<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Weltgeschichte &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/weltgeschichte/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:30 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Weltgeschichte &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Arm und Reich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/arm-und-reich-42/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/arm-und-reich-42/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Evolutionsbiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziokulturelle Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilisation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/arm-und-reich-42/</guid>

					<description><![CDATA[Der Evolutionsbiologe Jared Diamond verbrachte viel Zeit auf Forschungsreisen in Neuguinea. Ein einheimischer Freund fragte ihn schon vor Jahren, wie es komme, daß manche Gesellschaften so reich, andere aber so arm seien. Und das obwohl die Neuguineer - ausweislich ihrer hervorragenden Kenntnis der heimischen Tier- und Pflanzenwelt - nicht pauschal als weniger intelligent angesehen werden können. Auf diese gewichtige Frage wollte Diamond nicht länger mit Platitüden oder rassistisch gefärbten Argumenten, die irgendwie doch immer auf eine intellektuelle oder moralische Überlegenheit des weißen Menschen rekurrierten, antworten. Für seine Antwort hat er Jahre gebraucht, und sie liegt nun auf über 500 Seiten vor.
<p>
&#160;
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Evolutionsbiologe Jared Diamond verbrachte viel Zeit auf Forschungsreisen in Neuguinea. Ein einheimischer Freund fragte ihn schon vor Jahren, wie es komme, daß manche Gesellschaften so reich, andere aber so arm seien. Und das obwohl die Neuguineer &#8211; ausweislich ihrer hervorragenden Kenntnis der heimischen Tier- und Pflanzenwelt &#8211; nicht pauschal als weniger intelligent angesehen werden können. Auf diese gewichtige Frage wollte Diamond nicht länger mit Platitüden oder rassistisch gefärbten Argumenten, die irgendwie doch immer auf eine intellektuelle oder moralische Überlegenheit des weißen Menschen rekurrierten, antworten. Für seine Antwort hat er Jahre gebraucht, und sie liegt nun auf über 500 Seiten vor.<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
Um es gleich zu sagen: Dieses Buch ist hervorragend. Es löst in vorbildlicher Weise eine Forderung des 1986 verstorbenen Historikers F. Braudel ein: nämlich die, die &#8220;longue durée&#8221; der Geschichte zu betrachten. Dabei greift Diamond weit hinaus über die Zeiträume, die Historiker betrachten, stehen diesen in der Regel doch nur menschliche Texte und Artefakte zur Verfügung. Diamond hingegen greift auf die Ergebnisse der Biologie, der Paläontologie, der Linguistik und der Archäologie zurück. Dadurch kann er nicht 2000 oder 3000 Jahre zurückschauen, sondern 30.000 Jahre und mehr. Natürlich gleicht sein Buch deswegen einem Flug in großer Höhe, wo die Vogelperspektive alle Details unsichtbar, die großen Konturen aber sichtbar macht.</p>
<table width="150" border="0" cellspacing="0" cellpadding="2" align="left">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc00" width="100"><strong>Buch-Infos</strong></td>
<td rowspan="2"></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#ffffcc">Jared Diamond<br />
Arm und Reich &#8211; Die Schicksale menschlicher Gesellschaften<br />
Fischer Taschenbücher, 1999, 19.90 Mark<br />
Das Buch bei <a href="http://www.bol.de/cec/cstage?ecaction=boldeeplink&amp;template=bolproductview.de.htm&amp;PrdId=168541887" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BOL</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Was nun ist seine Antwort auf die Frage seines Freundes? Seine erste Antwort lautet: Völker, die früh zur Landwirtschaft übergingen, sind langfristig erfolgreich geworden. Denn durch die Landwirtschaft konnten sie zum einen ihre Bevölkerung (und damit ihre Macht) steigern. Und sie konnten durch landwirtschaftliche Überschüsse Menschen freistellen von der Landwirtschaft, Menschen, die sich spezialisierten auf Handwerke, die Kriegsführung, die Wissenschaft oder die Verwaltung. Dadurch wurde ein Prozeß positiver Verstärkung ausgelöst, der die reichen Völker langfristig immer stärker und erfolgreicher machte.<br />
