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	<title>zeitgemäße Inklusion &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Drei Mythen zur inklusiven Schule</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Sep 2017 07:50:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[eDeutschland ist auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention 2009 hat sich Deutschland verpflichtet, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>e<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wheelchair-538138_1920.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153195" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wheelchair-538138_1920.jpg" alt="wheelchair-538138_1920" width="640" height="309" /></a>Deutschland ist auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention 2009 hat sich Deutschland verpflichtet, die politische, wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen. Dazu gehört der gemeinsame Schulbesuch von Kindern mit und ohne Behinderung. Allerdings verläuft die Umsetzung sehr schleppend; an vielen Stellen regt sich Widerstand, der sich zum Teil auf strittige Annahmen stützt. Mythen zum Thema gibt es viele, doch wie viel Wahrheit steckt dahinter? Drei Mythen zur inklusiven Schule.</p>
<h3>Mythos 1: ‚Inklusion ist teuer&#8221;</h3>
<p dir="ltr">Dass schulische Inklusion erstmal mit Mehrkosten verbunden ist, liegt auf der Hand: zusätzliche Sonder- und Sozialpädagogen werden gebraucht, Baukosten fallen an. Und auch die Praxis zeigt: Inklusion kostet Geld. In Nordrhein-Westfalen haben die Grünen für den Zeitraum 2010-2019 1,2 Milliarde Euro für die Umsetzung angesetzt. In Hamburg hat man seit 2010 viele zusätzliche Lehrkräfte angestellt: 450 direkt für die Inklusion, 950 allgemeine zusätzliche Lehrer und 30 für spezielle Förderschulen.</p>
<p dir="ltr">Doch die Kostenfrage ist komplizierter als oft angenommen. So ist der Aufbau eines inklusiven Bildungssystems teuer, doch nehmen die Kosten mit der Zeit ab. Am Beispiel Nordrhein-Westfalen sind etwa 37,8 Millionen Euro pro Jahr angesetzt, doch ergeben sich nach einigen Jahren finanzielle Handlungsspielräume. Jede Förderschule, die mit der Zeit nicht mehr gebraucht wird, setzt 200.000 Euro frei.</p>
<p dir="ltr">Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat sich den Kosten verschiedener Inklusions-Ansätze gewidmet. Die Studie zeigt: Der Erhalt der bisherigen Doppelstruktur kostet zusätzliche 660 Millionen Euro, während die Umverlagerung der Ressourcen und Kompetenzen der Förderschulen an die allgemeine Schulen mit keinem zusätzlichen finanziellen Mehraufwand verbunden wäre. Die Lösung scheint auf der Hand zu legen: Die Doppelstruktur abschaffen. Allerdings gilt auch das Wahlrecht der Eltern, das Eltern entscheiden lässt, ob sie ihre Kinder in separate Institutionen oder in Inklusionsschulen schicken wollen. Eine komplette Abschaffung der Doppelstruktur ist deshalb nicht möglich.</p>
<p dir="ltr">Zu beachten ist, dass bei den Kosten oft  die außerschulischen Folgen von sonderpädagogischen Schuleinrichtungen unberücksichtigt bleiben. Ein Großteil der Schüler_innen an sonderpädagogischen Einrichtungen verlässt die Schule ohne Abschluss. Fehlende Bildung erhöht die Wahrscheinlichkeit, später von Transferleistungen abhängig zu sein. Vor allem Schüler_innen mit Lernproblemen, die größte Gruppe in sonderpädagogischen Einrichtungen, profitieren von der inklusiven Schule. Mit Schulabschluss haben sie bessere Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Der erschwerte Zugang von Menschen mit Behinderungen zum Arbeitsmarkt mindert das Bruttoinlandsprodukt. Das bedeutet, dass Inklusion sowohl volkswirtschaftlich sinnvoll, als auch sozial nachhaltig ist.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Ja, Inklusion bedeutet finanzielle Ausgaben, doch verringert sie gleichzeitig auch die Abhängigkeit von sozialen Hilfesystemen und bringt mehr ausgebildete Arbeitskräfte hervor. Eine Frage, auf die wir als Gesellschaft in diesem Zusammenhang eine Antwort finden müssen, ist, ob Geld in einem wohlhabenden Land wie Deutschland ein ausschlaggebender Faktor bei der Schaffung einer inklusiven Gesellschaft sein sollte. Wichtig ist, dass das Wahlrecht der Eltern in der Frage der Doppelstruktur berücksichtigt werden muss.</p>
