomat-erneuerbare-energien-stromkosten-roesler" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweite Check</a> fällt in ein ähnlich umkämpftes Thema wie der zum grünen Steuerkonzept. „Sind vor allem die erneuerbaren Energien am hohen Strompreis schuld, wie Philipp Rösler behauptet?“ Die Redaktion kam hier zu dem Ergebnis, dass der Wirtschaftsminister bloß teilweise Recht hat. Die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien sei etwas mehr am hohen Strompreis schuld als die herkömmlichen Energien, langfristig käme der Umstieg auf saubere Energie aber günstiger. Zumal die Privatverbraucher über die Umlage auch noch die energieintensiven Unternehmen subventionieren.<br />
<a href="http://www.zeit.de/2013/26/faktomat-sigmar-gabriel-schere-arm-reich" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Check Nr. 3</a> greift ein Empfinden auf, an dem derzeit in Deutschland kein Zweifel besteht. Kaum jemand widerspricht der Einschätzung, dass der Graben zwischen Arm und Reich wächst. Sigmar Gabriel behauptete: „CDU, CSU und FDP sind dafür verantwortlich, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht – trotz guter Wirtschaftslage.“ Zeit-Autor Kolja Rudzio stellt fest: Statistisch belegt ist das Auseinanderdriften der Vermögen zwischen 1998 und 2008, verlässliche Zahlen zu den späteren Jahren liegen nicht vor. Für die Armut ist die Tendenz feststellbar, dass das Armutsrisiko bis ca. 2005 stieg und im Anschluss konstant blieb. Die Einkommensentwicklung der Reichen entkoppelte sich anschließend ebenfalls nicht weiter.<br />
Der Check bilanziert letztlich „falsch“, auch weil Gabriel die Schuld beim politischen Gegner sucht – obgleich es die Sozialdemokraten waren, die im Betrachtungszeitraum regierten.<br />
Die bislang insgesamt gut 300 teilnehmenden User haben die Frage kaum kommentiert, unbenommen aller politischer Sprengkraft. Überhaupt hält sich die Bereitschaft zum Input bei allen bisherigen Untersuchungen in engen Grenzen, höchstens eine Handvoll Kommentare kommt jeweils zusammen. Möglicherweise ändert sich das demnächst – nach aktueller Planung könnte der Wahlomat über den 22. September hinaus in Betrieb bleiben.</p>
<h3>Fakten zum Ursprung</h3>
<p>Das ZDF hat seinen eigenen Wahlomaten, den <a href="http://politik-digital.de/mit-dem-zweiten-waehlt-man-besser/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZDFcheck</a>. Auch dort kann der Leser Themenvorschläge machen und sich per Kommentar einbringen. Die Unterschiede liegen im Detail: Eine Abstimmung ist nicht vorgesehen, die finale Einstufung differenzierter. Präsentiert werden die Ergebnisse aber hier wie da in multimedialen Kanälen, also in den TV-Nachrichten bzw. im ZEITmagazin.<br />
Der Trend zu Online-Faktenchecks, die <a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medien</a>, <a href="http://faktencheck-nrw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regierungen</a> und sogar <a href="http://markus-grill-watch.blogspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einzelpersonen</a> ins Visier nehmen, kommt wie so vieles aus den USA. Als Pioniere sieht der Medienfachmann Hektor Haarkötter die Redakteure von <a href="http://www.politifact.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PolitiFact</a>, die ihre Arbeit 2007 während Obamas erstem Wahlkampf begannen. Die mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Website geht weiter als ihre deutschen Pendants. Sie stuft nicht nur den Wahrheitsgehalt ein, sondern auch, inwieweit eine Aussage zu vorherigen Äußerungen passt. Zudem beobachtet die Redaktion die Halbwertszeit von Versprechen. Über Obama ist etwa zu lesen, dass seine heutige Einstellung zur staatlichen Überwachung selbst nach „Prism“ – mit Abstrichen – den Verlautbarungen aus seinem Wahlkampf entspricht.<br />
PolitiFact existiert bereits länger, das merkt man der Seite an. Sie wird nahezu täglich aktualisiert und beschränkt sich nicht auf Politiker – was etwa Jon Stewart, Anchorman der Satiresendung „Daily Show“, <a href="http://www.politifact.com/rhode-island/statements/2011/dec/09/jon-stewart/comic-jon-stewart-says-early-congress-met-most-chr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu spüren bekam</a>.</p>
<h3>Kontrolle über die Kontrolleure</h3>
<p>Eine Frage, die aus der Diskussion um das Bundesverfassungsgericht genauso bekannt ist wie aus der Graphic Novel „Watchmen“, betrifft auch die Faktenchecks: Wer kontrolliert die Kontrolleure? Das Watchblog „<a href="http://www.politifactbias.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PolitiFact Bias</a>&#8221; wirft dem Check-Pionier „PolitiFact&#8221; vor, eine verzerrte, voreingenommene Sicht („Bias“) auf die Politik zu haben, ob bewusst oder unbewusst. Hinzu käme schlampige Recherche.<br />
Im Blog führen die Autoren von &#8220;PolitiFact Bias&#8221; auf, welche Details ihnen aus welchen Gründen missfallen. Das kann sachlich gerechtfertigt oder (ihrerseits) politisch motiviert sein, es verweist so oder so auf ein Problem jedes Politikchecks: Parteilichkeit. Kein Check wird sich in Gänze dem Vorwurf entziehen können, Partei zu ergreifen – dafür braucht nicht der Faktencheck der <a href="http://www.faktencheck-bw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jungen Union</a> als Beispiel herzuhalten. Der erste kritische Punkt ist schon bei Auswahl der zu prüfenden Behauptungen erreicht, die von der politischen Brille des „Gatekeepers“ bestimmt sein kann. Daher gilt: Politiker gehören auf den Prüfstand – Checks auch.<br />
&nbsp;<br />
Bilder: Erich Ferdinand (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/watchmen-der-zeit-129667/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Google ist wie ein guter Freund”</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/google-ist-wie-ein-guter-freund-3606/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/google-ist-wie-ein-guter-freund-3606/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Suchmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Blogpiloten]]></category>
		<category><![CDATA[Google Watch Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Zwierlein]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/google-ist-wie-ein-guter-freund-3606/</guid>

					<description><![CDATA[<b>Am 04. September2007 war Stefan Zwierlein vom Google Watch Blog zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Im Chat sprach er über die Beeinflussung von Lesern, die Angst vor Datenmissbrauch und kommende Dienste von Google.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Am 04. September2007 war Stefan Zwierlein vom Google Watch Blog zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Im Chat sprach er über die Beeinflussung von Lesern, die Angst vor Datenmissbrauch und kommende Dienste von Google.</b><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde,<br />
dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Heute ist Stefan<br />
Zwierlein vom Google Watch Blog unser Gast. </p>
<p><b>Stefan Zwierlein: </b>Hallo, willkommen zum Chat über<br />
den GoogleWatchBlog.
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.googlewatchblog.de/"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/szwierlein85x.jpg" alt="Stefan Zwierlein" border="0" height="118" width="85" /></a><br />
<i>Stefan Zwierlein<br />
vom GoogleWatchBlog</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hallo Stefan, dann kann es ja jetzt<br />
losgehen.Unsere Nutzer konnten bereits im Vorfeld Fragen stellen<br />
und darüber abstimmen, welche heute den Chat eröffnen.<br />
Hier ist die erste:
</p>
<p>
<b>Karsten:</b> Wie lange gibt es das <a href="http://www.googlewatchblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GoogleWatchBlog</a><br />
eigentlich schon und wie viele Leute schreiben dafür?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Den Blog gibt es seit dem 27.<br />
Oktober 2005, ein Tag zuvor wurde die Software installiert und alles<br />
eingerichtet. Autoren sind eigentlich nur Jens Minor und ich, obwohl<br />
auch Stefan More und Michael Mayr noch Schreibzugriff haben. Zu<br />
unserem Team sind aber in den letzten zwei Jahren auch immer mehr<br />
hinzugestoßen. Manche, wie ich, sind regelmäßig<br />
dabei, andere beteiligen sich nur punktuell. Jeder Leser kann aber<br />
auch Artikel vorschlagen oder gleich selbst schreiben und einstellen.<br />
Dies wird von der Community zunehmend genutzt. Die Interaktivität<br />
geht also über die Kommentare und Beiträge in unserem<br />
Wiki hinaus. Wenn ihr also was Neues habt, stellt es doch einfach<br />
bei uns ein: <a href="http://www.googlewatchblog.de/suggest.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.googlewatchblog.de/suggest.php</a>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein paar Nutzer scheinen sich zu wundern,<br />
wo Jens Minor, der Gründer des Google Watch Blogs, heute ist:
</p>
<p>
<b>stefan2904:</b> Wo ist Jens?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Jens ist leider beschäftigt<br />
und konnte den Termin heute nicht wahrnehmen. Aber ich habe seine<br />
Antworten und spreche daher auch in seinem Namen.
</p>
<p>
<b>Kaspar Hauser:</b> Seid ihr eigentlich pro Google,<br />
contra Google oder neutral?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein: </b>Da wir uns als große Google-Fans<br />
ansehen, sind wir natürlich eher pro eingestellt und wir freuen<br />
uns über jede Neuigkeit und jeden Vorteil, den Google uns bietet.<br />
Es ist aber nicht so, dass wir alles versuchen, schön zu reden,<br />
was Google tut &#8211; wir sind ja keine Pressesprecher 😉 Es würde<br />
also nichts geben, was wir nicht schreiben würden, um irgendjemanden<br />
zu schonen. Wir beachten aber sehr wohl die Fairness, die man dabei<br />
haben sollte. Aber bad news sind ja bekanntlich auch good news.<br />
Tatsächlich hat es auch noch kaum Konfliktfälle gegeben.
</p>
<p>
<b>calexico:</b> Woher bekommt ihr die ganzen Informationen<br />
für das WatchBlog? Und wie viel Zeit geht für die Google-Beobachtung<br />
drauf?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein: </b>Das Zauberwort heißt Feedreader.<br />
Die meisten Informationen stammen von den bekannten amerikanischen<br />
Google-Blogs, teilweise entdecken wir die Dinge aber auch selbst<br />
oder werden per Mail hingewiesen. Wie das mit Hobbys so ist, verbringt<br />
man sicherlich viel mehr Zeit damit, als man denkt. Da ich mich<br />
aber auch im Studium mit dem Thema beschäftige, lässt<br />
sich das nicht so klar abgrenzen. Das ist ein fließender Übergang.<br />
Täglich ist es aber im Durchschnitt bestimmt eine Stunde. Bei<br />
Jens gehen sogar um die zwei bis drei Stunden am Tag dafür<br />
drauf.
</p>
<p>
<b>hebbet:</b> Ich weiß, dass Google es dem Blog<br />
erlaubt, diesen GoogleWatchBlog zu nennen. Hat Google schon mal<br />
angefragt ob sie diesen Blog übernehmen dürfen?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein: </b>Wir haben zwar Kontakt mit dem<br />
Pressesprecher, aber ein solch direktes Feedback haben wir noch<br />
nicht bekommen. Da hält sich das Unternehmen stark zurück.<br />
Grundregel des Unternehmens war es ja immer, gar keine eigene Werbung<br />
zu machen. Daher würde das auch nicht zu Google passen, aber<br />
wir wissen, dass viele Googler den Blog lesen. Siehe dazu auch <a href="http://www.googlewatchblog.de/2007/08/14/statistik-gwb-besuche-von-google,-microsoft-und-yahoo-/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier<br />
</a> .
</p>
<p>
<b>hmmmm:</b> Wie viel Einfluss kann ein WatchBlog eigentlich<br />
haben?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Wir sind überrascht von<br />
dem großen Interesse, das der Blog hat. Die Größenordnung<br />
der Zugriffe ist mit denen auf Blogs mit wesentlich breiterer thematischer<br />
Fächerung vergleichbar. Doch unsere Leser sind nah am Thema,<br />
Google-Mitarbeiter, Berater im SEO Geschäft, und viele technikbegeisterte<br />
Google-Fans. Das sind Abonnenten die bleiben, weil sie auch noch<br />
in Zukunft über die News rund um Suchmaschinen und all die<br />
neuen Dienste informiert werden wollen. Ich denke, dass ein WatchBlog<br />
die BILD-Zeitung für seinen Bereich sein kann. Das ist nicht<br />
im negativen Sinne gemeint, aber ein WatchBlog kann die Meinung<br />
seiner Leser schon sehr bilden. Die meisten unserer Leser informieren<br />
sich noch über andere Quellen über Google &#8211; einige vertrauen<br />
aber 100-prozentig auf uns &#8211; und diese kann man natürlich leicht<br />
beeinflussen. Welchen Einfluss ein WatchBlog auf das beobachtete<br />
Unternehmen hat, ist schwer zu sagen &#8211; wir meinen eigentlich gar<br />
keinen. Das Unternehmen wird natürlich aufpassen, dass es nicht<br />
komplett zerrissen wird. Aber ich denke, so ein WatchBlog kann auch<br />
nützlich sein, um eigene Fehler zu entdecken und zu erfahren,<br />
was die Kunden denken und möchten. Die Wirkung nach innen ist<br />
vielleicht sogar größer als die Werbewirkung, da bei<br />
Google dafür ja ohnehin die Qualität der Dienste da ist.
