<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>WhatsApp &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/whatsapp/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 03 Jun 2020 12:35:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>WhatsApp &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit WhatsApp (1/4)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2017 10:37:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[WhatsApp]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampftool]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=151328</guid>

					<description><![CDATA[Warum sollten Politiker und Politikerinnen auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Whatsapp-Valerie.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151338" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Whatsapp-Valerie-630x276.png" alt="Whatsapp" width="630" height="276" /></a></strong>Warum sollten Politiker und Politikerinnen auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im ersten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politiker und Politikerinnen WhatsApp verwenden.</p>
<p>Der WhatsApp-Messenger ist die mit 37 Millionen Mitgliedern meist genutzte App in Deutschland. Mit WhatsApp kann man chatten sowie Bild-, Video- und Audiodateien an Freunde und Freundinnen, Familie sowie Kollegen und Kolleginnen versenden. Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen verwenden Messaging-Apps häufiger und ausgiebiger als soziale Netzwerke<i>. </i>Auch der Trend zu Audioinhalten zeigt sich bei der Nutzung von WhatsApp, viele nutzen Sprachnachrichten, um zu kommunizieren.</p>
<h3>Warum eignet sich WhatsApp für den Wahlkampf?<b> </b></h3>
<p>Mit WhatsApp können Wähler und Wählerinnen direkt in ihrer Lebenswelt erreicht werden, Push-Nachricht erscheinen bei vielen direkt auf dem Bildschirm, während in sozialen Netzwerken die Posts im Newsfeed untergehen und man mit vielen anderen um die Aufmerksamkeit buhlt. WhatsApp ist unmittelbarer.</p>
<h3>Liveberichterstattung per WhatsApp<b> </b></h3>
<p>Jens Zimmermann, Bundestagsabgeordneter der SPD, berichtete per WhatsApp von der Bundesversammlung und der Wahl des neuen Bundespräsidenten. Während der Veranstaltung konnte man ihm quasi über die Schulter schauen. In sympathischer Art berichtete er chronologisch mit Text und Bildern über den die Bundesversammlung und den Wahlvorgang.</p>
<p><strong><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot-Jens-Zimmermann.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151358" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot-Jens-Zimmermann-630x273.png" alt="Screenshot Jens Zimmermann" width="630" height="273" /></a></strong></strong></p>
<p>Er sieht sein Angebot als Ergänzung<em>: ,,Das Thema &#8220;Second Screen&#8221; ist bereits bei vielen Fernsehsendern ein großes Thema. Für mich war klar, dass dieses Interesse auch bei einer Bundespräsidentenwahl da ist und es Zuschauer gibt, die vor ihrem Fernseher oder vor ihrem Notebook sitzen und mit Smartphone und Tablet einem zweiten Kanal nutzen wollen.“</em></p>
<p>Für ihn war der Liveticker ein voller Erfolg, er hätte jetzt ein Gefühl dafür, wie dieser Kommunikationskanal zu benutzen ist<em>. </em>100 Nutzer und Nutzerinnen haben sich für das Angebot registriert<em>. </em>Und das Angebot wurde positiv aufgenommen: <em>„Aus meinem Wahlkreis habe ich die Rückmeldungen bekommen, dass es toll war, von &#8220;seinem Delegierten&#8221; bei einem besonderen Ereignis mit persönlichen Eindrücken begleitet zu werden.“</em></p>
<p>In seinem <a href="https://www.jens-zimmermann.org/zimmermann-whatsapp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WhatsApp Newsletter</a> berichtet Zimmermann außerdem über seinen Wahlkreis und die Arbeit in Berlin sowie von seiner Veranstaltungsreihe „kleinster Biergarten der Welt“.</p>
<h3>Bürgersprechstunde auf WhatsApp</h3>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-151331" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot_2017-01-30-13-56-49.png" alt="Screenshot Sarah Philipps" width="196" height="350" /></p>
<p>Die SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp <a href="https://philipp-fuer-duisburg.de/whatsapp/">informiert auf WhatsApp</a> über ihre Arbeit im Landtag und in ihrem Wahlkreis, inhaltlich bezieht sie sich auf Themen oder Veranstaltungen, die lokal von besonderer Relevanz sind. „<em>Neben dieser eher einseitigen Kommunikation biete ich zudem WhatsApp-Sprechstunden an. Hier trete ich dann in den direkten Austausch mit meinen Abonnenten. Neben Lob, Kritik und Diskussionen zu verschiedenen Sachfragen nehme ich hier mitunter auch ganz konkrete Arbeitsaufträge aus dem Wahlkreis mit.“</em> Sie bewirbt ihr Angebot in der Lokalpresse oder bei Besuchergruppen, die sie im Landtag empfängt. Die Sprechstunden werden gut angenommen, das sei auch logisch, denn ,,<em>wo sonst gibt es eine so niedrigschwellige Möglichkeit direkt mit „seinem“ Abgeordneten ins Gespräch zu kommen?&#8221;</em>. Allerdings, so schränkt sie ein, wären eher es eher politikaffine Menschen, die sich für den WhatsApp Dienst anmelden, die breite Masse erreiche sie dadurch nicht.</p>
