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	<title>WM 06 &#8211; politik-digital</title>
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	<title>WM 06 &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Der Ball im Netz &#8211; Online-Angebote zur WM</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jun 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WM 06]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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					<description><![CDATA[Informative Websites]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Informative Websites<!--break--></p>
<p>
                              <strong>(8. Juni 2006) Im Internet tummelt sich derzeit &#8211; wenig überraschend &#8211; eine Vielzahl von Spielchen und Gimmicks mit Bezug zum Top-Event des Sommers, der Fußball Weltmeisterschaft. Einige Klassiker wurden zu diesem Zweck mehr oder weniger stark modifiziert.</strong>
                            </p>
<p>Auf der Website der<br />
                            <a href="http://www.sueddeutsche.de/app/sport/fussballwm/bundesdance/bd_wm.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutschen Zeitung</a> versuchen sich statt der politischen Elite Heidi Klum und der „Kaiser“ Franz Beckenbauer als Tanzbären. In der<br />
                            <a href="http://ball-street.manager-magazin.de/view/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ball-Street</a> können alle Teilnehmer der Weltmeisterschaft als Aktientitel im Fußballindex „FAX“ gehandelt werden. Der Aktienkurs ist sicher ein gutes Indiz für die Stimmungslage. Nach dem 7:0 im Vorbereitungsspiel gegen Luxemburg erzielte der Kurs der deutschen Mannschaft Spitzenwerte. Die Begegnung gegen Japan führte sogleich zu einer Talfahrt des Kurses. Nicht im „FAX“ gehandelt werden all jene von der FIFA geschmähten Nationen, welche die „Republik“ Sankt Pauli als Entschädigung zum<br />
                            <a href="http://www.fifi-wildcup.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„FIFI-Wildcup“</a> geladen hat. Die Teilnehmer, z.B. Grönland und Sansibar, sind in einer<br />
                            <a href="http://php.diezuender.de/gallery/gallery.php?gid=43&amp;nr=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildergalerie</a> zu bestaunen.</p>
<p>Viele, die die FIFA-Mannschaften lieber live im Stadion erlebt hätten, sind durch die Vergabepraxis der Karten sicherlich enttäuscht worden. Für sie gibt es ein<br />
                            <a href="http://www.largestonlinestadium.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trostpflaster</a>: Im virtuellen Fußballstadion darf man auch ohne Karte Platz nehmen und sich mit Fans weltweit vernetzen. Ein anderer Trost: Man schaut sich die Stadien im Original aus der<br />
                            <a href="http://www.tagzania.com/user/fifa-2006/fussball/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luftperspektive</a> &#8211; wer die Hoffnung auf eine Karte noch nicht aufgegeben hat, sollte sein Glück<br />
                            <a href="http://www.wmticketsgewinnen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> versuchen.</p>
<p>Die Auseinandersetzungen um die Namensrechte für die „FIFA-WM“ wiederum haben in letzter Zeit nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Gerichte beschäftigt. Die Haltung der FIFA in dieser Frage hat scheinbar<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,419278,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">skurrile Blüten</a> getrieben. Nun ja, das<br />
                            <a href="http://www.stadt-koeln.de/fifawm2006/news/artikel/05647/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dementi</a> der Stadt Köln folgte stehenden Fußes.</p>
<p>                            <strong>Informative Websites</strong></p>
<p>Die<br />
                            <a href="http://www.bpb.de/themen/RALAFQ,0,Fu%DFballWM_2006.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung</a> nimmt die WM zum Anlass dem fußballinteressierten Surfer Wissenswertes über die Stellung des Fußballs, aber auch über Politik und Gesellschaft in den teilnehmenden Nationen zu vermitteln. Näheres kann man dort auch über die Geschichte des Spiels sowie über Fußball und Globalisierung erfahren. Wer hingegen den Fußball lieber aus naturwissenschaftlicher Perspektive betrachten möchte, sollte in die<br />
                            <a href="http://www.weltderphysik.de/de/4422.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Welt der Physik</a> eintauchen. Ein Kabinettstückchen von Zidane oder weiland die Bananenflanke von Manni Kaltz bringen den Fußballfreund ins Schwärmen. Wem die pure Ästhetik nicht reicht und wer hinter die Dinge blicken möchte, ist auf dieser Seite richtig.</p>
<p>Mit den Streitigkeiten abseits des Spielfeldes beschäftigt sich das Projekt<br />
                            <a href="http://www.fussball-konflikte.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fussball-Konflikte.de</a> &#8211; eine Kooperation von<br />
                            <a href="http://www.indirekter-freistoss.de/home/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">indirekter-freistoss</a> und<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> mit Unterstützung von<br />
