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	<title>Wikileaks &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Wikileaks &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Verspielt WikiLeaks seine Glaubwürdigkeit?</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2016 09:26:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hillary Clinton, Saudi-Arabien, AKP. In mehreren Fällen geriet WikiLeaks zuletzt aufgrund der Veröffentlichung sensibler Dokumente über unbeteiligte Personen oder wegen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/209909588_b031b443b6_o.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-150104 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/209909588_b031b443b6_o.png" alt="No Dumping!" width="640" height="392" /></a>Hillary Clinton, Saudi-Arabien, AKP. In mehreren Fällen geriet WikiLeaks zuletzt aufgrund der Veröffentlichung sensibler Dokumente über unbeteiligte Personen oder wegen der Belanglosigkeit von Informationen ins Fadenkreuz der Kritik. Die Plattform muss Dokumente verantwortungsbewusst sichten und redigieren – ansonsten verliert sie ihre Glaubwürdigkeit.</p>
<p>In den vergangenen Monaten stand die Enthüllungsplattform WikiLeaks zunehmend in der Kritik. Vor kurzem <a href="http://bigstory.ap.org/article/b70da83fd111496dbdf015acbb7987fb/private-lives-are-exposed-wikileaks-spills-its-secrets" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fand die Nachrichtenagentur Associated Press heraus</a>, dass die vor einiger Zeit veröffentlichten Dokumente aus Saudi-Arabien persönliche Informationen unbeteiligter Dritter beinhalteten. Eigentlich sollten die geleakten Dokumente Aufschluss über die Funktionsweise des saudischen Regierungsapparats geben, doch zugleich befanden sich private Informationen über einzelne Personen in den Dokumenten. So kann man in zwei Fällen Namen von jugendlichen Vergewaltigungsopfern, mindestens 124 medizinische Akten oder in mehr als 500 Fällen Informationen aus Pässen sowie akademische und beruflichen Unterlagen einsehen.</p>
<p>Unter anderm beinhalten die saudischen Staatsdokumente auch sensible Informationen über Hochzeiten, Scheidungen, vermisste Kinder, teilweise den Status der Jungfräulichkeit von Bräuten oder Geschlechtskrankheiten wie Hepatitis C oder HIV. Associated Press hat mit insgesamt 23 Betroffenen telefoniert, die vom Auftauchen ihrer Namen in den Dokumenten zumeist nichts wussten. „Sie haben alles veröffentlicht: meine Telefonnummer, Adresse, Name, Details. Wenn meine Familie das sehen würde… Das Veröffentlichen solcher Informationen kann Menschen zerstören“, zitiert AP einen saudischen Mann, zu dessen Sorgerechtstreit WikiLeaks Dokumente mitveröffentlicht hat.</p>
<h3>Kein Leak ohne Redaktion</h3>
<p>Die Enthüllungsplattform von Julian Assange wird nun zurecht dafür kritisiert, dass sie Dokumente ohne vorherige Sichtung und Redaktion veröffentlicht – ohne Rücksicht auf den Datenschutz und die Privatsphäre unbeteiligter Dritter. Und gerade in diesem sensiblen Bereich, in dem WikiLeaks agiert, müsste eine Kuration eine Grundvoraussetzung vor dem Leak sein. Wie im Falle von Edward Snowden, der die NSA-Dokumente an verantwortungsbewusste Journalisten weitergegeben hat.</p>
<p>Doch eigentlich ist genau diese Maxime ein Grundpfeiler von WikiLeaks. <a href="http://www.ted.com/talks/julian_assange_why_the_world_needs_wikileaks?language=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In einem TED-Talk </a>merkte Assange 2010 noch an, dass es legitime Geheimnisse gibt – beispielsweise die Aufzeichnungen eines Arztes. Doch der WikiLeaks-Aktivist zeigte schnell Inkonsistenzen bezüglich dieser Leitlinie: „Wir können auf solche Material nicht drei Jahre lang sitzen, damit sich eine Person Zeile für Zeile durch den Haufen wühlt“, so zitiert ihn AP einen Monat später auf einer Veranstaltung des Londoner Frontline Club.</p>
<p>Das Leaken von Dokumenten über unbeteiligte Personen ist eigentlich auch nicht der Anspruch von WikiLeaks – vielmehr verschreibt sich die Plattform hehren Zielen: „WikiLeaks spezialisiert sich auf die Analyse und Publikation großer Datensätze zensierter oder anderweitig eingeschränkt zugänglicher Materialien von offiziellen Stellen. Das beinhaltet Krieg, Spionage und Korruption.“ In einem <a href="http://www.spiegel.de/international/world/spiegel-interview-with-wikileaks-head-julian-assange-a-1044399.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel-Interview</a> erklärte Julian Assange noch vor einem Jahr, dass WikiLeaks solchen Dokumenten „Asyl“ gäbe und sie „analysiere“. Doch das geschah im Falle der saudischen Papiere offenbar nicht in ausreichendem Maße – sonst wären persönliche Informationen Einzelner nicht öffentlich zugänglich.</p>
<h3>300.000 belanglose AKP-Mails</h3>
<p>Ein ähnlich problematisches Vorgehen zeigte sich Ende Juli auch bei der Veröffentlichung der sogenannten „AKP-Mails“. WikiLeaks hat auch in diesem Fall gezeigt, dass die Redaktion von Dokumenten und Inhalten nicht im Mittelpunkt steht. Am 19. Juli publizierte die Plattform mit großem Tamtam knapp 300.000 E-Mails der türkischen Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, die sich allerdings als Spam, Malware oder einfache Bürgeranfragen an die AKP herausstellten. In der <a href="http://www.huffingtonpost.com/zeynep-tufekci/wikileaks-erdogan-emails_b_11158792.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">US-Ausgabe der Huffington Post</a> musste Redakteurin Zeynep Tufekci letztlich feststellen, dass „die E-Mails nichts von öffentlichem Interesse beinhalten.“ Die Mails enthüllen nichts, dass in irgendeiner Weise einen Nachrichtenwert hätte, so Tufekci.</p>
<h3>Es braucht Plattformen wie WikiLeaks</h3>
<p>Dabei sind die titulierten Ziele von WikiLeaks mehr als begrüßenswert – und im Laufe der Zeit hat die Plattform schon viele mächtige Personen und Institutionen wie die NSA oder die US-Regierung in die Bredouille gebracht. Denn die Aufdeckung von Korruptionsfällen, Machtmissbrauch oder Rechtsverletzungen ist für eine funktionierende Demokratie von hohem Wert. Man kann großen Respekt vor Whistleblowern haben, die sich für Ideale einsetzen und dabei sich und ihre Angehörigen in Gefahr bringen. Doch wenn man mit unbedachter Veröffentlichung unbeteiligten Menschen schadet, haben wir ein Problem. So wendeten sich zuletzt immer mehr Unterstützer von der Plattform ab – und selbst Edward Snowden kritisierte das Vorgehen von WikiLeaks <a href="https://twitter.com/Snowden/status/758759203037151232" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Tweet</a>: „Die Demokratisierung von Informationen war niemals wichtiger, und WikiLeaks hat dabei geholfen. Doch ihre Feindseligkeit selbst gegenüber maßvoller Kuration ist ein Fehler.“</p>
<p>Mit großer Macht geht eben auch große Verantwortung einher. Das hat man zuletzt beim DNC-Leak der Plattform gesehen. WikiLeaks veröffentlichte am 22. Juli fast 20.000 interne Mails des Democratic National Committee, der nationalen Organisation der US-Demokraten. Der Schriftverkehr belegte, dass die Parteiführung sich im Vorwahlkampf zur Präsidentschaftskandidatur nicht neutral verhalten hat, sondern Hillary Clinton bevorzugte. Keine Überraschung, dennoch musste Parteichefin Debbie Wasserman Schultz am Vorabend des Nominierungsparteitags in Folge der Leaks zurücktreten – drei weitere Führungsfiguren nahmen ebenfalls ihren Hut. Doch die Dokumente beinhalteten nicht nur Mails der Parteiführung, sondern auch mehr als zwei Dutzend Sozialversicherungs- und Kreditkartennummern. Zwei Betroffene wurden daraufhin laut eigener Aussage von Identitätsdieben ins Visier genommen.</p>
<p>Enthüllungsplattformen, die den Mächtigen in unserer Welt auf die Finger schauen und brisante Dokumente veröffentlichen, sind dringend erforderlich. Sei es, um Korruption oder Machtmissbrauch aufzudecken oder, wie im Falle Snowdens, um eine öffentliche Debatte anzustoßen. Doch mit solch sensiblen Dokumenten muss verantwortungsbewusst umgegangen werden, sonst landen neben potenziell brisanten Fakten schnell persönliche Informationen unbeteiligter Personen jedem zugänglich im Netz. Es braucht Journalisten, die solche Informationsberge sichten und gegebenenfalls redigieren, um einerseits Missbrauch persönlicher Informationen zu verhindern und um, wie im Falle der AKP-Mails, belanglose Dokumente auszusortieren. Doch WikiLeaks verspielt derzeit durch Unachtsamkeit und dem zu hohen Stellenwert öffentlichkeitswirksamer Veröffentlichungen seine Glaubwürdigkeit.</p>