<h3>Mythos 2: “Inklusion wird auf dem Rücken leistungsfähiger Schüler_innen umgesetzt&#8221;</h3>
<p dir="ltr">Für diesen Mythos ist es hilfreich, die Annahmen hinter der Aussage anzuschauen. Die Aussage setzt erstens voraus, dass es im “regulären&#8221; Klassenzimmer generell zwei Gruppen gibt: eine große, homogene Gruppe, die im Unterricht mehr oder weniger gut mitkommt, und eine zweite, die Leistungsfähigen, die mehr können. Unser aktuelles Schulsystem selektiert Schüler_innen in verschiedene, vermeintlich homogene Leistungs-Gruppen, wodurch Lernen effektiver möglich sein soll. Es wird angenommen, dass alle in ihrem passenden Lernumfeld gut mitkommen und die Leistungsfähigen zumindest mit guten Noten belohnt werden. Bei der Inklusion, so die zweite Annahme, wird das Leistungsniveau aller Schüler_innen “nach unten” an die Hilfsbedürftigen angepasst.</p>
<p dir="ltr">Die erste Annahme deckt ein falsches Inklusionsverständnis auf. Die Annahme von fächerübergreifend mehr oder weniger homogenen Gruppen leugnet fachspezifische Stärken und Schwächen von Schüler_innen. Schüler_innen, die in manchen Fächer nicht mitkommen und sich in anderen langweilen oder mehr wissen wollen. Die Segregation in verschieden Schulformen verstärkt diesen Effekt. Inklusion sollte als Chance gesehen werden, individuelle Förderung in einem gemeinsamen Raum zu ermöglichen. Leistungsfähige Schüler_innen würden hier nicht weniger gefördert werden, sondern ganz im Gegenteil: jeder Schüler wird im angemessenen Niveau unterrichtet, somit bietet inklusiver Unterricht gerade für leistungsfähige Schüler_innen die Möglichkeit, ihre Talente und Interessen zu entfalten.</p>
<p dir="ltr">Die zweite Annahme ist die berechtigte Befürchtung, dass sich das allgemeine Leistungsniveau an den Schwächsten ausrichtet. Die Praxis zeigt aber, dass dies nicht unbedingt geschieht. Eine durchwege Vereinfachung des Schulstoffes sollte vermieden werden. So sind ein leistungsfähiges Schulsystem und Inklusion kein Widerspruch in sich, wie das folgende Modell zeigt:</p>
<p dir="ltr">Auf Rügen wird seit 2010 das <a href="https://www.rim.uni-rostock.de">Rügener Inklusionsmodell</a> (RIM) umgesetzt. Es verbindet Prävention und Integration. Die Schüler_innen werden über das Schuljahr hinweg gescreent, um Risiken in einzelnen Schulfächern oder Kernkompetenzen zu identifizieren. Wöchentliche Tests helfen beim Erfassen des Wissenstandes der Kinder. Anhand dessen werden Kinder in drei Förderebenen eingeteilt, die auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kindes eingehen. Die Intensität und Spezifität der Fördermaßnahmen unterscheidet sich in allen drei Ebenen und ermöglicht individuelles Lernen im gemeinsamen Raum. Das System hat bisher positive Ergebnisse hervorgebracht. Während keine negativen Auswirkungen auf die schulische Leistung der anderen Schüler_innen zu beobachten waren, wirkte es sich positiv auf die Leistungen der förderbedürftigen Kinder aus. Im Bereich emotional-soziale Entwicklung traten ebenfalls positive Effekte auf. Ein <a href="https://www.papilio.de/papilio_sozial-emotionale-kompetenz.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bereich</a>, der erst in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen hat.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Stimmt so nicht. Die Daten zeigen, dass Inklusion keine negativen Auswirkungen auf die Schulleistungen von Kindern hat. Sie kann eventuell auch positive Auswirkungen haben, da individueller gefördert werden kann. Im Bereich emotional-soziale Entwicklung scheint Inklusion ebenfalls positive Auswirkungen zu haben.</p>