<p><img decoding="async" class=" wp-image-151330 alignright" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lars-Klingbeil-Whatsapp.jpg" alt="Screenshot Lars Klingbeil" width="226" height="300" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch Lars Klingbeil, Bundestagsabgeordneter der SPD, nutzte WhatsApp, um eine Sprechstunde durchzuführen. Diese kündigte er vorher in sozialen Netzwerken oder in der Zeitung an <i>„Früher hat man seinem Abgeordneten einen Brief geschrieben und vier Wochen später eine Antwort bekommen. Jetzt geht das schnell und unmittelbar</i>“. Es seien seiner Erfahrungen nach vor allem Bürger und Bürgerinnen die das Angebot annehmen, die er bei den bekannten politischen Veranstaltungen oder Diskussionen nicht wahrnimmt. Ob er darüber hinaus WhatsApp im Wahlkampf einsetzen wird, weiß er noch nicht, aber er kann sich vorstellen, die App als Kommunikationstool zu verwenden, um freiwillige Wahlkampfhelfende dort zu vernetzen.</p>
<h3>WhatsApp als Experimentierfeld</h3>
<p>Für wen die Kommunikationsform per WhatsApp nichts ist, kann es halten wie der Bundespräsident Österreichs Alexander van der Bellen, der WhatsApp auch als <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2017/01/whatsapp-im-wahlkampf-van-der-bellen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenkanal im Wahlkampf</a> nutzte. An seinem Beispiel kann man sehen, dass auch WhatsApp für PolitikerInnnen geeignet sind, die weniger medienaffin sind. Während er die Sprachnachrichten aufnahm, und so eine Nähe zu den Wähler und Wählerinnen herstellte, kümmerte sich sein Team um Text, Bilder und Videos.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>WhatsApp kann als Monolog Media genutzt werden, in Form von Newslettern oder zur Berichterstattung von Veranstaltungen. Bürgersprechstunden können über die App realisiert werden und Bürger oder Bürgerinnen haben die Möglichkeit, mit ihren Anliegen niedrigschwellig an den Politiker oder die Politikerin heranzutreten. WhatsApp kann auch einfach neben Email, Telefon und persönlichem Gespräch als weiteres Kommunikationsmittel angeboten werden. Außerdem ist durch die exklusive und persönliche Ansprache der Messenger auch dazu geeignet, potentielle Wahlkampfmultiplikatoren sowie Helfende zu rekrutieren oder zu vernetzen. Es ist wahrscheinlich, dass ein WhatsApp-Kontakt zum freiwilligen Engagement im Wahlkampf eher bereit ist als ein Facebook-Follower oder Followerin. Denn wer sich entscheidet über WhatsApp Nachrichten zu erhalten, ist schon eher ein politikaffiner Mensch, der auch schon meist auch eine bestimmten Parteipräferenz bzw. eine Wahl getroffen hat.</p>
<p>Im zweiten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">Instagram</a> einsetzen, im dritten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> verwenden und im vierten, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-tinder-44-151584/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder</a> nutzen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/berlin-reichstag-the-german-volke-971799/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Reichstag</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshot Whatsapp Jens Zimmermann, Screenshot Whatsapp Sarah Philipp, Screenshot Facebook Lars Klingbeil</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verschlüsselung wird endgültig Mainstream</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/verschluesselung-wird-endgueltig-mainstream-149727/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/verschluesselung-wird-endgueltig-mainstream-149727/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Schuchmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2016 14:38:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Metadaten]]></category>
		<category><![CDATA[Verschlüsselung]]></category>
		<category><![CDATA[WhatsApp]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook Messenger]]></category>
		<category><![CDATA[Signal]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Datensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=149727</guid>

					<description><![CDATA[In kürzester Zeit hat sich verschlüsselte Kommunikation dank Whatsapp im Mainstream etabliert. Wo man vor ein paar Monaten noch Kommunikationspartner_innen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/download.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149728 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/download.jpg" alt="Eine Hand hält ein Smartphone" width="640" height="280" /></a>In kürzester Zeit hat sich verschlüsselte Kommunikation dank Whatsapp im Mainstream etabliert. Wo man vor ein paar Monaten noch Kommunikationspartner_innen überzeugen musste, zusätzliche Messenger wie Signal oder Telegram zu installieren, profitieren heute über eine Milliarde Menschen, vielleicht sogar ohne ihr Wissen, von Verschlüsselung. Rufe nach Hintertüren zur Kriminalitätsbekämpfung werden allerdings immer lauter.</p>
