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	<title>Wolfgang Schulz &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Wolfgang Schulz &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Hidden Agenda? Wo die Große Koalition die Digitale Agenda sucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Mar 2014 11:47:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit der Umdeutung der Netzpolitik zur Digitalen Agenda werden spezifische Schwerpunkte gesetzt, die den Politiken des Internets ihren kritischen Stachel [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digitale-Hidden-Agenda.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138198" alt="Digitale-Hidden-Agenda" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digitale-Hidden-Agenda-630x377.jpg" width="630" height="377" /></a><br />
Mit der Umdeutung der Netzpolitik zur Digitalen Agenda werden spezifische Schwerpunkte gesetzt, die den Politiken des Internets ihren kritischen Stachel rauben. Um das Internet als Ermöglichungsstruktur für digitale Autonomie, mehr Demokratie und Partizipation zu nutzen, müssen kritische Stimmen aus der gesellschaftspolitischen Öffentlichkeit einbezogen werden. Die Aufgabe, die sich durch eine Transformation in eine digitale politische Öffentlichkeit ergibt, könnte vom neuen Ausschuss Digitale Agenda angenommen werden – dann wäre er auch kein „zahnloser Haifisch“.<br />
Der Begriff der Digitalen Agenda spiegelt einen Kampf um Deutungshoheit wider – und stellt damit auch einen Kampf um Macht dar. Es ist durchaus nicht als Spiel zu betrachten, wenn Ausschüsse umbenannt und bei Twitter neue Hashtags etabliert werden. Die CDU/CSU nennt ihren netzpolitischen Sprecher sogar in <a href="http://bundestag-digital.de/5-fragen-an-thomas-jarzombek-cdu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Sprecher für Digitale Agenda“</a> um (obwohl der auf seiner eigenen Homepage noch <a href="http://jarzombek.de/meine-politik-im-bundestag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„netzpolitischer Sprecher der Fraktion“</a> als Funktion angibt). Es handelt sich offenbar nicht um beliebige Etiketten oder Plakatierungen. So ist die mehrdeutige Beziehung zum englischen „agenda setting“ sowie zur „hidden agenda“ kein Zufall – die Digitale Agenda der Großen Koalition wurde schließlich hinter verschlossenen Türen entworfen. Sie ist somit wohl kein Error 404 für das Internet. Nur werden andere politische Schwerpunkte gesetzt, als sie unter dem Begriffsfeld der „Netzpolitik“ bislang bekannt waren. Netzpolitische Initiativen kamen ursprünglich aus dem oppositionellen Kontext des Internets, der <a href="http://politik-digital.de/netzpolitik-oder-digitalisierungspolitik-worum-geht-es-hier-eigentlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„netzpolitischen Zivilgesellschaft“</a>.</p>
<h3>Wer sucht das Netz im Verkehrsministerium?</h3>
<p>Die Frage nach der Ressort-Anbindung der Digitalen Agenda stand im Zentrum des <a href="http://www.netzreporter.org/2014/02/26/digitaler-salon-error-404-fur-das-internet-wer-sucht-das-netz-im-verkehrsministerium/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Salons</a> in der vergangenen Woche. Das Internet als Themenkomplex ist in dieser Legislaturperiode primär innerhalb der „digitalen Infrastruktur“ dem Verkehrsministerium als Appendix unterstellt. Obwohl das Wort „digital“ exorbitant häufig im Koalitionsvertrag verwendet wird, resultierte daraus weder ein zentrales Ministerium für Internet, Netzpolitik und Digitalisierung noch ein_e eigene_r Staatsminister_in, die/der diese Themen für die Regierung bündelt. Hier besteht offenkundig eine Diskrepanz, die auch den Auftakt der Diskussion im Digitalen Salon bildete.<br />
Die Regierungsseite, im Digitalen Salon vertreten durch Erwin Schwärzer, den Leiter des Referats IT 1 des Bundesministeriums des Inneren, bestimmte dann auch den Auftakt des Gesprächs, in dem um die „Kernressorts“, die die digitale Agenda bestimmen werden, gestritten wurde. Laut Schwärzer besteht dieser „Kern“ aus dem schon benannten Verkehrsministerium und darüber hinaus aus dem Ministerium für Wirtschaft und Energie sowie seinem eigenen Ressort, dem Innenministerium. Sekundieren solle noch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, es gehöre aber nicht primär zu den „Kernressorts“. Dem Internet, verstanden als Querschnittsthema, wurden so immerhin verschiedene Fachpolitiken zugeordnet. Fraglich blieben aber die Kooperationsmechanismen unter den Ministerien, die auch in Blockaden bestehen könnten, also nicht immer intelligent sein müssten, wie Wolfgang Schulz anmerkte, der Direktor des <a href="http://www.hiig.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft</a>.</p>
