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	<title>Zeit &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>ZEIT KONFERENZ: Zukunft der Arbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2012 11:14:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag veranstaltete Die Zeit eine Konferenz in Berlin über die Auswirkungen der digitalen (R)Evolution auf Wirtschaft und Gesellschaft. Im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/zeit-konferenz-zukunft-der-arbeit/programmbild-der-zeit-konferenz/" rel="attachment wp-att-124264"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-124264" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Programmbild-der-ZEIT-Konferenz-630x298.png" width="630" height="298" /></a>Am Freitag veranstaltete Die Zeit eine Konferenz in Berlin über die Auswirkungen der digitalen (R)Evolution auf Wirtschaft und Gesellschaft. Im Zentrum stand die Überlegung, wie wir in Zukunft arbeiten und wie die mobile Kommunikation Arbeitsplätze und Unternehmenskultur verändert.<br />
Die Fragen waren gut gestellt: Vor der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft wollte die <a href="http://www.zeit-konferenzen.de/digitale-revolution-2012#ueberblick" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz </a>den Fragen nachgehen, wie Digital Natives in Zukunft leben und arbeiten werden, wie die mobile Kommunikation die Produktivität von Unternehmen beeinflusst und wie sich eine echte Vertrauenskultur im Internet bilden lässt. Dazu wurden zahlreiche Vertreter der Wirtschaft und eine Vertreterin der Gesellschaft eingeladen. Leider standen weder direkt betroffene Mitarbeiter noch so genannte Digital Natives auf der Teilnehmerliste. So unterhielten sich auf der Konferenz Präsidenten, Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer großer Unternehmen darüber, wie ihre Mitarbeiter die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen &#8211; ohne dass diese ihre Perspektive darstellen konnten.</p>
<p>Die Konferenz wurde von Ursula von der Leyen eröffnet, die in ihrer Rede besonders die Chancen betonte, die die Digitalisierung mit sich bringt. Von der Leyens Darstellung moderner Arbeitsabläufe in global agierenden Großunternehmen zeichnete ein äußerst optimistisches Bild des Alltags in deutschen Büros, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales sprach aber den Kern der gesellschaftlichen Veränderung an. Für sie ist der Gedanke der Partizipation in die Unternehmenskulturen zu integrieren, damit die positiven Effekte der Digitalisierung genutzt werden können. Im Alltag heißt das für von der Leyen, dass sich zwar die Grenzen zwischen Innen und Außen und zwischen Dauerbeschäftigung und Projektarbeit auflösen, Unternehmen aber eine hochflexible Belegschaft und den Zugang zu einem weltweiten Meer an Fachkräften erhalten.</p>
<p>Ob dies eine Bedrohung oder ein Fortschritt bedeutet, komme darauf an, wie wir als Gesellschaft diese digitale Arbeitswelt gestalten. Im Digitalen lägen zwar die Eintrittsbarrieren niedriger und es gebe einen fast schrankenlosen Zugang zur Arbeitswelt, Unternehmen dürften aber nicht den Fehler machen, im Cloud-basierten Arbeiten vor allem ein Mittel zur Kostensenkung zu sehen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber seien gemeinsam in der Pflicht, eine digitale Arbeitskultur zu entwickeln. Nach von der Leyen soll die Politik diesen Wandel sich ungestört entwickeln lassen, jedoch aufmerksam beobachten. Ihrer Meinung nach ist ein neues und modernes Verständnis von Führung nötig, das Rahmenbedingungen setzt, in denen Menschen und Organisationen sich Veränderungen in der digitalen Welt anpassen können, denn die einzige Konstante in der digitalen Welt sei der Wandel. Deshalb bedürfe es einer Philosophie der Resilienz, des Biegens statt Brechens, und keines Strukturkonservatismus.</p>