                            <a href="http://idemokratie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iDemokratie</a>. Der Konflikt-Atlas zur WM veranschaulicht politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Konflikte zwischen den Vorrundengegnern.</p>
<p>Für andere Fußballbegeisterte wiederum mögen nur „Fakten, Fakten, Fakten“ zählen. Einen neuen Service gibt es in dieser Hinsicht für Firefox-Anwender. Durch<br />
                            <a href="http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060522052" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Footiefox</a> besteht für sie die Möglichkeit, über die aktuellen Spielstände und das, was beim Fußball sonst noch wichtig ist, während der WM informiert werden zu werden. Das Angebot gibt es auch für andere Fußballereignisse, etwa die europäischen Ligen.</p>
<p>Und was machen diejenigen, denen der ganze WM-Hype zu viel ist oder wird? Es soll ja in diesem Lande noch Menschen geben, die ohne Fußball auskommen können oder sogar möchten. Für all jene ist eine<br />
                            <a href="http://www.fussballfreiezone.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fußballfreie Zone</a> eingerichtet worden. Dort gibt es Hinweise auf Veranstaltungen und Angebote, die sich bewusst dem Rummel rund um den Ball entziehen.</p>
<p>                            <strong>Weblogs</strong></p>
<p>Das große Interesse an der WM schlägt sich auch in einer Vielzahl von Weblogs zum Thema nieder. In vielen davon sind Videos veröffentlicht. Auf diesem<br />
                            <a href="http://www.blogwm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> etwa liegen Licht und Schatten des Profifußballs dicht beieinander. Man kann nur zustimmmen: Der Ball liebte Maradonna. Eher lustig als beeindruckend dagegen das Video „Always look on the bright side&#8230;“. Leute, die ihre Schadenfreude ausleben wollen, werden auch im<br />
                            <a href="http://fooligan.de/2006/05/24/its-the-direction-stupid/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fooligan Weblog</a> fündig. Hier kann man die schönsten Eigentore bewundern – keineswegs nur aus WM-Spielen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Presseschau für kritische Fußballfreunde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ofritsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 May 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WM 06]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Experten geschätzt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Experten geschätzt<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>(1. Juni 2006) Die Presseschau<br />
<a href="http://www.indirekter-freistoss.de/home/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.indirekter-freistoss.de</a> sammelt, sortiert, zitiert, kommentiert und verlinkt seit rund fünf Jahren täglich die besten und wichtigsten Textausschnitte über Fußball aus der deutschen Qualitätspresse.</b>
</p>
<p>
Auf diese Weise spiegelt der indirekte freistoss die Meinungsvielfalt Fußballhintergründe betreffend, etwa: Ist Jürgen Klinsmann ein Reformer oder ein Blender? Leistet Bayern München viel für den deutschen Fußball oder nur für den eigenen Geldbeutel? Ist die Fifa während der Weltmeisterschaft tatsächlich Deutschlands „Besatzungsmacht“? Wodurch unterscheidet sich der italienische Fußball vom englischen? Welche Bedeutung misst Angela Merkel dem Fußball bei – im Vergleich mit ihrem Vorgänger und ihren Konkurrenten?
</p>
<p>
Die Presseschau gibt es in zwei Formaten: auf der Website und als Newsletter, der besonders beliebt ist. Es gibt eine Rubrik („Nachschuss“) für Buchrezensionen und eine Rubrik („Bogenlampe“) mit den schönsten Bonmots aus der Fußballpresse: „Mit sieben Platzverweisen aus acht Spielen im Kalenderjahr 2006 wirkt die Berliner Selbstgeißelung wie eine freudsche Massenflucht“ (SZ). „Der 1. FC Köln bekommt in Gladbach alles, was man im Abstiegskampf nicht gebrauchen kann: Niederlage, Platzverweis und Lob vom Gegner“ (taz). „Zum Schluss schien es, als wolle Giovanni Trapattoni zeigen, dass man Spiele gewinnen kann, ohne ein Tor zu schießen“ (SZ).</p>
<p>Der indirekte freistoss setzt sich sechs Ziele:
</p>
<ol>
<li>den guten, seriösen und verlässlichen Stimmen mehr Gewicht schenken im Kampf mit dem großen deutschen Fußballstammtisch um Springer und kicker</li>
<li>die Informationsvielfalt reduzieren und das Wichtige auf den Punkt bringen</li>
<li>einen schnellen Überblick bieten</li>
<li>Tendenzen in der Diskussion zeigen und bewerten</li>
<li>Autorschaft im Internet herstellen</li>
<li>informieren und unterhalten.</li>
</ol>
<p>
<b>Von Experten geschätzt</b>
</p>
<p>
Der indirekte freistoss richtet sich an alle, die dem Fußball mit Leidenschaft anhängen, aber weder klaren Verstand noch Distanz verlieren wollen. Die Praxis zeigt, dass sowohl Experten aus der Fußballbranche (Journalisten, Funktionäre, Trainer) als auch Fußballfreunde großen Gefallen an der Lektüre finden. Marcel Reif sagt: „Hervorragend, was die Redaktion jeden Tag leistet.“ Für den renommierten Fußballautoren Christoph Biermann ist der freistoss „Pflichtlektüre“.
