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	<title>pstradtmann &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>pstradtmann &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Ich surfe auch gerne mal drauflos</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/ich-surfe-auch-gerne-mal-drauflos-715/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jan 1999 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Parteiarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>CDU-Generalsekretärin Angela Merkel im
politik-digital-Interview über die Rolle der Neuen
Medien für die CDU und Ihre eigene Nutzung des
Internets.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>CDU-Generalsekretärin Angela Merkel im<br />
politik-digital-Interview über die Rolle der Neuen<br />
Medien für die CDU und Ihre eigene Nutzung des<br />
Internets.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Welche Bedeutung hat das Internet für die Parteiarbeit der CDU?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Wenn man unter Internet das WorldWideWeb versteht, wächst die Bedeutung für die<br />
CDU stetig, je mehr Haushalte in Deutschland online gehen. Diese Entwicklung<br />
wird befördert von Wirtschaftsbranchen wie dem Versandhandel oder Banken und<br />
Versicherungen, die Ihre Kunden mit attraktiven Angeboten auffordern, ans Netz<br />
zu gehen. Gegenwärtig verfügen in Deutschland rund 10 Prozent der Haushalte über<br />
einen Internetzugang, was auch für die Politik bereits eine wichtige Zielgruppe ist.<br />
Das hat sich ja auch im vergangenen Bundestagswahlkampf gezeigt, als die Nutzer sich<br />
bei allen Parteien, aber auch über spezielle Sites wie Wahlkampf98.de ausführlich<br />
informieren konnten. Wenn diese Entwicklung anhält, wird das Internet aber auch<br />
ein noch stärkeres Medium der politischen Werbung, die in ihrer Bedeutung gegenwärtig<br />
hinter der Information noch klar zurückliegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Bei ihrem Amtsantritt als Generalsekretärin haben Sie angekündigt, die CDU müsse die Menschen,<br />
insbesondere die Jüngeren, wieder erreichen. Welche Rolle spielen dabei die Neuen Medien?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Eine große, denn der Anteil junger Menschen an der Gruppe der Internet-Nutzer ist<br />
überdurchschnittlich hoch. Junge Menschen verfügen häufig in Schule oder Universität<br />
über einen günstigen Zugang zum Internet, so daß sie sich viel länger als der übliche<br />
Nutzer online bewegen oder surfen. Insofern kann man junge Leute durch gezielte Ansprache<br />
in stärkerem Maße aktiv erreichen als übrige Nutzer.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> In der letzten Woche haben sie bei cdu.de einen Live-Chat absolviert. Haben Sie die Möglichkeiten<br />
des digitalen Dialogs überzeugt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Ich habe das ja nicht zum allerersten Mal gemacht. Es war lediglich meine erste Live-Diskussion<br />
im Amt der Generalsekretärin. Die Fragen waren fast ausschließlich sehr interessant. Wir werden<br />
dieses bewährte und anerkannte Instrument der Live-Diskusionen und Live-Chats unter www.cdu.de noch<br />
weiter ausbauen und denken auch über neue Formen nach.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Nutzen Sie selber das Internet für die tägliche Arbeit?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  In meinem Büro ist ein Rechner jederzeit mit unserem Server und dem Web verbunden.<br />
Für die Vorbereitung wird darin regelmäßig recherchiert, aber wenn es die Zeit erlaubt,<br />
surfe ich auch gerne mal einfach so drauflos. Eine der interesantesten Sites zur Zeit<br />
ist sicherlich <a href="http://www.millennium.greenwich2000.com/">www.millennium.greenwich2000.com</a><br />
über das 21. Jahrhundert und das Jahrhundertprojekt Millennium-Dome in London.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Die CDU besitzt seit längerem ein Intranet. Wieviele Geschäftsstellen der Partei sind bereits<br />
auf diese Weise mit der Bonner Parteizentrale vernetzt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Die CDU hat 1993 als erste Partei damit begonnen, die Geschäftsstellen miteinander<br />
zu vernetzen. Das ist längst abgeschlossen, d.h. die hauptamtlichen Mitarbeiter und<br />
die Büros der CDU sind elektronisch miteinander verbunden und wickeln auf diese Weise z.B.<br />
die Mitgliederverwaltung ab oder kommunizieren untereinander. Darüber hinaus arbeiten wir<br />
jedoch daran, auch die ehrenamtlichen Funktions- und Mandatsträger über das Intranet noch<br />
enger in die Parteiarbeit einzubinden.<br />
<b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> In der SPD gibt es bereits seit 1995 einen Virtuellen Ortsverein, in dem sich jeder Interessierte per<br />
Internet politisch engagieren kann. Ist so eine virtuelle Parteigliederung auch für die CDU denkbar?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Grundsätzlich ist es denkbar. Auch wir denken darüber nach,<br />
die Beteiligung an der Mitarbeit in der CDU auch virtuell zu ermöglichen.<br />
Ungeklärt ist allerdings die konkrete Form der Mitwirkung.  Cyber-Demokratie,<br />
also die Einbeziehung von rechtsverbindlichen Wahlen und Entscheidungen, ist wohl<br />
eher Zukunftsmusik. Hier sollte man keine unerfüllbaren Hoffnungen wecken.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview mit Dr. Angela Merkel führte Philipp Stradtmann</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Next gener@tion</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/next-genertion-646/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 1998 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Virtueller Ortsverein]]></category>
		<category><![CDATA[Arne Brand]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
&#34;Natürlich sind wir eine Bedrohung für die old-boys-networks in den Parteien
und ihre Hinterzimmerpolitik&#34;, beschreibt Arne Brand vom <a href="http://www.vov.de/">
Virtuellen Ortsverein </a> der SPD die Bedeutung von digital vernetzter Politik. Der 23jährige gehört zum
deutschen Polit-Nachwuchs, der mit den eingespielten Bonner Regeln brechen will:
Die next gener@tion steht bereit, die Alten in Bonn und Berlin abzulösen.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
&quot;Natürlich sind wir eine Bedrohung für die old-boys-networks in den Parteien<br />
und ihre Hinterzimmerpolitik&quot;, beschreibt Arne Brand vom <a href="http://www.vov.de/"><br />
Virtuellen Ortsverein </a> der SPD die Bedeutung von digital vernetzter Politik. Der 23jährige gehört zum<br />
deutschen Polit-Nachwuchs, der mit den eingespielten Bonner Regeln brechen will:<br />
Die next gener@tion steht bereit, die Alten in Bonn und Berlin abzulösen.</b></span><!--break--></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/brand/images/brand.jpg" alt="Arne Brand" border="1" height="143" hspace="0" vspace="0" width="120" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Arne Brand</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Knatternd fährt er mit dem SPD-Wahlkampf-Bus zum Interviewtermin vor. &quot;Wir sind bereit&quot;<br />
steht in fetten roten Lettern auf der Seitentür des VW-Busses. Bereit war Arne Brand<br />
nicht nur im Internet-Wahlkampf  für den Virtuellen Ortsverein der SPD, sondern auch<br />
als Wahlkampfmanager seiner Partei in <a href="http://www.spd-lippe.de/">Westfalen Lippe.</a><br />
Für die SPD-Bundestagsabgeordneten<br />
Rainer Brinkmann und Karl-Herrmann Haak spielte er das &quot;Mädchen für Alles&quot; (Brand),<br />
organisierte Auftritte im Wahlkreis, trommelte die Presse zusammen, schrieb Reden<br />
und brachte die Genossen auf Linie, wenn Streit drohte. &quot;Das kann dann schon ziemlich<br />
ernüchternd sein, wenn man in den Ortsvereinen vor Ort erlebt, wie Politik letztlich<br />
im Hinterzimmer ausgekungelt wird&quot;, seufzt er. Sein Jura-Studium an der Universität<br />
Bielefeld lag in dieser Zeit zwangsläufig brach: &quot;Ich hatte dicke Ringe unter den<br />
Augen und schlief nur noch mit meinem Fotoapparat&quot;, aber andererseits schon im Mai<br />
war ihm klar &quot;im Herbst ist die SPD wieder am Ruder&quot;.<br />
Doch die Bonner Wende hat ihn nicht in Ihren Sog gezogen: &quot;Es gab zwar mehrere konkrete<br />
Jobangebote aus der Partei, aber ich will mir erst einmal ein berufliches Standbein<br />
aufbauen&quot;, erklärt Brand. Jetzt büffelt er wieder für das 1. Staatsexamen und will<br />
ein erfolgreicher Multimedia-Anwalt werden &quot;so wie der <a href="http://www.netlaw.de/">Tobias Strömer</a><br />
in Düsseldorf&quot;.<br />