</p>
<p>
<b>nikberlin:</b> Wenn man Euren Blog durchgeht, stellt<br />
man fest, dass Ihr sehr stark über die Produkte schreibt und<br />
redet. In der Community gibt es ja mittlerweile eine ziemliche Diskussion<br />
über die Rolle von Google, in Deutschland lahmt die ganze Diskussion<br />
ja etwas, ich nenne nur die Stichworte Copyright, Privacy und auch<br />
technologische Fragen. Habt ihr all diese Fragen auf der Agenda<br />
oder interessieren die euch gar nicht?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Uns interessieren vor allem<br />
die technischen Innovationen. Die ethischen Folgen, die daraus entstehen,<br />
werden intensiv von der Community in den Kommentaren ausdiskutiert,<br />
die bei uns ein Forum für solche Themen bieten.
</p>
<p>
<b>airjump:</b> Hallo, das GoogleWatchBlog ist für<br />
mich nicht mehr wegzudenken. Doch warum mit Werbung?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Das hat zwei wesentliche Gründe:<br />
Zum einen haben wir eine eigene Serverlösung, die nicht kostenlos<br />
ist, wie z.B. Blogger, weil wir auch selbst technische Spielereien<br />
einbauen wollen, die es bei solchen Diensten (noch) nicht gibt.<br />
Das ist also sehr nützlich, um das ganze kostenneutral zu halten,<br />
ohne dass es durch fehlende Relevanz störend wird. Zum anderen<br />
nutzen wir einen der erfolgreichsten Google-Dienste, nämlich<br />
AdSense. Wenn wir täglich darüber berichten, wollen wir<br />
uns damit auskennen und müssen diese Dienste natürlich<br />
auch testen.
</p>
<p>
<b>pängpäng:</b> Wie steht ihr zu dem neuen<br />
aufklärerischen Impetus von googlemap, sei es in Sachen Darfur,<br />
Tankerkatastrophen o.ä.?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Ich denke, da nutzt Google den<br />
Entdeckerdrang vieler Leute aus, um den Dienst mit Dingen, die in<br />
der Welt einfach nur da sind, interessant zu machen. Wenn man bedenkt,<br />
wie viele Blogger über ziemlich banale Muster auf Kornfeldern<br />
oder ähnliches berichten.<br />
Wir würden vom Thema abkommen, wenn wir das auch alles noch<br />
mit aufnehmen würden.<br />
Wenn natürlich etwas heraussticht und es eine Relevanz zu Google<br />
oder der Welt der Suchmaschinen und Softwarefirmen hat, sind wir<br />
wieder dabei. Da kann es sich dann auch um Microsoft, Yahoo oder<br />
Ask.com handeln.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zur Entwicklung von Google:
</p>
<p>
<b>seekXL:</b> Bereitet Dir die rasante Entwicklung von<br />
Google für die Zukunft Angst, gerade im Hinblick auf die Menge<br />
an Daten, welche man im Laufe der Zeit über Dich gesammelt<br />
hat?<br />
Vielleicht nicht Angst&quot;, aber Sorge&quot;, was in den falschen<br />
Händen damit angestellt werden kann?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Angst bisher noch nicht, aber<br />
Respekt und Vorsicht. Mittlerweile gibt es schon Momente, in denen<br />
ich mir denke &quot;Mein Gott, das habe ich Google auch schon anvertraut&#8230;&quot;.<br />
Irgendwie hat Google, und das wohl nicht nur bei mir, den Stand<br />
eines sehr guten Freundes, dem man jedes Geheimnis erzählt<br />
und darauf vertraut, dass er es nicht weiter erzählen wird.<br />
Und Google gibt mir dafür sogar noch jede Menge Vorteile. Wir<br />
haben beide keine Sekunde gezögert, die Web History &#8211; also<br />
im Grunde die letzte Privatsphäre im Internet &#8211; zu aktivieren<br />
und Google mitzuteilen, wo wir gerade genau surfen. Allerdings halte<br />
ich persönlich Google bei sicherheitskritischen Anwendungen<br />
heraus. Also da gibt es schon noch Ausnahmen. Problematisch wird<br />
es in der Tat, wenn man davon betroffen ist, ohne davon etwas zu<br />
wissen. Es gibt einige Google-Dienste, bei denen das inzwischen<br />
der Fall ist.
</p>
<p>
<b>BigBummi: </b>Zahlreiche Anbieter kostenloser Leistungen<br />
sind aus dem Web verschwunden oder in den kostenpflichtigen Bereich<br />
gewechselt. Trägt sich Google selber und kann deshalb ihre<br />
bisher kostenlose Dienst auch weiterhin kostenlos halten?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Die Strategie, bestimmte Dienste<br />
kostenlos anzubieten, ist einfach eine Taktik, mit einem Vorsprung<br />
an den Markt zu gehen. Auch Microsoft hat z.B. in der Anfangszeit<br />
Produkte sehr günstig angeboten, um eine marktbeherrschende<br />
Stellung zu bekommen. Inzwischen wird auch hier nicht mehr alles<br />
verschleudert. Wir können beobachten, dass auch Google zunehmend<br />
Premium-Dienste oder auch einfach nur mehr Speicherplatz zu Aufpreisen<br />
anbietet. Ich denke, das wird noch zunehmen, aber der kostenlose<br />
Dienst zum Einstieg wird meiner Ansicht nach erhalten bleiben.
</p>
<p>
<b>teichtier:</b> Verleger DuMont Schütte meinte<br />
in der FAZ, Google wäre in 10 Jahren tot. Wunschdenken eines<br />
Verlegers oder wird Google wirklich irgendwann am Ende sein?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein: </b>Kein Unternehmen existiert ewig<br />
&#8211; da wird auch Google keine Ausnahme sein. Genauso wie Google damals<br />
wird es auch in Zukunft ein Unternehmen geben, dass plötzlich<br />
alles bis dahin Dagewesene in den Schatten stellt. Aber das passiert<br />
eben immer wieder in etwas unterschiedlichen Bereichen. Bei Microsoft<br />
waren es Betriebssysteme, bei Google Suchmaschinen oder bei Apple<br />
nun Handys. Doch wir haben uns für Google als Aufhänger<br />
entschieden, weil wir eben gerade nicht glauben, dass es sich nur<br />
um eine kurzfristige Erscheinung handelt. Die Google Mission ist<br />
für eine sehr lange Zeit, in der Größenordnung von<br />
einem Jahrhundert und länger, angelegt. Ich persönlich<br />
halte das für realistisch. Doch das wird das Unternehmen natürlich<br />
niemals alleine schaffen. Bestimmt wird es andere geben, die da<br />
mitmischen wollen, aber das macht das ganze ja nur spannender. Auch<br />
über die anderen Player in dem Bereich berichten wir hin und<br />
wieder. Microsoft ist auch nicht weg vom Fenster, nur weil sich<br />
in ganz anderen Bereichen Unternehmen wie Apple oder Google Aufmerksamkeit<br />
in der Öffentlichkeit verschaffen. Zur Erinnerung: Bill Gates<br />
hatte die Vision von einem PC auf jedem Schreibtisch. Und da sind<br />
wir heute. Zumindest in den Industrienationen. Und ganz nebenbei:<br />
95 Prozent unserer Leser verwenden Microsoft Windows. Doch nun geht<br />
es auch darum, diese Technologie einzusetzen und die Information<br />
der Welt nutzbar zu machen. Das finden wir, ist ein spannendes Thema<br />
und eine vielversprechende Mission.
</p>
<p>
<b>franke:</b> Google hat ja am 07.09.2007 Geburtstag<br />
und wird 9 Jahre alt. Ist schon was bekannt, ob es etwas Besonderes<br />
für die User gibt?
</p>
<p>
<b>Stefan Zwierlein:</b> Vielleicht das GooglePhone?<br />
😉<br />
Zudem sind ja auch noch weitere Dienste in der Pipeline, von denen<br />
wir im Gegensatz dazu mit großer Sicherheit wissen, dass sie<br />
kommen werden. Dazu gehört der Dienst für Online-Präsentationen,<br />
sowie ein Google-Dienst für Wikis. Die Kernfelder von Google<br />
sind ja Suche, Werbung und Anwendungen. Es gibt momentan keinen<br />
Anlass zu vermuten, dass sich das Unternehmen selbst in andere Bereiche<br />
wie z.B. Hardwareproduktion über das bisherige Maß hinaus<br />
entwickeln wird. Rund um das Thema GooglePhone gibt es nur Halbwissen<br />
&#8211; nur Vermutungen. Ich denke aber, dass, wenn es das eines Tages<br />
geben sollte, doch eher als Softwareplattform für all die neuen<br />
mobilen Google-Dienste wie Google Maps, das neue Bezahlsystem GPay<br />
und andere Killer-Applikationen dient, die es gegenüber &quot;herkömmlichen&quot;<br />
Handys mit sich bringt. Dass man auf diesem Markt mit ein paar neuen<br />
Features und Innovationen etwas reißen kann, hat Apple ja<br />
schon eindrucksvoll gezeigt. Der Schlüssel dazu werden vor<br />
allem Kooperationen und Allianzen mit anderen Firmen sein. Oder<br />
vielleicht steht ja auch wieder eine kleine Milliardenakquisition<br />
an 😉 Viel Geld für Mobilfunklizenzen will ja Google nebenbei<br />
auch noch ausgeben.
</p>
<p>
<b>Stefan More:</b> Wird es einmal ein GWB-Community-Treffen<br />
oder ein ähnliches Event geben?</p>
<p><b>Stefan Zwierlein:</b> Da alle Beteiligten über<br />
Deutschland, Europa und die Welt verteilt sind, dürfte das<br />
ziemlich schwierig werden. Aber in der Tat gab es bereits einige<br />
kleinere Bloggertreffen und andere Events, wie das Podcamp, an denen<br />
wir bereits teilgenommen haben. Aber das ist eine interessante Idee,<br />
auf den Vorschlag kommen wir vielleicht demnächst zurück<br />
😉
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Schluss gibt´s noch Leser-Komplimente:
</p>
<p>
<b>Gmail:</b> Hallo Stefan, ich wollte nur sagen, ich<br />
finde deinen Blog super und lese fast jeden Tag ohne aktiv mitzureden!<br />
Aber Kompliment! Sehr informativ! Gruß aus der Schweiz.
</p>
<p><b>Moderator:</b> Das war die Blogsprechstunde für<br />
heute. Danke an die Nutzer für die vielen Fragen und natürlich<br />
danke an Stefan Zwierlein für die interessanten Einblicke.<br />
Das Transkript dieses Chats finden Sie in Kürze bei politik-digital.de<br />
und den Blogpiloten. Stefan, noch ein Schlusswort?</p>
<p><b>Stefan Zwierlein:</b> Es war sehr spannend auf Eure<br />
Fragen zu antworten und vielen Dank für die Einladung zu dieser<br />
Gelegenheit. Vielleicht lässt sich ja die Diskussion demnächst<br />
auf einem Community-Treffen, wie vorgeschlagen, fortsetzen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/google-ist-wie-ein-guter-freund-3606/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#034;Es sollte mehr Watchblogs geben&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/es-sollte-mehr-watchblogs-geben-491/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/es-sollte-mehr-watchblogs-geben-491/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[npd-blog.info]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Gensing]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/es-sollte-mehr-watchblogs-geben-491/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span class="fett"><b> Am 22. Mai 2007 war Patrick Gensing, der Blogger
von npd-blog.info, in der Blogsprechstunde von politik-digital.de
in Kooperation mit den Blogpiloten. Er sprach über die Präsenz
und die Rechte von Rechtsextremen im Internet, deren Reaktionen
auf seinen Blog und seine Gedanken zu einem NPD-Verbot.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span class="fett"><b> Am 22. Mai 2007 war Patrick Gensing, der Blogger<br />
von npd-blog.info, in der Blogsprechstunde von politik-digital.de<br />
in Kooperation mit den Blogpiloten. Er sprach über die Präsenz<br />
und die Rechte von Rechtsextremen im Internet, deren Reaktionen<br />
auf seinen Blog und seine Gedanken zu einem NPD-Verbot.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<b><b><b><b>Moderator:</b></b></b></b> Hallo<br />
und herzlich Willkommen zur Blogsprechstunde von politik-digital.de<br />
in Kooperation mit den Blogpiloten. Heute geht es um Rechtsextreme<br />
im Internet. Zu Gast ist Patrick Gensing, Blogger auf npd-blog.info<br />
und freier Journalist. <a href="http://npd-blog.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/pgensing85x.jpg" alt="Patrick Gensing" align="right" border="0" height="120" width="85" /></a>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, hier ist es 16.00 Uhr. Herr Gensing, sind Sie soweit,<br />
können wir beginnen?