<h3>Internet als gesellschaftliche Aufgabe</h3>
<p>Dass Internet und Digitalisierung auch in die Zuständigkeitsbereiche weiterer Ministerien fallen, beispielsweise in die für Bildung und Forschung, Jugend oder Entwicklung, merkte u.a. Lena-Sophie Müller an, Geschäftsführerin der Initiative D21. Für Jugendliche, die immer mehr als Digital Natives aufwachsen, sei eine Förderung der Medienkompetenz von enormer gesellschaftlicher Bedeutung.<br />
Der (netz-)gesellschaftlichen Fraktion, die das „Internet als gesellschaftspolitische Aufgabe“ begreift, gehörten auch die anderen Diskutanten an. Der Netzwelt-Redakteur bei Spiegel Online Ole Reißmann vertrat die Ansicht, dass die gesellschaftlichen Transformationen, die mit dem Internet einhergehen, spezifische Fachpolitiken überschreiten. Und der Gründer von netzpolitik.org, Markus Beckedahl, kritisierte, dass Netzpolitik von der Großen Koalition als Industriepolitik behandelt werde.</p>
<h3>Ergebnisse der Internet-Enquete: Kritische Stimmen aus dem Internet einbeziehen</h3>
<p>Die Einbeziehung der sogenannten „Netzgemeinde“ könnte sich für die Mitglieder des neuen Ausschusses Digitale Agenda als sehr nützlich erweisen – auch im Hinblick auf die zu erwartenden Auseinandersetzungen in den Reihen der Regierungsfraktionen. Die „Netzpolitiker“ der Fraktionen, die größtenteils Mitglieder des Ausschusses sind, werden sich ihren politischen Einfluss auch in den eigenen Fraktionen im wahrsten Sinne des Wortes „erkämpfen“ müssen.<br />
Selbst wenn der neue Ausschuss keinen „federführenden“ Einfluss wird ausüben können, so könnte er zumindest als eine Art Demokratie- und Partizipations-Plattform genutzt werden, um kritische Stimmen aus der digitalen Öffentlichkeit in den politischen Diskurs einzubringen. So wies die Diskussionsrunde im Digitalen Salon wiederholt auf die Ergebnisse der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft der letzten Legislaturperiode hin.<br />
Dort steht etwa im Bericht der Projektgruppe Demokratie und Staat zu lesen: <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/122/1712290.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Eine digital vernetzte Demokratie ermöglicht die Erweiterung der Ausübung von Volkssouveränität durch eine stärkere substantielle Verknüpfung politischer Institutionen mit dem öffentlichen Prozess politischer Willensbildung“</a>. Eine Einbeziehung der „Netzöffentlichkeit“ durch digitale Technologien könne mitunter zu einer höheren Legitimation politischer Entscheidungen führen. Diese Netzöffentlichkeit habe „sich in Blogs und Foren herausgebildet“ und dehne „sich derzeit auf soziale Netzwerke und Kollaborationsplattformen aus“.<br />
Im Bericht der Projektgruppe Netzneutralität heißt es: <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708536.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ein freies Internet ist von unschätzbarem kulturellem, gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Wert“</a>, es verdanke <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708536.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„seine Attraktivität und Innovationskraft [&#8230;] maßgeblich dem offenen und vergleichsweise einfachen Zugang für Nutzer und Anbieter sowie der Übermittlung von Datenpaketen ohne Diskriminierung unabhängig von Sender und Empfänger“</a>. In diesem Zusammenhang ist zu kritisieren, dass die Netzneutralität im Koalitionsvertrag zwar gefordert wird, aber eine <a href="http://politik-digital.de/der-koalitionsvertrag-bietet-genug-angriffspunkte-interview-mit-der-neuen-stellvertretenden-piraten-chefin-caro-mahn-gauseweg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Netzneutralität mit Hintertüren“</a> bleibt und somit <a href="http://www.neunetz.com/2013/11/27/koalitionsvertrag-keine-netzneutralitat-aber-neutralitat-bei-suchergebnissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">faktisch abgeschafft</a> werden könnte.<br />
