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	<title>zeitgemäße Bildung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Mut zur Nachhaltigkeit: Das Problem der Finanzierung von zeitgemäßer Bildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marina Weisband]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jul 2019 14:42:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Seit Mai ist der Digitalpakt Schule in Kraft. Den Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen, den der Bund in den nächsten 5 Jahren umsetzen möchte, begrüßen wir sehr. Dass es zeitliche Verzögerungen in der Umsetzung geben würde, war abzusehen. Aktuell haben <a href="https://rp-online.de/politik/deutschland/digitalpakt-schule-kommt-in-nrw-nur-schleppend-voran_aid-40481361" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nur 9 von 16 Bundesländern bereits einen Plan, wie sie das Geld ausgeben möchten</a>.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die weitaus größere Herausforderung ist aus Sicht eines Bildungsprojekts wie <a href="http://aula.de">“aula</a>”, das wie viele andere seit Jahren Basisarbeit im Bereich zeitgemäßer, digitaler und demokratischer Bildung leistet, eine andere: Kommt das Geld dort an, wo es gebraucht wird?</p>
<p>Digitale Infrastruktur ist eine notwendige, aber keine ausreichende Bedingung für zeitgemäße Bildung. Die Medienstrategie einer Schule braucht  nicht nur technische, sondern pädagogische und kompetenzorientierte Konzepte. Das bestätigen sowohl <a href="https://www.handelsblatt.com/technik/thespark/digitalisierung-der-schulen-digitalpakt-lehrer-befuerchten-milliarden-verschwendung-/24443618.html?ticket=ST-8196341-prR4SUUypdjHcGibhQ5q-ap5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lehrer<em>innen</em></a> als auch zahlreiche  <a href="https://mihajlovicfreiburg.com/2019/02/27/digitalpakt-schule-es-braucht-mehr-als-geld-und-technik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vertreterinnen der erweiterten Bildungscommunity</a>.</p>
<p>Aber auch damit nicht genug – auch ein Mehr an Medienkompetenz und Informatikunterricht ist nicht ausreichend, um der Transformation der Gesellschaft zu begegnen. In einer Informationsgesellschaft,  <a href="https://isabellgru.eu/index.php/2018/11/14/uber-die-zukunft-der-lehrmittel-nach-dobeli-hielscher-hartmann-2018/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in der die Schule kein Informationsmonopol mehr hat</a>, muss sie nicht in erster Linie Stoff vermitteln, sondern, wie man sich Stoff aneignen und aus einem Überangebot filtern kann.</p>
<p>Und wie man als sehr gut informierter Mensch verantwortungsvolle Entscheidungen für sich und die Gesellschaft trifft. Denn alle Berufstätigkeiten, die nicht automatisiert werden, werden mit Entscheidungen zu tun haben. <a href="https://politik-digital.de/news/aula-schuelerbeteiligung-und-die-kompetenzen-der-zukunft-153015/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Und demokratisch mündige Menschen zu befähigen, ist eine der Kernaufgaben der Schule.</a></p>
<p>Die Digitalisierung kann dazu beitragen, dass Schulen zu einem Ort offener Kommunikation werden, des individuellen und intrinsischen Lernens, der Zusammenarbeit, der Kreativität und des Austauschs. Digitalisierung kann aber auch für mehr standardisierte, automatisch auswertbare Prüfungen sorgen, die dann gar keine Kreativität in den Antworten zulassen. Sie kann Lernende und Lehrende stärker überwachen und nach Kennzahlen bewerten.</p>
<p>In welche Richtung die Reise geht, hängt davon ab, wer den Prozess gestaltet und an welchen Grundsätzen sich die jeweiligen Akteur*innen orientieren.</p>
<p>Es ist kein Geheimnis, dass gewinnorientierte Unternehmen neben dem Anspruch, gute Bildungsangebote zu schaffen, ein Interesse daran haben können, möglichst zentralistische Infrastrukturen zu bauen, möglichst viele Daten zu erheben und Lernprozesse möglichst zu kontrollieren – denn so können sie ihren Gewinn steigern und Benutzer dauerhaft – auch nach der Schulzeit – an sich binden. Die Motivation, Geld verdienen zu müssen, kann in Konflikt kommen mit der Absicht, gute offene und freie  Bildungsangebote zu machen.</p>
<p>Wenn man aber <a href="https://buendnis-freie-bildung.de/positionspapier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildung, egal ob mit digitalen oder anderen Mitteln, als Menschenrecht versteht, ist die Offenheit und Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen</a> ein wichtiger Grundsatz von Bildung. Und so sind es gemeinnützige Vereine, NGOs, Ehrenamtliche und engagierte Lehrer*innen, die Konzepte und praktische Lösungen erarbeiten, die unabhängig, offen und frei von finanziellen Interessen sind. Sie entwickeln zeitgemäße Bildungskonzepte so, wie ihre Entwicklung eigentlich nur gelingen kann: dezentral und bottom up. Ihre Vielfalt ist das Kapital der Zukunft. Doch der Mangel an finanziellem Interesse ist leider auch die Hürde, die ihrer aller Leben schwer macht. Denn Projektförderung sowohl durch staatliche Institutionen, als auch durch viele Stiftungen, ist meist nur auf Anschubförderung ausgelegt.</p>
<p>In <i>“Fehlbedarfsfinanzierungen”</i> sollen gemeinnützige Vereine und Privatpersonen 10-25% ihrer Projekte selbst tragen. Aus welchen Mitteln, bleibt weitestgehend unklar.</p>
<p>Nach einem oder zwei Jahren, so wird offenbar angenommen, haben die Projekte dann ein Businessmodell und finanzieren sich aus eigener Tasche. Oder man geht davon aus, dass die Prozesse, die durch die Anschubfinanzierung gestartet wurden, von alleine weiter laufen. Beide Annahmen führen dazu, dass Vereine und Organisationen gezwungen sind, von Jahr zu Jahr mehr als die Hälfte ihrer Energie und Bemühungen in Fundraising zu binden. Projekte, die Zeit und damit auch Geld für Ausweitung, Weiterentwicklung oder einfach Kontinuität ihrer wirkungsvollen Arbeit bräuchten, sind so gezwungen, immer wieder neue Initiativen zu starten, um dem Innovations- und Erstförderungszwang gerecht zu werden.</p>
<p>Das ist nicht nachhaltig und eine Verschwendung der wichtigsten Ressourcen, die wir haben. Zusammen mit Vorfällen fragwürdiger Vergabepraxis von Großprojekten <a href="https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westpol/video-auftragsvergabe-mit-geschmaeckle-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie im Fall “Haba Digitalwerkstatt” aktuell  in NRW</a>,entstehen bei vielen Akteuren Frust und finanzielle Unsicherheit, die sie zum Aufhören zwingen.</p>
<p>Mündigkeit durch Mittel zu fördern, die selbstverantwortliches Arbeiten erlauben, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gesamtgesellschaftlich finanziert werden kann.</p>
<p>Wir wünschen uns, dass Ministerien und Stiftungen Strukturen bauen, durch die sie all die vielen engagierten Menschen in diesem Land besser erreichen, sie mit Lehrenden vernetzen können und ihnen dauerhafte, zielgerichtete Förderung zukommen lassen, wenn sich ihre Projekte als erfolgreich und nützlich erweisen. Dabei ist es wichtig, nicht nur aktuelle und medienrelevante Themen zu bearbeiten, weil das Presse bringt. Phänomene und Bewegungen wie “Hatespeech”, “Fake News” oder “Fridays for Future“ tauchen zwar im Nachrichtenzyklus punktuell auf, sind aber in Wirklichkeit Folgen langfristiger Herausforderungen, die wiederum selbst kaum angegangen werden. Wir wünschen uns Mut zur Nachhaltigkeit und Langfristigkeit. Nur so können wir als Gesellschaft notwendige grundlegende Veränderungsprozesse in der Bildung stemmen. Nur so bleiben wir eine offene, demokratische, mündige Gesellschaft.</p>
<p><strong>Photo by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@mertguller?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Mert Guller</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Zeitgemäßer Stundenplan &#8211; Medienbildung als Kernkompetenz?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/medienbildung-als-kernkompetenz-154880/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jul 2018 09:07:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinder und Jugendliche sind dem Einfluss verschiedener Medienformate heutzutage von klein auf konstant ausgesetzt. Dabei werden sie immer früher selbst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/child-865116_1920_640_350.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154881 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/child-865116_1920_640_350.jpg" alt="child-865116_1920_640_350, picjumbo_com via pixabay, CC0, bearbeitet. " width="1810" height="990" /></a>Kinder und Jugendliche sind dem Einfluss verschiedener Medienformate heutzutage von klein auf konstant ausgesetzt. Dabei werden sie immer früher selbst zu Nutzerinnen und Nutzern der meist digitalen Angebote. Die Generation X bedient diese Angebote gewohnt problemlos, die Nutzung wurde nicht erlernt, sondern intuitiv erschlossen. Im Interview mit politik-digital.de spricht Medienbildnerin Kathleen Lindner darüber, ob und wie Medienkompetenz erlernt werden kann und wessen Aufgabe das eigentlich ist.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lindner.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154882 size-thumbnail" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lindner-195x119.jpg" alt="Lindner" width="195" height="119" /></a></p>
<p>Kathleen Lindner studierte Medienbildung „Visuelle Kultur und Kommunikation“ an der Otto-von- Guericke Universität Magdeburg. Nach Abschluss ihres Studiums sammelte Sie zunächst praktische Erfahrungen in Bereichen internationales Druckmanagement, Design, Filmredaktion, Storytelling, Text, Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentarfilmproduktion. Diese berufliche Praxis lässt sie seit 2013 unter „echthelle – Medienbildung trifft Kreation“ in Konzepte für die digitale Medienbildung einfließen. Heute ist sie besonders mit Projekten der kreativen Medienbildung, der Kulturarbeit, der Demokratiebildung und des Coachings in verschiedenen Bildungseinrichtungen und Unternehmen aktiv.</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital.de: Vielerorts herrscht Konsens darüber, dass zeitgemäße Bildung auch Medienkompetenz beinhaltet. Darüber was genau unter diesem Begriff verstanden wird, herrscht allerdings weniger Einigkeit. Wie definieren Sie Medienkompetenz?</h3>
<p>Medienkompetenz ist die Fähigkeit, bewusst und reflektiert mit Medien umzugehen, Medien zu gestalten und kritisch als visuellen Spiegel für gesellschaftliche Entwicklungen einzusetzen. Und was mir heutzutage in einer immer komplexer werdenden Welt wichtig erscheint: Medien als Werkzeug für die eigenen Lebensvisionen und eigene Zwecke sinnvoll nutzen zu können. Denn Medien können jedem Menschen als Spiegel für die eigenen Stärken dienen. Es gilt zu verstehen, dass Medienkompetenz auch eine wichtige Rolle im Kontext der Veränderung von der Konsumentenrolle in die Produzentenrolle spielt, da u.a. das Internet eine große Chance in sich birgt, neue nachhaltigere Lebensentwürfe zu entwickeln, wie zum Beispiel „Digitale Nomaden.“ Das geht aber über einen Kompetenzbegriff hinaus. Ich nenne das Transferwissen, das in Zukunft eine immer größer werdende Rolle spielen wird. Wir brauchen zukünftige Generationen, die diese Zusammenhänge verstehen, um Verantwortung für gesellschaftliche Herausforderungen übernehmen zu können.</p>
<h3>politik-digital.de: Sie bieten unter anderem Workshops an, die Schülerinnen und Schülern schon im Grundschulalter eine gewisse Medienkompetenz vermitteln sollen. Wie sieht so ein Workshop aus und was sind die Lernziele eines solchen Trainings?</h3>