<p>Titelbild:<a href="https://www.flickr.com/photos/hsivonen/209909588/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> No Dumping!</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/hsivonen/209909588/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Henri Sivonen </a>via <a href="https://www.flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0 </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>„Changing the world is hard“: Auf dem Weg zu einem neuen Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2014 12:19:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Allerorten wird das Allheilmittel der Transparenz gegen digitale Kontrolle und Machtmissbrauch angeführt. Einzelne Whistleblower aus dem Umfeld von Julian Assange [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EinbruchDerDunkelheit-II.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-136798" alt="EinbruchDerDunkelheit-II" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EinbruchDerDunkelheit-II.jpg" width="640" height="426" /></a> Allerorten wird das Allheilmittel der Transparenz gegen digitale Kontrolle und Machtmissbrauch angeführt. Einzelne Whistleblower aus dem Umfeld von Julian Assange und Wikileaks, aber auch Edward Snowden gelten als Magier dieser Zauberformel. Inwiefern bereichern Leakings unsere politische Öffentlichkeit sowie eine neue demokratische Informationsstruktur? Und wie können die Vermittlungsprobleme hin zur traditionellen Politik und zum politischen System gelöst werden? Diese und andere Fragen wurden auf der internationelen Konferenz „Einbruch der Dunkelheit“ in Berlin diskutiert.<br />
In der Folge der Enthüllungen Edward Snowdens wird das Verhältnis von Gesellschaft und Technik schon seit einiger Zeit intensiv diskutiert. Die Möglichkeiten digitaler Selbstermächtigung (z.B. durch Verschlüsselung) einerseits und kollektiver politischer Gegenentwürfe andererseits spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. <a href="http://futurezone.at/netzpolitik/dld-verschluesselt-alles-was-sich-verschluesseln-laesst/46.971.749" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Verschlüsselt alles, was sich verschlüsseln lässt“</a>, forderte <a href="http://dld-conference.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unlängst</a> der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC) Frank Rieger.<br />
Am vergangenen Wochenende fand die internationale Konferenz <a href="http://www.einbruch-der-dunkelheit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Einbruch der Dunkelheit. Theorie und Praxis der Selbstermächtigung in Zeiten digitaler Kontrolle“</a> (im Folgenden: #eddcon), in der Berliner Volksbühne statt. Organisiert wurde sie von der <a href="http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturstiftung des Bundes</a>, konzipiert von der <a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Gazette</a>. Die Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops thematisierten u.a. die Themen Anonymisierung und Verschlüsselung. Wiederholt wurde jedoch problematisiert, dass technische Lösungen allein nicht ausreichten, dass wir vielmehr eine gesellschaftspolitische Debatte über das Internet selbst brauchten, die langfristig zur <a href="http://www.zeit.de/2014/05/internet-hacker-nsa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuerfindung des Internets</a> sowie zu einer demokratischen Informationsstruktur führe.<br />
Einige zentrale Konfliktlinien dieser Problematik traten bei dem von Tilmann Baumgärtel moderierten Streitgespräch zwischen dem amerikanischen Netzexperten <a href="https://twitter.com/Mlsif" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Micah L. Sifry</a>, dem Internetaktivisten <a href="https://twitter.com/ioerror" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jacob Applebaum</a> und dem Politikwissenschaftler <a href="https://twitter.com/drbieber" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christoph Bieber</a> hervor. Titel: „Transparenz: Was können wir von Manning, Assange und Snowden lernen?“. Das Schlagwort der Transparenz wird in den letzten Jahren vielerorts als Allheilmittel verwendet. Dieses Verständnis von totaler Transparenz gilt zurecht als naiv.<br />
Transparenz bezeichnet ein <a href="http://www.zeit.de/kultur/2011-02/interview-eva-horn/seite-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Paradox der Demokratie“</a>, weil Demokratien aus Öffentlichkeit und politischer Partizipation Legitimation beziehen. Aus diesem Grund ist Transparenz für Demokratien in einem gewissen Maß notwendig – für demokratische Entscheidungen genauso wie für die Kontrolle von Machtmissbrauch. Die allgegenwärtige Forderung nach totaler Transparenz kann aber, wie die NSA-Enthüllungen zeigen, auch in die totale Überwachung führen und <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39059" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„nimmt totalitäre Züge an“</a>, wie der Philosoph <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Byung-Chul_Han" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Byung-Chul Han</a> argumentiert.<br />
Daraus wird offenbar, dass Transparenz differenziert gedacht werden muss: im Verhältnis des Bürgers zum Staat, im Verhältnis des Staates zum Bürger sowie im Verhältnis des Individuums zu sich selbst und zu anderen Individuen. Die Forderung nach totaler Transparenz auf allen Ebenen beträfe somit nicht nur den Staat, sondern auch die Privatsphäre aller seiner Bürger_innen. Das Argument, wir hätten alle nichts zu verbergen, widerspricht, wie es der Philosoph Volker Gerhardt auf der #eddcon ausführte, unserer Subjektivität. Jede_r sollte von sich auch etwas zu verbergen haben – wir seien eben nicht gezwungen, alles von uns öffentlich zu machen, und das sei auch gut so. Allerdings muss auch ein demokratischer Staat, aus Sicherheits- und Funktionalitätsgründen, Geheimnisse haben, was hingegen nicht bedeutet, dass er alles geheim halten darf, wie dies in totalitären Staaten praktiziert wird.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sifry-Applebaum-Bieber-III.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-136800 alignnone" alt="Sifry-Applebaum-Bieber-III" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sifry-Applebaum-Bieber-III.jpg" width="526" height="239" /></a><br />
Zurück zum Anfang des Paradoxons. Wie Micah L. Sifry in seinem Vortrag auf der #eddcon deutlich machte: Um politisch zu partizipieren, müssen wir in bestimmten Fällen sehen können, was die Regierung tut. Transparenz ist notwendig für Beteiligung, wozu er das Beispiel Nahrungsmittel anführt. Wüssten wir nicht, was in der Ernährungsindustrie vor sich geht, wären wir nicht in der Lage, uns dem zu widersetzen. Sifry sprach in seinem Vortrag hauptsächlich über die Open-Data-Bewegung in den USA, die er als legitimes Korrektiv gewählter Regierungen betrachtet. Denn deren Vertrauen sei durch die Überwachungspraktiken nicht gewählter Geheimdienste beschädigt.<br />
Am Beispiel des Programmierers und Hackers Aaron Swartz, der Anfang 2013 Suizid beging, beleuchtet Sifry die Unzulänglichkeit des Engagements einzelner Hacker und Whistleblower, die unter großen staatlichen Druck geraten können, solange sie allein agieren. Das Internet mache uns zu atomisierten Zuschauern, individuellen Sprechern, allerdings sei die organisierte, kollektive Aktion weitaus schwieriger zu erreichen. Um sich organisieren zu können und politisch zu werden, müsse die Transparenz-Bewegung – die eigentlich (noch) nicht als „Bewegung“ im umfassenden Sinne zu bezeichnen sei, wie Sifry später betonte – in Netzwerken agieren. Die Bereitstellung von Daten kann in diesem Sinne nur der erste Schritt sein – es mangele an der Weiterverarbeitung, um damit politisch etwas bewegen zu können.<br />
Dieses Problem bestimmte entsprechend die Diskussion mit Jacob Applebaum und Christoph Bieber im Anschluss an Sifrys Vortrag. Auch Bieber problematisierte den fehlenden Transfer von Online-Netzwerken in das politische System. So könnten sowohl von der Straße, als auch von Leaking-Bewegungen aus dem Internet Impulse für den politischen Diskurs ausgehen, jedoch müsse diese politische Energie in die institutionalisierte Politik übertragen werden. Dazu bedürfe es zunächst der Aufbereitung durch klassische Medien.<br />
Über die Frage, ob politischer Widerstand von der Straße den gleichen sozialen Wert habe wie der politische Widerstand im Internet, gab es keine Einigkeit. Applebaum versteht Transparenz als Methode zur Schaffung sozialer Gerechtigkeit und betonte die Bedeutung entsprechender Online-Werkzeuge. Es brauche allerdings Strategien und Taktiken für diesen Machtkampf. Auch Bieber hält das Internet für ein wichtiges Instrument, hob aber hervor, dass dies alleine nicht ausreiche, um auch in der breiten Gesellschaft nachhaltig Akzeptanz für politische Bewegungen zu schaffen. Einig waren sich beide mit Micah Sifry: „Changing the world is hard“, es sei aber nicht unmöglich.<br />
Bilder: (C) <a href="http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturstiftung des Bundes</a>/ <a href="http://www.christian-ditsch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Ditsch</a>.<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>WikiLeaks vs. Hollywood: Enthüllungsplattform schießt gegen Kino-Thriller</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wikileaks-vs-hollywood-enthuellungsplattform-schiesst-gegen-kino-thriller-133973/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2013 11:25:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133976" alt="WikileaksPRSchlacht" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg" width="600" height="399" /></a>Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform WikiLeaks, deren Geschichte jetzt über die globalen Leinwände flimmert. Julian Assange findet: Der Thriller „Inside WikiLeaks &#8211; Die fünfte Gewalt“ ist ein gefährliches Zerrbild. Die PR-Schlacht hat begonnen.<br />