Gleichzeitig baut er mit einem Freund ein Multimedia-Unternehmem auf. Zwar noch ohne<br />
Eintrag ins Handelsregister, aber nicht mehr namenlos (Double II) und mit ersten<br />
Kundenaufträgen gesegnet wird seine Detmolder Start-up-Company ein &quot;Mittelding<br />
zwischen Werbeagentur und Unternehmensberatung&quot; sein, die Firmen bei der betrieblichen<br />
Neuorganisation durch den Einsatz neuer Medien hilft. Trotz dieser Mehrfachbelastung<br />
will Brand an seinen politischen Ambitionen festhalten &#8211; zunächst aber im Kleinformat.<br />
Im kommenden Jahr will er sich um einen Sitz im Stadtrat seiner Heimatstadt Detmold bewerben.<br />
Arne Brand als Multimedia-Anwalt, als Unternehmer oder Politiker- viele Szenarien sind<br />
denkbar, die mentale Klammer von allem: &quot;Selber etwas auf die Beine stellen&quot;. So ist<br />
seine größte Sorge auch, &quot;vor die Wahl gestellt zu werden, mich für eine Sache allein<br />
entscheiden zu müssen&quot;, so Brand.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit dieser Haltung ist Arne Brand ein exemplarischer Stellvertreter der next generation<br />
in der bundesdeutschen Politik: Junge, engagierte Menschen, die anders als ihre politischen<br />
Ziehväter nicht zu fulltime Parteisoldaten mutieren wollen und die davon überzeugt sind,<br />
daß es ein Leben nicht nur vor und nach der Politik, sondern auch daneben gibt. Ihre<br />
Lebensplanung ist mehrgleisig angelegt. Vielfältige Qualifikationen und frühzeitige<br />
Existenzgründungen sichern dabei die Unwägbarkeiten der politischen Lebensplanung ab.<br />
&quot;Letztlich ist doch eine sichere Existenz außerhalb der Partei der zentrale Garant<br />
für berufliche Unabhängigkeit, urteilt <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/reiche/">Katherina Reiche</a>.<br />
Die 25jährige CDU-Abgeordnete<br />
aus dem brandenburgischen Luckenwalde ist ein weiteres Beispiel aus der Bonner Nachwuchsriege.<br />
In nur neun Semestern hat sie ihr Chemiestudium an der Universität Potsdam absolviert,<br />
war für Forschungsstudien in den USA und Finnland und schaffte es gleichzeitig als<br />
Bundestagskandidatin auf den dritten Listenplatz ihres Landesverbandes. Auch als Neuparlamentarierin<br />
will die Leistungsträgerin nicht auf eine berufliche Fortentwicklung verzichten, und<br />
promoviert parallel in analytischer Biochemie und ist zugleich als Geschäftsführerin<br />
eines Familienunternehmens aktiv. Ebenso die frischgewählte Vorsitzende der Jungen Union,<br />
Hildegard Müller, die auch neben ihrem Amt an einer Banklaufbahn festhalten will.<br />
Auch der 21jährige Parlamentsbenjamin <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/schneider/">Carsten Schneider</a> (SPD), der vor seiner Bundestagszeit<br />
eine Banklehre absolviert hat und heute Mitglied des Bonner Haushaltsausschusses ist, will<br />
in Bonn nicht &quot;als Vorzeigejugendlicher  sein Fraktion herumgereicht werden&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gefragt, ob ihn es ihn angesichts soviel junger Parlamentsgesichter nicht auch in den Bundestag<br />
zieht, schüttelt Brand entschieden den Kopf. &quot;Der Carsten Schneider ist doch arm dran,<br />
der steht unter einem tierischen Druck und muß jetzt im Hauruckverfahren die Spielregeln lernen,<br />
und wenn er dann im richtigen Alter ist, ist er schon ein alter Hase.&quot; Wenn ins Parlament dann<br />
gleich nach Brüssel, &quot;dort werden doch in Zukunft die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen.&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eigentlich war der politische Weg für den Detmolder vorgezeichnet: Seine Großvater hatte die SPD<br />
in Süd-Lippe gegründet und auch sein Vater war ein überzeugter Parteigänger. Doch erst durch das<br />
Internet kam der 23jährige Detmolder letztlich zur sozialdemokratischen Partei: &quot;1995 habe ich<br />
begeistert das Abgeordnetenprojekt an der FU Berlin verfolgt&quot;, erzählt er. &quot;Im IRC-Channel habe<br />
ich dann mit einem der ersten Mitglieder vom VOV geplaudert, zwei Stunden später war ich dann Mitglied.&quot;<br />
In die SPD selber ist er Anfang 1996 eingetreten. Schnell wurde er bei den &quot;Virtuellen&quot; einer der<br />
Haupaktiven und ist seit zwei Jahren Sprecher des VOV. Am virtuellen-Parteinetzwerk schätzt er<br />
das versammelte, geballte Expertenwissen, und den offenen Dialog . &quot;Da sind viele dabei, die<br />
politisch sehr interessiert sind, jedoch durch die Art von Politik in den Parteigliederungen<br />
abgeschreckt sind&quot;, so Brand.<br />
Dennoch kann auch er sich den Regeln des Systems nicht verschließen. &quot;Um Gestaltungsspielräume<br />
zu haben, muß ich zwangsläufig auch in Seilschaften drinhängen&quot;, räumt er kritisch ein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fernab der visionenbehafteter Cyberpolitik ist die Parteiarbeit in real-life für Brand immer<br />
wieder ein frustrierendes und deshalb auch notwendiges Erlebnis. &quot;Auf der Straße immer wieder<br />
zu hören &#8216;Die in Bonn wirtschaften doch nur für die eigene Tasche&#8217;, ist schon deprimierend&quot;,<br />
bekennt er. Mit dem Internet verbindet er deshalb die Hoffnung auf mehr Transparenz. Einen<br />
ersten Schritt der innerparteilichen Öffnung sieht er deshalb mit der Vernetzung via Intranet,<br />
auch wenn der letzte Netzknotenpunkt die Hauptamtlichen sind und das einfache Mitglied immer<br />
noch vom internen Parteiinformationsfluß ausgeschlossen bleibt. An der die revolutionären Kraft<br />
des Mediums, die langfristig zur Erosion und Reform der traditionellen Parteistrukturen führen<br />
wird, besteht für ihn kein Zweifel. Brand: &quot;Da werden künftig viele Verwalter von Herrschaftswissen<br />
überflüssig&quot;, lautet seine Prophezeiung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch bis dahin ist es noch ein ganzes Stück digitaler Wehstrecke. Nach dem öffentlichkeitswirksamen<br />
Einsatz der Neuen Medien im SPD-Wahlkampf ist Brand heute enttäuscht, daß die Möglichkeit<br />
Neuer Medien für Politik, Wirtschaft und Bildung keine Rolle zu spielen scheinen. &quot;Es war schon schade,<br />
daß im rot-grünen Koalitionsvertrag die Begriffe Internet und Multimedia kein einziges Mal auftauchten.<br />
Besonders bedauert der VOV-Sprecher, daß neben der wirtschaftspolitischen Diskussion über<br />
Neue Märkte und Jobbboom und technische Fragen die gesellschaftspolitische Diskussion über<br />
die Auswirkungen der Neuen Medien in Deutschland bislang nicht stattfinde.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Den Schritt zum fulltime Politiker möchte er möglichst vermeiden. Der Grund: &quot;Wenn man das Hobby<br />
Politik zum Beruf macht, schmort man im eigenen Saft.&quot; Ein Leben ohne die Politik kann er sich<br />
aber auch nicht vorstellen. Was ihn reizt? &quot;Etwas gestalten zu können&quot;. Das klingt nach wie die<br />
routinierte Umschreibung von politischem Machthunger, doch Brand scheint es Ernst zu meinen.<br />
Soziale Sicherungssysteme sind dabei fest einkalkuliert. &quot;Dafür habe ich doch so viele Freunde<br />
außerhalb des politischen Umfelds, damit die mich rechtzeitig warnen, wenn ich abhebe&quot;, erklärt er.<br />
Darüber seine Freundin nicht der SPD beitreten wollte, ist er letztlich dankbar: &quot;Dann würden wir<br />
doch Tag und Nacht politisieren.&quot; Im Rampenlicht zu stehen hat für ihn keinen Selbstzweck, sondern<br />
geschieht um der Sache Willen. Daß er diese schönen Worte auch im Ernstfall beherzigt zeigt eine<br />
schöne Begebenheit aus dem Wahlkampf: Auf dem Leipziger Parteitag hatte sich Kanzlerkandidat<br />
Schröder am Stand des VOV angesagt, ein kleines Interview zum Thema Neue Medien sollte für die<br />
Journalisten inszeniert werden. Von der Online-Verantwortlichen der Partei gefragt, wer den Part<br />
des Moderators übernehme gab Brand das Mikro an einen Kollegen. &quot;Das gibt mir nichts. Ich gehöre<br />
auch nicht zu denen, die beim Gruppenfoto mit Schröder plötzlich neben dem Kanzler stehen&quot;,<br />
bekennt er und schüttelt energisch den Kopf.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wir brauchen weltweite Mindeststandards</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wir-brauchen-weltweite-mindeststandards-912/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 1998 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Filtersoftware]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Provider]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Medienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Christine Bergmann]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dr.