<p>Wie am vergangenen Freitag angekündigt, führt Facebook nach der im April begonnenen Ende-zu-Ende Verschlüsselung von WhatsApp nun auch die Option ‚geheimer Unterhaltungen’ beim Facebook Messenger ein. Anders als bei WhatsApp werden also nur von Nutzern ausgewählte Unterhaltungen verschlüsselt. Der Gedanke hinter dieser Optionalität ist, so <a href="https://newsroom.fb.com/news/2016/07/messenger-starts-testing-end-to-end-encryption-with-secret-conversations/">Facebook</a>,  dass Nutzer_innen den Messenger geräteübergreifend gebrauchen wollen. Eine verschlüsselte Nachricht ist aber nur auf dem Ausgangs- bzw. Empfangsgerät lesbar. So soll also ermöglicht werden, den Messenger weiterhin für alltägliche Unterhaltungen auf Computern und Smartphones zu nutzen und bei Bedarf in den geheimen Modus zu wechseln.</p>
<p>Sowohl WhatsApp als auch der Facebook Messenger nutzen das Signal-Protokoll von Open Whisper Systems zur Verschlüsselung der Nachrichten. Das Protokoll ist Open-Source und kann potentiell von jedem auf Schwachstellen überprüft sowie für die Entwicklung von Ende-zu-Ende verschlüsselten Kommunikationstools verwendet werden. Vorteil bei WhatsApp und dem Facebook Messenger ist die Verbreitung der Services – anders als bei z.B. Signal, der App, die dem Protokoll seinen Namen gibt, muss man seine Kommunikationspartner_innen nicht erst davon überzeugen, den neuen Service zu installieren.</p>
<h3>Abhörgefahr durch Metadaten</h3>
<p>Der Teufel liegt allerdings wie immer im Detail. Zwar sind die Inhalte jeder Nachricht, die via Signal-Protokoll-Plattformen verfasst und versendet werden, verschlüsselt und nur von Absender und Empfänger lesbar. Ob darüber hinaus entstehende Metadaten, d.h. Verbindungsdaten wie Uhrzeit und Telefonnummer des Senders und Empfängers, aber gespeichert werden, liegt im Ermessen der Anbieter. Die Signal App tut das nicht – und wird deshalb wohl auch von Snowden und Konsorten empfohlen – WhatsApp und Facebook Messenger allerdings schon.</p>
<p>Die Gefahr liegt in der Aussagekraft solcher Metadaten. Zahlreiche Studien haben bereits nachweisen können, dass schon eine Handvoll scheinbar ‚anonymer’ Datenpunkte ausreichen, um Personen eindeutig zu identifizieren und Schlüsse über sie zu ziehen. Andererseits verzichten Facebook und WhatsApp aber darauf, die gespeicherten Verbindungsdaten für Data-Mining und darauf basierender personalisierter Werbung zu nutzen. Darin unterscheiden sie sich von Google. Potentiell analysiert würden die Metadaten also wohl nur zu Zwecken der Strafverfolgung. Die Verschlüsselung mag dementsprechend keine hundertprozentige Privatheit garantieren, ist aber dennoch ein großer Schritt in die richtige Richtung.</p>
<h3>Entschlüsselung für Sicherheitsbehörden?</h3>
<p>Missfallen findet diese Trendwende hin zur Privatsphäre allerdings bei Sicherheitsbehörden. Diese fordern immer wieder Hintertüren, also die Möglichkeit zur Entschlüsselung der Nachrichten, für Regierungsbehörden. Zuletzt erregte die Aufforderung des FBI an Apple, ihnen Zugang zum iPhone des Attentäters von San Bernardino zu gewähren, große Aufmerksamkeit. Dagegen spricht, dass eine Hintertür jegliche Verschlüsselungsanstrengungen untergrübe. Darüber hinaus wären nicht nur Sicherheitsbehörden in der Lage, durch die Hintertür in verschlüsselte Systeme einzudringen, sondern auch Kriminelle. Zudem ist Verschlüsselung nicht ausschließlich zur Absprache krimineller Machenschaften interessant, sondern auch für wirtschaftliche und politische Akteure, sowie Privatpersonen – um eben auch mal in einer geheimen Unterhaltung per Facebook Vertrauliches auszutauschen.</p>
<p>Im Hinterkopf sollte man dabei behalten, dass vertrauliche Inhalte auf WhatsApp und dem Facebook Messenger nicht sicher sind, solange Nutzer_innen die Gesprächsprotokolle weiterhin im Klartext auf ihren Geräten speichern und beispielsweise durch Beschlagnahmung, Verlust oder Diebstahl eines Gerätes ihre Daten ‚verlieren‘ können. Dennoch: Unterm Strich ist eine automatische Verschlüsselung ohne aktives Zutun der Nutzer ein großer Gewinn für den Datenschutz, weil zumindest das Abfangen oder Belauschen von Unterhaltungen unterbunden wird.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://unsplash.com/photos/8G5DLKTadEU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> by </span><a href="https://unsplash.com/@seandubois" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span class="licensetpl_attr">Sean DuBois</span></a><span class="licensetpl_attr"> via <a href="https://unsplash.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unsplash</a> licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en">CC0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/verschluesselung-wird-endgueltig-mainstream-149727/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>9</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Hauptkommunikation findet noch immer zum Freitagsgebet statt.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Neumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2015 07:43:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Web 2.0 tot?]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[WhatsApp]]></category>
		<category><![CDATA[Koran]]></category>