<h3>Mythos 3: “Das ist mit unserem Bildungssystem nicht vereinbar”</h3>
<p dir="ltr">Durch den deutschen Föderalismus ergibt sich die Situation, dass Inklusion auf das jeweilige Schulsystem angepasst und neu durchdacht werden muss. In den Bundesländern sind verschiedene Schulformen für die Inklusion verantwortlich. So übernehmen in Baden-Württemberg die Gemeinschaftsschulen Inklusion, während gleichzeitig ein mehrgliedriges Schulsystem erhalten bleibt. In Hamburg gibt es seit 2010 die Stadtteilschule, in der Haupt-, Real- und Gesamtschulen und die Aufbaugymnasien zusammengeführt wurden. Dort lernen schon länger alle Schüler_innen gemeinsam. Inklusion geht daher immer mit dem Abbau von separaten Institutionen einher. Es ist richtig, dass Inklusion schwer vereinbar ist mit einem Schulsystem, das früh versucht, Schüler_innen in vermeintlich homogene Gruppen zu separieren. Dies zeigt sich auch in der Exklusionsquote: während in Hamburg 4.2% aller Schüler_innen in separaten, sonderpädagogischem Institutionen unterrichtet werden, sind es in Baden-Württemberg 5,0%.</p>
<p dir="ltr">Wenn konsequent umgesetzt, hat Inklusion daher auch tiefgehenden Einfluss auf die Organisation des Regelschulsystems. Wann und unter welchen Umständen gemeinsames Lernen hilfreich ist, muss im spezifischen Fall behandelt werden. Erfolg kann Inklusion nur haben, wenn eine ausreichende Finanzierung für die Übergangsphase bereitgestellt wird. Fest steht aber, dass eine Zusammenlegung der beiden Systeme Vorteile für die Schüler_innen haben und im Endeffekt sogar kosteneffektiv sein kann (siehe Mythos 1 + 2).</p>
<p dir="ltr">Oft wird angenommen, dass ein leistungsfähiges, mehrgliedriges Schulsystem und ein inklusives Schulsystem widersprüchlich sind. Doch Beispiele wie auf Rügen (siehe Mythos 2) zeigen, dass dies nicht der Fall sein muss. Vielmehr stellt sich insgesamt die Frage, welche Werte und Einstellungen mit einem mehrgliedrigen Schulsystem aufrechterhalten werden und welche gesellschaftlichen Folgen das hat. Selektion schafft exklusive, kostenaufwändige Räume. Der Mythos ihrer einzigartigen Effizienz wird von vielen Seiten weiterhin verteidigt, auch wenn immer mehr inklusive Schulen zeigen, dass gemeinsames Lernen unter den richtigen Konditionen funktionieren kann.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Ja, Inklusion ist nicht mit einem selektiven Bildungssystem vereinbar. &#8220;Unser&#8221; Bildungssystem gibt es aber so erstmal nicht. Wer Inklusion umsetzen will, muss exklusive Räume abschaffen. Inklusive Schulen zeigen, dass gemeinsames Lernen funktionieren kann und dass sie leistungsfähige Schüler_innen hervorbringen können.</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-auf-der-suche-nach-zeitgemaesser-teilhabe-152998/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a> Teil der Serie &#8220;Inklusion und das Digitale&#8221; haben wir uns gefragt, was zeitgemäße Teilhabe bedeutet. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p>Titelbild, by <a class="external" href="https://pixabay.com/de/users/Stefan_Schranz-594890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan_Schranz</a> on <a class="external" href="https://pixabay.com/de/rollstuhl-behindert-sport-aktiv-538138/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: HelveticaNeue;"> </span></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Das PIKSL Projekt als Beispiel digitaler Inklusion</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Aug 2017 07:36:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Um Inklusion zu verwirklichen, müssen neue, auch physische Räume geschaffen werden, in denen dies geschehen kann. Doch wie kann ein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/13392052_920387604754009_9001369434041649745_o.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153095" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/13392052_920387604754009_9001369434041649745_o.jpg" alt="13392052_920387604754009_9001369434041649745_o" width="640" height="315" /></a>Um Inklusion zu verwirklichen, müssen neue, auch physische Räume geschaffen werden, in denen dies geschehen kann. Doch wie kann ein solcher Raum aussehen und wie kann man ihn nutzen? Das PIKSL-Labor in Düsseldorf macht es vor.</p>
<p>&#8220;Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben&#8221;, kurz <a href="http://www.piksl.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PIKSL</a>, ist ein Projekt der <i>In der Gemeinde leben gGmbH</i> (IGL). Das PIKSL-Labor ist ein offener Raum, in dem Menschen mit geistiger Behinderung Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien bekommen. Dies soll ihnen selbstbestimmte, digitale Teilhabe ermöglichen. Laborant_innen erlernen bei PIKSL zum einen den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien, bringen aber auch Senior_innen und Einsteiger_innen in Computerkursen den Umgang mit digitalen Medien bei. Ein weiterer Bestandteil des Projekts PIKSL ist die Zusammenarbeit  von Laborant_innen  mit Fachleuten, um neue Lösungsansätze zu entwickeln. Zusammen wollen sie Komplexität und Barrieren abbauen.</p>
<p>Das PIKSL-Labor ist Ort der Begegnung und der Interaktion. Durch menschliche Nähe sollen hier innovative Kommunikationskonzepte entstehen. Dies zeigt sich unter anderem im Design des Raumes im Düsseldorfer Stadtteil Flingern, der von Multifunktionalität und Design mit inklusivem Charakter geprägt ist.</p>
<h3>Der Inklusive Raum: vom Konzept zur Umsetzung</h3>
<p>Beim Betretenen des Raumes erinnert das puristische Design von PIKSL an ein Coworking Space. Der Raum ist hell, schlicht und einladend. Er soll stigmatisierungsarm sein, also keine stereotypen und negativen Assoziationen hervorrufen. Wenn man einen Ort schaffen will, der inklusiv ist, ist das auch eine praktische Angelegenheit, in der Mobiliar, Ausstattung und Architektur in Betracht gezogen werden müssen.</p>
<p>Der selbst entwickelte fahrbare und höhenverstellbare Computer-Arbeitstisch ist ein Beispiel für Multifunktionalität. Das Universal Design-Produkt <a href="http://www.mo-der-tisch.de/piksl-labor.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mo</a> wurde in einem Design-Workshop mit Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt. Er wird in Handarbeit von Menschen mit Behinderung produziert und wird jetzt auch online verkauft. Universales Design beschreibt die Gestaltung eines Raumes oder eines Produktes,sodass ihn viele Menschen ohne weitere Unterstützung oder Anpassung nutzen können. Der Tisch ist so gestaltet, dass er sich auch für Menschen im Rollstuhl eignet.. Die Tische kann man individuell zusammenstellen- der Raum ist dadurch flexibel nutzbar: ob für Workshops, Kurse oder einfach nur als sozialer Treffpunkt.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/piksl_labor_raumansicht.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-153143 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/piksl_labor_raumansicht.jpeg" alt="piksl_labor_raumansicht" width="640" height="301" /></a></p>