Christine Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,
im politik-digital-Interview über wirksame Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz,
den Fall Felix Somm und die Verantwortung der Provider.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dr.<br />
Christine Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,<br />
im politik-digital-Interview über wirksame Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz,<br />
den Fall Felix Somm und die Verantwortung der Provider.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Über wirksamen Kinder- und Jugendschutz im<br />
Internet wird viel diskutiert, wo sehen Sie als Ministerin für Kinder<br />
und Jugend konkreten Handlungsbedarf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Die Entwicklung zur Informationsgesellschaft ist auch für Kinder und Jugendliche<br />
mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen verbunden. Sie müssen zum<br />
einen die Möglichkeit haben, die Chancen dieser Entwicklungen wahrzunehmen<br />
&#8211; zugleich müssen sie vor Gefährdungen geschützt werden. Der Kinder- und<br />
Jugendschutz im Multimediazeitalter stellt deshalb neue nationale und<br />
internationale Anforderungen. Nach meiner Überzeugung ist Medienkompetenz<br />
neben den Vorschriften des gesetzlichen Jugendmedienschutzes und den Maßnahmen<br />
der Freiwilligen Selbstkontrolle eine der wichtigsten Voraussetzungen<br />
für einen effektiven Jugendschutz in diesem Bereich. Deshalb ist die Vermittlung<br />
von Medienkompetenz an Eltern, Kinder und Jugendliche ein Schwerpunkt<br />
der Arbeit meines Hauses. Junge Menschen sollen lernen, zu problematischen<br />
Medieninhalten kritische Distanz zu wahren und zu einem eigen-verantwortlichen<br />
Umgang mit ihnen zu kommen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Was könnten Ihrer Meinung nach sinnvolle Schutzmaßnahmen<br />
sein? Sollten alle Provider zum Angebot von Filtersoftware verpflichtet<br />
werden? Sollte es staatliche Cyberpolizisten geben, die das Angebot kontrollieren?<br />
Oder sind andere Ansätze denkbar? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Bei der Suche nach notwendigen Schutzmaßnahmen muß zwischen Straftaten<br />
einerseits und dem Kinder- und Jugenschutz andererseits unterschieden<br />
werden.Die Bekämpfung von Straftaten im Internet &#8211; und hier liegt mir<br />
die Bekämpfung von Kinderpor-nographie ganz besonders am Herzen &#8211; ist<br />
zu allererst Aufgabe der Strafverfolgungsbehör-den, das heißt, Aufgabe<br />
der Länder. Das Bundeskriminalamt wird hier überwiegend in seiner Zentralstellenfunktion<br />
tätig. Ihm obliegt unter anderem die Durchführung des nationalen und internationalen<br />
Nachrichtenaustausches &#8211; z.B. mit EUROPOL, INTERPOL &#8211; sowie die zentrale<br />
Sammlung und Auswertung aller verfügbaren Daten und Bilder aus dem In-<br />
und Ausland. Hier sind sich Bund und Länder darüber einig, daß zu den<br />
Aufgaben des Bundeskriminalam-tes als Zentralstelle auch gehört, im offenen<br />
Bereich des Internet anlaßunabhängige Recherchen durchzuführen. Stößt<br />
es bei seinen Recherchen auf konkrete Verdachtsfälle, so werden diese<br />
zur Bearbeitung an die zuständigen Landespolizeidienststellen weitergeleitet.<br />
Die Suche &#8211; z.B. nach Kinderpornographie &#8211; auch ohne eine Anzeige halte<br />
ich für einen sehr erfolgversprechenden Weg zur Bekämpfung dieser abscheulichen<br />
Verbrechen. Im übrigen tragen auch die Provider eigene Verantwortung,<br />
und wir setzen darauf, daß sie Filtersoftware freiwillig verwenden. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Die Zuständigkeiten für den Kinder- und Jugendschutz<br />
im Internet sind unklar. Sowohl Polizei, als auch Bundesprüfstelle und<br />
Jugendschutz.net befassen sich mit dem Thema. Halten Sie eine Neuordnung<br />
der Kompetenzen für sinnvoll? Sollte es eine zentrale staatliche Institution<br />
geben? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Für den Bereich des Jugendschutzes im Internet hat der Bund mit dem Informations-<br />
und Kommunikationsdienstegesetz aus dem Jahr 1997 bereits wichtige rechtliche<br />
Änderungen vorgenommen. Die Bundesregierung wird dem Bundestag darüber<br />
berichten, an welcher Stelle Anpassungs- und Ergänzungsbedarf besteht.<br />
Der Abstimmungsprozeß innerhalb der Ministerien ist derzeit im Gange,<br />
und ich möchte dem Ergebnis, das in 10 Monaten vorliegen wird, nicht vorgreifen.<br />
Aber Sie können versichert sein, daß ich alles tun werde, um zu erreichen,<br />
daß Kinder und Jugendliche vor jeder Art von Beeinträchtigungen und Gefährdungen<br />
geschützt werden. Zeitgleich mit diesem Gesetz des Bundes haben die Länder<br />
auf der Grundlage des Mediendienstestaatsvertrages in ihrem Zuständigkeitsbereich<br />
eine zentrale Stelle &#8211; Jugendschutz.net &#8211; eingerichtet. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Werden Sie als Ministerin sich mit einer eigenen<br />
(gesetzlichen) Initiative in die Debatte einschalten? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Als Jugendministerin gehört es zu meinen Aufgaben alles dafür zu tun,<br />
daß unsere Kinder und Jugendlichen vor Gefährdungen geschützt werden.<br />
Deshalb werde ich mich selbstverständlich in die Diskussion einschalten<br />
und mich dort, wo Gesetzesänderungen notwendig werden, dafür einsetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Der ehemalige Compuserve-Geschäftsführer Felix<br />
Somm ist wegen der Verbreitung von Kinderpornographie in erster Instanz<br />
verurteilt worden. Das Urteil und seine Begründung haben in Deutschland<br />
und vor allem im Ausland Widerspruch ausgelöst. Halten Sie die Verurteilung<br />
für gerechtfertigt? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
In diesem Fall läuft das Verfahren noch. Eine Bewertung ist erst nach<br />
Abschluß des Verfahrens möglich. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Reicht angesichts der Globalität des Internets<br />
ein nationales Vorgehen zum Kinder- und Jugendschutz im Internet aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Angesichts des grenzüberschreitenden Mediums Internet reichen nationale<br />
Maßnahmen natürlich nicht aus. Deshalb müssen sie durch internationale<br />
Maßnahmen flankiert werden. Unser Ziel muß die Schaffung eines internationalen<br />
Übereinkommens über Computer- und Datennetz-Kriminalität sein, in dem<br />
strafrechtliche Mindeststandards und einheitliche Rechtshilferegelungen<br />
weltweit verbindlich festgelegt werden. Weltweite Mindeststandards brauchen<br />
wir auch zur wirksamen Bekämpfung jugendgefährdender Netzinhalte. Darüber<br />
hinaus halte ich hier die Stärkung der Medienkompetenz, die Entwicklung<br />
von Filter- und Bewertungssystemen sowie die freiwillige Selbstkontrolle<br />
der Diensteanbieter für überaus wichtig. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Das Interview mit<br />
Dr. Christine Bergmann führte Philipp Stradtmann</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Hardliner</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der-hardliner-644/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/der-hardliner-644/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 1998 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptographie]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Zum Amtsantritt schlug der ehemalige RAF-Anwalt
und Grünen-Politiker harte Töne an. Statt der
erhofften Liberalisierung forderte er eine
Aufrüstung der Sicherheitsbehörden und wahrte
damit die Kontinuität zu der Linie des
christdemokratischen Amtsvorgängers Kanther.