		<category><![CDATA[Radikalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=147286</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Khaldun Al-Saadi ist Student der Kommunikationswissenschaft und Arabistik, zudem ist er engagiertes Mitglied im Islamischen Zentrum Dresden, bei Zahnräder e.V. und der Jungen Islam Konferenz. René Neumann sprach mit ihm über Chancen, Perspektiven und Risiken für die islamischen Gemeinschaften im Internetzeitalter. Ein Beitrag: Warum Religion die Offline-Bindung auch in Zeiten der Digitalisierung braucht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Fast jeder Mensch nutzt in unseren Breiten das Internet. Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die muslimische Glaubensgemeinschaft?</strong></p>
<p>Es nimmt natürlich in unterschiedlicher Hinsicht eine große Rolle ein. Aus einer religiösen Perspektive sind beispielsweise mobile Anwendungen relevant. Heutzutage nutzen viele Muslime Koran- oder Gebetszeiten-Apps, die einen im Alltag unterstützen. Außerdem ist das Internet auch eine Quelle für Wissen. Es gibt zahlreiche Gelehrte, die mehr oder minder stark im Internet präsent sind, zu denen man sonst keinen Zugang hat. Das ist eine ganz neue Entwicklung, dass die Ulema <em>(islamische Rechts- und Gottesgelehrte, Anm. d. Red.)</em> jetzt nahbarer sind als sie es früher waren. Während die theologische Wissensweitergabe in früheren Zeiten hauptsächlich über interne Zirkel zwischen Gelehrten, Schülern und Imame stattfand, haben Gläubige heute direkten Zugriff auf Literatur, Videos und Audios von Gelehrten. Dieser offene Zugang ermöglicht es, die Inhalte besser zu reflektieren und zu diskutieren. Dies bereichert den Islam, denn schließlich basiert der Islam auf Argumentationen und nicht allein auf Dogmen und Hierarchien. Somit findet auch eine Art „Demokratisierung“ statt, wie es ursprünglich auch sein sollte und tritt so dem Trend der letzten Jahre entgegen, der sich besonders in der arabischen Welt gezeigt hat, dass religiöse Gelehrte sehr stark vom Staat vereinnahmt wurden. Nun können Gelehrte direkt mit der Gesellschaft kommunizieren.</p>
<p><strong>Nutzen angesehene Rechtsgelehrte aktiv die modernen Möglichkeiten des Internets? </strong></p>
<p>In der Tat. Bedeutende zeitgenössische Rechtsgelehrte nutzen zum Beispiel soziale Netzwerke, die meist durch offizielle Administratoren verwaltet werden. So werden wichtige Konferenzen später bei YouTube veröffentlicht und Vorträge sowie Vortragsreihen sind online für jeden zugänglich. Es gibt eine Schule in Tarim <em>(Jemen, Anm. d. Red.)</em>, an der der einflussreiche Großgelehrte Habib Umar bin Hafiz mitwirkt. Er pflegt einen eigenen <a href="https://twitter.com/habibomar" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitteraccount</a>, einen Blog mit wöchentlichen Gebeten und seine Lehrseminare werden als Livestreams übertragen. Das ist angesichts der herausragenden Stellung von Umar bin Hafiz etwas Besonderes, denn er verkörpert Spiritualität und religiöses Wissen in einer Person. Im deutschen Sprachraum sind Gelehrte, die die islamische Lehrerlaubnis <em>(Idschaza, Anm. d. Red.)</em> besitzen, diesbezüglich eher noch zurückhaltend und weniger präsent.</p>
<p><strong>Welche Bedeutung hat Ihrer Meinung nach das Internet für den durchschnittlichen Muslim in Deutschland?</strong></p>
<p>Ich denke nicht, dass das Internet bisher eine vorrangige Rolle spielt. Dies liegt an der Bevölkerungsstruktur der Muslime: Der überwiegend größte Teil der Muslime in Deutschland haben mit ca. 67% einen türkischen Migrationshintergrund. Der größte Islam- und Moscheeverband in Deutschland ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB). Demzufolge tritt die DITIP auch als maßgeblicher Akteur für islamische Bildung in Deutschland auf, gerade was die grundsätzlichen Glaubensfragen betrifft. Deswegen sind Wissensbestände hier schon vorhanden und natürlich wird Wissen auch von der älteren auf die jüngere Generation übertragen.</p>
<p>Ich glaube, dass das Internet dann eine vorrangige Stellung einnimmt, wenn alte und herkömmliche vermittelte Strukturen und Traditionen der bestehenden Gemeinden oder auch der Familie in Frage gestellt werden. Dies ist gegebenenfalls der Fall, wenn der Gläubige sich einem verstärkt literalistischen, also einem buchstäblichen Blick zuwendet und grundsätzliche Dinge nachfragen möchte. Hier, glaube ich, handelt es sich auch um eine Art Abgrenzungsverhalten, so dass die Suche im Internet dazu genutzt wird, um eine Antwort zu bekommen, die einem selbst eher passt oder die einem literalistischen Verständnis entspricht. Ein anderer Grund kann auch sein, dass jemand konvertiert ist und noch keine Moscheegemeinde gefunden hat. Hier kann das Internet dann als anfängliche Hauptinformationsquelle fungieren.</p>
<p><strong>„Scheich Google“ ist ein etwas scherzhaft gemeinter Begriff, der die Gewohnheit beschreibt, sich bei religiösen Meinungs- und Rechtsfragen verstärkt mit Hilfe der Suchmaschine zu informieren. Der Islamwissenschaftler Erdoğan Karakaya verweist in einem </strong><a href="http://diefontaene.de/scheich-google-der-neue-umgang-mit-religiosem-wissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Artikel</strong></a><strong> auf die möglichen Defizite dieser Vorgehensweise. Er argumentiert, dass durch die technische Konzipierung von Suchmaschinen nicht nur relevante Wissensbestände verloren gingen, sondern diese Praxis auch zu oberflächlicher Wissensaneignung verleite. Wie stehen Sie zu diesen Thesen?</strong></p>
