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	<title>Website &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Website &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Online-Wahlkampfstrategien: Parteitreue oder Individualismus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Esau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2014 11:01:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[In Zeiten, in denen Parteibindungen für die Wahlentscheidung an Bedeutung verlieren und seit Jahren eine rückläufige Entwicklung der Parteimitgliedschaften beobachtet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Man-European_crop.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" alt="Man European_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Man-European_crop.jpg" width="638" height="279" /></a>In Zeiten, in denen Parteibindungen für die Wahlentscheidung an Bedeutung verlieren und seit Jahren eine rückläufige Entwicklung der Parteimitgliedschaften beobachtet wird, können Wahlkreiskandidaten durch den Versuch, eine stärkere Verbindung zwischen eigener Person und Wählerschaft herzustellen, ein alternatives Bindeglied zwischen Bürger und Staat bilden. Doch erst seit wenigen Jahren kommt die lokale Kampagne im Verhältnis zur zentralen Kampagne stärker in den Fokus der Forschung.<br />
In der neueren Wahlforschung haben sich insbesondere Thomas Zittel und Thomas Gschwend der Frage gewidmet, durch welche Faktoren sich unterschiedliche Wahlkampfstile der Kandidaten im Wahlkreis erklären lassen (u. a. 2007; 2008). Sie konnten erstmals auf Basis der Daten der <a href="http://www.mzes.uni-mannheim.de/projekte/gcs/homepage.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschen Kandidatenstudie von 2005</a> zeigen, dass Kandidaten neben parteizentrierten, weiterhin <strong>sogenannte individualisierte Wahlkampfstrategien verfolgen</strong>, und dabei gezielt versuchen die Aufmerksamkeit auf die eigene Kandidatur und Person zu lenken. Darüber hinaus belegen ihre Analysen, dass durch wahlsystemische Faktoren – wie z.B. eine Gewinnchance im Wahlkreis – Anreize für solche individualisierten Wahlkämpfe ausgehen. Inwiefern sich die in Befragungen sichtbar werdenden Tendenzen in Richtung individualisierter Wahlkampf tatsächlich in den Kampagnen der Kandidaten manifestieren, wurde in der vorliegendenden Studie zum ersten Mal untersucht. Dabei wurde u. a. die Annahme, <b>dass Kandidaten mit guten Gewinnchancen im Wahlkreis stärker individualisierte Wahlkampfstrategien aufweisen</b>, als Kandidaten mit schlechten bzw. keinen Gewinnchancen, anhand der Online-Wahlkämpfe der Kandidaten überprüft.</p>
<h3>Pilotstudie: Untersuchung individualisierter Strategien anhand der Gestaltung und Inhalte von Kandidaten-Websites</h3>
<figure id="attachment_142231" aria-describedby="caption-attachment-142231" style="width: 404px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahlkreisergebnisse-Erststimme-Bundestagswahl-2013-NRW.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-142231 " alt="Wahlkreisergebnisse Erststimme Bundestagswahl 2013 NRW" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahlkreisergebnisse-Erststimme-Bundestagswahl-2013-NRW.jpg" width="404" height="321" /></a><figcaption id="caption-attachment-142231" class="wp-caption-text">Wahlkreisergebnisse Direktmandate NRW: Bundestagswahl 2013</figcaption></figure>
<p style="text-align: left">Das Internet bietet den Wahlkreiskandidaten neue Möglichkeiten die Wählerschaft in und außerhalb ihres Wahlkreises zu erreichen und dabei für sich selbst bzw. für die eigene Partei zu werben. Dies ist auch bei den Kandidaten angekommen. Neben <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/search/label/Facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> stellen <b><a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2014/03/klassische-fehler-in-der-der.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigene Websites</a> den zweitwichtigsten Online-Kanal für Kandidaten-Kampagnen dar</b>, so die Wahrnehmung der Kandidaten (vgl. Zittel 2014: 16). Der Großteil der Kandidaten aus NRW besaß einen Web-Auftritt, wo sie unter anderem über Aktuelles aus dem Wahlkampf und aus ihrem Wahlkreis berichteten, Informationen zu ihrer Person bereitstellten sowie über eigene politische Ziele und Ziele ihrer Partei informierten. Zittel selbst weist darauf hin, dass die Überprüfung der Annahmen anhand von Online-Kampagnen, neue Erkenntnisse hervorbringen kann:</p>
<blockquote>
<div><i>“Clearly, online media provide new opportunities for candidates to personalize their campaigns. Focusing on these new media contexts thus allows testing for the robustness of established theories on the electoral sources of campaign behavior” (Zittel 2014: 3).</i></div>
</blockquote>
<p>In der vorliegenden Untersuchung wurden die Individualisierungsthese und die Erklärungskraft wahlsystemischer Faktoren [1], erstmalig anhand der Gestaltung und der Inhalte der Kampagnen-Websites von Wahlkreiskandidaten mit Hilfe einer Inhaltsanalyse getestet. Dafür wurde ein Instrument zur systematischen Analyse der Websites entwickelt.</p>
<h3>Operationalisierung und Kriterien zur Untersuchung der Websites</h3>
<p><figure id="attachment_142232" aria-describedby="caption-attachment-142232" style="width: 447px" class="wp-caption alignright"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Webseite-Carsten-Linnemann.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-142232 " alt="Webseite Carsten Linnemann" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Webseite-Carsten-Linnemann.jpg" width="447" height="310" /></a><figcaption id="caption-attachment-142232" class="wp-caption-text">Carsten Linnemann (CDU, li.) erhielt 2013 die meisten Erstimmen in NRW (59,1%)</figcaption></figure><br />
In der Literatur ist es üblich, die Gewinnchance anhand des Stimmenabstands bei vergangenen Wahlen zu messen (Zittel/Gschwend 2007: 298). Wenn der Stimmenabstand in der Vergangenheit gering war, wird die Gewinnchance als hoch eingeschätzt. Dabei wird ein Stimmenabstand (bezogen auf das Erststimmen-Ergebnis) von 10 Prozent zwischen Erstplatziertem und Zweitplatziertem gerechnet (vgl. auch Turner 1953; Schmitt/Wüst 2004). Kandidaten in Wahlkreisen mit mehr als 10 Prozent Stimmenabstand besitzen in diesem Sinne schlechte Gewinnchancen. Ein Problem stellen dabei Kandidaten dar, die neu antreten und für die daher kein Ergebnis bei der letzten Wahl vorliegt. Es ist jedoch plausibel anzunehmen, dass Kandidaten die neu antreten, sich an dem Stimmenergebnis des Vorgängers orientieren. <b> </b><br />
Insgesamt wurden mit Rückgriff auf bestehende inhaltsanalytische Untersuchungen von Kampagnen-Websites (Gibson/Ward 2000; Gulati/Williams 2007; Hermans/Vergeer 2013) je 18 Indikatoren bzw. Kategorien für die individualisierte und für die parteizentrierte Strategie speziell für die Untersuchung von Kandidaten-Websites erarbeitet. Es wurde darauf geachtet, dass die Kategorien sowohl den Inhalt, als auch die Form der Websites ansprechen. Mit Blick auf die bisherigen Studien wurden die einzelnen Kategorien mit den Oberbegriffen Werbung, Information, Positionierung, Vernetzung, Mittelbeschaffung und Mobilisierung zusammengefasst.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Grafik-Individualisierte-vs.-Parteizentrierte-Strategie.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-142228" alt="Grafik Individualisierte vs. Parteizentrierte Strategie" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Grafik-Individualisierte-vs.-Parteizentrierte-Strategie.jpg" width="607" height="532" /></a><br />
Beispielsweise sollte untersucht werden, ob sich die auf der Website präsentierten Wahlkampfthemen von den Kernthemen der Partei unterscheiden. <b>Denn es liegt die Annahme vor, dass Kandidaten mit einer individualisierten Strategie auf parteiunabhängige Themen setzen</b>. Für die Partei liegt im Hinblick auf die Themen der nationalen Kampagne eine klare Wahlkampfstrategie vor, die im Parteiprogramm und auch auf der Website der Partei festgehalten wird. Kandidaten haben die Möglichkeit in ihren lokalen Kampagnen spezielle Problembereiche, die z. B. im Wahlkreis zu verorten, hervorzuheben. Die analytische Herausforderung bestand darin, parteiabhängige und parteiunabhängige Themen voneinander abzugrenzen, da Kandidaten die Themen der Partei häufig einfach in den lokalen Kontext ihrer Wahlkreise ‚übersetzen‘ (vgl. Karlsen/Skogerbø 2013). Daher wurde die Präsentation der Wahlkampfthemen sowohl im Hinblick auf die sprachliche Darstellung, als auch auf die Inhalte [3] selbst, untersucht. Mithilfe der Daten konnten pro Partei die fünf wichtigsten Positionen bzw. Themen im Bundestagswahlkampf 2013 bestimmt werden.<br />
Es wurden alle Kandidaten der im Bundestag <a href="https://pluragraph.de/categories/parteien/combined_with/nordrhein-westfalen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vertretenen Parteien (mit FDP) in NRW</a> berücksichtigt. Die Inhaltsanalyse umfasst alle Kandidaten mit Web-Auftritt im Rahmen der Bundestagswahl 2013 (N=231).<b> Damit besaßen 72,4 Prozent der insgesamt 319 in NRW angetretenen Kandidaten eine eigene Kampagnen-Website.</b></p>
<h3>Gewinnchance erklärt Unterschiede zwischen den Web-Auftritten</h3>
<p>Es sind zwar Standards erkennbar, die sich z. B. im Aufbau der Websites zeigen und u. a. mit der Gegnerbeobachtung und den Angeboten der Parteien (Baukastensysteme für Kampagnen-Websites) erklärt werden können. <b>Trotzdem lassen sich deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Gestalt und Inhalte der Websites erkennen</b>. Einige Kandidaten stellen ihre Partei und deren Kernthemen im Wahlkampf in den Vordergrund, andere legen den Fokus auf die eigene Person und entwickeln eigene Themen, Positionen und Ziele. Es existieren <a href="http://www.marco-buelow.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web-Auftritte bei denen ganz auf ein Logo der Partei verzichtet</a> wird, sodass kaum noch ersichtlich ist, welcher Partei der Kandidat angehört. Die Unterschiede deuten auf verschiedene strategische Ausrichtungen hin.<br />
<figure id="attachment_142227" aria-describedby="caption-attachment-142227" style="width: 623px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Webseite-Marco-Bülow.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-142227" alt="Webseite Marco Bülow" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Webseite-Marco-Bülow.jpg" width="623" height="252" /></a><figcaption id="caption-attachment-142227" class="wp-caption-text">Abbildung 1: Beispiel für Website ohne Parteilogo: Marco Bülow (SPD), MdB</figcaption></figure><br />
Um diese Unterschiede zu erklären, wurden die forschungsleitenden Hypothesen anhand von multivariaten Analysen getestet. Da es für die Wahlkampfstrategien auf Kandidaten-Websites bisher nur erste theoretische Ansätze gibt, wurden drei Dimensionen individualisierter und parteizentrierter Strategien identifiziert: <i>Werbung</i>, <i>Information</i> und <i>Positionierung</i>. Auf Basis der je drei Indizes wurden Differenzwerte als abhängige Variablen gebildet. Im nächsten Schritt konnte der positive und hoch signifikante Zusammenhang zwischen einer guten Gewinnchance im Wahlkreis und dem Wahlkampfstil auf der Website im Hinblick auf die Dimensionen Werbung (β = .33; p &lt; .001), Information (β = .27; p &lt; .001) und Positionierung (β = .44; p &lt; .001) nachgewiesen werden. Anhand der Gewinnchance können 10 Prozent der Varianz der individualisierten Werbung, 7 Prozent der individualisierten Information und 19 Prozent der individualisierten Positionierung aufgeklärt werden. Somit bestätigte sich der theoretisch vermutete Effekt bei der Analyse der Web-Auftritte. <b>Der Grad der Individualisierung auf der persönlichen Kampagnen-Website erweist sich bei denjenigen Kandidaten als stärker, die auch eine realistische Chance besitzen das Direktmandat im Wahlkreis zu gewinnen.</b><br />
<figure id="attachment_142229" aria-describedby="caption-attachment-142229" style="width: 630px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Grafik-individualisierte-vs.-parteizentrierte-Wahlkampfstrategien-N231.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-142229" alt="Grafik individualisierte vs. parteizentrierte Wahlkampfstrategien, N=231" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Grafik-individualisierte-vs.-parteizentrierte-Wahlkampfstrategien-N231.jpg" width="630" height="364" /></a><figcaption id="caption-attachment-142229" class="wp-caption-text">Abbildung 2: individualisierte vs. parteizentrierte Wahlkampfstrategien, N=231</figcaption></figure></p>