<p>Zur Ausstattung des Raumes gehören auch Computer mit drei verschiedenen Betriebssystemen: Windows, OS X und Ubuntu. Jeder soll entscheiden können, womit er am besten zurecht kommt. Jedes Betriebssystem hat Vorteile: so sind bei OS X die Benutzerhilfen wie zum Beispiel die Vorlesefunktion leicht zu finden, während Ubuntu ein Open Source-Produkt ist. Wichtig ist, dass die Leute bei PIKSL mit einem Betriebssystem arbeiten, das sie auch zuhause benutzen können.</p>
<p>Die L-Form des Raumes ermöglicht, dass es auch einen separaten Offline-Bereich gibt. In diesem sozialen Raum wird geredet,  Kaffee getrunken oder zusammen gegessen. Der Standort von PIKSL ist ebenfalls kein Zufall: nicht am Stadtrand, sondern mitten im bunten Düsseldorfer Stadtteil Flingern befindet sich das Gebäude. Das ehemalige Arbeiterviertel ist von einer heterogenen Bevölkerungsstruktur geprägt. Hier treffen sanierte Altbauten, besetzte Häuser, Studenten-WGs und deren Bewohner_innen aufeinander. Die Integration in einen belebten Stadtteil bedeutet, dass eine Vielzahl an Menschen das PIKSL-Projekt wahrnehmen und selbst ein Teil davon werden: Schüler_innen machen hier ihre Hausaufgaben, Anwohner_innen kommen vorbei, um etwas auszudrucken oder gucken einfach nur neugierig beim Vorbeilaufen.</p>
<h3>Menschen mit Lernbehinderung im Mittelpunkt</h3>
<p>Bei PIKSL sind Menschen mit geistiger Behinderung unter anderem Expert_innen. Zum Beispiel in den 8-wöchigen Computerkursen, die das PIKSL-Labor anbietet. Dort bringen sie Senior_innen und PC Einsteig_innen den Umgang mit Computern bei. Am Anfang des Kurses wird gemeinsam ein Plan erstellt, der auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer_innen abgestimmt ist. In einer 15-minütige WDR Doku über PIKSL erzählt die Teilnehmerin Helga Sökefeld von einem VHS-Kurs, sich an Anfänger_innen richtete, aber nicht das richtige Tempo für sie hatte. Wenn jemand weiß, wie schwierig die ersten Schritte mit einem Computer sein können, wenn Dinge zu schnell, zu umständlich oder kompliziert erklärt werden, dann die Menschen vom PIKSL-Labor. Hier brillieren sie durch ihre Geduld und ihre Fähigkeit, älteren Menschen Schritt für Schritt den Computer näher zu bringen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Werbung_Senioren_7.jpeg"><img decoding="async" class=" wp-image-153145 size-medium alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Werbung_Senioren_7-305x145.jpeg" alt="Werbung_Senioren_7" width="305" height="145" /></a>Diese Computerkurse sind nur ein Beispiel von vielen Projekten, welche die Laborant_innen ins Zentrum der Lernkultur bei PIKSL stellen. Ein solcher Ansatz möchte nicht nur Teilhabe an digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen, sondern auch interdisziplinär Barrieren abbauen. Das PIKLS-Labor ist ein Ort, an dem sich Menschen mit Lernbehinderungen in verschiedenen Rollen erleben können: mal als Vermittler_in, mal als Nutzer_in, mal als Expert_in. Sie sollen am Erfolg des Projekts teilhaben, gleichzeitig aber auch bei der Forschungs- und Entwicklungsarbeit dabei sein. Begleitet werden sie dabei von weiteren Expert_innen, die ihr spezielles Fachwissen situativ einbringen. Ob ein Glossar für leichte Sprache, bei dem die Nutzer_innen mitmachen und komplexe Wörter melden können, oder die Entwicklung eines Content Management Systems, das Menschen mit geistiger Behinderung das digitale Publizieren vereinfacht: nie sind die Menschen, um die es geht, an der Peripherie. Nie ist ihre Behinderung Teil des Problems, sondern wird als Ressource verstanden, die bei der Entwicklung von Lösungsansätze eine zentrale Rolle spielt. Die Laborant_innen sind zum ersten Mal direkt in Gestaltungsprozessen involviert. Darin unterscheidet sich PIKSL-Labor von anderen Projekten und Initiativen.</p>