</p>
<p>
<b><b>Patrick Gensing:</b></b> Ja, gerne.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Im Vorfeld hatten unsere Nutzer wieder die Möglichkeit,<br />
bereits Fragen zu stellen und über diese abzustimmen. Die drei<br />
Fragen mit den meisten Stimmen eröffnen den heutigen Chat.<br />
Hier kommt Nummer eins:
</p>
<p>
<b>Werther:</b> Wie soll man als nicht-journalistischer<br />
Blogger mit der NPD umgehen? Ignorieren oder bloßstellen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Niemand sollte die NPD und den Neonazismus ignorieren,<br />
also auch nicht die Blogger-Gemeinde, denke ich. Blogger sollten<br />
sich eben auch ihrer Verantwortung bewusst sein, dass sie mit ihren<br />
Beiträgen die öffentliche Meinung beeinflussen. Und jeder<br />
Blogger ist ja auch irgendwo Journalist, wenn auch nicht Profi.<br />
Aber ein paar Grundsätze gibt es, die ja auch außerhalb<br />
des World Wide Web gelten: Keinen Unsinn verbreiten, sondern überlegen,<br />
was man schreibt und die richtigen Quellen aussuchen: Wer wirkt<br />
glaubwürdig? Wer veröffentlicht was aus welchem Interesse?<br />
Ist natürlich schwierig, klar. Aber ignorieren ist keine Lösung.<br />
So schade das ist!
</p>
<p>
<b>nerdster:</b> Angeblich wurde ihr Blog bereits einmal<br />
von Nazis gehackt. Was ist dran an dieser Geschichte? Wie beurteilen<br />
sie Hack- und Defacement-Aktionen [das unberechtigte Verändern<br />
einer Website, Anm. d. Red.] gegen rechte Webseiten?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Frage eins: Da ist nix dran. Das war ein Script-Kiddie,<br />
der eine bekannte Lücke von WP (WordPress) ausgenutzt hat,<br />
um ein Defacement durchzuführen. Der dachte, NPD-BLOG.INFO<br />
sei eine Nazi-Seite und deswegen hat der da so einen Kram wie „gegen<br />
Nazis und Amerikaner&quot; draufgeschmiert. Ziemlich arm, aber nun<br />
gut. Frage zwei: Hacks sind natürlich strafbar, keine Frage.<br />
Für Beobachter ergeben sich aber aus den gehackten Daten interessante<br />
Dinge. Wenn die Informationen auf dem Markt sind, dann lese ich<br />
die auch. Und die Hacks haben natürlich große Wirkung<br />
gezeigt bei den Geschädigten. Zum einen kostet das Zeit und<br />
Ansehen, zum anderen entstehen Einblicke in interne Strukturen.<br />
Aber wie gesagt: Ist eine kriminelle Handlung, von daher natürlich<br />
abzulehnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine generelle Frage zum Auftritt der NPD im Internet:
</p>
<p>
<b>homy:</b> Wie umfassend weiß die NPD die Möglichkeiten<br />
des Internet zu nutzen (zur Selbstdarstellung, Mitgliedergewinnung<br />
und Propaganda)? Gibt es da Unterschiede zu den übrigen Parteien?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich habe den Eindruck, die NPD ist ziemlich weit<br />
vorne dabei. Sie bietet Anlaufpunkte für Interessierte und<br />
reichlich Propaganda, vor allem eben die Schulhof-CD, zum Herunterladen.<br />
Es gibt von jedem popeligen Kreisverband mit drei Mitgliedern eine<br />
eigene Präsenz, die oft gut aussehen, weil das Einheitsdesign<br />
der NPD-Websites übernommen wurde. Aber es gibt auch viele<br />
sehr schlechte NPD-Seiten. Doch ich denke, die Partei hat verstanden,<br />
was mit dem Internet möglich ist. Und vor allem braucht eine<br />
Partei wie die NPD, die so wenige fähige Köpfe und wenig<br />
Geld hat, dringend eine Möglichkeit, um günstig miteinander<br />
zu kommunizieren und Aktionen und Strategien abzustimmen. Da ist<br />
das Internet perfekt für, aber es gibt eben auch die Gefahren<br />
der Transparenz für die NPD, an der diese Partei ja wenig interessiert<br />
ist. Dies zeigen ja immer wieder die Parteitage, die hinter verschlossenen<br />
Türen stattfinden. Im Unterschied mit den anderen Parteien<br />
nutzen die NPD und auch andere rechtsextreme Organisationen das<br />
Internet geschickt, finde ich. Andere sehen das anders, aber man<br />
muss eben überlegen, was im Internet möglich ist. Natürlich<br />
wird niemand durch das Internet alleine zum Nazi, aber ich kann<br />
da Kontakte knüpfen und Propaganda bekommen und so weiter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Welche Bedeutung hat das Internet denn für die<br />
Rekrutierung von Parteinachwuchs? Könnte die NPD &#8211; oder andere<br />
rechte Gruppen &#8211; ohne das Netz dieselbe Aufmerksamkeit erregen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Also, ich denke, die Rekrutierung von Nachwuchs<br />
erfolgt auf der Straße durch rechte Cliquen und rechten Mainstream,<br />
nicht durch das Internet. Aber wie geschrieben: Das Internet hilft<br />
dann eben, die Leute ideologisch zu verblenden, wenn man es richtig<br />
einsetzt. Und was die NPD auch macht, ist über kostenlose PR-Angebote<br />
ihre Mitteilungen im Netz zu verbreiten, so dass diese auch bei<br />
News-Angeboten auftauchen können. Wichtigste Bühne für<br />
die NPD ist das Parlament, da gibt es am meisten Aufmerksamkeit<br />
bei Tabubrüchen. Das Internet hilft, ins Parlament zu kommen.<br />
Und es hilft ebenfalls, um beispielsweise politische Gegner einzuschüchtern.<br />
So sammelt die NPD in Mecklenburg-Vorpommern zur Zeit Fotos von<br />
Anti-NPD-Demonstranten, was natürlich das Ziel verfolgt, diese<br />
Leute zu verunsichern.
</p>
<p>
<b>lionel:</b> Offensichtlich nutzt die NPD die Möglichkeiten<br />
zur weltweiten Vernetzung voll aus &#8211; zuletzt mit einem eigenen Profil<br />
auf MySpace. Wie rechtfertigen die NPDler diesen Widerspruch zu<br />
ihren Anti-Globalisierungs-und Anti-USA-Parolen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Die Geschichte mit MySpace ist in meinen Augen<br />
Quatsch. Da gab es ein Profil, aber da waren 15 Leute drin und die<br />
kamen irgendwo aus den USA und Skandinavien. Das hatte mit der NPD<br />
nichts direkt zu tun und inhaltlich ist auf der Seite auch nichts<br />
gelaufen. Klar versuchen die alle Kanäle zu bedienen, aber<br />
gerade diese MySpace-Nummer passte da nicht so rein. Spiegel Online<br />
hat ja auch selbst geschrieben, dass da nicht die Partei hintersteckte.<br />
Den Widerspruch, dass das World Wide Web eigentlich ein Feind für<br />
die Nazis sein müsste, können sie natürlich nicht<br />
auflösen &#8211; wie so viele Widersprüche in dieser Ideologie.<br />
Aber sie versuchen, das abzufedern, indem sie sich deutsche Begriffe<br />
für die vielen Anglizismen ausdenken. Aber der Widerspruch<br />
bleibt natürlich, klar.
</p>
<p>
<b>fnord:</b> Glauben Sie, dass es im Netz Angebote gibt,<br />
die für Nazis schwerer zu nutzen sind? Blogs von rechts sind<br />
bisher ja eher nicht bekannt. Auch ihre Versuche bei MySpace sind<br />
ja eher gescheitert. Macht es das so genannte „Web2.0&quot;<br />
den Nazis schwerer, weil es weniger anonym ist?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ja, das kann gut sein. Es findet eine Qualitätskontrolle<br />
durch die Masse der User statt, diese können die wenigen Nazis<br />
schlecht beeinflussen. Außerdem fehlen ihnen fähige Leute,<br />
daher gibt es auch nur so wenige „gute&quot; Angebote von<br />
Neonazis im World Wide Web. Es gibt eigentlich nur zwei deutsche<br />
Nazi-Seiten, bei denen es sich lohnt, sie ständig zu lesen<br />
und die einen gewissen Einfluss haben. Dabei sind diese auch im<br />
Blog-Format aufgebaut und arbeiten auch mit Kommentaren. Diese sind<br />
recht erfolgreich, aber sonst gibt es zwar viele Seiten &#8211; der Verfassungsschutz<br />
zählt etwa 1000 deutschsprachige &#8211; aber wenig Qualität.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage zum rechtlichen Hintergrund von Nazi-Seiten:
</p>
<p>
<b>local:</b> Sollte man gegen rechte Inhalte im Internet<br />
rechtlich vorgehen? Ist die Grenze zwischen „verfassungsrechtlich<br />
noch ok &quot; und „strafbar &quot; da nicht ziemlich schmal?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Es gibt Einträge, da gibt es keine „schmale<br />
Grenze&quot;, die sind so eindeutig verfassungsfeindlich und rassistisch,<br />
mehr geht eigentlich kaum. Die Strafermittler argumentieren dann,<br />
die Server stehen in den USA, man könne da nichts machen. Nun<br />
haben aber viele Anbieter auch Richtlinien gegen „Hate-crimes&quot;<br />
oder ähnliches. Ich denke, da gibt es eine Handhabe, wenn man<br />
wirklich Interesse hätte. Auch finde ich es erstaunlich, dass<br />
man schon lange Computer online durchsucht und allen möglichen<br />
Schnickschnack anstellt, aber nicht in der Lage ist, einen Verfasser<br />
einer bekannten Neonazi-Seite aus Mecklenburg-Vorpommern die Urheberschaft<br />
nachzuweisen. Andererseits ist es auch ganz beruhigend, dass der<br />
Staat/die Ermittler das offenbar nicht können. Denn natürlich<br />
möchte ich mich nicht für Online-Durchsuchungen aussprechen.<br />
Auch Nazis haben Rechte, das sollte man nie vergessen. Allerdings<br />
stimmt es auch, dass die Neonazis natürlich ziemlich genau<br />
wissen, was strafrechtlich nicht mehr geht und was schon und dann<br />
formulieren sie eben schon auf dieser schmalen Grenze, das stimmt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Interessant im Zusammenhang ausländischer Server:<br />
Wir hatten heute einen Chat mit lawblogger Udo Vetter, dort hieß<br />
es: Wenn du in Deutschland schreibst, gilt für dich deutsches<br />
Recht. Anscheinend doch nicht?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Naja, die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen<br />
den Holocaust-Leugner Ernst Zündel argumentiert: „Du<br />
stellst zwar Deine Inhalte aus Kanada ins Netz, aber die sind auch<br />
in Deutschland zugänglich. Und deshalb greifen die deutschen<br />
Gesetze für Dich.“ Aber da sitzt auch ein Staatsanwalt,<br />
der diese Hetze ernst nimmt und sich dahinter geklemmt hat. Das<br />
ist die Ausnahme.
</p>
<p>
<b>gaudi:</b> Welche Unterschiede sehen Sie aktuell in<br />
der rechten Szene West- und Ostdeutschlands? Verwischen die Grenzen<br />
(soziale Herkunft, Gewaltbereitschaft) inzwischen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich glaube der Hauptunterschied ist die Stärke<br />
beziehungsweise die Schwäche der Zivilgesellschaft. Und wie<br />
stark die Skepsis „gegen das System&quot; ausgeprägt<br />
ist. Im Osten ist die Gesellschaft eben vollkommen zusammengebrochen<br />
nach der Wende. Alles war plötzlich anders und was vorher war,<br />
das war plötzlich falsch. Es fehlen Nichtregierungsorganisationen,<br />
die Mitglieder haben, die Kirchen sind schwach. Es fehlen Kräfte<br />
in der Gesellschaft, die sich aktiv gegen die Nazis stellen und<br />
sagen: Hier nicht, ihr Pappnasen. In den Regionen, wo es andere<br />
Subkulturen gibt, haben es die Nazis ja auch sofort schwerer, vor<br />
allem auch Nachwuchs zu rekrutieren. Oder nimmt man die Großstädte:<br />
Warum sollte ich in Hamburg Nazi werden, wenn es 25 andere Subkulturen<br />
gibt, die mir besser gefallen? Inwieweit sich die Nazis in Ost-<br />
und Westdeutschland unterscheiden, ist schwierig zu beantworten.<br />
Denn zum einen sind ja auch viele Wessis in den Osten gegangen,<br />
um dort Strukturen aufzubauen, und genauso ziehen ja auch Nazis<br />
aus dem Osten in den Westen. Ich meine, manchmal bei Nazis aus dem<br />
Osten beobachtet zu haben, dass sie selbstverständlicher und<br />
mit mehr Selbstbewusstsein auftreten, weil sie eben weniger Gegenwind<br />
bekommen. Bei der sozialen Herkunft gibt es &#8211; glaube ich zumindest<br />
&#8211; nicht so die Unterschiede, wobei im Osten vielleicht inzwischen<br />
mehr Mittelständler dabei sind, weil wie gesagt die Ausgrenzung<br />
nicht so groß ist.
