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	<title>Weiterbildung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Weiterbildung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Bildung von morgen &#8211; Befähigung für die digitale Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Sep 2018 15:35:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Donnerstag, den 13. September lud die Heinrich-Böll-Stiftung im Rahmen ihrer Konferenz „Baustelle Bildung – Befähigung für die digitale Zukunft“ [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot-Böll-Stiftung.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-155204 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot-Böll-Stiftung.png" alt="" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Am Donnerstag, den 13. September lud die Heinrich-Böll-Stiftung im Rahmen ihrer Konferenz „Baustelle Bildung – Befähigung für die digitale Zukunft“ dazu ein, sich in verschiedenen Formaten mit den Bedarfen und Anforderungen der digitalen Zukunft auseinanderzusetzen. Die zentrale Frage lautete, wie digitale Bildung zukünftig gestaltet werden soll und welche Konsequenzen sich daraus für Bildungsinstitutionen aber auch die Gesellschaft insgesamt ergeben.</p>
<h3>Bildung für die digitale Zukunft: Ein Problem der Umsetzung?</h3>
<p>Darüber, wie Bildungsinstitutionen zu starken Akteuren werden, sprachen verschiedene Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Wirtschaft und Politik. Als richtungsgebender Input folgte vorweg ein Überblick von Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth, Erziehungswissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin, der für das Thema digitale Bildung die vier wichtigsten Dimensionen bestimmte.</p>
<p>So sei zuerst einmal das Diagnoseproblem entscheidend. Also klar zu definieren, worüber gesprochen und auf welche Referenzsysteme (Politik, Wirtschaft, Bildung, etc.) sich bezogen wird, wenn es um Digitalisierung geht. Ebenso sei auch zwischen der grundlegenden allgemeinen Bildung und speziellen Weiterbildung zu unterscheiden, um möglichst früh digitale Komponenten einzubinden. Tenorth betont, dass digitale Bildung den klassischen Kanon der Modi des Weltzugangs, der das Lernen ausmacht, nicht ersetzen, sondern in den medialen, didaktischen Lernmöglichkeiten erweitern solle. Zuletzt zeigt er die Konsequenzen für die Schulen auf, die sich organisatorisch, fachlich im Curriculum und im didaktischen Bereich bemerkbar machen.</p>
<p>Für Dr. Nils Weichert, Vorstand des Forums Bildung Digitalisierung, handelt es sich bei dem Thema digitale Bildung nicht zwingend um ein Umsetzungs- sondern viel mehr um ein Sensibilisierungs- und Wissensproblem, wie eine gute Verknüpfung überhaupt aussehen kann. Häufig würde das pädagogische Potential, das die Digitalisierung mit sich bringe, noch nicht erkannt. Das liege unter anderem daran, dass Digitalisierung oft noch als Zusatzthema angesehen werde. Aber auch daran, dass nach wie vor noch Konzepte und Strategien für die einzelnen Schulen fehlten, die Unterrichts- und Schulentwicklung verknüpfen. Auch Sylvia Löhrmann, die ehemalige Ministerin für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen, hält eine schematische Herangehensweise für hinderlich und spricht sich für eine differenzierte Entwicklung vor Ort aus. Es dürfe nicht bloß additiv, sondern müsse vor allem integrativ vorgegangen werden, um den Aspekt Digitalisierung mit vorhandenen Konzepten zu verknüpfen. „Es gibt keine Stunde Null, in der alle Politik in ganz Deutschland für jede Schule anfängt. Wie bei allen Bildungsfragen gibt es keine allgemeine Gleichförmigkeit. Deshalb darf es nicht zu Pauschalisierungen und falschen Erwartungen kommen, die an der Politik und Realität scheitern“, sagt Löhrmann.</p>
<p>Prof. Dr. Bardo Herzig warnt als Direktor des Zentrums für Bildungsforschung und Lehrerbildung ebenfalls vor pauschalisierenden Ergebnissen, zu denen einige Studien kämen. Aussagen wie „mit dem Tablet lerne man besser“ seien nicht gewinnbringend, es müssten stets die pädagogischen Settings mitgedacht werden. Trotzdem dürften Schulen nicht den Fehler machen, jahrelang zu warten, nur weil evidenzbasierte Studien fehlen. „Die Wissenschaft lebt von der Offenheit, sich auf etwas Neues einzulassen und Impulse zu setzen“, so Herzig. Ein Beispiel dafür bietet Dr. Andres Pallack, Schulleiter des Franz-Stock-Gymnasiums Arnsberg, das als einer der Vorreiter-Schulen im Bereich digitale Bildung gilt. Pallack setzt auf täglichen Kontakt seiner Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien. Für ihn seien dabei vor allem die ausführliche Kommunikation über dieses Thema, aber auch die Erweiterung und der Erhalt von bestehenden Kulturtechniken wichtig. Er erkennt die didaktischen Chancen und neuen Inhalte, die digitale Medien für das fachliche Lernen mit sich bringen, rät aber auch dazu, erst einmal klein zu beginnen und als gesamte Schule individuelle Bedarfe zu definieren und dabei auch möglichen Berührungsängsten zu begegnen. Es sei wichtig, sowohl Schülerinnen und Schüler, als auch Lehrkräfte erst einmal zu befähigen, richtig mit den neuen digitalen Möglichkeiten umzugehen. Alle Vortragenden sind sich dabei einig, dass vor allem die Verknüpfung entscheidend ist – sowohl von Schulen untereinander, als auch der verschiedenen Ansätze und Expertisen von Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Politik, aber auch Zivilgesellschaft. Voraussetzung dafür seien einheitliche Bildungsstandards und ein ganzheitliches Bildungsverständnis.</p>
<h3>Workshop &#8220;Zukunft der Bildung: Wissen oder wissen, wo es steht?&#8221;</h3>
<p>In drei Themeninseln konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops damit auseinandersetzen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler in einer durch digitale Information geprägten Welt brauchen und wie Schule sie vermitteln kann. Dabei ging es zunächst um die Recherche und Bewertung von (digitalen) Informationen. Schülerinnen und Schüler sollten mit Kompetenzen ausgestattet werden, die ihnen ermöglichen, die Vertrauenswürdigkeit von Informationen zu beurteilen und Beiträge im Netz in z.B. historische oder politische Diskurse einordnen zu können. Quellen zu recherchieren, überprüfen und zu bewerten sei nicht nur für die Schule, sondern auch für das gesamte Leben wichtig. Dabei sei ein grundlegendes Wissen, das Bildungsinstitutionen Schülerinnen und Schülern mitgeben, weiterhin als Voraussetzung für eine eigenständige Einordnung sinnvoll.</p>
<p>Bei der selbstbestimmten und sozial verantwortlichen Nutzung von (digitalen) Medien sind sich die meisten Teilnehmenden einig, dass Schule schon immer die Aufgabe gehabt habe, Schülerinnen und Schüler auf ein verantwortungsvolles Leben vorzubereiten, und dass sie dies nun auch im digitalen Kontext tun müsse. Die Schule solle dabei die Hauptaufgabe der digitalen Bildung übernehmen, das Elternhaus oder das private Umfeld dabei idealerweise in Vernetzung ergänzend agieren. Es sei ebenso wichtig, Schülerinnen und Schülern beizubringen, was hinter den von ihnen verwendeten Technologien stehe und sich insgesamt nicht nur auf die Risiken, sondern vor allem auch auf die Chancen und Möglichkeiten digitaler Medien zu konzentrieren. Analoge und digitale Welt müsse zunehmend zusammengedacht werden.</p>
<p>Den Vorschlag für ein gesondertes Fach der Medienbildung lehnen die meisten ab. Computer- und informationsbezogene Kompetenzen sollten nicht bloß an ein Fach abgeschoben werden, sondern in alle bereits vorhandenen integriert werden. Sonst drohe die Gefahr, dass sich die anderen Schulfächer aus ihrer Verantwortung ziehen und die erlernten digitalen Kompetenzen isoliert blieben. Außerdem sei dies bildungspolitisch kaum durchsetzbar, weil andere Inhalte oder Fächer aus dem Curriculum gestrichen würden. Schule müsse fachübergreifend transferierbare Kompetenzen vermitteln und durch digitale Medien neue Freiräume für individuelles Lernen eröffnen.</p>
<h3>Politisches Podium: Technologischer Fortschritt darf nicht zu digitaler Spaltung führen</h3>
<p>Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP,  Robert Habeck, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, und Nadine Schön, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, sprachen in einer abschließenden Diskussionsrunde über die Rolle der Politik, der Wirtschaft, der Bildungsinstitutionen und der Gesellschaft bei der Entwicklung einer Strategie für die digitale Zukunft. An vielen Stellen bestätigten sich dabei die bereits erarbeiteten Ergebnisse und Probleme der vorangegangenen Veranstaltungen. Alle drei betonen, dass bestehende Spaltungen durch technologischen Fortschritt nicht noch verstärkt werden dürfen. Der Zugang zu den digitalen Möglichkeiten müsse fair gestaltet werden und Wissen so organisiert, dass es nicht ausschließend ist, so Habeck. „Ernstgemeinte digitale Bildung bedeutet die Möglichkeiten der Technik so einzusetzen, dass sie soziale Aufstiegsmöglichkeiten schaffen und nicht zu sozialer Exklusion führen.“ Christian Lindner sieht das ähnlich, rückt aber noch stärker die Chancen in den Vordergrund: „Digitalisierung von Bildung hat einen enormen Vorteil: die Individualisierung.“ Die individuellen Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler könnten durch Algorithmen und Lernsoftware gezielter identifiziert werden. Damit ließen sich heute bestehende Ungerechtigkeiten schneller überwinden. Entscheidend sei dafür, Lehrerinnen und Lehrer für die Digitalisierung zu qualifizieren und neben der Ausstattung „vor allem in Köpfe zu investieren“. Wie ihre beiden Vorredner spricht sich Nadine Schön für eine früh ansetzende digitale Bildung aus, damit keine neuen Formen der Bildungsungerechtigkeit entstehen. „Ob junge Menschen digitalen Kompetenzen besitzen oder nicht, wird viel über die zukünftigen Chancen auf dem Arbeitsmarkt entscheiden“, stellt sie heraus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Screenshot Heinrich-Böll-Stiftung, Livestream, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>test.de-Expertenchat: Weiterbildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rita Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Sep 2010 17:59:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Warentest]]></category>
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		<category><![CDATA[Dr. Michael Cordes]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 24. September 2010 beantworteten die Experten Alrun Jappe und Dr. Michael Cordes von der Stiftung Warentest Fragen zum Thema Weiterbildung. Die User stellten unter anderen Fragen zu guten Beratungsstellen, gesetzlichem Bildungsurlaub und Möglichkeiten des Fernstudiums. Den ganzen Chat finden Sie <a href="http://www.test.de/themen/bildung-soziales/weiterbildung/meldung/Chat-Weiterbildung-Tipps-zur-Kurssuche-4131405-4131408/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 24. September 2010 beantworteten die Experten Alrun Jappe und Dr. Michael Cordes von der Stiftung Warentest Fragen zum Thema Weiterbildung. Die User stellten unter anderen Fragen zu guten Beratungsstellen, gesetzlichem Bildungsurlaub und Möglichkeiten des Fernstudiums. Den ganzen Chat finden Sie <a href="http://www.test.de/themen/bildung-soziales/weiterbildung/meldung/Chat-Weiterbildung-Tipps-zur-Kurssuche-4131405-4131408/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.</p>
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		<title>&#8220;Die Weiterbildung in Deutschland befindet sich auf einem guten Fundament&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 14:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
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		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
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		<category><![CDATA[Kultusministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Staatssekretär]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Wacker]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 26. September 2008 war Staatssekretär Georg Wacker live im Chat des Baden-Württembergischen Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. In 60 Minuten beantwortete er Fragen zum Thema Weiterbildung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 26. September 2008 war Staatssekretär Georg Wacker live im Chat des Baden-Württembergischen Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. In 60 Minuten beantwortete er Fragen zum Thema Weiterbildung.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, Herr Staatssekretär Wacker ist eingetroffen. Wollen wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Gerne, ich freue mich auf den Dialog.