<h3>Diskussion und Ausblick</h3>
<p>Das Ziel der Untersuchung war es, Indikatoren für die Analyse individualisierter vs. partei-zentrierter Wahlkampfstrategien zu entwickeln und weiterhin die Erklärungskraft wahlsystemischer Anreize zu testen. Die multivariaten Analysen deuten darauf hin, dass die unterschiedlichen Wahlkampfstile von wahlsystemischen Anreizen beeinflusst werden. Neben der Gewinnchance wurden weiterhin die Mandatsinhaberschaft und ein sicherer bzw. unsicherer Listenplatz als unabhängige Variablen getestet. <b>Der relativ stärkste Effekt geht von einer guten Gewinnchance im Wahlkreis auf individualisierte Wahlkampfstrategien aus.</b><br />
Betrachtet man die drei Dimensionen näher, wird deutlich, dass die Kampagnen der Kandidaten am stärksten im Hinblick auf die Positionierung, bestehend aus den Kategorien Ziele, Themen und Positionen des Kandidaten bzw. der Partei, variieren. Eine mögliche Begründung dafür ist, dass es hinsichtlich der Verwendung von werbenden Elementen wie Fotos, Logos und Slogans sowie hinsichtlich der Bereitstellung von Informationen bereits gewisse Standards gibt, an denen sich die Kandidaten ausrichten. Es ist heute selbstverständlich, ein Foto des Kandidaten an bestimmten Stellen auf der Website zu platzieren oder in gewissem Ausmaß Informationen zur Person des Kandidaten bereitzustellen. Größere Unterschiede herrschen hinsichtlich der politischen Positionierung der Kandidaten bzw. der Parteien. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die Entwicklung und Formulierung eigener Ziele, Themen und Positionen zeitaufwendig und daher für Kandidaten mit Kosten verbunden ist. Weiterhin gibt es hier weniger Standards und daher mehr Spielraum.<br />
Die Untersuchung weist darauf hin, dass<b> individualisierte Strategien mehr sind als nur ein Teil der Personalisierung von Wahlkampf</b>. Individualisierung tritt im Hinblick auf Websites insbesondere bei der Analyse der Ziele, Themen und Positionen der Kandidaten zu Tage. Daher lohnt es sich weiterhin neben dem äußeren Erscheinungsbild, auch die Inhalte der Kampagnen von Wahlkreiskandidaten zu untersuchen.<br />
<b><i><br />
Literatur </i></b><br />
Gibson, Rachel/Ward, Stephen (2000): A Proposed Methodology for Studying the Function and Effectiveness of Party and Candidate Web Sites. In: Social Science Computer Review, 18 (3), S. 301-319.<br />
Gulati, Girish J./Williams, Christine B. (2007): Closing the Gap, Raising the Bar: Candidate Web Site Communication in the 2006 Campaigns for Congress. In: Social Science Computer Review, 25 (4), S. 443-465.<br />
Hermans, Liesbeth/Vergeer, Maurice (2013): Personalization in e-campaigning: A cross-national comparison of personalization strategies used on candidate websites of 17 countries in EP elections 2009. In: New Media &amp; Society, 15 (1), S. 72-92.<br />
Karlsen, Rune/Skogerbø, Eli (2013): Candidate campaigning in parliamentary systems: Individualized vs. localized campaigning. In: Party Politics, S. 1-12.<br />
Norris, Pippa (2000): A virtuous circle. political communications in postindustrial soci-eties. New York: Cambridge University Press.<br />
Schmitt, Hermann/Wüst, Andreas (2004): Direktkandidaten bei der Bundestagswahl 2002: Politische Agenda und Links-Rechts-Selbsteinstufung im Vergleich zu den Wählern. In: Brettschneider, Frank/van Deth, Jan/Roller, Edeltraud (Hrsg): Bundestagswahl 2002. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 167-183.<br />
Turner, Julius (1953): Primary Elections as the Alternative to Party Competition in ‘Safe’ Districts. In: The Journal of Politics, 15, S. 197-210.<br />
Volkens, Andrea/Lehmann, Pola/Merz, Nicolas/Regel, Sven/Werner, Annika (2013): The Manifesto Data Collection. Manifesto Project (MRG/CMP/MARPOR). Version 2013a. Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).<br />
Zittel, Thomas/Gschwend, Thomas (2007): Individualisierte Wahlkämpfe im Wahlkreis – eine Analyse am Beispiel des Bundestagswahlkampfes von 2005. In: Politische Vierteljahresschrift: Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, 48 (2), S. 293-321.<br />
Zittel, Thomas/Gschwend, Thomas (2008): Individualised constituency campaigns in mixed-member electoral systems: Candidates in the 2005 German elections. In: West European Politics, 31 (5), S. 978-1003.<br />
Zittel, Thomas (2014): Do Candidates Seek Personal Votes on the Internet? Constituency Candidates in the 2013 German Federal Elections (August 9, 2014). online über SSRN: <a href="http://ssrn.com/abstract=2478180">http://ssrn.com/abstract=2478180</a><br />
&nbsp;<br />
[1] In diesem Beitrag liegt der Fokus auf der Gewinnchance, wobei in der Untersuchung weitere Faktoren untersucht wurden.<br />
[2] Social Network Service<br />
[3] Für die inhaltliche Untersuchung wurden die Ergebnisse des Manifesto-Projekts verwendet. Das Projekt basiert auf quantitativen Inhaltsanalysen der Wahlprogramme politischer Parteien in mehr als 50 Ländern für alle freien demokratischen Wahlen seit 1945.<br />
<em>Dies ist ein Crosspost von hamburger-wahlbeobachter.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2014/09/einzelkampfer-oder-parteisoldat-warum.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort </a>erschienen.</em><br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/european_parliament/5451177080/in/photolist-9iGH2J-8JF2we-8JJ5AG-8JF2up-axapPH-8JJ5CQ-8JJ5nm-8JF2x8-ci8QsN-9Gz7bG-ataHoG-9iBH8B-6p1LRs-8zrNVB-6p1M4o-eJxnoH-923vTK-8NspwT-8Nspzk-ci8Qo9-bz6VGK-ataHvS-8JF2qT-8JJ5zy-atbCu7-8JF2Ev-ataHtd-8JF2Ar-9iBH2M-9iEQmh-9ZL6M5-9iBH9X-9XFof1-8JJ5wq-8JJ5xb-9ZPEXN-8JF2vk-8JJ5pE-8JJ5qN-9wnTbx-at85Nv-8D3VCB-bUkNon-e3o639-8ePYjz-8NspAZ-axd7Jo-axapXT-axd7Go-axapSp">European Parliament</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Was Parteien online verbessern können</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 17:10:06 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Website]]></category>
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		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Partei-Website]]></category>
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		<category><![CDATA[Andreas Jungherr]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Online-Auftritte deutscher Parteien spielen bei politischen Suchanfragen fast keine Rolle. Zwar werden die Webseiten von CDU, Grünen und Co. bei der gezielten Eingabe von Parteien- oder Abgeordnetennamen prominent gelistet, bei der Suche nach tagesaktuellen oder allgemein politischen Berichten bleiben die Parteien-Seiten jedoch weitgehend unsichtbar.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Online-Auftritte deutscher Parteien spielen bei politischen Suchanfragen fast keine Rolle. Zwar werden die Webseiten von CDU, Grünen und Co. bei der gezielten Eingabe von Parteien- oder Abgeordnetennamen prominent gelistet, bei der Suche nach tagesaktuellen oder allgemein politischen Berichten bleiben die Parteien-Seiten jedoch weitgehend unsichtbar.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Nach einem <a href="http://sichtbarkeitsreport.de/">Report</a> der Universität Bamberg gelangen Internetnutzer, die sich über aktuelle politische Themen informieren wollen, in aller Regel nicht auf die Online-Präsenzen der Parteien. Grund ist das schlechte Google-Ranking der entsprechenden Auftritte von Parteien. Als Resultat wird das programmatische Spektrum einer Partei nur ausschnittsweise präsentiert und von Nicht-Parteimitgliedern nur selten wahrgenommen. Eine Ausnahme bildet die Piratenpartei, die auch bei themenbezogenen Suchanfragen in den Google-Ergebnislisten einen vorderen Platz einnimmt. Noch schlechter als die Bundesparteien schneiden die Landesverbände ab, deren Informationsangebot im Internet fast völlig an den Nutzern vorbeigehe. Erstellt wurde die Studie von Wissenschaftlern der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, untersucht wurden im Zeitraum vom 27. Juli bis zum 22. August 2011 die Webseiten von Parteien auf Bundesebene und in den Bundesländern, in denen im September Wahlen stattfanden (Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Niedersachsen).
</p>
<p>
Nach Ansicht der <a href="http://sichtbarkeitsreport.de/autoren/">Autoren</a> der Studie gibt es für das schlechte Google-Ranking mehrere Gründe. Kaum beeinflussbar durch die Seitenbetreiber seien Faktoren wie die Verlinkung der Parteien-Webseite auf andere Seiten oder die Häufigkeit, mit der Nutzer nach Suchanfragen  den Eintrag der entsprechenden Webseite in den Ergebnislisten anklicken.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/andreas-jungherr.png" alt="Andreas_Jungherr" title="Andreas_Jungherr" align="left" height="190" width="130" />Dennoch gäbe es für die Parteien Wege, ihre Internetseiten sichtbarer zu machen, wie Andreas Jungherr, Wissenschaftler an der Universität Bamberg und einer der Autoren des Reports, gegenüber politik-digital.de erklärt:
</p>
<p>
&quot;Parteien haben zwei Möglichkeiten, um ihre Sichtbarkeit in politisch relevanten Suchergebnissen zu erhöhen. Sie müssen bei der Programmierung ihrer Seiten sicherstellen, dass der Quellcode suchmaschinenfreundlich geschrieben ist und die Seiten systematisch strukturiert sind. Hierfür müssen Parteien den von ihnen beauftragten Agenturen wohl etwas stärker auf die Finger schauen, als sie es bisher tun. Zur Zeit finden sich die Verantwortlichen in Parteien zu schnell mit einem schicken Design fürs Auge ab.“ Jungherr empfiehlt daher: „Zusätzlich sollten Parteien ihre Webseiten stärker redaktionell betreuen. Sie sollten regelmäßig tagesaktuelle politische Inhalte bereitstellen. Die  Seite der SPD im Bund ist hierfür ein gutes Beispiel. Durch regelmäßige Beiträge zu aktuellen politischen Themen schafft die Partei Inhalte, die zur Verlinkung einladen und garantieren, dass die Seite langfristig mit aktuellen politischen Stichworten verbunden wird&quot;.
</p>
<p>
Derzeit verschenken die meisten Parteien die Möglichkeit, nicht gebundene Wähler anzusprechen und sich so neue Wählerschichten zu erschließen, hier gäbe es noch viel Handlungsspielraum.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gesucht: Die besten barrierefreien Websites</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gesucht-die-besten-barrierefreien-websites-4335/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sruff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2009 12:13:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Barrierefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Aktion Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[BIENE]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Digitale Chancen]]></category>
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					<description><![CDATA[&#34;<a href="http://www.biene-award.de/award/" target="_blank" title="BIENE-Award" rel="noopener noreferrer">BIENE&#34;</a>, ein Wettbewerb um die besten barrierefreien Internetseiten im deutschsprachigen Web, startet am 5. Mai 2009. Initiatoren sind die Aktion Mensch und die <a href="http://www.digitale-chancen.de/" target="_blank" title="Stiftung Digitale Chancen" rel="noopener noreferrer">Stiftung Digitale Chancen</a>.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&quot;<a href="http://www.biene-award.de/award/" target="_blank" title="BIENE-Award" rel="noopener noreferrer">BIENE&quot;</a>, ein Wettbewerb um die besten barrierefreien Internetseiten im deutschsprachigen Web, startet am 5. Mai 2009. Initiatoren sind die Aktion Mensch und die <a href="http://www.digitale-chancen.de/" target="_blank" title="Stiftung Digitale Chancen" rel="noopener noreferrer">Stiftung Digitale Chancen</a>.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
BIENE (&quot;Barrierefreies Internet Eröffnet Neue Einsichten&quot;) orientiert<br />
sich an den jüngsten <a href="http://www.w3.org/TR/WCAG20/" target="_blank" title="Web Content Accessibilty Guidelines (WCAG) 2.0" rel="noopener noreferrer">internationalen Richtlinien</a> zur Zugänglichkeit von<br />
Internetangeboten. Der Wettbewerb sei daher eine erste Möglichkeit, die<br />
Praxistauglichkeit der neuen Richtlinien zu bewerten, so die<br />
Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, Jutta Croll, in der<br />
aktuellen Pressemitteilung von Aktion Mensch.