Der wurde auch prompt vermißt: &#34;Mit Kanther
hätten wir es leichter gehabt&#34;, stöhnte in den
ersten Wochen ein SPD-Mann angesichts der
Law-and-Order Äußerungen des neuen
Innenministers. Doch mittlerweile hat der
Hardliner eine Wende vollzogen und wandert
nicht weiter auf den Spuren seines Vorgängers.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Zum Amtsantritt schlug der ehemalige RAF-Anwalt<br />
und Grünen-Politiker harte Töne an. Statt der<br />
erhofften Liberalisierung forderte er eine<br />
Aufrüstung der Sicherheitsbehörden und wahrte<br />
damit die Kontinuität zu der Linie des<br />
christdemokratischen Amtsvorgängers Kanther.<br />
Der wurde auch prompt vermißt: &quot;Mit Kanther<br />
hätten wir es leichter gehabt&quot;, stöhnte in den<br />
ersten Wochen ein SPD-Mann angesichts der<br />
Law-and-Order Äußerungen des neuen<br />
Innenministers. Doch mittlerweile hat der<br />
Hardliner eine Wende vollzogen und wandert<br />
nicht weiter auf den Spuren seines Vorgängers.</b></span><!--break--></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/schily/images/schily.jpg" alt="Otto Schily" border="1" height="143" hspace="0" vspace="0" width="120" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Otto Schily</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Er hat sich von einigen Experten in der Zwischenzeit<br />
gut beraten lassen und ist von seiner strikten Meinung<br />
deutlich abgewichen, schlägt jetzt moderatere und<br />
pragmatischere Töne an&quot;, lobt die SPD-Innenpolitikerin<br />
Ute Vogt den Kurswechsel des Ministers. &quot;Nachdem er<br />
gesehen hat, mit welchen trickreichen Techniken sich<br />
Daten beispielsweise in einem Bild verstecken lassen,<br />
hat er eingesehen, daß es unsinnig ist, den digitalen<br />
Nachschlüssel in staatlichen Händen zu fordern&quot;, so<br />
die Innenpolitikerin. Dagegen sind dem<br />
schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten<br />
Helmut Bäumler die jüngsten Äußerungen des<br />
Ministers zur Kryptographie noch zu sybillinisch: &quot;Er<br />
hat zwar angedeutet, daß eine staatliche<br />
Verschlüsselungskontrolle in der Praxis wenig Sinn<br />
macht, aber ein deutliches Plädoyer für die Stärkung<br />
der Bürgerrechte und der Privatsphäre war das noch<br />
lange nicht&quot;, beklagt der Datenschützer. Ein Problem<br />
scheint dabei auch die besondere Struktur des<br />
Innenministeriums zu sein: &quot;Es hat zwar an der Spitze<br />
den politischen Wechsel gegeben, aber der ganze<br />
Beamtenapparat darunter ist doch noch auf dem<br />
strikten Sicherheitskurs der alten Regierung.&quot; So<br />
könnte ein Wendemanöver in Sachen Kryptographie<br />
nur im Schrittempo erfolgen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hart geblieben ist Schily dagegen bei der Ausweitung<br />
der Ermittlungskompetenz des Bundeskriminalamtes.<br />
Auf der Innenministerkonferenz setzte er durch, daß<br />
künftig in Wiesbaden 20 Cyberpolizisten zur<br />
anlaßunabhängigen Streife nach Internet-Kriminellen im<br />
Netz gehen können. Diese BKA-Offensive sorgte zwar<br />
für Unmut, insbesondere in Bayern, wo das<br />
Kommissariat 343 bereits seit drei Jahren im<br />
Cyberspace ermittelt, aber angesichts von 1200<br />
registrierten Fällen von Internet-Kriminalität und einer<br />
vermutlich enormen Dunkelziffer &quot;ist eine solche<br />
Konzentration der Kräfte wahrscheinlich schlicht<br />
notwendig, um zu durchschlagenden Erfolgen zu<br />
kommen. Entscheidend ist aber, daß die Grenzen der<br />
Strafprozeßordnung eingehalten werden&quot;, so<br />
Datenschützer Bäumler.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Während er mit dem BKA seine Kompetenzen<br />
ausweiten konnte, mußte Schily in der Frage der<br />
Verschlüsselungspolitik auch formal Kompetenzen<br />
abgeben: Bei Verhandlungen mit hochrangigen<br />
Vertretern aus dem Bundesinnenministerium konnte<br />
sich der parlamentarische Staatssekretär im<br />
Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), Siegmar<br />
Mosdorf, überraschend durchsetzen. Jetzt besitzt sein<br />
Ministerium die politische Federführung in der<br />
Verschlüsselungsfrage. Dennoch verliert Schily in der<br />
Kryptofrage nicht vollständig seinen Einfluß, denn aus<br />
rechtlicher Sicht muß das Innenministerium die<br />
meisten der in der Kryptopolitik behandelten Themen<br />
zumindest absegnen. Das Prinzip lautet also &quot;Teilen<br />
und Herrschen&quot;, wie Arne Brand vom Virtuellen<br />
Ortsverein den Deal kommentiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der nächste Schritt zur Neuordnung der Kompetenzen<br />
in der Kryptofrage soll folgen. So sieht ein<br />
Eckwerte-Papier der SPD-Abgeordneten Tauss und<br />
Vogt vor, Teile des &quot;Bundesamtes für Sicherheit in der<br />
Informationstechnik&quot; (BSI) aus dem<br />
Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums<br />
herauszulösen und dem Bundeswirtschaftsministerium<br />
zuzuordnen. Vogt: &quot;In der Vergangenheit habe ich<br />
immer wieder erlebt, daß die erstklassigen Experten im<br />
BSI uns die neuesten Tricks zur Verschlüsselung<br />
demonstrieren konnten, von denen aber die politische<br />
Führung des Innenministeriums behauptet, es gäbe sie<br />
nichts.&quot; Dieses wertvolle Expertenwissen ist nach ihrer<br />
Meinung bei den politischen Entscheidungsträgern im<br />
Wirtschaftsministerium künftig besser aufgehoben .<br />
Aus dem Rest des BSI soll dann eine öffentliche,<br />
dienstleistungsorientierte Institution werden, in der sich<br />
Bürger über Fragen zu Datensicherheit informieren und<br />
beraten lassen können. Im BSI selber weiß man von<br />
diesen Plänen, will sich aber nicht offiziell dazu<br />
äußern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">So zeichnet sich eine künftige Kompetenzverteilung in<br />
der Kryptopolitik nur langsam ab und eine<br />
&quot;abschliessende Meinungsbildung&quot; zur Frage der<br />
Verschlüsselung steht für die Bundesregierung mit<br />
Hinweis auf die &quot;kontroverse Diskussion&quot; noch aus.<br />
Eine setzliche Regelung der Krzptografie-Frage ist<br />
deshalb nach Auskunft eines Sprecher des<br />
Innenministeriums &quot;in weiter Ferne&quot;. Innenpolitikerin<br />
Vogt ist das nur Recht: &quot;Besser die jetzige Situation<br />
ohne gesetzliche Regelung, als eine Kontroverse, in<br />
der die alten Ideen vom Krypto-Chip wieder hervorgeholt<br />
werden.&quot; Sie rechnet deshalb auch erst mit einer<br />
Klärung der Verschlüsselungsfrage im Rahmen einer<br />
umfassenden Datenschutzregelung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Zumindest erklärte die Bundesregierung in einem<br />
&quot;Aktionsprogramm&quot; unter Federführung des<br />
Bundeswirtschaftsministeriums bis September 1999<br />
den Einsatz kryptografischer Verfahren fördern sowie<br />
eine Sicherungsinfrastruktur für wirksame<br />
Selbstschutzmaßnahmen auf- und ausbauen zu<br />
wollen. Datenschützer Bäumler: &quot;Wichtig ist, daß die<br />
Sicherheitsfragen in den Dienst der Bürgerrechte<br />
gestellt werden.&quot; </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Für das politische Hickhack in Bonn hat Bäumler eine<br />
deutliche Erklärung: &quot;Das zentrale Dilemma in der<br />
Frage des Datenschutzes und der Kryptopolitik ist,<br />
daß hier viele Zuständigkeiten angesprochen werden,<br />
aber kein Regierungsmitglied es sich zum Anliegen<br />
macht, in den Fragen der Informationstechnik eine<br />
politische Gesamtlinie zu formulieren&quot;. So zeichne sich<br />
zwar immer deutlicher die Entwicklung ab, daß sich<br />
alle Fragen rund die Neuen Medien im<br />
Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftsministeriums<br />
konzentrierten. &quot;Aber ist es denn sinnvoll, wenn das<br />
Thema Internet im wesentlichen nur aus der Sicht der<br />
Bonner Wirtschaftspolitiker gestaltet und entschieden<br />
wird&quot;, fragt Bäumler besorgt. Auch für Schily muß es<br />
darum gehen, im Internet mehr als einen Tummelplatz<br />
für Cyberpolizisten zu sehen.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Internet-Protest gegen Gen-Food</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-protest-gegen-gen-food-655/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/internet-protest-gegen-gen-food-655/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 1998 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Genfood]]></category>
		<category><![CDATA[Greenpeace]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
Mit einer Internet-Kampagne gegen Genfood geht die Umweltschutzorganisation
Greenpeace neue Wege. Unter der Adresse www.genetiXproject.org
werden Hintergrundinformationen zum Thema präsentiert
und in der &#34;Gallery&#34; können sich Unterstützer
als &#34;Hero&#34; (Foto) verewigen. Höhepunkt der
virtuellen Kampagne: bundesweit werden in 13 Internet-Cafés
Jugendliche in einem vierstündigen Live-Chat über