<p>Ich gebe in meinen Workshops einen gewissen inhaltlichen Rahmen vor, und innerhalb dessen können die SchülerInnen Themen mithilfe von Medien reflektieren und erproben. Die Workshops sprechen derzeit die vier Säulen aus dem Basiscurriculum Medienbildung an: reflektieren, präsentieren, kommunizieren und analysieren. Ich nutze keine analogen Hilfsmittel für meine Workshops, sondern ausschließlich digitale, je nach Schulausstattung. Am Ende entsteht immer ein kleines Medienprodukt, in dem die Bildungsinhalte aus dem Rahmenlehrplan oder im Zusammenhang mit demokratischer oder gewaltfreier Wertebildung eingearbeitet werden oder es geht auch zum Teil um Präventionsthemen wie Cybermobbing oder Datenschutz. Das können Plakate, Foto-Storys, VR-360 Geschichten, Schnitzeljagden, Handy-Filme, Blogs, Grafiken, Collagen, Wissensspiele, Comics, Hörspiele und vieles mehr sein. Diese Medienprodukte werden bestenfalls im Unterricht weiterverwendet. Lehrer sind in den meisten Fällen in meinen derzeitigen Projekten in den Workshops dabei und lernen mit. Obwohl es mir mittlerweile sinnvoller erscheint, eher die Lehrer auszubilden. Das macht aber nur Sinn, wenn sich das Schulsystem ändert. Wie soll ein Lehrer zusätzlich Medienkompetenz bei diesem derzeitigen Lehrplan vermitteln?</p>
<h3>politik-digital.de: Schulen können Sie als externe Expertin anwerben um Medienkompetenz vor Ort zu vermitteln. Das Wissen über Medienkompetenz ist damit nicht in den Schulen selbst angesiedelt, sondern kommt von außen. Wessen Aufgabe ist es Ihrer Meinung nach, Schülerinnen und Schülern Wissen in diesem Bereich zu vermitteln?  Sollten Lehrkräfte hier mehr Weiterbildung erfahren?</h3>
<p>Lehrkräfte können diesen Übergang zur Digitalisierung nicht alleine stemmen. Dafür fehlt oft auch die Zeit, gerade mit Blick auf den Lehrplan. Ich denke, eine bessere Lösung wäre, wenn alle Zielgruppen zu Medienlaboren unter dem Denkmantel eines bundesweiten Dachverbandes für Medienbildung gehen und sich dort regelmäßig bilden lassen, um dann auf allen Ebenen multiplikatorisch agieren zu können. Der Vorteil hierbei wäre, dass sich die Labore an einem Ort konzentrieren lassen und diese sich immer wieder den aktuellen Gegebenheiten anpassen können. Das heißt, sie bleiben auf dem neuesten Stand. Hier müssten aber Medienberater sicherstellen, dass die Schulen das Wissen regelmäßig in den Unterricht integrieren und die notwendige Ausstattung erhalten, je nach Lernzielen und Ausrichtung der Schule. Dafür könnten zum Beispiel Medienbildner grundständig in den Schulen als Ansprechpartner eingesetzt werden. Voraussetzung hierbei ist, dass der Staat „Medienbildung“ einen noch einen höheren Stellenwert beimisst, Visionen dazu erarbeitet und somit die Finanzierung auch nachhaltiger gestaltet. Manchmal werden Gelder unnötig ausgegeben. Zum Beispiel die Ausstattung von Schulen mit Smartboards, die einfach nicht genutzt werden, weil Lehrkräfte teilweise feststellen, dass sie diese Ausstattung für ihren Fachunterricht schlicht und ergreifend nicht benötigen, sondern eher eine Tablet-Ausstattung.</p>
<h3>politik-digital.de: Viele Kinder und Jugendliche sind sich den drohenden Gefahren der täglichen Smartphone-Nutzung in Bereichen wie Datenschutz, Bildrecht oder Werbefallen durchaus bewusst. Risiken für sich und andere nehmen sie dabei in Kauf. Wie kann das scheinbar bereits vorhandene Wissen über Medien in die Kompetenz, diese verantwortungsvoll zu nutzen, überführt werden?</h3>
<p>Ich denke, das fängt bei uns Medienbildner an und bei den Entscheidungen, die selbst auf konzeptioneller Ebene getroffen werden. Also dass wir zum Beispiel durch stetigen Austausch die Programme und Inhalte empfehlen, die auf allen Ebenen Sinn machen.  Das heißt, wenn junge Klassen von Anfang alle Grundlagen erfahren, dann bilden sich ganz andere Wissensstrukturen im Kopf. Aber das ist nicht alles. Ich denke Kinder und Jugendliche brauchen Orientierung: „Wo soll es hingehen mit der Digitalisierung?“, „Was für eine Rolle spiele ich dabei?“ Das heißt, wir brauchen Konzepte, die über die Zukunft der Digitalisierung sprechen, so dass Jugendliche mögliche Fallbiografien/ Fallentwicklungen erleben: Was passiert, wenn viele Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt werden? Was passiert mit meinen Daten, wenn eine Ideologie herrschen würde? Was passiert mit einem Menschen, der nur noch in den sozialen Medien lebt? Also kurz: Zukunftsszenarien entwickeln, die auf eine positive und verantwortungsbewusste Zukunft hindeuten durch Vergleich von Worst-Case Szenarien.</p>
<h3>politik-digital.de: Autoren wie Manfred Spitzer versammeln mit plakativen Buchtiteln wie „Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ eine wachsende Gruppe an Digitalisierungsgegnern hinter sich. Die Angst vor dem Unbekannten befeuert die Skepsis gegenüber frühkindlicher Medienbildung bei Eltern oder Lehrenden. Gibt es auch Bildungsbereiche, die nicht in Berührung mit Medien kommen sollten, oder braucht eine digitalisierte Gesellschaft auch eine allumfassende digitale Bildung?</h3>
<p>Wie wir heute schon sehen, verlagert sich das gesamte Leben in den digitalen Raum, dazu gehören auch alle Bildungsbereiche.  Daher denke ich, dass hier kein Bereich in Zukunft ausgelassen wird. Wie im Buch „Die granulare Gesellschaft“ sehr gut nachzulesen ist. Was nicht digital überzogen werden kann? Ich denke, Visionsbildung und Innovationen des Menschen, denn damit müssen wir die Maschinen von morgen füttern und das sinnvollerweise mit einer erhöhten Portion Bewusstheit.</p>
<h3>politik-digital.de: Abmahnungen, Filesharing, Cybergrooming &#8211; Oft stehen bei Medienkompetenz Diskussionen um die Gefahren im Mittelpunkt. Teilen Sie diese Fokussierung auf den die Minimierung von Risiken? Welche neuen Möglichkeiten zur Partizipation, Kommunikation oder Kreativität würden Sie stärker in den Mittelpunkt stellen?</h3>
<p>Ich teile eher die Fokussierung auf die Chancen und auf die bewusste Reflexion der Risiken. Die Minimierung sollte ja auch bewusst gestaltet werden, denn zu viel Regulierung bedeutet auch Einschränkung von Kreativität. Z.B. aktuell die Datenschutzverordnung, die jeden Straßenfotografen zum Verzweifeln bringt, weil er keine Schnappschüsse mehr machen kann, ohne vorher eine Datenschutzerklärung ausgehändigt zu haben und die Bestätigungsunterschrift zu erhalten. Wie schon eingangs erwähnt, finde ich die Diskussion der Selbstwirksamkeit über die Produzentenrolle viel wichtiger.  Welche Lebensentwürfe entstehen durch digitale Medien bzw. wie kann ein Leben durch Kreativität sinnvoll werden? Menschen brauchen mehr denn je Orientierung und fragen nach dem Sinn des Lebens. Medien können dabei helfen, diesen zu finden. Denn es sind Werkzeuge, um Lebenszüge zu zeigen, sie können Entwicklungen visualisieren und sie können den Menschen selbstbestimmt werden lassen, so dass er frei leben kann, siehe Beispiel der „Digitalen Nomaden.“ Feste Arbeitsstrukturen werden in geraumer Zeit von gestern sein, umso wichtiger ist es, Kinder sinnvoll darauf vorzubereiten und ihnen zu ermöglichen, ihre selbstbestimmten Biografien zu bauen.</p>
<h3>politik-digital.de: Abschließend noch ein Blick in die Zukunft: Wie sieht Medienkompetenzbildung Ihrer Meinung nach in 10 Jahren aus? Welche Entwicklungen kommen auf uns zu?</h3>
<p>Dazu müsste ich einen Blick in die Zukunft der Bildung werfen. Meine Vorstellung dazu ist, dass wir noch mehr online sein werden und digitale Lernstrukturen selbständiger nutzen, von klein bis groß. Die Lehrkraft wird eher eine Begleitrolle spielen. Der Mensch als solches wird immer mehr den Drang haben, sich selbst zu verwirklichen und sein gesammeltes Wissen im besten Fall mit anderen zu teilen und daraus Hybride zu gestalten. Schon heute finden sich viele Gruppen zusammen, um vom digitalen Raum aus hinaus in die Welt mit verschiedenen Aktionen etwas zu verändern und weiterzuentwickeln. Schon heute werden ja sinnstiftende und innovative Projekte finanziert, wie beispielsweise über startnext. Bildung wird zum Ziel haben müssen, dass Menschen eigenverantwortlich Beiträge für eine bessere Gesellschaft bzw. Welt leisten können, wobei hier der digitale Raum eine entscheidende Rolle spielt und spielen wird.</p>
<p>Titelbild: picjumbo_com via <a href="https://pixabay.com/de/kinder-kind-spielen-studie-farbe-865116/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Bild der Interviewpartnerin: © Maximiliane Wittek, Visual Artist Berlin, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Digitale Bildung ist mehr als die Anschaffung eines Whiteboards</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/thorsten-schaefer-guembel-digitale-bildung-ist-mehr-als-ein-whitebboard-154724/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jun 2018 12:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Digitaler Unterricht]]></category>
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					<description><![CDATA[Die SPD will sich erneuern und ihr stellvertretender Bundesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel im Herbst hessischer Ministerpräsident werden. In seinem Buch „Die sozialdigitale [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tablet-1632909_640_280.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154725 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tablet-1632909_640_280.jpg" alt="Tablet mit Händen by geralt via pixabay, CC0, bearbeitet " width="640" height="280" /></a>Die SPD will sich erneuern und ihr stellvertretender Bundesvorsitzender <a href="https://twitter.com/tsghessen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thorsten Schäfer-Gümbel</a> im Herbst hessischer Ministerpräsident werden. In seinem Buch „Die sozialdigitale Revolution“ beschäftigt er sich deshalb u.a. mit sozialdemokratischen Antworten auf die Herausforderung des Bildungssystems durch die Digitalisierung. Wir dokumentieren daraus Auszüge.</p>
<p>Unterricht, in dem fächerübergreifend gelernt wird, der zum Selbstlernen und Experimentieren anregt und Fragen aufwirft, ohne immer gleich vorgefertigte Antworten parat zu haben, legt die Grundlage dafür, dass sich Menschen sicher und angstfrei in einer sich permanent wandelnden Gesellschaft bewegen können. Sie müssen offen für Veränderungen sein, diese begrüßen, moderieren und in ihren Alltag integrieren können. Sie müssen mit anderen Menschen verschiedenster Herkünfte und Hintergründe zusammenarbeiten können, um den Wandel zu bewältigen – Schwerpunkte wie interkulturelle Kompetenz und Mandarin als Fremdsprache wären hier denkbar.</p>
<h3> Neue Herausforderungen für den Unterricht und die Menschen</h3>
<p>Sie sollten kreatives und spontanes Reagieren gelernt und verinnerlicht haben, denn nach dem Abschluss verlangen Unternehmen agiles Arbeiten, und ihnen begegnen Herausforderungen, die während der Schulzeit noch gar nicht bekannt gewesen sind – das gilt künftig noch mehr als bisher. Sie sollten über ihren Tellerrand hinausblicken und aus anderen Disziplinen lernen wollen, sich zugleich aber selbstbewusst in kleinere und größere Debatten einschalten können sowie Widersprüche verstehen, aushalten und akzeptieren.</p>
<p>Sie sollten ausbildungsfähig sein und neben den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen nicht nur ihre Muttersprache beherrschen, was inzwischen häufig unterschätzt wird, sondern sich in „Technologie“ auch mit dem Coden auseinandersetzen, also mit dem Verstehen, Lesen und Schreiben von ersten Programmen und Apps. In solch einem Fach ginge es nicht nur um Informatik, sondern zusätzlich um Grundkenntnisse neuer Techniken wie zum Beispiel Blockchain, Virtual Reality, künstliche Intelligenz oder auch neue Apps, die die Schülerinnen und Schüler reihum einmal pro Woche in einem Kurzreferat vorstellen könnten, damit sie und alle anderen ein Bild davon bekommen, wie sich die Technologie entwickelt. Und nicht zuletzt sollten sie für die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung und die wichtigsten ethischen Fragen sensibilisiert sein. Neue Technologien ziehen häufig einen veränderten Umgang untereinander nach sich. Anstatt jeden Einzelnen damit sich selbst zu überlassen, muss Medienkompetenz auf den Stundenplan.</p>
<h3> Wir brauchen ein Aktionsprogramm für digitale Lehrkompetenz</h3>