</p>
<p>
<b>fnord:</b> Ein Verbot der NPD wird ja immer wieder<br />
viel diskutiert. Befürworten Sie selbst ein solches? Oder meinen<br />
Sie, dass eine wehrhafte Demokratie solche Parteien ertragen muss?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Eigentlich war ich immer gegen ein Verbot, aber<br />
ich habe meine Meinung geändert. Ich finde, man könnte<br />
die NPD gut verbieten. Dagegen spricht, dass solche Interventionen<br />
des Staates nicht gut sind, da sie auch den Eindruck erwecken, „oh,<br />
ein starker Staat, der löst schon unsere Probleme&quot;. Aber<br />
auf der anderen Seite zieht die NPD inzwischen so massiv Geld aus<br />
der Wahlkampfkostenerstattung und aus den Fraktionen in Sachsen<br />
und in Mecklenburg-Vorpommern, dass ich denke, das kann nicht sein.<br />
Aber ein NPD-Verbotsverfahren ist unrealistisch, weil der Verfassungsschutz<br />
die Zusammenarbeit mit Verbindungs-Leuten in der NPD nicht einstellen<br />
wird. Von daher sind diese ewigen Diskussion darüber, die gerne<br />
von der SPD und den Grünen angestoßen werden, totale<br />
Zeitverschwendung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen, wie Rechtsextreme auf Ihre Blogeinträge<br />
reagieren:
</p>
<p>
<b>teichtier:</b> Wie reagieren denn Rechstextreme auf<br />
die Berichte in Ihrem Blog? Melden die sich direkt bei Ihnen?
</p>
<p>
<b>nora:</b> Kannst du mit Rechtsextremisten ernsthaft<br />
über deine Artikel diskutieren oder sind sie grundsätzlich<br />
in ihren Ansichten verbohrt?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich habe bestimmt rechtsextremistische<br />
Leser, da es ja von Neonazi-Seite kaum Angebote gibt, die sich so<br />
ausführlich mit der NPD beschäftigen. Diese Leute haben<br />
sich auch schon öfter bei mir gemeldet, sei es mit platten<br />
Pöbeleien oder mit dem ernsthaften Wunsch, zu diskutieren.<br />
Ich habe das auch mal ausprobiert, weil ich nicht verstehe, wie<br />
diese Leute ticken. Aber das war wenig fruchtbar, da sie eben alles<br />
in ihr Weltbild einfügen. Ein Weltbild, das von einer Ungleichwertigkeit<br />
von Menschen ausgeht. Wie soll man da diskutieren? Wenn jemand glaubt,<br />
ein weißer Mensch sei mehr Wert als ein schwarzer Mensch,<br />
dann kann man da argumentativ wenig machen. Daher habe ich diese<br />
Diskussionen schnell wieder eingestellt. Dafür fehlt mir die<br />
Zeit und auch die Lust, ich bin ja kein Missionar. Als solche verstehen<br />
sich aber offenbar viele Neonazis. Die sind wirklich überzeugt<br />
von dem, was sie sagen und machen. Das war eine interessante Erfahrung,<br />
die aber leider nicht weiterhilft. Ansonsten wird meine Seite in<br />
der Nazi-Szene sicherlich wahrgenommen, sie wird in Foren immer<br />
mal wieder diskutiert. Aber es gibt ja mehrere Internet-Projekte,<br />
die sich mit Rechtsextremismus beschäftigen, wie beispielsweise<br />
<a href="http://www.redok.de/">redok</a> oder <a href="http://www.endstation-rechts.de/">Endstation<br />
Rechts</a>. Daraus klauben sich die Neonazis ihre Infos zusammen<br />
und da schreiben sie auch ab. Genau wie „wir&quot; auch von<br />
den Nazi-Seiten bisweilen abschreiben, wenn da eben bestimmte Infos<br />
auftauchen, die man sonst nicht bekommt. Allerdings schreibe ich<br />
da nicht eins zu eins ab, sondern recherchiere dann weiter, um die<br />
Informationen zu verifizieren. Oder ich schreibe eben, dass ein<br />
bestimmtes Ereignis in den Neonazi-Kreisen offenbar die und die<br />
Reaktion hervorgerufen hat.
</p>
<p>
<b>pia:</b> Mit welcher Motivation haben Sie Ihren Blog<br />
gestartet? Was wollten und wollen Sie mit Ihrer Berichterstattung<br />
vor allem erreichen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich würde mich freuen, wenn die Berichterstattung<br />
über Neonazis dadurch kritisch begleitet wird und sich besser<br />
überprüfen lässt. Und ich möchte für alle<br />
Leute, die sich mit diesem Thema beschäftigen müssen/wollen<br />
möglichst viele relevante Informationen möglichst sinnvoll<br />
miteinander verbunden anbieten. Meine persönliche Motivation<br />
liegt auch darin, für mich selbst eine sinnvolle Recherche-Datenbank<br />
zu haben, in der ich alle für mich wichtigen Informationen<br />
zum Thema speichern kann.
</p>
<p>
<b>bürgerburger:</b> Macht das Watchbloggen über<br />
die NPD eigentlich auch Spaß, oder ist das mehr eine Bürgerpflicht?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Nein, das macht auch Spaß. Das ist mein<br />
Hobby.
</p>
<p>
<b>KeepItSimple:</b> Wie reagieren denn die anderen Parteien<br />
auf Ihre Berichterstattung? Bekommen Sie da eher Zuspruch &#8211; oder<br />
Kritik, weil sie sich so intensiv mit der NPD auseinandersetzen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Die CDU interessiert sich herzlich wenig dafür,<br />
dass ich da so einen Blog habe. Genauso die FDP, da gibt es ja nur<br />
Max Stadler, der sich ab und zu zu diesem Thema sinnvoll äußert.<br />
Bei der SPD haben das, glaube ich, einige auf dem Schirm. Und die<br />
finden das wohl auch ganz gut. Und die SPD hat in Mecklenburg-Vorpommern<br />
ja auch ein super Projekt gestartet (Endstation Rechts). Grüne<br />
und Linkspartei erwähnen meinen Blog auch auf ihren Seiten<br />
und in Publikationen bisweilen. Die finden das natürlich gut,<br />
wenn sich Leute gegen Rechtsextremismus engagieren, ist ja auch<br />
eher ein linkes Thema gewesen. Ich glaube, es ist eben Voraussetzung,<br />
sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen, damit man dann<br />
auch ernst genommen wird. Ich muss ja schon wissen, worüber<br />
ich schreibe. Und ich muss Vorgänge und Entwicklungen ja auch<br />
einschätzen können. Das kann ich nicht, wenn ich mich<br />
nur ein Mal im Monat damit beschäftige. Außerdem läuft<br />
es natürlich prima, der öffentliche Zuspruch ist ja da.<br />
Von daher wird man dann in der Arbeit natürlich auch bestärkt.<br />
Ich hätte NIE gedacht, dass mein Blog besonders bekannt wird.<br />
Aber ich frage mich auch, warum es nicht viel mehr Watchblogs gibt.<br />
Denn es ist eine super Möglichkeit, um sich auf ein Thema zu<br />
spezialisieren und um auch wirklich ein paar Leute zu erreichen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den Watchblogs gleich eine Nachfrage:
</p>
<p>
<b>bergedorf:</b> Gibt es eigentlich auch Watchblogger<br />
für andere Parteien?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich glaube nicht. Wie gesagt:<br />
Das wundert mich auch. Denn es wäre doch auch für Leute<br />
an der SPD-Basis spannend, die eigene Parteiführung zu beobachten.<br />
Aber es geht natürlich auch einfacher, wenn man einen klaren<br />
Gegner hat, so wie eben die NPD. Es gibt aber <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/">Abgeordnetenwatch</a>,<br />
was sich ja als ein Instrument den Bürgern anbietet, um die<br />
Politiker und Abgeordneten genau zu beobachten und an ihren Wahlversprechen<br />
zu messen. Eine sehr gute Sache, finde ich.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> npd-blog.info ist für den Grimme-Preis nominiert.<br />
Dazu erstmal herzlichen Glückwunsch! Und ich schätze,<br />
Marler meint, was Ihnen der Grimme-Preis bedeuten würde, nicht<br />
bedeutet hätte:
</p>
<p>
<b>Marler:</b> Was hätte Ihnen der Grimme-Online-Preis<br />
bedeutet?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Danke für die Glückwünsche. Das<br />
ist natürlich wirklich eine große Sache und da bin ich<br />
auch wirklich ein bisschen stolz drauf. Ich denke, die Nominierung<br />
kann mir helfen, ein eigenständiges journalistisches Angebot<br />
zu schaffen. Für den Fortbestand der Seite ist das natürlich<br />
eine große Sache, auch wenn man nicht gewinnt. Davon kann<br />
man natürlich nicht ausgehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Einige Nutzer fragen noch ganz konkret zu deinem Blog.<br />
Hier stellvertretend zwei Fragen:
</p>
<p>
<b>liselkiesel:</b> Wieviel Zeit investierst du in deinen<br />
Blog? Schreibst du alles selbst?
</p>
<p>
<b>keiner:</b> Warum haben Sie eigentlich die Kommentarfunktion<br />
in Ihrem Blog abgeschaltet?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Die Kommentarfunktion habe ich abgeschaltet, weil<br />
zu viele Rechtsextremisten da ihren Quatsch reingeschrieben haben.<br />
Dafür hatte ich keine Zeit, mich damit auch noch auseinander<br />
zu setzen und denen auch noch ein Forum zu bieten. Meine Seite ist<br />
hauptsächlich eine Informationsseite. Kommentare können<br />
per Trackback platziert werden, das finde ich ok. Oder wäre<br />
eine Kommentarfunktion hilfreich?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich weiß nicht. Es gibt ja Leute, die argumentieren,<br />
ein Blog ohne Kommentarfunktion ist kein Blog. Noch dazu:
</p>
<p>
<b>juliusevola:</b> Bitte die Kommentarfunktion belassen.<br />
Da schreiben nicht nur blöde Neonazis, sondern sicher auch<br />
Interessierte mit Hintergrundwissen.
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Das stimmt, aber ich habe keine Zeit, den Nazi-Kram<br />
zu löschen. Außerdem kann man sich immer gerner per Mail<br />
melden, oder in einem eigenen Blog dazu posten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine letzte Frage:
</p>
<p>
<b>wasnlos: </b>Das Bildblog hat ja auch keine Kommentare.<br />
Lassen sich brisante Watchblogs einfach nicht mit Feedback machen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich überlege es mir, mit den Kommentaren,<br />
man kann es ja nochmal ausprobieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, das war die Blogsprechstunde mit<br />
Patrick Gensing. Vielen Dank an alle, die Fragen gestellt haben<br />
und ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür, dass wir nicht<br />
alle stellen konnten. Und natürlich vielen Dank an Patrick<br />
Gensing für seine Zeit und seine Antworten. Nächste Woche<br />
geht es am Dienstag, 29. Mai, weiter mit Anke Gröner &#8211; diesmal<br />
aber von 19.00 bis 20.00 Uhr. Fragen können Sie wieder einmal<br />
in unserem <a href="http://www.talksalon.de/?cid=46&amp;id=poldi">Warteraum</a><br />
stellen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das letzte Wort hat der Gast &#8211; bitte, Herr Gensing:
</p>
<p><b>Patrick Gensing:</b> Vielen Dank für das Interesse an NPD-BLOG.INFO<br />
und einen herrlichen Tag noch.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/es-sollte-mehr-watchblogs-geben-491/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#034;Die größte Tageszeitung – mit den meisten Fehlern&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die-groesste-tageszeitung-mit-den-meisten-fehlern-537/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die-groesste-tageszeitung-mit-den-meisten-fehlern-537/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Feb 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[BILDblog]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Schultheis]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/die-groesste-tageszeitung-mit-den-meisten-fehlern-537/</guid>

					<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<span class="fett">BILDblogger
Christoph Schultheis war am 6. Februar der erste Gast in der Blogsprechstunde
von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten. Im Chat
ging es um Blogs als Wachhunde der Demokratie und BILDblog-Ausdrucke
in der BILD-Redaktionskonferenz.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<span class="fett">BILDblogger<br />
Christoph Schultheis war am 6. Februar der erste Gast in der Blogsprechstunde<br />
von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten. Im Chat<br />
ging es um Blogs als Wachhunde der Demokratie und BILDblog-Ausdrucke<br />
in der BILD-Redaktionskonferenz.</span><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen<br />
zur Blogsprechstunde mit BILDblogger Christoph Schultheis. Gleich<br />
um 16 Uhr geht es los, Sie können aber schon jetzt Ihre Fragen<br />
stellen. Vorab ein Hinweis in eigener Sache: Wir arbeiten mit Hochdruck<br />
an einem Relaunch von politk-digital.de. In den nächsten Wochen<br />
wird es ein neues Redaktionskonzept geben und auch ein neues Design,<br />
das hier im Chatraum schon zu sehen ist. Viel Spaß beim Chat!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, Christoph Schultheis ist schon<br />
bei uns im Büro eingetroffen, so dass es gleich los gehen kann<br />
&#8211; wir melden uns dann um Punkt 16 Uhr mit den ersten Fragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, wir machen uns startklar, gleich<br />
geht es los. Punkt 16 Uhr: Willkommen zum Chat mit Christoph Schultheis.<br />
Können wir starten?