die Gefahren und Risiken von Genfood diskutieren.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Mit einer Internet-Kampagne gegen Genfood geht die Umweltschutzorganisation<br />
Greenpeace neue Wege. Unter der Adresse www.genetiXproject.org<br />
werden Hintergrundinformationen zum Thema präsentiert<br />
und in der &quot;Gallery&quot; können sich Unterstützer<br />
als &quot;Hero&quot; (Foto) verewigen. Höhepunkt der<br />
virtuellen Kampagne: bundesweit werden in 13 Internet-Cafés<br />
Jugendliche in einem vierstündigen Live-Chat über<br />
die Gefahren und Risiken von Genfood diskutieren.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Greenpeace organisiert genetiXproject</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit einer Internet-Kampagne gegen Genfood geht die Umweltschutzorganisation<br />
<a href="http://www.greenpeace.de/">Greenpeace</a> neue Wege. Auf der Kampagnen-Website:<br />
<a href="http://www.genetixproject.org/"> genetiXproject</a> findet der User Hintergrund-Informationen zum Thema<br />
Genfood und kann Aktions-Vorschläge abrufen. Unter dem Motto &quot;be a hero for one day&quot; kann man sich außerdem<br />
in der <a href="http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/GENETIX/SCRIPT/archiv.cgi"> &quot;Gallery&quot;<br />
</a> mit seinem Konterfei und einem Statement als Unterstützer der Kampagne verewigen. Im<br />
<a href="http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/GENETIX/SEITEN/XBOARD.HTM">Board </a> von genetiXproject tobt bereits<br />
seit einigen Tagen eine leidenschaftliche Debatte über die Vor- und Nachteile von gentechnisch<br />
behandelten Lebensmitteln. So erklärt Christian Platner:&quot; Auch wenn es mir als ehemals regelmäßigem<br />
Trinker von &quot;CARO&quot;-Kaffee nicht leicht fällt, werde ich keine Produkte von Nestle und seinen<br />
Tochterunternehmen mehr kaufen, solange der<br />
Konzern seinen Profit vor die Interessen der Allgemeinheit stellt.&quot; Skeptisch ist dagegen ein Benni:&quot;<br />
Tja liebe Freunde, nennt doch einmal dokumentierte Fälle, in denen es tatsächlich<br />
Allergien durch genmanipulierte Lebensmittel gekommen ist &#8211; die  wissenschaftliche Literatur (z.B. MEDLINE)<br />
gibt leider nichts her&quot;. <br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für die professionelle Umsetzung<br />
der Internet-Kampagne im modernen Look sorgten die Hamburger<br />
Multimedia-Kreativen Cornelia Eberhardt und Aaron Koenig. In der<br />
Hamburger Greenpeace-Zentrale ist man mit dem Start der<br />
Internet-Kampagne zufrieden. Jochen Vorfelder, Leiter der<br />
Online-Redaktion: &quot;Bereits in der ersten Woche ist die Aktionsseite<br />
über 47.000 Mal abgerufen worden.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der digitale Protest richtet sich vor allem gegen den aus gentechnisch behandelten Mais<br />
hergestellten Riegel <a href="http://www.butterfinger.de/">Butterfinger</a> sowie die Einführung<br />
von weiteren gentechnisch manipulierten Lebensmittel. Butterfinger-Produzent <a href="http://www.nestle.de/">Nestlé</a> hat bereits auf die Internet-Aktion der Umweltschützer mit <a href="http://www.butterfinger.de/Gentechnik/Gentechnik.html">eigenen Internet-Informationen<br />
zur Gentechnik</a> reagiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Höhepunkt der Kampagne wird am kommenden Samstag ein vierstündiger Live-Chat zum Thema Genfood sein.<br />
In bundesweit 13 Internet-Cafés von Hamburg bis Esslingen können Jugendliche kostenlos über Gefahren<br />
und Risiken von Genfood  am PC diskutieren. Gleichzeitig wird in der Hamburger Zentrale ein<br />
Greenpeace-Expertenteam online Rede und Antwort stehen. &quot;Da werden ganz bestimmt viele von Nestlé<br />
mitchatten, um das Meinungsklima zu beeinflussen&quot;, ist sich<br />
Chat-Organisator Vorfelder sicher. &quot;Wir zielen mit genetiXproject vor allem auf die Jugendlichen,<br />
weil diese auch die Werbezielgruppe von Butterfinger und anderen genmanipulierten Nestlé-Produkten<br />
sind&quot;, erläutert Vorfelder das Ziel der Kampagne.<br />
Über eine Fortsetzung der Internet-Aktion wird bereits nachgedacht: &quot;Da baut sich jetzt ein<br />
Netzwerk auf, das wir weiter mit Informationen in Form eines Newsletters und action-packs für<br />
Anti-Genfood-Aktionen versorgen wollen&quot;, erläutert Vorfelder.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit 68,8 Millionen Mark Spenden im vergangen Jahr und ca. 520.000 Förderern ist Greenpeace die<br />
größte Umweltschutzorganisation in Deutschland. Im Internet ist Greenpeace seit zwei Jahren.<br />
Mit derzeit 400.000 Seitenabrufen wächst die Resonanz auf das Online-Angebot der Umweltschützer<br />
kontinuierlich.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Bei Greenpeace wird jetzt intensiv darüber nachgedacht, welche Kampagnen künftig<br />
digital organisiert werden können. &quot;Unser Aktionsradius ist damit größer als bei vielen<br />
Aktionen vor Ort und außerdem erreichen wir mit geringen Kosten ein großen Kreis von Interessierten&quot;,<br />
begründet Vorfelder gegenüber politik-digital die Attraktivität des digital-campaignings gegenüber<br />
den tradionellen Formen des Protests.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bonner Kompetenzgerangel um Multimedia-Politik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/bonner-kompetenzgerangel-um-multimedia-politik-711/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/bonner-kompetenzgerangel-um-multimedia-politik-711/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 1998 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/bonner-kompetenzgerangel-um-multimedia-politik-711/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Im neuen Bundestag
sind die Zuständigkeiten für die Neuen Medien neu verteilt.
CDU/CSU-Opposition befürchtet eine
Zerstückelung der Multimediapolitik</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Im neuen Bundestag<br />
sind die Zuständigkeiten für die Neuen Medien neu verteilt.<br />
CDU/CSU-Opposition befürchtet eine<br />
Zerstückelung der Multimediapolitik</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Nach den Amtsantritt von Gerhard Schröder und seinem Kabinett sind die Kompetenzen für die Neue Medien<br />
auf Ministeriums- und Bundestagsebene verteilt und die wichtigsten Posten neu besetzt worden. Wichtigste<br />
Wende unter der Rot-Grün-Regierung: Multimedia ist jetzt vorrangig Wirtschaftsthema. So ist die<br />
Zuständigkeit für das Feld der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK-Technik)<br />
vom <a href="http://www.bmbf.de/">Bildungs-<br />
und Forschungsministerium (BMBF)</a>  in das <a href="http://www.bmwi.de/">&quot;Bundeswirtschaftsministerium&quot;</a><br />
(BMWI) gewechselt. Als neuer parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium wird damit der<br />
SPD-Medienpolitiker Siegmar Mosdorf zum zentralen Gestalter der Bonner Multimedia-Politik. Helfen werden<br />
ihm dabei seine guten Kontakte zur Medienwirtschaft und das Know-how, das er sich als Vorsitzender der<br />
Enquete-Kommission &quot;Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft. Deutschlands Weg in die<br />
Informationsgesellschaft&quot; erworben hat. &quot;Nachdem Stollmann als Kandidat für das Wirtschaftsministerium<br />
ausgestiegen ist, heißt der Multimedia-Mann in der neuen Bundesregierung eindeutig Mosdorf&quot;, stellte<br />
der Bildungspolitiker <a href="http://www.berninger.com/">Matthias Berninger </a> von Bündnis ‚90/ Die<br />
Grünen Anfang November auf dem Multimedia-Kongreß &quot;Hamburger Dialog&quot; fest. Der Multimedia-Wirtschaft ist<br />
diese Neuakzentuierung nur Recht. Alexander Felsenberg, Geschäftsführer des Deutschen Multimedia-Verbandes<br />
(DMMV): &quot;Unsere wichtigsten An-sprechpartner sitzen ohnehin im Wirtschafts- und Finanzministerium&quot;.<br />
Bedauert wird diese Entwicklung jedoch in den eigenen Reihen. So wähnte sich der SPD-Bildungspolitiker<br />
und bundespolitische Internet-Experte <a href="http://www.tauss.de/">Jörg Tauss</a>.  schon arbeitslos.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> &quot;Ich würde es sehr<br />
bedauern, wenn wir künftig Multimedia nur noch als Wirtschaftsfaktor diskutieren und andere Perspektiven<br />
in der Gesellschaftspolitik vernachlässigen&quot;, erklärt er im politik-digital-Interview. Deshalb planen<br />
Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) und ihr parlamentarischer Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen<br />
(SPD) bereits die Gegenoffensive, um das Feld Multimedia nicht allein den Wirtschaftspolitikern in der<br />
Schröder-Regierung zu überlassen. Im Auge haben Sie dabei insbesondere die von CDU-Amtsvorgänger Jürgen<br />
Rüttgers mit Hilfe der Telekom gestartete und vielkritisierte Initiative <a href="http://www.san-ev.de/">&quot;Schulen ans Netz&quot;</a>.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Neben der Wirtschafts- und Bildungspolitik wird Multimedia in der neuen Regierung aber auch eine Angelegenheit<br />