<p>Eine gute technische Ausstattung ist allerdings kein Selbstzweck, sondern ihr Einsatz ermöglicht es Lehrerinnen und Lehrern, den Unterrichtsinhalt verständlicher, leichter und schneller zu vermitteln. Hierfür müssen die Lehrkräfte jedoch ausgebildet sein. Zu häufig reduzierten sich die Investitionen aber auf die Anschaffung von Laptops, iPads, Tablet-PCs und Whiteboards, den interaktiven Multimediatafeln, die mit einem Rechner verbunden sind. Die notwendige Schulung der Lehrerinnen und Lehrer an diesen zum Teil sehr teuren und komplexen Whiteboards fand kaum statt, weshalb längst nicht alle ihr Gerät nutzen konnten, zum Teil bis heute nicht. Der Grund: Wir haben eine Trennung der Zuständigkeit für die technische Ausstattung von derjenigen für die konzeptionell-pädagogische Fortbildung. Erstere liegt bei der Kommune als Schulträger, letztere liegt beim Land – und in der Vergangenheit war die Zusammenarbeit, sagen wir es diplomatisch, verbesserungsfähig. Dieser Konstruktionsfehler muss schnellstens behoben werden. Hier muss die Lehrerfortbildung – für die das Land zuständig ist – auf eine neue Stufe gehoben werden.</p>
<h3>Volkshochschulen als Orte des digitalen Lernens</h3>
<p>In Deutschland leisten jeden Tag mehr als 900 Volkshochschulen Fort- und Weiterbildungen. Sie bieten Sprach- und Gesundheitskurse an, fördern die Grundbildung ebenso wie die Kultur und bringen Einzelne in ihrem Beruf weiter oder eröffnen neue Perspektiven. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lernen hier ebenso wie zahlreiche Flüchtlinge, die alphabetisiert werden oder Sprach- und Integrationskurse bekommen. Darüber hinaus ist der Deutsche Volkshochschulverband international vernetzt und mit mehr als 200 zivilgesellschaftlichen, staatlichen und wirtschaftlichen Partnern in 30 Ländern im Kontakt. Es wäre naheliegend, diese Orte des Lernens als Anlaufstellen für Fragen der Digitalisierung auszubauen, zumal die Volkshochschulen begonnen haben, die Themen in ihre Angebote aufzunehmen. Neben sehr praktischen Computerkursen in Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder 3D-Drucken finden sich dort auch Vorträge oder Seminare, die über die Facebook-Nutzung in Zeiten des neuen EU-Datenschutzes oder über Sprachassistenzsysteme in den eigenen vier Wänden aufklären.</p>
<p>Der Vorteil: Die Volkshochschulen sind nicht nur in allen Bundesländern vertreten und vor Ort gut vernetzt. Sie sind ein bekannter und anerkannter Bildungsträger, der maßgeblich von den Ideen und der Mitarbeit seiner bundesweit mehr als 190.000 Honorarkräfte lebt. Deren niedrigschwellige Angebote orientieren sich per se an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger und laden zum Erfahrungsaustausch ein. Warum also nicht dafür sorgen, dass sie in der digitalen Gesellschaft eine größere Rolle spielen und für Menschen immer wieder dann zum Ansprechpartner werden, wenn in ihrem Leben Veränderungen anstehen? Die Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen auf uns zukommen und uns herausfordern, macht es unmöglich, neue Strukturen zu konzeptionieren und aufzubauen – sie kämen schlicht zu spät, um den Wandel in die richtigen Bahnen zu lenken. Andererseits ist klar, dass wir eine zeitgemäße Fort- und Weiterbildung brauchen – allein mit der Ausbildung, die nur am Anfang des beruflichen Lebens steht, ist es nicht getan.</p>
<p>Thorsten Schäfer-Gümbel: Die sozialdigitale Revolution. Wie die SPD Deutschlands Zukunft gestalten kann. Copyright © 2018 Murmann Publishers GmbH, Hamburg (weitere Angaben finden Sie <a href="https://www.murmann-verlag.de/die-sozialdigitale-revolution.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>).</p>
<p>Titelbild: © geralt via <a href="https://pixabay.com/de/tablet-h%C3%A4nde-halten-b%C3%BCcher-1632909/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Zeitgemäßes Lernen in der Schule: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/zeitgemaesses-lernen-in-der-schule-zwischen-anspruch-und-wirklichkeit-153511/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Decker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Nov 2017 09:40:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Informatikunterricht]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Lea besucht die 10. Klasse eines Berliner Gymnasiums. Auch wenn Schulen die Digitalisierung technisch und inhaltlich aufgreifen: Bis zu einer gelungenen Umsetzung ist es noch ein weiter Weg, findet sie und schlägt einige Verbesserungsmöglichkeiten vor.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Man könnte meinen, die Ausstattung an digitalen Lehrmitteln kann im Jahr 2017, neben z.B. der Leistung, der Atmosphäre und des Lernklimas, als weiteres Auswahlkriterium bei der Wahl der richtigen Schule aufgelistet werden. </span>Doch schaut man sich die Realität in den Schulen an, neigt man eher dazu, die Aussage zurückzunehmen als man &#8220;Schule&#8221; sagen kann. So ist es auch an der Schule, die ich besuche.</p>
<h3>Ausstattung: Theorie und Wirklichkeit</h3>
<p>Auf der Website des John-Lennon-Gymnasiums (JLG) findet man unter dem Themenfeld Informatikunterricht folgende Auflistung der &#8220;umfangreichen Ausstattung von Unterrichtsmaterialien&#8221;:</p>
<ol>
<li>Zwei Fachräume für Kurse und Gruppen</li>
<li>Insgesamt ca. 150 Computer</li>
<li>Einen logoDIDACT-Server</li>
<li>Freies Internet inkl. WLAN</li>
<li>Druckmöglichkeit in jedem Raum</li>
<li>SMART-Boards</li>
<li>Lego-Mindstorms-Roboter</li>
<li>Office-Pakete</li>
<li>Bildbearbeitung</li>
<li>Komposition</li>
</ol>
<p>Warum ich immer noch finde, dass das JLG trotz der aufgeführten Ausstattung nicht an vorderster Front der digitalen Revolution steht? Weil man den oben genannten Versprechen leider nicht zu viel Glauben schenken kann. Wenn ich die Liste durchgehe, habe ich bei fast jedem Punkt etwas anzumerken.</p>
<ol>
<li style="text-align: left;">Ich zähle insgesamt drei Räume, die  jeweils mit ca.16 Computern ausgestattet sind &#8211; alle drei also für Kurse und Gruppen (in 2&#215;16 Schüler aufgeteilte Klassen) geeignet.</li>
<li style="text-align: left;">In der ganzen Schule? Grob aufgerundet, ja. Für den Informatikunterricht? Nein, das sind max. 75.</li>
<li style="text-align: left;">&#8211;</li>
<li style="text-align: left;">Kein WLAN verfügbar. Für niemanden.</li>
<li style="text-align: left;">In nur drei für Schüler zugänglichen Räumen befindet sich jeweils ein Drucker.</li>
<li style="text-align: left;">Ja, mit dem kann aber kaum ein Lehrer umgehen.</li>
<li style="text-align: left;">Noch nie von gehört.</li>
<li style="text-align: left;">LibreOffice</li>
<li style="text-align: left;">&#8211;</li>
<li style="text-align: left;">&#8211;</li>
</ol>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="font-weight: 400;">Doch wie könnte man dafür sorgen, dass das JLG sogar als Vorreiter*in der digitalen Berliner Schulen gelten kann? Wie wäre es beispielsweise, wenn die Lehrer SMART-Board-Unterricht bekommen würden? Ich weiß ja nicht, in welchen Themen die Lehrer*innen bei ihren Fortbildungen weitergebildet werden (ein Fall von fehlender Transparenz? ), aber besser mit dem SMART-Board können sie danach nicht umgehen.</span></strong></p>
<h3>Eine Idee: Mehr Zeit für digitales Lernen</h3>
<p>Ab dem ersten Tag am JLG hat man sogenannte Silentien (lat.: silentium = Stille, Leise sein), in der Grundschule würde man Hausaufgabenstunde dazu sagen – es ist aber Pflicht hinzugehen. Man bekommt Zeit Hausaufgaben zu machen, Projekte zu organisieren und es steht ein*e Lehrer*in für Fragen zur Verfügung – doch das beste: Man darf Musik hören. Alles natürlich in einer gemäßigten Lautstärke, in der jeder gut arbeiten kann. Liege ich richtig und Sie denken gerade was für eine ausgeklügelte Idee? Die Idee mag sich zwar gut anhören, doch praktisch gesehen ist sie (aus Sicht einer Schülerin, die drei Jahre Silentium hinter sich hat), gelinde gesagt, ausbaufähig. An dem Konzept der Silentien können wir aber arbeiten und es als Impuls nutzen.</p>
<p>Ich hatte nämlich eine Idee. Eine gute Idee. Vielleicht ist sie nur so gut wie die Idee des Silentiums selbst, doch wenn nicht, ist sie womöglich eine der besten Ideen, die ich jemals hatte.</p>
<p>Mir ist aufgefallen, weshalb unsere Schule 150 Computer hat. Zuerst dachte ich, damit wären die Computer in den Klassenräumen und den Computerräumen gemeint, das wären aber höchstens 130. Dann sind mir die MacBooks in den Sinn gekommen. Im Musik-Vorbereitungsraum liegen nämlich mehrere MacBooks. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann wir die das letzte Mal benutzt haben, ich kann nur soviel sagen: es ist lange her. Doch wie komme ich jetzt vom Thema Silentium zum Thema MacBooks?</p>
<p>Genau.</p>
<p>Seit der siebten Klasse sehe ich die Silentien als etwas Unnötiges. Wäre es ein freiwilliges Angebot gewesen, hätte ich dankend abgelehnt. Ich kann mich in dieser Umgebung nur schwer konzentrieren und – was eines der wichtigsten Argumente ist, ich aber noch nicht genannt habe – wir haben gar keine Hausaufgaben. Richtig gelesen. Irgendwann in der achten Klasse kamen die Lehrer plötzlich mit der Aussage &#8220;Hausaufgaben dürfen wir euch ja keine mehr geben, also besprechen wir das in der nächsten Woche. Schönen Tag noch&#8221;. Soweit ich weiß, war der Grund der, dass wir eine Ganztagsschule sind und wir schon genug Zeit mit der Schule verbringen und deshalb keine Hausaufgaben mehr zuhause machen sollten.</p>
<p>Dennoch müssen wir also zwei Stunden in der Woche länger bleiben, um Hausaufgaben zu machen, die wir nicht aufhaben, weil die Schule möchte, dass wir in unserer freien Zeit etwas anderes machen können als Hausaufgaben.</p>
<p>&#8220;Wem langweilig ist, der kann die Silentium-Aufgaben machen.&#8221; Eine weitere Idee der Lehrer*innen: Falls einem Kind langweilig werden sollte, kann es die sogenannten Silentium-Aufgaben machen. Doch wer macht in dem Alter schon solche unnötigen,  freiwilligen Aufgaben?</p>
<p>Um den Kreis zu schließen: Wie wäre es, wenn einer Klasse für das Silentium die vorhandenen aber ungenutzten MacBooks zur Verfügung stehen würden? So könnte man (neben den Vokabeln) die einzigen entstehenden Hausaufgaben – nämlich Präsentationen – in der Schule erstellen und vorbereiten und hätte wirklich mehr Freizeit.</p>
<h3>Hürden des Alltags und (einfache) Lösungen</h3>
<p>Ein paar von uns kamen sogar auch schon in den Genuss digital arbeiten zu können. Aufgrund dessen, dass das English-Debating-Silentium (ein optionales Silentium, in dem auf Englisch debattiert wird) einen Austausch mit einer israelischen Schule organisieren konnte, wurde den Teilnehmer*innen das WLAN auf dem Smartphone zugänglich gemacht, damit sie mit ihren Austauschschüler*innen über Skype kommunizieren konnten. Ein nicht überraschendes Resultat: Vieles ging erheblich leichter. Aber alles hat auch seine Schattenseite: Mit Ende des Kurses im neuen Schuljahr ging dann auch die Möglichkeit wieder verloren, das WLAN zu nutzen und dieser &#8220;Entzug&#8221; fällt nicht nur mir schwer.</p>
<p>Das JLG nutzt die Anwendungen <em>WebUntis</em> und <em>itslearning</em>. Das erste ist ein Programm, das am Computer wie am Smartphone nutzbar ist und für den Vertretungsplan eingesetzt wird. Es läuft – wie könnte es anders sein– übers Internet. Hat man also keine Lust seine persönlichen mobilen Daten dafür einzusetzen, den Vertretungsplan aufzurufen, ist man aufgeschmissen. Um dem entgegenzusteuern wurde im vergangenen Jahr im Foyer ein Monitor angebracht, welcher in Endlosschleife den Vertretungsplan für alle sichtbar macht. Man wartet mehrere Minuten und steht den anderen Schülern im Weg, um dann am Ende zu sehen, dass du entweder keine Vertretung hast oder du siehst endlich deine Klasse, was heißt der Unterricht wird vertreten, du möchtest ein Foto machen und der Monitor springt zur nächsten Seite – nochmal alles von Anfang.</p>