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/chatschultheis1.jpg" height="240" width="300" />
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Gern.
</p>
<p>
<b>oli:</b> Wie kommen sie damit zu recht, morgens aufzustehen<br />
und schon wieder in die BILDzeitung gucken zu müssen. Ich hätte<br />
die ganze Nacht Albträume&#8230; P.S: Weiter so!
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Die BILD-Zeitung musste<br />
ich ja auch schon jeden Tag lesen, als ich noch als &quot;normaler&quot;<br />
Medienjournalist gearbeitet habe. Und einer muss es ja tun.
</p>
<p>
<b>Heringsfilet:</b> Wird BILDblog in Zukunft auch andere<br />
Medien ins Visier nehmen oder bleibt BILDblog bei der BILD? Wenn<br />
ja, mit welcher Begründung?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Wir haben das nicht geplant.<br />
Ich glaube, dass es sich durchaus lohnt auch andere Medien so zu<br />
beobachten wie wir BILD &#8211; ob den SPIEGEL oder die kleine Lokal-<br />
oder Regionalzeitung irgendwo in Deutschland, aber BILD ist nun<br />
mal die größte Tageszeitung &#8211; und leider auch die mit<br />
den meisten (und schlimmsten) Fehlern, Sinnentstellungen, Irreführungen<br />
und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten oder journalistischen<br />
Standards.
</p>
<p>
<b>rantanplan:</b> Die BILDblogger sind ja Journalisten.<br />
Seid ihr in anderen Medien unkritischer?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Nein, wieso sollten wir?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vielleicht meldet der User sich ja<br />
gleich nochmal. Zur nächsten Frage:
</p>
<p>
<b>Robert:</b> Ist die BILDzeitung nicht das Symbol für<br />
die nach 1945 neu erworbene Pressefreiheit, die, zugegeben übertrieben<br />
betrieben wird, aber die es in Anlehnung an die Unterdrückung<br />
der Presse im Dritten Reich geben muss. Kurz: Unzensiert, unabhängig<br />
und ungeniert als Flagge der Freiheit?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Puh&#8230; BILD als Aushängeschild<br />
für die Pressefreiheit&#8230;? Ich glaube, dass die Pressefreiheit<br />
in Deutschland natürlich auch BILD &quot;erdulden&quot; muss,<br />
aber ich könnte mir schönere (und sinnvollere) Aushängeschilder<br />
vorstellen.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/chatschultheis2.jpg" height="240" width="300" />
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir haben sehr viele Fragen aus dem<br />
Bereich der Juristerei bekommen. Ich schlage vor, dass wir die bündeln.
</p>
<p>
<b>kai_d:</b> Zur Fotoaktion mit Kai Diekmann: Hat der<br />
euch eigentlich mit rechtlichen Schritten gedroht?
</p>
<p>
<b>daniel:</b> Lieber Herr Schultheis &#8211; hatten Sie denn<br />
schon einmal juristischen Ärger mit der BILD?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Nein. Wir arbeiten journalistisch<br />
sauber. Es gab schon mal kleinere Versuche, bei denen wir annehmen<br />
müssen, dass BILD auszutesten versuchte, ob und inwieweit wir<br />
angreifbar sind. Wir haben das an unseren Anwalt gegeben. Und danach<br />
ist das offenbar alles im Sande verlaufen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir haben eine Nachfrage zu den angedeuteten<br />
Versuchen von Springer, rechtlich gegen das BILDblog vorzugehen:
</p>
<p>
<b>clarissa:</b> Was waren das für Versuche?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Kleinigkeiten, die was mit<br />
den Fotorechten zu tun hatten. Da wir aber der Ansicht sind, dass<br />
man gerade bei einer Zeitung, die so stark mit Bildern arbeitet,<br />
auch dokumentieren muss, WIE sie das tut, fallen unsere Ausrisse<br />
unter das Zitatrecht und gut. Schließlich nutzen wir unsere<br />
BILD-Ausrisse nie aus rein illustratorischen Gründen.
</p>
<p>
<b>EinLeser:</b> Wie viele Hinweise kommen durchschnittlich<br />
pro Tag von Lesern, die nicht direkt zu BILDblog gehören?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Die ungefähr 500 (!)<br />
Spammails nicht mitgezählt? Aber es dürften zwei bis drei<br />
Dutzend sachdienliche Hinweise pro Tag sein &#8211; unterschiedlichster<br />
Natur natürlich: Von &quot;Da-stimmt-doch-was-nicht&quot;-Mails<br />
bis hin zu vorrecherchierten, quasi vorgefertigten Hinweisen. Das<br />
ist natürlich ganz wunderbar, dass wir so mit unseren Lesern<br />
gemeinsam an und für BILDblog arbeiten. Wobei wir am Ende,<br />
nachdem wir die Hinweise nach-/gegenrecherchiert haben, natürlich<br />
immer noch entscheiden, was ins Blog kommt und was nicht. Denn nicht<br />
alles, was in BILD beklagenswert ist, steht hinterher auch in BILDblog.<br />
Manches erscheint uns zu kleinlich, anderes kriegen wir einfach<br />
nicht &quot;hart&quot;, wie man so sagt.
</p>
<p>
<b>franz:</b> Wieviele Leser hat der BILDblog?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Rund 45.000 (unique visitors)<br />
täglich. Danke der Nachfrage. 😉
</p>
<p>
<b>chrisse:</b> Man hört ja immer wieder, dass BILD<br />
die beste Schule für angehende Journalisten ist. Hätten<br />
Sie früher als angehender Journalist ein Praktikum bei der<br />
Zeitung gemacht?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Ich kenne viele sehr gute<br />
Journalisten, die nie bei BILD waren. (Das vorweg.) Aber nein. Die<br />
Zeitung, bei der ich ein Praktikum gemacht habe (und bei der ich<br />
so lange blieb, bis ich Redakteur geworden war &#8211; und keine Lust<br />
mehr hatte) war die &quot;taz&quot;.
</p>
<p>
<b>pfui:</b> Haben Sie schon vor dem Bloggen die BILD<br />
kritisch beobachtet? Oder ist die Idee erst entstanden, als man<br />
das Werkzeug &quot;Weblog &quot; schon hatte?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Selbstverständlich.<br />
Sowohl ich als auch mein BILDblog-Kollege Stefan Niggemeier haben<br />
auch in der &quot;taz&quot;, der &quot;Süddeutschen&quot;,<br />
der &quot;FAZ&quot; oder &quot;Berliner Zeitung&quot; aufgeschrieben,<br />
wenn wir fanden, dass das so nicht geht, wie BILD sich eines Themas<br />
annimmt. Als wir uns allerdings entschlossen, uns systematischer<br />
und intensiver mit BILD zu beschäftigen, stellten wir fest,<br />
dass ein Blog dafür natürlich ideal ist!
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/chatschultheis4.jpg" height="240" width="300" />
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Viele Fragen kommen zu den Reaktionen<br />
von BILD auf das Bildblog. Hier einige:
</p>
<p>
<b>Peter:</b> Haben Sie Informationen, wie ernst BILD<br />
das BILDblog nimmt? Werden BILDblog-Beiträge in BILD-Redaktionsberatungen<br />
ausgewertet?
</p>
<p>
<b>putzi:</b> Die BILD hat ja vor kurzer Zeit wieder<br />
eine Korrekturspalte eingeführt &#8211; ein Erfolg, der auf BILDblog<br />
zurückzuführen ist?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> @Peter: Das ist etwas undurchsichtig.<br />
Außerdem ändert sich die &quot;offizielle&quot; Wahrnehmung<br />
von BILDblog.de durch BILD immer wieder. Mal sind wir ein &quot;Hobby&quot;,<br />
dann wieder ein ernst zu nehmendes, aber &quot;kommerzielles&quot;<br />
Angebot. Die &quot;Bild am Sonntag&quot; beachtet uns &quot;wohlwollend&quot;,<br />
bei BILD liegen wir &quot;unterhalb der Wahrnehmungsschwelle&quot;.<br />
Tatsache ist: Wir werden täglich bei BILD gelesen. Und angeblich<br />
bringen Redakteure auch schon mal BILDblog-Ausdrucke mit in die<br />
morgendliche Redaktionskonferenz. Aber so richtig wichtig ist uns<br />
das nicht, wie &quot;ernst&quot; uns BILD nimmt. Schließlich<br />
ist BILDblog nicht dazu da, BILD besser zu machen. DAS überlassen<br />
wir gern der BILD-Chefredaktion.
</p>
<p>
<b>Fred:</b> Wie finanziert sich der BILDblog?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war zu schnell, erst noch die Antwort<br />
zu putzi, Entschuldigung!
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> @putzi: Die Korrekturspalte<br />
ist kein Erfolg, sondern ein Deckmäntelchen. Ob es auf BILDblog<br />
zurückzuführen ist? Möglich. Aber schauen Sie sich<br />
doch mal an, was dort korrigiert wird: Das Alter von Dieter Bohlen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Jetzt zur Finanzierung, bitte.
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Okay. Nach wie vor ist es<br />
ein Mix aus &quot;Spenden&quot; (also Geld, das uns von Lesern einfach<br />
so geschenkt wird), Merchandise-Provisionen aus den BILDblog-Shops<br />
und Werbung. Die wird bei uns zur Zeit immer wichtiger. Ich hätte<br />
es mir vielleicht anders gewünscht. Aber wie es aussieht, kann<br />
uns Werbung tatsächlich am wahrscheinlichsten dauerhaft finanzieren.<br />
Und für alle, die keine Werbung mögen, haben wir einen<br />
Button &quot;Werbung ausblenden&quot;.
</p>
<p>
<b>heinz:</b> Ist es richtig, wenn ich annehme, dass<br />
Sie mit Ihrem Blog zur political correctness in Deutschland beitragen<br />
wollen? Wenn ja, ist es dann nicht auch die logische Konsequenz,<br />
dass Sie darauf achten, wer auf Ihrem Blog kommerzielle Anzeigen<br />
schaltet?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Political Correctness&#8230;<br />
Holla. Was die Werbeschaltungen anbelangt, haben wir dafür<br />
seit einiger Zeit einen professionellen Vermarkter. Der weiß<br />
im Grunde, was bei uns auf die Seite darf und was nicht. Im Einzelfall<br />
klären wir das schnell, was geht und was nicht.
</p>
<p>
<b>rantanplan:</b> Was ist eigentlich dein Lieblingsblog<br />
(außer Bildblog)?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> <a title="wirres" name="wirres"></a>Wirres.net. Bestens informiert,<br />
lustig, relevant und irrelevant. Und ein tolles Logo.
</p>
<p>
<b>Sarah:</b> BILDblog ist ein Medien-Watchblog und das<br />
erfolgreichste deutschsprachige Blog. Haben Blogs im politischen<br />
Diskurs vor allem Überwachungsfunktionen?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Nein. Ein Blog ist, was<br />
man daraus macht. Wer sich einfach nur via Blog mit seinen Freunden<br />
austauschen will: Warum nicht? Aber natürlich bieten Weblogs<br />
die Chance, ohne großen technischen und finanziellen Aufwand<br />
Öffentlichkeit herzustellen. Und natürlich ist es für<br />
uns zum Beispiel gut zu wissen, dass man mit einem Blog über<br />
Europas größte Tageszeitung aufklären kann.
</p>
<p>
<b>Timo Heuer:</b> Kann man sagen, wie viele (schwer<br />
wiegende) Fehler es durchschnittlich pro BILD-Ausgabe gibt?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Nein. Das hängt von<br />
der Tagesform der BILD-Redakteure ab &#8211; und natürlich von der<br />
Nachrichtenlage: Im Wahlkampf gab es für BILDblog leider mehr<br />
zu tun.
</p>
<p>
<b>questlove:</b> Wieso machen Sie nicht ein Gegenblatt<br />
zur BILD auf? Das könnte doch wirklichen Erfolg haben: Simple<br />
Inhalte vermitteln und alles etwas dramatisch dargestellt, dafür<br />
aber korrekt und richtig recherchiert! Das wäre doch eine Idee!