der Kulturpolitik. Michael Naumann, neuer Staatsminister für Kultur und Medien im Kanzleramt will sich neben<br />
Buchpreisbindung, Holocaust-Denkmal und deut-schem Film künftig auch mit den Neuen Medien befassen. So<br />
scheint das Kompetenzgerangel um die Multimediapolitik bereits vorprogrammiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch im Bundestag haben die Kulturpolitiker das Thema Neue Medien entdeckt. So wurde in letzter Minute<br />
der Ausschuß für Kultur um den Bereich Medien erweitert. Zur Vorsitzenden dieses neuen <a href="http://www.bundestag.de/gremien/gremien/a23.htm"><br />
Ausschusses für<br />
Kultur und Medien</a> wurde die SPD-Abgeordnete und Publizistin  <a href="http://www.dr-elke-leonhard.de/">Dr. Elke Leonhard </a> gewählt, zu ihrer CDU-Stellvertreterin<br />
die ostdeutsche Diplombildhauerin Dr. Margarete Späte<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die übrige Besetzung des Ausschusses ist äußerst bunt und multimediale Kompetenz auf den ersten Blick rar.<br />
So sitzt als Mitglied die ehemalige niedersächsische Umweltministerin Monika Griefhahn genauso im<br />
Ausschuß wie Bundeskanzler a. D. Helmut Kohl als stellvertretendes CDU-Mitglied. Internet-Experte Tauss<br />
erhielt zunächst keinen Platz in der parlamenta-rischen Entscheiderrunde, wird jetzt aber als<br />
stellvertretendes Mitglied für eine SPD-Kollegin nachrücken.<br />
Bei der ersten Ausschuß-Sitzung in der vorigen Woche hatte er aber schon Gelegenheit, die Arbeit<br />
der Enquete-Kommission Neue Medien vorzustellen. Naumann hörte aufmerksam zu und würdigte die geleistete<br />
Arbeit der Kommission, &quot;muß aber was das Internet betrifft erst noch zum Jagen getragen werden&quot;, wie eine<br />
Teilnehmerin der Runde gegenüber politik-digital berichtet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Angesichts der geteilten Zuständigkeiten von Wirtschafts-, Kultur- und Bildungspolitik fürchtet die<br />
CDU/CSU-Opposition eine <a href="http://www.cducsu.bundestag.de/texte/csu/mayer21.htm"> &quot;Zerstückelung in der<br />
Medienpolitik&quot;</a>, wie der CSU-Medienpolitiker Mayer formuliert. Aber auch in den Reihen der Regierungspartei<br />
herrscht Unzufriedenheit über die mehrfache Kompetenzüberschneidung bei den Neuen Medien. Tauss:<br />
&quot;Sicher, ich hätte mir auch gewünscht, daß das an einer Stelle und in einer Person gebündelt ist.<br />
So wie in den USA Al Gore als Vizepräsi-dent den Weg des Staates auf den information highway<br />
politisch federführend gestaltet hat. Ein deutscher Al Gore ist aber noch nicht in Sicht.&quot;<br />
In den Reihen von CDU/CSU und FDP-Fraktion wird deshalb bereits über die Einberufung einer<br />
zweiten Enquete-Kommission für Neue Medien nachgedacht. &quot;Das ist nur sinnvoll, um das,<br />
was für im Abschlußbericht der letzten Enquetekommission angeregt haben, jetzt in der Phase<br />
der Umsetzung parlamentarisch zu begleiten&quot;, erklärt der CDU-Medienpolitiker <a href="http://www.meister-schafft.de/"><br />
Michael Meister </a>. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Engagement von CDU und FDP ist verständlich: &quot;Eine Enquete-Kommision ist das klassische<br />
Instrument der Opposition, um der Regierung Contra zu geben&quot;, merkt ein Regierungsparlamentarier an.<br />
Da nach den parlamentarischen Spielregeln der nächste Kommissions-Vorsitzende ein CDU-Mann wäre,<br />
bietet sich hier ein prestigeträchtiges Amt zur Profilierung. Ambitionen auf den Vorsitz einer<br />
neuen Enquete weist CDU-Medienexperte Meister öffentlich von sich. Fraktionsintern soll aber<br />
auch der <a href="http://www.bundestag.de/mdbhome/mayerma0/"> CSU-Medienexperte Mayer</a> Ansprüche auf den<br />
Vorsitz angemeldet haben. Strittig ist jedoch noch, mit welchen Themen sich die neue Multimedia-Runde<br />
im Bundestag befassen soll. Während Meister die Themenbreite der ersten Enquete-Kommission beibehalten<br />
will, würde Mayer diesmal den Fokus stärker auf Fragen zur Datensicherheit legen. Gebremst wird<br />
das Bestreben der beiden vom Fraktionsvize und ehemaligen Bildungsminister<br />
Jürgen Rüttgers<br />
Im Gegensatz zu Meister und Mayer ist Rüttgers als Stellvertreter Mitglied im Ausschuß  für Kultur und Medien. So mahnt der<br />
Ex-Zukunftsminister zur Besonnenheit: &quot;Wir müssen uns erst einmal anschauen, was die neue<br />
Regierung uns in den nächsten Wochen zum Thema Neue Medien präsentiert. Wenn da Lücken bestehen,<br />
werden wir entsprechend reagieren.&quot;</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ich werde nicht arbeitslos</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/ich-werde-nicht-arbeitslos-713/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 1998 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Tauss]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Experte Jörg Tauss (SPD) im
politik-digital-Interview über das Fehlen eines
deutschen Al Gores und die neue Machtverteilung
in der Multimedia-Politik der neuen Regierung</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Experte Jörg Tauss (SPD) im<br />
politik-digital-Interview über das Fehlen eines<br />
deutschen Al Gores und die neue Machtverteilung<br />
in der Multimedia-Politik der neuen Regierung</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Die Regierung hat gewechselt. Welche Konsequenzen hat das für das Thema Multimedia?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Wir sind jetzt in der Regierungsverantwortung und<br />
könnten nun endlich alle Empfehlungen, die wir die letzten vier Jahre als Oppositionspartei,<br />
vor allem in der entsprechenden Enquetekommission &quot;Zukunft der Medien in<br />
Wirtschaft und Gesellschaft. Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft&quot; gemacht haben,umsetzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Nun ist der Kandidat für das Wirtschaftsministerium, der Computer-Unternehmer<br />
Jost Stollmann in letzter Minute ausgestiegen.<br />
Fehlt Gerhard Schröder jetzt der Multimedia-Mann in der<br />
Regierungsmannschaft?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Über die Nominierung von Stollmann für den Posten des<br />
Wirtschaftsministers habe ich mich anfangs sehr gefreut und hatte die<br />
Hoffnung, daß mit ihm als ehemaligem Computer-Unternehmer eine große<br />
Portion praktisches Know-how unsere politische Diskussion beflügelt. So<br />
habe ich in ihm einen Verbündeten gesehen. Ich bin dann aber sehr<br />
schnell ernüchtert worden, weil ich von ihm trotz mehrerer<br />
Kontaktversuche immer nur die Standard-Mail  nach dem Motto &#8216;Besten Dank<br />
für Ihre Anregungen&#8217; bekommen habe. Ich hatte erwartet, daß er sich zur<br />
Internet-Politik konkret äußert. Das hat er nie getan. Deshalb war ich<br />
über seinen Ausstieg nicht mehr sonderlich enttäuscht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Die Zuständigkeit für die Informations-<br />
Kommunikationstechnologie ist vom Bildungs- und Forschungsministerium in das Wirtschaftsministerium<br />
von Herrn Müller verlegt worden. Werden Sie als Bildungs- und Forschungspolitiker jetzt arbeitslos?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Nein, sicherlich werde ich nicht arbeitslos. Natürlich liegt der<br />
Akzent bei Multimedia jetzt stark auf  der Wirtschaftsfrage. Mit Müller<br />
verbinde ich noch gar nichts, aber ich bin mir sicher, daß mein Kollege<br />
Siegmar Mosdorf als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sich dem<br />
Thema Multimedia annehmen wird. Aber als Forschungspolitiker werde ich mich<br />
dafür einsetzten, daß auch die Perspektive von Forschungs- und<br />
Bildungspolitik berücksichtigt bleibt. Wir sind in dieser Frage zwar<br />
nicht mehr federführend,. bleiben aber als mitberatender  Ausschuß involviert.<br />
Ich würde es allerdings sehr bedauern, wenn wir Multimedia nur noch als<br />
Wirtschaftsfaktor diskutieren und andere Perspektiven in der Gesellschaftspolitik<br />
vernachlässigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Wer außer Herrn Müller als Wirtschaftsminister und Frau<br />
Buhlmann als Bildungsministerin wird sich in der neuen Regierung denn noch mit den<br />
Neuen Medien befassen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Ich habe mir immer eine zentrale Koordination der Multimedia-Politik gewünscht,<br />
die direkt im Kanzleramt angesiedelt ist.Mit Michael Naumann, dem künftigen Staatsminister<br />
für Kultur und Medien haben wir jetzt so jemanden. Deshalb bin ich letzte Woche<br />
auch stellvertretendes Mitglied im entsprechenden Ausschuß für Kultur<br />
und Medien geworden und werde dort die Verantwortung im Bereich Neue Medien übernehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Ist denn eine konzentrierte politische Arbeit in der<br />
Multimedia-Politik noch möglich, wenn an drei verschiedenen Stellen<br />