</p>
<p>
Der indirekte freistoss wird nicht finanziert, sondern ist ein Privatprojekt des freien Journalisten Oliver Fritsch. Infrastrukturelle und ideelle Unterstützung erfährt der indirekte freistoss durch das<br />
<a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/home/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zentrum für Medien und Interaktivität</a> (ZMI) der Justus-Liebig-Universität Gießen.
</p>
<p>
Partner sind die<br />
<a href="http://www.bpb.de/themen/O1WYJ8,,0,Presseschau.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung</a>, 11 Freunde, die<br />
<a href="http://www.fussball-kultur.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Akademie für Fußballkultur</a>, früher Spiegel Online.
</p>
<p>
Während der WM ist geplant, über das übliche Angebot hinaus internationale Presse auszuwerten. Analog zum<br />
<a href="http://www.indirekter-freistoss.de/home/studie-01.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Confederations Cup</a> 2005 wird das Team um Fritsch nach der WM eine Presseanalyse erstellen, die die wichtigsten Themen rund um die deutsche Nationalelf und Jürgen Klinsmann im Längsschnitt analysiert und um Interviews mit Experten und Journalisten ergänzt.
</p>
<p>
<b>Der Autor des Textes, Oliver Fritsch, ist Initiator und V.i.S.d.P der Presseschau indirekter-freistoss.de<br />
<br />
</b><br />
</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Welt &#8211; Pokal &#8211; Politik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wm-06/welt-pokal-politik-3111/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 May 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WM 06]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Historische Rivalität nicht nur auf dem Fußballfeld]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Historische Rivalität nicht nur auf dem Fußballfeld<!--break--><br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>(1. Juni 2006) Bei der WM 2006 treffen auf dem Rasen nicht nur Fußballrivalen aufeinander. Auch historisch-politische und ökonomische Konflikte färben auf das Spiel ab, wie etwa zwischen ehemaligen Kolonien und Mutterländern.</b>
</p>
<p><b></b></p>
<p>
Unter dem Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ trifft sich im Juni 2006 die Fußballelite zum Stelldichein in Deutschland – der viel zitierte Slogan suggeriert eine schöne heile Sportwelt, die freilich nach dem Anpfiff umgehend mit einer harten Wirklichkeit vertauscht wird, in der nur noch Siege zählen. Beim Fußball geht es – frei nach Bill Shankly, dem ehemaligen Coach des FC Liverpool – eben nicht nur um Leben und Tod, sondern um mehr. Dies zeigt auch ein Blick auf die zahlreichen Konfliktsituationen, die sich bei der Sortierung der Länderauswahlen in acht Gruppen zu je vier Mannschaften ergeben haben. Nur selten stehen sich dort gute Freunde beim Kampf in den Einzug in die nächste Runde im Weg, weitaus häufiger erleben über lange Jahre gehegte und gepflegte Rivalitäten eine Neuauflage.</p>
<p>Dass es beim WM-Turnier nicht nur friedlich zugehen wird, liegt in der Natur der Sache, denn nicht alle Mannschaften können gewinnen. Dass es dabei gelegentlich auch recht rau werden könnte – dafür spricht die Debatte um den Umgang mit gewaltbereiten Hooligans, sogar ein Inlandseinsatz der Bundeswehr scheint nicht ausgeschlossen. Ein Grund für das besondere Konfliktpotenzial der WM-Endrunde liegt in der Entwicklung des modernen Vereinsfußballs, denn die Internationalisierung der Mannschaftsaufstellungen eröffnet den Fans nur noch selten lokale oder regionale Identifikationsangebote – klassische „Länderwettkämpfe“ erscheinen daher um so stärker von national gebündelten Interessen geprägt. Dadurch geraten neben den häufig über Jahrzehnte gewachsenen sportlichen Rivalitäten stets auch solche Konfliktpotenziale in den Blick, die im multikulturellen Vereinsfußball längst überwunden scheinen.