<p><em>Itslearning</em> ist eine Lernplattform, mit einem ähnlichen Prinzip wie Dropbox. Sowohl Schüler*innen als auch Lehrer*innen haben hierfür einen Account. Die Lehrer*innen haben die Möglichkeit, die im Unterricht genutzten Arbeitsblätter und die während des Unterricht entstandenen SMART-Board Folien, aber auch die für die kommende Woche anstehenden Aufgaben dort hochzuladen, so dass die Schüler*innen auch zuhause nochmal die Chance bekommen, das Thema zu verinnerlichen – wenn eine WLAN-Verbindung im Schulgebäude vorhanden ist.</p>
<p>Kommen wir zum letzten verbesserungswürdigen Punkt der &#8220;digitalen Revolution&#8221; am JLG, ein wenig paradox, aber dennoch: der <em>Informationstechnische Grundkurs</em>. Auf der Website, erneut beim Themenfeld Informatik, ist folgendes aufgeführt:<br />
Alle Schülerinnen und Schüler nehmen in Klasse 7 am ITG-Kurs im Umfang von einer Wochenstunde teil. Schwerpunkte:</p>
<ul>
<li>Aufbau und Arbeitsweise von Computern</li>
<li>Nutzung von Standardsoftware (Textverarbeitung, Präsentationssoftware, …) (sic!)</li>
<li>Informationsbearbeitung (Text, Bild, Video, Audio)</li>
<li>Leben in vernetzten Systemen (lokale Netzwerke, Internet, Kommunikation)</li>
</ul>
<p>Was ich wirklich in ITG gelernt habe? Wie ich eine Präsentation erstelle. Man könnte als Argument jetzt sagen &#8220;Jetzt mach mal halblang, Lea, die 7. Klasse ist für dich jetzt ganze drei Jahre her. Bist du ganz sicher, dass du nicht vielleicht etwas vergessen hast?&#8221; Ganz sicher. Ich habe die jetzigen Siebtklässler gefragt und welche von den Schwerpunkten, die auf der Website aufgelistet wurden, werden wirklich behandelt? Nutzung von Standardsoftware – mit dem Fokus auf der Präsentationssoftware. Meiner Meinung nach sollte dieses Jahr besser genutzt und mindestens zwei Punkte der oben genannten Themen gelehrt werden. Wenn man sich aus Zeitmangel darauf beschränkt, Gymnasium taugliche Präsentationskonzepte zu vermitteln, sollte man vielleicht zusätzlich in der 8. Klasse ITG einführen.</p>
<h3>Das JLG, Digitalisierung &amp; Meinung bilden</h3>
<p>Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Natürlich ist nicht alles an dem Gymnasium schlecht, es gibt ja auch einen Grund, weshalb ich mich für dieses und kein anderes entschieden habe und weshalb ich nach drei Jahren noch nicht die Schule gewechselt habe.<br />
Neben den Tatsachen, dass es hoch ausgezeichnet, weltbekannt, umweltfreundlich und sozial ist, ist es auch eines der Gymnasien, dass sich darum sorgt, dass die Schüler alle Themen theoretisch und praktisch gelehrt bekommen. Nach dem Motto &#8220;learning by doing&#8221;. Falls dies aber den Rahmen der Möglichkeiten sprengt, bekommen die Schüler die Gelegenheit die Stationen zu besuchen. Orte, an denen man Mathe-, Physik- oder Französischprobleme mit einer oder einem Expert*in (beispielsweise Lehrer*in oder ehemalige Schüler*in, die jetzt studieren) besprechen kann, abhängig von der jeweiligen Station.<br />
Im Herbst findet das alljährliche Filmfestival statt, die Gewinner bekommen hoch angesehene Preise und den Wanderpokal &#8220;Goldener John&#8221;. Fast noch besser ist der Preis, den die sportlichste Klasse am Ende des Schuljahres verliehen bekommt. Der Schulleiter Herr Dr. Pfeifer sorgt außerdem noch dafür, dass die Zehntklässler*in eine gute Chance auf ein Auslandsjahr(-stipendium) in der elften Klasse haben.</p>
<p>Doch ganz können wir die Digitalisierung eben auch nicht vergessen.</p>
<p>Ich gehöre zu den Menschen, die der Meinung sind, dass die Digitalisierung sowohl positive als auch negative Seiten hat und man beide nicht aus den Augen verlieren sollte. Der richtige Umgang ist wichtig und die Schule ist neben dem Zuhause der erste Ort, an dem man als Kind in den Kontakt mit der Digitalisierung kommt. Die Lehrer*in erwarten von uns ab der 7. Klasse, dass wir uns selbst immer eine eigene Meinungen bilden, Meinungen bilden, Meinungen bilden. Natürlich belegt mit passenden Argumenten. Dies sei &#8220;wichtig fürs Abi&#8221;. Sollte man aber nicht auch den Schüler*innen die Chance geben, sich eine Meinung über die Digitalisierung bilden zu können? Und denen, die sich bereits eine Meinung gebildet haben, die Chance, sie zu bestärken oder vielleicht zu ändern?</p>
<p>Hier sollten die Schulen besondere Anstrengungen entwickeln, da eins ganz sicher ist: die Digitalisierung wird uns auf die eine oder andere Weise unser gesamtes weiteres Leben begleiten. Hierfür zu lernen macht einfach Sinn.</p>
<p>Titelbild: Wall Clock by Alexandra Stan via <a href="http://mystock.photos/wall-clock/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mystock.photos</a>,  <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div>
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		<title>Chaos Computer Club in der Schule</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elisa Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Aug 2017 14:09:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[CCC]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Seit seiner Gründung fördert der Hackerverein Chaos Computer Club auch die Bildung zu technischen Themen. Nach zehn Jahren aktiver Bidungsarbeit hat das Projekt Chaos macht Schule die gesammelten Erfahrungen ausgewertet und eine Liste von Forderungen für eine kompetente Umsetzung zeitgemäßer Bildung erstellt. Ein Interview mit CmS-Aktivist und Informatiker Benjamin Schlüter über digitale Mündigkeit, Kompetenzen und Politik.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der <a href="https://www.ccc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club</a> (CCC) ist wohl jedem ein Begriff. Der größte europäische Hackerverein widmet sich seit 1981 Themen der digitalen Technologien und Computersicherheit. Mit dem Projekt “<a href="https://ccc.de/schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos macht Schule</a>” bilden ehrenamtliche Aktivist*innen alle an Schule Beteiligten im Bereich Medienkompetenz und Technikverständnis durch ein vielfältiges Vortrags-, Workshop- und Schulungsangebot weiter.</p>
<p>Ein zentrales Problem, dass dabei immer wieder auffällt: die Bildungsinstitutionen mit ihren Kerncurricula können nicht mit den rasanten Entwicklungen der neuen Technologien mithalten und deren effektiven Nutzen kaum mit ihrem Lehrprogramm vereinen. Hier setzt Chaos macht Schule (CmS) mit ihren <a href="https://www.ccc.de/de/cms-forderungen-lang" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fünf Forderungen</a> für die Digitalisierung der Bildung an. <strong>Benjamin Schlüter und Steffen Haschler</strong> haben sie auf der <a href="https://17.re-publica.com/en/17/session/digitale-mundigkeit-unsere-forderungen-zeitgemasse-digitale-bildung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">re:publica 2017 in Berlin</a> vorgestellt.</p>
<p><strong>1. Digitale Mündigkeit der Schüler und Schülerinnen</strong></p>
<p><strong>2. Fächerübergreifende Themen der digitalisierten Lebenswelt</strong></p>
<p><strong>3. Stärkung der Lehrkräfte</strong></p>
<p><strong>4. Vorbilder schaffen</strong></p>
<p><strong>5. Externe Experten einbinden</strong></p>
<p>Ausführlich können sie <a href="https://www.ccc.de/de/cms-forderungen-lang"><strong>hier</strong></a> nachgelesen werden.</p>
<p><strong>Benjamin, woher stammt die Idee für das Projekt &#8220;Chaos macht Schule&#8221;?</strong></p>
<p>Um 2007 herum gab es erste Schulen, die beim CCC angefragt haben, ob wir vorbeikommen und Workshops veranstalten könnten, um was über Technik und das Internet zu erzählen. Die Schulen haben gemerkt, dass solche Themen für Schüler*innen relevant sind, sie aber selbst über keine Kompetenzen verfügen, um den Schüler*innen das nötige Wissen zu vermitteln. Daraufhin haben dann die ersten Workshops stattgefunden, das Ganze hat sich über Schüler und Lehrer rumgesprochen, es kamen neue Anfragen und so hat sich das ganze institutionalisiert.</p>
<p>Wichtig war auch ein Talk auf dem nicht lange zurückliegendem 22. Chaos Communication Congress, den der CCC jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester veranstaltet. Unter dem Titel “We lost the war” stellten Rop Gonggrijp und Frank Rieger Ende 2005 fest, dass es dem CCC bisher nicht gelungen war, all die Themen, mit denen sich der CCC beschäftigt, vollständig in die Gesellschaft zu bringen. Eine Lösung ist natürlich, bei der jüngeren Generation in Sachen Bildung anzufangen – was auch eine wichtige Inspiration war, um mit Chaos Macht Schule anzufangen.</p>
<p><strong>Wer fragt Euch an?</strong></p>
<p>Mal kommen Anfragen von den Lehrer*innen, mal von den Elternvertreter*innen. Grundsätzlich melden sich die engagierten Leute. Aus anderen Schulformen als Grundschule oder Gymnasium kommen leider relativ wenig Anfragen. Es kommt auch vor, dass eine Lehrerin oder eine Mutter an uns herantritt, weil ihr Sohn über Dritte von uns gehört hat.<br />
Wir machen keine große Werbung, unser Angebot spricht eher herum.</p>
<p><strong>Prallen diesbezüglich nicht zwei Denkweisen aufeinander? Bei den schnellen technischen Entwicklungen ist es doch eine Herausforderung, neue digitale Methoden in dem Wissen anzuwenden, dass sie in kurzer Zeit wieder veraltet sein werden.</strong></p>
<p>Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Deshalb sollte sich die Lehre nicht zu sehr auf ein aktuelles soziales Netzwerk oder eine bestimmte Programmiersprache fokussieren, sondern eine universellere digitale Mündigkeit fördern.</p>
<p>Auch ist es wichtig, die Rolle des oder der Lehrer*in zu überdenken. Im Zeitalter des Internets, wenn man das Web z.B. zu Recherchezwecken einsetzt, ist der Lehrer nicht mehr zwingend derjenige mit dem meisten Wissen, weil sich jede*r Schüler*in ab einem bestimmten Alter in ein Thema einlesen kann. Da muss man einfach klar machen, dass der*die Lehrer*in im Zweifelsfall derjenige ist, der den Schüler*innen hilft, wie man lernt, und der das Lernen begleitet. Lehrer können sich so etwas auch zusammen mit den Schüler*innen erarbeiten. Das ist es auch, was wir Eltern in Bezug auf digitale Medien oftmals sagen: Lasst es euch von euren Kindern zeigen; die wissen, wie das geht.</p>
<p><strong>Werden Schulen in der Lage sein, diesen neuen Anforderungen mit eigenen Angeboten zu Medien- und Digitalkompetenz gerecht zu werden? Oder sind externe Experten und Fachkräfte weiterhin notwendig?</strong></p>
<p>Generell bin ich der Auffassung, dass unser Bildungssystem eine Lösung für das Problem finden muss. Da digitale Medien im Lebens- und Arbeitsalltag eine wichtige Rolle spielen, muss die Schule darauf vorbereiten.</p>
<p>Als kurzfristige Lösung halte ich es hingegen sinnvoll, mit externen Leuten zusammenzuarbeiten. Solange die Bildungspläne so weit von den technischen Entwicklungen entfernt sind, lässt es sich kaum vermeiden, wenn man kurzfristig etwas erreichen will.</p>
<p><strong><div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="/wp-content/uploads/2020/06/myavatar.png" rel="attachment wp-att-153060"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-153060" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/myavatar.png" alt="myavatar" width="175" height="175" /></a>Benjamin Schlüter ist Diplom-Informatiker und gibt in seiner Freizeit Workshops zu Themen zwischen Technik und Gesellschaft.</div></div></strong></p>
<p><strong>Die Schnelligkeit der technischen Entwicklungen lässt das strukturelle Problem aufkommen, dass du als Lehrer beim Schulabschluss deiner Schüler nicht den Erfolg vorweisen kannst, ihnen wirklich etwas beigebracht, sondern vielmehr optionale Lösungswege aufgezeigt zu haben, die schnell veraltet sein werden.</strong></p>
<p>Das ist definitiv ein wichtiger Punkt. Viele der heutigen Berufe wird es aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung in zehn oder zwanzig Jahren möglicherweise nicht mehr geben, wenn die Schüler*innen im Berufsleben angekommen sind. Daher ist es wichtiger denn je, den Schülern kritisches Denken und Hinterfragen beizubringen. Wohingegen Schulen heute immer noch sehr stark darauf ausgerichtet sind, auf den derzeitigen Berufsalltag vorzubereiten. Auch im Bereich Digitalisierung und Schule liegt der Fokus darauf. Schüler*innen lernen z.B. Programmieren oder wie ein Office Paket funktioniert. Das bereitet möglicherweise auf das heutige Berufsleben vor, aber weniger auf das Leben der Zukunft, von dem wir alle nicht wissen, wie es aussehen wird.</p>