Im Januar 2013 bekommt der Schauspieler Benedict Cumberbatch („Sherlock“) eine <a href="http://wikileaks.org/First-Letter-from-Julian-Assange.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Mail </a>von Julian Assange, den er zuvor vergeblich zu kontaktieren versucht hatte. Cumberbatch wollte zur Vorbereitung auf seine Rolle im Thriller „Inside WikiLeaks“ mit Assange sprechen, erhielt jedoch lange keine Antwort von dem WikiLeaks-Gründer, der – ebenso wie seine Whistleblower-Plattform – nicht in die Produktion des Films involviert war.<br />
Einen Tag vor Beginn der Dreharbeiten erfährt Cumberbatch dann dank dieser E-Mail doch noch unmissverständlich, wie sehr Assange den Film ablehnt. Cumberbatch weiß von da an zweifelsfrei: Er wird einen Mann spielen, der nicht gespielt werden will, zumindest nicht nach dem vorliegenden Drehbuch.</p>
<h3>Bilder sind gefährlich</h3>
<p>Assange hält „Inside WikiLeaks“ für eine gegen ihn gerichtete Waffe. Er kennt die Macht der Traumfabrik, deren Bilder sich zumeist sehr fest in die Köpfe des Kinopublikums fressen – weil die Zuschauer an den Kinokassen nie bloß Tickets kaufen, sondern immer auch Deutungsschablonen.<br />
Wobei in Assanges Mail wieder offenkundig wird, dass er seine eigene Deutungsweise hat. Das Produktionsstudio Dreamworks stehe demnach in Verbindung mit WikiLeaks‘ wahrscheinlich größtem Feind: der US-Regierung. Welcher Natur diese Verbindung sein soll, führt Assange nicht aus und bemüht somit ein verschwörungstheoretisches Argumentationsmuster, in das sich z. B. auch seine Sicht auf die angeblich miteinander verbandelten Massenmedien (MSM = Mainstream Media) fügt.<br />
Etwas konkreter wird Assange, wenn er schreibt, was ihn an „Inside WikiLeaks“vor allem stört. Der Film basiert auf zwei Sachbüchern, die er nicht beim Namen nennt, aber für stark diskreditierend hält: <a href="http://politik-digital.de/wikileaks-aktivist-appelbaum-wirft-guardian-schwere-fehler-vor/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„WikiLeaks. Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung“</a> von den Guardian-Journalisten Luke Harding und David Leigh sowie „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ des ehemaligen WikiLeaks-Mitarbeiters Daniel Domscheit-Berg. Beide Bücher setzen sich kritisch mit Assange und WikiLeaks auseinander. Sie sind der Grund, warum WikiLeaks unmittelbar nach Bekanntgabe der Produktion des Hollywood-Films über die Enthüllungsplattform twitterte:</p>
<blockquote><p>„This is how bullshit ends up being history: Spielberg [einer der Gründer von Dreamworks] lines up WikiLeaks film based on books by opportunists.“</p></blockquote>
<p>Twitter ist der Kanal, von dem aus WikiLeaks auch heute sein Image verteidigt. „Inside WikiLeaks“ lief am 18. Oktober in den US-amerikanischen Kinos (unter dem Titel „The Fifth Estate“) an. WikiLeaks konnte diesen PR-Schlag nicht unbeantwortet lassen, weswegen die Enthüllungsplattform sich alleine am Tag des Filmstarts in 18 Tweets mit dem Film auseinandersetzte. Dessen geringe Besucherzahlen spielten der WikiLeaks-PR in die Hände, gaben eine Steilvorlage für bissig-hämische Kommentare. Der Tenor: Der Film ist Dreamworks‘ größter Flop seit zehn Jahren – aber wer hätte vom „Twilight“-Regisseur Bill Condon auch etwas anderes erwartet? Julian Assanges Freunde scheinen ähnlich zu denken; ein gepostetes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k9YrH8FyWs0&amp;feature=c4-overview&amp;list=UUcg9c3gXb_rwyqzeCaLuHDA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> soll sie nach einer Vorstellung von „Inside WikiLeaks“ zeigen, wie sie sich über den Film auslassen.<br />
Die Verantwortung für den Flop beansprucht WikiLeaks für sich:</p>
<blockquote><p>„After our boycott, Dreamworks‘ Fifth Estate is now headed to be the worst financial disaster of all time after 2003’s &#8216;Sinbad&#8217;.“</p></blockquote>
<h3>High-Speed-Enthüllungen</h3>
<p>Die Hollywood-Version von WikiLeaks‘ Aufstieg zur „fünften Gewalt“ hält sich weitestgehend chronologisch an die tatsächlichen Ereignisse. Das Tempo ist dabei so hoch, dass dem weniger sachkundigen Zuschauer der Kopf schwirren wird. Auf der einen Seite sehen wir, wie Daniel Berg (Daniel Brühl) – so hieß Domscheit-Berg vor seiner Hochzeit – rasch zum Vertrauten Assanges (Benedict Cumberbatch) aufsteigt, fasziniert von dessen Visionen und Charisma, auf der anderen Seite reiht sich Enthüllung an Enthüllung: ein Korruptionsskandal in Kenia, die Steuerhinterziehung der Schweizer Bank Julius Bär, interne Dokumente der Sekte Scientology. Dramaturgische Höhepunkte sind schließlich die Enthüllungen, mit denen WikiLeaks Journalismusgeschichte geschrieben hat: Das <a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> über einen Helikopterangriff auf Zivilisten im Irak, die Warlogs aus Afghanistan und Irak – und das historisch beispiellose Offenlegen einer Viertelmillion geheimer Berichte US-amerikanischer Botschaften und des Außenministeriums.<br />
Assange wird im Film nicht dämonisiert, hinterlässt aber einen zwiespältigen Eindruck. Er ist einnehmend und scheint getrieben vom Ideal der Machtkontrolle, zeigt aber auch immer wieder narzisstische Züge. Die Beziehung zu Daniel Berg zerbricht hier vor allem am autoritären Führungsstils Assanges und an dessen Weigerung, die afghanischen „Kriegstagebücher“ vor Veröffentlichung um für Informanten potentiell gefährliche Details zu kürzen (zum Teil kam Assange dieser auch von den beteiligten Medien erhobenen Forderung dann doch nach, was im Film aber unerwähnt bleibt).</p>
<h3>„Das war aber ganz anders!“</h3>
<p>Dass „Inside WikiLeaks“ den Charakter Assanges und die Methoden seiner Organisation partiell infrage stellt, hat WikiLeaks dazu veranlasst, wie schon in Begleitung der Dokumentation <a href="politik-digital.de/we-steal-secrets-die-geschichte-von-wikileaks-als-doku-thriller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„We Steal Secrets“</a> ein mit Anmerkungen versehenes <a href="http://wikileaks.org/The-Fifth-Estate.html#about" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehbuch</a> zu publizieren. Die Beanstandungen betreffen mögliche Petitessen und potentiell schwerwiegende Realitätsverzerrungen. Ob sich Assange nun, wie im Film dargestellt, die Haare weiß färbt oder nicht, ist von geringer Bedeutung. Der Grad der Involvierung Domscheit-Bergs gehört sicher ebenfalls nicht zu den Streitfragen höchster Priorität – zumal die Macher von „Inside WikiLeaks“ keinen Anspruch auf Objektivität erheben und zugeben, die Ausgestaltung der Filmfiguren auch unter dramaturgischen Gesichtspunkten vorgenommen zu haben.<br />
Entscheidender sind die Diskrepanzen hinsichtlich des Transparenzbegriffs, die sich zwischen der Filmdarstellung und den offiziellen Verlautbarungen von WikiLeaks auftun. Ist Assanges Vorstellung von Transparenz tatsächlich so absolut, wie der Film nahelegt, gewichtet er sie also höher als den Informantenschutz? Dem widerspricht WikiLeaks in den Anmerkungen vehement, verweist etwa auf die Zurückhaltung von 15.000 Afghanistandokumenten (gleichwohl wurden 76.000 unredigiert ins Netz gestellt).<br />
Hat Domscheit-Berg wirklich im Sinne des Quellenschutzes gehandelt, als er im Zuge seines Ausscheidens bei WikiLeaks Belege über US-amerikanisch verantwortete Kriegsverbrechen in Afghanistan von den WikiLeaks-Servern mitnahm und später löschte? Wer trägt die Schuld daran, dass die unredigierten Depeschen 2011 ihren Weg ins Internet fanden – der Guardian-Journalist David Leigh, der in seinem Buch das Passwort verriet, oder Assange, der Leigh nach das Passwort entgegen einer Zusicherung nicht änderte? Und wie groß ist der Schaden, der dadurch entstand, dass die Depeschen und der Großteil der Afghanistandokumente ohne Schwärzungen für alle zugänglich geworden sind?<br />
WikiLeaks‘ Versuch des Gegensteuerns, unter anderem durch die Verbreitung eines eigenen Dokumentarfilms („Mediastan“) zum Start der Hollywood-Produktion, ist legitim; genauso legitim wie die Fiktionalisierung einer zeitgenössischen Organisation und ihrer Mitarbeiter, die ja teilweise im öffentlichen Raum agieren und öffentliche Deutungen daher aushalten müssen.<br />
Vielleicht übertreibt es WikiLeaks aber mit der Sorge um das eigene Ansehen – weil Hollywood dieses Mal gar keine so prägenden Bilder liefert. Das Kritikerecho auf „Inside WikiLeaks“ jedenfalls ist in der Summe negativ. Und nicht mal dem von Assange verdammten Guardian-Journalisten und Mitautor der Buchvorlage, David Leigh, hat die Interpretation aus Hollywood sonderlich gefallen.<br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
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Bild: © 2013 Constantin Film Verleih GmbH<br />
Text:<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
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		<title>Wikileaks-Aktivist Appelbaum wirft Guardian schwere Fehler vor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2013 12:33:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Guardian]]></category>