Auch beim Thema Datenschutz wäre der Rückgriff auf die Ergebnisse der Enquete-Kommission hilfreich, etwa beim Thema <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/089/1708999.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Privacy by Design und Privacy by Default“</a>. Die Initiative einer Datenschutzgrundverordnung sowie die gesetzliche Regelung der Netzneutralität werden jedoch maßgeblich von der Europäischen Union beeinflusst – daher muss der Eingriff der Politik und des Politischen hier auf internationaler Ebene stattfinden.<br />
Bild: politik-digital.de<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kontrolle von Killerspielen mangelhaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kontrolle_von_killerspielen_mangelhaft-522/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jun 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Computerspiel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span class="fett"> Wolfgang Schulz vom Hans-Bredow-Instituts für
Medienforschung war am Donnerstag, 28. Juni, zu Gast im tagesschau-Chat
in Kooperation mit politik-digital.de. In einer aktuellen Studie
stellt das Institut Mängel bei der Kontrolle von Computerspielen
fest. Was sich ändern muss, erklärt Schulz im Chat.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span class="fett"> Wolfgang Schulz vom Hans-Bredow-Instituts für<br />
Medienforschung war am Donnerstag, 28. Juni, zu Gast im tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de. In einer aktuellen Studie<br />
stellt das Institut Mängel bei der Kontrolle von Computerspielen<br />
fest. Was sich ändern muss, erklärt Schulz im Chat.</span><!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, liebe<br />
Killerspiel-Freunde und -Gegner, herzlich willkommen im tagesschau-Chat.<br />
In Hamburg ist jetzt der Medienforscher Dr. Wolfgang Schulz vom<br />
Hans-Bredow-Institut am Chat-Rechner. Das Hans-Bredow-Institut hat<br />
heute eine Studie veröffentlicht, in der es Mängel bei<br />
der Kontrolle von Computerspielen durch die Prüfstelle „Unterhaltungssoftware<br />
Selbstkontrolle“ feststellt. Rutschen also die Killerspiele<br />
durch den Jugendschutz? Frage nach Hamburg können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz</b>: Ja, Grüße aus Hamburg
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/wschulz85x.jpg" alt="Wolfgang Schulz" height="120" width="84" /><br />
<i>Wolfgang Schulz, <br />
Hans-Bredow-Institut für Medienforschung</i>
</p>
<p>
<br />
<b>Moderator:</b> Ok. Erst mal die Basics:</p>
<p><b>auchnemeinung:</b> Haben Sie und Ihre Mitarbeiter die<br />
Computerspiele eigentlich selbst gespielt? Wie gut kennen Sie sich<br />
mit Videospielen aus?</p>
<p><b>Rqwe:</b> Spielen Sie Computerspiele? Wenn ja, welche?</p>
<p><b>Wolfgang Schulz:</b> Ich habe „Alt-Erfahrung“<br />
mit Doom, aber wir haben einige der umstritten Spiele hier gespielt,<br />
alle gängigen Konsolen stehen neben mir. Counterstrike, Fear<br />
et cetera. Und indizierte, die ich hier nicht nenne.</p>
<p><b>Godmode:</b> Wie erforscht man denn die Wirksamkeit<br />
von Jugendschutz?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Das ist nicht leicht, es gibt<br />
keine gängigen Methoden. Wir haben uns alle Studien besorgt,<br />
die in diesem Feld einschlägig sind, was die Wirkung der Spiele<br />
selbst angeht. Einige basieren auf Befragungen, andere messen Aggression<br />
oder andere Faktoren vor oder nach dem Spielen. Ein weiterer Schritt<br />
ist die Messung der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen. Hier<br />
haben wir uns zunächst das System angeschaut: Gibt es Schwachstellen,<br />
die man schon sozusagen auf dem Papier sieht? Dann haben wir Experten<br />
befragt und Statistiken ausgewertet, etwa über Strafverfolgung<br />
in dem Bereich. Wir haben aber auch Testbestellungen von Spielen<br />
in Onlineshops durchgeführt. Also ein Methodenmix.</p>
<p><b>Moeller:</b> Was sind Ihre Hauptkritikpunkte am jetzigen<br />
Jugendmedienschutz?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Da könnte ich jetzt die<br />
ganz Studie posten&#8230; Also ein Punkt ist, dass es etwa für<br />
Eltern keine ganz einheitliche und durchschaubare Kommunikation<br />
gibt. Sehr oft weicht etwa die PEGI (Pan European Game Information)<br />
Kennzeichnung von der der USK ab. Woran sollen sie sich dann halten?<br />
Die Gutachten der Selbstkontrolle USK sind von ganz unterschiedlicher<br />
Struktur und Qualität, was vielleicht für den Endnutzer<br />
nicht so wichtig ist. Aber es ist bedeutsam, um sicherzustellen,<br />