</p>
<p>
<b>Historische Rivalität nicht nur auf dem Fußballfeld</b>
</p>
<p>
Treffen kann es dabei jeden: So wurde Ex-Weltmeister Frankreich im Eröffnungsspiel der WM 2002 von der eigenen Kolonialvergangenheit eingeholt – gegen den Senegal, gespickt mit Profis aus der französischen Liga, setzte es eine Niederlage, die den sang- und klanglosen Abschied der „Equipe Tricolore“ aus Asien einläutete. Der historisch-politische Hintergrund färbt besonders häufig auch die sportliche Konkurrenz: mit schöner Regelmäßigkeit messen Engländer und Argentinier auf dem Rasen ihre Kräfte – und werden stets an den Falkland-Krieg von 1982 erinnert. Streitfälle zwischen den USA und Mexiko gibt es nicht nur am Verlauf entlang des „Tortilla Curtain“, sondern gelegentlich auch an überwindlichen Hindernissen in Höhe der Strafraumgrenze. Und für die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen gelten ohnehin besondere Regeln – die zuletzt wieder heftiger geführte Diskussion um Antisemitismus und Vertreibung unterlegt ganz aktuell das Aufeinandertreffen in der Gruppe A.</p>
<p>Die Liste lässt sich fortsetzen, doch schon eine kleine Zusammenschau deutet an, dass neben dem Geschehen auf dem Rasen sehr häufig ein Subtext zum Spiel existiert, der die sportliche Auseinandersetzung begleitet und nicht selten direkt darauf einwirkt. Die Halbwertszeit solcher Differenzen kann getrost in Jahrzehnten gemessen werden: In den Niederlanden hat sich die Wahrnehmung, 1974 als Vizeweltmeister die weit bessere Mannschaft gewesen zu sein, ins nationale Gedächtnis eingebrannt. Der Journalist Auke Kok spricht in seinem Buch „1974, wij waren de besten“ von einer wahren „Fußballfeindschaft“, deren Wurzeln bis in die Zeit des NS-Besatzungsregimes zurück reichen. In dieses Bild fügt sich auch ein ebenso ungewöhnlicher wie umstrittener Fanartikel für Anhänger des niederländischen Teams: ein orangefarbener Wehrmachtshelm aus Plastik.</p>
<p>Doch längst nicht nur nachbarschaftliche Beziehungen stehen unter dem Eindruck sportlicher Traumata. So interpretiert etwa der (schwedische) Schriftsteller Per Olov Enquist den legendären 2:0-Erfolg Argentiniens über England bei der WM 1986 als direkte Folge des Falkland-Krieges: „Eine gedemütigte Nation rächte sich an denen, die sie entwürdigt und kastriert hatten.“ Die Analyse unternimmt dabei auch einen Flankenlauf zu politisch-psychologischen Empfindsamkeiten – denn das südamerikanische Land des „Machismo“ sah sich vom England der Thatcher-Regierung gleich mehrfach in der Ehre verletzt.
</p>
<p>
<b>Die Rolle der Medien</b></p>
<p>Eine wichtige Rolle für die Intensivierung und Ausbreitung solcher Konflikte übernimmt dabei die Berichterstattung – was angesichts der öffentlichkeitswirksamen Überzüchtung großer Turniere durch die jeweiligen Veranstalter nicht verwundern darf. Allen Regulierungsversuchen der Fifa zum trotz tragen gerade die Printmedien regelmäßig zu einer Erwärmung des Meinungsklimas in den Teilnehmerländern bei, zuletzt bekam dies vor zwei Jahren der Schweizer Unparteiische Urs Meier zu spüren. Bei der Europameisterschaft 2004 hatte er die umkämpfte Partie zwischen Gastgeber Portugal und England geleitet und dabei nach Meinung der wenig zimperlichen britischen „yellow press“ die Gastgeber bevorzugt: auf Schlagzeilen wie „You Swiss Banker“ und „Idiot Ref“ folgte eine Flutwelle von E-Mails und sogar Morddrohungen gegen den Schiedsrichter – weitere diplomatische Verwicklungen konnten gerade noch verhindert werden.</p>
<p>Auch die politische Neutralität der Schweiz bildet keinen Schutzmantel – so wurden die Eidgenossen bei den diesjährigen Play-Offs gegen die Türkei in einen neuen „Sportkonflikt“ gerissen. Nach erfolgreicher Qualifikation wurden Schweizer Spieler und Offizielle bei den Stadiontumulten von Istanbul getreten und geschlagen – seitdem sind die Beziehungen zwischen den beiden Ländern deutlich belastet. Nach dem Ursprung auf dem Fußballfeld erlangen solche Krisen über die Bühne der Massenmedien mindestens nationale Öffentlichkeit und Relevanz. Aufgrund der großen Popularität des Fußballs suchen politische Entscheidungsträger häufig die Nähe zum Sport und den zugehörigen Verbandsvertretern – damit ist der Weg zu einer „Politisierung“ des sportlichen Kräftemessens nicht allzu weit.
</p>
<p>
<b>Geschichtsträchtige Konstellationen bei der WM 2006</b></p>
<p>Auch in der bevor stehenden Finalrunde gibt es interessante Konstellationen in den acht Vorrunden-Gruppen. So wird etwa das Thema „Kolonialvergangenheit“ diesmal zwischen Portugal und Angola (Gruppe D) verhandelt, gleiches gilt für Frankreich und Togo (Gruppe G), und auch das Team Englands findet sich mit Trinidad und Tobago (Gruppe B) in einer geschichtsträchtigen Konstellation wieder. Generell bilden die Gegensätze von „Mutterland“ und „Kolonie“ die größte Ansatzfläche für politische Hintergrundkonflikte, doch auch ohne solch direkte Beziehungen dürfte das Aufeinandertreffen europäischer und afrikanischer Teams für Aufregung sorgen. So steht die Paarung Italien gegen Ghana (Gruppe E) unter dem Eindruck eines zunehmend offenen Rassismus in der Serie A, der in dieser Saison eine neue Eskalationsstufe erreicht hat. Auch die spanische Primera División ist keineswegs frei von solchen Vorwürfen, wegen rassistischer Beleidigungen hatte der kamerunische Stürmerstar Samuel Eto´o (FC Barcelona) ein Spiel vorzeitig beenden wollen – in der Gruppe H treffen die Spanier jedoch „nur“ auf die Nordafrikaner aus Tunesien.