</p>
<p>
<b>Melli:</b> Wie erkenne ich die Qualität von Weiterbildungsangeboten?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Auf dem Weiterbildungsserver des Landes <a href="http://www.fortbildung-bw.de/wb/">www.fortbildung-bw.de</a> finden sie Qualtitätsmerkmale der Weiterbildung aufgelistet, mit Hilfe der Sie ihre Angebote beurteilen können. Darüber hinaus empfehle ich Ihnen, sich einen direkten und persönlichen Eindruck bei der Weiterbildungseinrichtung nach Ihrer Wahl zu verschaffen. Sicher werden Sie einen guten Eindruck darüber gewinnen, ob die Angebote Ihren Bedürfnissen in der Qualität entsprechen.
</p>
<p>
<b>Benedikt:</b> Wie bewerten Sie den Stellenwert der Weiterbildung in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Alle politischen Entscheidungsträger betonen den gleichwertigen Stellenwert der Weiterbildung gegenüber den anderen Bereichen der Bildung in unserem Land. Es gibt unterschiedliche Fördermethoden in den einzelnen Bundesländern. In diesem Zusammenhang plädiere ich dafür, den persönlichen Bedürfnissen der Nutzer in der Angebotsstruktur Rechnung zu tragen. Diese Entwicklung müssen die politischen Verantwortlichen genau im Auge behalten und Weiterentwicklungen unterstützen. Damit sage ich deutlich: die Weiterbildung in Deutschland befindet sich auf einem guten Fundament, der bedarfsgerechte Ausbau muss gerade aufgrund der demographischen Entwicklung in Zukunft seitens der Politik unterstützt werden.
</p>
<p>
<b>ochsle:</b> Sollten die Schulen nicht so gut sein, dass es keine Weiterbildung mehr braucht?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Sie stellen eine spannende Frage. Die Bildungsbiographie jedes Einzelnen kann nicht mit einem allgemeinbildenden Schulabschluss abgeschlossen sein. Gerade die anspruchsvolle Berufswelt erfordert von jedem Einzelnen, dass er Angebote des &quot;Lebenslangen Lernens&quot; in Anspruch nimmt. Unsere Schulen können diesen Teil nicht leisten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Jetzt haben wir einige konkrete Fragen zum Thema Lehrerfortbildung gesammelt:
</p>
<p>
<b>Oxford School:</b> Wie intensiv wird eigenständiges Lernen mit neuen Medien in den öffentlichen Schulen vorangetrieben? Gibt es dazu Seminare für Lehrer, Kampagnen oder dergleichen?
</p>
<p>
<b>wayne:</b> Wie weitreichend ist das Weiterbildungsangebot für Lehrer und wie viele Weiterbildungen sind für Lehrer verpflichtend? Ich als Vater zweier schulpflichtiger Kinder merke bei jedem Elternabend erneut, dass gerade alte Lehrer nicht auf dem Stand der Wissenschaft oder auch nur des Zeitgeschehens zu sein scheinen.
</p>
<p>
<b>Pachulke: </b>Wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke, erinnere ich mich insbesondere daran, dass die Inhalte, die uns vermittelt wurden &#8211; neben der notwendigen Grundlagenforschung &#8211; oft veraltet waren. Während wir Studenten bereits mit 14k Modems im Internet unterwegs waren, sprachen die Dozenten noch von Neuen Medien und dem &quot;InformationSuperHighWay&quot; als wären dies Zukunftsvisionen und nicht bereits Realitäten. Wie kann eine Weiterbildung für Lehrer und Dozenten finanziert werden, die gewährleistet, dass auch gerade ältere Dozenten up to date sind.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Der Einsatz und gleichzeitig der Umgang mit den neuen Medien im Unterricht ist heute an allen Schularten unverzichtbar. Sie kennen sicher die Vorgaben Ihrer jeweiligen Bildungspläne bzw. Bildungsstandards. Das Land Baden-Württemberg hat dieser Entwicklung Rechnung getragen, indem mit Medienoffensiven die Ausstattung unserer Schulen und die Fortbildung unserer Lehrkräfte diesbezüglich unterstützt wurde. In unserem Fortbildungsangebot für Lehrkräfte ist der oben beschriebene Bereich integrierter Bestandteil. Jährlich stehen für regionale Fortbildungsmaßnahmen ca. 20 000 Teilnahmeplätze an unseren Standorten der Landesakademien zur Verfügung. Darüber hinaus nehmen jährlich ca. 40 000 Lehrkräfte an Ausbildungen vor Ort teil. Sie sprechen zu Recht an, dass die Halbwertszeit des Wissens sich in rasantem Tempo verkürzt. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Fortbildungsbedarf der Lehrkräfte. Über das Kultusportal (<a href="http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/-s/eqsk291x8l20sp0w44x1wi8s7titobei/menu/1146607/index.html">www.kultusportal-bw.de</a>) erhalten Sie gewünschte nähere Informationen.
</p>
<p>
<b>Don Quichote:</b> Wie kann den Menschen vermittelt werden, dass sie ohne &quot;lebenslanges Lernen&quot; in der modernen Welt irgendwann den berühmten &quot;Kampf gegen die Windmühlen&quot; führen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Hier predigen alle Weiterbildungsträger, aber auch die politischen Entscheidungsträger, immer wieder den hohen Stellenwert der Weiterbildung. Allerdings kann ich mir nicht verkneifen zu sagen, dass diejenigen, die auf Weiterbildung verzichten wollen, weil sie diese angeblich für ihre berufliche Weiterqualifizierung nicht benötigen, sicher irgendwann in ihrem Beruf Schiffbruch erleiden.
</p>
<p>
<b>Trujillo:</b> Welche Möglichkeiten habe ich denn, um als Dozent/Lehrer/Ausbilder weiterbildungswilligen Personen meine Fähigkeiten näher zu bringen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker: </b>Gerne biete ich Ihnen an, sich in die Referentendatenbank des Weiterbildungsportals <a href="http://www.fortbildung-bw.de/wb/">www.fortbildung-bw.de</a> einzutragen.
</p>
<p>
<b>Oxford School:</b> Welche konkrete Aufgaben haben Sie als Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg und wie setzen Sie diese um?
</p>
<p>
<b>Benedikt:</b> Was macht eigentlich ein Weiterbildungsbeauftragter?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Zu Ihrer ersten Frage: Der politische Staatsseketär im Kultusministerium ist der politische Vertreter des Kultusministers. Er ist das Bindeglied zwischen Parlament und Landesregierung. Daneben bearbeitet er federführend Themen im Auftrag des Ministerpräsidents. Beispielsweise die Weiterbildung. Zu Ihrer zweiten Frage: Die Weiterbildungsförderung des Landes ist auf verschiedene Ressorts aufgeteilt (z.B. allgemeine Weiterbildung im Kultusministerium, berufliche Weiterbildung im Wirtschaftsministerium). Daher hat der Weiterbildungsbeauftragte die Aufgabe, die Aktivitäten zu koordinieren und den hohen politischen Stellenwert dieses Bereiches gegenüber der Öffentlichkeit und innerhalb der Landesregierung zu verkörpern. Da dem Ministerpräsident G. Oettinger dieser Bereich ebenfalls sehr wichtig ist, hat er hierzu mich als besonderen Weiterbildungsbeauftragten berufen.