<h3>Anhaltende Positive Entwicklungen</h3>
<p>Die Einzigartigkeit von PIKSL zeigt sich auch am erfolgreichen Projektverlauf: 2015, nur 5 Jahre nach Start des PIKSL-Projektes und vier Jahre nach der Eröffnung in Düsseldorf, entstand ein zweites in Bielefeld. Zahlreiche Preise hat das Projekt gewonnen: zwei internationale Auszeichnungen der Vereinten Nationen für &#8220;Innovative Practise 2016&#8221;, vom Land Nordrhein-Westfalen wurde es als &#8220;Ort des Fortschritts&#8221; ausgezeichnet. Um mehr Menschen digitale Teilhabe zu ermöglichen, sollen nun noch mehr PIKSL-Labore entstehen. Die SKala-Initiative fördert deshalb seit November 2016 die Skalierung von PIKSL-Laboren. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. SKala fördert bis zum Jahr 2020 etwa 100 gemeinnützige Organisationen mit insgesamt bis zu 100 Millionen Euro in den Bereichen Inklusion und Teilhabe, Engagement und Kompetenzförderung, Brücke zwischen den Kulturen sowie Katastrophenhilfe. Nach dem ersten Schritt einer Machbarkeitsstudie, wird nun auch die Verbreitung von PIKSL-Laboren gefördert.</p>
<h3>Nachhaltiges Konzept, auch außerhalb des Labors</h3>
<p>Der Erfolg des Projektes ist nicht überraschend: der Lösungsansatz von PIKSL ist genauso nachhaltig wie ermächtigend. So sind ethische Fragestellungen und Datenschutz individuell immer wieder Thema. Das offene WLAN bei PIKSL ist für jede_n zugänglich. Die Teilnehmer_innen werden über die Netiquette, die Regeln des Miteinanders aufgeklärt und lernen, damit umzugehen oder darüber zu diskutieren. Sie sollen selbst Kompetenzen erwerben, die ihnen ein selbständigen und selbstbewussten Umgang mit digitalen Medien ermöglichen. Barrieren abbauen bedeutet eben auch, die Abhängigkeit von professionellen Hilfesystemen zu reduzieren.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Besprechung-im-PIKSL-Labor.jpeg"><img decoding="async" class=" wp-image-153153 size-medium alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Besprechung-im-PIKSL-Labor-305x145.jpeg" alt="Besprechung im PIKSL Labor" width="305" height="145" /></a>Der Ansatz des PIKSL-Labors zielt nicht nur auf die dort beschäftigten Laborant_innen ab. Das Labor bietet auch inklusive Firmen-Trainings an, die Einfühlungsvermögen, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Selbstvertrauen und Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit eines Teams stärken sollen. So wirkt das PIKSL-Projekt als transformative Kraft nach außen. Das Projekt ist wichtiges Beispiel dafür, wie Inklusion aussehen und wie die Wahrnehmung und das Selbstverständnis einer marginalisierten Gruppe durch ein Projekt zum Positiven verändert werden kann. Es zeigt außerdem das gesamtgesellschaftliche Potential, das inklusive Räume haben können, denn am Ende profitieren alle Seiten von Inklusion.</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-auf-der-suche-nach-zeitgemaesser-teilhabe-152998/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a> Teil der Serie &#8220;Inklusion und das Digitale&#8221; haben wir uns gefragt, was zeitgemäße Teilhabe bedeutet. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten.</p>
<p>Bilder: Copyright by <a href="http://www.piksl.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PIKSL</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000;font-family: HelveticaNeue"> </span></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Auf der Suche nach zeitgemäßer Teilhabe</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 13:28:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Inklusion ist ein Konzept, bei dem es grob gesagt um gleichberechtigte Teilhabe aller an allen gesellschaftlichen Bereichen geht. Als &#8220;Schlagwort&#8221; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7011885443_57667f9640_k.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153002" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7011885443_57667f9640_k.jpeg" alt="7011885443_57667f9640_k" width="640" height="313" /></a><br />