</p>
<p>
Neben dem Hauptwettbewerb in vier Katergorien gibt es einen Nachwuchspreis, der speziell an Studierende und Auszubildene geht. Jeder ist aufgerufen, <a href="http://www.biene-award.de/award/vorschlagen/" target="_blank" title="Vorschläge BIENE-Award" rel="noopener noreferrer">Vorschläge</a> und <a href="http://www.biene-award.de/award/bewerben/" target="_blank" title="Bewerbung BIENE-Award" rel="noopener noreferrer">Bewerbungen</a> bis zum 15. Juli 2009 einzureichen.<br />
Die Preisverleihung findet am 4. Dezember 2009 in Berlin statt.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die peinlichsten Politiker-Websites</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 09:12:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagsabgeordneter]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Internet können Politiker zeigen, wie sie als Mensch so sind - viele Websites sind aber unpersönlich, unansehnlich oder peinlich. Mitmach-Möglichkeiten sind rar. politik-digital.de hat sich mehrere Internetpräsenzen von Landtagsabgeordneten angeschaut und drei Stichproben auf Aktualität, Gestaltung, Funktionen und private Selbstdarstellung untersucht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet können Politiker zeigen, wie sie als Mensch so sind &#8211; viele Websites sind aber unpersönlich, unansehnlich oder peinlich. Mitmach-Möglichkeiten sind rar. politik-digital.de hat sich mehrere Internetpräsenzen von Landtagsabgeordneten angeschaut und drei Stichproben auf Aktualität, Gestaltung, Funktionen und private Selbstdarstellung untersucht.<!--break--></p>
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<p>
<b>Himmelschreiendes Design</b>
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<p>
Ein besonders gutes Beispiel einer besonders schlechten Internetpräsenz ist die <a href="http://www.hubert-schulte.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website von Hubert Schulte</a>, einem nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten der CDU. Schon die Startseite schreckt ab: Vor einem grellen und verschwommenen blau-weißen Hintergrund begrüßt Schulte die Besucher mit einem Foto seiner selbst sowie fünf chaotisch angeordneten „Impressionen vom Düsseldorfer Landtag&quot;. Sämtliche Texte der Seite lassen sich vor dem bunten Hintergrund nur mit Mühe lesen, Bilder überschneiden sich mit Text. In der Presserubrik  fliegt im Hintergrund in mehrfacher Ausführung das Wort „Presse&quot; dreidimensional in grün, grau und gold über den blauen Himmel.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.hubert-schulte.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/080226_hubert_schulte_website.jpg" alt="Hubert Schulte Website - Screenshot" title="Hubert Schulte Website - Screenshot" width="350" height="260" /></a>
</div>
<div style="text-align: center">
<i>Screenshot von Hubert Schultes Website &#8211; Presserubrik</i>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Immerhin: Schon auf der ersten Seite lädt der Abgeordnete zum persönlichen E-Mail Kontakt ein. Weitere Mitmach-Möglichkeiten gibt es nicht. Schultes Lebenslauf klingt distanziert und unpersönlich, aber er bekennt sich zu seinem Hobby: „Mineralien in den Steinbrüchen und Gruben des Sauerlandes zu sammeln&quot;. Persönliche Gedanken oder Stellungnahmen zu aktuellen Themen veröffentlicht Hubert Schulte nicht. Wenigstens ist die Seite sonst halbwegs aktuell: In der Rubrik „Vor Ort&quot; ist der letzte Eintrag vom 26. Januar 2008.
</p>
<p>
<b>Kleider, Kochen, Kaffee-Fahrt</b>
</p>
<p>
Mit privaten Familienschnappschüssen präsentiert sich Margot Queitsch, SPD-Landtagsabgeordnete und Stadträtin in Freiburg, <a href="http://www.margot-queitsch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Internet</a>. Auf der menschlichen Seite geht Queitsch in die Vollen: Freimütig erzählt sie in ihrer Selbstdarstellung, wie sie anno 1966 das „&#8217;Freiburger Bobbele&#8217; Karl-Heinz&quot; geheiratet habe, dass sie bekannt sei für ausgefallene Beinkleider und dass eines ihrer größten Hobbys das Kochen sei. Konsequenterweise beschreibt sie auch gleich eine Auswahl ihrer Lieblingsrezepte, von „Salbeimäuschen&quot; bis zur „Forelle nach Navara-Art&quot;. Unter dem Menüpunkt „Bildergalarie&quot; finden sich keine Gala-Bilder, wie der Tippfehler in der Navigation nahe legt, sondern Fotos, die Queitsch im direkten Kontakt mit Bürgern zeigen &#8211; beim Brauereibesuch, als Verkäuferin bei Edeka, im Nachbarschaftstreff und auf einer „Landtagsfahrt&quot;, zu der sie zweimal pro Jahr Bürgerinnen und Bürger einlädt.<br />
Online-Interaktionsmöglichkeiten gibt es nicht, aber aktuell ist die Seite: Diese wurde zuletzt am 21. Februar 2008 aktualisiert.
</p>
<p>
<b>Informationen statt Emotionen</b>
</p>
<p>
Es menschelt auch beim 67-jährigen Manfred Ach (CSU) aus dem bayrischen Landtag. Seine optisch äußerst <a href="http://www.csu-landtag.de/htmlexport/ach/ach_htm/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nüchterne Website</a> bietet in der Navigation dazu gleich mehrere Punkte: „Persönliches&quot;, „Heimat&quot;, „Foto-Galerie&quot; &#8211; das klingt nach gelungener privater Selbstdarstellung. Leider trügt der Schein: „Ach, Manfred&quot;, wie sein stichpunktartiger tabellarischer Lebenslauf  betitelt ist, mag „Bergwandern&quot; und „ausgedehnte Spaziergänge&quot;, Computer und Internet findet er „im Hinblick auf die vielseitigen Informationsmöglichkeiten notwendig und für die Zukunft unentbehrlich&quot;. So emotional wie diese Aussage liest sich auch der Rest des Textes. Hinter dem Menüpunkt „Heimat&quot; verbirgt sich eine schier endlose sachliche Auflistung von „Zahlen, Daten und Fakten zu Margetshöchheim&quot;. Der Besucher erfährt hier zum Beispiel, dass das Landkreisgebiet „im Regenschatten des Spessarts und der Rhön&quot; liegt &#8211; Informationen statt Emotionen.<br />
Die Fotos in der Galerie zeigen den CSU-Mann hauptsächlich als Anzugträger; ein  Bild sticht jedoch besonders heraus. Es zeigt den kahlköpfigen Ach als „Mitspieler einer Promi-Mannschaft&quot; beim Fußball; „Eine gewisse Ähnlichkeit aufgrund des Äußeren mit dem Nationalspieler und Ex-Bayern-Star Carsten Janker ist nicht zu verkennen&quot;, steht unter dem Bild.  Mitmachmöglichkeiten sucht man vergeblich, es gibt lediglich eine Umfrage, wie nach den „brutalen Überfällen&quot; in der Münchner U-Bahn verfahren werden soll. Die letzten „News&quot; auf der Seite stammen aus dem Herbst 2007.
</p>
<p>
<b>Der schmale Grat zwischen distanziert und peinlich</b>
</p>
<p>
Die genannten Beispiele zeigen, wie schwer es Politikern fällt, sich im Internet von ihrer persönlichen Seite zu zeigen. Entweder wirkt es distanziert und kühl wie bei Hubert Schulte oder unfreiwillig komisch wie bei Manfred Ach. Die Politiker in der Stichprobe von politik-digital.de bemühten sich, auch Ihre persönliche Seite herauszustellen. Schwach ist, dass Interaktionsmöglichkeiten absolute Mangelware sind &#8211; die Mittel des Mitmach-Internet werden kaum ausgeschöpft. Schon ein Gästebuch oder Forum wäre auf vielen der Webseiten ein Partizipations-Fortschritt. So könnten Bürgerinnen und Bürger unkompliziert online Kontakt zu den Volksvertretern aufnehmen &#8211; und den Menschen hinter der Seite kennen lernen.</p>
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		<title>Rechtsextremismus im Internet. Die neue Gefahr.</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/rechtsextremismus-im-internet-die-neue-gefahr-97/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Von Rainer Fromm und Barbara Kernbach. Mitte 2000 zählte das Bundesamt für Verfassungsschutz allein in Deutschland ca. 500 Home-pages mit rechtsextremen Inhalten. Seit Mitte der 90er Jahre steigt die Zahl der Websites enorm an: von 32 (1996), über rund 100 (1997), auf 200 (1998) und über 300 (1999). Zusätzlich kommen noch mehr als 2000 Sites aus den USA und Skandinavien hinzu. Dies ist Anlass für Rainer Fromm und Barbara Kernbach, einen Überblick über die &#34;Flut des rechtsextremen Internetangebots&#34; zu geben. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">Von Rainer Fromm und Barbara Kernbach. Mitte 2000 zählte das Bundesamt für Verfassungsschutz allein in Deutschland ca. 500 Home-pages mit rechtsextremen Inhalten. Seit Mitte der 90er Jahre steigt die Zahl der Websites enorm an: von 32 (1996), über rund 100 (1997), auf 200 (1998) und über 300 (1999). Zusätzlich kommen noch mehr als 2000 Sites aus den USA und Skandinavien hinzu. Dies ist Anlass für Rainer Fromm und Barbara Kernbach, einen Überblick über die &#8220;Flut des rechtsextremen Internetangebots&#8221; zu geben. <!--break--></p>
<p>Das Buch richtet sich an &#8220;Jugendliche, Eltern, Erzieher, Lehrer und Dozenten der politischen Bildung&#8221; und bilanziert die aktuelle Lage (Stand: November 2000) im Internet. Die Autoren sind Journalisten und beschäftigen sich seit Jahren mit dem Thema Rechtsextremismus &#8211; unter anderem schrieben sie Bücher und drehten TV-Dokumentationen. Für diese Publikation konnten beide auf eine gemeinsame Fernsehpro-duktion zu Rechtsextremismus im Internet zurückgreifen.<br />
Nach dem 1997 erschienenen Sammelband &#8220;Netz des Hasses&#8221; vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) ist die vorliegende Darstellung die zweite auf deutsch herausgegebene Veröf-fentlichung zum Thema.Das Autorenduo liefert viele Kurzdarstellungen von verschiedensten rechtsextremen Gruppie-rungen. Vorwiegend sind es deutsche Anbieter der rechten Szene, auf die näher eingegangen wird. Das rechte Spektrum reicht von den Wahlparteien NPD, Republikaner und DVU, über Einzelpersonen, Theorieorgane, Kameradschaften und Anti-Antifa-Gruppierungen, bis hin zur Subkultur und Musik wie Skinheads, NS Black Metal und Dark Wave. Weiter beschreiben sie Internet-Seiten aus dem Ausland wie die der NSDAP/AO oder von Stormfront, Sites von Holocaust-Leugnern und Gewaltspielen.<br />
Das Angebot beinhaltet programmatische Schriften und Songtexte sowie MP3-Dateien und Spiele zum Downloaden.Bei den deutschen Seiten fällt auf, dass sie meist nur Texte und Musik veröffentlichen, die keinerlei strafrechtlichen Inhalte wiedergeben, um so dem Verbot zu entgehen. Die Parteien spiegeln ihre Programme aus den diversen Printmedien und geben sich harmlos. Schließlich soll kein verfassungsfeindliches Material bereitgestellt werden, um kein Partei-Verbot zu ris-kieren. Für menschenverachtende Texte &#8220;sorgen&#8221; Einzelpersonen und kleinere Gruppen. Die-se Pages werden vom Verfassungsschutz überwacht und häufig auch geschlossen. Deshalb suchen sich viele Rechtsextremisten Anbieter im Ausland, wo es oft keine rechtlichen Rege-lungen gibt wie in Deutschland. Meistens sind diese Domains in den USA oder Skandinavien registriert und somit dem Zugriff deutscher Behörden entzogen. Das Internet wird von diesen ausländischen Anbietern neben anderen Medien als Mobilisierungs- und Vertriebsmedium genutzt.Von US-amerikanischen und skandinavischen Providern aus wird ein florierender Handel mit Hakenkreuzfahnen, Hitlerbüsten und anderen NS-Devotionalien, NS-Filmen (&#8220;Jud Süß&#8221; oder &#8220;Der ewige Jude&#8221;), Büchern (&#8220;Mein Kampf&#8221; und &#8220;Die Protokolle der Weisen von Zion&#8221;) und Musik-CDs von Nazi-Bands mit widerlichen antisemitischen und nationalsozialistischen Texten betrieben.<br />