gleichzeitig das Thema bearbeitet wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Sicher, ich hätte mir auch gewünscht, daß das an einer Stelle und<br />
in einer Person gebündelt ist. So wie in den USA Al Gore als<br />
Vizepräsident den Weg des Staates auf den information highway politisch<br />
federführend gestaltet hat. Ein deutscher Al Gore ist aber noch nicht<br />
in Sicht. Aber zwischen den Zuständigen in den unterschiedlichen Gremien<br />
und Institutionen bestehen jetzt schon gute Kontakte und es ist auch<br />
einfach notwendig, das Thema Neue Medien möglichst breit anzugehen, also<br />
sowohl aus wirtschaftspolitischer, wie auch aus forschungs- medien- und<br />
kulturpolitischer Sicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Wird es eine Neuauflage der Enquetekommission zum Thema<br />
Multimedia und Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft  geben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Aus der CDU hört man das immer wieder. Als Oppositionspartei hat<br />
sie natürlich ein großes Interesse daran, sich über ein solches Gremium<br />
mit Gegenvorschlägen zur Regierungspolitik zu profilieren. Die erste<br />
Enquete-Kommission hat sehr umfassend und gründlich gearbeitet. Wir<br />
haben Anhörungen zu einer Fülle von Themen durchgeführt, von der<br />
Kryptografie-Frage bis zum wirksameren Kinder- und Jugendschutz im<br />
Internet. Wenn es eine wieder eine neue Enquete-Kommission geben wird,<br />
muß der Themenkatalog präzise sein. Es muß eine Fokussierung auf<br />
Kernfragen geben. Davon hängt auch meine Beteiligung einer neuen<br />
Enquete-Kommission ab.<br />
<b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Welche Schwerpunkte sollten das sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Im Grünbuch der EU ist die Frage der Konvergenz der Medien ein<br />
zentrales Thema. Dazu werden wir einen deutschen Standpunkt finden<br />
müssen. Auch nach der Umsetzung der EU-Novelle zum Datenschutz gibt es in<br />
meinen Augen noch erheblich Diskussionsbedarf,desgleichen zur Datensicherheit.<br />
Insgesamt brauchen wir aber eine deutsche und natürlich auch europäische<br />
Internet-Politik.Es kann doch nicht sein, daß die<br />
Standards in den USA gesetzt werden und wir nur zuschauen und bei den<br />
entsprechenden internationalen Konferenzen nur fünftklassig vertreten<br />
sind.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview mit Jörg Tauss führte Philipp Stradtmann</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Netz gegen Kinderpornografie&#034; erfolgreich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netz-gegen-kinderpornografie-erfolgreich-940/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 1998 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Meldestelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Initiative führte zu über 300 Ermittlungsverfahren</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Initiative führte zu über 300 Ermittlungsverfahren</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Hannover, 10. November 1998 &#8211; Aufgrund von Hinweisen, die bei der Initiative &quot;Netz gegen Kinderporno&quot;<br />
eingegangen sind, hat die Staatsanwaltschaft Hannover bereits über 300 Ermittlungsverfahren eröffnet und weitere<br />
Vorgänge an die zuständigen Behörden in anderen Bundesländern weitergeleitet. Über 450 Hinweise sind bisher bei<br />
der provisorischen neutralen Meldestelle eingegangen, die seit Anfang August unter<br />
<a href="http://www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno">Netz gegen Kinderporno</a> im Internet erreichbar ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei den gemeldeten Fundstellen handelt es sich weniger um Newsgroups und Internet Relay Chats (IRC), die als<br />
Hauptumschlagsplätze für Kinderpornographie gelten, sondern hauptsächlich um das World Wide Web. Dort wird das strafbare<br />
Material zwischen harmlosen Angeboten versteckt; es handelt sich bei den Meldungen also um Zufallsfunde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Landeskriminalämter eröffnen<br />
nach eigener Aussage generell keine Ermittlungsverfahren gegen<br />
Zufallsfinder, die<br />
Kinderpornographie zur Anzeige bringen. Liegen jedoch Anhaltspunkte<br />
dafür vor, daß der Hinweisgeber mit der Anzeige von<br />
seinem eigenen strafbaren Verhalten ablenken will, so wird auch gegen<br />
ihn ein Strafverfahren eingeleitet. Dies war in vereinzelten<br />
Fällen geschehen und hat potentielle Hinweisgeber stark verunsichert.<br />
Die provisorische Meldestelle leitet die eingegangenen<br />
Hinweise daher anonymisiert an die Behörden in Hannover weiter. Der<br />
dort zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Finke hatte die<br />
Einrichtung der neutralen Meldestelle ausdrücklich befürwortet,<br />
&quot;solange Zeugen verunsichert sind und vor einer Anzeige<br />
zurückschrecken&quot;.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Initiative &quot;Netz gegen Kinderporno&quot; wurde von heise online zusammen mit dem Forum InformatikerInnen für Frieden und<br />
gesellschaftliche Verantwortung (FifF), dem Deutschen Kinderschutzbund, Spiegel Online und Stern Online ins Leben gerufen. Sie<br />
steht nicht in Konkurrenz zu anderen Aktivitäten im Internet, sondern will lediglich durch die Link-Logos einen Knotenpunkt<br />
schaffen, der bestehende Aktionen miteinander verbindet. Unter anderem verweist die Initiative auch auf Online-Meldestellen der<br />
zuständigen Behörden.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Top Links zur Berlin-Wahl</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/top-links-zur-berlin-wahl-872/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/uncategorized/top-links-zur-berlin-wahl-872/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 1998 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordnetenhauswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Linkliste]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/top-links-zur-berlin-wahl-872/</guid>

					<description><![CDATA[<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Spitzenkandidaten</b><br />
<a href="http://www.diepgen.de/">CDU-Bürgermeister Eberhard Diepgen</a><br />
<a href="http://www.momper.de/">SPD-Herausforderer Walter Momper</a><br />
<a href="http://www.gruene-berlin.de/wahl99/landesliste99.html">Grüne-Spitzenkanditatin Renate Künast</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Spitzenkandidaten</b><br />
<a href="http://www.diepgen.de/">CDU-Bürgermeister Eberhard Diepgen</a><br />
<a href="http://www.momper.de/">SPD-Herausforderer Walter Momper</a><br />
<a href="http://www.gruene-berlin.de/wahl99/landesliste99.html">Grüne-Spitzenkanditatin Renate Künast</a><br />
<a href="http://www.pds-berlin.de/wahlbuero/kandidat.htm">PDS-Spitzenkanditatin Carola Freundl</a><br />
<a href="http://www.fdp-berlin.de/kandidaten/Rolf-Peter-Lange">FDP-Spitzenkanditat Dr. Rolf Peter Lange</a><br />
<a href="http://www.idaschillen.de/">DL-Spitzenkandidatin Ida Schillen</a></span></p>
<p>
<!--href=" ">FDP-Spitzenkanditat</a>


<p>
--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Kanditaten</b><br />
<a href="http://www.cduberlin.de/wahlkampf/">CDU-Liste</a><br />
<a href="http://www.spd-berlin.de/home/index.html">SPD-Liste</a><br />
<a href="http://www.gruene-berlin.de/wahl99/landesliste99.html">Die Grünen-Liste</a><br />
<a href="http://www.pds-berlin.de/wahlbuero/kandidat.htm">PDS-Liste</a><br />
<a href="http://www.fdp-berlin.de/kandidaten">FDP-Liste</a><br />
<a href="http://www.martinwilke.de/">Martin Wilke (parteilos)</a></span>
</p>
<p>
<!--<a href=" "> FDP-Liste </a>


<p>
--><br />
<!--<b>Links zur Senatsswahl</b><br />
-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Regierung, Behörden &amp; Politik</b><br />
<a href="http://www.berlin.de/">Homepage von Berlin</a><br />
<a href="http://www.parlament-berlin.de/">Berliner Abgeordnetenhaus</a><br />
<a href="http://www.parlament-berlin.de/parlamentb.nsf/%28frameset%29/indexawb1?OpenDocument&amp;_0E_1L_2L_3">Die Fraktionen</a><br />
<a href="http://www.bundesrat.de/Laender/index.html">Berlin im Bundesrat</a><br />
<a href="http://www.statistik-berlin.de/wahlen">Landeswahlleiter Berlin</a><br />
<a href="http://www.statistik-berlin.de/">Statistisches Landesamt Berlin</a></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Parteien (Landesverbände)</b><br />
<a href="http://www.cduberlin.de/">CDU-Berlin</a><br />
<a href="http://www.spd-berlin.de/">SPD-Berlin</a><br />
<a href="http://www.gruene-berlin.de/">Grüne-Berlin</a><br />
<a href="http://www.fdp-berlin.de/">FDP-Berlin</a><br />
<a href="http://www2.pds-online.de/berlin/lv/index.htm">PDS-Berlin</a><br />
<a href="http://www.digitalen.de/">Die Digitalen</a><br />
<a href="http://www.rep-berlin.de/">Die Republikaner</a><br />
<a href="http://www.dl-berlin.de/">Demokratische Linke (DL)</a></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Programme</b><br />