<p>Im Anschluss ging der Unternehmensberater und ehemalige Chefredakteur der japanischen Financial Times, Charles Leadbeater, auf seine Vision unserer Arbeitswelt im Jahr 2030 ein. Für ihn ist die Frage entscheidend, ob Technologie für uns als Gesellschaft gedacht ist oder wir Menschen nur noch für die Technologie notwendig sind. Sein Vergleich mit einer Schreibmaschine, einem praktischen Werkzeug, das seine Bestimmung ideal umsetzt, und mit modernen Smartphones, zu denen einige Menschen eine besorgniserregend enge Beziehung entwickelten, verdeutlichte, dass wir schon jetzt Antworten auf die Fragen von morgen finden müssen. In der Zukunft würden wir hoch entwickelte Systeme geschaffen haben, in denen wir einen ebenso hohen Grad an Empathie beherrschen sollten. Hoch entwickelte Systeme, wie soziale Netzwerke als Spiegelbild der Gesellschaft oder eine veränderte Kommunikation , machten einen gewissen Grad an Medien- und Netzkompetenz nötig, die unsere Gesellschaft in öffentlichen Räumen lernen müsste.</p>
<p>In der anschließenden Gesprächsrunde unterhielten sich Ulrich Homburg (Vorstand von DB Mobility Logistics AG), Henning Kagermann (Präsident von acatech), Christian Macht (Groupon Central Europe) und René Schuster (CEO von Telefónica Deutschland) darüber, was die digitale Revolution für die Wertschöpfung bedeutet. Am Nachmittag erörterten Thomas Vollmoeller (Vorstandsvorsitzender von XING), Volker Smid (Vorsitzender der Geschäftsführung von Hewlett-Packard), Thomas Schröder (Geschäftsführer von Microsoft Deutschland) und Sebastian Dettmers (Geschäftsführer von StepStone Deutschland) die Chancen der digitalen Revolution für Unternehmen und Mitarbeiter.</p>
<p>Ohne anwesende Mitarbeiter und nicht frei von Eigenwerbung gegenübr den anderen Wirtschaftsbossen kamen leider nur leere Phrasen heraus wie ″<em>If you got a brain then you are a startup.</em>″ (Schuster), ″<em>Auf Möglichkeiten von Social Media muss man sich als Unternehmen ernsthaft einlassen, sonst wird der Shitstorm immer größer.</em>″ (Homburg), ″<em>Führungskultur wird sich verändern und skandinavischer werden.</em>″ (Vollmer) oder ″<em>Junge Mitarbeiter muss man nicht mehr nach Feedback fragen, die geben es von allein.</em>″ (Schröder). Von praktischen Erfahrungen wurde nicht berichtet und die Eigendarstellungen der Herausforderungen durch die Digitalisierung wirkten oft geschönt. Etwas Praxiserfahrung einer offen darüber erzählenden unteren Angestelltenebene hätte beiden Diskussionsrunden gut getan.</p>
<p>Den Abschluss der Konferenz bildete ein als Generationengespräch titulierte Diskussion zwischen Anke Domscheit-Berg, Gründerin und Inhaberin von fempower.me und opengov.me, und Wolfgang Grupp, alleiniger Geschäftsführer und Inhaber des Textilunternehmens Trigema. Die zwei Gäste hätten mit ihrer Haltung zum Internet und der Digitalisierung unterschiedlicher nicht sein können, doch wurde der Unterhaltungscharakter schnell durch Grupps antiquiertes und sexistisches Weltbild gestört. Zwar lässt Grupp das Internet im Unternehmen nutzen, z.B. für den Betrieb eines Online-Shops oder wenn er E-Mails diktiert bzw. sich ausdrucken lässt, er selbst allerdings möchte sich nicht “vom Internet vergewaltigen lassen” und „mute das auch seinen Mitarbeitern nicht zu“.</p>
<p>Grupp, der für sein erfolgreiches Unternehmen mit einer sozialen Firmenphilosophie bekannt ist (z.B. garantiert Grupp den Kindern seiner Angestellten einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz), bietet Frauen in seinem Unternehmen sogenannte Mutterschichten für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf an, nicht aber den männlichen Mitarbeitern, denn ″<em>Männer arbeiten doch eh, weil sie dafür sorgen, dass Mutter und Kind Brot und Butter auf dem Tisch haben</em>″. Die netzaffine Unternehmerin Domscheit-Berg wirkte zum Glück von der Existenz derartig extremer Ansichten im Jahr 2012 mehr fasziniert als abgeschreckt, so dass die Diskussion lebhaft zu Ende geführt wurde. Domscheit-Berg betonte anhand des Beispiels Hamburger Transparenzgesetz und persönlich erlebter Mehrwerte durch Social-Media-Kommunikation als positive Beispiele die Chancen der Digitalisierung.</p>