Warum aber, so muß die nächste Frage lauten, waren manche Völker und Regionen so erfolgreich beim Übergang zu Ackerbau und Viehzucht, während andere diesen Weg erst spät, und wieder andere diesenWeg nie aus eigener Kraft beschritten? Sollten doch, wenn auch schon vor ein paar Tausend Jahren, genetischeund moralische Unterschiede unter den Völkern ausschlaggebend gewesen sein? Nein, antwortet Diamond. Vielmehr hat ein Zusammenspiel aus Geographie, Biologie und menschlichem Eingriff in die Tierwelt dafür gesorgt, daß manche Regionen mit mehr zur Domestizierung geeigneten Pflanzen und Tieren ausgestattet waren als andere. Außerdem sorgen geographische Verhältnisse (Wüsten, Berge, Kontinentalachsen) in manchen Kontinenten für Verhältnisse, welche die Ausbreitung der Landwirtschaft begünstigten, anderswo aber war diese stark behindert. Diamonds Argumentation ist schlüssig. Mehr noch: sie vermittelt einen Einblick in viele Jahrtausende, die der normalen, an Textquellen gebundenen Geschichtsschreibung entzogen sind. Und noch dazu ist sein Stil gut verständlich.<br />
Von der Sache her &#8211; der Widerlegung rassistischer Vorurteile durch biologische Fakten &#8211; trifft sich Diamond mit einem italienische Biologen, Luca Cavalli-Sforza (&#8220;Verschieden und doch gleich&#8221; 1994). Doch ist Diamonds Buch an keiner Stelle ein &#8220;Anti&#8221;-Buch, vielmehr stellt er 100.000 Jahre menschlicher Geschichte aller Kontinente plastisch dar.<br />
Unter den zahlreichen Schlüssen, die man aus Diamonds Buch ziehen kann, seien hier zwei genannt. Der erste ist, daß wohl die Werte nicht so wichtig sind, wie viele meinen, wenn man ganz lange Zeiträume betrachtet. Nach Diamond können höchstens weitgehend isolierte Gesellschaften Innovationen zurückweisen oder wieder rückgängig machen. Die meisten Gesellschaften aber werden Innovationen, die das (Über-)Leben erleichtern, annehmen, und sei es nur, um nicht von einer benachbarten, innovationsfreundlicheren Gesellschaft beherrscht zu werden. Kulturelle Werte haben vielleicht einzelne Menschen und begrenzte Gruppen an der Übernahme neuer Techniken und Ideen gehindert, aber niemals die Menschheit ganzer Kontinente, so daß die Rückständigkeit des &#8220;Südens&#8221; nach Diamonds Auffassung keineswegs die Folge eines von den Europäern abweichenden Wertsystems der betroffenen Völkern ist.<br />
Die zweite Folgerung ist eher ernüchternd: Diamond weist auf die große Bedeutung von Kumulationsprozessen hin: dort wo Wissen und Wohlstand bereits in hohem Maße vorhanden ist, wird stetig neues generiert. Benachteiligte Regionen und Kontinente können, weil sie, gemessen an Europa und Nordamerika, in der Regel eine solche Kumulationsspirale nicht aufbauen können, kaum in wenigen Jahren oder Jahrzehnten jahrhundertealte Rückstände wettmachen. Einzig die von konfuzianischer bzw. chinesischer Kultur geprägten Tigerstaaten Ostasiens haben in einer Generation einen großen Sprung geschafft, den auch die Asienkrise von 1997/98 nicht ernsthaft rückgängig machen konnte. Hier aber zeigt uns Diamonds Vogelperspektive die oft übersehenen historischen Voraussetzungen dieses Aufholerfolges: Ostasien ist neben dem Vorderen Orient eine der historischen Wiegen der Landwirtschaft: der frühe Übergang zur Landwirtschaft hat dort die Grundlagen einer Gelehrtenkultur gelegt, die niemals, auch nicht in Zeiten des Kolonialismus und der Weltkriege, völlig verschwand.<br />