dass die wissenschaftlichen Kriterien über die Wirkung von<br />
Spielen in die Bewertung möglichst rasch mit eingebunden werden<br />
und überhaupt die Qualität der Bewertung ständig<br />
verbessert wird. Wir haben allerdings in der Studie anders als andere<br />
Kollegen nicht einfach Spiele noch mal bewertet und unsere Einschätzung<br />
an die Stelle derer der USK gesetzt. Uns ging es um strukturelle<br />
Fragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Reihe von unseren Nutzern interessiert<br />
sich für die Details: Zum Beispiel der hier:</p>
<p><b>du:</b> Zu den betrachteten Studien: Welche Studien<br />
sind das konkret, bzw. von wem und wann wurden sie durchgeführt?</p>
<p><b>Moderator: </b>Damit sie das nicht alles aufzählen<br />
müssen: Gibt es die Studie auch im Netz bei Ihnen?</p>
<p><b>Wolfgang Schulz:</b> Die einzelnen Studien kann man<br />
in unserem <a href="http://www.hans-bredow-institut.de/presse/070628Endbericht.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht</a>,<br />
der ja downgeloaded werden kann, nachlesen. Es sind deutsche, aber<br />
auch internationale. Zusätzlich haben wir aber auch Kollegen<br />
aus unterschiedlichen Teildisziplinen gebeten, den Stand der Diskussion<br />
in Bezug auf die deutschen Jugendschutzkriterien zusammenzufassen.<br />
Diese Expertisen kann man auch downloaden. Sie geben einen exzellenten<br />
Überblick über den derzeitigen Forschungsstand. </p>
<p><b>spieler:</b> Ist bei der Einschätzung der Spiele<br />
durch die USK ein Trend in der Entwicklung der Spiele zu sehen?<br />
Also zum Beispiel, dass Spiele früher höher eingestuft<br />
worden als es jetzt für Spiele mit den selben Inhalten der<br />
Fall ist? </p>
<p><b>Wolfgang Schulz:</b> Diese Kritik wird jedenfalls von<br />
der Industrie vorgebracht. Ob das wirklich ein Trend ist in der<br />
Bewertungspraxis oder sichtlich daran liegt, dass die Spiele grafisch<br />
besser und damit möglicherweise auch für Jugendliche beeinträchtigender<br />
werden, können wir anhand des Materials nicht entscheiden.<br />
Man muss auch sagen, dass die in der politischen Diskussion sehr<br />
dominierenden so genannten „Killerspiele“ im Verhältnis<br />
zum Gesamtangebot gar nicht so dominant sind, so dass sich da schwer<br />
Trends ausmachen lassen.</p>
<p><b>Luke Skywalker:</b> Sind Ihre Ergebnisse in Bezug auf<br />
die Qualität der Prüfung der USK ein Hinweis darauf, das<br />
man die freiwilligen Selbstkontrolleinrichtungen im Jugendmedienschutz<br />
besser überwachen sollte?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Das ist eine gute Frage. Die<br />
Besonderheit bei den USK-Kennzeichen liegt darin, dass sie zwar<br />
auf Gutachten einer Freiwilligen Selbstkontrolle beruhen, aber von<br />
den staatlichen obersten Landesjugendbehörden vergeben werden.<br />
Insofern gibt es eine staatliche Kontrolle, die aber anders aussieht<br />
als in anderen Systemen der Co-Regulierung, weil hier Staat und<br />
Selbstkontrolle an einem Tisch sitzen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie haben davon gesprochen, dass Killerspiele<br />
im Vergleich zum Gesamtangebot gar nicht soviel ausmachen, daher<br />
was Grundsätzliches und die Nachfrage:
</p>
<p>
<b>Throki:</b> Und was ist eigentlich ein „Killerspiel“?<br />
Überall wird dieser Begriff benutzt, aber niemand scheint ihn<br />
wirklich definieren zu können.</p>
<p><b>JSchmidt: </b>Was genau sind für Sie „Killer“-Spiele<br />
und warum?<br />
Super Mario: Gibt es eine genaue Definition von dem Begriff: „Killerspiele“?</p>
<p><b>Bellmann:</b> Wie gewalthaltig ist denn der Rest des<br />
Angebots?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Das stimmt. Ich kenne keine Definition<br />
von &quot;Killerspielen&quot;, die so präzise wäre, dass<br />
nicht auch ganz harmlose Dinger wie Schach oder Moorhuhn darunter<br />
fallen würden&#8230;</p>
<p><b>Moderator:</b> Schach?!</p>
<p><b>Wolfgang Schulz:</b> … jedenfalls taugt der Begriff<br />
nicht als Anknüpfungspunkt für gesetzliche Regelungen.<br />
Zu Bellmann: Deutlich mehr als die Hälfte der von der USK bewerteten<br />
Spiele sind für Kinder unter 12 geeignet, der Anteil der gewalthaltigen<br />
Spiele ist im Gesamtmarkt äußerst gering. Schon der Gewaltbegriff<br />
ist schwierig, wenn man das Rausschlagen von Bauern aus einem Spiel<br />
schon als Gewalt definiert, wäre Schach auch gewalthaltig.