Inklusion ist ein Konzept, bei dem es grob gesagt um gleichberechtigte Teilhabe aller an allen gesellschaftlichen Bereichen geht. Als &#8220;Schlagwort&#8221; ist es in den letzten Jahren auch im Zusammenhang mit Chancen der Digitalisierung populär geworden. Was aber ist Inklusion eigentlich genau? Welche Konzepte verbergen sich dahinter und welche Veränderungen ergeben sich seit Aufkommen des &#8220;Digitalen&#8221;? Diese Fragen sind der Anlass für eine Artikelreihe, in der wir uns verschiedenen Dimensionen von digitaler und nicht digitaler “Inklusion” anschauen, um einem zeitgemäßen Inklusionsbegriff näher zu kommen.</p>
<p dir="ltr">Wenn man von einer intuitiven Beschreibung hin zu einer treffenden Definition will, merkt man schnell, dass &#8220;Inklusion&#8221; sehr Verschiedenes und teils Widersprüchliches meint. Allgemein betrachtet zielt Inklusion darauf ab, alle möglichen Dimensionen menschlicher Vielfalt wie Gender, Alter, Kultur, sozialer Status oder körperlich-geistige Verfassung anzunehmen und dabei aufkommende Hürden zu bewältigen. Inklusions-Konzepte möchten anerkennen, dass für verschiedene Gruppen verschiedene Herausforderungen bestehen. Dabei wird “Inklusion” oft normativ als ein Ziel verstanden, an das es anzukommen gilt. Diese Konzeption limitiert den Begriff aber auf einen erreichbaren Idealzustand und lässt außer Acht, dass es sich bei Inklusion letztlich vielmehr um einen dynamischen Prozess handelt. Versteht man Inklusion als gesellschaftlichen Prozess, geht es dabei um eine kontinuierliche Aushandlung von Einstellungen und Handlungen einer Gesellschaft, einschließlich ihrer politischen Institutionen, gegenüber bestimmten Gruppen.</p>
<h3>Inklusion und das Digitale</h3>
<p dir="ltr">Durch die digitale Revolution sind neue Formen der Teilhabe entstanden, doch haben haben nicht alle gesellschaftliche Gruppen gleich davon profitiert. Die digitale Inklusion ist ein relativ neuer Begriff, der in diesem Kontext entstanden ist. Der Kommunikationswissenschaftler und Bildungsforscher Bastian Pelka differenziert in <a href="https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/217272/digitale-inklusion-digitale-exklusion-teilhabe-in-einer-digitalen-gesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Vortrag</a> zwischen Inklusion mit digitalen Medien und Inklusion in die digitale Gesellschaft. Dabei unterscheidet er zwei Ebenen. Zum einen die Möglichkeiten zur Gestaltung von Inklusion, die sich durch die digitale Medien geöffnet haben, zum anderen aber die gesamtgesellschaftliche Veränderung, die die digitale Revolution hervorgebracht hat. Die Fragen, die aufkommen, sind: welchen Missständen hat sie entgegengewirkt, welche verschärft und wie können neue technologische Errungenschaften inklusiv genutzt werden?</p>
<h3>Inklusion, Integration, Partizipation &#8211; was nun?</h3>
<p dir="ltr">Oft wird “Barrierefreiheit“ als zentraler Bestandteil von Inklusion angebracht. Barrierefreiheit bedeutet die Gestaltung der Umwelt, sodass sie von allen Menschen ohne zusätzliche Hilfen genutzt werden kann. Der Begriff der digitalen Barrierefreiheit überträgt das Prinzip auf den digitalen Raum. Barrierefreiheit meint nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern kann auch der Auftritt einer Webseite in leichter Sprache sein. Oft wird der Begriff Inklusion als Gegenentwurf verwendet, wenn von Exklusion im Sinne von mangelnder Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder fehlender politischer Partizipation die Rede