<p>Im Fazit war die perfekt organisierte ZEIT KONFERENZ ein Ort, an dem die richtigen Fragen gestellt, leider aber die ″falschen″ Gäste zur Beantwortung eingeladen wurden. Es ist einer bestimmten Managergeneration nicht zu verübeln, dass sie den digitalen Wandel in ihren Unternehmen zwar noch aus wirtschaftlichen Gründen einführen lassen, ihn aber persönlich nicht so nachvollziehen können, wie jemand, der den Wandel (er)lebt. Gerade angesichts der von der Bundesministerin für Arbeit und Soziales erwähnten Aufwertung externer Projektmitarbeiter wäre die Betrachtungsweise dieser Menschen spannend gewesen, denn sie sind es, die die globale Vernetzung unserer Arbeitswelt am besten repräsentieren und nutzen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-121978" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Berliner suchen Frieden, Chemnitzer Reichtum</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/berliner-suchen-frieden-chemnitzer-reichtum-3204/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2007 14:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[googeln]]></category>
		<category><![CDATA[Google Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Berliner suchen mit der Suchmaschine „Google“ besonders häufig nach „Melancholie&#34;, „Frieden“ und Faulheit&#34;, während Bielefeld bei den Begriffen „Lachen“ und „Glück“ vorne liegt. Dies fand das <a href="http://www.zeit.de/leben/leben-magazin/index" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeit-Magazin „Leben“</a> mithilfe der Internetseite „<a href="http://www.google.com/trends" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Trends</a>“ heraus.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Berliner suchen mit der Suchmaschine „Google“ besonders häufig nach „Melancholie&quot;, „Frieden“ und Faulheit&quot;, während Bielefeld bei den Begriffen „Lachen“ und „Glück“ vorne liegt. Dies fand das <a href="http://www.zeit.de/leben/leben-magazin/index" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeit-Magazin „Leben“</a> mithilfe der Internetseite „<a href="http://www.google.com/trends" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Trends</a>“ heraus.<br />
<!--break--></p>
<p>
In der Ausgabe vom 2. August 2007 zeigt es auf einer Deutschlandkarte, welche Werte, Einstellungen und Gefühle in deutschen Städten am häufigsten mit Google recherchiert werden. Das ist nett zu lesen aber provoziert auch die Frage: „Was sagt uns das?“ Der Betreuer der Rubrik, Matthias Stolz, erklärte gegenüber politik-digital.de: „Wir wollen mit den 64 ausgewählten Begriffen eine Art Werte-Landkarte Deutschlands zeichnen. Natürlich hat sie keine absolute Aussagekraft, weil man nichts darüber erfährt, warum die Leute zum Beispiel nach „Geld“ suchen.“ Tendenzen könne man aber dennoch ablesen, meint er. Sohabe es eine gewisse Logik, dass in ostdeutschen Städten häufiger nach „Arbeit“ gesucht werde und dass Münchener öfter als andere das Netz nach „Karriere“ durchforsten.
</p>
<p>
Verlässlich sind die Ergebnisse von „Google Trends“ jedoch nicht: Manche Ergebnisse der Werte-Landkarte lassen sich für den Untersuchungszeitraum Juli 2007 nicht mehr nachverfolgen. So tauchte Rostock beim Begriff „Arbeit“ nicht mehr unter den Top Ten auf, als politik-digital.de mit „Google Trends“ danach suchte.
</p>
<p>
Wir haben in einem eigenen Ranking am 2. August 2007 weitere „Google Trends“ enthüllt: „Internet“ googeln demnach die meisten Menschen in Lima (Peru), gefolgt von Mexico City (Mexiko). Bei „Web 2.0“ liegt Japan vorn (Chiyoda und Tokyo) und „Blog“ recherchieren am häufigsten die Onliner in Hanoi (Viet Nam) und Rennes (Frankreich).
</p>
<p>
Sagt uns das was?</p>
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		<title>Die Kreativität der Langsamkeit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/die_kreativitaet_der_langsamkeit-60/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:43:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Entschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[von Fritz Reheis</b><p>Letztes Jahr erzählte mir ein französischer Freund, ein Handwerker, daß er am Sonntag in die Werkstatt gehe, um zu arbeiten. Erstaunt fragte ich ihn, wieso er das tue. Er antwortete mir: "Ich liebe die Arbeit mit Holz. Aber das Arbeitstempo unter der Woche ist schlimm.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>von Fritz Reheis<br />
Letztes Jahr erzählte mir ein französischer Freund, ein Handwerker, daß er am Sonntag in die Werkstatt gehe, um zu arbeiten. Erstaunt fragte ich ihn, wieso er das tue. Er antwortete mir: &#8220;Ich liebe die Arbeit mit Holz. Aber das Arbeitstempo unter der Woche ist schlimm. Nur am Sonntag kann ich so arbeiten, wie ich will, in meinem Rhythmus.&#8221;<br />