</p>
<p>
<b>popocatepetl:</b> Was halten Sie von der Tatsache,<br />
dass alle Spiele von den Medien und Politikern als „Killerspiele<br />
&quot; (oder auch Hexenspiele) betitelt werden. Und sich somit auch<br />
ein großer Frust und Druck in den Spielern aufbaut durch die<br />
Unverstandenheit.
</p>
<p>
<b>Fulder:</b> Also liegt es bei den Politikern, „Killerspiel<br />
&quot; juristisch sauber zu definieren.
</p>
<p>
<b>tz:</b> Was taugt denn dann als Anknüpfungspunkt?<br />
Für juristische Regelungen, aber auch für Eltern?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Zu Fulder: Unseres Erachten<br />
sollte man weniger an einer Spielekategorie anknüpfen, die<br />
sich so vermutlich gar nicht definieren lässt, sondern darauf<br />
schauen, was für Merkmale von Spielen tatsächlich entwicklungsbeeinrächtigend<br />
sein können. Und wenn nötig die gesetzlichen Regeln oder<br />
die Praxis der USK anpassen. Wer aber vorschlägt, „Killerspiele“<br />
zu verbieten, muss sich die Frage gefallen lassen, wie er dies für<br />
die juristische Praxis hinreichend definieren will. <br />
Zu Popocatepetl: Zu der Besonderheit des Jugendschutzes in diesem<br />
Bereich gehört, dass die Erfahrungswelten der Betroffenen und<br />
der entscheidenden Politiker ganz stark auseinanderfallen. So kommt<br />
es dazu, dass etwa bei Anhörungen aus dem Zusammenhang gerissene<br />
Spielteile präsentiert werden und dann Abscheu erregen und<br />
die Reaktion der Politik dann wieder von den Spielern überhaupt<br />
nicht verstanden wird. Dieses Verständnis scheint uns aber<br />
für den Jugendschutz wichtig. Denn die Systeme sind auf Kooperation<br />
angewiesen, etwa darauf, dass Vertriebsbeschränkungen nicht<br />
durch ältere Geschwister oder Eltern unterlaufen werden.
</p>
<p>
<b>semikolon:</b> Wenn Sie, die sich damit auskennen,<br />
schon keine Definition eines „Killerspiels“ liefern<br />
können, wie soll das der Gesetzgeber schaffen, der sich ja<br />
letztlich nur auf Erkenntnisse von Studien wie Ihrer beruft?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Unsere Studie wird zwar immer<br />
wieder in den Kontext der Killerspiel-Debatte gestellt. Unsere Vorschläge<br />
knüpfen aber nicht daran an, bestimmte Spielegattungen künftig<br />
anders zu behandeln oder zu verbieten. In unserem verfassungsrechtlichen<br />
Teil weisen wir sogar darauf hin, dass Verboten in diesem Bereich<br />
ganz enge Grenzen gesetzt sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Thema: Was nutzt das schönste<br />
Gesetz, wenn die Wirklichkeit sich nicht dran hält: Drei User<br />
für eine ganze Reihe von ähnlichen Fragen:</p>
<p><b>sun: </b>Stimmen Sie mir zu, dass das Hauptproblem<br />
momentan nicht die zu lasche Einstufung von Spielen ist, sondern<br />
vielmehr die mangelnde Kontrolle durch die Verkäufer und natürlich<br />
die Eltern? Spiele ab 16 oder 18 haben Jugendliche mit 13 doch auf<br />
dem PC, daran ändert eine Verschärfung auch nichts!<br />
<b><br />
profispieler:</b> Bringen höhere Altersfreigaben überhaupt<br />
was, wenn dann nachher keiner vernünftig kontrolliert, an wen<br />
die Spiele verkauft werden?</p>
<p><b>spieler:</b> Viele bemängeln die Selbstkontrolle<br />
der Unterhaltungssoftware. Liegt das Problem nicht vielmehr bei<br />
der Umsetzung der gegebenen Empfehlungen in den Läden? Die<br />
Verkäufer schauen teilweise gar nicht mehr auf das Alterssiegel.<br />
Daher würde doch auch eine Verschärfung der Alterseinstufung<br />
nichts bringen.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Es ist sicher richtig dass ein<br />