</p>
<p>
<b>WACKEN:</b> Herr Wacker, wie bilden Sie sich selbst fort?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> 1. Als Berufsmusiker von Haus aus, musiziere ich in meiner knapp bemessenen Freizeit und erarbeite dabei neue Literatur. 2. Als ehrenamtlicher Landesvorsitzender des deutschen Bibliotheksverbandes (auch die Bibliotheken sind Weiterbildungsträger) ist mir das Lesen sehr wichtig. 3. Durch zahlreiche Vorort-Termine in der Fläche unseres Bundeslandes informiere ich mich regelmäßig über die Herausforderungen für unsere Bildungspolitik. Auch diese Maßnahme ist Weiterbildung für politische Entscheidungsträger. Gerne würde ich Kurse in Weiterbildungseinrichtungen besuchen, leider fehlt mir aber für den regelmäßigen Besuch die Zeit.
</p>
<p>
<b>oliver:</b> Will das Land Baden-Württemberg der Weiterbildung nach Jahren des Rückschritts (Wegfall der Förderung durch die Arbeitsverwaltung, Kürzung der Landeszuschüsse) wieder einen höheren Stellenwert einräumen?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker: </b>Wir erleben im Moment eine Trendwende. Mit dem Haushaltsjahr 2009 werden wir die Landeszuschüsse für die allgemeine Weiterbildung um 2,9% anheben. Ministerpräsident Oettinger hat auf dem vorletzten Verbandstag der Volkshochschulen im Jahr 2007 eine Nachbesserung der Landeszuschüsse zugesagt, indem die Landesförderung entlang der Personalkostensteigerungen im öffentlichen Dienst für die nächsten Jahre angehoben werden soll. Wird es auch in den Folgejahren Lohnerhöhungen für die Landesbediensteten geben, werden auch entsprechend die Landeszuschüsse angepasst.
</p>
<p>
<b>Fiebig:</b> Sehr geehrter Herr Wacker, welche Möglichkeiten sehen Sie, die Grundbildung Erwachsener, die die Schule ohne Abschluss verlassen haben, zu fördern?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker: </b>Lieber Herr Dr. Fiebig, schön, dass Sie sich outen! Meines Erachtens ist der Nacherwerb von Schulabschlüssen ein wichtiges Aufgabenfeld für unsere Weiterbildungseinrichtungen. Damit spreche ich den 2. Bildungsweg direkt an. Ich bin besonders  Volkshochschulen und auch kirchlichen Einrichtungen sehr dankbar, dass sie dieses Aufgabenfeld mit großem Engagement betreiben. Auch bin ich sehr froh darüber, dass bei diesen Haushaltsberatungen 2009 bisher niemand die Landesförderung in bisheriger Höhe in Frage gestellt hat. Alle Schülerinnen und Schüler, die zunächst in der Schule scheitern, haben eine 2. Chance verdient. Deswegen ist das Angebot des 2. Bildungsweges unverzichtbar.
</p>
<p>
<b>Gute Nacht John Boy:</b> Gerade ungebildete Schichten erreicht man mit Weiterbildungsangeboten doch nur sehr schlecht. Wie kann dem Abhilfe geschaffen werden?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Hierzu brauchen wir besondere Strategien. Ich gebe zu, dieses Ziel zu verfolgen ist nicht einfach. Beispielsweise ist die Elternbildung ein Weg, um auch sogenannte bildungsferne Schichten zu erreichen. Wir haben kürzlich gemeinsam mit dem Sozialministerium mit Wirkung ab 1. September dieses Jahres das Landesprogramm &quot;STÄRKE&quot; aufgelegt. Hier bekommen alle Eltern nach Geburt ihres Kindes einen Bildungsgutschein von 40 €. Diesen können sie bei Weiterbildungseinrichtungen ihrer Wahl einreichen. Damit werden besonders auch einkommensschwache Familien unterstützt.
</p>
<p>
<b>Kristian Kropf: </b>Kann mein Chef eine Weiterbildung von mir verlangen, wenn ich diese nicht machen will?
</p>
<p>
<b>Löffler43: </b>An wen kann ich mich wenden, wenn mein Chef eine Weiterbildung nicht bezahlen will? Gibt es da Stellen, die die finanzieren würden?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Es ist die Aufgabe der Unternehmen, ihre Beschäftigten weiter zu qualifizieren und ihnen entsprechende Angebote zu unterbreiten. Wenn Sie solche Angebote erhalten, würde ich diese dankbar aufgreifen. Sicher liegt es auch in Ihrem Interesse, Ihrem Arbeitgeber gegenüber zu verdeutlichen, dass Sie an Weiterbildung interessiert sind. Ob die Weiterbildung für Sie kostenfrei ist, muss zum Einen direkt mit Ihrem Arbeitgeber geklärt werden. Zum Anderen ist es die Aufgabe der Tarifpartner, entsprechende Regelungen zu formulieren.
</p>
<p>
<b>Erwin:</b> Ein Bildungsgutschein für € 40 soll Ihrer Meinung nach WAS besser machen? Das reicht mal eben für eine Nachhilfestunde aus.
</p>
<p>
<b>Georg Wacker: </b>Das sehe ich anders. Es gibt eine Vereinbarung zwischen der Landesregierung und allen relevanten Verbänden der Eltern- und Familienbildung, die besagt, dass entsprechende Angebote für 40€ konzipiert werden. Bereits jetzt weisen die Fortbildungsprogramme entsprechende Möglichkeiten aus. In diesem Zusammenhang gibt es Kurse für Erziehungsfragen für die ersten Jahre des Kindes. Diese sind mit diesem Betrag durchaus finanzierbar. Ich möchte durchaus betonen, dass die Eltern- und Familienbildung nur einen Weg darstellt, sozial Schwächere und so genannte bildungsferne Schichten zu erreichen. Weitere Strategien müssen entwickelt werden, um dieses Ziel zu verfolgen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die letzte Frage:
</p>
<p>
<b>Paria:</b> Warum, glauben Sie, ist Baden-Württemberg als Ausbildungsstandort so attraktiv?
</p>
<p>
<b>Georg Wacker:</b> Die Rahmenbedingungen stimmen: Wir haben eine hohe Beschäftigungsquote, wir haben mit die niedrigste Arbeitslosenquote deutschland- und europaweit und wir haben, nebenbei bemerkt, sehr gute Bildungseinrichtungen, beginnend mit der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, das waren 60 Minuten Chat zum Thema Weiterbildung in Baden-Württemberg. Vielen Dank an Staatssekretär Georg Wacker für die Antworten und vielen Dank an die Chatter für die vielen Fragen. Das Chatteam bittet um Verständnis bei allen, deren Fragen wir aus Zeitgründen nicht beantworten konnten und wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Tag. Bei Nachfragen können Sie sich direkt an das Weiterbildungsreferat des Kultusministeriums wenden. Sie erreichen uns über <a href="http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/-s/eqsk291x8l20sp0w44x1wi8s7titobei/menu/1146607/index.html">www.kultusportal-bw.de</a> unter dem Menüpunkt &quot;Themen&quot;. Das Transkript dieses Chats gibt es in Kürze auf <a href="http://www.fortbildung-bw.de/wb/">www.fortbildung-bw.de</a> zum Nachlesen.
</p>
<p></p>
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		<title>Netz-Gehhilfe für 20 Euro</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie die Alten surfen]]></category>
		<category><![CDATA[Internetschulung]]></category>
		<category><![CDATA[Volkshochschule]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Um herauszufinden, wie der Erstkontakt älterer Menschen mit dem Internet aussieht, hat Christian Heise eine Internetschulung der Volkshochschule besucht. Die Senioren lösen Probleme auch schon einmal mit einem beherzten Click auf das „X“ des Internetbrowsers, beobachtete er.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Um herauszufinden, wie der Erstkontakt älterer Menschen mit dem Internet aussieht, hat Christian Heise eine Internetschulung der Volkshochschule besucht. Die Senioren lösen Probleme auch schon einmal mit einem beherzten Click auf das „X“ des Internetbrowsers, beobachtete er.<!--break--></p>
<p>
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</p>
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Samstag, zehn vor 10 Uhr, in der Berliner Volkshochschule. Im 6. Stock nach rechts und dem Schild „PC-Pool“ folgen: Die 55 bis 75 Jahre alten Kursteilnehmer der „Internetschulung“, 20 Euro für zwei Tage a vier Stunden, sitzen in Dreierreihen vor den in Reih und Glied aufgebauten Computern.
</p>
<p>
Im ersten Quartal 2006 stieg der Anteil der über 54-Jährigen Internetnutzer laut Statistischem Bundesamt von 22 Prozent im Jahr<br />
<a href="http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2005/p1790024.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2004</a> auf 30 Prozent. Neben der gestiegenen Anzahl der Senioren, die das Internet heute nutzen, erhöhte sich auch die Regelmäßigkeit der Nutzung. So verbrachten im Jahr 2004 nur 12 Prozent der über 54-Jährigen mehr als fünf Stunden pro Woche im Internet. Im selben Zeitraum zwei Jahre später stieg die Anzahl derjenigen, die das Internet jeden Tag oder fast jeden Tag nutzten, auf 48 Prozent.