Eigentlich müßte mein Freund doch glücklich sein: er liebt die Arbeit, die er tut (viele Leute tun das nicht!). Und doch befriedigt sie ihn nicht, wegen des Arbeitstempos, das unter der Woche herrscht. Warum aber liegt Druck auf den Menschen, warum werden sie gehetzt? Das kapitalistische Wirtschaftssystem hat als Hauptzweck die Vermehrung von Geld, und auch Bedürfnisse der Menschen werden nur insoweit befriedigt, als sich mit der kommerziellen Befriedigung dieser Bedürfnisse Gewinne erzielen lassen.<br />
Unser soziales System hat als Kern das kapitalistische Wirtschaftssystem, das immer mehr alle Lebensbereiche mit seiner ihm eigenen Rationalität beherrscht. Diese Rationalität ist aber weit davon entfernt, wirklich vernünftig zu sein, denn das Wirtschafts- und Sozialsystem der entwickelten Menschheit belastet die Umweltsysteme auf bedrohliche Weise. Systeme haben Eigenzeiten. Die Eigenzeit eines Systems ist die Zeit, die vergeht, bis ein System nach einer von außen induzierten Störung wieder aus eigener Kraft zu einem Gleichgewichtszustand gelangt ist.</p>
<table width="150" border="0" cellspacing="0" cellpadding="2" align="left">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC00" width="100"><strong>Buch-Infos</strong></td>
<td rowspan="2"></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#FFFFCC">Fritz Reheis<br />
Die Kreativität der Langsamkeit &#8211; Neuer Wohlstand durch Entschleunigung<br />
Primus Verlag, 1998, 32.00 Mark<br />
Das Buch bei <a href="http://www.bol.de/cec/cstage?eccookie=0JqoYX5tFmCKTga62z%2Fo4WdxOQ2a2756phWC2%2BnJSjcWb1rLWZKrRGVKwVxrH%2BMBQyHr7UxchFTZpXIgqJbflVcD5jLPhgj0TXuCUj6DR%2FHX%2FuNReO%2BR00Z1SDeunVfxSdkr1clZHQZrWHlo%2B0KWjSwT60F5neR5Fg1AJCYHs5fdVs8gmYV%2FKg%3D%3D&amp;ecaction=bolrate&amp;a=i&amp;t=i&amp;r=1&amp;m=i&amp;c=&amp;d=bolprditmview&amp;PrdId=168259686">BOL</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Zu den belasteten Umweltsystemen gehört nicht nur die natürliche Umwelt. Nicht nur das Ozonloch und die globale Erwärmung, sondern auch die immer weitere Verbreitung von Allergien in den Industrieländern (als Reaktion auf die Verbreitung immer neuer, industriell geschaffener künstlicher Stoffe) sind Anzeichen der Überforderung der Umweltsysteme. In dieser Sicht ist auch der menschliche Körper ein Umweltsystem. Auch seine Kreativität kann sich nur entfalten, wenn seine Eigenzeiten respektiert werden. Die hohen Unfallzahlen bei Schichtarbeitern sprechen diesbezüglich Bände.<br />
Umgekehrt kennt wohl jeder von uns die Erfahrung, daß, wenn man eine Entscheidung treffen muß, dies meist einfach ist, wenn man eine ruhige Stunde findet und einen klaren Kopf hat. Dieser klare Kopf ermöglicht meist ganz von selbst das Aufkeimen der menschlichen Kreativität. Das Gegenteil des klaren Kopfes ist eine Überdosis von Informationen, Befehlen, Affekten und anderen Reizen, die den Menschen so beschäftigen, daß er nicht Herr seines Lebens ist, jedenfalls noch weniger Herr ist, als es allein die Umstände äußerer Gegebenheiten und sozialer Einbindungen mit sich bringen. Wem es an Dingen nicht mangelt, wer so viel hat, daß er seine Dinge gar nicht mehr wirklich nutzen kann, weil er die Zeit dazu nicht findet, der ist in die neue Sozio-Ökonomie eingetreten, die des Zeitwohlstandes (statt des Güterwohlstandes &#8211; siehe dazu auch meinen <a href="/archiv/edemocracy/zeitwohlstand.shtml">Artikel im politik-digital-Dossier</a>).<br />
Reheis\&#8217; Buch ist anspruchsvoll. Sein Versuch, viele verschiedene Phänomene und kritische Symptome zusammenzufassen und auf einen Nenner zu bringen &#8211; nämlich den der übertriebenen Beschleunigung, ist gelungen, wenngleich er vereinzelt auch mal übers Ziel hinausschießt. Seine Synthese läßt zweifeln an der Fähigkeit besonnener Menschen, den Rhythmus unserer Zivilisation insgesamt zu verlangsamen, so nötig es auch wäre. Nötig ist, wie aus anderen Gründen auch, die Menschen zu stärken, um sie zu befähigen, Ihrem eigenen Rhythmus trotz der Zumutungen einer rastlosen Umwelt und Medienwelt zu folgen.<br />
Karsten Pöhl</p>
]]></content:encoded>
					
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