Problem bei der Vollzugskontrolle liegt. Aber nach unserem Eindruck<br />
ist es keineswegs so, dass jedenfalls bei den großen Handelsketten<br />
und dem deutschen Online-Versand systematisch nicht kontrolliert<br />
würde. Befragungen von Kindern und Jugendlichen zeigen, dass<br />
die Abgabe durch Eltern, Geschwister und ältere Freunde eine<br />
große Rolle spielt, die man gesetzlich schwer fassen kann.<br />
Hier kann eigentlich nur mehr Aufklärung darüber helfen,<br />
dass auch, wenn sich alle jungen Spieler für unglaublich kompetent<br />
halten, eine Überforderung oder sogar Gefährdung der Entwicklung<br />
nicht auszuschließen ist.</p>
<p><b>Moderator:</b> Kommentar von:</p>
<p><b>Markus1985:</b> „Killerspiele“ ist doch<br />
nur ein Begriff der Medien und muss meiner Meinung nach deswegen<br />
nicht definiert werden. Vielmehr sollte man sich darum kümmern,<br />
sich von diesem Begriff zu entfernen, um das Ganze objektiv betrachten<br />
zu können.</p>
<p><b>Moderator:</b> Mal eine Bemerkung dazu vom Moderator:<br />
Vermutlich versteht jeder in der Tat ein bisschen was anderes unter<br />
Killerspiel. Aber wenn man sich darüber dann unterhält,<br />
stellt man meistens fest, dass ähnliche Spiele oder Software<br />
angesprochen werden. Das macht es für Journalisten auch so<br />
attraktiv, mit diesem Begriff zu arbeiten, weil eben jeder etwas<br />
damit verbindet &#8211; auch wenn er natürlich einen negativ besetzten<br />
Unterton hat. Aber wir reden ja auch nicht über Biene Maja.<br />
Wie sehen Sie das, Herr Schulz?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Dass alle ungefähr wissen,<br />
was damit gemeint ist, nämlich vor allem Ego-Shooter, bei denen<br />
der Spieler selbst mit Waffen Gewalt gegen Menschen ausübt,<br />
stimmt zwar. <br />
Aber wenn man den Begriff dann so definieren will, dass man harte<br />
gesetzliche Folgen &#8211; etwa Strafbarkeit &#8211; daran knüpfen mochte,<br />
muss man präziser werden. Und dann wird es schwierig. Ich stimme<br />
aber mit Markus1985 darin überein, dass die Debatte anknüpfend<br />
an den Begriff „Killerspiele“ häufig nicht sehr<br />
hilfreich ist. Die Politik scheint hier besonders problematisch<br />
zu finden, dass der Spieler selbst virtuell Gewalt ausübt,<br />
anders als bei Kino oder Fernsehen, also die Interaktivität<br />
der Spiele.</p>
<p><b>Aloysius:</b> Die deutsche Politik diskutiert eine<br />
Verschärfung des Jugendrechts, um jugendgefährdende Spiele<br />
aus Deutschland zu verbannen, dabei ist es längst für<br />
jedermann möglich, Medien jedweder Art über Filesharing<br />
und ähnliches zur Verfügung zu haben. Dies Problem hat<br />
Ausmaße, die sich durch staatliche Kontrollen kaum in den<br />
Griff kriegen werden. Ist die Debatte nicht völlig anachronistisch?</p>
<p><b>tobenvan:</b> Hallo, was hilft ein USK-Kennzeichen,<br />
wenn die Kinder eh die Spiele illegal über das Internet beziehen?<br />
Ich bin mir sicher, dass das mittlerweile die Hauptbezugsquelle<br />
von Spielen für Kinder ist.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Also, das ist sicher eine richtige<br />
Beobachtung, dass Raubkopien zunehmen, aber Jugendschutz ist aus<br />
unserer Sicht so etwas wie Risikomanagement. Man muss versuchen,<br />
an den Stellen, an denen man regulatorisch etwas erreichen kann,<br />
anzusetzen. Und da spielt derzeit der legale Vertrieb über<br />
Geschäfte schon die wichtigste Rolle. Die Jugendforscher wissen<br />
auch seit langem, dass es gerade bei 12- bis 15jährigen Jungen<br />
zur Altersentwicklung gehört, dass man die Regeln übertritt<br />