</p>
<p>
Punkt zehn Uhr beginnt der Dozent in Lehrermanier die &quot;Internetschulung&quot;. Schlagartig wird es still und die Damen und Herren lauschen den Worten des Seminarleiters. &quot;Grundlagen des Internets&quot; heißt die Bildschirmpräsentation. In zehn Minuten werden die Kernelemente des &quot;Zwischennetzes&quot; erklärt und Basiswissen über Internetprotokolle und Internetadressen vermittelt. Es gibt keine Fragen.
</p>
<p>
Im Gegensatz zur allgemein geläufigen Meinung kommt der Erziehungswissenschaftler Marko Hembach in seiner Diplomarbeit zu dem<br />
<a href="http://www.socialnet.de/materialien/diplom/0111_mhembach_senioreninternet.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnis</a>, dass das Ausmaß an Selbständigkeit im Umgang mit den notwendigen technischen Geräten und an Kenntnissen über das Internet, das Senioren vorweisen, überraschend hoch ist.
</p>
<p>
In der Volkshochschule wagen die Teilnehmer die ersten Schritte ins Netz: Geduldig erklärt der Seminarleiter wie man auf einem Windows-Rechner den Internet Explorer öffnet. Da tauchen die ersten Probleme auf. Unterschiedliche Startseiten verwirren die Internetschüler und aus Angst, etwas falsch zu machen, beschließt ein etwa 70-Jähriger selbstsicher das Programm mit einem raschen Klick auf das X zu schließen. Der Dozent beruhigt die Situation und klärt das &quot;Phänomen&quot; Startseite umgehend auf. Einem älteren Herrn fällt es schwer, zwischen dem Suchfenster einer Website und dem URL-Fenster des Browsers zu unterscheiden. „Das sind ja beides Eingabefelder“, argumentiert er &#8211; und er hat Recht.
</p>
<p>
Internetseiten werden meist von jungen Designern erstellt. Die gehen davon aus, dass die Seitenbesucher über eine gute Sehfähigkeit und über einwandfreie Motorik verfügen. Mit steigendem Alter sinken jedoch genau diese Fähigkeiten. Hinzu kommt, dass viele Senioren in den Ruhestand treten, ohne sich jemals in ihrem Arbeitsleben mit dem Computer oder dem Internet befasst zu haben. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass das Internet für Senioren doppelt so schwer zu nutzen ist wie für Jüngere &#8211; obwohl es ihnen Möglichkeiten bietet, ihre eingeschränkte Mobilität auszugleichen.
</p>
<p>
In der Volkshochschule werden daher Menüleiste und Bediensymbole des Internetexplorers erklärt und in der Gruppe ausprobiert. Dabei erregt die Verlauffunktion, die Auflistung der bislang besuchten Seiten, Aufsehen: &quot;Damit kann ich ja meine Enkel kontrollieren&quot;, bemerkt eine ältere Dame. Es dauert eine halbe Stunde bis das Anlegen, Löschen und Sortieren von Favoriten und die Suche erklärt ist. Danach wird gesurft: Die Suchmaschine Google, eine Tageszeitung inklusive Artikelsuche und Archivfunktion und ein Fluganbieter stehen auf der Liste der besuchten Seiten. Bei diesen Klassikern stößt eine Dame auf die Barriere Bezahl-Internet. Beim Durchsuchen des Onlineangebots einer Tageszeitung wird sie aufgefordert, einen Artikel zu kaufen. „Sicher ist das bestimmt nicht“, stellt sie selbstbewusst fest.
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		<title>IT-Sicherheit und E-Learning!</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jul 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
                    Wie der Staat von der Privatwirtschaft lernen kann - E-Learning als Schlüssel zum Erfolg. Sicheres E-Government braucht Schulungen, die den Faktor Mensch nicht vernachlässigt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie der Staat von der Privatwirtschaft lernen kann &#8211; E-Learning als Schlüssel zum Erfolg. Sicheres E-Government braucht Schulungen, die den Faktor Mensch nicht vernachlässigt.<!--break--></p>
<p>Formulare aus dem Internet auf den eigenen PC zu laden, auszufüllen und als E-Mail zu versenden &#8211; das und mehr an gespartem administrativen Aufwand ist heute nichts Besonderes mehr. Der Staat hat gegenüber der freien Wirtschaft allerdings Nachholbedarf. Grundsätzlich sind die Weichen aber gestellt: Seit letztem Jahr können beispielsweise 500.000 Bafög-Rückzahler mit ihrem Sachbearbeiter im Bundesverwaltungsamt über das Internet kommunizieren und Anträge auf vorzeitige Rückzahlung, Freistellung oder Stundung verschicken. Im Zuge der<br />
                    <a href="http://www.bmi.bund.de/top/liste/Schwerpunkte/Informationsgesellschaft/Politische_Ziele/ix3835_artikel.htm?categoryVariant=bmi_PZ&amp;Thema=63&amp;language=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative BundOnline 2005</a> will Bundesinnenminister Otto Schily bis 2005 internetfähige Dienstleistungen online anbieten. Robuste, preiswerte und benutzerfreundliche Sicherheitstechniken sind dabei gefragt. Die Studie &#8220;Dem Fortschritt verpflichtet&#8221; der Unternehmensberatung<br />
                    <a href="http://www.accenture.de/index2.html?/6presser/index.jsp?link=/6presser/pi_e-government-ecommerce_0102.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Accenture</a> zeigt, dass die öffentliche Hand mit Unterstützung der Privatwirtschaft rechnen kann und dabei auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Institutionen (Public-Privat-Partnerschaften) setzt.</p>
<p>
                    <strong>Kaum Schulungen</strong><br />
                    <br />79 Prozent der von Accenture befragten Verwaltungsmanager gaben an, im Bereich Internet verstärkt mit der Privatwirtschaft zusammenarbeiten zu wollen. 59 Prozent denken sogar über Outsourcing-Möglichkeiten nach. Sicherheit ist für 75 Prozent aller befragten Staatsdiener ein wichtiger Faktor behördlicher Prozesse. Wenn man sich diesem Thema zuwendet, ist der Umgang mit Passwörtern zentral. Dass Mitarbeiter Passwörter richtig benutzen, ist eine grundlegende Trainingsaufgabe für Unternehmen und Staat. Zu kommunizieren ist dabei, dass Sicherheit nicht alleine Sache einer Behörde oder eines Konzerns ist. Es ist die Angelegenheit jedes Einzelnen! Des weiteren sind operative Aspekte wichtig: Wie erstelle ich ein Passwort? Wie sind die einheitlichen Regeln meiner Behörde, nach der ich mein individuelles Passwort erstellen muss? Wie muss ein Passwort zusammengesetzt sein? Wie lange ist ein Passwort gültig? Wann muss ich es ändern? In welcher Form müssen Passwörter hinterlegt werden? Im Alltag spielen diese Fragen eine untergeordnete Rolle: Faulheit kommt vor dem Fall! Passwörter werden selten und nicht gemäß der notwendigen Sicherheitsrichtlinien geändert. Ein katastrophaler Sicherheitsmangel! Es ist ein echtes Problem, dass es im Umgang mit Passwörtern nur unzureichende Schulungen gibt.</p>
<p>
                    <strong>Was sich in der Wirtschaft bewährt hat&#8230;</strong><br />
                    <br />Die<br />
                    <a href="http://www.bea-services.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beck et al. Services GmbH</a> aus München sorgt im Umgang mit Passwörtern für mehr Sicherheit. Für ausgewählte Mitarbeiter der<br />
                    <a href="http://www.conti-online.com/generator/www/com/de/continental/portal/allgemein/home/index_de.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Continental AG</a> wurde ein E-Learning Kurs im unternehmenseigenen Intranet bereitgestellt. Dieser vermittelte alles Wissenswerte über den Gebrauch von Passwörtern. Basis des Kurses war ein internes Dokument mit Richtlinien der Continental AG. Die einheitlichen Regeln des Konzerns, die sogenannte Password Policy, konnten via technologiegestütztem Lernen schnell und unkompliziert an die Anwender verteilt werden. Praxisorientierte Übungen und Tests zum eigenen Überprüfen des Gelernten bereicherten die Informationsvermittlung. Die Systemexperten von Beck et al. Services strickten eine einstündige Lektion, die die Conti-Mitarbeiter für das Sicherheitsthema sensibilisierte und sie im einheitlichen und &#8220;sauberen&#8221; Umgang mit dem Passwort trainierte. Im Anschluss an die Kurslaufzeit wurde das Feedback der Anwender eingeholt. Demnach haben 79 Prozent der Kursteilnehmer den Kurs tatsächlich absolviert. Über 50 Prozent der Nutzer empfanden den Kurs Password Policy als &#8220;gut verständlich&#8221;. Für den IT-Dienstleister Beck et al. Services ergibt sich E-learning als logische Konsequenz aus dem IT-Support. &#8220;Wir können das Lernen nicht revolutionieren, denn lernen muss jeder User nach wie vor selbst. Aber wir stellen Anwendern Hilfe zur Verfügung. E-Learning ist hier ein zeit- und kostensparender Vermittlungskanal&#8221;, so Beck et al. Services Geschäftsführer Siegfried Lautenbacher. Mit Password Policy wurden etwa 20 Prozent der Kosten, die bei Präsenzschulung angefallen wären, gespart.</p>
<p>
                    <strong>&#8230;kann dem Staat dienen<br />
                    <br /></strong>Für den staatlichen Bereich muss Sicherheit oberste Priorität haben. Die Erfahrungen, die bei der Continental AG mit Password Policy und Beck et al. Services gemacht wurden, könnten bei der Neuorganisation der staatlichen IT-Sicherheit nützlich sein. Bundesinnenminister Schily hat das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik gebeten, gezielt Pilotprojekte zu unterstützen. Es ist hier aber wichtig, nicht nur an die Server und an die Umstellung der Computer an den Arbeitsplätzen zu denken (Stichwort Linux), sondern auch an die Schulung der Mitarbeiter im Bereich Passwort. Strategisch günstig wäre es, wenn die verschiedenen Prozesse Hand in Hand gehen würden. Der Erfolg von Password Policy hatte ein positives Nachspiel. Beck et al. Services bekam von der Continental AG den Auftrag, 21.000 User weltweit per E-Learning zu schulen. Der Reifenhersteller und Automobilzulieferer führt bis Ende 2002 Lotus Notes R5 als konzernweite Messaging- und Groupware-Plattform ein. Zu diesem Zweck werden acht E-Learning Kurse konzipiert und in zwölf Sprachen zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Der Autor ist Mitarbeiter der Beck et al. Services GmbH München im Bereich Public Relations &amp; Marketing.</p>