</p>
<p>
<b>Ökonomische Dimensionen</b></p>
<p>Neben den „geopolitischen“ Konflikten fällt noch eine andere „Konfliktsorte“ ins Auge: Das Aufeinandertreffen von Australien und Japan (Gruppe F) führt zwei Nationen ins Stadion, deren grundverschiedene Haltung zum Walfang im vergangenen Jahr zur erheblichen diplomatischen Verstimmungen geführt hat. Auch um das nordmittelamerikanische Freihandelsabkommen Cafta gibt es Dissonanzen – allerdings scheint ein direktes Aufeinandertreffen der Kontrahenten Costa Rica (Gruppe A) und USA (Gruppe E) eher unwahrscheinlich. Gleich mehrfach werden handelsbezogene Partnerschaften auf die Probe gestellt: mit Tunesien und Saudi-Arabien unterhalten zwei Mitglieder der Arabischen Liga enge Kultur- und Wirtschaftsbeziehungen, dennoch konkurrieren sie in der Gruppe H um einen Achtelfinalplatz.</p>
<p>Neben der politisch-historischen bildet die ökonomische Dimension demnach einen zweiten Ansatzpunkt zur Beschreibung von Konfliktstellungen entlang der Auslosung des WM-Turniers. In der Kombination mit sportlich gewachsenen Rivalitäten ergibt sich so ein überaus reizvolles Konfliktpanorama, ein anderer Grundkurs in internationalen Beziehungen: der Fußball zeigt die Welt in einer überraschend politischen Perspektive.
</p>
<p>
Dieser Text erschien ursprünglich auf<br />
<a href="http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeckung/fussball/942730,CmC=1206396.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.arte-tv.com</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hooligans im Netz und anderswo</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wm-06/netzkulturwm06mkural_drittehalbzeit060529-shtml-2704/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mkural]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 May 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WM 06]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hooligans]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextreme]]></category>
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					<description><![CDATA[Internationales Problem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Internationales Problem<!--break--><br />
                            <strong>(1. Juni 2006) Kurz vor Beginn der<br />
                            <a href="fifaworldcup.yahoo.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fifa-WM</a> in Deutschland sind sich Sicherheitsexperten und Politik über die Gefahr, die von Hooligans ausgeht, uneins. Angesichts immer wiederkehrender Berichte von und über gewalttätige Hooligans in In- und Ausland stellt sich die Frage, wie aktiv die Szene im WM-Jahr ist. politik-digital.de hat sich die Szene im Netz angeschaut.</strong></p>
<p>Übergriffe auf gegnerische Fans, Polizisten oder unbeteiligte Dritte in Dresden, Halle/Saale, Hamburg oder in Berlin lassen für die WM im eigenen Lande Böses befürchten. Vorfälle wie die am Rande der Oberliga-Partie zwischen dem BFC Dynamo Berlin und dem 1. FC Union Berlin im Mai dieses Jahres sind insbesondere in deutschen Amateurligen keine Seltenheit: In der 75. Spielminute stürmten Anhänger des BFC das Feld und belagerten anschließend den Fan-Block der mitgereisten „Eisernen“. Es folgten wilde Schlägereien, bis die Ordnungskräfte von Heimverein und Polizei nach einer Viertelstunde die Gewalt in den Griff bekamen. Beide Clubs und ihre Anhänger verbindet eine lange Rivalität, die bereits des Öfteren in Gewalt ausartete.</p>
<p>
                              <strong>Internationales Problem</strong>
                            </p>
<p>Das Fußballereignis des Jahres bietet Hooligans aus ganz Europa eine Bühne, um zu demonstrieren, woher die härtesten Schläger kommen. Glaubt man den entsprechenden Foren im Internet, gelten die osteuropäischen Hooligans bereits im Vorfeld als Favoriten.<br />
                            <a href="http://www.youtube.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video-Clips</a>, die im Internet als Gratisdownload feilgeboten werden, dokumentieren die Brutalität, mit der die Hooligans vorgehen. 2005 bekam dies auch Hooligans im Norden Deutschlands zu spüren, als sie in einer verabredeten Massenschlägerei gegen die Hooligans von Lech Poznan unterlagen. In den Online-Foren der deutschen Hooliganszene herrscht Respekt vor den Nachbarn. In einem Forum der Hooligangruppe „Ultras“ wird sogar ein Ranking der schlimmsten Hooligans bei der WM angeboten. Während britische und deutsche Hooligans weitgehend behördlich registriert sind und mit Stadion- bzw. Ausreiseverboten rechnen müssen, ist die Hooligan-Problematik in Osteuropa erst spät erkannt worden, so dass hier kaum mit<br />