und sich Zugang zu Material verschafft, von dem die Erwachsenen<br />
der Auffassung sind, dass sie noch nicht für das Alter geeignet<br />
sind.</p>
<p><b>Moderator:</b> Zwischendurch mal ein Kommentar von:</p>
<p><b>GER:</b> Die Politik scheint hier besonders problematisch<br />
zu finden: Von zwei Jahrzehnten fand die Politik Filme problematisch<br />
und davor Rock&#8217;n&#8217;Roll.</p>
<p><b>Moderator:</b> Und weiter damit:</p>
<p><b>dukat:</b> Nicht nur Raubkopien sind problematisch,<br />
auch Online-Spielplattformen wie Steam, die ihre Programme online<br />
verkaufen und verteilen, würden doch einen solchen Schutz umgehen,<br />
oder?</p>
<p><b>Wolfgang Schulz:</b> Dass die meisten Spiele sich mittlerweile<br />
für Online-Veränderungen öffnen oder sogar reine<br />
Online-Spielewelten darstellen, ist für das Jugendschutzsystem<br />
sicherlich eine der größten Herausforderungen überhaupt.<br />
Das deutsche Jugendschutzgesetz knüpft an das so genannte Träger-Medium<br />
an, also z.B. an die DVD. Das wird zunehmend schwieriger werden.<br />
Allerdings ist es für die Industrie schon aus Imagegründen<br />
wichtig, das Thema Jugendschutz ernst zu nehmen. Deshalb wird auch<br />
für die Online-Spieleplattfomen an Jugendschutzsystemen gearbeitet.
</p>
<p>
<b>ccc:</b> Zitat „ist es keineswegs so, dass jedenfalls<br />
bei den großen Handelsketten und dem deutschen Online-Versand“.<br />
Das ist schlichtweg falsch &#8211; bei Amazon findet kein Altersabgleich<br />
statt!<br />
Wolfgang Schulz: Nach unseren Informationen werden Spiele mit Einstufung<br />
ab 16 und ab 18 auch bei Amazon kontrolliert.
</p>
<p>
<b>spielfreund: </b>Was meinen Sie, welche Auswirkungen<br />
die Ergebnisse Ihrer Studie auf die Politik haben werden?</p>
<p><b>Robert_M: </b>Was erwarten Sie für Reaktionen<br />
auf die Studie?</p>
<p><b>Wolfgang Schulz: </b>Insgesamt hoffen wir, dass die<br />
Studie zur Versachlichung der Diskussion beiträgt. Zunächst<br />
kommt es bei der Veröffentlichung von Studien immer dazu, dass<br />
Politiker schauen, inwieweit die Studie die bisher gemachten Aussagen<br />
der Politiker bestätigen (etwa Killerspiele verbieten ja oder<br />
nein). Aber danach wird man sich hoffentlich in Ruhe mit den einzelnen<br />
Vorschlägen auseinandersetzen, die wir &#8211; angefangen von den<br />
Gesetzesformulierungen bis hin zum Vollzug und den Rahmenbedingungen<br />
&#8211; gemacht haben. Ich bin da ganz zuversichtlich. Immerhin haben<br />
wir es ja schon bis zu tagesschau.de geschafft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zur Diskussion, wer bekommt<br />
was:</p>
<p><b>semikolon:</b> @ccc: Doch, eine eigenhändige Übergabe<br />
ist nötig, wenn das Spiel keine Jugendfreigabe hat.</p>
<p><b>Nashkarul:</b> an ccc: Bei Amazon können zumindest<br />
Spiele „Ohne Jugendfreigabe“ nur mit persönlicher<br />
Altersbestätigung durch den Postboten bestellt werden.<br />
<b><br />
Vincex: </b>Probieren sie es doch mal selbst, sie bekommen<br />
überall online Spiele verkauft, ohne das überhaupt nach<br />
dem Alter gefragt wird.</p>
<p><b>raw666:</b> Downloaden aus dem torrentnetz ist ja das<br />
eine&#8230; Demoversionen von in Deutschland indizierten Spielen lassen<br />
sich legal und bequem per Google finden und von ausländischen<br />
ftp-Servern ohne Fragen downloaden.Moderator: Wie kann man das „International“-Problem<br />
angehen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Zunächst ist es in der Tat<br />
so, dass man alle Arten von Spielen im internationalen Online-Versand<br />
ohne Kontrollen bekommen kann. Es gibt stichprobenartige Kontrollen<br />