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		<title>E-Learning: Euphorie oder Ernüchterung?</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Dec 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Aus- und Weiterbildung im Netz, Lernen in virtuellen Gemeinschaften; Teleteaching und e-Learning in virtuellen Klassenräumen: Das neue Lernen ist schnell, günstig und problemorientiert. Kurzfristiges, problemnahes Lernen wird von den Kunden in der Wirtschaft gewünscht. Stichwort "learning-on-demand": Gelernt wird nur das, was das Unternehmen und seine Angestellten gerade brauchen. Lernen ohne Nebenwirkungen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus- und Weiterbildung im Netz, Lernen in virtuellen Gemeinschaften; Teleteaching und e-Learning in virtuellen Klassenräumen: Das neue Lernen ist schnell, günstig und problemorientiert. Kurzfristiges, problemnahes Lernen wird von den Kunden in der Wirtschaft gewünscht. Stichwort &#8220;learning-on-demand&#8221;: Gelernt wird nur das, was das Unternehmen und seine Angestellten gerade brauchen. Lernen ohne Nebenwirkungen?<!--break-->
                    </p>
<p>Nachdem e-Learning als die bedeutende Entwicklungsstufe im e-Business angekündigt wurde (&#8220;Edu-Commerce&#8221;), bleibt zu fragen, was nach der allgemeinen Ernüchterung um die New Economy davon übrig geblieben ist und wohin die Reise im Bildungsmarkt geht. Als einen Ort für Antworten bietet sich die siebte &#8220;Online Educa&#8221; in Berlin an (28.-30. November). Die von der Europäischen Kommission unterstützte Konferenz erwartet 1200 Fachleute aus Wirtschaft, Industrie und Politik, die in zahlreichen Workshops, Diskussionsforen und Vorträgen über den neusten Stand des technisch gestützten Lernens diskutieren werden. Die internationale Konferenz wird zudem von einer Fachmesse begleitet, auf der Fachanbieter ihre neusten Produkte präsentieren.</p>
<p>In den letzten Jahren bestimmten Themen wie die Entstehung eines globalen Bildungsmarktes, Virtualisierung von Bildung via Internet, Konzentrationsprozesse und strategische Partnerschaften der Bildungsanbieter die Diskussionen der Veranstaltungsteilnehmer. Es bleibt die Frage, was von den optimistischen Marktprognosen für e-Learning übrig geblieben ist. Denn Pleiten von Bildungsanbietern haben die e-Learning-Gemeinde gehörig aufhorchen lassen. Welche technischen Standards werden sich durchsetzen, welche Geschäftsmodelle sind rentabel und wer wird im Rennen um die Kunden der Zukunft vorne dabei sein &#8211; all das wird auf dem Branchentreffen die Gemüter erhitzen.</p>
<p>Das bisher gültige Postulat vom &#8220;Lernen auf Vorrat&#8221; wird durch das neue Postulat vom &#8220;lebenslangen Lernen&#8221; abgelöst. Durch Stichworte wie &#8220;Globalisierung&#8221;, &#8220;Internetrevolution&#8221;, und &#8220;New Economy&#8221; ausgelöst, stehen wir am Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft, die auch als Wissens- bzw. Informationsgesellschaft bezeichnet wird. Wissen wird zum wichtigsten Rohstoff und zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.</p>
<p>Mit diesen Schlagwörtern soll der rasante Wandel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und die rasche Entwicklung von Kommunikationstechnologien und Medien begrifflich gefasst werden. Bildungsexperten haben festgestellt, dass in den letzten dreißig Jahren mehr Informationen entstanden sind als in den letzten fünftausend Jahren zusammen. Sie schätzen, dass sich die Wissensbestände alle fünf Jahre verdoppeln werden. Hinzu kommt die wesentlich geringere Haltbarkeit von Wissen, die durch den Einzug der Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) in Beruf und Alltag immer mehr Menschen weltweit betrifft. Die Verkürzung von Produkt- und Produktionszyklen kennt jeder, der sich vor vier Jahren etwa einen PC oder ein Mobiltelefon gekauft hat: Die Geräte sind langsam, groß und inkompatibel &#8211; halt schrecklich veraltet. Und wer arbeitet noch mit Floppy-Disks ?</p>
<p>Bezogen auf die Wirtschaft bewirkt das einen hohen Anpassungsdruck an neue Geschäftsabläufe, der sie zwingt, sich zu verändern und neue Geschäftsideen zu entwickeln. Wollen Unternehmen im internationalen Vergleich nicht Marktanteile verlieren, müssen sie sich den neuen Bedingungen anpassen. Ein anderer entscheidender Faktor ist die Internationalisierung der Geschäftsprozesse und die Weiterentwicklungen der Unternehmenskultur. Es entstehen vielfältige, neue Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter und deren Wissensverarbeitung.<br />
                    <br />Wie schult man beispielsweise 90.000 Mitarbeiter, die sich weltweit auf verschiedene Standorte verteilen? Da wundert es nicht, dass e-Learning als das Allheilmittel Linderung schaffen soll. So schätzte beispielsweise Dr. Joachim Schaper, SAP AG, in seiner Keynote auf dem Kongress &#8220;Innovations for an e-Society. Challenges for Technology Assessment&#8221; in Berlin, 17. &#8211; 19. Oktober 2001, dass 80 Prozent aller Angestellten in den nächsten zehn Jahren eine Weiterbildung benötigen.</p>
<p>Betriebliche Weiterbildung ist daher eine der wichtigsten Aktivitäten im Rahmen der Umsetzung von &#8220;lebenslangem Lernen&#8221; &#8211; und für viele Erwachsene oft die einzige Gelegenheit, die eigene Qualifikation aufzufrischen. Dieser Ansicht ist auch die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in Deutschland: 85 Prozent sind sich der Bedeutung betrieblicher Weiterbildung als Beitrag zum lebenslangen Lernen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst. Gleichzeitig erkennen die in den Unternehmen für die Weiterbildung Verantwortlichen jedoch auch die Belastungen, die sich aus dem Konzept des &#8220;lebenslangen Lernens&#8221; für ihre Mitarbeiter/innen ergeben:<br />
                    <br />85 Prozent betonen die immer häufigere Mehrfachbelastung durch Arbeit, Familie und Lernen, 81 Prozent sehen den ständigen Druck auf die Belegschaft, Neues zu lernen, 56 Prozent stellen eine zunehmende Unsicherheit des Einzelnen im Hinblick auf die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten fest und 54 Prozent gehen von wachsenden privaten und finanziellen Belastungen aus, wenn das &#8220;lebenslange Lernen&#8221; aktiv betrieben wird. Dies sind Ergebnisse einer Untersuchung, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Zusammenhang mit der zweiten europaweiten Betriebsbefragung zur Weiterbildung (CVTS-II) durchgeführt hat. Im Rahmen der von der Europäischen Kommission finanzierten CVTS-II-Befragung wurden 10.000 Unternehmen in Deutschland (europaweit etwa 90.000 in 25 Ländern) zu ihren Weiterbildungsaktivitäten befragt.</p>
<p>Die Debatten über die Zukunft des Lernens müssen sich mit der Problematik eines weiterhin bestehenden Fachkräftemangels in Deutschland auseinandersetzen, der die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen behindert. Andererseits alarmieren Arbeitslosigkeit und neue Pleiterekorde die Öffentlichkeit, und machen eindrücklich den Handlungsbedarf von Politik, Verwaltung und Wirtschaft klar.</p>
<p>Die &#8220;Chancen neuer Bildungsstrategien für das Beschäftigungspotential in Deutschland&#8221; untersuchte jüngst das gleichnamige Hintergrundpapier von politik-digital, dass im Auftrag der Initiative D21 erstellt wurde. Durch e-Learning könnte lebenslanges Lernen finanziert und die Voraussetzungen für mehr Beschäftigung geschaffen werden. Mehr Beschäftigung sei langfristig nur zu erreichen, wenn die Leistungsfähigkeit der Bildungsinstitutionen verbessert und e-Learning konsequent in allen Bildungsbereichen eingesetzt würde. Eine Strategie besteht in einer verstärkten Vernetzung und Nutzung von Synergien. Denn die Versuche, die Anforderungen der neuen Wissensgesellschaft zu erfüllen, verlaufen innerhalb und zwischen staatlichen Bildungsträgern, Wirtschaft und Politik noch weitgehend unkoordiniert.<br />
                    <br />Mit e-Learning &#8220;kann eine Effizienzrevolution in der Qualifizierung erreicht werden&#8221;. Durch e-Learning könnten z. B. die öffentlichen Ausgaben für Weiterbildung von derzeit 17 Milliarden Mark um bis zu 5 Milliarden Mark gesenkt werden, so Erwin Staudt von IBM Deutschland auf der D21 Pressekonferenz am 08.10.2001 in Nürnberg.</p>
<p>Ferner können mit Hilfe von e-Learning im Bereich der Aus- und Weiterbildung in Unternehmen enorme Einsparungen erzielt werden. Bei einer Fortbildung können Firmen nach Einschätzung der Unternehmensberatung Mummert + Partner bis zu 30 Prozent ihrer Kosten einsparen. Bei jährlich geschätzten Ausgaben der Wirtschaft von 60 Millionen Mark für Aus- und Weiterbildung wären das etwa 18 Milliarden Mark allein in Deutschland. Die Schulungs- und Logistikkosten sind dabei niedriger als beim Lernen im Klassenzimmer. Fehlende Reisezeiten und weniger Fehlstunden am Arbeitsplatz machen selbstgesteuertes Lernen zur Aus- und Weiterbildung mittels Internet/Intranet attraktiv. Aber die Firmen zögern noch: Der Markt für virtuelle Lernangebote und Lernportale wird der Studie zufolge erst ab 2004 boomen.</p>