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Erstens: Zeitung ist &quot;old<br />
school&quot;. Zweitens: Eine Zeitung zu drucken, zu verkaufen, zu<br />
verteilen etc. ist sehr viel aufwändiger und teurer (!) als<br />
ein Weblog. Als wir anfingen, zahlten wir 3,50 Euro oder so pro<br />
Monat. Und inzwischen sind es, wegen der vielen Zugriffe, zwar ungefähr<br />
300 Euro. Aber das ist nichts im Vergleich zu den Herstellungskosten<br />
anderer &quot;klassischer&quot; Medien.
</p>
<p>
<b>Julia Sommerhäuser:</b> Herr Schultheis, was<br />
halten Sie von der in der Blogosphäre viel diskutierten Einteilung<br />
in A-List-, B-List- und C-List-Weblogs?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Kommt darauf an, nach welchen<br />
Kriterien da eingeteilt wird. Ich finde, dass sich unter den so<br />
genannten A-Bloggern in Deutschland tatsächlich eine Menge<br />
gute (manchmal auch relevante) Seiten finden. Und wenn plötzlich<br />
jemand Neues mit einem neuen Blog, einer guten Idee oder Ähnlichem<br />
auftaucht, hat er in der überschaubaren deutschen Blogger&quot;szene&quot;<br />
nach wie vor die Gelegenheit, binnen kurzer Zeit zum A-Blogger zu<br />
werden, wenn er will. Und sogar, wenn er nicht will.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was den Chattern noch auf den Nägeln<br />
brennt, ist die fehlende Kommentarfunktion beim BILDblog:
</p>
<p>
<b>Falk:</b> Warum gibt es beim Bildblog keine Kommentarfunktion?<br />
Kommentieren ist doch das Schönste beim Bloggen.
</p>
<p>
<b>jovelstefan:</b> Es gibt ja keine Kommentare (ich<br />
schätze zu viel Arbeit). Würdet ihr einen extern geleiteten<br />
Kommentarblog unterstützen?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Ja, uns fehlt die Zeit dazu.<br />
(Mehr siehe unter www.bildblog.de/faq.html) Und es gibt ja schon<br />
das von BILDblog unabhängige BILDBlogForum. Wenn aber jemand<br />
meint, er/sie müsse ein von BILDblog unabhängiges Kommentarblog<br />
aufmachen, werden wir ihn/sie nicht hindern &#8211; höchstens warnen.
</p>
<p>
<b>Peter:</b> Wird BILDblog irgendwann die gröbsten<br />
BILD-Verfehlungen als Druckwerk veröffentlichen?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Es gibt da momentan keine<br />
konkreten Planungen. Aber vorstellbar ist das für uns &#8211; insbesondere,<br />
weil sich damit ja auch eine andere Leserschaft ansprechen ließe.
</p>
<p>
<b>Sarah:</b> Wie groß ist die Chance, dass ein<br />
(nicht journalistisch tätiger) BILD-Leser gleichzeitig BILDblog<br />
liest? Was wisst ihr über die Soziologie der BILDblog-Leserschaft?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Wir wissen nichts. Aber<br />
im Ernst: Wir haben bislang noch keine Leserforschung betrieben,<br />
aber wenn wir die einlaufenden Mails irgendwie als repräsentativ<br />
verstehen, ist unsere Leserschaft sehr vielschichtig. Sicherlich<br />
viele aus dem akademischen Bereich, viele aus der Medienbranche,<br />
viele BILD-Mitarbeiter, aber auch zum Beispiel Fußball-, „Harry<br />
Potter“-, &quot;KiIlerspiele&quot;-Fans, die uns &#8211; nachdem<br />
wir mal über BILD-Ungereimtheiten in Sachen Fußball,<br />
Harry Potter oder ähnlichem berichtet hatten &#8211; treu bleiben.<br />
Wie viele BILD-Leser BILDblog hat, ist noch schwerer zu beurteilen.<br />
Wer liest schon BILD und gibt es zu? Wahrscheinlich ist der Prozentsatz<br />
unter den BILDblog-Lesern eher gering. Aber die Auseinandersetzung<br />
mit dem BILD-Leser findet, wie uns Mails immer wieder bestätigen,<br />
quasi außerhalb von BILDblog.de im Alltag statt. Das ist uns<br />
wichtig: Dass wer auch immer mal wieder eine Pro/Contra-BILD-Diskussion<br />
führen muss, Argumente gegen eine unkritische BILD-Lektüre<br />
hat. Und wir haben bislang rund 2000.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommen wir langsam zum Ende, die Zeit<br />
ist schon fast um. Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>daniel:</b> Was machen Sie, wenn die BILD in einer<br />
utopischen Zukunft ehrenhaft wird?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Mich freuen und irgendetwas<br />
Neues!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Chatzeit ist leider schon vorbei.<br />
Das Transkript des Chats gibt es in Kürze auf www.politik-digital.de<br />
zum Nachlesen. Vielen Dank fürs Mitchatten! Ein Schlusswort<br />
vielleicht noch?
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/chatschultheis3.jpg" height="240" width="300" />
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Der Hagebuttentee war der<br />
beste, den ich seit langem getrunken haben!</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die-groesste-tageszeitung-mit-den-meisten-fehlern-537/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Studie &#8220;Bloggen für die Bundestagswahl</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/studie-bloggen-fuer-die-bundestagswahl-2986/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/studie-bloggen-fuer-die-bundestagswahl-2986/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2005]]></category>
		<category><![CDATA[WASG]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[PDS]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker-Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlblog]]></category>
		<category><![CDATA[Negative Campaigning]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/studie-bloggen-fuer-die-bundestagswahl-2986/</guid>

					<description><![CDATA[Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.<!--break--></p>
<p>
<b>Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.</b>
</p>
<p>
<b>Internet-Plattformen unterstützen den Erfolg eines Weblogs</b>
</p>
<p>
Hervorstechend ist die Verteilung der Weblogger unter den Parteien. SPD und Grüne, dicht gefolgt von der FDP stellen die meisten Blogger im Wahlkampf 2005. Diese drei Parteien zusammen kommen auf einen Anteil von 81 Prozent gegenüber 10 Prozent bei PDS/WASG und 9 Prozent bei der CDU/CSU.</p>
<p>Knapp die Hälfte der Beiträge insgesamt stammt von der SPD. Die Studie führt dies auf zwei Faktoren zurück. Zum einen habe die SPD die am längsten bestehenden Weblogs, zum anderen biete das SPD-eigene Angebot „roteblogs.de“ eine Plattform, „die Mitglieder motiviert, eigene Blogs zu gründen und Unterstützung bei der Umsetzung bietet.</p>
<p>Die Bereitschaft der Leserschaft von Politiker-Weblogs sich auf einen Dialog mit dem Politikern mittels der weblog-typischen Kommentarfunktion einzulassen, werde durch die Platzierung des Weblogs im Netz beeinflusst. Je prominenter die Plattform, umso kommentarfreudiger die Leser. Die Weblogs von Andrea Nahles (SPD), Oswald Metzger (B90/Grüne) und Silvana Koch-Mehrin (FDP) – alle bei „Focus-Online“ beheimatet &#8211; erhielten die meisten Kommentare aller hundert<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Focus_Blogs_staerkstes_Feedback.JPG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">untersuchten Weblogs</a>. Hierbei spielten, so die Vermutung der Studienmacher, die 1,5 Millionen Page-Visits der Hauptseite von Focus-Online mit eine Rolle.
</p>
<p>
<b>Politische Inhalte und Auseinandersetzung mit dem Gegner machen den größten Teil der Beiträge aus</b>
</p>
<p>
Was in der Wahlwerbung oft vermisst wird, findet in Weblogs vermehrt statt. Die inhaltliche politische Auseinandersetzung mit Themen und Gegnern.<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Sachpolitische_Themen_vorn.JPG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sachpolitische Themen</a> dominieren die Agenda, dicht gefolgt von parteipolitischen Diskussionen. Dabei profilieren sich die bloggenden Politiker insbesondere im „Negative Campaigning“, um Programme und Personen anderer Parteien zu kritisieren.
</p>
<p>
Extrembeispiele solcher Kampagnen sind so genannte „Watchblogs“, die ausschließlich darauf fokussieren, „Äußerungen der politischen Gegner kritisch zu betrachten“. Als Beispiele hierfür werden die Weblogs „Stimmt-nicht-gruene.de&quot; und „Merkel-tv.de&quot; vorgestellt, die jedoch beide mittlerweile nicht mehr online sind.</p>
<p>Die Studie betont, dass der<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Blogger_ihre_Sache_ernst.JPG%09" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stil der Darstellung</a> beim Großteil der Politikerweblogs ernst ist. Über ein Drittel der Beiträge sei argumentativ wertend. Unbegründete Wertungen fänden sich lediglich bei acht Prozent der Beiträge. Ironische oder polemische Beiträge seien noch seltener zu finden.
</p>
<p>
<b>Netzwerkcharakter der Bloggosphäre wird nicht ausreichend genutzt</b>
</p>
<p>
Die Studie kritisiert, die mangelnde Vernetzung der Politiker-Weblogs untereinander, wodurch Synergie-Effekte verschwendet würden. Nur fünf Prozent der ansonsten gerne genutzten Verlinkungen zu Quellen im Internet führten zu anderen Politikerweblogs. Politiker verschenkten dadurch Chancen eines „weblogübergreifenden Dialogs“.</p>
<p>Im Stile des erfolgreichen Weblogs von US-Präsidentschaftskandidat Hwoard Dean nutzt einzig die FDP ihren Weblog „Bürgerfond“ zum Spendenaufruf.