Fazit: Ein sehr gutes Buch: lehrreich, gut argumentiert, neuartig und zum Mit- und Nachdenken einladend.Was kann man sich mehr wünschen?<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/arm-und-reich-42/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jahrtausendwenden &#8211; ein Rückblick</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/jahrtausendwenden_ein_rueckblick-937/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/jahrtausendwenden_ein_rueckblick-937/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kpoehl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrtausendwende]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgeschichte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/jahrtausendwenden_ein_rueckblick-937/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Alle reden vom neuen Jahrtausend und dem Aufbruch in eine neue Epoche,
doch wir schauen nochmal zurück. Der Historiker Karsten Pöhl betrachtet
die letzte Jahrtausendwende, sieht Analogien zu heute und wagt einen
Ausblick auf das neue Jahrtausend.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Alle reden vom neuen Jahrtausend und dem Aufbruch in eine neue Epoche,<br />
doch wir schauen nochmal zurück. Der Historiker Karsten Pöhl betrachtet<br />
die letzte Jahrtausendwende, sieht Analogien zu heute und wagt einen<br />
Ausblick auf das neue Jahrtausend.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die christliche Welt beschließt<br />
ihr zweites Jahrtausend. Streng mathematisch beginnt das neue<br />
Jahrtausend erst am 01.01.2001. Aber das war für mich kein Grund,<br />
Spielverderber zu sein gegenüber denen, die schon am Beginn dieses<br />
Jahres das neue Jahrtausend feiern wollten.<br />
Der Wechsel in das 3. christliche Jahrtausend ist gleichwohl nicht für<br />
alle Menschen bedeutsam: Juden, Moslems und Buddhisten haben ihren<br />
eigenen &#8211; gleichfalls religiös begründeten Kalender.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>das Jahr 1000</b><br />
Die<br />
Ängste mancher vor den Gefahren der Nacht zum 1.1.2000 waren, wie wir<br />
heute wissen, übertrieben. Die Weltuntergangsangst der Menschen bei der<br />
ersten Jahrtausendwende vor 1000 Jahren ist von heutigen Autoren<br />
übertrieben worden: nur einige Kleriker gaben sich wohl solchen Ängsten<br />
hin (und redeten evtl. diese der Bevölkerung ein): die ständige Angst<br />
der Masse der Bevölkerung war die vor Mißernten und Hunger, so daß z.<br />
B. noch eine Generation nach dem Jahrtausendwechsel in Burgund das<br />
Vorkommen von aus schierer Not geborenem Kannibalismus bezeugt ist. <br />
Wie sah es im Jahr 1000 in Europa aus? Polen und Ungarn waren unlängst<br />
zum Christentum übergetreten. In Deutschland und Frankreich entwickelte<br />
sich das klösterliche Leben, das unter den kriegerischen Einfällen der<br />
Wikinger im 9. und der Ungarn im 10. Jahrhundert gelitten hatte, von<br />
neuem. Für die Entwicklung der feudalen Ordnung markierte das Jahr 1000<br />
keinen Einschnitt. <br />
War das Jahr 1000 überhaupt ein wichtiger Einschnitt? Um 1000 waren<br />
viele der wichtigsten Weichen für die nächsten Jahrhunderte, gar das<br />
ganze 2. Jahrtausend noch nicht gestellt: Der Konflikt zwischen Papst<br />
und Kaiser hatte noch nicht begonnen, Ketzer und Hexen/Hexer wurden<br />
noch nicht systematisch verfolgt, der erste Kreuzzug war noch nicht<br />
absehbar (er beginnt 1095), die Ost- und die Westkirche waren noch<br />
nicht getrennt, auch die überragende Stellung des Papstes in der<br />
westlichen Kirche war noch nicht gesichert, der Zölibat war noch nicht<br />
durchgesetzt! 100 Jahre später &#8211; im Jahre 1100 &#8211; hatte sich all dies<br />
grundlegend geändert. Eigentlich hat also das historische 2.<br />
Jahrtausend irgendwann zwischen 1054 (Kirchenschisma) und 1095<br />
begonnen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jahrhunderteinteilung gängiger</b><br />
Historiker zählen gern nach Jahrhunderten, nicht nach Jahrtausenden,<br />
wobei die Jahrhunderte der Geschichtsschreibung länger oder kürzer sein<br />
können: als das längste gilt das 19. Jahrhundert, das die Zeit von 1789<br />
bis 1914 umfaßt. Das 20. gilt manchen als kurzes Jahrhundert: sie<br />
lassen es nur von 1914 bis 1989 dauern. Gewiß war es das<br />
US-amerikanische Jahrhundert. Auch andere Jahrhunderte lassen sich<br />