Doch um sich braune Musik oder Bücher zu besorgen, muss man nicht einmal Bestellungen tätigen. Viele Songs stehen als MP3-Files gratis im Netz. Es gibt hierfür sogar richtige Charts. Außerdem sind diverse Hassspiele, wie &#8220;Nazi-Doom&#8221;, abrufbar.Viele Rechtsextremisten sehen im Internet die Chance, menschenverachtende Behauptungen unbehelligt zu verbreiten. Für sie bietet das World Wide Web die Möglichkeit eine soge-nannte &#8220;Gegenöffentlichkeit&#8221; zu schaffen. Die Kommunikation untereinander wird erheblich erleichtert. Das alte System der nationalen Mailboxen und Infotelefone konnte ersetzt werden. Außerdem sind viele rechtsextreme Seiten miteinander verlinkt, so dass eine enge internatio-nale Verknüpfung besteht und es ein Leichtes ist, von Deutschland aus auf Seiten volksver-hetzenden und holocaust-leugnenden Inhalts zuzugreifen.Die Autoren stellen klar, dass man dem Rechtsextremismus im Internet nicht hilflos ausgelie-fert sein muss. Als Gegenstrategien lehnen sie allerdings Verbote und Filterprogramme auf-grund ihrer geringen Wirkung ab.<br />
Stattdessen setzen sie auf Aufklärung im Internet. Sie verweisen auf engagierte Initiativen (www.adl.org, www.shoa.de, www.fasena.de) im Netz. Auch ihr Buch sehen sie als Beitrag hierzu.Selbstverständlich können in diesem Buch nicht alle rechtsextremen Websites vorgestellt werden. Daher werden die bekanntesten und wichtigsten Seiten exemplarisch behandelt. Den Anspruch, einen Überblick zu liefern, hält das Buch ein. Doch leider geht es über eine bloße Beschreibung oft nicht hinaus. Originalzitate rechter Homepages werden Verfassungsschutz-berichten gegenübergestellt, ohne dass die Autoren zu einer echten Analyse kommen. Außer-dem wäre eine theoretische Vorüberlegung angebracht gewesen: die Autoren schwanken zwi-schen den Begriffen &#8220;Rechtsradikalismus&#8221; und &#8220;Rechtsextremismus&#8221;. Ein erklärendes Glossar mit Szene-Jargon (beispielsweise dass &#8220;18&#8221; für &#8220;Adolf Hitler&#8221; und &#8220;88&#8221; für &#8220;Heil Hitler&#8221; steht; der erste bzw. achte Buchstabe des Alphabets) hätte einige Wiederholungen erspart und dem unkundigen Leser geholfen. Noch wichtiger wäre allerdings ein Register gewesen, um die Vernetzungen der rechten Szene aufzuzeigen. Leider wird auch keine Einschätzung gege-ben, wie groß die Gefahr des Rechtsextremismus im Netz nun eigentlich ist. Grundlegend bietet dieses Buch aber einen guten Einstieg ins Thema.</p>
<table width="150" border="0" cellspacing="0" cellpadding="2" align="left">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc00" width="100"><strong>Buch-Infos</strong></td>
<td rowspan="2"></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#ffffcc">Rainer Fromm und Barbara Kernbach<br />
Rechtsextremismus im Internet. Die neue Gefahr.München 2001 (Olzog Verlag), 290 Seiten, DM 29,-</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bremenwahl im Netz: Parteien üben noch</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/bremenwahl-im-netz-parteien-ueben-noch-2434/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft 2007]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerschaftswahl]]></category>
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		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
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		<category><![CDATA[Website]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Am 13. Mai 2007 wählt Bremen seine neue Bürgerschaft. Der Online-Wahlkampf im kleinsten Bundesland ist überraschend aktiv. Abgesehen von den Grünen bieten die Parteien jedoch keine Möglichkeiten zum direkten Dialog. Unabhängige Portale haben die besseren Angebote.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Am 13. Mai 2007 wählt Bremen seine neue Bürgerschaft. Der Online-Wahlkampf im kleinsten Bundesland ist überraschend aktiv. Abgesehen von den Grünen bieten die Parteien jedoch keine Möglichkeiten zum direkten Dialog. Unabhängige Portale haben die besseren Angebote.<!--break--></p>
<p class="normal">
&nbsp;
</p>
<p class="normal">
Die Bremer Parteien haben den Online-Wahlkampf seit der Bürgerschaftswahl 2003 zum Standard gemacht und sich damit dem Trend auf Bundes- und Länderebene angeschlossen. Alle Parteien bieten zur Bürgerschaftswahl 2007 Informationen zu den Spitzenkandidaten, ihrer Organisation, sowie Downloads ihrer Wahlprogramme, Termine und Presseerklärungen. Jedoch gehen die Seiteninhalte selten über reine Informationsangebote hinaus.
</p>
<p class="fett">
Kaum interaktive Angebote auf den Partei-Websites
</p>
<p>
Die beiden Volksparteien<br />
<a href="http://www.spd-land-bremen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD</a> und<br />
<a href="http://www.cdu-bremen.de/index.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CDU</a> verweisen den Wähler mit seinen Fragen auf ein E-Mail-Kontaktformular. Während die SPD in Hamburg, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen längst eigene Blogs unterhält, scheint es den Bremer Parteigenossen trotz der anstehenden Wahl an entsprechendem Ehrgeiz zu fehlen. Auch der amtierende Bürgermeister<br />
<a href="http://www.jens-boehrnsen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jens Böhrnsen</a> (SPD) verzichtet auf interaktive Angebote. Der Kandidat der Bremer CDU,<br />
<a href="http://www.roewekamp.de/blog/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Röwekamp</a>, betreibt seit März 2007 immerhin ein eigenes Blog. Eine Kommentarfunktion sucht der Nutzer jedoch vergeblich.
</p>
<p>
Die Grünen hingegen schöpfen die Möglichkeiten des Internet besser aus: Auf der Seite<br />
<a href="http://www.bremens-alternative.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bremens-alternative.de</a> setzen sie auf die Wirkung von Videoclips, die ohne moralischen Zeigefinger die Grundüberzeugungen der Partei vermitteln. Multikulturalismus, Geschlechtergleichberechtigung und gebührenfreies Studieren in Bremen sind die Themen. Auf animierten eCards schrecken Die Grünen auch vor Negative-Campaigning gegen die Große Koalition nicht zurück. Möglichkeiten für einen interaktiven Austausch muss der Nutzer jedoch auf den Websites der einzelnen Kandidaten suchen. Dort sind bei immerhin zwei grünen Kandidaten eigene Blogs mit Kommentarfunktion oder „Pinnwände“ zu finden.
</p>
<p>
Die Bremer FDP hat keine eigenen Angebote und wirbt stattdessen mit Werbebannern für den Wahl-O-Mat und das Portal kandidatenwatch.de. Ihr Spitzenkandidat<br />
<a href="http://www.magnus-buhlert.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Magnus Buhlert</a> schreibt bereits seit November 2006 ein eigenes Internet-Tagebuch, für Kommentare bittet jedoch auch er um eine E-Mail. Ganz anders Die Linke: Sie hat Mitte April 2007 einen<br />
<a href="http://www.dielinke-bremen.de/wahl_2007/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unterstützerblog</a> gestartet, in dem sie den Alltag ihres Spitzenkandidaten Peter Erlanson beschreibt. Schade nur, dass nicht der Kandidat selbst den Blog betreibt. Erlanson lässt auf seiner<br />
<a href="http://www.dielinke-bremen.de/wahl_2007/kandidateninnen/peter_erlanson/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetseite</a> lieber den Videoclip einer Gewerkschaftsversammlung für sich sprechen.</p>
<p><span class="fett">Entscheidungshilfen kommen von unabhängigen Anbietern</span>
</p>
<p>
Auffällig viele Angebote zur Bürgerbeteiligung im Netz kommen derweil von partei-unabhängigen Organisationen und Institutionen: Die Landeszentrale für politische Bildung Bremen bietet unentschlossenen Wählern mit dem „<br />
<a href="http://www.wahl-o-mat.de/bremen/main_app.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-O-Mat Bremen</a>“ eine interaktive Entscheidungshilfe. Hier kann der Nutzer seine eigene Meinung mit den Parteipositionen vergleichen. Grundlegende Informationen zu den Parteien und zur demokratischen Wahl liegen jedoch mehrere Klicks entfernt. Dem setzt die Nautilus Politikberatung den<br />
<a href="http://www.wahlbegleiter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlbegleiter Bremen</a> entgegen. Diese Partizipations- und Informationssoftware kann der Wähler kostenlos auf dem heimischen Computer installieren. Mithilfe einer im Browser angezeigten Leiste, ähnlich der Google-Toolbar, erhält er mit einem Klick Kontakt zu den Kandidaten, Informationen zu den Parteien, den Hintergründen der Wahl und den neuesten Nachrichten.
</p>
<p>
Wer seinen Kandidaten direkt befragen will, findet bei<br />
<a href="http://www.kandidatenwatch.de/bremen-435-0---1.html#statistik_alle" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kandidatenwatch.de</a> ein umfangreiches Angebot: Die Seite versammelt alle Kandidaten für Bremen und Bremerhaven mit je einem eigenen Frage-Antwort-Tool. Hier kann der Nutzer direkt an die Kandidaten stellen. Die neuesten Antworten der Kandidaten erscheinen auf der Startseite. An einer Antwortstatistik kann der Nutzer ablesen, wie dialogfreudig die Parteivertreter sind. Im Vergleich der Bundesparteien antworten demnach die Kandidaten der Bremer FDP am fleißigsten. Die Linke und die SPD dagegen haben beschlossen, die Seite zu boykottieren, da hier auch rechtsextremen Parteien wie der DVU und den Republikanern ein Diskussionsforum geboten wird (Mehr dazu im Artikel von Julia Spreen:<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/bremen07_kandidatenwatch.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Boykott: SPD antwortet nicht</a>)</p>
<p>Einzigartig ist ein<br />
<a href="http://www.radiobremen.de/magazin/politik/wahl_2007/podcast/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Podcast</a> zur Bürgerschaftswahl von Radio Bremen. Bis zum Wahltag kann der Nutzer Hintergrundinformationen und Berichte zu den drei anstehenden Wahlen beziehen. Auf dem<br />
<a href="http://www.radiobremen.de/magazin/politik/wahl_2007/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlblog</a> findet er Berichte zu den aktuellen Wahlthemen und den Parteien und kann sie direkt kommentieren.
</p>
<p>
Dieses umfangreiche Informations- und Partizipationsangebot unabhängiger Anbieter hat jedoch auch eine Schattenseite: Die Bremer Parteien können sich mit ihrer Hilfe aus der Verantwortung stehlen, eigene Angebote zur Bürgerbeteiligung bereitzustellen. Auf lange Sicht ist dies jedoch keine Lösung.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Präsident.com</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/praesidentcom-2930/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Apr 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Das Internet und der französische Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Sarkozy]]></category>
		<category><![CDATA[Ségolène Royal]]></category>
		<category><![CDATA[Second Life]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/2007/04/praesidentcom/</guid>

					<description><![CDATA[(Artikel) Avatare, Blogs und Clips: Politik im Internet. Die Kampagne der französischen Präsidentschaftskandidaten begab sich auf neues Terrain und wird jeden Wahlkampf danach beeinflussen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Avatare, Blogs und Clips: Politik im Internet. Die Kampagne der französischen Präsidentschaftskandidaten begab sich auf neues Terrain und wird jeden Wahlkampf danach beeinflussen.<!--break--></p>
<p class="normal">
&nbsp;
</p>
<p class="normal">
Blumengrüße sind nicht immer ein Zeichen von Freundschaft – das weiß der rechtsextreme Jean-Marie Le Pen spätestens, seit sich vor seiner Wahlkampfzentrale urplötzlich ein Meer von Lilien ausbreitete.<br />
<br />
Schon bald versperrte es den Eingang zum modernen Kampagnenquartier und der Wahlkampf kam für einige Zeit zum Erliegen. Ein modernes Märchen? Nein – denn die „Blumenattacke“ hat tatsächlich stattgefunden: allerdings nicht vor der realen Wahlkampfzentrale des Front National, sondern in „Second Life“, der Online- Gemeinschaft mit weltweit immensen Zuwachsraten.