                            <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22628/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reisebeschränkungen</a> zu rechnen ist.</p>
<p>
                              <strong>Blühende Landschaften</strong>
                            </p>
<p>Durch das Internet begünstigt und fast aller Rivalitäten zum Trotz hat sich längst eine lebendige und internationalisierte Hooliganszene etabliert. Das polnische Hooligan-Fanzine „Der Grenzgänger“ etwa findet mit seinen Berichten und Fotoserien von Auseinandersetzungen polnischer Ultras auch jenseits der Grenze reißenden Absatz, wie die Lobeshymnen im Gästebuch der Homepage belegen. Über den Internet-Versandhandel hat sich um die so genannte „3. Halbzeit“ bereits ein lukrativer Markt entwickelt, wo der Käufer mit Textilien, Accessoirs, Filmen und Musik alles erwerben kann, was das Hooligan-Herz begehrt.</p>
<p>
                              <strong>Tummelplatz für Rechtsextreme</strong>
                            </p>
<p>Immer wieder stößt man dabei auch auf Produkte, die mal mehr und mal weniger offen mit Fremdenfeindlichkeit spielen. So kann beispielsweise ein T-Shirt mit diskriminierendem Aufdruck oder ein Fußball-Sampler gekauft werden, auf dem einschlägig bekannte rechtsextremistische Bands zu hören sind. Dass die Welt in ihren Augen nicht zu „Gast bei Freunden“ (<br />
                            <a href="http://wm2006.deutschland.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wm2006.deutschland.de</a>) ist, legt neben dem Titel dieses Albums „… Zu Gast bei uns“ auch das Cover nahe, auf dem ein Springerstiefel und ein blutbefleckter Fußball zu sehen sind.</p>
<p>
                              <strong>Antisemitische Parolen auch in der Kurve</strong>
                            </p>
<p>Auch in den Stadien fallen rechtsextreme Hooligans immer wieder durch antisemitische Parolen und Plakate auf. So etwa geschehen im<br />
                            <a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5240364_TYP1_NAV_REF1,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dezember 2005</a> als Anhänger des FC Energie Cottbuss ein großflächiges Plakat mit der Aufschrift „Jude“ empor hielten, in der das „D“ dem Wappen des Gegners Dynamo Dresden entsprach. Auch in Italien kam es zum Eklat, als es im Januar dieses Jahres Hooligans des AS Rom auf einem<br />
                            <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/artikel.php?id=39&amp;kat=39&amp;artikelid=2225" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plakat</a> ihre Gegner aus Livorno mit den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten in Verbindung brachten.</p>
<p>
                              <strong>Rechte Propaganda zur WM</strong>
                            </p>
<p>Dieses rechtsextreme Potential unter Fußballanhängern erkennt in Deutschland auch die NPD und geht mit Demo-Aufrufen und Plakat-Kampagnen auf Stimmenfang. Die rechtsextreme Partei solidarisiert sich ausgerechnet mit dem Team aus Iran, dessen Staatspräsident Ahmadinejad zuletzt mit antisemitischer Vernichtungsrhetorik für Schlagzeilen sorgte. Auch das eigene Nationalteam wird von der NPD politisiert. Den WM-Planer mit der Aufschrift „Weiß. Nicht nur eine Trikotfarbe! Für eine echte<br />
                            <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22435/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NATIONAL-Mannschaft</a>!“ musste die Partei zurückziehen, nachdem der Deutsche Fußballbund und der Spieler Patrick Owomoyela dagegen geklagt hatten. Das auf dem NPD-WM-Planer abgebildete Trikot trug die Owomoyela fest zugewiesene Nummer 25. Auch der Nachfolger des WM-Planers macht keinen Hehl aus dem rassistischen Weltbild der Partei. Von den elf abgebildeten Strich-Männchen im deutschen Dress ist ein Spieler weiß gezeichnet, die übrigen in schwarz, braun, gelb und rot. Beschriftet ist das Werk mit der Frage: „Nationalelf 2010?“</p>
<p>Wie ernst sind die Befürchtungen gewalttätiger Übergriffe während der WM zu nehmen? Panikmache oder längst schon Realität, wie Ex-Regierungssprecher<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,416949,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heye</a> verkündete? In jedem Fall ist die Gleichsetzung von Hooligans und Rechtsextremisten undifferenziert und falsch. Zwar gibt es immer wieder Verbindungen der beiden Gruppierungen, doch in erster Linie handelt es sich bei Hooligans um zumeist junge Männer, die den Adrenalin-Kick suchen, meistens aber Politik und ihren „Sport“ trennen und mit Rechtsextremismus nicht in Zusammenhang gebracht werden wollen, wie die Diskussionen im WM-Forum eines Fanclubs nahe legen will. Häufig ist die Rivalität der Vereinsanhänger so groß, dass an ein Bündnis entlang nationalistischer oder ethnischer Kriterien nicht zu denken ist.</p>