<p><strong>Wäre es aus Deiner Sicht wünschenswert, dass irgendwann gar keine externen Expert*innen mehr nötig sind?</strong></p>
<p>Ich würde mir wünschen, dass &#8220;Chaos macht Schule&#8221; irgendwann überflüssig wird und die Schulen das selbst schaffen. Der Weg dahin ist aber noch weit.<br />
Wenn man sich die Entstehung eines Bildungsplans anschaut oder wie die Lehrerausbildung funktioniert, wird man feststellen, dass das alles ein sehr langsamer Prozess ist. Bis sich Änderungen in Lehrplänen widerspiegeln, dauert es einfach, während technische Entwicklungen sehr, sehr schnell sind. Weiterhin muss man sehen, dass das ganze Schulsystem kein Geld hat. Wenn Schulen das Geld fehlt, um Toiletten zu reparieren, da ist man natürlich noch weit davon entfernt, über Technik zu reden. Technik veraltet zudem sehr schnell. Da wäre es eine gute Möglichkeit, mit lokalen Bildungsinitiativen zusammenzuarbeiten wie z.B. Makerspaces.</p>
<p><strong>Ihr fordert auch hauptamtliche Administratoren an Schulen. Warum?</strong></p>
<p>Computersysteme kann man nicht einfach kaufen, aufstellen und dann laufen sie, sondern man muss sie pflegen, Updates einspielen, neue Software installieren. Man muss das Zusammenspiel sehen und das tun sehr viele Schulen nicht. Wir würden es sehr begrüßen, wenn das Problem erkannt und Leute dafür abgestellt würden, die sich damit auskennen und genug Zeit dafür haben. Denkbar wären auch Administrator*innen, die an mehreren Schulen arbeiten.</p>
<p><strong>Bei welcher Gruppe trägt Euer Engagement am meisten Früchte? Schüler, Lehrer oder Eltern?</strong></p>
<p>Das kann man relativ schlecht vergleichen, das sind unterschiedliche Ansätze.<br />
Wir arbeiten mit Schüler*innen, um die nachfolgende Generation zu erreichen. Wir entsprechen natürlich nicht dem Bild, das ein Lehrer abgibt, das ist ein gewisser Gegenentwurf. Dadurch haben wir schon einen gewissen Einfluss und die Kinder und Jugendlichen sind da sehr offen.</p>
<p>Auf der anderen Seite können wir durch Lehrer*innenfortbildungen letztendlich viel mehr Leute erreichen, weil sie das Wissen idealerweise direkt weitergeben.</p>
<p>Bei der Arbeit mit den Eltern geht es einfach darum, zu sensibilisieren und ihnen beizubringen, was es bedeutet, beispielsweise einem Grundschüler ein Smartphone mit Internetzugang in die Hand zu drücken. Vieles von dem, was die Kinder machen, geschieht im Zusammenspiel mit den Eltern.</p>
<p><strong>Könntet ihr euch vorstellen, euch mit der Initiative auch in die Lehramtsausbildung einzubringen?</strong></p>
<p>Chaos macht Schule ist für uns ein ehrenamtliches Freizeitprojekt, d.h. unsere Reichweite und unsere Kapazitäten sind begrenzt. Auf Anfrage würden wir natürlich auch Lehrer*innenfortbildungen geben. In nächster Zeit wollen wir unseren Fokus aber auf das Thema “Offene Bildungsmaterialien” legen, wodurch wir unser Know-How bereitstellen können, aber nicht alles selbst durchführen müssen. Gerne würden wir mehr mit Lehrer*innen zusammenarbeiten, auf akademischer Ebene ist unsere Initiative allerdings nicht flächendeckend durchführbar.</p>
<p><strong>Im Bereich digitaler, zeitgemäßer Bildung gibt es inzwischen einige verschiedene Initiativen und Projekte mit ähnlichen Zielen – glaubst du, dass eine stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit regional oder sogar bundesweit hilfreich wäre?</strong></p>
<p>Es gibt in Deutschland ziemlich viele Initiativen in dem Bereich. Sei es &#8220;<a href="https://jugendhackt.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jugend hackt</a>&#8220;, das <a href="https://coderdojo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CoderDojo</a> oder oder die <a href="https://edulabs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Edulabs</a>, mit vielen sind wir vernetzt und man tauscht sich untereinander aus. Man unterstützt sich auch gegenseitig. Findet eine Veranstaltung von &#8220;Jugend hackt&#8221; statt, helfen dort oft Leute vom CCC mit, dem Berliner CoderDojo stellen wir manchmal unsere Clubräume zur Verfügung etc.</p>
<p>Wir veranstalten auf dem Chaos Communication Congress immer den Junghackertag. An dem Tag haben Jugendliche bis 14 Jahre mit einem Elternteil freien Eintritt zum Congress. Wir bieten dann verschiedene Workshops für Jugendliche an. Letztes Jahr hatten wir 15 verschiedene Initiativen, die an dem Tag auf unserer Veranstaltung Workshops angeboten haben. An der Organisation waren auch &#8220;Jugend hackt&#8221; und das CoderDojo beteiligt. Es wächst alles zusammen und baut sich aus.</p>
<p><strong>Der von Bildungsministerin Johanna Wanka geplante fünf Milliarden schwere Digitalpakt für die verbesserte digitale Ausstattung von Schulen und anderen Bildungsinstitutionen kann möglicherweise vorerst nicht umgesetzt werden. Was sagst du zur Entwicklung in der Bildungspolitik und insbesondere zum Digitalpakt? </strong></p>
<p>Die Forderungen von CmS sind unter anderem auch aus den Kultusministerkonferenzen der letzten Jahre und den aktuellen Problematiken im Bereich Digitales und Bildung hervorgegangen. Ein ausschlaggebendes Ereignis war der Digitalpakt von Johanna Wanka, der allerdings nur die technische Ausstattung von Schulen betraf. Beim Digitalpakt erhalten die Schulen das Geld nicht einfach. Sie sollen sich auf die Vergabe mit eigens entwickelten Konzepten bewerben. Für solche Konzepte wurden die Lehrer aber nicht ausgebildet. Es soll also von der Politik Geld verteilt werden, während die Lösung der eigentlichen Probleme der Digitalisierung an Schulen selbst auf unterster Ebene gelöst werden sollen. Das ist eigentlich ein Problem, was man im größeren Rahmen diskutieren und Lösungen erarbeiten müsste.</p>
<p>Vielen Dank für das Gespräch und deine Erläuterungen! Weiterhin viel Glück bei eurem Projekt!</p>
<p><strong>Titelbild:</strong> Logo &#8220;Chaos macht Schule&#8221;</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-8"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Zwischen Politik und Praxis: Was bedeutet Qualität in der Schule? </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jul 2017 08:55:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Nach dem schlechten Abschneiden Baden-Württembergs bei der IQB-Bildungsstudie, einer regionalen Version des PISA-Tests, steht die Grün-Schwarze Landesregierung unter Zugzwang.  Die Antwort des Kultusministeriums Baden-Württemberg auf den Reformbedarf ist das vergangene Woche vorgestellte <a href="http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/28_06_2017+Qualitaetskonzept+Bildungssystem/?LISTPAGE=344894" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Qualitätskonzept für das Bildungssystem Baden-Württembergs</a>”. Darin setzt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann verstärkt auf Qualitätsstandards, Kontrollmechanismen und klarere Zuständigkeiten. Wenige Antworten hingegen gibt das Konzept noch auf die wichtigen, wenn nicht entscheidenden Fragen: Wofür steht eigentlich Qualität in der Schule, wer entscheidet darüber und welche Anforderungen müssen erfüllt werden?</p>
<p>Deswegen haben wir mit dem Freiburger Realschullehrer, Bildungsreferenten und Blogger Dejan Mihajlovic über das Konzept gesprochen und ihn gefragt, was Politik leisten muss, um zeitgemäße Bildung möglich zu machen.</p>
<p><strong>Herr Mihajlovic, Sie sind Lehrer an einer Freiburger Realschule und engagieren sich innerhalb und außerhalb Ihres Unterrichts auf vielfältige Weise für zeitgemäße Bildung. Zum grundlegenden Verständnis: Was bedeutet zeitgemäße Bildung für Sie? </strong></p>
<p>Unter zeitgemäßer Bildung verstehe ich, dass man Inhalte und Ziele von Bildung den jeweils aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen entsprechend immer wieder neu anpasst. Während der digitale Wandel in einem zunehmenden Tempo alle u.a sozialen, wirtschaftlichen, politischen Lebensräume durchdringt, bleiben die (Hoch-)Schulen davon weitestgehend unberührt. Junge Menschen werden dadurch immer weniger auf die Welt mit den bereits existierenden und immer komplexer werdenden Herausforderungen vorbereitet.</p>
<p><strong>Gestern wurde ein ”Qualitätskonzept für das Bildungssystem Baden-Württemberg” vorgestellt um die “Schulqualität” durch “Bildungsmonitoring” und “datengestützte Schulentwicklung&#8221; zu verbessern. Was verstehen Sie unter Schulqualität? </strong></p>
<p>Unter Schulqualität verstehe ich, dass Schüler_innen die notwendige Unterstützung und maximale Förderung in allen Bereichen des menschlichen Daseins erhalten. Und das in einem Rahmen, in dem sie sich möglichst frei entwickeln können und wohl fühlen. Inwiefern das durch Bildungsmonitoring und datengestützter Schulentwicklung gelingen kann, wird sich zeigen. Auffallend bei der Vorstellung des Qualitätskonzepts erschien mir die vom Kultusministerium häufige Nutzung des Begriffs “Qualität”. In der kurzen Pressemitteilung habe ich ihn ganze 21 Mal gezählt. Auch dass man das eigene Konzept Qualitätskonzept nennt, ist natürlich legitim. Vielleicht sollte ich mich ebenfalls Qualitätslehrer nennen.</p>
<p><strong>Für die Umsetzung von “professionellem Bildungsmonitoring” und “datengestützter Schulentwicklung” plant das Ministerium das “Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung” sowie das “Institut für Bildungsanalyse” einzurichten. Sind das adäquate Maßnahmen um strukturellen Schwachstellen des Bildungssystems in Baden-Württemberg zu begegnen?</strong></p>
<p>Dass es strukturelle Schwachstellen im Bildungssystem Baden-Württembergs gibt, darüber scheinen sich alle Beteiligten einig zu sein. Eine schlankere und übersichtlichere Struktur klingt dabei nach einem vernünftigen Ansatz. Leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass so eine Schlankheitskur im Bildungssystem nicht selten darauf abzielt, den finanziellen Gürtel etwas enger zu schnallen. Deshalb bin ich auch darauf gespannt, welche Sprache die Zahlen am Ende der Umstrukturierung sprechen werden. Eine strukturelle Schwachstelle, die ich weiterhin unverändert sehe, ist der hierarchische Aufbau des Bildungssystems. Mit steigender Komplexität der Probleme wird kollaboratives Arbeiten auf Augenhöhe für nachhaltig erfolgreiche Lösungen immer notwendiger. Und für mich klingen die geplanten Umstrukturierungen nach mehr Kontrolle und nicht nach mehr Zusammenarbeit. Daten wurden übrigens auch in der Vergangenheit erhoben. Die Schwierigkeiten liegen bei der Interpretation und den daraus abgeleiteten Lösungsansätzen.</p>
<p><strong>Stichwort Daten. Dem Konzept zufolge sollen sich sowohl Unterrichtspraxis als auch Lehrerfortbildung künftig an wissenschaftlichen Erkenntnissen und Daten orientieren. Bildungsprozesse zu dokumentieren und auf “Wirksamkeit zu überprüfen” klingt doch erst einmal sinnvoll oder? Wo genau liegt das Problem bei diesen Maßnahmen?</strong></p>
<p>Ich begrüße es, „dass sich die Unterrichtspraxis künftig am aktuellen Stand der Wissenschaft und auf der Grundlage abgesicherter Erkenntnisse ausrichtet“. Vielleicht beschleunigt das die notwendigen Reformen im bestehenden Schulsystem, die zeitgemäße Bildung ermöglichen. Was ich bisher nicht erkennen kann, ist die Einbindung des Potentials aller Lehrenden. Das wertvolle Wissen und die kostbaren Erfahrungen des Kollegiums müssen über persönliche Lernnetzwerke ausgetauscht und weiterentwickelt werden. Diese Qualität kann kein Zentrum oder Institut erreichen. Unterricht ist ein komplexer Mikrokosmos, der meiner Meinung nach durch keinen Umfragebogen erfasst und verstanden werden kann. Deshalb erscheinen mir sowohl Monitoring als auch Fortbildungen nur systemisch sinnvoll und wirksam. Die Maßnahmen bezüglich der Bildungsprozesse, die das neu geschaffene Institut für Bildungsanalysen ergreifen soll, ähneln im Übrigen stark dem Aufgabenbereich vom Landesinstitut für Schulentwicklung, das nun aufgelöst wird.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="/wp-content/uploads/2020/06/IMG_2354.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152724" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_2354.jpg" alt="IMG_2354" width="183" height="189" /></a>Dejan Mihajlovic ist Realschullehrer, Bildungsreferent bei d64 &#8211; Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. und stellvertretender Vorsitzender des Migrantinnen- und Migrantenbeirats in Freiburg. Der Fokus seiner Arbeit liegt auf der Frage nach der zukünftigen Gestaltung der Bildung. Hierbei liegen ihm besonders die Themen Partizipation und Bildungsgerechtigkeit am Herzen.</div></div>