</p>
<p class="normal">
Auch in dieser komplexen dreidimensionalen Internet-Welt tobt also der Wahlkampf und überraschenderweise sind die Vorreiter dieser sehr modernen Form politischer Kommunikation einmal nicht Amerikaner, sondern Franzosen: Die „Présidentielles 2007“ wirken wie eine Wirklichkeits-Infusion für „Second Life“, das bislang eher den Ruf eines kollektiven Freizeitparks für fortgeschrittene Online-Nutzer hatte und vor allem Wirtschaftsunternehmen zur professionellen<br />
<br />
Präsentation im Zweitleben veranlasst hat. Neben dem Rechtspopulisten Le Pen führen natürlich auch andere Galionsfiguren des Wahlkampfs ein digitales Doppelleben.
</p>
<p class="normal">
Während sich das konservative Lager gerne auf der<br />
<a href="http://ilesarkozy.typepad.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ile Sarkozy“</a> trifft, der Sarkozy-Insel, haben sich andere Avatare – so heißen die Spielfiguren in „Second Life“ – zum umtriebigen „Comité 748“ verbündet und unterstützen die Kampagne der Sozialistin Ségolène<br />
<br />
Royal. Der Wahlkampf als Computerspiel? Internet- Kritiker werden in dieser Netzkampagne vielleicht nicht den Untergang des Abendlandes, aber doch eine nutzlose Spielerei erkennen wollen. Auch wenn die französische Sprachgemeinschaft in „Second Life“<br />
<br />
bisher nur geschätzte 150.000 Mitglieder zählt, so folgt das Engagement der Kandidaten einer gängigen Logik.
</p>
<p class="normal">
Der Einsatz innovativer Wahlkampfformate signalisiert Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien und erreicht vor allem jüngere, gut gebildete Wählerschichten, die als Multiplikatoren wirken können. Und noch ein dritter Grund spricht für das zweite Kandidatenleben: Die „alten“ Medien stürzen sich begierig auf die Ereignisse in der Online-Welt, da sie hier einen hohen Nachrichtenwert vermuten. Die Folge: Mit vergleichsweise geringen Mitteln erzielen die „Second Life“-Kampagnen nicht nur eine direkte Wirkung in der Wählerschaft, sondern durch medienübergreifende<br />
<br />
Verwertbarkeit auch Reichweiten.
</p>
<p>
<b>Blogosphäre als Resonanzraum</b>
</p>
<p>
Kein gar so schlechtes Image mehr haben indes die zahlreichen Weblogs, die mittlerweile wie selbstverständlich zum Online-Wahlkampf zählen. Dieses populäre Format eignet sich ausgezeichnet, um die Dynamik und Vielschichtigkeit einer Wahlkampagne darzustellen.
</p>
<p>
So können die Kandidaten auf ihren Rundreisen durch das ganze Land bestens begleitet werden, durch die Feedback-Funktionen ist auch eine Diskussion mit dem Blog-Publikum möglich. Es entstehen dabei gute Möglichkeiten zur direkten Kommunikation mit der<br />
<br />
Wählerschaft, auch ein inhaltlicher Austausch über Themen des Wahlprogramms oder die Vor- und Nachbesprechung von Wahlkampfauftritten gehören dazu.
</p>
<p>
Dass Weblogs eine wesentliche Rolle im Rennen um die Amtsnachfolge von Jacques Chirac spielen würden, zeigte sich spätestens mit der Berufung des prominenten Blog-Unternehmers Loïc Le Meur in das Wahlkampfteam von Nicolas Sarkozy. Le Meurs Fachwissen soll nicht nur die besondere Qualität der<br />
<a href="http://www.sarkozy.fr/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sarkozy-Website</a><br />
<br />
garantieren, er ist zugleich ein Verbindungsstück in die so genannte Blogosphäre, eine Art Medienverbund, der durch die zahlreichen Querverweise und Diskussionen unter einzelnen Bloggern entsteht. Die vernetzte Kommunikation über mehrere Weblogs hinweg macht<br />
<br />
die besondere Attraktivität der Blogosphäre aus: Hier entsteht ein neues Mediennetzwerk, das in der Lage ist, bestimmte Themen und Diskussionen zu verstärken und aus der Online-Welt in die etablierten Massenmedien hineinzutragen. Folgerichtig integrieren nahezu alle<br />
<br />
Kandidaten Blog-Formate in ihre Kampagnen-Angebote:<br />
<a href="http://www.desirsdavenir.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ségolène Royal</a> hat eine Sonderseite für Jung- und Erstwähler entwickelt, der zentristische François Bayrou hat den Blog-Modus als bestimmendes Element für das Design seiner Kampagnenseite gewählt.
</p>
<p>
Der Kampagnenjahrgang 2007 steht auch im Zeichen der visuellen Online-Kommunikation, motiviert durch den großen Erfolg von Fotodatenbanken und Video-Plattformen wie YouTube. Unter dem Etikett<br />
<a href="http://www.sarkozy.fr/video/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„NS TV“</a> präsentiert Nicolas Sarkozy seine Version eines<br />
<br />
Personality-Kanals, der nicht nur aktuelle Berichte vom Tage liefert, sondern auch sehr differenziert Themen des Wahlprogramms aufbereitet und strategisch in die Kampagne eingebunden ist: etwa mit „décryptages“ – kritischen Entschlüsselungen – der Wahlversprechen von Ségolène Royal. Auch François Bayrou bietet ein<br />
<br />
ähnlich verzweigtes Web-TV an, während Ségolène Royal vornehmlich auf Unterstützer-Videos nach US-amerikanischem Muster setzt.
</p>
<p>
<b>Online-Aktionen prägen Offline-Aktionen</b>
</p>
<p>
Doch die „netcampagne“ ist keineswegs nur ein Kommunikations-<br />
<br />
oder Medienphänomen, denn die zahlreichen Online-Aktivitäten wirken sich auch auf die reale Wahlkampforganisation aus. Sichtbar wird dies auf den persönlichen Kandidatenwebsites: Hier werden die Nutzer mit so genannten Vorlaufseiten empfangen, die eine direkte Registrierungsmöglichkeit zur Mitwirkung an der Kampagne bieten – erst dann geht es weiter zum eigentlichen Wahlkampfportal. Viel stärker als bei der realen Wahlkampforganisation werden im<br />
<br />
Internet auch Freiwillige in die politische Werbearbeit eingebunden, die sich nicht durch formelle Mitgliedschaften an Kandidaten oder Partei binden wollen.
</p>
<p>
Dabei zeigt sich im Vergleich, dass der Wahlkampf von Royal am stärksten auf die Möglichkeiten des Internets setzt und am besten die Idee einer „Architektur der Partizipation“ aufgreift, die für viele Anwendungen des Web 2.0 charakteristisch ist. Die Beteiligung einzelner Internet-Nutzer, die im Wahlkampf immer auch als Bürger angesprochen werden, spiegelt sich nicht nur in der Community-Orientierung der zahlreichen Royal-Plattformen im Netz wider. Auch die Entstehung ihres Wahlprogramms verfuhr nach den Regeln jener offenen Produktionsstruktur, die man mit dem Begriff „open<br />
<br />
source“ belegt hat. Die Kandidatin holte sich in einem kontroversen Diskussionsprozess mit Parteibasis und Wählerschaft einen thematischen Input, der erst spät in ein programmatisches Papier umgeformt wurde.
</p>
<p>
Man darf gespannt sein, welche Impulse aus Frankreich im US-amerikanischen Wahlkampf 2008 aufgegriffen werden. Die Blogosphäre ist dort längst in den politischen Diskurs integriert. Das Modell einer offenen Kampagne, die im Dialog mit Basis und Bürgern wesentliche Themen erörtert, lässt sich gut in den traditionell<br />
<br />
langen Auswahlprozess der „primaries“, der Umfragen vor der Ernennung der Kandidaten, übertragen.
</p>
<p>
Die systematische Aufbereitung von Internet-Videos als „Kandidatenfernsehen“ wird den Politberatern in Washington nicht entgangen sein – schon deshalb, weil der Fernsehwahlkampf durch den Ankauf von Sendezeiten ein immenser Kostenfaktor ist. Und „Second Life“ wird vielleicht schon als Austragungsort eines der<br />
<br />
TV-Duelle genutzt werden. Es ist anzunehmen, dass das Internet in Frankreich in der kurzen Zeit zwischen den beiden Urnengängen<br />
<br />
den nächsten Boom erleben wird: Dann gilt es, sich Unterstützung aus den Lagern der unterlegenen Kandidaten zu sichern. Im ersten wie im zweiten Leben.
</p>
<p>
<b>Der Artikel erschien ursprünglich am 23. April im arte Magazin. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autoren und arte TV.</b>
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Das Internet kann ein Seniorenmedium sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie die Alten surfen]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Barrierefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Doh]]></category>
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					<description><![CDATA[(Interview) Senioren bleibt oft der Zugang zum Internet verwehrt. Ein Hauptgrund: Viele Internetseiten sind nicht barrierefrei. Wie wichtig Internetnutzung trotz körperlicher Gebrechen für Senioren ist und was man dabei beachten muss, erklärt der Alternforscher Michael Doh im Interview.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Interview) Senioren bleibt oft der Zugang zum Internet verwehrt. Ein Hauptgrund: Viele Internetseiten sind nicht barrierefrei. Wie wichtig Internetnutzung trotz körperlicher Gebrechen für Senioren ist und was man dabei beachten muss, erklärt der Alternforscher Michael Doh im Interview.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Die Stiftung Digitale Chancen verleiht jedes Jahr den BIENE-Award (Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten) für die besten barrierefreien Internetseiten. Was will die Preisverleihung bewirken?</b><br />
<br />
Der BIENE-Award bringt aus meiner Sicht vor allem eine gute Publicity. Er zeigt anderen Webgestaltern, dass man hinsichtlich der Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit von Internetauftritten noch einiges tun kann. Der Award dient auch als Motivationsschub. Zudem bekommen Senioren und Personen mit Behinderungen mit den Gütesiegeln des BIENE-Awards eine Gewährleistung, dass sie die prämierten Seiten einfacher lesen können.
</p>
<p>
<b>Neben dem BIENE-Award wurde das Jahr 2006 von der zuständigen Ministerin Ursula von der Leyen als Online-Jahr 50plus ausgerufen. Es scheint ungemein viele Fördertöpfe für solche Projekte zu geben. Aber warum ist dann der größte Teil der Generation 50plus immer noch offline? Haben die Projekte den gewünschten Erfolg?</b><br />
<br />
Es ist prinzipiell eine schöne Sache, wenn man in einem neuen Medium die Potenziale für ältere Menschen entdeckt. Die ganzen Aktionen, die stattfinden, wie eben das Online-Jahr 50plus, sind aber zweischneidig zu sehen. Einerseits ist es toll, dass überhaupt öffentlichkeitswirksame Angebote gemacht werden. Aber wenn man genauer hinschaut, bleibt doch vieles an der Oberfläche. Zum Beispiel gibt es für Senioren oft günstige Internetschnupperkurse, in denen sie in drei Stunden einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten des Netzes bekommen. Aber eine Garantie, wie es weitergeht, gibt es kaum. Wenn einer wirklich Interesse hat, fehlen oftmals noch weiterführende Angebote. Das gilt auch für das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt &quot;Ganz einfach Internet&quot; (Anmerkung der Redaktion: „Ganz einfach Internet“ veranstaltete das Online-Jahr 50plus). Die Projekte bekommen 40.000 bis 50.000 Besucher im Jahr, die als neue &quot;Silver Surfer&quot; deklariert werden. Aber wie viele von denen wirklich im Internet bleiben, und ob sie ausreichend und nachhaltig Medienkompetenzen erworben haben, bleibt offen.