<p>Selbst wenn es während der Weltmeisterschaft zu den befürchteten Auseinandersetzungen rivalisierender Hooligan-Fraktionen kommen sollte, ist davon auszugehen, dass sich die Gewalt weder in den Stadien noch in den Innenstädten entlädt. Dafür spricht neben den getätigten Sicherheitsmaßnahmen vor allem die<br />
                            <a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5380492_TYP6_THE_NAV_REF1_BAB,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erfahrung</a>, dass sich Hooligans lieber abseits der Öffentlichkeit raufen, wo sie Platz haben.</p>
<p></p>
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		<title>Online-Wetten: Der Staat kanalisiert den Spielbetrieb</title>
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		<pubDate>Wed, 31 May 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WM 06]]></category>
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					<description><![CDATA[„DDR-Lizenzen“ und „Gambelli-Urteil“]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„DDR-Lizenzen“ und „Gambelli-Urteil“<!--break--></p>
<p>Zunächst einmal ist die Veranstaltung von Glücksspiel in Deutschland generell dem Staat vorbehalten. Es gibt jedoch sowohl Ausnahmen als auch Graubereiche neben dem staatlichen Glücksspielmonopol.</p>
<p>Der Gesetzgeber geht davon aus, das sich der Spieltrieb nicht vollständig unterdrücken lässt, ungezügelter Spielsucht jedoch Einhalt zu gebieten ist. Also wird der Spieltrieb „kanalisiert“ – durch einen staatlichen Anbieter. Nebenbei verdient der Staat an Glücksspielen etwa 4,5 Milliarden Euro pro Jahr. Der bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser beschrieb diese ambivalenten Situation folgendermaßen: „Erstens ist es gut, dass wir die Glücksspiele in staatlicher Hand halten und dadurch Kontrolle ausüben. Zweitens ist es gut, dass wir dadurch Einnahmen haben. So einfach ist das.“ Im Bereich der Sportwetten übernimmt seit 1999 diese Aufgabe der staatliche Anbieter Oddset. Eine Ausnahme sind Wetten auf Pferderennen. Bei diesen handelt es sich aus Sicht der deutschen Gesetzgebung nämlich nicht um Sportveranstaltungen, sondern um Leistungsprüfungen. Aus ähnlichem Grund gelten Sportwetten in Österreich nicht als Glücksspiel: Hier geht man davon aus, dass bei der Vorhersage des sportlichen Ausgangs das Hintergrundwissen den Zufallsanteil überwiegt.</p>
<p>
                              <strong>„DDR-Lizenzen“ und „Gambelli-Urteil“</strong>
                            </p>
<p>Vier private Anbieter von Sportwetten, darunter der wohl bekannteste und größte private Anbieter<br />
                            <a href="https://www.betandwin.de/splash.aspx?" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Betandwin</a>, profitieren von einer weiteren Ausnahme: Als Inhaber einer Lizenz aus der ehemaligen DDR veranstalten auch sie Sportwetten – es ist allerdings umstritten, ob diese Lizenzen tatsächlich für alle Bundesländer gelten. Zur weiteren Verkomplizierung trägt das so genannte<br />
                            <a href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc%7EE320FDACA628446B1A873D602F635BBA9%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gambelli-Urteil</a> des Europäischen Gerichtshofes bei. Es besagt, dass das staatliche Glücksspiel-Monopol und somit das Verbot privater Anbieter aus dem europäischen Ausland gegen EU-Recht verstößt. Anbieter aus Österreich, dem Vereinigten Königreich , Gibraltar und anderen Ländern berufen sich auf das Urteil und versuchen, den deutschen Markt zu erobern. Dies ist rechtlich umstritten: sofern es der Kanalisierung des Spieltriebs dient, kann der Staat laut „Gambelli-Urteil“ das Monopol durchaus ausüben.</p>
<p>
                              <strong>Suchtprävention vs. staatliche Einnahmen</strong>
                            </p>
<p>Den Verdacht, dass das Monopol nicht ausschließlich der Zügelung der Spielsucht dient, beschleicht nicht nur die naturgemäß an einer Liberalisierung interessierten privaten Anbieter, die sich derzeit im juristischen Graubereich bewegen. Das Bundesverfassungsgericht hat im Januar genau dies bestritten und stellte vielmehr fest: „Eine aktive Suchtprävention findet im Rahmen des gegenwärtigen staatlichen Wettangebots nicht statt.“ Bis Ende 2007 muss nun entweder das Oddset-Angebot so gestaltet werden, dass die Suchtprävention erkennbares Ziel ist, oder die Gesetzgebung muss geändert, also der Markt liberalisiert werden. Der staatliche Anbieter Oddset, der nach eigenen Angaben etwa 80 Prozent seines Umsatzes mit Fußballwetten macht, tritt gerade bei Sportveranstaltungen großflächig als Sponsor auf. Auch die WM wollte Oddset nutzen, um als „Nationaler Förderer“ mit Franz Beckenbauer als<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Testimonial" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Testimonial</a> das Angebot umfangreich zu bewerben. Nach dem<br />