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		<category><![CDATA[Luke Harding]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Guardian-Redakteure Luke Harding und David Leigh wollten ihr Buch „WikiLeaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221; präsentieren, in dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/InsideWikileaks.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-133088" alt="InsideWikileaks" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/InsideWikileaks.jpg" width="640" height="426" /></a>Die Guardian-Redakteure Luke Harding und David Leigh wollten ihr Buch „WikiLeaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221; präsentieren, in dem sie sich auch kritisch mit WikiLeaks auseinandersetzen – aber schon bald stand die britische Zeitung selbst unter Beschuss. Überraschend meldete sich im Publikum der Hacker und Assange-Freund Jacob Appelbaum mit Vorwürfen zu Wort. Er kritisierte den Guardian u. a. dafür, Sicherheitsstandards missachtet zu haben – und weitere Enthüllungen über die NSA zurückzuhalten.<br />
Sie hatten sich den Abend sicher entspannter vorgestellt. Luke Harding und David Leigh nutzten einen Berlin-Aufenthalt für die Präsentation ihres Buches „Wikileaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221;, das dieser Tage auf Deutsch erscheint. Thema der Monographie ist der als „Cablegate“ bekannt gewordene Leak einer Viertelmillion geheimer Dokumente aus den Botschaften und dem Außenministerium der USA. „Inside Wikileaks“, ein Ende Oktober startender Thriller mit Daniel Brühl und Benedict Cumberbatch, basiert zum Teil auf der Vorlage der renommierten Guardian-Journalisten. Die setzten gestern Abend in der Buchhandlung Hundt Hammer Stein in Berlin Mitte zunächst ebenfalls auf Unterhaltung. Leigh erzählte eine Anekdote von seinem ersten Zusammentreffen mit Julian Assange, bei dem der berühmte Hacker erst bis tief in die Nacht gearbeitet habe und danach einfach im Anzug auf dem Fußboden eingeschlafen sei. Doch mit den amüsanten Anekdoten war Schluss, als WikiLeaks-Unterstützer Jacob Appelbaum aus den Zuhörerreihen heraus eine Diskussion über angebliches Fehlverhalten des Guardian anstachelte. Sie ließ erahnen, welch tiefer Riss heute die einstigen Kooperationspartner trennt. Eine amorphe Internet-Enthüllungsplattform kämpft gegen ein klassisches Medium – wobei es natürlich auch um die Deutungshoheit über das Bild Julian Assanges geht.</p>
<h3>Wikileaks vs. Guardian: Alter Streit</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/buchrezension-julian-assanges-cypherpunks/">Jacob Appelbaum</a> ist Teil der Hackerszene, die ihr Elitenwissen einsetzen will, den Staaten weltweit Transparenz aufzuzwingen, allen voran seinem Heimatland USA. Appelbaum, der mehrfach dem Zugriff von Geheimdienstmitarbeitern ausgesetzt war, arbeitete für WikiLeaks und hat Kontakt zu Whistleblower Edward Snowden. Seine gestern vorgebrachte Kritik am Guardian steht in Verbindung mit beidem.<br />
Einer der Vorwürfe ist bereits älter und berührt den Streit zwischen WikiLeaks und dem Guardian:<br />
Leigh hat in der englischen Originalfassung seiner Monographie über die Enthüllungsplattform ein Passwort veröffentlicht, das Zugang ermöglichte zu über 250.000 redaktionell nicht bearbeiteten Telegrammen des US-Außenministeriums. Weltweit seien Informanten durch den Leak in Gefahr geraten, einige tatsächlich bedroht worden – ob das aufgrund des öffentlich gewordenen Passwortes geschah, ist umstritten. Auf den Vorfall angesprochen, verteidigte sich Leigh gestern erneut damit, dass ihm Assange zugesichert habe, das Passwort zu ändern. Bereits im September 2011 hatte der Guardian zudem erklärt, WikiLeaks habe bei Erscheinen des Buches keine Sicherheitsbedenken geäußert.</p>
<h3>Snowden und die Folgen</h3>
<p>Ein anderer Vorwurf ist aktueller, er betrifft den Fall „Snowden“. Appelbaum monierte, dass der Guardian Snowden keinen ausreichenden Quellenschutz geboten habe. Leighs Kollege Harding betonte daraufhin die komplizierte rechtliche Situation – und den Fakt, dass seine Zeitung sich immerhin mit einer engagierten Berichterstattung über die Geheimdienstüberwachung verdient gemacht habe.<br />
Die Behauptung Appelbaums, dass der Guardian seinen derzeit wohl bekanntesten Mitarbeiter – den Whistleblower-Kontaktmann Glenn Greenwald – nicht ausreichend gegen staatliche Repression abschirme, fand Leigh schlicht „verrückt“.<br />
Eine weitere Anschuldigung seitens Appelbaums: Der Guardian halte belastendes Material in der andauernden NSA-Affäre zurück, z. B. eine Liste aller Agenten des britischen Geheimdienstes, die im großen Stil Menschenrechte verletzten. Dieser Kritikpunkt trifft einen sensiblen Bereich, das Spannungsfeld zwischen Staat und Presse. Bekanntlich hatte der britische Nachrichtendienst GCHQ einige Guardian-Mitarbeiter im August dazu gezwungen, Festplatten zu zerstören, auf denen die von Snowden übermittelten Dokumente gelagert waren. Wohl auch deswegen verwies Harding – neben der Tatsache, dass eine Veröffentlichung der Liste Menschenleben gefährden würde – auf die strengen britischen Gesetze, die den Guardian fesseln würden.<br />
Die unerwartete Diskussion im Buchladen hat erneut gezeigt, dass die Gräben beim Thema „Leak“ längst nicht mehr nur zwischen Enthüllern und Staaten verlaufen. Mit WikiLeaks und dem Guardian kämpfen zwei in den Zielen verbundene, aber organisatorisch völlig unterschiedliche Wächter gegeneinander – jeder auch für seine eigene Reputation. Den Geheimdiensten dürfte das gefallen.<br />
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Bild: Cover „Wikileaks. Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung“</p>
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		<title>Game over &#8211; Digitale Presseschau KW 36</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Sep 2013 14:12:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Verschlüsselung der eigenen Daten scheint sinnlos geworden zu sein. Denn die Geheimdienste können trotzdem mitlesen, schreibt der Guardian unter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verschlüsselung der eigenen Daten scheint sinnlos geworden zu sein. Denn die Geheimdienste können trotzdem mitlesen, schreibt der Guardian unter Berufung auf den Whistleblower Edward Snowden. Und die Agenten setzen alles daran, ihr Überwachungssystem aufrecht zu erhalten – von Einsicht keine Spur. Für Stefan Plöchinger von der Süddeutschen Zeitung ist das Grund genug,  dem Staat bis auf Weiteres nicht mehr zu vertrauen.<br />
Auf Twitter läuft die Debatte über die neuen Enthüllungen des Guardian schon auf Hochtouren. Das allerdings heißt so viel nicht: Denn viele Twitterdebatten spiegeln keinesfalls „die Netzgemeinschaft“ als solche wieder – vielmehr finden manche Diskussionen zwischen dem immer gleichen Personenkreis statt. Das und mehr in der wöchentlichen Presseschau.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://www.youtube.com/watch?v=uy1af0A2Bn0<br />
Das heutige Video der Woche hat es sogar bin in den <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/video/2013/sep/05/germany-election-ad-viral-video" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guardian</a> geschafft: Der „Geh wählen“ Metallmix 2023 der IG Metall. Auf eher unkonventionelle Art und Weise fordert die Industriegewerkschaft insbesondere junge Menschen auf, am 22.September wählen zu gehen.</p>
<h3><a href="http://www.theguardian.com/world/2013/sep/05/nsa-gchq-encryption-codes-security" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NSA knackt Codes &#8211; Die Kryptoparty ist vorbei</a></h3>
<p>Stimmt es, was Guardian, New York Times und ProPublica Neues über die NSA-Methoden veröffentlicht haben, könnte das den letzten Rest Vertrauen in die Privatheit von Online-Kommunikation zerbröseln. Wie die Zeitungen unter Berufung auf interne, von Snowden geleakte Geheimdienstpapiere berichten, können der US-amerikanische Geheimdienst NSA und sein britisches Pendant GCHQ selbst den Teil des Internetverkehrs einsehen, der verschlüsselt wurde. Protokolle wie HTTPS oder SSL, mit denen etwa Banken ihren Kunden die Sicherheit aller Online-Geschäfte garantieren wollen,  wären damit nicht sicherer als ein Schließfach aus Pappe. Das Vorgehen der NSA gleiche dabei dem eines Diebes, der den Tresor selber mit konstruiert hat – und zum High-Tech-Werkzeug greift, falls er einen unbekannten Schutzraum knacken muss. Die NSA habe Kontrolle über internationale Verschlüsselungsstandards, lasse Hintertüren in Programmcodes einbauen und setze Supercomputer zum Dekodieren ein. Brisant für große Internetgiganten wie Google oder Facebook: Der Geheimdienst implementiert die Schwachstellen in Zusammenarbeit mit den Technologieunternehmen, nicht alleine. Welche Unternehmen aber kooperieren, ist unbekannt.<br />
Alle Codes haben NSA und GCHQ angeblich noch nicht entschlüsseln können – doch um dieses Ziel zu erreichen, dürften die US-Agenten auf ein Jahresbudget von 254,9 Mio. Dollar zurückgreifen. Zum Vergleich: Das Ausspähprogramm Prism koste jährlich 20 Mio. Dollar.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/nsa-affaere-einbruch-in-den-schutzraum-1.1763930" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Was bleibt?</a></h3>