</p>
<p>
<b>Was gibt es für altersbedingte Schwächen, die den Zugang ins Internet erschweren?</b><br />
<br />
Man muss immer mitbedenken, dass unter dem Deckmantel 50plus fünf Dekaden an Demographie in einen Topf geworfen werden. Das ist fatal. Kein Jugendforscher würde heute 14 und 40-Jährige in einen Topf schmeißen. Schon in der Zielansprache von 50 bis 65-Jährigen liegt ein grober Fehler. Die 50 bis 64- Jährigen sind, zumindest zum größten Teil, noch im Beruf. Danach beginnt die neue nachberufliche Lebensphase. Zwischen beiden Gruppen muss man einen großen Unterschied machen. Und die Hochbetagten ab 80 haben noch ganz andere Stolpersteine. Für alle Senioren aber sind überfrachtete und nicht barrierefreie Internetseiten das größte Hindernis. Gerade das prangert der Biene-Award hauptsächlich an. Außerdem erschließt sich vielen älteren Offlinern nicht der Nutz- und Mehrwert des Internets. Die meisten denken, dass sie mit ihrem Angebot an Fernsehen, Radio und Zeitungen völlig abgedeckt sind. Dass das Internet vom Potenzial her aber ein Seniorenmedium sein könnte, ist unbestritten. Ältere können im Netz leicht an Gesundheits- und andere relevante Informationen gelangen, ihre Hobbies ausbauen, Ahnenforschung betreiben, oder mit Gleichaltrigen und Enkelkindern kommunizieren. Sie müssen aber die Möglichkeit haben, das Internet in ihrer Geschwindigkeit zu nutzen. Wie bei der Zeitung: Sie können sich zur Not eine Lupe holen und die Texte so lesen, wie sie wollen. Viele Senioren haben aber noch Ängste, mit dem neuen Medium umzugehen. Sie wissen nicht, was passiert, wenn der Computer abstürzt, oder wenn ein Virus sich ausbreitet. Außerdem legen sie Wert auf die Sicherheit ihrer Daten, was das Internet aber nicht immer gewährleistet. Sie sind argwöhnisch – zu Recht – und zum Teil auch ein bisschen reserviert gegenüber Neuem. Datensicherheit und Glaubwürdigkeit von Informationen ist daher von großer Bedeutung für die Gewinnung älterer Onliner. Zudem achten sie sehr wohl auf Qualität und viele können sich einen guten und modernen Computer leisten.
</p>
<p>
<b>Was läuft hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit von Websites falsch?</b><br />
<br />
Man muss bedenken, dass es im Altersprozess auch Veränderungen der Sinnesmodalitäten gibt. Die Kontrastschärfe und die Aufmerksamkeit können nachlassen. Darauf muss man bei der Gestaltung von Internetseiten Rücksicht nehmen. Das World Wide Web Konsortium (W3C) gibt klare<br />
<a href="http://www.ww3.org/WAI" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Richtlinien</a> vor, wie man eine Seite barrierefrei aufbauen kann. Webgestalter sollten kleine Schriften vermeidet und Farben benutzen, die ein älterer oder hochbetagter Mensch mit Sehbeeinträchtigung erkennen kann. Das alles sind webdesigntechnische Fragen. Inhaltlich sind Anglizismen und Computerfachbegriffe ein Problem. Für viele Senioren wirkt dies wie eine fremde Sprache. Die Seiten müssen einfach und übersichtlich gestaltet werden, damit Menschen, die neu im Medium sind, sich nicht überfordert fühlen.
</p>
<p>
<b>Der Usability-Guru Jakob Nielsen fordert sogar, dass Links im Internet immer blau und unterstrichen dargestellt werden müssen und dass man überhaupt keine Flash-Anwendungen benutzen darf. Ist das Ihrer Meinung nach ein richtiger Ansatz?</b><br />
<br />
Es kommt darauf an, welche Zielgruppe man ansprechen will. Ein öffentliches Organ wie ein Rathaus muss für jede Altersgruppe ansprechbar sein. Solche Einrichtungen müssen sicherstellen, dass auch jeder Internetnutzer mit den Inhalten zurechtkommt. Dort muss Barrierefreiheit an oberster Stelle stehen. Wenn aber jetzt irgendein „hipper“ Unternehmer eine junge Zielgruppe besitzt, kann er natürlich mit Flash und allem möglichen Brimborium arbeiten – wobei modern und barrierefrei kein Gegensatz sein müssen! Er will womöglich gar keinen sehbeeinträchtigten 80jährigen in seinem Shop haben. Dagegen ist aber jede öffentliche Einrichtung mittlerweile verpflichtet, Barrierefreiheit anzubieten.
</p>
<p>
<b>Das Web 2.0 bietet Unmengen von Interaktions- und Vernetzungsmöglichkeiten – sehen Sie das als Chance für Senioren?</b><br />
<br />
Ältere nutzen das Internet immer noch hauptsächlich, um Informationen abzurufen und eMails zu schicken. Weblogs oder Chatrooms spielen noch eine marginale Rolle. Eine kleine Bildungsgruppe gibt es, die sich vernetzt hat. Jetzt habe ich erfahren, dass die Internetplattform feierabend.de ein großes Seniorenverzeichnis, also eine Art StudiVZ für Ältere, aufgebaut hat, in dem Senioren untereinander Kontakt aufnehmen können. In dem Netzwerk sind schon über 100.000 Personen. Bis das Web 2.0 wirklich bei den Senioren ankommt, dauert es aber noch.
</p>
<p>
<b>Angebote wie das Videoportal YouTube oder die Fotocommunity Flickr sind zum größten Teil auf englisch und es gibt eine Vielzahl neuer Funktionen wie „Social Tagging“. Verwirrt das Web 2.0?</b><br />
<br />
Der demographische Wandel wird sich schrittweise in der Gesellschaft auf allen gesellschaftlichen Ebenen auswirken. Das darf man nicht außer Acht lassen. Das heißt, in 25 Jahren, wenn der Großteil der Bevölkerung über 50 Jahre alt ist, werden ältere Menschen mit ihrem Denken, ihren Sprachcodes, ihren Bedürfnissen und ihrem Verhalten ganz neue Angebots- und Nachfragestrukturen auch für den Medienkonsum schaffen. Sie werden sich Angebote wie YouTube zu eigen machen und in ihrem Duktus aufbereiten. Ich glaube nicht, dass sich Senioren so verändern müssen, dass sie nur noch mit perfektem Englisch durchs Internet surfen können. Vielmehr glaube ich, dass sich das Medium an die Bedürfnisse von Senioren anpassen wird. Deswegen gibt es ja immer mehr Internetseiten speziell für Senioren, die Schrift und Sprache der Zielgruppe benutzen. Ich hoffe, denke und wünsche mir, dass sich das fortsetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Medium weiterhin durchsetzungsfähig ist, wenn es nur die junge Zielgruppe bedient. Der demographische Wandel ist schließlich wie das Internet ein globales Phänomen. Eventuell entwickelt sich aber auch eine Parallelwelt, in der sich die Jungen in ihrer hippen Sprache und die Älteren in ihrer gediegenen Alltagssprache bewegen. Vielleicht gibt es so etwas jetzt schon.
</p>
<p>
<b>Was würden Sie einer Person raten, die eine kleine, private Homepage oder ein Blog führt und kein Geld hat, sich an Agenturen zuwenden? Wie kann sie „Barrierefreiheit“ einfach und günstig umsetzen?</b><br />
<br />
Es gibt zahlreiche vorbildliche Internetseiten, auf denen man die Informationen abrufen kann. In Heidelberg gibt es das Projekt „web for all“: Körperlich beeinträchtigte Onliner überprüfen selbst die Internetseiten und vergeben ein Zertifikat für Barrierefreiheit. Das sind auch Ansprechpartner. Von ihnen kann man sich Unterlagen geben lassen, wie man barrierefrei gestaltet. Barrierefreiheit ist ja kein Hexenwerk, eigentlich ist es nur eine Vereinfachung. Es sind ganz primitive Anwendungen. Man hinterlegt zum Beispiel ein Foto im Internet und beschreibt im HTML-Code, was sich dahinter verbirgt. So können Sehbeeinträchtigte oder Blinde mit einem Sprachdecoder erkennen, dass es sich dabei um ein Bild handelt. Auch bei der Stiftung Digitale Chancen gibt es Informationsbroschüren zum barrierefreien Design und beim W3C-Konsortium kann man seine Website sogar kostenlos auf Barrierefreiheit überprüfen lassen.
</p>
<p>
<b>Können Sie noch ein Best-Practice-Beispiel für eine barrierefreie Website nennen?</b><br />
<br />
Die Internetseite des<br />
<a href="http://www.biene-award.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BIENE-Awards</a> ist für mich immer das Kriterium für neue Trends in der Benutzerfreundlichkeit. Ich hoffe, dass auch<br />
<a href="http://www.feierabend.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">feierabend.de</a> barrierefrei ist.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Lyssas Lounge im Arbeitsvertrag&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/lyssas-lounge-im-arbeitsvertrag-534/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Feb 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Katharina Borchert]]></category>
		<category><![CDATA[Westdeutsche Allgemeine Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/lyssas-lounge-im-arbeitsvertrag-534/</guid>

					<description><![CDATA[<span class="fett">Katharina
Borchert, in der Blogosphäre bekannt als Lyssa und verantwortlich
für das neue Internetportal der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung,
chattete in der Blogsprechstunde über die „Männerdomäne“
WAZ im Web 2.0 und Angela Merkels Vorliebe für Gemüse. Thema
war auch die Kritik an ihrem Wechsel nach Essen.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett">Katharina<br />
Borchert, in der Blogosphäre bekannt als Lyssa und verantwortlich<br />
für das neue Internetportal der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung,<br />
chattete in der Blogsprechstunde über die „Männerdomäne“<br />
WAZ im Web 2.0 und Angela Merkels Vorliebe für Gemüse. Thema<br />
war auch die Kritik an ihrem Wechsel nach Essen.</span><!--break--></p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Hallo und herzlich<br />
willkommen zur dritten Blogsprechstunde von politik-digital.de in<br />
Kooperation mit den Blogpiloten, diesmal mit Katharina Borchert.<br />
Es geht gleich um 16 Uhr los, Sie können der neuen Chefredakteurin<br />
des WAZ-Portals westeins.de aber gerne schon jetzt Ihre Fragen stellen.
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Ich teste hier einfach noch<br />
mal ganz kurz der Form halber.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hallo Frau Borchert, schön, dass<br />
Sie da sind. Die ersten Fragen sind bereits eingelaufen.
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Dann gleich her damit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Katharina Borchert, in Bloggerkreisen<br />
auch bekannt als Lyssa, chattet mit uns aus Essen. Zur ersten Frage:
</p>
<p>
<b>cherryblossom:</b> Sind Journalisten die besseren<br />
Blogger?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Nein, auf keinen Fall.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Warum nicht?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Weil Bloggen (auch) von radikaler<br />
Subjektivität und Spontaneität lebt und sich beides Journalisten<br />
erst wieder &quot;gestatten&quot; lernen müssen.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/KatharinaBorchert.jpg" height="331" width="250" />
</p>
<p>
<b>huibuh:</b> Glauben Sie, dass Blogs einen großen<br />
Einfluss auf die öffentliche Meinung haben?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Derzeit? In Deutschland sicherlich<br />
nicht, in den USA schon eher.
</p>
<p>
<b>frogman:</b> Leistet sich die WAZ westeins als Prestige-/<br />
Imageobjekt, oder worin besteht der Zweck?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Westeins ist sicherlich weitaus<br />
mehr als nur ein Prestigeprojekt, wobei niemand über Prestige<br />
böse sein wird. Die WAZ-Mediengruppe ist derzeit im Internet<br />
nicht besonders gut aufgestellt, hat aber erkannt, dass Verlage<br />
das Netz nicht länger ignorieren oder wie eine lästige<br />
Nebensache behandeln dürfen, wenn sie auch künftig noch<br />
Reichweite haben wollen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir haben sehr viele Fragen zum Start<br />
von westeins, dem neuen Internetportal der WAZ. Ich versuche mal,<br />
einige zu bündeln:
</p>
<p>
<b>samsonite:</b> Wie sieht die WAZ im Web 2.0 aus?
</p>
<p>
<b>Pötter:</b> Wie weit sind die Planungen für<br />
westeins?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Die WAZ sieht im Web 2.0 immer<br />
noch wie eine klassische Nachrichtenseite aus, bietet aber vielfältige<br />
Interaktionsmöglichkeiten, angefangen von Kommentaren (unregistriert<br />
möglich) bis hin zu eigenen Blogs von Lesern, social bookmarking<br />
und so weiter. Die Planungen für westeins sind sehr weit gediehen<br />
und befinden sich irgendwo mitten in der Umsetzung. Es gibt wöchentliche<br />
Designupdates und so weiter.