<p>Diesen beiden Thesen kann ich grundsätzlich zustimmen. Google erfasst nur das Surface Web, also das, was oberflächlich greifbar ist. Zudem werden Inhalte bevorzugt, die für die Suchmaschine beziehungsweise ihr Suchverfahren optimiert sind. Außerdem besitzen Suchmaschinen das paradigmatische Problem, dass der Eindruck entstehen kann, aus einer Frage entspringt eine Antwort. Somit wird meist kein komplexer Diskurs widergegeben, sondern eine spezielle Antwort. Doch meistens gibt es mehrere mögliche Antworten. So wie es im Islam der Fall ist, der an dieser Stelle durch die Meinungspluralität geprägt ist, und eben diese wird dann eingeschränkt. Ich sehe das größere Problem aber weniger bei Google als bei Facebook.</p>
<p><strong>Inwiefern? </strong></p>
<p>Weil Facebook für viele Nutzer der Inbegriff des Internets geworden ist. Sie realisieren nicht mehr, dass sie lediglich auf einer ganz bestimmten Plattform sind. Hier besteht in erster Linie das Problem eines großen Angebots an visualisierten und emotionalisierten Inhalten, welche einen „Informationssnack“ repräsentieren, sich nicht tiefer mit religiösem Wissen auseinandersetzen und somit keinen Diskurs zulassen. Likes und Kommentare haben meist nicht den Anspruch ausgeprägter islamisch-religiöser Dialoge.</p>
<p>Ein weiteres Problem ist, dass sich auf Facebook eine Reihe zwielichtiger Akteure befinden, deren Inhalte nicht aus informativen sondern propagandistischen Gründen geteilt werden und einen absoluten Wahrheitsanspruch fördern sollen. Tatsächlich generieren nicht religiöse Großgelehrte den höchsten Anteil an Content, vielmehr sind es ideologisierende Gruppen wie etwa der sogenannte Islamische Staat, die ein enormes Medienaufkommen pro Woche haben. Diese wollen jedoch rekrutieren und keinen religiösen Diskurs anregen. Und das ist auch das Hauptproblem von sozialen Netzwerken: sie eignen sich sehr gut für persuasive Kommunikation anstatt für einen reinen dialoghaften Informationsaustausch. Wer sich also wirklich auf die Suche nach religiösem Wissen macht, der sollte tiefer in das Internet eindringen oder auf die Fachliteratur zurückgreifen.</p>
<p><strong>Wie sieht die Situation in der Moscheegemeinde aus und wie lässt sich die Bedeutung der Internetkommunikation dort Ihrer Meinung nach beurteilen?</strong></p>
<p>Wenn ich von Sachsen ausgehe, dann ist meinem Empfinden nach das Internet noch ein Nebenkommunikationszweig. Die Hauptkommunikation findet noch immer zum Freitagsgebet statt, da sich dann die gesamte Gemeinde versammelt. Nach dem Gebet werden dann die Neuigkeiten ausgetauscht und Organisatorisches besprochen. Das heißt jedoch nicht, dass das Internet nicht genutzt wird. Es gibt WhatsApp-Gruppen oder Facebook-Gruppen von Gemeinden. Kommunikationsplattformen in sozialen Netzwerken benötigen zur Pflege allerdings allerhand Kapazitäten, die einzelne Moscheegemeinden meist nicht bewerkstelligen können. Daher setzen Gemeinden ehern auf die konventionelle Website und WhatsApp-Gruppen für interne Kommunikation. Dies ist aber ein ostdeutsches Phänomen. In Berlin und in den alten Bundesländern gibt es bereits sehr progressive Kommunikation auch via sozialer Netzwerke, da hier die Personalkapazitäten vorhanden sind sowie starke Netzwerke untereinander und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren bestehen.</p>
<p><strong>Wie schätzen Sie die Onlinekommunikation als Mittel religiöser Beratung ein – oder etwas bildlicher gesagt: kommt der „Online-Imam“? Welche Perspektiven gibt es? </strong></p>
<p>Leider liegen mit keine empirischen Studien vor, die Auskunft darüber geben, wie sich die Internetkommunikation des Imams mit den Gläubigen gestaltet. Ich halte es persönlich auch nicht für erstrebenswert, einen „Online-Imam“ zu etablieren, denn schließlich ist der Imam auch eine Person, die in der Gemeinde an einem bestimmten Ort mit einem bestimmten Verständnis für die Sorgen der Menschen da sein sollte. Die interpersonale Kommunikation auf einer einfühlsamen vertrauensvollen Ebene funktioniert wohl am besten in einem bilateralen Gespräch.</p>
<p>Es hat sich aber gezeigt, dass gerade in Ostdeutschland aufgrund fehlender fester Strukturen im Vergleich zu Westdeutschland die Nachfrage nach Online-Inhalten mit religiösem Wissen gewachsen ist. Hier haben vor allem salafistische Gruppen diese Inhalte zur Verfügung gestellt. Ab dem Jahre 2005 gab es eine Zunahme der Aktivitäten derartiger Gruppierungen im Cyberspace. Es wurden alle möglichen Basics zu den verschiedenen Themen bereitgestellt, so etwa zum Thema Umgang mit dem Kopftuch bis hin zur Rolle von Gewalt. Das hauptsächliche Problem, was sich daraus ergibt – wie bereits erwähnt –, ist die absolute Deutungshoheit, die diese Gruppen über bestimmte Themen proklamieren. Das hat auch zu innermuslimische Konflikte in den Familien oder Moscheegemeinden geführt. Die Imame oder Laienprediger wurden somit in Frage gestellt und es kam zum Bruch in einem klassischen Autoritätsgefüge. Daher zählte in widerstreitenden Meinungsfragen nicht mehr die lokale Nähe der Gemeinde sondern die Nähe des Bildschirms. Die Veränderung des Umgangs mit religiösen Autoritäten aus dieser Perspektive ist sehr interessant. Ich glaube, dass das ein Trend ist, der aber wieder abnimmt. Der Fokus liegt darin, die internen Strukturen der Gemeinden zu verbessern, weil zwar der Content im Netz viele Informationen hergibt, aber vieles davon ist wenig lebenspraktisch. Bei wirklichen Problemen ist jeder auf die Menschen in der unmittelbaren Nähe angewiesen. Deshalb denke ich, lohnt es sich dort seine Zeit zu investieren.</p>