<p>Der Staat, oder zumindest die Geheimdienste, scheinen also sogar mitzulesen, was verschlüsselt wurde. Stefan Plöchinger von der Süddeutschen Zeitung zieht angesichts der aktuellen Enthüllungen ein ernüchterndes Fazit: Die Spitzelaktionen der Geheimdienste seien „total“ angelegt und würden auf einem Generalverdacht gegen die eigene Bürger basieren. Vor allem aber gebe es seitens der Geheimdienste keinerlei Einsicht, dass hier zentrale Grundwerte der modernen Demokratie – wie die Privat- und Intimsphäre – verraten werden. Denn die Geheimdienste würden fieberhaft daran arbeiten, ihre Fähigkeiten nun nicht zu verlieren – zum Beispiel durch massiven Druck auf die Medien. Was bleibt dem mündigen Bürger nach diesem Vertrauensbruch? Zumindest dürfe er den Regierungen nicht mehr trauen, „solange diese totale Sicherheit über grundlegende Freiheiten stellen &#8211; womit ja auch Freiheit vor dem Staat gemeint ist.“ Und es gelte, die Staatsspitzel vor digitale Hürden zu stellen, auch wenn das den neuen Informationen zufolge ein denkbar schwaches Mittel sei.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/exporte-von-ueberwachungstechnologie-trojaner-fuer-diktatoren-1.1762651" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reiselust</a></h3>
<p>Überwacht wird – das scheint die bittere Realität sein – rund um den Globus. Und deutsche Firmen unterstützen autokratische Regime bei der Überwachung ihrer Bürger, so steht es in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Neu veröffentlichte WikiLeaks-Dokumente legen nahe, dass deutsche Unternehmen Überwachungstechnologien an Turkmenistan und ähnliche Länder verkaufen (wollen). Denn der Markt für Überwachungstechnik ist milliardenschwer. Firmen wie Atis oder Gamma Group senden ihre Reisevertreter regelmäßig in autoritäre Regime. So wurde bereits 2011 bekannt, dass die Gamma Group ein Angebot für eine „Überwachungslösung“, an den turkmenischen Präsidenten schickte  – für ein Programm, das mächtiger ist als PRISM. Die neuen Daten belegen nun auf eindrucksvolle Weise das weiterhin andauernde Engagement der deutschen Firmen in autoritären Staaten. Alleine dieses Jahr waren Mitarbeiter deutscher Firmen demnach in Turkmenistan, Oman, Kasachstan und Äquatorialguinea zu Gast. Allerdings seien die Exporte von Überwachungstechnologie in der Regel legal und werden das auch bleiben – zumindest wenn es nach dem Willen der Bundesregierung gehe.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-08/netzneutralitaet-bundestagswahl-wahlprogramm/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die feinen Unterschiede</a></h3>
<p>„Ein neutrales Netz ist das wichtigste Ordnungsprinzip des Internets“. Die Parteien aber üben sich in Zurückhaltung, schreibt Angela Gruber auf Zeit Online. Im Bundestagswahl trete die Netzneutralität bislang nicht in Erscheinung. Angesichts drängender Fragen zur Rolle von Unternehmen in der digitalen Welt und den Zugangsmöglichkeiten der Bürger sei das ein Fehler. Denn an der Netzneutralität entscheide sich, wie das Internet in Zukunft funktionieren wird. Ansatzpunkte für eine Debatte aber sind vorhanden, zeigt ein Blick in Wahlprogramme der Parteien. Dort kommt auch die Netzneutralität zur Sprache. Dabei fallen zunächst zwei Dinge auf: Zum einen definieren die Parteien den Begriff Netzneutralität nicht immer gleich. Und zum anderen gebe es durchaus unterschiedliche Ansätze, wie ein wertneutrales Internet sichergestellt werden soll. Die feinen Unterschiede zwischen den Parteien arbeitet Angela Gruber in ihrem Artikel anschaulich heraus.</p>
<h3><a href="http://olereissmann.de/2013/09/wir-sind-die-001-prozent-die-second-screen-twitter-blase/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter? Überbewertet!</a></h3>
<p>„Was sagen denn die User dazu?“, tönt es immer öfter durch Fernsehsendungen. Danach liest jemand Kommentare aus dem Internet vor, u. a. von Twitter. Ole Reißmann (SPIEGEL ONLINE) ist genervt davon, welches Meinungsgewicht Twitter-Nutzern in Medienberichten zugebilligt wird. Also hat er den Anteil ausgerechnet, den aktive User des Microblogging-Dienstes an der Gesamtzahl der Wahlberechtigten haben – ausgehend von denjenigen Kommentatoren, die Meinungen zum TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück beisteuerten. Nach einer Korrektur beträgt der Wert 0,058 Prozent. Reißmann fragt außerdem danach, wer die Twitterer – deren genaue Zahl für Deutschland unter Verschluss bleibe – eigentlich sind. Seine Vermutung: Geht es um die Rezeption des TV-Duells, seien hauptsächlich Politiker, Journalisten, Werber und Berliner Blogger beteiligt gewesen. Die agierten innerhalb einer Blase, weil ihre Kommunikationspartner weitestgehend aus demselben Personenkreis stammten. Eines seien sie gewiss nicht: Das Netz.<br />
Mitarbeit: <a href="http://politik-digital.de/user/tmayer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tobias Mayer</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>„We Steal Secrets“: Die Geschichte von Wikileaks als Doku-Thriller</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/we-steal-secrets-die-geschichte-von-wikileaks-als-doku-thriller-130229/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jul 2013 10:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Bradley Manning]]></category>
		<category><![CDATA[Adrian Lamo]]></category>
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					<description><![CDATA[Öffentlich machen, was geheim ist und der Öffentlichkeit schadet – das ist die Mission von Wikileaks. Transparenz wider die Macht! [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWeStealSecrets.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130239" alt="ArtikelbildWeStealSecrets" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWeStealSecrets.jpg" width="640" height="429" /></a>Öffentlich machen, was geheim ist und der Öffentlichkeit schadet – das ist die Mission von Wikileaks. Transparenz wider die Macht! Weil die Organisation aber ihrerseits mächtig geworden ist, richtete sich der Transparenzanspruch in den vergangenen Jahren zunehmend auch gegen sie selbst. Aktuellstes Beispiel ist die Kinodokumentation „We Steal Secrets“. Darin liefert der oscarprämierte Dokumentarfilmer Alex Gibney eine personenfixierte Aufarbeitung mit Thriller-Dramaturgie, deren Komplexität sie jedoch davor bewahrt, in simple Gut/Böse-Kategorien zu verfallen.<br />
Es beginnt wie „Mission: Impossible“. Regisseur Alex Gibney vermengt Interviews und Archivmaterial zu einem Auftakt, der auch aus einem Thriller stammen könnte, so sehr erfüllt er die Regeln des Spannungskinos: Die NASA bereitet Ende der 1980er einen Raketenstart vor, um das Raumschiff „Galileo“ ins All zu befördern. Dessen Energieantrieb basiert auf Plutonium und bringt Anti-Atomkraft-Aktivisten in Rage. Plötzlich leuchtet ein Schriftzug auf den NASA-Computern: WANK, das heißt „Worms against nuclear killers“. Eine Gruppe australischer Hacker hat sich Zugang zu einem der leistungsfähigsten Rechnersysteme der Welt verschafft! Eines ihrer Mitglieder soll zwanzig Jahre später zur Ikone all derjenigen werden, die daran glauben, dass das Knacken von Programmcodes auch Regierungen knackt: Julian Assange.<br />
So steckt das zweite Charakteristikum der Doku ebenfalls schon im Intro, nämlich die<br />
Konzentration auf die sichtbaren Köpfe von Wikileaks, zuallererst auf den Gründer Julian Assange. Er wird als hackender Heilsbringer eingeführt, der den nach 9/11 zunehmend omnipotenten US-Geheimdiensten seine radikale Freiheitsvision entgegensetzt: Wikileaks soll „erster Geheimdienst des Volkes“ werden. Assange, das weiß Gibney, trägt alle Merkmale von Wikileaks bereits in seiner Persönlichkeit. Er ist intelligent, kritisch gegenüber Großmächten, aber nie ganz zu fassen – ständig in Bewegung und charakterlich ambivalent, wie mit fortlaufender Filmdauer unübersehbar wird.</p>
<h3>Die ganze Welt schaut zu</h3>
<p>„We Steal Secrets“ ist chronologisch aufgebaut. Assanges Hacker-Pubertät, von einer dreijährigen Bewährungsstrafe gekrönt, folgt die Gründungsphase Wikileaks, inklusive der ersten Enthüllungen: Ein Leak brachte die Korruption in der Familie eines ehemaligen kenianischen Präsidenten an die Öffentlichkeit, ein anderer zeigt unverantwortliche Geschäftspraktiken der größten isländischen Bank kurz vor der Finanzkrise. Island ist ohnehin ein wichtiger Schauplatz, denn hier schnitten Wikileaks-Aktivisten das als „Collateral Murder“ bekannte Video, auf dem US-amerikanische Soldaten von einem Helikopter aus irakische Zivilisten töten. Doch die Filmaufnahmen waren nur Teil einer noch viel größeren Enthüllung. Im selben Jahr – 2010 – stellte Wikileaks mit den „Afghan War Diarys“ und den „Iraq War Logs“ die bisher größte Sammlung von öffentlich gemachten Kriegsdokumenten online. Sie belegen US-amerikanisch verantwortete Folter und zivile Opfer.<br />
In Gibneys Doku markiert der wohl berühmteste Leak einen Wendepunkt. Mit dem Whistleblower Bradley Manning bekommt der Film eine neue Hauptperson – und er bekommt Tiefe, da sich die Frage nach der Verantwortung von Enthüllern stellt.</p>
<h3>Angst vorm Leak</h3>