</p>
<p>
Insgesamt zeigt die Studie, dass Politiker-Weblogs ein sinnvolles Instrument der Kommunikation zwischen Politik und Bürger sein können. Einzig die Vernetzung der Politiker untereinander lässt noch Spielraum nach oben. Zu beobachten bleibt, wie die vor den Bundestagswahlen 2005 gegründeten Weblogs danach weiter betrieben werden oder wie viele dann überhaupt noch existieren.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/studie-bloggen-fuer-die-bundestagswahl-2986/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Konkurrenz oder Ergänzung zum professionellen Journalismus? Teil I</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturneuberger_konkurrenz1-shtml-2790/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturneuberger_konkurrenz1-shtml-2790/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cneuberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätskontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsflut]]></category>
		<category><![CDATA[Gatekeeper]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/netzkulturneuberger_konkurrenz1-shtml-2790/</guid>

					<description><![CDATA[Wie wird Onlinejournalismus den klassischen Journalismus verändern, wie wird er von den etablierten Medienformen bislang angesehen? In einer zweiteiligen Studie untersucht Christoph Neuberger, ob sich das Internet auch journalistisch gegenüber dem professionellen Journalismus behaupten wird können. Teil I befasst sich mit den Hintergründen und der Entwicklung des Netzes in den letzten Jahren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Wie wird Onlinejournalismus den klassischen Journalismus verändern, wie wird er von den etablierten Medienformen bislang angesehen? In einer zweiteiligen Studie untersucht Christoph Neuberger, ob sich das Internet auch journalistisch gegenüber dem professionellen Journalismus behaupten wird können. Teil I befasst sich mit den Hintergründen und der Entwicklung des Netzes in den letzten Jahren.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Solange der Journalismus auf die klassischen Massenmedien angewiesen war, also bis Mitte der neunziger Jahre, war redaktionelle Arbeit Mangelverwaltung. Die Vermittlungskapazität von Presse und Rundfunk reichte nicht aus, um jedem, der etwas öffentlich mitteilen wollte, die Möglichkeit dazu zu geben: Es gab nicht genügend Sendezeit und Frequenzen, nicht ausreichend Druckseiten und publizistische Einheiten.</p>
<p>Der Nachrichtenstrom musste in ein Rinnsal verwandelt werden. Diese Aufgabe wurde an Redaktionen, Verleger und Intendanten delegiert, die bestimmten, welche Nachrichten und Meinungen veröffentlicht wurden. Sie begleitete stets der Argwohn, dass sie ihre mächtige &#8220;Gatekeeper&#8221;-Rolle nicht neutral ausüben, sondern missbrauchen. Das Publikum kam nur selten zu Wort. Wer als Leser-briefschreiber seine Gedanken veröffentlichen wollte, war auf die Gnade der Redaktion angewiesen, die darüber entschied, ob die eingesandten Zeilen gedruckt wurden oder nicht.</p>
<p>Auch die Bewegung der Alternativmedien – aus der als bekannteste, professionellste und einflußreichste Publikation die taz hervorging – konnte dies nicht wesentlich ändern verändern.</p>
<p>In der Medienpolitik stand nicht umsonst jahrzehntelang die Kontrolle über den begrenzten Zugang zur Öffentlichkeit im Mittelpunkt. Egal, ob über Pressekonzentration oder Rundfunkregulierung diskutiert wurde, immer ging es um die Frage, wie unter den Bedingungen der Kanalknappheit Vielfalt und Ausgewogenheit gewährleistet werden können.</p>
<p class="fett">Das Nadelöhr ist im Internet an einer anderen Stelle</p>
<p>Ist im Internet nun alles anders, weil es ein unschlagbar billiges, flexibles und einfach bedienbares Publikationsmedium ist, sodass sich praktisch jeder öffentlich zu Wort zu melden kann? Nur scheinbar sind im Internet fast alle Hürden, die bisher den Weg in die Öffentlichkeit versperrt haben, beseitigt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass auch hier nicht jeder allen alles sagen kann und nicht jeder alles lesen kann, was er lesen will.</p>
<p>Im Internet ist das Nadelöhr nicht verschwunden, sondern nur an eine andere Stelle gerückt: von der Anbieter- auf die Nutzerseite. Nun herrscht nicht mehr Knappheit an Vermittlungskapazität, sondern Knappheit an Zeit und Kompetenz der Rezipienten. Sie sind alleine mit der Aufgabe konfrontiert, aus der Überfülle an verfügbaren Informationen eine sinnvolle Auswahl zu treffen.</p>
<p class="fett">Drei Vermittlungsformen im Internet: Profession, Partizipation,<br />
                            <br />Suchalgorithmen</p>
<p>Der offene Zugang zum Internet wirft also zwei Folgeprobleme auf: die Auffindbarkeit von Informationen und die Prüfung ihrer Qualität. Auch im neuen Medium sind deshalb Vermittler notwendig, die für die Rezipienten diese Probleme lösen. Allerdings besitzen die professionellen Journalisten kein Vermittlungsmonopol mehr. Stattdessen gibt es im Internet ein Nebeneinander von drei Formen der Vermittlung öffentlicher Kommunikation: professionelle, partizipative und technisch gesteuerte Vermittlung.</p>
<p>Ihre Leistungsfähigkeit kann man jeweils danach beurteilen, wie sie das Problem der &#8220;Informationsflut&#8221; und das Problem des &#8220;Informationsmülls&#8221; bewältigen. Professioneller Journalismus wird vor allem von den klassischen Medien im Internet betrieben und nur von sehr wenigen reinen Online-Anbietern wie der<br />
                            <a href="//www.netzeitung.de%3E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzeitung</a> . Wie der Presse- und Rundfunkjournalismus ist er im Wesentlichen einseitig (also ohne oder nur mit geringem Nutzer-&#8220;Feedback&#8221;) und auf ein Massenpublikum ausgerichtet. Die<br />
                            <a href="//www.onlinejournalismus.de/forschung/studie_ilmenau.php%3E%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Journalisten</a> unterscheiden sich in ihrem Rollenselbstverständnis, nach ihren Tätigkeiten und Qualifikationen kaum von den Kollegen in anderen Medienbereichen.</p>
<p>Das Problem des professionellen Onlinejournalismus: Er ist teuer, weil eine Redaktion unterhalten werden muss. Da die Nutzer selten zahlungsbereit sind und die Werbeerlöse gering sind, ist er im Netz kaum finanzierbar. Presse und Rundfunk begnügen sich deshalb oft mit Billigjournalismus im Internet, mit Tickermeldungen und so genannter &#8220;Shovelware&#8221;, also Beiträgen, die vom Muttermedium übernommen werden. Außerdem wächst die Neigung, journalistische Inhalte als verkaufsförderndes Umfeld für Werbung und E-Commerce zu betrachten. Dennoch: Professioneller Journalismus ist prinzipiell ein Garant für eine hohe Angebotsqualität. Das unterscheidet ihn von Suchmaschinen wie<br />
                            <a href="//news.google.de/%3E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google News</a> und<br />
                            <a href="//de.news.yahoo.com/%3E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yahoo Nachrichten</a>, die Nachrichten automatisch selektieren und gewichten. Sie können große Datenmengen verarbeiten, sind aber nicht in der Lage, deren inhaltliche Qualität zu prüfen. Außerdem können Suchmaschinen nur jene Beiträge auswerten und sortieren, die schon im Internet vorhanden sind. Sie selbst steuern keinen Content bei – anders<br />
                            <br />als der Peer-to-Peer-Journalismus , der auch<br />
                            <a href="http://www.ojr.org/ojr/workplace/1060217106.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">partizipativer Journalismus</a> oder &#8221;<br />
                            <a href="http://www.firstmonday.org/issues/issue6_10/deuze/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open source</a>&#8220;-Journalismus genannt wird: Hier kann jeder schreiben, der sich dazu berufen fühlt.</p>
<p>Gemeint sind damit sowohl kollaborative Websites mit vielen Teilnehmern (wie<br />
                            <a href="http://www.slashodot.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Slashdot.org</a>,<br />
                            <a href="http://www.shortnews.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shortnews</a> oder<br />
                            <a href="http://www.wikipedia.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a>)als auch Weblogs, die nur von einzelnen Personen betrieben werden, die aber untereinander eng vernetzt sind. Die &#8220;Blogosphäre&#8221; ist ebenfalls eine Gemeinschaft, in der unter Gleichen und ohne zentrale Kontrolle kommuniziert wird.</p>
<p>Ob Blogs und Peer-to-Peer-Communities die Bezeichnung &#8220;Journalismus&#8221; verdienen, ist eine derzeit heiß diskutierte Frage – etwa bei<br />
                            <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/on/17694/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telepolis</a>. Die Anbieter selbst betrachten ihr Tun als neue Art von Journalismus, so das<br />
                            <a href="http://www.onlinejournalismus.de/forschung/weblogs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnis einer Befragun</a><br />
                            <a href="http://www.onlinejournalismus.de/forschung/weblogs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">g</a>. Als Vorzüge im Vergleich zum traditionellen Journalismus sehen sie die subjektive<br />
                            <br />Perspektive, die Zugänglichkeit des Autors, die Aktualität sowie den<br />
                            <br />vielfältigen und intensiven Meinungsaustausch. Wenn ihnen Journalisten klassischer Medien das Etikett &#8220;Journalist&#8221; absprechen, so nicht zuletzt deshalb, weil sie damit den eigenen Beruf vor Konkurrenz schützen wollen, stellte das<br />
                            <a href="http://www.ojr.org/ojr/ethics/1017968389.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Journalism Review</a> schon 1998 fest.</p>
<p class="normal">Weiter zum<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/neuberger_Konkurrenz2.shtml">zweiten Teil</a> des Artikels.</p>
<p>
                              <strong>Weiterführende Links:</strong>
                            </p>
<ul>
<li>
                                <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/index.shtml#tab">Dossier: Der Bundestag untersucht die netzbasierte Kommunikation</a>
                              </li>
</ul>
<p class="normal">
                              
                            </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturneuberger_konkurrenz1-shtml-2790/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Konkurrenz oder Ergänzung zum professionellen Journalismus? Teil II</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturneuberger_konkurrenz2-shtml-2791/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturneuberger_konkurrenz2-shtml-2791/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cneuberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gatekeeper]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätskontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsflut]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/netzkulturneuberger_konkurrenz2-shtml-2791/</guid>

					<description><![CDATA[Wie wird Onlinejournalismus den klassischen Journalismus verändern, wie wird er von den etablierten Medienformen bislang angesehen? In einer zweiteiligen Studie untersucht Christoph Neuberger, ob sich das Internet auch journalistisch gegenüber dem professionellen Journalismus behaupten wird können. Teil II befasst sich mit möglichen Zukunftsszenarien.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Wie wird Onlinejournalismus den klassischen Journalismus verändern, wie wird er von den etablierten Medienformen bislang angesehen? In einer zweiteiligen Studie untersucht Christoph Neuberger, ob sich das Internet auch journalistisch gegenüber dem professionellen Journalismus behaupten wird können. Teil II befasst sich mit möglichen Zukunftsszenarien.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="fett">Sind wir alle Journalisten?</p>
<p>Der Medienwissenschaftler John Hartley von der australischen University Queensland hat im Juli 2004 auf einer internationalen Tagung in Erfurt die These vertreten, dass im Internet jeder ein Journalist ist (&#8220;everyone is a journalist&#8221;) und dass wir uns auf dem Weg in eine &#8220;redaktionelle Gesellschaft&#8221; (&#8220;’redactional’ society&#8221;) befinden. Diese Vorstellung ist naiv, weil sie den Journalismus auf den schlichten Vorgang des Veröffentlichens reduziert und seine spezifischen Leistungen ignoriert oder sie als in jedem Fall gegeben unterstellt, sobald sich nur jemand öffentlich zu Wort meldet.</p>
<p>Einen realistischeren Blick auf das Internet hat Hans Magnus Enzensberger in seinem Essay &#8220;Das digitale Evangelium&#8221; geworfen. Darin hat er von der eigenen utopischen Hoffnung Abschied genommen, dass neue Medien mit einem Rückkanal schon ihrer Struktur nach emanzipatorisch wirken: &#8220;Das interaktive Medium ist weder Fluch noch Segen; es bildet schlicht und einfach die Geistesverfassung seiner Teilnehmer ab.&#8221; Entscheidend ist nicht das technische Potenzial, sondern der Gebrauch eines Mediums. Nur wenig von dem, was im Internet publiziert wird, wird journalistischen Ansprüchen gerecht. Von den Kritikern werden vor allem zwei Einwände dagegen vorgetragen, dass auch Laien einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation leisten können.</p>
<p class="fett">Viele Augen sehen mehr, viele Köpfe wissen mehr</p>
<p>Einwand Nummer 1: Redaktionen von Presse und Rundfunk können kontinuierlich recherchieren und berichten. Dazu sind Laien in ihrer Freizeit nicht in der Lage. Dem lässt sich entgegen halten: Durch die Vielzahl der Nutzer, die ihr Wissen in den Communities teilen, wird dieser Nachteil wettgemacht. Je mehr Teilnehmer mitmachen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand Experte für ein Thema ist oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort war – wie &#8220;Salam Pax&#8221; und einige andere<br />
                            <a href="http://www.diegegenwart.de/ausgabe33/warblogs.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warblogger</a>, die während des Irakkriegs 2003 vom Ort des Geschehens berichten konnten.</p>
<p>Auch der US-Präsidentschaftswahlkampf 2004 liefert Belege für diese These: Dass sich John Kerry für John Edwards als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten entschied, konnte man zuerst im Forum einer<br />
                            <a href="http://www.USAviation.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luftfahrt-Website</a> lesen. Dort berichtete ein Mechaniker, dass das Wahlkampf-Flugzeug von Kerry, das in einem Hangar in Pittsburgh stand, gerade den Schriftzug &#8220;Kerry – Edwards&#8221; bekommen hatte. Und dass CBS-Anchorman Dan Rather auf gefälschte Dokumente über Bushs Wehrdienstzeit hereingefallen war, wurde in Weblogs wie<br />