<p><strong>Sie erwähnen den Begriff Salafismus, eine Bezeichnung, welche auch in den Medien eine Zeit lang große Aufmerksamkeit erlangte. Viele Gruppen, die den Glauben sehr streng auslegen, bis hin zu einigen wenigen Hardlinern, die auch Gewalt propagieren, agieren durchaus professionell im Umgang mit den neuen Medien. Wie kann auf solche Phänomene reagiert werden?</strong></p>
<p>Gegen derartige Personen und Gruppierungen zu argumentieren ist an sich nicht besonders schwer. Viele Rechtsgelehrte tun dies mit Vorträgen, Büchern, aber auch mit Kampagnen in den sozialen Netzwerken. Allerdings stehen argumentative und propagandistische Funktionen der öffentlichen Kommunikation gegenüber. Die muslimischen Großgelehrten sind beispielsweise im Gegensatz zu dschihadistischen Ideologen nicht sonderlich erfolgreich in Propagandatätigkeiten. Gruppen wie der IS dagegen sind professionell in ihren Medienkampagnen und schaffen es bis in die Hauptnachrichtenkanäle. Das ist ein großes Problem, weil somit die Sichtweise derartiger Gruppen rezipiert wird. Gerade auch in Deutschland findet die Radikalisierung etwa durch solche Strömungen statt, die über soziale Netzwerke erfolgreich Anhänger werben und rekrutieren.</p>
<p>Ich denke, dass das, was der muslimische Mainstream im Internet bietet, sehr positiv ist. Es gibt mediale Intervention wie den Satire-Kanal „<a href="https://www.youtube.com/channel/UCF_oOFgq8qwi7HRGTJSsZ-g" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datteltäter</a>“ auf Youtube, wo Muslime ihre persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Sichtweisen satirisch aufarbeiten. Oder das Poetry-Projekt „<a href="http://www.i-slam.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">i,Slam</a>“, welches zwar in erster Linie ein Offline-Projekt ist, aber auch im Internet Aufmerksamkeit bekommt. Es gibt aber auch große intellektuelle Auseinandersetzungen im Web.</p>
<p>Ich glaube ein Problem ist, dass das Internet dazu neigt Blasen zu bilden. Es ist daher schwierig die Blase derer, die den Mainstream verkörpern, mit der Blase extremistischer Verfechter zu vermischen, um eine inhaltliche Auseinandersetzung zu provozieren. Wenn diese Konfrontationen dann auf virtueller Ebene entstehen, kann allerdings auch die Gefahr der ideologischen Verfestigung der eigenen Positionen bestehen und ein weiterer Rückzug in das eigene Milieu. Ich denke daher, dass es sehr wichtig ist, die inneren Strukturen der muslimischen Community in der Offline-Welt zu stärken. Dort bestehen die besseren Möglichkeiten für Deradikalisierungs- und Präventionsmaßnahmen sowie für die Stärkung der Mitglieder im Allgemeinen. Die Mitte muss gestärkt werden, weil sie letztlich der Dreh- und Angelpunkt dafür ist, dass der Islam als vielfältige und pluralistische Religion gelebt wird. Deshalb sind Verantwortliche in Deutschland aktiv dabei, die Anerkennungsprozesse als Religionsgemeinschaft anzuregen, Religionsunterricht zu ermöglichen oder sich um Wohlfahrt, Jugendarbeit und Seelsorge zu kümmern. Wenn die Gemeinschaften in diesen Bereichen gestärkt werden, dann bekommen junge und ältere Muslime auch die medialen Kompetenzen, auf extremistische Propaganda angemessen zu reagieren. Außerdem können sie besser über ihre Probleme, Sorgen und Ängste sprechen. Das minimiert die Gefahr, sich aus einem Gefühl der Perspektivlosigkeit dem Extremismus zuzuneigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/rutty/414575393/in/photolist-CCNPB-a5gzwo-2dcEiL-86MJau-78TtoR-qJG7dC-e4RzUD-6SKggu-61Zsfp-ahgnYT-5VozQs-5VRJBz-5NuTmF-fopiD9-ddGJkj-nugSje-pXuspY-89wXAL-9dyZwd-bCP9gc-64s2TE-9duG6r-89tyaX-by4w1n-6Rrh2Q-6Rnd2X-fBVJee-6eoZA6-86Jwqz-4XHpYP-624ENh-61Zsb6-5RdZ7V-n82VyM-6p1BA9-8A7XhM-4PXpfd-5jzpoV-icin7B-uWw8H-2RAWgo-6Dn1sk-89tCb6-hWgGyj-8iQwiC-4V4v5v-89tode-6QSQWs-89wwb9-86Jwzk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dave Rutt</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zusammen im Netz: Freundschaften im Wandel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/zusammen-im-netz-freundschaften-im-wandel-146737/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/zusammen-im-netz-freundschaften-im-wandel-146737/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2015 11:23:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Smartphone]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Snapchat]]></category>
		<category><![CDATA[Aristoteles]]></category>