<p>Bradley Manning war zum Zeitpunkt seiner Kontaktaufnahme mit Wikileaks gerade mal Anfang 20. Er arbeitete als Militäranalyst in Bagdad. Da der aktuelle Prozess vor einem Militärtribunal noch läuft, steht eine abschließende Bewertung seiner Rolle aus. Alles deutet jedoch darauf hin, dass er die Quelle für Wikileaks folgenreichste Publizierung ist. Diese Sicht vertritt auch Gibney. Er lässt Manning durch Zitate aus Chats zu Wort kommen, in denen sich der junge Mann dem Hacker Adrian Lamo anvertraute – der ihn an die US-Behörden verriet. So entsteht das intimste Porträt des Films. Ob es nötig war, auch den Identitätskonflikt Mannings auszuleuchten – der homosexuelle Mann möchte lieber als Frau leben -, sei dahingestellt. In jedem Fall belegt der <a href="http://www.wired.com/threatlevel/2011/07/manning-lamo-logs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chat,</a> dass Manning schwer mit sich haderte, die von ihm sichergestellten Dateien weiterzureichen. Es ist nicht leicht, das Richtige zu tun, wenn es die Freiheit kosten kann.<br />
Nach Mannings Verhaftung verkomplizierte sich die Frage noch weiter – und für Gibneys Film spricht, dass dieser Punkt nicht übergangen wird: Sollte Wikileaks jetzt, da jedes Dokument prozessrelevant sein könnte, weiteres Manning-Material öffentlich machen? Assange entschied sich dafür. Aber was ist mit den Namen der in den Akten genannten Informanten, die den Amerikanern Hinweise gegeben hatten? Sollten die geschwärzt werden? Laut Gibney drängten New York Times, Guardian und Spiegel, die Wikileaks bei der Auswertung halfen, auf eine Schwärzung. Doch aus Zeitmangel sei Assange der Bitte nicht vollumfänglich nachgekommen – und habe einem Guardian-Reporter zufolge gar gesagt, Kollaborateure verdienten sowieso den Tod.</p>
<h3>Die Realität ist grau</h3>
<p>Spätestens nach dem Guardian-Zitat dürften Assanges leidenschaftlichste Anhänger Grund genug haben, im Kino die Vorstellung zu sprengen (oder wenigstens das Smartphone zu zücken und „We Steal Secrets“ in der Filmdatenbank <a href="http://www.imdb.com/title/tt1824254/combined" target="_blank" rel="noopener noreferrer">imdb</a> die niedrigste Wertung zu verpassen). Die Apologeten, unter denen sich Wikieleaks <a href="http://wikileaks.org/IMG/html/gibney-transcript.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">selbst</a> befinden, ignorieren jedoch das Bemühen Gibneys um Ausgewogenheit. Ein Dokumentarfilmer kann, will er möglichst objektiv sein, nicht mehr tun, als unterschiedliche Stimmen einzufangen. Daran hält sich Gibney. Wenn dann drei ehemalige Weggefährten Assanges unabhängig voneinander zu dem Schluss kommen, dass sie u. a. aufgrund dessen autoritären Verhaltens nicht weiter mit ihm arbeiten wollen, darf Gibney das nicht unter den Tisch kehren. Im Übrigen hat er Assange nach eigenem Bekunden mehrmals erfolglos um ein Interview gebeten, für das dieser aber eine fürstliche Entlohnung eingefordert hätte – oder die Bespitzelung anderer Interviewpartner.<br />
Viel Neues erfährt der kundige Zuschauer insgesamt jedoch nicht. Gibney hatte genug Arbeit, das Bekannte auf gut zwei Stunden Filmdauer zu komprimieren, was eine erhöhte Aufmerksamkeit auch auf Seiten des informierten Publikums verlangt. Das Geflecht von Personen, Orten und Ereignissen ist weit verzweigt und damit naturgemäß unübersichtlich. Je mehr Gibney aber seinen Film weitet, desto mehr stellt sich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt. Ist „We Steal Secrets“ der Weisheit letzter Schluss in Sachen „Wikileaks“? Nein, natürlich nicht. Wer eine Doku daran misst, dass sie „die Wahrheit“ bietet, handelt vermessen. Gibneys Auseinandersetzung gebührt Lob, weil er sich der Wahrheit zumindest nähert. Seine Methode: Komplexität zulassen, trotz Personenfokus und Dramatisierung. So sieht Transparenz aus, die mit den Mitteln des Kinos gewonnen wird.<br />
Und weil die Wikileaks-Geschichte geradezu danach schreit, auch im fiktionalen Kino Verwertung zu finden, wurde sie längst entsprechend adaptiert. Im Oktober dieses Jahres erscheint „Inside Wikileaks“ mit Daniel Brühl und Benedict „Sherlock“ Cumberbatch.<br />
Ein Film über den anderen großen Enthüller unserer Zeit, Edward Snowden, liegt ebenfalls in der Luft. Produzent Nico Hofmann („Unsere Mütter, unsere Väter“) kann sich solch ein Projekt gut vorstellen – Amateurfilmer haben auf youtube schon mal <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OWVGDBeR42I" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgelegt.</a><br />
Bild: thierry ehrmann <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Buchrezension: Julian Assanges „Cypherpunks“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oskar Brabanski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 13:56:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Für die einen ein Held, für die andern ein Krimineller: Zweifellos hat der immer noch unter Hausarrest stehende Wikileaks-Gründer Julian [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Stilgherrian-CC-BY.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-128159" alt="Stilgherrian CC BY" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Stilgherrian-CC-BY-630x374.jpg" width="630" height="374" /></a>Für die einen ein Held, für die andern ein Krimineller: Zweifellos hat der immer noch unter Hausarrest stehende Wikileaks-Gründer Julian Assange in den letzten zwei Jahren die digitale Öffentlichkeit gleichermaßen gespalten wie geprägt. Jetzt ist mit „Cypherpunks“ sein neues Buch erschienen. Doch wie viel Assange steckt in dem Buch?<br />
Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass das Buch de facto nicht von Julian Assange geschrieben wurde, sondern der Hauptteil die Verschriftlichung einer Diskussion zwischen Jacob Appelbaum, dem Gründer des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hackerspace">Hackerspace</a> <a href="https://noisebridge.net/">„Noisebridge“</a> aus San Francisco, Andy Müller-Maguhn, dem Mitgründer von <a href="http://www.edri.org/">European Digital Rights</a>, sowie Jérémie Zimmermann, dem Mitgründer der französischen Aktivisten-Organisation <a href="http://www.laquadrature.net/">La Quadrature du Net</a>, darstellt. Moderiert wurde das Gespräch, das laut den Beteiligten im vergangenen Herbst in London stattfand, von Assange selbst. Homogener und einiger können Diskussionsteilnehmer wohl kaum sein, sind sie doch alle Internet-Aktivisten, die dem Chaos Computerclub nahestehen und sich für mehr Onlinerechte, Anonymität im Netz und Transparenz einsetzen. Der Diskussion vorangestellt ist eine kurze Einleitung über die staatlichen und wirtschaftlichen Repressionen gegen Wikileaks, seine Gründer und Aktivisten.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_cypherpunks.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-128160" alt="Quelle: Campus Verlag" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_cypherpunks-305x485.jpg" width="305" height="485" /></a><br />
Und als Aktivisten-Credo liest sich auch das Buch. Julian Assanges Hauptthese ist, dass Staaten und Organisationen drei elementare Freiheiten haben sollten: die Freiheit der Kommunikation und damit verbunden die Gedankenfreiheit, die Freiheit der Mobilität sowie die Freiheit der wirtschaftlichen Interaktion. Diese Grundpfeiler der Staatlichkeit (die Assange absurderweise der Hisbollah zuschreibt und sie so zu einem legitimen Staat erhebt) sieht der Wikileaks-Chef in heutiger Zeit durch mächtige Staaten bedroht. Gemeint sind damit in erster Linie die Vereinigten Staaten, aber mittlerweile nicht mehr nur. Infolge der lückenlosen Überwachung elektronischer Kommunikation &#8211; die USA haben Server, auf denen sie jeden Telefonanruf und jede E-Mail speichern &#8211; sei eine freie Kommunikation nicht möglich, so die These. Genauso wenig sei noch die Freiheit der wirtschaftlichen Interaktion garantiert, wo doch jede Finanztransaktion in den USA zentral gespeichert und der Regierung zur Verfügung gestellt wird. So hat die US-Regierung zum Beispiel nicht nur ein weiteres Instrument der Überwachung (Kenntnis u.a. darüber, wer mit Wikileaks sympathisiert und ihnen Geld spendet), sondern auch einen Hebel für Repressionen (wirtschaftliche Sanktionen gegen Wikileaks wie Sperrung von Konten). Die eingeschränkte Freiheit der Mobilität illustriert Assange vor allem am Beispiel von Jacob Appelbaum, der wiederholt bei der Ein- oder Ausreise in die USA aufgehalten, schikaniert und verhört wurde.<br />
Legitimiert werde diese zutiefst antidemokratische Entwicklung durch die sogenannten vier Reiter der „Infokalypse“: Kinderpornographie, Terrorismus, Geldwäsche und der Krieg gegen bestimmte Drogen. Mit diesen vier Kriminalitätsbereichen werde die Einschränkung der Bürgerrechte legitimiert und der einzelne Bürger unter Generalverdacht gestellt. Dabei werde nicht in Einzelfällen bei begründetem Verdacht ermittelt, sondern es würden prophylaktisch alle Daten gespeichert – und das zu einem Bruchteil der Kosten der sonstigen Geheimdienstarbeit. „Rechtmäßige Überwachung ist ein Euphemismus &#8211; absolut, wie rechtmäßiger Mord &#8211; oder rechtmäßige Folter“ lautet der Konsens der Diskussionsteilnehmer.</p>
<h3>Welchen Ausweg aus der Totalüberwachung gibt es?</h3>