<p>
                      <strong>Bildung wird als Markt der Zukunft mit globaler Reichweite gesehen.</strong>
                    </p>
<p>Der deutsche e-Learning Markt wird nach einer Prognose der International Data Corporation (IDC) ein rasantes Wachstum erleben. Laut IDC wird der deutsche e-Learning Markt von 20 Millionen US-Dollar im Jahr 1999 auf 575 Millionen US-Dollar in 2004 anwachsen. Für ganz Europa wird das Marktvolumen auf 3,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2004 beziffert. Im gleichen Jahr soll der weltweite e-Learning Markt gar auf 23 Milliarden US-Dollar angewachsen sein. Dominiert wird der Markt auch weiterhin von nordamerikanischen Firmen, die nach Aussagen von IDC zweidrittel des weltweiten Marktes bestimmen werden. In Europa dominieren skandinavische und britische Anbieter. Voraussetzung für das Eintreffen der Prognosen sei eine weiter stark wachsende Zahl von Internetnutzern, schnellere und billigere Internetverbindungen und die Verbesserung der angebotenen e-Learning Produkte.</p>
<p>Entgegen den optimistischen Prognosen zahlreicher Marktaguren sieht die Realität anders aus. Das ist sicherlich nicht e-Learning spezifisch, sondern eher typisch für den Hype um alle e-Anything bzw. e-Was-auch-immer-Entwicklungen wie e-Business, e-Government oder e-Society. e-Learning deckt auch heute nur einen Randbereich der Qualifizierungsmaßnahmen in deutschen Großunternehmen ab. Denn nur wenige Unternehmen verfügen bereits heute über eine Lernkultur oder wenden Erkenntnisse des Wissensmangements systematisch an, in der digitale Bildungs- und Wissensaktivitäten eine zentrale Rolle spielen.</p>
<p>Zu diesem Ergebnis kommt die am gestrigen Mittwoch, den 28. November 2001 vorgestellte Studie &#8220;e-Learning zwischen Euphorie und Ernüchterung&#8221; der Unternehmensberatung KPMG. Erst wenige Beschäftigte deutscher Großunternehmen nutzen die Möglichkeiten des computergestützten Lernens am Arbeitsplatz, um sich weiterzubilden. Außerdem werden e-Learning-Projekte vergleichsweise selten effizient in die konventionelle Bildungsarbeit eingebunden. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Studie im Auftrag von KPMG Consulting, bei der bundesweit 604 Personalverantwortliche in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten befragt wurden. Lediglich knapp jedes zweite der befragten Großunternehmen (46 Prozent) bietet durch e-Learning gestützte Bildungsmaßnahmen an. Erreicht werden damit nur 18,4 Prozent aller Mitarbeiter, von denen wiederum weniger als die Hälfte (46,5 Prozent) schließlich Gebrauch von diesen Angeboten macht.</p>
<p>Die gesamte Qualifizierung der Mitarbeiter ist also weiterhin konventionell geprägt: Seminarangebote im Klassenzimmer, Informationsveranstaltungen und Handbücher/Dokumentationen dominieren, neben der individuellen Weiterbildung, die Bildungsarbeit. Nach den vorliegenden Zahlen der KPMG-Studie investieren die Unternehmen 1.500 bis 3.000 DM pro Jahr je Mitarbeiter in die berufliche Weiterbildung. Diese besuchen im Durchschnitt alle zwei Jahre eine vier- bis fünftägige Fortbildungsveranstaltung. Die Inhalte liegen überwiegend in der IT-Qualifizierung, gefolgt von Fremdsprachen, kaufmännischen Fachthemen und Produktschulungen.<br />
                    <br />Die Kosten für e-Learning-Projekte umfassen derzeit 10 bis 12,5 Prozent des gesamten Bildungsbudgets. Die Personalverantwortlichen erwarten in den kommenden drei Jahren lediglich eine Steigerung auf maximal 25 Prozent, wobei noch offen ist, wie sich die angespannte wirtschaftliche Lage auf die Größe des gesamten Bildungsetats auswirkt. Ob diese Investitionen ausreichen, um die optimistischen Prognosen des rasanten Wachstums des e-Learning Marktes zu erfüllen, muss stark bezweifelt werden.<br />
                    <br />Den größten Anteil an e-Learning-Unternehmen weist der Dienstleistungsbereich auf. Spitzenreiter ist hier das Kredit- und Versicherungsgewerbe, bei dem bereits mehr als zwei Drittel der Großunternehmen (68 Prozent) zu den Anwendern zählen. In der Branchengruppe &#8220;Handel, Verkehr, Nachrichtenübermittlung&#8221; liegt der Anteil deutlich darunter (38 Prozent).</p>
<p>Wird in naher Zukunft der Computer das Klassenzimmer ersetzen und der Lernende allein auf dem Datenhighway zurückgelassen? Mit Sicherheit nicht. Experten sind sich einig, dass durch die Kombination von Präsenz- und virtuellen Lernphasen die Qualität ebenso wie die Effizienz einer Aus- und Weiterbildungsmaßnahme erheblich gesteigert wird. Der Fachbegriff dafür lautet &#8220;blended learning&#8221; oder &#8220;hybrid learning&#8221;. Der Bedarf an Bildung ist groß, die Rahmenbedingungen, sowie die Veränderung der Lernkultur stecken aber noch in den Kinderschuhen.</p>
<p>Auffällig ist die geringe Bedeutung politischer Fragen im Bereich e-Learning. Dabei geht es um nichts geringeres als die Zukunft des Wirtschaftstandortes Deutschland und die Modernisierung des Bildungswesen und seiner Institutionen. Dass der Zugang zu Wissen von entscheidender Bedeutung ist, steht beim Wandel der Gesellschaft von der Industrie zur Wissensgesellschaft außer Zweifel. Aber die entscheidende Frage dreht sich auch hier um die Machtbeziehungen: Wer entscheidet über Art und Weise des Zuganges zu Wissen, die Eigentumsrechte an Wissen, die Verteilung der zentralen Ressource für Wohlstand? Stichwort digitale Spaltung, sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene. Eben eine politische Frage!</p>
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		<title>Das &#8216;e&#8217; in e-Learning steht für experience</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Dec 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach während der diesjährigen 
                      Online-Educa mit Gunnar Brückner, Chief Learning Officer (CLO) des 
                      United Nations Development Programme (UNDP) / Learning Resources Center, New York. Herr Brückner ist verantwortlich für die interne Weiterbildung von ca. 5000 Mitarbeitern, die in 140 Länder-Vertretungen des UNDP arbeiten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach während der diesjährigen<br />
                      <a href="http://www.online-educa.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Educa</a> mit Gunnar Brückner, Chief Learning Officer (CLO) des<br />
                      <a href="http://www.undp.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">United Nations Development Programme</a> (UNDP) / Learning Resources Center, New York. Herr Brückner ist verantwortlich für die interne Weiterbildung von ca. 5000 Mitarbeitern, die in 140 Länder-Vertretungen des UNDP arbeiten.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat UNDP bewogen, e-Learning einzusetzen?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Wenn man bedenkt, dass unsere Mitarbeiter auf der ganzen Welt in 140 Ländern verteilt sind, und unsere Zentrale in New York sitzt, war es zunehmend teuer und unbefriedigend, sich ausschließlich darauf zu konzentrieren, wenige Mitarbeiter für Seminare nach New York einfliegen zu lassen. Außerdem arbeiten Mitarbeiter teilweise in aktuellen Krisengebieten und können nicht einfach zur Weiterbildung das Land verlassen. Das alte Weiterbildungssystem konnte nur wenige, ausgesuchte Mitarbeiter erreichen, das war zu hierarchisch und zu zentral organisiert. Durch die Einführung einer ganz neuen Lernkultur haben wir dank der Nutzung des Internets unsere Weiterbildungsmaßnahmen dezentralisieren können. So können wir auch besser auf spezifische kulturelle Gegebenheiten eingehen, da die Menschen vor Ort ihr Lernen jetzt mit- bzw. selbstbestimmen können.</p>
<p>Es entstehen ganz neue Kommunikationsformen, die vorher so nicht existierten. Es beschränkt sich nicht mehr auf Weiterbilden (&#8220;Training&#8221;), sondern verändert die gesamte Lernkultur der Organisation. Die Betonung verschiebt sich von &#8220;formal training&#8221; hin zu &#8220;informal learning&#8221;, wobei betont werden muss, dass &#8220;formal training&#8221; weiterhin seinen Platz im Lernangebot unserer Abteilung behalten wird. Informelles Lernen, bezogen auf das Lernen am Arbeitsplatz, ist all jenes Lernen, welches nicht im Detail von der Organisation vorgegeben ist, wie zum Beispiel ein Seminarplan oder auch nur eine Präsentation. Informelles Lernen orientiert sich an den unmittelbaren Bedürfnissen des Lerners und erfolgt eher unstrukturiert, genau zu dem Zeitpunkt, an dem es gebraucht wird. Die Herausforderung für eine &#8220;Lernende Organisation&#8221; besteht darin, möglichst viele Räume (real und virtuell) zu schaffen, damit informelles Lernen in viel größerem Umfang stattfinden kann als das normalerweise der Fall wäre.<br />
                    <br />Übrigens haben wir mit unserer &#8220;learning policy&#8221; andere UN-Organisationen wie etwa<br />
                    <a href="http://www.unhcr.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNHCR</a> oder<br />