<p><strong>Die Daten für die Erstellung von “Qualitätsstandards” für Unterrichtspraxis und Fortbildungen, sollen unter anderem aus “Vergleichsarbeiten” stammen. Zentrale Klassenarbeiten für alle Schularten also, anhand derer “Transparenz bei den Schülerleistungen” hergestellt werden soll.</strong></p>
<p><strong>Dazu:</strong></p>
<p><strong>Ist die Leistung von SchülerInnen ein guter Indikator um die Qualität von Unterricht zu bewerten? </strong></p>
<p>Mit dem Begriff Qualität lässt sich gut werben. Mir ist er zu schwammig und setzt einen Konsens voraus, den weniger Menschen teilen als man allgemein vermutet. Es gibt sicherlich Merkmale für erfolgreichen Unterricht. Als erfolgreich würde ich ihn bezeichnen, wenn die Ziele der Lehrenden und Lernenden gleichermaßen erreicht werden konnten. Für mich geht es dabei aber mehr um Kommunikation als um Zahlen.</p>
<p><strong>Ist die Standardisierung von Leistungen zu Vergleichszwecken sinnvoll?</strong></p>
<p>Mit kritischem Blick in eine Zukunft, in der alles, was automatisiert werden kann, automatisiert werden wird, machen Leistungsstandards bei Menschen für mich weder für das einzelne Individuum, die Gesellschaft noch die Wirtschaft einen Sinn. Als Verfechter des vier K-Modells des Lernens, bin ich überzeugt, dass junge Menschen dazu befähigt werden müssen, unbekannte Hürden in einem sich ständig wandelndem Feld zu meistern. Statische Größen wie Leistungsstandards sind dabei nicht zielführend. Fähigkeiten wie Kreativität und kritisches Denken nehmen dabei an Bedeutung zu. Das können aus meiner Sicht Standardisierungen nicht leisten.</p>
<p><strong>Sie haben drei Wünsche frei. Was wünschen Sie sich von der baden-württembergischen Bildungspolitik für zeitgemäße Bildung?</strong></p>
<p>Ausreichend finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen, um sich als Schule mit den sich ständig wandelnden Herausforderungen in einem nicht endenden Prozess weiterzuentwickeln, mit dem Ziel, mündige und als Mensch gefestigte Generationen am Ende der Schulzeit verabschieden zu können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Titelbild by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@djmalecki" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David Malecki</a> on <a href="https://unsplash.com/@djmalecki?photo=fw7lR3ibfpU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-9" data-row="script-row-unique-9" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-9"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-11"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-11" data-row="script-row-unique-11" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-11"));</script></div></div></div>
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		<title>Lehre im Aufbruch: Wegweiser für eine zeitgemäße Bildung. Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/medienkompetenz/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-teil-2-152446/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 12:41:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Kritisches Denken: Gemeinsame Grundlage für Verstehen und Handeln</h3>
<p>Um Fortschritt möglich zu machen, egal ob in der Bildung oder gesamtgesellschaftlich, ist kritisches Denken unabdingbar. Kritisches Denken heißt unterscheidendes Denken (aus dem griechischen &#8220;krinein&#8221; = unterscheiden). Es geht dabei also nicht einfach um &#8220;Kritik üben&#8221; oder die Entkoppelung von Theorie und Praxis, wie oft fälschlicherweise angenommen, sondern im Gegenteil darum, die Beschaffenheit der eigenen Umwelt, Informationen und Situationen zu erkennen, zu verarbeiten und zu verstehen. Was kritisches Denken ist und was nicht, beschreibt hervorragend Lisa Rosa in <a href="https://shiftingschool.wordpress.com/2017/02/17/kritisch-denken-lernen-fuer-alle-kern-der-literacy-von-heute-und-morgen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Kritisch Denken Lernen für alle&#8221;</a>. Und dieses Kritische Denken<em> &#8220;muss – wie einst die primäre Literacy zur Überwindung des allgemeinen Analphabetismus – systematisch explizit und zugleich problemorientiert implizit in der Schule erworben werden. Mit dem Anspruch, dass Alle es lernen.&#8221;</em> Alle bedeutet natürlich auch Lehrende, denn erstens wird es unmöglich sein, kritisches Denken zu vermitteln, wenn man es selbst nicht praktiziert. Zweitens ist kritisches Denken für Lehrende unabdingbar notwendig, um die eigene Rolle zu reflektieren und das Handeln dynamisch an die sich wandelnden Verhältnisse und Bedürfnisse der SchülerInnen anzupassen.</p>
<p>Die Forderung Lisa Rosas, diese Art des Denkens systematisch und fächerübergreifend in die Lehrpläne zu integrieren, ist daher ein absolut notwendiges, wenn auch langfristiges Ziel auf der Agenda für zeitgemäße Bildung. Wodurch kritisches Denken darüber hinaus konkret und von allen Beteiligten gleichermaßen geschult werden kann, ist die Praxis von Partizipation und demokratischem Handeln. Projekte wie <a href="www.aula.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aula</a> und andere Ansätze, die Mitbestimmung direkt im Schulalltag integrieren, fördern automatisch auch kritisches Denken und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit.</p>
<h3>Kollaboration: Zusammenarbeit fördern</h3>
<p>In der Stärkung der kollaborativen Fähigkeiten besteht ein großes und unter anderem mit digitalen Mitteln relativ einfach umzusetzendes Potential für zeitgemäße Bildung. Gemeinsames Arbeiten ist nützlich für den Austausch von Wissen, zum Knüpfen von Kontakten, zur Entlastung des einzelnen und zur Steigerung der Arbeitsqualität. Umso erstaunlicher ist es zu sehen, dass LehrerInnen aktuell weniger in Zusammenarbeit geschult, sondern eher zu EinzelkämpferInnen ausgebildet werden. Sowohl im Studium als auch im Referendariat wird gemeinsames Arbeiten bisher wenig gefördert. Am Ende der anspruchsvollen Ausbildung voller Kontrollen und Lehrproben steht das &#8220;selbstständige&#8221; Lehren, was letztendlich bedeutet: die meiste Zeit alleine unter SchülerInnen oder alleine am Schreibtisch zu sein. Neben einem Austausch fehlt so auch der Vergleich zu anderen KollegInnen.</p>
<p>Bei unseren Schulbesuchen merken wir daher auch, wie ungewohnt es für einige LehrerInnen ist, bei ihrer Arbeit beobachtet und möglicherweise auch verglichen zu werden. Wenn wir auf die obligatorischen Frage &#8220;Wie läuft das denn in den anderen Klassen und Schulen?&#8221; antworten, dass es überall ähnliche Herausforderungen gibt, folgt meist eine große Erleichterung.</p>
<p>Gemeinsames Arbeiten stärkt außerdem Beziehungen, und zwar nicht nur zwischen Lehrenden, sondern zwischen allen an Schulen beteiligten AkteurInnen. Umso erschreckender ist der teils unkollegiale Umgang von Lehrenden untereinander. Konflikte und Auseinandersetzungen sind in jedem Arbeits- und Lebenskontext normal und sogar notwendig. Dass allerdings viele, in unterschiedlichsten Gebieten besonders engagierte LehrerInnen die Erfahrung teilen, in anderen Bildungskontexten als VorreiterInnen wahrgenommen, im eigenen Kollegium aber ausgebremst und sogar angefeindet zu werden, kann kein Zufall sein. Durch solche Strukturen werden nicht nur Menschen persönlich geschwächt und Fortschritte erschwert, sondern auch schwierige Vorbilder geschaffen. Wie kann man konstruktiv über Themen wie Cyber-Mobbing oder den Mangel an sozialem Miteinander von SchülerInnen diskutieren, wenn man gleichzeitig andere herabwürdigt?</p>
<p>Konsequenterweise führt das auch dazu, dass engagierte LehrerInnen sich häufig andere &#8220;Felder&#8221;, neben der Schule, suchen, in denen ihre Visionen auf fruchtbaren Boden fallen. Das ist natürlich auch gut, um die notwendige Debatte außerhalb der Schulen voranzutreiben – aber wer führt dann die Entwicklung innerhalb der Lehrerkollegien an und weiter? So müssen also gemeinsame Wege beschritten werden, damit digitale und analoge Tools, Konzepte, Ideen und Lösungen im Bereich zeitgemäßer Bildung Eingang in einen breiten und vor allem konstruktiven Diskurs innerhalb von Schulen und darüber hinaus finden. Die bereits beschriebenen <a href="http://www.edushift.de/2015/09/20/barcamp-als-teil-der-schulentwicklung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offenen Fortbildungen durch beispeilsweise Barcamps</a> oder auch Weiterbildungen in <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/k1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ressourcen- und lösungsorientierter Kommunikation </a>können da erste Wegweiser sein.</p>
<h3>Ausblick: Wann, wenn nicht jetzt? <b> </b></h3>
<p>Wir befinden uns in einer Zeit mit wachsenden &#8220;Herausforderungen&#8221;, die einen Wandel in vielen Lebensbereichen notwendig, aber vielleicht auch erst möglich machen. Bildung ist  dabei ein, wenn nicht sogar das Fundament, an dem wir ansetzen müssen, wenn wir zeitgemäße gesellschaftliche Verhältnisse schaffen möchten. Drei Vorschläge für einen konstruktive Fortgang der Debatte um zeitgemäße Bildung:</p>
<p><strong>1. Auf die Haltung kommt es an</strong></p>
<p>Eine Debatte um zeitgemäße Bildung muss neben dem &#8220;Was&#8221; vor allem auch das &#8220;Wie&#8221; in den Fokus stellen. Dazu ist eine Neu-Verhandlung dessen, was Lehrende leisten müssen und was sie brauchen, unbedingt notwendig.</p>
<p><strong>2. Gute, zeitgemäße Lehre ist keine Theorie</strong></p>
<p>Neben einem Kern an engagierten Menschen gibt es bereits kreative Visionen und Konzepte für eine zeitgemäßere Bildung. Der nächste Schritt ist die Weiterentwicklung und Weiterverbreitung dieser Konzepte und der für die Umsetzung notwendigen Kompetenzen.</p>
<p><strong>3. Politischer Wille und finanzielle Ressourcen sind unabdingbar</strong></p>
<p>Um einen nachhaltigen Wandel im Geist der Schulen und der Haltung der Lehrenden zu bewirken, braucht es die notwendigen Strukturen. Das bedeutet mehr Zeit und Raum zum Lernen und Ausprobieren für alle Beteiligten. Für einige braucht es sogar noch mehr: Ein neues Verständnis für die Bedingungen von Digitalität und die Herausforderungen unserer Zeit. Dafür sind gleichermaßen entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote für LehrerInnen sowie digitale Infrastrukturen für Schulen zu schaffen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/users/Jankos-2508601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jankos</a> via Pixabay <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-12" data-row="script-row-unique-12" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-12"));</script></div></div></div>