<p>Alle Diskussionsteilnehmer zeichnen den Kampf für Onlinerechte als Kampf zwischen David und Goliath: auf der einen Seite das Monster des illegitim handelnden Staates, der sukzessive Bürgerrechte einschränkt, seine Bürger verdächtigt und in wirtschaftliche Interessen verstrickt ist, auf der anderen Seite einige Cypherpunks (ein Hybridwort aus Cipher (Chiffre), Cyber und Punk) &#8211; jene Krieger, die mittels Internetaktivismus, Kryptographie und verschiedenen Technologien den Staat bekämpfen. Als Beispiel nennen sie den Erfinder der <a href="http://bitcoin.org/en/">Bitcoins</a>, der nicht-verfolgbaren Internetwährung. Zu welcher Seite sich die Diskussionsteilnehmer zählen, dürfte offensichtlich sein.<br />
Wenig überraschend ist auch die Haltung von Julian Assange, der stellenweise diszipliniert mitdiskutiert, hier und da aber belehrend, ja arrogant auftritt und seinen Mitstreitern andauernd ins Wort fällt: „Ich bin nicht dafür, dass wir die Idee einer Avantgarde vertreten sollten“, konstatiert Jacob Appelbaum. „Warte mal, warum eigentlich? Ich bin ein bisschen Avantgarde. Wo ist das Problem damit?“, wirft Assange zum Beispiel selbstgefällig ein.<br />
Wesentlich neue Aussagen trifft keiner der vier Internetaktivisten: Vor allem Assange hält an seiner Linie fest, die er seit seinen frühen Schriften verfolgt. Die Diskussion bleibt – trotz thematischer Kapitel – unstrukturiert und wenig zielorientiert. Auch die Auswahl der Diskussionsteilnehmer, die weitestgehend auf einer Linie argumentieren, sorgt für gegenseitige Zustimmung und Ergänzung: Wirklich kontrovers wird die Diskussion an keiner Stelle. Alle interessanten Aussagen (und ja, es gibt sie) werden von der Endzeitrhetorik zu sehr ideologisch eingefärbt, um ernst genommen zu werden. Schade eigentlich.<br />
Bilder: Stilgherrian (CC BY 3.0), Campus Verlag</p>
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		<title>Digitale Presseschau 33/2012</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Aug 2012 15:27:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Angst und Terror verursacht im Internet: Sei es der mexikanische Drogenkrieg 2.0 oder die Angst der US-Abgeordneten vor Internetaktivisten. Dabei [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Angst und Terror verursacht im Internet: Sei es der mexikanische Drogenkrieg 2.0 oder die Angst der US-Abgeordneten vor Internetaktivisten. Dabei kann das Internet auch Menschen helfen, wie beim Thema Menschenrechte oder bei der Wahrheitsfindung im Fall Vatileaks. Dies und mehr in der heutigen Ausgabe der digitalen Presseschau. </p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=xpgHhV5JmsY" title="Bloggerstatements zum Thema &quot;Menschenrechte und Internet&quot;" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/xpgHhV5JmsY?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das Medium Internet hat dazu geführt, dass das Thema Menschenrechte immer weiter in den Fokus rückt. Seien es Onlinekampagnen wie Kony oder &#8220;nur&#8221; ein Blogeintrag einer jungen ägyptischen Freiheitsliebenden. Die Internet und Gesellschaft Co:llaboratory hat nun ein Video produziert, in dem Bloggerinnen und Blogger aus aller Welt ihre Erfahrungen zum Thema Menschenrechte und Internet geschildert haben.</p>
<p><a href="http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/im-netz-der-kartelle" title="Im Netz der Kartelle"><strong>Im Netz der Kartelle</strong></a></p>
<p>Mexiko &#8211; ein aufstrebendes Land, allerdings von der Drogenmafia mitregiert. Auch nach der Präsidentschaftswahl von Enrique Peña Nieto im Juli hat sich daran nicht viel geändert. In der Zeitung der Freitag hat Sonja Peteranderl diese Woche dargestellt, wie der mexikanische Drogenkrieg auf soziale Netzwerke ausgedehnt wurde. Dabei spielt nicht nur die Blogosphäre eine Rolle, es geht auch Killer, die Fotos von Opfern auf Facebook posten. Anonymität ist die letzte Hoffnung der mexikanischen Social-Media-Aktivisten.</p>
<p><a href="http://futurezone.at/netzpolitik/10693-trapwire-wikileaks-schuert-ueberwachungsaengste.php" title="TrapWire: Wikileaks schürt Überwachungsängste"><strong>TrapWire: Wikileaks schürt Überwachungsängste</strong></a></p>
<p>Wegen des Wirbels um den Haftbefehl für Mitbegründer Julian Assange wurde es in den letzten Monaten etwas still um die Aktivitäten von Wikileaks. Durch die jüngste Veröffentlichung ist Wikileaks aber wieder in aller Munde. Gegenstand des &#8220;Leaks&#8221; war die Überwachungs-Software Trapwire, die frühzeitig die Planung von Terrorattacken erkennen und jetzt in Großstädten in den USA und Großbritannien zum Einsatz kommen soll. Jakob Steinschaden erklärt auf der österreichischen Nachrichtenplattform Futurezone, dass die Informationen über Trapwire teilweise nicht korrekt oder veraltet sind, trotzdem könne Wikileaks von der medialen Aufmerksamkeit profitieren.</p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article108628371/Piraten-und-FDP-streiten-ueber-Mitbestimmung.html" title="Piraten und FDP streiten über Mitbestimmung"><strong>Piraten und FDP streiten über Mitbestimmung</strong></a></p>
<p>Liquid Feedback vs. New Democracy, oder besser gesagt Piratenpartei gegen die FDP. Welche Online-Beteiligungsplattform ist besser? Im Interview für Welt Online haben Manuel Bewarder und Thorsten Jungholt mit Christopher Lauer (Piraten) und Jimmy Schulz (FDP) nicht nur über die Stärken und Schwächen der beiden Plattformen gesprochen, sondern auch gefragt, warum die FDP den Piraten dankbar sein können.</p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/netzpolitik-nach-sopa-protesten-die-angst-der-us-abgeordneten-vor-dem-internet-1.1441464" title="Die Angst der US-Abgeordneten vor dem Internet"><strong>Die Angst der US-Abgeordneten vor dem Internet</strong></a></p>
<p>Für die USA ist es das Jahr der erfolgreichen Online-Proteste: Erst der &#8220;Stop Online Piracy Act“ (SOPA), dann der &#8220;Protect IP Act“ (PIPA). Beide scheiterten im Repräsentantenhaus beziehungsweise im Senat. Nicht verwunderlich ist daher, dass Matthias Kolb von der Süddeutschen Zeitung in seinem Artikel die Angst der US-Abgeordneten vor dem Internet beleuchtet. Nach SOPA und PIPA haben die Online-Aktivisten schon den nächsten Geheimvertrag der Regierung im Auge. Und dieses Mal hat es nichts mit dem Thema Urheberrecht zu tun.</p>
<p><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2012/08/viele-wahrheiten-im-fall-vatileaks/" title="Viele Wahrheiten im Fall Vatileaks"><strong>Viele Wahrheiten im Fall Vatileaks</strong></a></p>
<p>Die Klatschpresse war voll davon: ein Kammerdiener von Papst Benedikt XVI. hat Informationen über den Vatikan verkauft und muss sich jetzt vor Gericht verantworten. Auch der Journalist Gianluigi Nuzzi hat vertrauliche Dokumente über Umwege aus dem Vatikan geschleust und veröffentlicht. Resultat: Erschreckende Geschichten über Korruption, Vergewaltigung und Geldwäsche. Was ist aber an den Geschichten dran? Um das herauszufinden gibt es in Italien unlängst eine Facebook-Gruppe und eine Online-Petition. Giuseppe Paletta hat sich für den ZDF-Blog Hyperland die Suche der Italiener nach der Wahrheit im Fall Vatileaks etwas genauer angeschaut.</p>
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 48</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 17:20:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/linkliste_banner.png" height="180" width="480" />
Netz-Zensur in der Türkei, Cablegate-Jubiläum &#38; Lebenszeichen von WikiLeaks, Regulierung &#38; Anarchie im Netz, Digitale Bürgerbeteiligung mit Adhocracy, INDECT als Werkzeug für Diktatoren  - dies und mehr in der Digitalen Presseschau.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Netz-Zensur in der Türkei, Cablegate-Jubiläum &amp; Lebenszeichen von WikiLeaks, Regulierung &amp; Anarchie im Netz, Digitale Bürgerbeteiligung mit Adhocracy, INDECT als Werkzeug für Diktatoren &#8211; dies und mehr in der Digitalen Presseschau.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 align="center"><strong>Unser Video der Woche</strong></h3>
<p align="center"><a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/click_online/9647872.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/tuerkei-zensur.png" alt="" width="480" height="271" /></a></p>
<p>Die BBC thematisiert in <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/click_online/9647872.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einem aktuellen Video-Report</a> die Einwirkungen der türkischen Regierung auf die Internet-Zensur. Mittlerweile sind geschätzte 20.000 Seiten (Erotik, Politik etc.) für Internetnutzer nicht mehr frei zugänglich. Jeder Türke soll sich für ein Internetpaket entscheiden (z. B. Familien- oder Kinderpaket), das die Art des Netzzuganges regelt. Das dafür vorgesehene Filter-System trat vergangene Woche offiziell in Kraft. Es droht die Sperrung hunderttausender Internetseiten. Auch bei Zeit Online erschien dazu <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-11/tuerkei-internet-zensur" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein informativer Beitrag</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="https://www.eff.org/deeplinks/2011/11/cablegate-one-year-later-how-wikileaks-has-influenced-foreign-policy-journalism" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cablegate One Year Later</a></strong></p>