		<category><![CDATA[WhatsApp]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=146737</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Kommunikation ist so einfach wie nie. Durch die technische Weiterentwicklung in den letzten Jahrzehnten können wir Smartphones und Social Media nutzen, um Kontakt zu Freunden und Familie zu halten. Große Distanzen und teure Telefonpreise sind kein Hindernis mehr. Freundschaften werden so stärker – nicht schwächer.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Seit jeher ist Kommunikation zwischen Menschen unerlässlich für ein funktionierendes Sozialleben. Doch die Kommunikationswege haben sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verändert. Sie sind einfacher geworden. Facebook, Whatsapp, und Co. sind in unser Leben getreten. Wir benötigen weder Brieftauben, um Kontakt zu Familie und Freunden aufzunehmen, noch 37 Kilo schwere Handys. Aber was bedeutet das für unsere Freundschaften? Es ist fraglich, ob all unsere Facebook-Kontakte tatsächlich unsere Freunde sind, aber womöglich bedeutet Freundschaft von früher auch nicht mehr das, was sie vor ein paar Jahrzehnten bedeutete.</p>
<h3>Zeitreise der Kommunikation</h3>
<p>Während die Briten im 2. Weltkrieg noch über 250.000 Brieftauben zur Kommunikation miteinander einsetzen, wird 1946 bereits der erste Telefonanruf von einem Handy getätigt. Dass sich die Briten zuvor für die Brieftauben entscheiden, ist vermutlich nicht unklug – das erste Handy wiegt fast 37 Kilogramm. Heute können wir glücklicherweise auf die gefiederten Freunde verzichten. In den USA telefonieren heute über 34.000 Menschen pro Sekunde. 1971 kommt das Internet ins Spiel. Ray Tomlinson verschickt die allererste E-Mail. Auch wenn diese nur die kurze Distanz von einem Meter zu überwinden hat, stellt sie eine Revolution in der Kommunikation dar. Heute werden über 100 Trillionen Mails pro Jahr verschickt. Die Geschichte geht weiter mit der ersten SMS im Jahr 1992. Sie enthält die Nachricht „Frohe Weihnachten“ und geht an den Firmenchef von Vodafone. 2011 wurden 8.000.000.000.000 SMS verschickt. 1995 beobachten wir die Fusion des Internets und der Handy-Telefonie. VocalTec bringt Voice-over IP zur kommerziellen Nutzung auf den Markt und nennt es „Internet Phone“.</p>
<p>Mit TheFacebook setzt Mark Zuckerberg 2004 das Web 2.0 oder auch Social Media durch. Das Sozialleben wird nun nicht mehr allein durch Nachrichten, sondern auch durch Posts, Likes und Selfies aufrechterhalten. 2012 wurden täglich 250 Millionen Bilder hochgeladen und Facebookseiten-Zugriffe machen 20 Prozent des gesamten Webtraffic aus. Endgültig revolutioniert wird die Kommunikation jedoch durch Smartphones. Während es im Jahr 2007 „nur“ 500 Millionen internetfähige Handys gibt, werden sie 2012 bereits von 1.06 Milliarden Menschen genutzt &#8211; Tendenz steigend. Mit den Smartphones werden Apps wie der Facebook Messenger, Snapchat und insbesondere WhatsApp populär. SMS sind nun nicht nur zu teuer, sondern auch viel zu spartanisch. Sie verlieren an Bedeutung. Die rapide technische Weiterentwicklung hat die Kommunikationsmöglichkeiten im 21. Jahrhundert revolutioniert. Aber welchen Einfluss haben diese neuen Optionen auf unser Sozialleben? Entstehen Freundschaften so schneller? Halten sie länger? Was ist überhaupt Freundschaft?</p>
<h3>Die einzig wahre Freundschaft</h3>
<p>Aristoteles zufolge muss zunächst zwischen gleichen und ungleichen Freundschaften unterschieden werden. Letztere beschreiben beispielsweise das Verhältnis zwischen Familienmitgliedern. In gleichen Freundschaften verfügen beide Personen über dieselben Handlungsmöglichkeiten, die den Diskurs relativ herrschaftsfrei ablaufen lassen. Zudem wünschen sie sich beide dasselbe. Letztlich kommt es nach Aristoteles aber auf die Ursache der Zuneigung füreinander an. Hier differenziert er zwischen drei Arten:</p>
<p>Die <em>Nutzenfreundschaft</em> existiert lediglich aufgrund eines Zweckes. Fällt dieser Zweck weg, ist die Freundschaft gefährdet. Ein modernes Beispiel hierfür wären Arbeitskollegen, die sich im Büro sehr gut verstehen, aber außerhalb der Geschäftszeiten praktisch keine gemeinsamen Aktivitäten oder Kontakt pflegen. Die zweite Art ist die <em>Lustfreundschaft. </em>Die Freundschaft wird in diesem Fall durch ein bestimmtes Interesse, wie beispielsweise Basketball spielen, Horrorfilme sehen oder eine gemeinsame Musikrichtung ausgemacht. Beide Freundschaftsarten sind nach Aristoteles leicht lösbar und nur temporär, da sich die Objekte des Nutzens und der Lust für Menschen ändern.</p>
<p>Die einzig wahre und den ersten beiden überlegene ist die die <em>Tugendfreundschaft</em>. Sie fußt auf der Tugendhaftigkeit beider Personen, die nicht nur Nutzen und Lust, sondern auch das Gute im jeweils anderen suchen und finden. Es bedarf Zeit und Gewohnheit des Zusammenlebens zur Bildung eines solchen „Herzensbundes“. Außerdem kann man nicht eher aneinander Gefallen finden, und Freundschaft schließen, bevor durch gemeinsame negative und positive Erfahrungen gegenseitiges Vertrauen und Zuneigung geschaffen wurde.</p>
<h3>827 Facebbok-„Freunde“</h3>