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		<title>Lehre im Aufbruch: Wegweiser für eine zeitgemäße Bildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 12:39:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-13"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Gesellschaft verändern bedeutet Schule verändern und umgekehrt. In der Debatte um zeitgemäße Bildung geht es um neue Inhalte und überreife Strukturen. Vor allem aber geht es um die beteiligten Menschen und deren Haltung, ohne die jede Bildungsreform eine leblose Hülle ist. Dieser Text nimmt Herausforderungen und mögliche Handlungsansätze für Lehrende in den Blick. Wegweiser sind dabei jene Kompetenzen des 21. Jahrhunderts, die wir alle für ein gelingendes Leben unter den Bedingungen von Digitalität brauchen: Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und kritisches Denken.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Menschen angemessen zu unterrichten, ist mit einer besonderen Verantwortung verbunden. Gute Lehre verlangt einem Menschen sehr viel ab, und auch wenn die Aussicht auf einen sinnvollen und sicheren Job vielen attraktiv erscheint, ist nicht jeder und jede für diese Aufgabe geeignet. Hinzu kommt, dass die gesellschaftliche Erwartungen an LehrerInnen zwar enorm hoch, deren öffentliches &#8220;Image&#8221; allerdings weniger positiv besetzt ist. Nicht nur beschäftigen sich seit Jahren diverse Publikationen mit dem, was Lehrende alles falsch machen, auch scheint es einen sich haltenden &#8220;Common Sense&#8221; über den Berufsstand zu geben. Wer von uns Nicht-Bildungsmenschen hat nicht schon einmal gesagt (oder zumindest gedacht?): <em>&#8220;Lehrer, puh….anstrengend&#8221;</em>?</p>
<p>Dabei erinnert man sich an die Frustrierten, über die Jahre fies gewordenen, aus der eigenen Schullaufbahn. Oder meint die Besserwissenden und Welt-ErklärerInnen, die einem mal bei einer Party im Bekanntenkreis über den Mund gefahren sind. Ja, all diese Typen von Lehrenden gibt es. Fakt ist aber: diese Art der undifferenzierten Bewertung erschwert den umfassenden Wandel, den sich so viele für die Zukunft der Bildung wünschen. Denn, man ahnt, was kommt: Es gibt natürlich auch die anderen, die begeisterten, engagierten und leidenschaftlichen LehrerInnen. Facettenreiche Ideen dazu, wie man heute als Lehrende/r &#8220;<a href="https://www.joeran.de/jra064_lehrer_in_werden_episode2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Welt verbessern kann</a>&#8220;, lassen sich beispielsweise in zwei spannenden Ausgaben der Podcast-Reihe <a href="https://www.joeran.de/podcast/">„Jöran ruft an“ </a>nachhören.</p>
<p>Was bei allem Engagement bleibt, ist ein Schulsystem, in dem äußerer Umwälzungen zum Trotz lange kaum Veränderung stattfand: <em>&#8220;Man kann es irgendwie machen und durchkommen. Aber wenn man es richtig macht, ist es eigentlich immer zu viel</em>, erzählte mir jüngst ein befreundeter Lehrer beim Mittagessen. Das bringt den Eindruck von permanenter &#8220;Überlastung&#8221;, der sich durch die Besuche der aula-Schulen und diverser Gespräche mit Lehrenden zieht, ziemlich auf den Punkt. Durchatmen, reflektieren und planen, wie denn nun zeitgemäße Lehre in den straffen Schulalltag integriert werden kann, ist nahezu unmöglich.</p>
<p>Weitere Realiäten, die es inner- und außerhalb von Schulen dringend zu verhandeln gäbe, sind <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kolumne-das-deutsche-valley-wischen-ist-zu-wenig-1.3535418" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veraltete Lehrpläne und Lehrmethoden</a>, der Fokus des Systems auf Noten und Abschlüsse, schlechte technische Ausstattung (PCs, mobile Geräte, Whiteboards) und Infrastruktur (WLAN!), ein <a href="http://bildungsluecken.net/534-demokratie-defizit-schulen-formen-keine-muendigen-buerger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mangel an demokratischen Strukturen</a> und der eben über allem schwebende Mangel an Zeit. Letzterer kann nicht oft genug betont werden, denn die tollsten Konzepte und Ideen bringen nichts, wenn niemand Zeit und <a href="http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/digitalisierung-in-der-schule-wenn-lehrer-mit-der-internetverbindung-kaempfen-14640919.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kaum jemand das nötige Wissen hat</a>, um sie umzusetzen. Dies zu ändern <a href="https://www.ccc.de/de/updates/2017/cms-forderungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wird unter andem Aufgabe politischer Akteure sein</a>, von deren verstärktem Einsatz die Zukunft zeitgemäßer Bildung abhängt.</p>
<p>Um wirklich an den richtigen Stellschrauben zu drehen, ist es enorm wichtig, die Zukunft von Bildung im Kontext von sowohl gesellschaftlichem als auch digitalem Wandel zu betrachten. Wie es <a href="https://twitter.com/lisarosa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lisa Rosa</a> treffend auf den Punkt bringt, geht es bei der Auseinandersetzung um die Gestaltung zeitgemäßer Bildung um nichts geringeres als die Frage:</p>
<p><strong><a href="https://shiftingschool.wordpress.com/2016/10/24/welche-digitale-bildungsrevolution-wollen-wir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>&#8220;Welche Art von Gesellschaft wollen wir, und wie soll darum die Bildung unter den Bedingungen der Digitalität aussehen?&#8221;</em></a></strong></p>
<p>Ein Modell, das zeitgemäßes Lernen und Lehren in diesem Zusammenhang abbildet, ist das <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/04/18/kommunikation-kollaboration-kreativitaet-und-kritisches-denken-mehr-als-buzzwords/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">4K-Modell des Lernens</a>. Dabei werden vier Kernkompetenzen (abgeleitet vom <a href="http://www.p21.org/our-work/p21-framework" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Framefork for 21st Century learning</a>) beschrieben, die notwendig sind, um unter den Bedingungen des aktuellen digitalen, aber auch gesellschaftspolitischen Wandels ein gelingendes Leben zu führen: Kreativität, Kommunikation, Kritisches Denken und Kollaboration.</p>
<p>Die folgenden Abschnitte sind ein Versuch, anhand der vier Kompetenzen aktuelle Handlungsansätze und Herausforderungen für Lehrende aufzuzeigen. Ebenso wie die verschiedenen Lebensbereiche, die sie berühren, sind sie nicht getrennt voneinander und bedingen sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig. Dennoch sind es gute Überschriften wenn es darum geht, Beobachtungen und Annahmen zusammenzufassen.</p>
<h3>Kreativität: Raum für Experimente und Innovation schaffen</h3>
<p>Den Zusammenhang von Bildung, Gesellschaft und Digitalität ernst zu nehmen heißt, verschiedenen Wissensgebiete innerhalb wie außerhalb von Schule miteinander zu kombinieren und interdisziplinär zu arbeiten. Um das zu leisten und Innovation zu ermöglichen, ist ein kreatives Vorgehen gefragt, denn es gibt keine schematischen Lösungen für einen solch komplexen Ansatz. Kreativität ist die Fähigkeit, aktiv und gestalterisch zu handeln und sich dabei auch abseits von Routinen zu bewegen, sodass neue Wege möglich werden. Das bedeutet auch, Gewohnheiten loszulassen, was viel schwerer ist als es sich anhört. Aber es ist notwendig, damit Neues entstehen kann.</p>
<p>Kreativität im außerschulischen Raum entsteht unter anderem durch die Zusammenarbeit von experimentierfreudigen Menschen aus verschiedensten Wissensgebieten. Ein interessantes Beispielprojekt dafür sind die kürzlich gestarteten <a href="https://edulabs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edulabs</a>. Hier kommen Menschen mit Technik- und Designkenntnissen mit LehrerInnen, PädagogInnen, und Menschen aus politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um gemeinsam an offenen und innovativen Bildungsformaten zu arbeiten. Das, was unter anderem dort passiert, kann wiederum das Entstehen von kreativem, fächerübergreifendem Lehren innerhalb von Schulen fördern. Unter den Bedingungen von Digitalität kreativ zu unterrichten, bedeutet dabei auch, aber nicht nur, digital gestützte Methoden des Lehrens und Lernens zu entdecken und für das eigene Fach einzusetzen. Wer dabei stehen bleibt, den früheren Frontalunterricht durch Erklärvideos zu ersetzen, macht zwar Unterricht mit digitalen Mitteln, hat aber den Kern von zeitgemäßer Bildung nicht getroffen. Das Gleiche gilt für analoge, aber in vielerlei Hinsicht veraltete Lehrmethoden wie <a href="https://twitter.com/search?q=L%C3%BCckentexte&amp;src=typd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Lückentexte&#8221;</a>, die scheinbar einfach nicht aus der Mode kommen.</p>
<p>Insgesamt ist es wichtig, eine Offenheit gegenüber dem eigenen Lernprozess zu entwickeln und keine Angst vor Fehlern oder den eigenen Grenzen zu haben. Dass nicht in jedem Klassenraum sofort der <a href="https://twitter.com/erklaerbrueder/status/868427704709906433" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Greenscreen ausgerollt</a>, mit <a href="http://joerdis-doerner.de/linkliste-design-thinking-in-der-bildung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Design-Thinking</a>,<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2016-10/calliope-mikrocontroller-grundschule-dritte-klasse" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Calliope &amp; Co </a>oder <a href="https://schulesocialmedia.com/2013/06/14/social-media-im-deutschunterricht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Media</a> gearbeitet werden kann und muss, ist klar. Welche Methoden wo sinnvoll einzusetzen sind, ist immer themen-, kontext- und personenabhängig. Und letztlich steht bei aller Kreativität am Ende die wichtigste Frage: Welche Methoden und welches Material haben SchülerInnen dabei geholfen, welche Kompetenzen zu erwerben? Inspirierend ist hier beispielsweise die <a href="http://www.suchmaschinen-doktor.de/glossar/40-social-bookmarks.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social-Bookmarking</a> Plattform <a href="https://www.edutags.de/ueber-edutags" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edutags</a>, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Materialien von SchülerInnen und LehrerInnen bewerten zu lassen.</p>
<h3>Kommunikation: Den Perspektivenwechsel unterstützen</h3>
<p>Kommunikation im schulischen Umfeld zeitgemäß zu denken, bedeutet auch, digitale Kommunikation in die Lehre zu integrieren. Es bedeutet aber noch viel mehr: zu verstehen, was Kommunikation im digitalen Wandel eigentlich bedeutet.</p>
<p>Ein lehrreicher Aha-Moment im Rahmen des aula-Projekts war, als in einer der Pilotschulen nach über 9 Monaten Praxiseinsatz wiederholt gefragt wurde, ob denn auch daran gedacht wird, die online-Kommunikation der aula-Plattform in das reale Leben zu übertragen. An dieser Frage wird einiges deutlich. Unter anderem auch, dass wir es offenbar nicht geschafft haben, unser Konzept, das natürlich eine Kombination von online- und offline-Kommunikation vorsieht, durchgängig an alle LehrerInnen zu tragen.</p>
<p>Was hier aber auch klar wird: Die spezifischen Bedingungen von Kommunikation im Digitalen wie Asynchronität, Interaktivität, Diskursivität etc. und deren Bedeutung sind noch längst nicht allen bewusst. Und das kann perspektivisch zum Problem für gelingende Kommunikation in der Schule und für generelle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben werden. Nur wer <a href="https://dotcomblog.de/wie-ich-verstand-das-digitale-netze-die-bildung-revolutionieren-werden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalität versteht</a> und <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/04/13/lehren-und-lernen-im-digitalen-zeitalter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktiv mitgestaltet</a>, wird in der Zukunft an der Lebenswelt nachfolgender Generationen teilhaben können. Denn letztlich verändert der routinierte Umgang mit Digitalität auch das <a href="https://dotcomblog.de/digitale-medien-und-ablenkung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommunikationsverhalten, Techniken des Lesens, Schreibens und Sprache an sich. </a></p>
<p>So lange diese umfassenden Wirkungen von Digitalität nicht selbst erfahren und verinnerlicht werden, bleiben Unsicherheiten und Missverständnisse bestehen. Eine der Folgen davon ist, dass einige weiterhin die Unterscheidung zwischen &#8220;analoger&#8221; und &#8220;digitaler&#8221; Kommunikation mit einer Trennung zwischen &#8220;realer&#8221; und &#8220;digitaler&#8221; Welt gleichsetzen. Hier gilt es in Zukunft zu vermitteln, dass &#8220;analog&#8221; und &#8220;digital&#8221; verschiedene Formen von Kommunikation darstellen, die aber beide gleichermaßen real sind und gleichzeitig stattfinden können. Dabei muss es natürlich darum gehen, Digitalität mit allen Facetten, sowohl den spezifischen Möglichkeiten als auch gleichzeitigen Herausforderungen und Konfliktpotentialen zu diskutieren.</p>