                            <a href="http://www.rathergate.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rathergate</a> aufgeklärt.</p>
<p>Das letzte Beispiel belegt auch die Wirksamkeit der „Watchdog “-Rolle des P2P-Journalismus, der etablierte Journalisten und Medien kritisch begleitet (wie in Deutschland der<br />
                            <a href="http://www.onlinejournalismus.de/webwatch/bildblog.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BILDBlog</a> die Bild-Zeitung).Dass auch nach dem Urteil professioneller Journalisten im Internet nicht<br />
                            <br />nur Belangloses und Minderwertiges publiziert wird, zeigt die große Bedeutung, die das Medium inzwischen als Recherchequelle besitzt – und das nicht immer nur zur Freude der Blogger: Als die Frankfurter Tabloidzeitung &#8221;<br />
                            <a href="http://www.ojour.de/logbuch/index.php?action=fullnews&amp;showcomments" target="_blank" rel="noopener noreferrer">News</a>&#8221; umfangreich aus Weblogs zitierte, ohne bei den Autoren um Erlaubnis zu bitten, erntete das Blatt heftige Kritik.</p>
<p class="fett">Geprüft wird nach der Veröffentlichung</p>
<p>Einwand Nummer 2: Die Angebote haben keine Redaktion, um die Nachrichten und Meinungen vor ihrer Veröffentlichung zu prüfen. Es gibt keine Qualitätssicherung, journalistische Normen werden fortlaufend verletzt. Auch dieser Einwand lässt sich – zumindest teilweise – entkräften: Die Besonderheit des P2P-Journalismus besteht gerade darin, dass die Prüfung von Informationen und Meinungen erst nach der Publikation stattfindet: Was veröffentlicht wird, gilt als vorläufig und unfertig, es soll infrage gestellt und diskutiert werden. Die anderen Nutzer sind aufgerufen, fremde Beiträge in einer offenen Diskussion oder auf Bewertungsskalen zu kritisieren und, falls nötig, zu korrigieren. An diesem Prüfverfahren beteiligen sich auch andere Anbieter im Internet, vor allem in der &#8220;Blogosphäre&#8221;. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die Qualitätskontrolle transparent ist und dass der oft an die Adresse von Redaktionen gerichtete Vorwurf, dass &#8220;hinter den Kulissen&#8221; manipuliert werde, nicht erhoben werden kann.</p>
<p>Wie effektiv diese in die Öffentlichkeit verlagerte Qualitätsprüfung ist – gemessen an journalistischen Standards –, ist bisher noch nicht gründlich untersucht worden. Viel dürfte davon abhängen, ob das Qualitätssicherungssystem gute Leistungen (durch Reputation, Bonuspunkte oder erweiterte Teilnahmemöglichkeiten) belohnt und schlechte bestraft.</p>
<p>Es muss die Bereitschaft gefördert werden, eigenes Wissen mit anderen zu teilen und vorgegebene Regeln einzuhalten. Reputation kann ein Teilnehmer z.B. nur dann erwerben, wenn das System über ein Gedächtnis verfügt, das seine Verdienste aus der Vergangenheit speichert und transparent macht. Über ein ausgefeiltes System verfügt etwa<br />
                            <a href="http://slashdot.org/faq/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Slashdot.org</a>. Letztlich kommt es aber darauf an, dass die Teilnehmer fähig und willens sind, niveauvolle Beiträge zu schreiben und zu würdigen.</p>
<p>Professioneller und P2P-Journalismus ergänzen einander Denkbar ist das Entstehen eines Öffentlichkeitssystems, in dem sich professioneller und P2P-Journalismus ergänzen: Die Vorteile des professionellen Journalismus sind die hohe Reichweite, die er über Presse und Rundfunk erreicht, sowie die gründliche redaktionelle Prüfung. Die Stärken des P2P-Journalismus sind die Informations-vielfalt, der intensive Meinungsaustausch und die Schnelligkeit.</p>
<p>Professionelle Journalisten nutzen Blogs und Communities als Recherchequellen. Hier finden sie Themenideen, Argumente und Informationen aus &#8220;erster Hand&#8221;, die sie weiter verarbeiten. Dadurch können sie zusätzliche Aufmerksamkeit auf die partizipativen Websites lenken. Die Laienkommunikatoren im Internet filtern ihrerseits die Medienberichterstattung, indem sie auf ausgewählte Nachrichten linken, und sie begleiten den professionellen Journalismus als &#8220;Media watchdogs&#8221;. Der P2P Journalismus wird deshalb keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum professionellen Journalismus sein.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturneuberger_konkurrenz2-shtml-2791/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weblogs &#8211; die neue fünfte Gewalt im Staate?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-weblogs-shtml-3103/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-weblogs-shtml-3103/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bognibeni]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/netzkultur-weblogs-shtml-3103/</guid>

					<description><![CDATA[Während Weblogs in Deutschland gerade beginnen sich zu etablieren, sind sie in den USA bereits eine feste Grösse in der Medienlandschaft: sie erreichen dort inzwischen jeden Tag Millionen von Lesern und haben es geschafft, das bisherige Monopol der Medien aufzubrechen. Was sind die Gründe für diesen Erfolg?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Während Weblogs in Deutschland gerade beginnen sich zu etablieren, sind sie in den USA bereits eine feste Grösse in der Medienlandschaft: sie erreichen dort inzwischen jeden Tag Millionen von Lesern und haben es geschafft, das bisherige Monopol der Medien aufzubrechen. Was sind die Gründe für diesen Erfolg?</p>
<p><!--break--></p>
<p>Wir hören es seit Mitte der 90er Jahre mit schöner Regelmässigkeit immer mal wieder: das Internet wird Politik und Gesellschaft von Grund auf verändern. Bald wird alles viel transparenter, viel basisdemokratischer. Der Einzelne erhält mehr Einfluss auf das grosse Ganze usw. usf. Aber während Amazon &amp; Co. im Unternehmensbereich so einiges durcheinander gewirbelt haben, scheinen unsere demokratischen Systeme deutlich resistenter gegenüber Einflüssen aus der virtuellen Welt. Wirklich geändert hat sich bisher jedenfalls nur sehr wenig. Doch nun unternimmt ein neues Online-Format einen neuen, vielleicht aussichtsreicheren Anlauf: die Rede ist von<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weblog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblogs</a> oder kurz Blogs!</p>
<p>
                              <span class="fett">Was ist das Neue an Weblogs?</span>
                            </p>
<p>Bereits im Sommer hatte<br />
                            <a href="http://www.onlinejournalismus.de/forschung/index_weblogdossier.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onlinejournalismus.de</a> dem Medium Weblog ein ganzes Dossier gewidmet und dort ausführlich beschrieben, was man darunter versteht und wie es eingesetzt werden kann. Blogs haben vor allem einen Vorteil: mit ihnen kann sich zum ersten Mal praktisch jeder zu extrem niedrigen Kosten sein eigenes kleines, aber trotzdem globales Medium aufbauen &#8211; Leserschaft inklusive ! Innerhalb weniger Minuten ist es so möglich eine professionell aussehende Website online zu bringen und darüber kontinuierlich die Dinge zu publizieren, die man der Welt mitteilen möchte. Grössere technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wer diese erste Hürde genommen hat, steht schnell vor der Frage, wie er potenzielle Leser auf seine Veröffentlichungen aufmerksam macht. Doch auch hier hat man mit Weblogs gute Karten. Denn zum einen landen Weblog-Seiten, aufgrund ihrer Struktur, in den Ergebnislisten von Suchmaschinen wie Google häufig sehr weit oben. So stösst man heutzutage bei fast jeder Online-Recherche schnell auf zahlreiche derartiger Sites. Zum anderen existieren Weblogs nicht allein und isoliert im Internet, sondern sind mehr oder weniger automatisch Bestandteil eines eigenen Netzwerkes &#8211; der sogenannten Blogosphäre.</p>
<p>Durch einen Mix aus speziellen Webseiten und verschiedenen Technologien hat sich hier eine Infrastruktur entwickelt, die auf vielen Ebenen alle Weblogs weltweit miteinander verbindet. So kann man z.B. sehen, wer in diesem Augenblick etwas Neues in seinem Weblog &#8220;gepostet&#8221; hat (<br />
                            <a href="http://blogg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogg.de</a>)oder welche Themen zur Zeit diskutiert werden (<br />
                            <a href="http://blogdex.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogdex.net</a>). Durch dieses System schaffen es manche Blog-Postings enorme Reichweiten zu erzielen. Vor allem dann, wenn andere Blogger so auf einen Artikel aufmerksam werden, hierüber in ihren eigenen Weblogs berichten und damit einen Schneeballeffekt auslösen. Wird der richtige Inhalt zur richtigen Zeit per Weblog veröffentlicht, kann die Blogosphäre für den einzelnen Blogger schnell zu einem riesigen Megaphone werden, mit dem er die ganze Welt erreicht. So haben manche von Privatpersonen geführte Politik-Weblogs in den USA, wie z.B.<br />
                            <a href="http://www.dailykos.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DailyKos</a> oder<br />
                            <a href="http://www.instapundit.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instapundit</a>, inzwischen schon etwa 250.000 Besucher pro Tag bzw. 8 Millionen pro Monat (Quelle:<br />
                            <a href="http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=7696" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Focus</a>,<br />
                            <a href="http://www.sitemeter.com/default.asp?action=stats&amp;site=s11instapundit" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instapundit Stats</a>) &#8211; deutlich mehr als viele Seiten von kommerziellen Medien. Aber selbst wenn nicht Millionen das eigene Blog lesen, was eher selten passiert, kann man auch mit geringeren Reichweiten grosse Wirkungen erzielen. Insbesondere wenn man eine kleine, aber einflussreiche Gruppe (z.B. Journalisten) damit zielgenau erreicht &#8211; Grundsatz: &#8221;<br />
                            <a href="http://www.redherring.com/Article.aspx?a=10780&amp;sector=Capital&amp;subsector=PrivateMarkets&amp;hed=Next%2BWave%3a%2BHow%2Bto%2Bbuild%2Bbuzz%2Bon%2Bthe%2Bblogs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblogs influence the Influencers</a>&#8220;.</p>
<p class="fett">Weblogs holen sich ihren ersten Skalp!</p>
<p>Dass dies nicht nur graue Theorie ist, bekam der prominente US-Senator Trent Lott im Dezember 2002 zu spüren. Damals hatte er in einer Rede auf der Geburtstagsfeier eines Kollegen eine eindeutig rassistische Bemerkung gemacht, was seine Zuhörer im ersten Augenblick erkennbar schockierte. Aber obwohl zahlreiche Journalisten anwesend waren, berichteten die Medien kaum darüber. In Zeiten des &#8220;24-Hour-News Cycle&#8221; wurde das Thema schnell alt und verschwand von der Agenda. Doch dann erschienen in zwei einzelnen Weblogs unabhängig voneinander Artikel zu dem Vorfall. Dies machte wiederum andere Blogger auf das Ereignis aufmerksam, die daraufhin begannen ebenfalls darüber zu schreiben. Plötzlich erhielt das Thema neue Aktualität. Nach einigen Tagen griffen auch grosse Medien es wieder auf und weniger als zwei Wochen später, war der öffentliche Druck so gross, dass Trent Lott sich gezwungen sah, zurückzutreten. Das Internet hatte seinen ersten Skalp, wie ein Zeitungskommentator damals schrieb.</p>
<p class="fett">Weblogs und die Presse &#8211; der Leser schreibt zurück</p>
<p>In diesem Fall war aber nicht allein das Verhalten von Trent Lott Gegenstand der Weblog-Artikel, sondern vor allem auch die fehlende Berichterstattung in der Presse. Plötzlich wurden die Medien selbst von ihren eigenen Konsumenten publizistisch zum Thema gemacht und damit zu einer Reaktion gezwungen. So etwas wäre bisher nur schwer möglich gewesen und zeigt exemplarisch, was Weblogs und die Blogosphäre leisten können: natürlich ersetzen sie nicht die traditionelle Presse. Aber die Medien erhalten damit eine Art Rückkanal, der ihre Arbeit überwacht und mit dem sie sich auseinandersetzen müssen. Denn zukünftig dürften so Defizite in der Berichterstattung immer häufiger und schneller offen gelegt werden. Derartige Weblogs, Watchblogs genannt, die sich zur Aufgabe gemacht haben, systematisch bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens kritisch zu begleiten, gibt es auch hierzulande. Ein gutes Beispiel dafür ist das<br />
                            <a href="http://www.bildblog.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BILDBlog</a>. Ein Gruppe von Journalisten nutzt hier das Medium Weblog, um &#8220;die kleinen Merkwürdigkeiten und das grosse Schlimme&#8221; in Deutschlands auflagenstärkster Tageszeitung aufzudecken. Zum ersten Mal bekommt man so all die Unstimmigkeiten, welche bisher in der Masse der Berichte untergegangen sind,Tag für Tag geballt vor Augen geführt. Im Mai 2004 gestartet, erreicht Bildblog.de heute bereits tausende Leser pro Tag &#8211; verglichen mit der Millionen-Auflage der BILD sicher noch nicht viel, aber immerhin ein Anfang.</p>
<p class="fett">Perspektiven</p>
<p>Neben Medien und Politik werden sicher sehr bald auch andere Gruppen, vor allem Unternehmen, feststellen, dass sich spezialisierte Watchblogs ihrer annehmen. Wahrscheinlich ist auch, dass zukünftig verstärkt Insider anonyme Weblogs nutzen, um darüber internes Wissen, vorbei am Filter Presse, direkt in die Öffentlichkeit zu bringen. Ist das, was sie zu sagen haben, interessant genug, wird die Blogosphäre schon für die gewünschte Reichweite sorgen. Hier wird auch schnell deutlich, wo eines der zentralen Probleme vieler, vor allem anonymer, Weblogs liegt: wenn die Identität eines Bloggers genauso unbekannt ist, wie seine Motive und wenn er nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, wie beurteilt man dann die Glaubwürdigkeit seiner Artikel? Belege von Fakten durch Weblinks zu Originalquellen und Interaktion mit Blog-Lesern über Kommentarfunktionen können dieses Problem zwar etwas entschärfen. Trotzdem sollte man es nicht aus den Augen verlieren.</p>
<p>Sind Weblogs nun der grosse basisdemokratische Durchbruch auf dem Weg in die eDemocracy? So etwas wie die zukünftige Stimme der schweigenden Mehrheit?? Noch ist das schwer zu sagen. Aber sie sind mit Sicherheit schon heute für viele eine willkommene Abwechslung vom Einheitsbrei der aktuellen Medienlandschaft, weil sie ein wenig Glasnost und Perestroika in unsere realexistierenden Demokratien bringen. Was jedoch am Ende wirklich vom Weblog-Boom bleibt, liegt an uns selbst und was wir daraus machen&#8230;<br />
                            <br />&#8230;apropos: Wann starten Sie Ihr Weblog?</p>
<p class="normal">
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-weblogs-shtml-3103/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