                    <a href="http://www.unfpa.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNFPA</a> beeinflusst, die durch die positive Resonanz auf unser Experiment Elemente unsere &#8220;learning policy&#8221; in ihre Eigene übernehmen. Das ist ein großer Erfolg für uns, auf den ich sehr stolz bin.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Unterstützt e-Learning die Entwicklung einer neuen Lernkultur oder ist es nur eine neue Lerntechnik in neuem Marketingjargon &#8211; gleich dem Motto: &#8220;Alter Wein in neuen Schläuchen&#8221;?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Wir können uns in der Tat auf eine neue Lernkultur gefasst machen. Die jüngeren Generationen denken, fühlen und handeln schon jetzt signifikant anders als die heute Vierzigjährigen. E-Learning wird zum integralen Bestandteil des Lernens, und zwar immer und nicht nur während der Schulzeit. Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass es nicht darum geht, eine wie auch immer geartete Lernerfahrung der traditionellen Art im Internet zu replizieren, sondern gänzlich neue Wege und Methoden des Lernens zu nutzen. SMS zum Lernen, Verknüpfung von GPS und Lernen und so weiter. Darin besteht heute eine ganz besondere Herausforderung an die e-Learning Industrie.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Kann durch den Einsatz von e-Learning der Wissensunterschied zwischen der sogenannten &#8220;ersten Welt&#8221; und der &#8220;dritten Welt&#8221; gemindert werden?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ja. Die Diskussion wird kontrovers geführt aber ich gehöre zu denen, die sich ein &#8221;<br />
                    <a href="/archiv/globalisierung/wambui.shtml">leapfrogging</a>&#8220;, d.h. ein Überspringen von Entwicklungsschritten mit Hilfe des Internets vorstellen können. Ein Knackpunkt in dieser Diskussion ist die Schaffung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die den Zugriff auf diese modernen Technologien ohne staatliche Eingriffe ermöglichen. Projekte, deren Zielsetzung die Schaffung einer Informations- bzw. Wissensgesellschaft ist, sind in der Regel nützlicher als einseitig technische Projekte.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie lauten die gegenwärtigen Schlagwörter der e-Learning Debatten?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Schlagwörter in der internationalen Diskussion (daher meist in Englisch) sind die Konvergenz von Wissensmanagement und e-Learning; und immer noch &#8220;blended learning&#8221;, d.h. die Kombination von e-Learning mit klassischem Präsenzunterricht. Für mich persönlich ist &#8220;informal learning&#8221; ganz hoch auf der Tagesordnung. Ferner wird &#8220;just in time learning&#8221; im Unterschied zu &#8220;just in case learning&#8221; immer wichtiger und dabei spielen &#8220;learning objects&#8221; eine immer wichtigere Rolle. Aber das ist zugegebenermaßen nicht gerade neu. Lerning Objects sind so etwas wie klar definierbare Lernbausteine, aus denen sich Lernaktivitäten zusammensetzen. Nehmen wir zum Beispiel ein hypothetisches Online Modul zum Thema Feedback. Das setzt sich zusammen aus vielen Bausteinen: einem Einführungstext, einer Übersichtsgraphik, einem oder mehreren Texten zum Thema, einem Quiz am Ende und so weiter. Alle diese Bausteine könnten theoretisch für ein anderes Modul weiterverwandt werden oder könnten auch einzeln, also außerhalb des Feedback Moduls zum Lernerfolg eines Mitarbeiters beitragen, vorausgesetzt er/sie kann den richtigen Baustein zum genau richtigen Zeitpunkt finden. Das ist genau die Idee, die hinter UNDPs<br />
                    <a href="http://208.36.136.215/undp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-Learning-Tree</a> steckt, bei dem sich der Lerner an einem visuellen Baum orientiert, dann eine Entscheidung trifft, was er/sie lernen will, um dann durch einen Doppelklick ein Menu von Lernobjekten (Lernbausteinen) zu aktivieren, aus dem dann ausgewählt werden kann.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Gibt es Unterschiede zwischen der Debatte an Universitäten und in der freien Wirtschaft?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ich sehe keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Debatten, aber möglicherweise ist meine Wahrnehmung geprägt von der Situation in den USA, wo sich die Universitäten traditionell eher dem unternehmerischen (&#8220;corporate&#8221;) Model unterordnen. Viele Universitäten sind &#8220;corporate ventures&#8221;, d.h. sie sind privatrechtlich und nach betriebswirtschaftlichen Regeln organisiert und beginnen, im Bereich e-Learning erste Erfahrungen zu sammeln, Allianzen zu schmieden &#8211; und diese auch wieder verwerfen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Geschäftsmodelle sind gerade en vogue und welche erfolgreich?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Ingesamt kann man davon ausgehen, dass sich der Markt zunehmend konsolidieren wird. Einige wenige Anbieter werden komplette Lösungen von A bis Z anbieten, aus denen sich der Kunde dann die passende Lösung für sich heraussucht. Nischenanbieter werden aber auch immer eine Chance behalten. Zunehmend werden im Modell der Komplettanbieter die Technologiedienste von den Inhalt- und Servicedienstleistungen verdrängt werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche technischen Entwicklungen werden e-Learning beeinflussen?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Mit der zunehmenden Verringerung von Breitbandproblemen (&#8220;broadband technology&#8221;) kann sich im Feld der sprachgesteuerten Anwendungen etwas tun. Sprachgesteuerte Anwendungen (&#8220;voice-enabled technology&#8221;) kombiniert mit Touchscreen-Technologie könnten auch im Bereich der Entwicklungsländer von Nutzen sein, aber ich sehe die Entwicklung noch nicht klar und würde diese Möglichkeit keinesfalls als den kommenden Trend bezeichnen.</p>
<p>                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat es mit den Breitband-Technologien auf sich?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Solange die Netzanbindung an und für sich noch so große Problem darstellt, kann man kurzfristig einfach noch nicht so viel erwarten. Der Benutzung von Simulationen im e-Learning wird in Abhängigkeit von der Breitband -Entwicklung sicher eine gute Zukunft blühen, obwohl auch hier das Geheimnis nicht in der Technologie an für sich liegt, sondern darin, den Lernenden ein Erlebnis zu verschaffen. Die Lernerfahrungen der Lernenden bzw. der Kunden wird in diesem Zusammenhang zum treibenden Faktor werden denn: Das &#8216;e&#8217; in e-Learning steht für<br />
                    <em>experience</em> &#8211; und nicht für<br />
                    <em>electronic</em> oder was auch immer!</p>
<p>                    <strong>politik-digital:</strong> Kann man feststellen, dass seit den<br />
                    <a href="/archiv/edemocracy/ny-links.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Terroranschlägen</a> auf New York und Washington und den Milzbrandattacken die Menschen Angst vor dem Reisen haben und daher e-Learning bevorzugen?</p>
<p>
                    <strong>Gunnar Brückner:</strong> Man wird niemals gänzlich jede Form von sozialer Interaktion ersetzten können jedoch neue Formen finden, z.B. Chat und Instant-Messaging, die zum integralen Bestandteil unserer Kommunikation werden. Soziale Interaktionen wird es immer geben müssen, und meiner Erfahrung nach steigert das Vorhandensein von e-Learning diesen Bedarf sogar. Kollegen, die sich online treffen und mögen, werden Mittel und Wege finden, sich auch im realen Leben zu treffen. Gleichsam ist face-to-face Kommunikation von hoher Bedeutung bei der Formierung von erfolgreichen Lerngemeinschaften (&#8220;communities of practice&#8221;).</p>
<p>
                    <strong>politik-digital: </strong>Vielen Dank für das Gespräch!<br />
                    </p>
<p>Das Interview mit Gunnar Brückner führte Clemens Lerche.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die virtuelle Universität schlechthin wird es nicht geben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hat's geklickt?]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach mit 
                      Professor Dr. Heinz Mandl, Inhaber des 
                      Lehrstuhls für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der 
                      Ludwig-Maximilians-Universität München. Als einer der führenden deutschen Wissenschaftler forscht Prof. Mandl u.a. in den Bereichen e-Learning, Wissensmanagement und problemoriertes, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach mit<br />
                      <a href="http://home.emp.paed.uni-muenchen.de/%7Emandl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Professor Dr. Heinz Mandl</a>, Inhaber des<br />
                      <a href="http://infix.emp.paed.uni-muenchen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lehrstuhls für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie</a> an der<br />
                      <a href="http://www.uni-muenchen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ludwig-Maximilians-Universität München</a>. Als einer der führenden deutschen Wissenschaftler forscht Prof. Mandl u.a. in den Bereichen e-Learning, Wissensmanagement und problemoriertes, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Seit wann befassen Sie sich mit e-Learning und was hat Sie dazu bewegt, in diesem Bereich zu forschen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Wir haben schon vor 15 Jahren damit begonnen, mit Computern interaktive Videoprogramme zu erstellen. Eigentlicher Hintergrund ist aber, dass uns das Lernen interessiert und wir im e-Learning eine große Chance sehen, die Diskussion über eine neue Lernkultur voranzubringen.<br />