<p>In den konkreten Situationen, wenn wir durch Lehrende mit Vorbehalten gegenüber dem &#8220;Digitalen&#8221; in der Schule konfrontiert werden, entstehen dann manchmal paradoxe Momente. Denn wir wollen ja tatsächlich, unter anderem mit der Integration digitaler und partizipativer Strukturen, einige der als bisher &#8220;real&#8221; empfundenen Verhältnisse verändern. Dabei werden allerdings zwei Ebenen miteinander vermischt. Unbegründet ist die Annahme, analoge Kommunikation würde durch digitale Kommunikation ersetzt. Vollkommen richtig hingegen ist, dass Digitalität Strukturen verändern kann und unter anderem Dinge sichtbar macht, die vorher nicht in dieser Form zu sehen waren. Machtverhältnisse, Kommunikationswege, Qualität und Quantität der eigene Arbeitsweise werden transparenter und nachvollziehbarer und das ist manchmal vielleicht auch mit Unbehagen verbunden.</p>
<p>In jedem Fall bedarf es konkreter Unterstützung und Aufklärungsarbeit um diesen notwendigen Perspektivenwechsel in der Breite anzustoßen. Langfristiges Ziel muss dabei in jedem Fall auch eine <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2016/01/04/offene-lehrerfortbildungsformate/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reform der Ausbildung von LehrerInnen</a> sein. Für die bereits ausgebildeten geht es darum, Räume für das &#8220;learning by doing&#8221; zu schaffen. Dazu eignen sich offene und partizipative Formate wie beispielsweise Barcamps <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/05/27/barcamp-macht-schule/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(Hier ein ausführlicher Bericht der Pestalozzi-Schule Freiburg</a>) ganz hervorragend, weil sie auf gegenseitigem Wissensaustausch und Wertschätzung basieren.</p>
<p>Lesen Sie hier den<strong><a href="http://politik-digital.de/news/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-teil-2-152446/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> zweiten Teil</a> </strong>des Artikels über Kritisches Denken, Kollaboration und den Ausblick.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Titelbild:</strong> <a href="https://pixabay.com/de/users/Jankos-2508601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jankos</a> via Pixabay <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-13" data-row="script-row-unique-13" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-13"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-15"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Digital ist nicht genug: Ideen zu zeitgemäßer Bildung nach dem educamp</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 May 2017 16:46:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das aula-Team war beim educamp in Bad Wildbad. Dort wurden wir nicht nur von Barcamp-Newbies zu absoluten Fans des Formats, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das aula-Team war beim educamp in Bad Wildbad. Dort wurden wir nicht nur von Barcamp-Newbies zu absoluten Fans des Formats, sondern haben seitdem die leise Ahnung, es hier mit dem Kern einer neuen, zeitgemäßen Bildungsbewegung zu tun zu haben. Dabei ist eines ganz klar geworden: Bildung muss nicht nur digital, sondern auch partizipativ gedacht und gelebt werden. Und es wird Zeit, das umzusetzen.</p>
<h3>Aula und die Bildungsdebatte</h3>
<p>Ich bin keine Bildungsexpertin. Als große Anhängerin von “Partizipationsthemen” in Theorie und Praxis, kam ich eigentlich erst vor etwa 2 Jahren über Marina Weisbands Plan, Mitbestimmung über eine Online-Plattformen an Schulen zu beleben, mit Bildungsthemen in Kontakt. Seit dem Sommer 2016/17 arbeitet das aula-Team (Marina Weisband, Daniel Schumacher und ich) bei politik-digital e.V. mit vier Pilotschulen in Deutschland, geben Workshops für SchülerInnen, LehrerInnen und versuchen, alle Beteiligten bei der Integration von aula in den Schulalltag zu unterstützen. Die Arbeit an den Schulen ist zugleich unglaublich bereichernd und anstrengend. Viele Dinge klappen in der Praxis nicht so wie zuvor geplant und gehofft: es kam und kommt immer wieder zu Verzögerungen und Phasen der Stagnation und des Motivationsverlustes.</p>
<p>Ein normaler Verlauf für “Projekte” aller Art, haben wir uns sagen lassen. Trotz oder vielmehr wegen dieser Erfahrungen sehen wir inzwischen deutlich, dass das, was wir mit aula machen, wirklich auf einen Bedarf stößt. Ein Bedarf der zwar in vielen, spezifischen Debatten diskutiert wird, aber bisher keine breite Öffentlichkeit gefunden hat.</p>
<p>Das, was bereits seit Monaten in unseren Köpfen, den Pilotschul-Klassenräumen und unserem politik-digital-Büro waberte, fand mit einem Mal einen lebendigen Ausdruck: Das Educamp in Bad Wildbad. Neben einer neuen Leidenschaft für dieses tolle, offene Format (#jetztnurnochbarcamps) mit ebenso engagierten wie inspirierenden Menschen und konstruktivem Input, nahmen wir vor allem neue Erkenntnisse mit. Erkenntnisse zum einen über unser Projekt selbst,  was wir bei unserem Ansatz bisher gut gemacht und was wir übersehen haben (ein weiterer Text dazu folgt).  Zum anderen Erkenntnisse darüber, wie neue und alte Herausforderungen in Bildung, Politik und Digitalisierung miteinander zusammenhängen und welchen Beitrag wir vielleicht dazu leisten können.</p>
<h3>Kernkompetenzen zeitgemäßer Bildung: Das 4K-Modell</h3>
<p>Auf dem educamp ist an vielen Stellen besonders eines deutlich geworden: Dass zeitgemäße Bildung sowohl digital als auch partizipativ organisiert sein muss, um jungen Menschen die Chance zu geben, offene, und kritische Erwachsene zu werden, die kreativ mit Herausforderungen umgehen und sich anderen Menschen gegenüber mitfühlend verhalten. Genau dazu kam eine besonders spannende und wegweisende <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/e1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskussion nach dem Input</a> von <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dejan Mihajlovic</a> zum 4K-Modell des Lernens zustande.</p>
<p>Beim 4K-Modell werden die Fähigkeiten “Kommunikation, Kreativität, Kritisches Denken und Kooperation” vor dem Hintergrund aktueller, auch digitaler Herausforderungen als Kernkompetenzen verstanden, die jede und jeder braucht, um im im 21. Jahrhundert ein gutes Leben leben zu können. Dass dieses Modell deutlich über das hinausgeht, was aktuell an Fähigkeiten vermittelt wird, bestätigten nahezu alle Wortbeiträge der Diskussion nachhaltig. Insbesondere die Aussage eines Menschen, dem bei seinen einleitenden Worten “Ich komme aus der Wirtschaft” &#8211; bei aller Offenheit- zunächst der Stempel des Lobbyisten anhaftete. Was er dann sagte, war aber sehr spannend. Er arbeite bei HP und der Konzern habe wahnsinnige Probleme dabei, Nachwuchs zu finden. Er sprach von “stromlinienförmigen Lebensläufen”, von Menschen, die “ganz viel wissen, aber nicht arbeiten können” und nur auf “Selbstoptimierung und Egoismus” gepolt seien. Der darauf folgende Einwand, es sei “Interessant, dass so etwas jetzt aus der Wirtschaft kommt, weil Bildung ja gerade erst ökonomisiert wurde” spiegelte einen Teil der Verblüffung wider, die man in den Gesichtern lesen konnte.</p>
<p>Die Diskussion um das 4K-Modell macht eines sehr deutlich: Irgendwie laufen in der deutschen Schul- und Ausbildungslandschaft Theorie und Praxis aktuell überhaupt nicht zusammen. Weil Schulen kaum Räume dafür bieten, die mit 4K abgebildeten Kompetenzen zu erwerben und anzuwenden, muss sich etwas ändern und mindestens alle dort Anwesenden sind gewillt, diese Veränderungen mitzugestalten. Was das Educamp hier leisten kann, ist neben Netzwerken und Erfahrungsaustausch daher vor allem auch das Sammeln praktischer Erfahrungen. Weil in der Ausbildung von LehrerInnen wenig (bis keine) Zeit auf die Vermittlung von Kompetenzen in digitalen Bereichen und zeitgemäßer didaktischer Methoden verwendet wird, ist das educamp vor allem auch ein Labor für das Ausprobieren neuer, digitaler Tools (Artikel folgt). Und auch hier bewirkt die spontane Struktur des Barcamps, dass von der Einzel-Session für NeueinsteigerInnen rund um das Thema Digitales bis zur Spielwiese für Fortgeschrittene und Nerds nahezu alles möglich ist.</p>
<p>Daneben finden auch die notwendigen Meta-Diskussionen anhand praktischer Beispiele statt, von denen es nächstes Mal gerne noch mehr geben dürfte. Da gab es ein kontroverses Gespräch von  zu “Lobbyismus in der Bildung”, das mit der Frage endete, was eigentlich unsere eigenen “Bildungs-Interessen” von denen der “Menschen aus der Wirtschaft” qualitativ unterscheidet. Ist es das Geld? Ist es der Bildungsraum, der auch Schutzraum sein muss? Oder ist es am Ende so, dass  ein transparenter Umgang mit Lobbyismus und InteressensvertreterInnen sogar hilfreich für SchülerInnen sein kann, weil “Beeinflussung” überall stattfindet und sie so lernen, diese besser zu erkennen?</p>
<p>Dann gab es die Reflektionsrunde <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/f3/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Mit Medien über Medien nachdenken”</a>, in der sich die Anwesenden nach dem Beitrag von <a href="http://bildungsluecken.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Philosophielehrer Dominik Schöneberg</a> darüber austauschten, wie man innerhalb und außerhalb des Philosophieunterrichts kritisches Denken zu Medien verankern kann. In der lebhaften Session von <a href="https://dotcomblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guido Brombach</a> ging es um <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/j2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Das Digitale und das Politische”</a>. Hier wurde es richtig “meta” – denn Guidos Kernthese: “Wir versuchen, das Digitale mit dem Analogen zu erklären und laufen damit Gefahr, ein falsches Bild zu bekommen” ist ebenso wahr wie schonungslos. Auch wenn manche es sich ganz offen oder insgeheim wünschen: Das Digitale geht nicht mehr weg und ist auch nicht getrennt von der sogenannten “Analogen Welt”. Deswegen ist es wichtig, die spezifische Dynamik des Digitalen in allen Lebensbereichen und in der Bildung im Speziellen zu verstehen und in die Praxis zu integrieren.</p>
<h3>Eine neue Bildungsbewegung?</h3>
<p>Es mag einem Barcamp- und Bildungseinsteigerinnen- Enthusiasmus geschuldet sein, aber ich habe das Gefühl, hier mit Menschen in Kontakt gekommen zu sein, die Teil einer neuen, eben zeitgemäßen Bildungsbewegung sind. In jedem Fall gibt es wirklich viel zu tun. Und weil das so ist, versteht sich dieser Text als erster Beitrag und Einstieg von politik-digital und dem aula-Team  in die Debatte um zeitgemäße Bildung.</p>
<p>Was in jedem Fall folgt, ist ein Beitrag zum Stand von “aula” und der Bedeutung von Partizipation innerhalb der Debatte sowie ein Überblick über digitale Tools, die wir inzwischen kennen gelernt haben.  Darüber hinaus möchten wir einige Beobachtungen teilen, die wir während der Praxisphase von aula gemacht und die sich beim Educamp zu Thesen verstetigt haben. Diese Thesen betreffen die aktuellen Herausforderungen von LehrerInnen und SchülerInnen im deutschen Bildungssystem. Und weil eine Debatte von kontroversen Beiträgen lebt, sei an dieser Stelle bereits erwähnt, dass wir uns über künftige Gastbeiträge genauso freuen wie über Kritik, Ergänzungen und konstruktive Gegenrede.</p>
<h3>Titelbild: @frausonnig via <a href="https://twitter.com/frausonnig/status/858748497725718528/photo/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">twitter </a></h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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