<p>Böse Zungen behaupten diese dritte Form der Freundschaft könne gar nicht mehr existieren. Denn wie sollten 827 Facebook-„Freundschaften“ tatsächlich auf Tugendhaftigkeit beruhen? Suchen und finden wir das Gute in diesen unzähligen Online-Freunden oder basieren sie nicht vielmehr auf Nutzen und Lust? Nicht nur der moderne Freundschaftsbegriff allein wird oftmals in Frage gestellt, sondern auch die Form der Kommunikation. Wir würden uns in die digitale Welt verkriechen, pausenlos mit unseren Smartphones beschäftigt sein und uns lieber über WhatsApp, den Facebook Messenger oder ähnliche Apps unterhalten, anstatt unsere Freunde in der realen Welt zu treffen, behaupten viele. Beim Drang ständig erreichbar zu sein, nichts zu verpassen und nur ja ein Foto der frisch servierten Pizza beim Italiener auf Instagram hochzuladen, kann das Gegenüber schnell einmal in Vergessenheit geraten. Freundschaften seien oberflächlich geworden und Smartphones würden einsam machen.</p>
<p>Bei all den negativen Aspekten der technischen Weiterentwicklung, werden unzählige positive Aspekte gerne von Kritikern &#8211; oftmals selbst digital unerfahren &#8211; übersehen. Natürlich sind unsere 827 Freunde auf Facebook nicht unsere tatsächlichen Freunde. Der Ausdruck „Facebook-Freund“ hat vielmehr einen eigenen Status erreicht, der in den wenigsten Fällen als wahre Freundschaft zu verstehen ist. Aber sich immer wieder an der Begrifflichkeit zu stören ändert nichts an der Tatsache, dass Facebook uns den Kontakt zu Menschen ermöglicht, die womöglich auf der anderen Seite der Erde sitzen.</p>
<h3>Früher war alles besser?</h3>
<p>Die Welt ist globalisiert. „Mal eben“ für ein Jahr durch Neuseeland zu reisen, ist für viele nicht mehr unrealistisch. Auf Facebook können wir Freunde und Familie durch Bilder, Videos oder Standortmittleilungen an unseren Reisen teilhaben lassen. Wer seine Bilder und Videos aber nicht im Netz veröffentlichen will, versendet sie einfach über WhatsApp oder lädt sie auf Snapchat hoch. Hier sind sie sogar nur für 24 Stunden sichtbar. So fühlt es sich für die Familie durch Snapchat fast so an, als wäre sie live bei der Reise dabei. Zusätzlich werden wir unzählige neue Bekanntschaften machen. Aber wie Kontakt halten? Die sozialen Netzwerke machen es uns leicht.</p>
<p>Vor 30 Jahren hätte ein Anruf von Übersee nach Deutschland vermutlich die halbe Reisekasse aufgebraucht. Briefe und Postkarten mussten genügen. Diese hatten mit Sicherheit ihren Charme, aber warum auf kostengünstige Kommunikation in Form von Text-, Voice- und Videonachrichten verzichten?</p>
<p>Geographische Flexibilität ist Grundvoraussetzung, um im heiß umkämpften Arbeitsmarkt der modernen Welt bestehen zu können. Schon während des Studiums ist es nicht ungewöhnlich, wenn Bachelor und Master an unterschiedlichen Orten absolviert werden. Wir müssen uns daran gewöhnen, „neu“ zu sein. Sich dann wieder ein Leben aufzubauen und Kontakte zu knüpfen ist nicht immer leicht. Facebook-Gruppen wie „Neu in Berlin“ ermöglichen uns einen direkten Weg dahin. Einfach der Gruppe beitreten, einen netten Gruß posten und schon werden Leute darauf reagieren. Ein Treffen soll organisiert werden? Kein Problem: Einfach eine Umfrage in der Facebook-Gruppe starten oder gleich Handynummern austauschen, um sich im Gruppenchat bei WhatsApp zu organisieren. Gerne wird gesagt wir würden faul werden durch diesen technischen Fortschritt, wir würden verlernen wie man Kontakte von Angesicht zu Angesicht knüpft und wie man diese pflegt. Naja – warum einfach wenn es auch kompliziert geht?</p>
<h3> Herzensbund</h3>
<p>Der Begriff des Facebook-„Freundes“ stiftet Verwirrung. Davon abgesehen hat die technische Weiterentwicklung aber nicht dafür gesorgt, dass die Bedeutung von Freundschaften abnimmt. Im Gegenteil – Freundschaften zu pflegen ist viel einfacher geworden. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ zählt nicht mehr. Während wir früher zu faul waren, Kontakte über weite Distanzen durch Briefe und unbezahlbare Telefonpreise aufrecht zu halten, ist es jetzt ein leichtes zu erfahren, wie es der Studienfreundin während ihres Erasmus-Jahres in Budapest ergeht. Mit Apps wie WhatsApp sind wir weder finanziell noch technisch beschränkt.</p>
<p>Aristoteles Tugendfreundschaften sind heutzutage genauso gang und gäbe wie vor 5, 20 oder 50 Jahren. Die modernen Medien machen es uns lediglich leichter, unsere Freundschaften zu pflegen. Das Gute im jeweils anderen suchen und finden, durch gemeinsame negative und positive Erfahrungen gegenseitiges Vertrauen und Zuneigung schaffen, einen „Herzensbund“ bilden – all das verschwindet nicht durch Apps und Soziale Netzwerke. Wir müssen uns nur einlassen auf diese neuen Methoden der Freundschaftsfindung, denn die Welt steht nicht still und wir müssen uns mit ihr drehen.</p>
<p>Weitere Beiträge unserer Sommerreihe “Zusammen im Netz – Beziehungen in Zeiten neuer Medien”<a title="Dossier Sommerreihe &quot;Zusammen im Netz&quot;" href="http://politik-digital.de/category/themen/zusammen-im-netz-beziehungen-in-zeiten-neuer-medien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 </a><a class="hover_opacity" href="https://pixabay.com/en/hand-friend-people-friendship-782688/">ju_sajjad0</a></p>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/zusammen-im-netz-freundschaften-im-wandel-146737/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