                    <br />Für uns sind interaktive Medien ein trojanisches Pferd und wir halten sie für einen guten Anlass, das Lernen und die Lernkultur zu überdenken. Das e-Learning stellt ja besondere Herausforderungen an den Lernenden; es ist zum Beispiel sehr viel mehr eigenverantwortliches und kooperatives Lernen möglich. Diese Aspekte, die für uns ganz zentral sind, werden in der bisherigen Lernkultur allerdings eher ignoriert. Die heutigen Lernstrukturen zielen sehr stark auf die Vermittlung von Wissen ab und vernachlässigen dabei bestimmte Kompetenzen, die man im späteren Leben für die Wissensgesellschaft braucht: nämlich die Kompetenz, sich selber Wissen anzueignen, anstatt immer vom Lehrer bei der Hand genommen zu werden, außerdem die Fähigkeit kooperativ zu lernen und zu arbeiten.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Inwieweit wird das, was man in der Forschung entwickelt, in der Praxis tatsächlich implementiert?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Natürlich bringen wir Ideen aus der Forschung in die Praxis ein. Aber die Weiterbildung zum Beispiel wartet gar nicht auf die Forschung, sondern dort wird einfach ausprobiert. Wir lernen also auch von der Praxis und versuchen dann, bestimmte Aspekte genauer zu untersuchen. Beispiel: Ein Schwerpunkt in unserer Forschung, übrigens auch ein DFG-Schwerpunktprogramm, ist netzbasierte Wissenskommunikation in Gruppen. Wir veranstalten dazu virtuelle Seminare und beobachten, wo Probleme auftreten, etwa in der Kooperation zwischen den Studierenden. In einem Grundlagenprojekt, wo man mehr unter kontrollierten Bedingungen arbeitet, werden zum Beispiel Kooperationsskripts entwickelt und erprobt, die die Zusammenarbeit unterstützen. Die neuen Erkenntnisse fließen dann wieder in die Anwendung, also in die virtuellen Seminare ein.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Arbeiten Sie in den virtuellen Seminaren mit der Metaphorik traditioneller Seminare, gibt es eine Tafel, das Melden eines Studenten, den eingeschlafenen Kommilitonen usw. im übertragenen Sinne? Wie kann man sich so ein virtuelles Seminar vorstellen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Das virtuelle Seminar beginnt mit einem Tagesworkshop, an dem die Teilnehmer real zusammenkommen, eine Einführung erhalten und Gruppen bilden. Von da ab läuft alles über die virtuelle Lernplattform, von der sie Aufgaben entnehmen, zu denen sie in Kooperation und mit Hilfe von Literatur Lösungen finden müssen. In diesem Prozess werden sie von einem Teletutor unterstützt. Sicher gibt es im virtuellen Seminar auch den eingeschlafenen Studenten, sogenannte Trittbrettfahrer. Wir überlassen es aber den einzelnen Gruppen, Regeln zur Zusammenarbeit aufzustellen. Sie können dann selbst entscheiden, ob ein Trittbrettfahrer rausfliegt oder ob er mitgezogen wird.<br />
                    <br />Im Gegensatz zu herkömmlichen Veranstaltungen erfordert das virtuelle Seminar allerdings einen höheren Arbeitsaufwand. Mit 5-6 Stunden pro Woche Arbeit muss man rechnen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Vorteile hat e-Learning gegenüber dem traditionellen Präsenzlernen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Die Vorteile liegen in der Zeit- und Ortsunabhängigkeit. Man kann beim e-Learning auch um Mitternacht noch ein Thema oder eine Aufgabe bearbeiten. Und ob man nun von Nürnberg, München oder Berlin aus mit anderen zusammen arbeitet, spielt auch keine Rolle.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie argumentieren Sie bei dem Vorwurf, beim e-Learning käme die soziale Komponente zu kurz, die Studierenden würden vor ihrem Computer vereinsamen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Es stimmt natürlich, dass die soziale Komponente nicht so direkt ist. Beim E-mail-Kontakt sieht man sich ja nicht und kann keine Mimik und Gestik austauschen.<br />
                    <br />Das impliziert natürlich Einschränkungen. Wenn es aber um Sachverhalte geht und nicht um zwischenmenschliche Beziehungen, macht es unseren Untersuchungen zufolge keinen Unterschied, ob der Gegenüber präsent ist oder nicht. Wir haben auch herausgefunden, dass der Wissenstransfer bei einer Videokonferenz nicht geringer ist als in einer Face-to-Face-Situation. Auch die Qualität bei der Problemlösung variiert nicht.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche neuen Rollen und Herausforderungen birgt e-Learning für die Lehrenden?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Der Kern des virtuellen Seminars ist der Ansatz des problemorientierten Lernens. Diesem neuen Ansatz liegt eine konstruktivistische Auffassung vom Lernen zu Grunde, die sehr stark von Eigenaktivität, Selbststeuerung und Kooperation ausgeht. Es ist natürlich für die Lehrenden nicht einfach, Lernumgebungen mit solchen Ansprüchen zu gestalten.<br />
                    <br />Technische Schwierigkeiten stellen dabei eher ein geringes Problem dar. Das Hauptproblem ist, dass bis jetzt nicht viele Lehrende in der Lage sind, problemorientierte Lernumgebungen zu gestalten, wo die Studierenden sich aktiv, selbstgesteuert und kooperativ einbringen können. Lehrende müssen Abstand nehmen vom bloßen Präsentieren von Informationen, denn insbesondere bei der Arbeit mit neuen Medien wäre es ja doch sehr langweilig, immer nur Vorlesungen auf dem Bildschirm abzuspielen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Inwiefern müssen sich die Lernenden umstellen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Die Lernenden müssen vor allem Selbststeuerungs- und Kooperationsfähigkeit besitzen, da bei unserem Lern-Lehransatz die Eigeninitiative und Gruppenarbeit im Vordergrund stehen. Vor allem letzteres ist eine Herausforderung, weil Kooperation im Schul- und Universitätssystem bisher wenig Berücksichtigung findet. Auch Medienkompetenz ist eine wichtige Qualifikation: Der Lernende muss in der Lage sein, Informationen kritisch zu beurteilen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wird e-Learning in einigen Bereichen, zum Beispiel in der Weiterbildung, bevorzugt eingesetzt?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Ja, gerade in der Weiterbildung stößt e-Learning auf großes Interesse. Ein Beispiel ist der Knowledge Master, ein virtuelles Weiterbildungsangebot, das von uns zusammen mit Siemens entwickelt wurde. Da können Leute aus der ganzen Bundesrepublik teilnehmen, ohne für längere Zeit aus dem Arbeitsprozess herausgerissen zu werden. Innerhalb der halbjährigen Weiterbildungsveranstaltung gibt es insgesamt nur fünf Präsenztage, die andere Zeit arbeiten die Teilnehmer in Gruppen virtuell im Internet. Natürlich ist diese Form der Weiterbildung für Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer nicht einfach über einen längeren Zeitraum entbehren können, kostensparender.<br />
                    <br />E-Learning wird für die Weiterbildung eine höhere Bedeutung haben als für die Ausbildung. An Universitäten und Schulen werden wir wohl eine Mischform erleben, wo ein Teil des Unterrichts virtuell stattfindet, der andere aber weiterhin in Form von Präsenzveranstaltungen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Tut die Regierung Ihrer Ansicht nach genug, den Einsatz neuer Medien an öffentlichen Bildungsinstitutionen zu fördern?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Die finanzielle Unterstützung des e-Learning ist, was die Schulen und Hochschulen betrifft, sehr groß. Der Bund hat den Universitäten in der letzten Zeit 200 Millionen DM zur Verfügung gestellt, um virtuelle Studiengänge zu entwickeln. In der Regel sind es Gemeinschaftsprojekte, an denen verschiedene Universitäten kooperativ arbeiten. So wird die Nachhaltigkeit der Projekte gesichert, was ja auch im Sinne des Geldgebers ist.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie reformbereit zeigt man sich an Universitäten und Schulen, neue Medien in den Unterricht zu integrieren, in finanzieller und didaktischer Hinsicht?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Die Diskussion wird ja so geführt, als würde es nur noch e-Learning geben. Man muss aber verstehen, dass es die virtuelle Universität schlechthin kaum geben wird. Man braucht immer noch reale Interaktion und ein wirkliches Zusammentreffen der Lernenden. Alles rein virtuell zu machen, ist im Rahmen eines universitären Erststudiums kaum möglich und wenig erstrebenswert.<br />
                    <br />Da Schulen und Universitäten jetzt finanziell unterstützt werden, können sie technisch aufrüsten und neue Curricula entwickeln. Eine besondere Herausforderung besteht noch auf Seiten der Didaktik: Wie gestaltet man motivierende Lernumgebungen, die selbstgesteuertes und kooperatives Lernen unterstützen? Wie können hierbei Präsenz- und virtuelle Lernumgebungen miteinander verbunden werden? Die Vorstellung von der Omnipotenz des e-Learning wird durch einen solchen Ansatz relativiert. So bleibt Raum für verschiedene Formen des Lehrens und Lernens.<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital: </strong>Vielen Dank für das Gespräch!<br />
                    </p>
<p>Das Interview mit Professor Dr. Heinz Mandl führte Ines Robbers.</p>
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