des Zolls, aber gerade innerhalb Europas ist es schwierig weitere<br />
Hürden zu errichten. <br />
Wir stehen aber kurz vor einer Entscheidung des Europäischen<br />
Gerichtshofes zur Frage der Spielräume der nationalen Gesetze<br />
beim Jugendschutz. Wenn diese Entscheidung ergangen ist, sollte<br />
man noch einmal überlegen, welche Verbesserungen hier in der<br />
europäischen Regulierung möglich sind. Ich gebe aber zu,<br />
dass dies eine der größten Problemstellen ist.</p>
<p><b>Der_Siggi:</b> Wenn Sie jetzt mal nur für sich<br />
selbst und nicht in offizieller Funktion sprächen, wie würde<br />
dann Ihre Antwort auf die Frage „Was halten Sie von Professor<br />
Christian Pfeiffer und dem Forschungsbericht des KFN (Kriminologisches<br />
Forschungsinstitut Niedersachsen)“ ausfallen? Es war ja schon<br />
vielerorts zu lesen, dass der Bericht unwissenschaftlich sei und<br />
bloß eine Meinung ausdrückt anstatt Fakten festzustellen<br />
(was übrigens auch meiner Auffassung entspricht). Wie sehen<br />
Sie das?</p>
<p><b>scocker:</b> Was halten Sie eigentlich von Dr. Pfeiffer<br />
und seiner „Argumentation“?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Ich bin Wissenschaftler und kein<br />
Politiker. Daher versuche ich von Kollegen möglichst viel zu<br />
lernen. Das werden Sie auch im Bericht sehen: Wir haben da, wo wir<br />
etwas lernen konnten, aus dem KFN Ergebnisse übernommen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ziemliche viele Fragen zu diesem Thema:</p>
<p><b>Wayfarer:</b> Reicht ihrer Meinung nach ein besseres<br />
Jugendschutzsystem im Bereich Computerspiele aus oder müssten<br />
auch andere Bereiche zum Schutz von Jugendlichen stark verbessert<br />
werden? In meinen Augen wird nämlich sehr stark von eigentlichen<br />
Problemen abgelenkt (zum Beispiel soziales Umfeld in und außerhalb<br />
der Schule, Eltern die zu wenig Zeit und Lust für die Erziehung<br />
haben, usw.).</p>
<p><b>Fulder:</b> Ein wichtiger Punkt scheint die Stärkung<br />
der Kompetenz der Eltern zu sein. Wie können die wichtigen<br />
Informationen Ihrer Meinung nach an die Eltern gelangen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Wieder ein wichtiger Punkt. Anders<br />
als bei traditionellen Medien fehlt hier Eltern offenbar vielfach<br />
der Zugang, so dass sie kein Konzept dafür entwickeln, wie<br />
ihre Kinder mit den Computerspielen umgehen sollen. Hier muss man<br />
aufklären und Berührungsängste abbauen. Und in jedem<br />
Fall stimmt es, dass man die Frage von Medienkonsum und Computerspielen<br />
nicht unabhängig vom sozialen Umfeld betrachten kann. Eine<br />
Ablenkung von diesen Punkten sehe ich allerdings nicht unbedingt.<br />
Denn es hilft wenig, nur darauf zu verweisen, dass die Gesamtsituation<br />
unbefriedigend ist.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war die letzte Antwort, unsere<br />
Stunde tagesschau-Chat ist vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse.<br />
Sorry, es blieben heute besonders viele Fragen übrig. Wir werden<br />
Ihnen bestimmt noch einmal die Gelegenheit geben mit Experten über<br />
das Thema zu diskutieren. Vielen Dank nach Hamburg an Dr. Schulz!<br />
Schön, dass Sie heute so kurzfristig Zeit für den Chat<br />
gefunden haben. Einen schönen Tag noch wünscht das tagesschau-Chat-Team<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de!
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schulz:</b> Vielen Dank. Wenn die öffentliche<br />
Diskussion so differenziert weitergeht wie dieser Chat, dann freuen<br />
wir uns.</p>
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