vielleicht Ländern oder Völkern zuordnen: das 16. Jahrhundert Spanien,<br />
das 17. Frankreich, das 18. England. Schon das 19. Jahrhundert ist<br />
nicht das Jahrhundert eines Landes, sondern das Jahrhundert Europas<br />
(und seines Imperialismus): Europa beherrschte große Teile der Welt und<br />
beeinflußte den Rest. In Europa selbst gaben fünf Länder &#8211; Frankreich,<br />
England, Preußen, Rußland und Österreich &#8211; den Ton an. Für das 21.<br />
Jahrhundert, jedenfalls für seine ersten Jahrzehnte, stellen sich viele<br />
eine tripolare Welt mit Nordamerika, Europa und Ostasien als Zentren<br />
vor. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>das 20. Jahrhundert</b><br />
Das 20. Jahrhundert war die Zeit der größten Weltgeltung der USA,<br />
erstaunlich einförmig eigentlich: Im Krieg gegen Spanien erringen die<br />
USA 1898 ihre ersten Kolonien, die beiden Weltkriege stärken die USA<br />
(und schwächen Europa), der kalte Krieg endet durch den Zerfall des<br />
gegnerischen Blocks. Das Deutschland von 1900 stand im internationalen<br />
Vergleich recht gut da: die Leistungen von Wirtschaft, Wissenschaft und<br />
Schulen waren beachtlich. Der Grundstein der Sozialversicherungen war<br />
schon gelegt. Das Fehlen eines großen deutschen Kolonialreichs, so<br />
wissen wir heute, war eigentlich nicht so gravierend, wie es damals den<br />
Eliten schien (Frankreich z. B. hat in sein Kolonialreich mehr<br />
investiert, als es insgesamt an wirtschaftlichem Nutzen gehabt hat).<br />
Allein auf dem Weg der politischen Demokratisierung konnte sich<br />
Deutschland mit den Vorreitern in Europa und mit den USA nicht messen.<br />
Das wäre aber &#8211; angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und des<br />
guten Bildungssystems &#8211; im Rahmen einer Reformpolitik gut behebbar<br />
gewesen &#8211; wenn die Machteliten dies akzeptiert hätten! Nur mit<br />
Frankreich stand Deutschland in einem unauflösbaren Konflikt über<br />
Elsaß-Lothringen. Nach der Niederlage von 1918 kam Deutschland nicht<br />
mehr zur Ruhe. Wir alle kennen die traurigen, bitteren Stationen der<br />
nächsten Jahrzehnte: Wirtschaftskrise, Diktatur, Judenmord, Krieg,<br />
Besetzung, Vertreibung, Teilung. 1949 in jeder Weise geschwächt, hat<br />
sich Deutschland seitdem weitgehend in dieselbe Richtung entwickelt wie<br />
alle westeuropäischen Ländern: wirtschaftliche Entwicklung und mehr<br />
Demokratie, flankiert von einem Ausbau des Bildungssystems und des<br />
Sozialstaats. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>das 21. Jahrhundert</b><br />
Was kommt im neuen Jahrhundert? Nach 1989 florierten in den USA ein<br />
paar seltsame Zeitdeutungen mit Anspruch auf weltweite Gültigkeit. Der<br />
amerikanische Politologe Fukuyama sprach vom &quot;Ende der Geschichte&quot; &#8211; wo<br />
doch eher, etwa auf dem Balkan, eine Wiederkehr der Geschichte<br />
eingetreten ist. Und sein Kollege Huntington kündigte den &quot;Kampf der<br />
Kulturen&quot; an, eine vergröbernde Darstellung der gegenwärtigen<br />
Konflikte, in denen die Interessen von Staaten, Unternehmen und Gruppen<br />
mindestens ebenso starke Triebkräfte sind wie die kulturellen<br />
Unterschiede zwischen anhand von Religionen definierten Großräumen. <br />
Mir selbst scheint ein Gegensatz innerhalb unserer eigenen, westlichen<br />
Kultur wieder stärker aufzubrechen: der zwischen Marktwirtschaft und<br />
Demokratie. Manche wollen diesen Gegensatz leugnen. Aber die Bürger der<br />
meisten Staaten Lateinamerikas und Asiens wissen, daß Marktwirtschaft<br />
und Orientierung am Weltmarkt durchaus jahre- und jahrzehntelang ohne<br />
Demokratie funktionieren können. Marktwirtschaft ist die<br />
individualistische, Demokratie die kollektive, die Volkssouveränität<br />
betonende Variante des Liberalismus. Beide sind also Geschwister. Aber<br />
Konflikte in der Familie können ja besonders heftig sein.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/jahrtausendwenden_ein_rueckblick-937/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