ist. Bei der Antwort auf exkludierende Ausgangssituationen muss zwischen Inklusion und Integration unterschieden werden. Während es bei Integration darum geht, dass Menschen in eine vermeintlich homogene Gruppe integriert werden, versteht sich Inklusion als Schritt hin zu einer Gesellschaft, die Vielfalt anerkennt und lebt. Die Betonung liegt immer auf der Abkehr von der normativen Vorstellung eines einheitlichen Ideals, hin zu einer Vorstellung, die menschliche Vielfalt akzeptiert. Dieses Prinzip gilt erstmal für alle Gruppen, die von der Norm abweichen, doch erfahren manche Gruppen mehr gesellschaftliche Barrieren als andere. Deshalb wird der Begriff vermehrt in Bezug auf Menschen mit Behinderungen verwendet.</p>
<h3>Rechtliche Lage für Menschen mit Behinderungen</h3>
<p dir="ltr">In den letzten Jahren gab es einige rechtliche Meilensteine, die das Leben von Menschen mit Behinderungen stark beeinflusst haben. Auch medial ist das Thema präsenter geworden. Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wurde 2002 erlassen und soll die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) ergänzt das BGG: seit 2006 müssen alle Internetauftritte des Bundes barrierefrei sein. Doch gelten beide Gesetze nur für staatliche Institutionen wie Behörden und Ämter, der verbleibende öffentliche und private Raum ist nicht reguliert.</p>
<p dir="ltr">Auf internationaler Ebene gibt es die UN-Behindertenrechtskonvention, die Ende 2006 von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurde. 2009 trat sie in Deutschland in Kraft. Inklusion ist seitdem ein Menschenrecht. Das bedeutet, dass jede/r das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe in allen Bereichen hat. Die Konvention sieht vor, dass Kinder mit und ohne Behinderungen nach Möglichkeit nicht mehr in separaten Institutionen unterrichtet werden. Seitdem wird das Thema häufiger öffentlich thematisiert und ist zu einem entscheidenden Wahlkampfthema geworden. Im Fokus steht dabei meist die <a href="http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/hamburg-schulfrust-wegen-inklusion-eltern-rechnen-mit-der-politik-ab-a-1151378.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überforderung der Schulen und eine nicht ausreichende Finanzierung</a>. Sind solche strukturelle Veränderungen, das was es braucht um inklusive Prozesse zu fördern? Oder geht es am Ende nicht auch um eine <a href="http://www.zeit.de/kultur/2017-05/inklusion-bildungssysteme-haltungsproblem-sozialpaedagogie-10nach8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frage der Haltung</a>?</p>
<p dir="ltr">Die digitale Revolution hat die Gesellschaft verändert. Wenn zeitgemäße Inklusion nicht etwas ist, an dem eine Gesellschaft ‚ankommen‘ kann, sondern ein kontinuierlicher Prozess,  steht nun zwingend die Frage im Raum, wie dieser digitale Wandel für verschiedene Gruppen gestaltet werden kann. Diese Artikelreihe versucht verschiedene Dimensionen und deren Gestaltungsmöglichkeiten von zeitgemäßer Inklusion zu greifen. Wie können inklusive Räume heutzutage aussehen? Kann man überhaupt von ‚digitaler Inklusion’ reden? Welches inklusive Potential haben digitale Medien in und außerhalb der Schule? Und welche Rolle spielen Staat und Gesellschaft bei der Inklusion?</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p>Titelbild, by <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geralt</a> on <a href="https://pixabay.com/de/social-media-personen-2457842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay.com</a> // <a class="external" href="https://pixabay.com/de/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a>, Eigene Bearbeitung</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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