</p>
<p>
<b>markus:</b> Existiert im Konzept der WAZ, insbesondere<br />
mit Blick auf die Integration der Printmedien, die Möglichkeit<br />
zu Dialogen? Wie können User oder andere Blogger auf die Veröffentlichungen<br />
reagieren?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Nutzer können Artikel,<br />
egal ob aus der Online-Redaktion oder aus Print, direkt kommentieren<br />
(ohne sich zu registrieren), sie können sich aber auch im Forum<br />
austauschen oder ein Trackback von ihrem Blog aus setzen. Einen<br />
ganz festen Termin kann ich leider noch nicht nennen. Es geht uns<br />
da wie den Online-Kollegen aus vielen anderen Verlagen auch. Wir<br />
wollen nicht mit einer extrem halbgaren, fehleranfälligen Version<br />
starten und investieren daher lieber vorher etwas mehr Zeit.
</p>
<p>
<b>Peter_:</b> Werden Blogger bei westeins entlohnt?<br />
Bekommen auch Journalisten der WAZ, die zusätzlich bloggen,<br />
gegebenenfalls Geld dafür?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Die Blogger, die wir gezielt<br />
als Blogger vertraglich an uns binden, werden entlohnt. Schließlich<br />
erwarten wir da auch eine bestimmte Leistung (also x Postings zu<br />
einem bestimmten Thema pro Woche / Monat). Die Nutzer, die sich<br />
einfach nur zum eigenen Vergnügen ein Blog bei uns anlegen,<br />
im ersten Schritt nicht.
</p>
<p>
<b>larissa:</b> Sind Sie auch für das neue WAZ-Kulturportal<br />
westropolis.de verantwortlich? Sozusagen eine Spielwiese für<br />
westeins.de?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Yep, wir haben westropolis.de<br />
als eine Art Pilotprojekt gestartet &#8211; Spielwiese trifft das schon<br />
sehr gut. Wir wollten intern sowohl technische als auch redaktionelle<br />
Abläufe proben. Westropolis wird dann in westeins integriert.
</p>
<p>
<b>anja:</b> Wird es auch Blogs bei westeins geben, die<br />
die gerade „abgeschafften&quot; Lokalteile im Kreis Recklinghausen<br />
ersetzen? Also so was wie „Essen gebloggt&quot; in Recklinghausen,<br />
jedoch mit den Inhalten, die vorher im Lokalteil standen.
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Die Verantwortung für<br />
die lokalen Seiten liegt in den jeweiligen Lokalredaktionen. Wir<br />
stellen die Tools zur Verfügung und beraten, aber die Lokalredaktion<br />
entscheidet letztendlich, was genau dann vor Ort gemacht wird. Aber<br />
ich denke, dass die Recklinghäuser da sehr offen sind. Es ist<br />
eher die Frage, ob sich interessierte und gute Blogger dort finden.<br />
Das wird die Zeit zeigen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wechseln wir einmal das Thema. Wir<br />
bekommen auch Fragen zu Lyssas Lounge, dem Blog, mit dem Katharina<br />
Borchert in der Blogosphäre bekannt geworden ist:
</p>
<p>
<b>igel:</b> Wie sind Sie aufs Bloggen gekommen?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Oh oh, da plagt mich gleich<br />
das schlechte Gewissen wegen sträflicher Vernachlässigung<br />
der Lounge. Ich hab so um den 11. September herum das erste Mal<br />
von Blogs gehört, schließlich standen sie zumindest in<br />
den USA da sehr plötzlich im Fokus. Ich habe mich dann gleich<br />
in ein oder zwei Blogs &quot;verliebt&quot;, mich über Blogrolls<br />
quer durch die Blogosphäre gehangelt, nächtelang nur in<br />
fremder Leute Leben gelesen und irgendwann war klar: Das will ich<br />
auch mal ausprobieren.
</p>
<p>
<b>egal2:</b> Wie lebst du damit, dass Deine Angestellten<br />
wissen, welche peinlichen Erlebnisse du hattest und auch welche<br />
Männergeschichten?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Ich versuche, es meist zu<br />
ignorieren und meine Mitarbeiter sind so höflich und ignorieren<br />
es auch 😉 Im Ernst: Ich kann zu dem stehen, was ich öffentlich<br />
gemacht habe, auch wenn ich rückblickend über manches<br />
vielleicht nicht mehr schreiben würde, weil es manchmal doch<br />
zu sonderbaren Momenten führt. Aber ich würde deshalb<br />
keine Texte löschen.
</p>
<p>
<b>kartoffel:</b> Sind Ihre Geschichten auf Lyssas Lounge<br />
echt? Oder alles nur Fiktion?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Die sind echt. Bei anderen<br />
Kolumnen außerhalb von Lyssas Lounge ist vieles auch Fiktion.
</p>
<p>
<b>_raisingirl:</b> Sie haben ja jetzt auch eine Kolumne<br />
bei der WAZ mit dem Namen &quot;Netzhaut&quot; &#8211; die Offline-Variante<br />
von Lyssa?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Nein. Eher der Versuch, WAZ-Lesern<br />
Internetthemen unterhaltsam näher zu bringen. Und das Schreiben<br />
nicht völlig zu verlernen.
</p>
<p>
<b>schubert:</b> Haben Sie Lyssas Lounge aufgegeben oder<br />
planen Sie, Ihr Blog weiterzuführen?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Ich will Lyssas Lounge unbedingt<br />
weiterführen. Das habe ich sogar in den Arbeitsvertrag aufnehmen<br />
lassen. Mir fehlt nur leider im Moment wirklich die Zeit, was ich<br />
sehr bedaure.
</p>
<p>
<b>ostzwei:</b> Haben Sie schon mal über jemanden<br />
gebloggt, der gar nicht im Blog sein wollte?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Ganz zu Beginn, als ich noch<br />
niemandem davon erzählt hatte. Da konnte ich auch niemanden<br />
fragen. Seither kläre ich das mit den Beteiligten, die wiedererkennbar<br />
auftauchen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier geht es wahrscheinlich um die<br />
Zeit vor der WAZ:
</p>
<p>
<b>rocklobster:</b> Wieviel Zeit verbringen Sie am Tag<br />
mit dem Blog?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Das war schon immer extrem<br />
unterschiedlich, je nach „privater Nachrichtenlage&quot;.<br />
Es gab aber Zeiten, da habe ich deutlich zu viel Zeit, nicht so<br />
sehr mit dem eigenen, aber mit fremden Blogs verbracht. Man kann<br />
sich ja ganz wunderbar stundenlang festlesen.
</p>
<p>
<b>Ruben:</b> Welche Blogs liest du gerne, was ist das<br />
Topblog?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Ich lese natürlich etliche<br />
Blogs aus der Branche von <a href="http://www.buzzmachine.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">buzzmachine</a><br />
bis <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indiskretion<br />
Ehrensache</a>, aber auch Technologieblogs und, wann immer ich Zeit<br />
habe, Blogs von Menschen, die mir im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen<br />
sind. Und spät abends eine Dosis Aufheiterung mit <a href="http://gofugyourself.typepad.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gofugyourself</a>.
</p>
<p>
<b>cherryblossomgirl:</b> Wie finden Sie den Podcast<br />
von Angela Merkel? Sie haben sie ja selbst einmal getroffen, um<br />
ihr Tipps zu geben. Haben die geholfen? Wie war die Bundeskanzlerin<br />
denn so?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Mir ist der Podcast immer<br />
noch zu steif, zu fernsehartig. Sie selbst war hingegen viel entspannter<br />
und spontaner als erwartet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein bisschen Klatsch aus dem Kanzleramt,<br />
bitte&#8230;
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Die Kanzlerin ernährt<br />
sich am Schreibtisch gesünder als ich. Da steht Gemüse<br />
herum, bei mir Schokolade (na gut, und ein paar Äpfel). Ansonsten<br />
gibt es, wie zu erwarten war, sehr viele Menschen um sie herum.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Es gibt einen Blogger namens WAZsolls,<br />
der die Arbeit von Katharina Borchert sehr genau beobachtet. Hier<br />
zwei Fragen dazu:
</p>
<p>
<b>meike:</b> Haben Sie auch den WAZsolls Feed abonniert?<br />
Wie denken Sie darüber?
</p>
<p>
<b>Peter_:</b> Haben Sie den Blogger von WAZsolls inzwischen<br />
identifiziert und damit ruhig gestellt?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Natürlich gucke ich regelmäßig<br />
bei WAZsolls rein, bin da aber hin- und hergerissen. Einerseits<br />
finde ich sein Blog gut, andererseits ist es manchmal schwierig,<br />
wenn man bei internen Veranstaltungen sprechen soll, also nur semi-öffentlich,<br />
und nie so genau weiß, was davon jetzt im Netz landet. Nein,<br />
wir haben niemanden ruhig gestellt. Höchstens mit Arbeit zugeschüttet<br />
😉 Aber auch das nicht bewusst.
</p>
<p>
<b>kugelfisch:</b> Wie sind Sie mit der Kritik um Sie<br />
herum &#8211; besonders aus der Blogosphäre &#8211; fertig geworden, als<br />
sie bei der WAZ anfingen? Hatten Sie daran gedacht, den Job nicht<br />
anzunehmen?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Die Kritik war manchmal wirklich<br />
schwer zu ertragen, weil sie sehr schnell die Sachebene verließ<br />
und persönlich wurde (was hat zum Beispiel mein angeblich so<br />
strenges Aussehen mit meinen Fähigkeiten zu tun?). Da muss<br />
man sich erst mal im Schnelldurchlauf ein verdammt dickes Fell zulegen.<br />
Und natürlich habe ich gut darüber nachgedacht, ob ich<br />
den Job annehmen will oder nicht. Allerdings nicht wegen möglicher<br />
Kritiker. Aber ich habe mich schon sehr ernsthaft gefragt, ob ich<br />
mir das zutraue.
</p>
<p>
<b>mignon:</b> Haben sie das Blog Lyssas Lounge schon<br />
früher als „Sprungbrett&quot; für eine weitere Karriere<br />
gesehen?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Nein, auf die Idee wäre<br />
ich im Traum nicht gekommen. Ich habe schon früh vermutet,<br />
dass das Thema noch mal „größer&quot; wird, aber<br />
nicht erwartet, dass das auch mein Leben derart verändern würde.<br />
Vermutlich hätte ich sonst gleich ein fachlicher orientiertes<br />
Blog geschrieben. Das war wirklich nur ein ganz persönliches<br />
Hobby.
</p>
<p>
<b>punktkomm:</b> Warum gibt es so wenige bekannte weibliche<br />
Bloggerinnen?
</p>
<p>
<b>meike:</b> Was denken Sie, warum bloggen eigentlich<br />
viel mehr Männer als Frauen?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Es bloggen gar nicht mehr<br />
Männer als Frauen, Männer werden nur mehr wahrgenommen.<br />
Ich glaube, sie sind konfrontationsfreudiger und „lauter&quot;<br />
und provozieren lieber als Frauen.
</p>
<p>
<b>carina:</b> Arbeiten Sie eigentlich in einer richtigen<br />
Männerdomäne? Wie viele weibliche Kolleginnen in der Führungsetage<br />
haben Sie?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Ich arbeite in einer richtigen<br />
Männerdomäne. Es gibt zwar weibliche Chefs vom Dienst,<br />
aber nur männliche Chefredakteure und Stellvertreter.
</p>
<p>
<b>frogman:</b> Hat die WAZ Sie aufgrund von Lyssas Lounge<br />
eingekauft, oder haben Sie schon vorher dort gearbeitet?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Ich habe vorher noch nicht<br />
dort gearbeitet. Ich würde aber nicht sagen, dass mich die<br />
WAZ nun allein aufgrund von Lyssas Lounge eingekauft hat, sonst<br />
hätten sie mich vermutlich als Kolumnistin angestellt. Aber<br />
trotzdem schließt sich da irgendwie ein Kreis. Ich komme ursprünglich<br />
aus Wattenscheid und die WAZ war die erste Zeitung, die ich je gelesen<br />
habe.
</p>
<p>
<b>carina:</b> Was sind denn die besten weiblichen Blogs?<br />
Ein paar Beispiele, bitte 😉
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Puh, schwierig. Auf jeden<br />
Fall natürlich unsere neuen Gästebloggerinnen bei Westropolis<br />
🙂 Und natürlich die <a href="http://schwadroneuse.twoday.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwadroneuse</a>,<br />
<a href="http://www.journelle.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frau Elle</a>, <a href="http://fraujulie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frau<br />
Julie</a>, <a href="http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die<br />
Kaltmamsell</a>, <a href="http://lichtblick.blogger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lichtblick</a><br />
(tolle Fotos!), <a href="http://www.dooce.com/index.html">dooce</a>,<br />
die Ladies von <a href="http://www.feministing.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">feministing.com</a>,<br />
<a href="http://blog.franziskript.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">franziskript</a>.