<a href="http://www.cduberlin.de/wahlkampf/">CDU-Berlin</a><br />
<a href="http://www.spd-berlin.de/programm/programm.html">SPD-Berlin</a><br />
<a href="http://www.fdp-berlin.de/programm">FDP-Berlin</a></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Medien</b><br />
<a href="http://www.fritz.de/fritz/199910/19991010.html">WIR &#8211; Wähler im Radio (Radio Fritz)</a><br />
<a href="http://www.tagesspiegel.de/">Der Tagesspiegel</a><br />
<a href="http://www.infratest.de/indi/politik/berlin99/">Infratest</a> -aktuelle Umfragen zur politischen Stimmung</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<!-- Content Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/uncategorized/top-links-zur-berlin-wahl-872/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kein übertriebener Perfektionismus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/kein-uebertriebener-perfektionismus-909/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/uncategorized/kein-uebertriebener-perfektionismus-909/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 1998 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptografie]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Jacob]]></category>
		<category><![CDATA[Pentium III]]></category>
		<category><![CDATA[Telefonüberwachung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/kein-uebertriebener-perfektionismus-909/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Joachim Jacob, Bundesdatenschutzbeauftragter
über eine bürgerfreundliche Krypto-Regelung, seine Position zum Pentium III und
Deutschlands heimlicher Weltmeisterschaft im Abhören.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Joachim Jacob, Bundesdatenschutzbeauftragter<br />
über eine bürgerfreundliche Krypto-Regelung, seine Position zum Pentium III und<br />
Deutschlands heimlicher Weltmeisterschaft im Abhören.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Welche Forderungen hätten Sie in puncto einer Krypto-Regulierung an die neue<br />
Bundesregierung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jacob: </b> Eine eventuelle Krypto-Regulierung müßte sehr deutliche Vorteile für die<br />
Verbrechensbekämpfung mit sich bringen und der voraussichtliche Erfolg muß<br />
die Kosten und andere Nachteile für die Bürger, wie z. B. Auflagen für den<br />
Einsatz und die Dechiffriermöglichkeit des verwendeten Schlüssels, deutlich<br />
überwiegen. Aber die Sicherheitsbedürfnisse der Bürger und der Industrie<br />
dürften nicht beeinträchtigt werden. Die Enquete-Kommission des Deutschen<br />
Bundestages  Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft  hat in ihrem<br />
Zwischenbericht  Sicherheit und Schutz im Netz einstimmig festgestellt, daß<br />
es keine Krypto-Regulierung geben sollte. Und die neue Bundesregierung hat<br />
bereits zugesagt, daß sie auf der Grundlage dieses Berichtes prüfen wird, ob<br />
und welcher Sicherheitsbedarf durch die breite Nutzung der<br />
Verschlüsselungstechniken entsteht und welche Maßnahmen erforderlich sind.<br />
Auch will sie den Einsatz kryptographischer Verfahren zum Schutz der<br />
Vertraulichkeit der elektronischen Kommunikation von Bürgern fördern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Wo besteht bei den bekanntgewordenen Entwürfen der<br />
Telekommunikations-Überwachungs-Verordnung, der sog. TKÜV, noch<br />
Veränderungsbedarf?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jacob: </b>Bekannt geworden ist ein Entwurf zur TKÜV vom Mai 1998. Insbesondere die<br />
sehr kritische Berichterstattung hierzu in der Presse hat quasi zu einem<br />
Rückzug geführt. Die Verordnung muß jedoch gemacht werden, ohne sie kann es<br />
zu erheblichen Defiziten in der inneren Sicherheit kommen. Nur, sie muß<br />
angemessen gemacht werden, nicht zu einem übertriebenen Perfektionismus<br />
führen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die TKÜV gilt nicht mehr nur für den klassischen Fernmeldeverkehr, sie gilt<br />
&#8211; wie der Name schon sagt &#8211; für jegliche Telekommunikation und das ist mehr<br />
als telefonieren in öffentlichen Netzen. So sah der Entwurf vor, daß nicht<br />
nur die Anbieter öffentlicher Netze, sondern auch Betreiber von Corporate<br />
Networks und Nebenstellenanlagen verpflichtet werden sollten,<br />
Überwachungseinrichtungen, Raum, Technik und Software, ständig bereit zu<br />
halten. Das bedeutet fast jeder Betrieb, jedes Hotel oder jedes Krankenhaus<br />
müßte eine solche Einrichtung unterhalten! Und gerade das Beispiel<br />
Krankenhaus  macht deutlich, daß hier schützenswerte Rechte, wie das<br />
Arztgeheimnis, mit dem Anliegen der inneren Sicherheit hart konkurrieren<br />
können. Dann sollten die Überwachungseinrichtung auch noch vorgeschrieben<br />
werden, ihre Anschaffung hätte kleinere Betriebe ruinieren können. Dieser<br />
Ansatz war aus meiner Sicht unverhältnismäßig, hier muß das rechte Maß<br />
gefunden werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zur Zeit erarbeitet das BMWi einen neuen Entwurf. Inwieweit dieser sich von<br />
dem im Mai 1998 vorgelegten unterscheiden wird und ob meine Empfehlungen<br />
berücksichtigt werden, werde ich sehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Deutschland gilt als Weltmeister im Abhören von Telefonaten. Blüht uns<br />
dieser Titel auch bei E-Mails?<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jacob: </b>Nach den letzten Zahlen, die das BMJ im August 1998 vorgestellt hat, sind<br />
wir bei der Telefonüberwachung immer noch Spitze. Ohne mich auf eine<br />
bestimmte Größenordnung festlegen zu wollen, muß ich leider vermuten, daß es<br />
mit einer steigenden Anzahl von Nutzern gerade auch im E-Mail-Bereich auch<br />
mehr Überwachungen geben wird. Diese Entwicklung ist in dieser Form bereits<br />
im Bereich des Mobilfunks eingetreten. Leider gibt es keine Statistik, die<br />
genau aufführt, was überwacht wurde. Ich plädiere deshalb für eine stärkere<br />
Transparenz bei den Überwachungsmaßnahmen. Dem Bundestag sollte jährlich ein<br />
Bericht vorgelegt werden, in dem &#8211; auch je Bundesland &#8211; die Art der<br />
überwachten Einrichtung, der Anlaß, der Verlauf, die Zahl der Betroffenen<br />
und die Kosten der Überwachungen beschrieben werden. Nur so kann eine<br />
effektive parlamentarische Kontrolle gewährleistet werden.<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Was bedeutet für den PC-Anwender ein Pentium-III-Computer mit<br />
auslesbarer Seriennummer des Prozessors?<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jacob: </b>Die Kommunikationspartner eines Pentium-III-Computers können sich<br />
vergewissern, mit welchen PC sie korrespondieren, und sie können dieses<br />
Gerät sicher wiedererkennen. Meist ist dann auch derselbe Benutzer dran! Das<br />
setzt allerdings voraus, daß weder an der Hard- noch an der Software<br />
manipuliert wurde.<br />
</span>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Intel betont, mit der Technik werde die Sicherheit von<br />
Internet-Anwendungen erhöht. Mit der angeblich fälschungssicheren<br />
Seriennummer könne sich ein Kunde künftig beispielsweise bei seiner Bank<br />
registrieren lassen und so eindeutig bei Geldgeschäften identifiziert<br />
werden. Ist das nicht von Vorteil?<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jacob: </b>Im Prinzip ja, solange die Nummer auch den tatsächlichen jeweiligen<br />
Benutzer identifiziert, kann es der Sicherheit dienen. Aber erst einmal<br />
identifiziert die Nummer halt nur das Gerät. Die Nummer ersetzt nun einmal<br />
keine digitale Signatur.<br />
</span>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Eine einmal aktivierte Seriennummer des Prozessors läßt sich auch ohne<br />
Zustimmung des PC-Anwenders abfragen. Andere Hersteller wie Sun Microsystems<br />
bauen schon identifizierbare Prozessoren. Droht die geheime Überwachung des<br />
PC-Users?<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jacob: </b>Das ist unverkennbar die Kehrseite. Wenn über die Weitergabe dieser<br />
Nummer nicht fallweise entschieden werden kann, gibt es kaum noch Anonymität<br />
im Netz.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Verbraucher-Schützer rufen auf zum Boykott des Prozessor-Herstellers.<br />
Sie glauben dem Intel-Versprechen nicht, daß die Nummer, vom Anwender beim<br />
Start seines Rechners ausgeschaltet, nicht mehr aktiviert werden könne. Wie<br />
läßt sich die Privatsphäre eines Computer-Anwenders schützen?<br />
</span>
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<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jacob: </b>Ich verstehe den Widerstand. Die Verfügung des Nutzers über sein Gerät<br />
muß grundsätzlich gewährleistet sein; hier muß eine überzeugende Lösung<br />
gefunden werden. &#8211; Wenn nicht aus Einsicht, dann auf Druck.</span></p>
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