<p>Auf den ersten Platz der dieswöchigen Presseschau schafft es ein Beitrag des Internetaktivisten Trevor Timm von der Electronic Frontier Foundation (EFF), in dem er beschreibt, wie die Cablegate-Veröffentlichungen von WikiLeaks ein Jahr danach den Journalismus sowie die Außenpolitik und den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1._Zusatzartikel_zur_Verfassung_der_Vereinigten_Staaten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1. Zusatzartikel</a> der Verfassung der Vereinigten Staaten beeinflusst haben. Es sei Aufgabe der Mainstream-Medien, zwar nicht Julian Assange, aber die Idee hinter WikiLeaks zu verteidigen, um den Tod der Pressefreiheit zu verhindern. Ein neues Lebenszeichen von WikiLeaks gab es übrigens gestern mit der <a href="http://wikileaks.org/the-spyfiles.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veröffentlichung der „Spy Files“</a>.</p>
<p><strong><a href="http://theeuropean.de/debatte/8942-das-netz-zwischen-regulierung-und-anarchie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzdebatte zur Freiheit des Internet</a></strong></p>
<p>„Das Internet stellt den Gesetzgeber vor neue Herausforderungen. Urheberrecht und Datenschutz müssen angepasst werden, neue demokratische Modelle werden debattiert &#8211; das Netz verliert sein anarchisches Moment.“ So leitet das Online-Magazin The European eine Debatte mit Beiträgen der Politiker Michael Kretschmer (CDU/CSU), Jimmy Schulz (FDP), Lars Klingbeil (SPD), Konstantin von Notz (Grüne) und Halina Wawzyniak (Linkspartei) über Regulierung und Anarchie im Internet ein.</p>
<p><strong><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/wie-viel-digitale-beteiligung-vertraegt-unsere-demokratie/5891614.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie viel digitale Beteiligung verträgt unsere Demokratie?</a></strong></p>
<p>Bei tagesspiegel.de erschien ein Beitrag von Anna Sauerbrey und Johannes Schneider über das vom Liquid Democracy e.V. entwickelte Bürgerbeteiligungstool „Adhocracy“ und digitale Bürgerbeteiligung. Dabei wird deutlich, dass die Bürger die Mitbestimmungsmöglichkeiten im Netz noch sehr zögerlich nutzen.</p>
<p><strong><a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/europaeische-ueberwachungstechnologie-werkzeug-fuer-diktatoren-1.1223440" target="_blank" rel="noopener noreferrer">INDECT: Werkzeug für Diktatoren</a></strong></p>
<p>Auf dem vierten Platz: ein Beitrag von Christoph Behrens zum europäischen Forschungsprojekt INDECT. Kritisiert wird darin nicht nur die Dimension der vorgesehenen Überwachungsmaßnahmen, sondern auch die Intransparenz des Projekts. Auch ist fraglich, ob das Projekt von Gesetzen und Verfassung gedeckt ist.</p>
<p><strong><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/neue-kolumne-silicon-demokratie-rettet-die-anonymitaet-11546665.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rettet die Anonymität</a></strong></p>
<p>Für die neue Kolumne „Silicon Demokratie“ von faz.net bricht der Internet-Skeptiker Evgeny Morozov eine Lanze für Privatsphäre und Anonymität im Netz als Schutz vor der Macht der Internetkonzerne. Zielscheibe und Namensgeber ist das US-kalifornische Silicon Valley, dessen Ziel es sei, die Konsumwelt total zu vernetzen und transparent zu machen – mit Erfolg!</p>
<p><strong><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2011/11/aegypten-die-frauenfeindliche-revolution/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die frauenfeindliche Revolution in Ägypten</a></strong></p>
<p>Am Montag begannen die ersten Parlamentswahlen in Ägypten seit dem Sturz des Mubarak-Regimes. Doch vor allem für die Frauen des Landes sei die ägyptische Revolution bereits jetzt eine Enttäuschung, meint Frederik Fischer im ZDF-Blog Hyperland. Sie seien Bürgerinnen zweiter Klasse und vermehrt Opfer sexueller Übergriffe, die wohl von Militär und Muslimbrüdern gezielt durchgeführt würden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 44</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/digitale-presseschau-kw-44-5474/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 09:49:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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		<category><![CDATA[Staatstrojaner]]></category>
		<category><![CDATA[LiquidFeedback]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
		<category><![CDATA[Transparency International]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/linkliste_banner.jpg" height="180" width="480" />Anonymous erklärt Mafia den Krieg, WikiLeaks als Geheimdienst des Volkes, Demokratie lernen mit LiquidFeedback - dies und mehr in der dieswöchigen Digitalen Presseschau. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anonymous erklärt Mafia den Krieg, WikiLeaks als Geheimdienst des Volkes, Demokratie lernen mit LiquidFeedback &#8211; dies und mehr in der dieswöchigen Digitalen Presseschau.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 align="center"><strong>Unser Video der Woche<br />
</strong></h3>
<p align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/bJORGO1Q2VY" frameborder="0" width="480" height="315"></iframe></p>
<p>Ab sofort führen wir in unserer Presseschau die neue Kategorie „Video der Woche“ ein. In dieser Woche ist unser Favorit die Videobotschaft der Hackergruppe Anonymous, die dem Drogenkartell „Los Zetas“ den Krieg erklärte, weil eines ihrer Mitglieder durch die Mafiaorganisation entführt worden sein soll. Die Hacker setzten dem Drogenkartell in einer Videobotschaft postwendend ein Ultimatum bis zum 5. November, um ihren Mitstreiter freizulassen. Ansonsten wolle man Namen, Adressen und Funktion möglicher Kartell-Mitglieder aus Politik, Justiz und Polizei veröffentlichten. Mehr dazu in einem Beitrag von Tobias Käufer <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-11/mexiko-anonymous-zetas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei Zeit Online</a>.</p>
<p><strong><a href="http://berlinergazette.de/wikileaks-journalistische-ethik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geheimdienst des Volkes</a></strong></p>
<p>Auf Platz 1 der Presseschau wählten wir einen sehr langen, aber sehr lesenswerten Artikel des Kriminologen und Journalisten Thomas Barth in der Berliner Gazette, der in einer Untersuchung zu dem Schluss kommt, dass sich die etablierten Medien in ihrer Berichterstattung unisono gegen den Whistleblower WikiLeaks in Stellung brächten. Ihr größter Vorwurf: WikiLeaks vernachlässige Informantenschutz und journalistische Ethik. Barth hinterfragt, ob diese Kritik berechtigt ist.</p>
<p><strong><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-11/facebook-gefaellt-mir-button/seite-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook ist der Täter</a></strong></p>
<p>In einem Gastbeitrag bei Zeit Online kritisiert der Internet-Unternehmer Christoph Kappes die Position des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) beim Thema Facebook: Statt die Bürger mit Bußgeldbescheiden zu überziehen, solle Facebook für den umstrittenen Like-Button in Haftung genommen werden. Kappes erläutert die rechtlichen Voraussetzungen sehr anschaulich.</p>
<p><strong><a href="http://pb21.de/2011/11/partizipationswerkzeuge-teil-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokratie lernen mit Liquid Feedback</a></strong></p>
<p>Noemi Kirschbaum erklärt auf pb21.de das digitale Partizipations-Tool LiquidFeedback, das beispielsweise in der Piratenpartei zum Einsatz kommt. Zudem wagt sie einen Ausblick und stellt Möglichkeiten vor, wie das Mitbestimmungstool im Bereich der politischen Bildung zum Einsatz kommen könnte. Ihr Beitrag ist der zweite in einer informativen Reihe zum Thema Online-Bürgerbeteiligung.</p>
<p><strong><a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35805/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Globales Schnüfflertreffen</a></strong></p>
<p>Matthias Monroy ist bei Telepolis einem internationalen „Trojaner-Stammtisch“ auf der Spur. Laut seinen Recherchen sind deutsche Polizeibehörden seit mehreren Jahren in internationalen Arbeitsgruppen zur Nutzung staatlicher Malware aktiv, um private Rechner zu infiltrieren und die Kommunikation abzuhören.</p>
<p><strong><a href="http://blog.abgeordnetenwatch.de/2011/11/03/volksinitiative-will-hamburg-zur-opendata-und-transparenz-hauptstadt-machen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hamburg als Transparenz-Leuchtturm</a></strong></p>
<p>Transparency International, Chaos Computer Club und der Verein Mehr Demokratie e.V. wollen die Hansestadt zum Vorzeigemodell in Sachen Transparenz und OpenData machen. Mit einer Bürgerinitiative wollen sie 10.000 Unterschriften von Hamburger Bürgern sammeln, um den Senat zur <a href="http://www.transparenzgesetz.de/index.php?id=gesetzesentwurf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umsetzung eines Transparenzgesetzes</a> zu bewegen. Zu den Forderungen gehört die Einführung eines Zentralen Informationsregisters und die Veröffentlichungspflicht von Informationen wie Senatsbeschlüsse und Verträge bzw. Informationen von öffentlichem Interesse.</p>
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