</p>
<p>
<b>olive:</b> Wie finden Sie eigentlich Chats? Ist das<br />
für Sie als Bloggerin nicht „old fashioned&quot;?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Ich hab ewig nicht mehr gechattet<br />
und bekomme so langsam fast nostalgische Gefühle, weil Chatten<br />
1994/95 neben dem Usenet mein Einstieg ins Netz und meine Lieblingsdroge<br />
war. An die Telefonrechnungen von damals möchte ich aber lieber<br />
nicht mehr erinnert werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommen wir einmal zurück zur WAZ&#8230;
</p>
<p>
<b>Palumbo13:</b> Was für Blogs wird es bei der<br />
WAZ in Zukunft geben?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Sicherlich lokale Blogs aus<br />
hoffentlich möglichst vielen, unterschiedlichen Städten,<br />
aber auch themenorientierte Blogs.
</p>
<p>
<b>MimiG:</b> Warum ist Westropolis heute nur in aller<br />
Stille an den Start gegangen?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Wir wollten erst mal ein wenig<br />
Leben und Inhalte auf die Seite bringen und dann entsprechend Lärm<br />
machen.
</p>
<p>
<b>malte:</b> Worin wird sich westeins von anderen Nachrichtenportalen<br />
unterscheiden?
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Wir werden regionaler und<br />
interaktiver.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wieder ein Doppelpack mit zwei Fragen&#8230;
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Und ein bisschen &quot;vielfältiger&quot;.<br />
<br />
Her mit dem Doppelpack 🙂
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Also nochmal zum Doppelpack, Entschuldigung,<br />
dass ich dazwischen gefunkt habe:
</p>
<p>
<b>cherryblossomgirl:</b> Machen Sie auf westeins.de<br />
so etwas wie die „Reader´s Edition&quot; der Netzeitung?<br />
Also Leserreporter durch die Straßen schicken? Oder wollen<br />
Sie sich davon bewusst abgrenzen?
</p>
<p>
<b>frogman:</b> Was ist der Zweck von westeins?
</p>
<p>
<b>gigold:</b> Also werden wir die X-ten Auto-, Gadget-<br />
und Literatur-Blogs sehen?!
</p>
<p>
<b>meike:</b> Werden Sie auch im Rahmen von westeins<br />
selbst bloggen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist ein Viererpack geworden&#8230;
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Vierfachpack&#8230; Wir wollen<br />
sowohl Redakteure als auch Blogger durch die Straßen schicken<br />
(der Begriff Leserreporter geht mir immer noch so schwer aus den<br />
Fingern). Aber anders als die Netzeitung wollen wir nicht ein separates<br />
Portal in die Welt setzen, sondern alles unter dem Dach von westeins<br />
stattfinden lassen und uns Gedanken über intelligente Verknüpfung<br />
der verschiedenen Inhalte machen. Der Zweck von westeins? Regionale<br />
Informationen aus verschiedenen Quellen im Haus bieten (ganz klassisch<br />
aus den Printtiteln, aus der Online-Redaktion und so weiter), aber<br />
auch eine Plattform für unterschiedliche Meinungen, nicht allein<br />
redaktioneller Natur, bieten.<br />
Hallo Thomas (Gigold, <a href="http://www.medienrauschen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.medienrauschen.de</a>;<br />
Anm. der Redaktion), das x-te Autoblog? Ich will nicht ausschließen,<br />
dass es auch ein Autoblog geben wird, aber der Fokus wird eher auf<br />
regionalen Themen liegen. Also ein Blog über die Gelsenkirchener<br />
Kommunalpolitik, Fotos aus Duisburg, die Situation der Kindergärten<br />
im Ruhrgebiet und so weiter.
</p>
<p>
<b>rocklobster:</b> Sie schreiben aber in Ihrer Stellenausschreibung,<br />
dass die Blogger nicht unbedingt aus dem WAZ-Land kommen müssen&#8230;
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Selber bloggen? Ich hoffe,<br />
ich finde dann endlich die Zeit dazu. Im Moment sieht es nicht so<br />
gut aus. @rocklobster, nein, müssen sie auch nicht. Es gibt<br />
schließlich auch spannende überregionale Themen, wenn<br />
es wirklich gut gemacht ist, darf das auch das x-te Gagdetblog sein.<br />
Aber noch dringender suchen wir regional.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Zeit ist auch schon um, das Schlusswort<br />
gebührt dem Gast:
</p>
<p>
<b>Katharina Borchert:</b> Schlussworte? Ohoh, nicht<br />
meine Stärke. Vielen Dank für die Einladung zum Chat!<br />
Und ich finde, wir leben in einer unglaublich spannenden Zeit, in<br />
der sich zumindest in dieser Branche, aber auch gesellschaftlich<br />
unglaublich viel ändert. Nutzt das!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vielen Dank fürs Mitchatten! In<br />
der nächsten Blogsprechstunde am Dienstag, 27. Februar, ist<br />
Udo Vetter, der bloggende Rechtsanwalt vom law blog im Chat. Und<br />
am Mittwoch, 28.2., ist Oskar Lafontaine im tagesschau-Chat in Kooperation<br />
mit politik-digital.de.</p>
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		<item>
		<title>Zehn Minuten Protest pro Woche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jan 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Direkte Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Protestnote.de]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan von Orlow]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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					<description><![CDATA[(Interview) Auf
                            protestnote.de kann jeder loswerden, was ihn an der aktuellen Politik stört. Mit seinem neuen Projekt will Stephan von Orlow direkte Demokratie fördern. Im Interview erzählt er von politischem Desinteresse, regionalen Initiativen und Politik als Spiel.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Interview) Auf<br />
                            <a href="http://www.protestnote.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">protestnote.de</a> kann jeder loswerden, was ihn an der aktuellen Politik stört. Mit seinem neuen Projekt will Stephan von Orlow direkte Demokratie fördern. Im Interview erzählt er von politischem Desinteresse, regionalen Initiativen und Politik als Spiel.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            <strong>Wogegen protestieren Sie?</strong><br />
                            <br />Ich rege mich eher auf. Zum Beispiel darüber, dass so viele Menschen mittlerweile gar nicht mehr ans Wählen denken. In Berlin hatten wir ja gerade die Landtagswahlen mit weniger als 59 Prozent Wahlbeteiligung, das ist einfach zu wenig.</p>
<p>
                            <strong>Woran liegt das?</strong><br />
                            <br />Ich glaube, die Politik hat sich zu weit von den Bürgern entfernt, wenigstens in deren Wahrnehmung. Politiker sehen das vielleicht anders. Es braucht ein Medium, um erfolgreich direktdemokratisch arbeiten zu können. Deswegen protestnote.de, &#8220;gemeinsam für die gerechte Sache&#8221; ist der Slogan. Hier können Bürger direkt Forderungen an die Politik stellen. Man entdeckt einen Missstand, und man bekommt das Gefühl, etwas muss da passieren. Also einfach eine Protestnote schreiben.</p>
<p>
                            <strong>Ist protestieren allein nicht zu wenig?</strong><br />
                            <br />Der Begriff Protest wird oft falsch verstanden. Es stammt von dem Wort protestare, das für die Überprüfung einer Sache steht, also einen konstruktiven Hintergrund hat. Insofern verstehen wir uns eher als konstruktives Portal.</p>
<p>
                            <strong>Auf Ihrer Seite vergleichen Sie den Protest mit einem Spiel. Politik ist für Sie ein Spiel?</strong><br />
                            <br />Es soll ein Spiel sein, das hoffentlich in der Realität Auswirkungen hat, dank des Votums der Nutzer. Onlinespiele kennt fast jeder, aber kaum jemand arbeitet heute noch ehrenamtlich. Wenn wir die Menschen spielerisch erreichen, engagieren sie sich vielleicht ja auch wieder.</p>
<p>
                            <strong>Ist protestnote.de nicht einfach nur ein weiteres Web 2.0-Konzept?</strong><br />
                            <br />Was versteht man heute nicht alles unter Web 2.0? Wenn es darum geht, dass der Inhalt überwiegend durch die Nutzer generiert wird, kann man, wenn man will, dieses Modewort auch für protestnote.de verwenden &#8211; als &#8220;politisches Web 2.0&#8221; Aber wir sind andererseits auch kein Forum. Protestnote.de bildet einen Prozess ab, indem dort Forderungen, Diskussionen und Lösungen gleichermaßen nachvollziehbar sind. Wer eine Protestnote erstellt mit Vorschlägen, um die Dinge besser zu machen, muss auch Menschen suchen, die einen mit ihrer Stimme unterstützen. Und genau da liegt der Unterschied zu den Foren.</p>
<p>
                            <strong>Und wer soll mitmachen?</strong><br />
                            <br />Wir unterscheiden vier Typen von Nutzern: Zum einen die, die völlig desinteressiert an Politik sind und sich gar nicht einmischen. Die zweite Gruppe nimmt zwar politische Themen wahr, aber macht nichts daraus und partizipiert somit auch nicht an politischer Willensbildung. Die dritte Gruppe nimmt politisch teil: Sie diskutiert ernsthaft mit, sie verarbeitet Inhalte weiter und zieht ein Fazit daraus. Diese Gruppe ist allerdings eher selten in der Lage, diese Inhalte zu aktiver Politik zu machen. Zu der letzten Gruppe gehören die Menschen, die aktuelle Politik durchführen, bestimmen und gestalten. Diese Gruppe nimmt somit auch Einfluss auf die anderen Gruppen. Mit protestnote.de wollen wir alle vier Gruppen erreichen.</p>
<p>
                            <strong>Knapp 700 Stimmen zu 55 Protestnoten und 170 angemeldete Benutzer in vier Monaten. Das ist nicht gerade viel.</strong><br />
                            <br />Wir sind immer noch in der Entwicklungsphase und könnten uns kein schnelleres Wachstum leisten. Momentan sind es bis zu 250 Besucher mit etwa 700 besuchten Klicks am Tag. Wir finanzieren uns ausschließlich privat, es gibt keinen Sponsor. Wir wollen damit einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Wir wollen zunächst einmal wissen, was überhaupt machbar und denkbar ist. Wir tasten uns noch an die optimale Funktionalität ran und werden erst dann in die Breite gehen. Wir lassen uns bewusst Zeit, weil wir erst diesen Lernprozess durchlaufen wollen, bevor wir uns einem größeren Publikum präsentieren.</p>
<p>
                            <strong>Wann soll das sein?</strong><br />
                            <br />Geplant ist, dass wir ab Januar „öffentlich“ werden. Momentan bereitet ein Team von fünf ehrenamtlichen Mitgliedern diesen Start vor. Wie gesagt befinden wir uns zum aktuellen Zeitpunkt noch in einer, wenn auch öffentlich sichtbaren, Entwicklungsphase.</p>
<p>
                            <strong>Wie geht es konkret weiter?</strong><br />
                            <br />Wir wollen uns regionale Partner suchen, die ihre Portale mit Informationen von protestnote.de füttern, und damit den Einfluss von regionalen Entscheidungen beeinflussen. Wir wissen: Proteste haben entweder einen regionalen oder einen überregionalen Bezug. Das Element der Politikkarte auf unser Seite ermöglicht es, das Interesse lokal zu filtern. Man kann somit die Informationen regional auswählen. Denn mal ehrlich: Was interessiert den Berliner, wenn in Stuttgart ein Sack Reis umfällt?</p>
<p>
                            <strong>Glauben Sie ernsthaft, dass die Protestnoten bei den jeweiligen Entscheidungsträgern Gehör finden werden?</strong><br />
                            <br />Wenn die Mitgliederzahl hoch genug ist und der Prozess angenommen wird, sollte auch die Akzeptanz seitens der Entscheidungsträger steigen. Besonders im regionalen Fokus könnte protestnote.de auch die Entscheidungsfindung nachhaltig fördern und den Bürger dabei mehr mit einbinden. Auf der regionalen Ebene erhoffen wir uns auch die stärkste Wirkung unseres Projekts. Die Bürgerinnen und Bürger können nun nicht mehr nur alle paar Jahre ein vages Parteiprogramm wählen, sondern täglich direkt Stellung zu aktuellen Themen nehmen. Unser Motto: 10 Minuten in der Woche reichen, um politischen Einfluss auszuüben. Und der Einzelne hat das Gefühl, wirklich dabei zu sein.<br />
                            </p>
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