                            <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20060328_1bvr105401.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urteil des Bundesverfassungsgerichts</a> hat Oddset die Marketingaktivitäten allerdings weitgehend eingestellt.</p>
<p>Aber nicht nur Oddset verspricht sich viel von der Fußball-WM. Auch die privaten Lizenzinhaber und viele Anbieter aus EU-Ländern, die sich momentan im juristischen Graubereich bewegen, erhoffen sich einen weiteren Wachstumsschub. Neben dem Graubereich tummeln sich im Internet aber selbstverständlich auch jede Menge weitere Anbieter, welche die Grenzen der Regulierung aufzeigen: Der mit Abstand größte Teil der deutschsprachigen Online-Gambling-Sites operiert mit Lizenzen aus der Karibik.</p>
<p>Betandwin, die Nummer zwei im deutschen Markt nach Oddset und Inhaber einer „DDR-Lizenz“, stieg die Zahl der aktiven Kunden Sportwettenbereich im ersten Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahr auch ohne WM von 224.000 auf 587.000. Gleichzeitig erhöhten sich die Wetteinsätze um 117 Prozent auf knapp 427 Millionen Euro. Während der WM geht Betandwin hingegen von einer Verdoppelung des Umsatzes aus – sonst sind die Sommer-Monate wegen der Spielpause in der Bundesliga eher ruhig. Bei Betandwin lässt sich nicht nur auf den Weltmeister oder Spielergebnisse tippen, sondern auch auf 150 „Spezial-Wetten“ pro Spiel; etwa welche Mannschaft den ersten Einwurf, Elfmeter oder die erste Gelbe Karte bekommt oder wie lange die Nachspielzeit sein wird. Zudem verspricht sich die Branche von der WM vor allem neue Zielgruppen anzusprechen. Bisher ist der „Durchschnitts-Online-Gambler“ im Vergleich zur Gesamt-Bevölkerung tendenziell jünger und eher männlich, mit unterschnittlichem Bildungsgrad und Einkommen.</p>
<p>Andere Anbieter nutzen die WM für einen Markteintritt in Deutschland, etwa der irische Marktführer „Paddy Power“: In Deutschland sei „mit einem wahren Boom zu rechnen, da Sportwetten hier bisher eher eine untergeordnete Rolle spielen. In Irland gehören Sport und Wetten schon immer zusammen, diese Leidenschaft entdecken jetzt nach und nach auch die Deutschen.“</p>
<p>
                              <strong>Milliardenmarkt mit Wachstumspotenzial</strong>
                            </p>
<p>Das zeigt auch der Vergleich zwischen Deutschland und Vereinigtem Königreich. Nach<br />
                            <a href="http://goldmedia.bytespring.de/Single-View.90%2BM557ccbc3c13.0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schätzungen der Unternehmensberatung Goldmedia</a> wurden 2005 in Deutschland bei Online-Wetten etwa 1,1 Milliarden Euro eingesetzt und weitere 2,2 Milliarden Euro bei Online-Casinos und –Lotterien. Gegenüber 2004 verzeichnete die Branche ein Wachstum von rund 35 Prozent. Nach Einschätzung von Screen Digest Analyst Ed Barton wurden im Vereinigten Königreich 2005 etwa 3,8 Milliarden Euro allein mit Online-Sportwetten umgesetzt – bei geringerer Einwohnerzahl. Auch wenn die Wettleidenschaft hierzulande weniger ausgeprägt sein mag, rechnet Goldmedia bis 2010 mit einer Verdreifachung der Online-Wetteinsätze in Deutschland.</p>
<p>Aktuelle Bestrebungen stationäre Wettbüros zu schließen, könnten sich – sofern sie tatsächlich weiter verfolgt werden – zusätzlich positiv auf den Online-Wettmarkt auswirken, wenn Wetter auf (ggf. Ausland lizenzierte Angebote) ausweichen. Auch hier werden die Grenzen der Regulierung deutlich.</p>
<p>
                              <strong>Wachstumsschub durch „Hoyzer-Skandal“</strong>
                            </p>
<p>Den letzten großen Wachstumsschub hat der Branche paradoxerweise ein Skandal um Wettmanipulationen gebracht. Als der Fall um den Schiedsrichter Robert Hoyzer im letzten Jahr wochenlang Schlagzeilen lieferte, hat dies nicht etwa abschreckend gewirkt, sondern der Branche einen erheblichen Schub verschafft – anscheinend hat die Skandal bei vielen erst die Aufmerksamkeit auf die Angebote gelenkt.</p>
<p>Ein Milliardenmarkt mit Wachstumspotenzial ruft selbstverständlich weitere Player auf den Plan. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) etwa hat schon kurz nach dem Hoyzer-Skandal öffentlich erwogen, ein eigenes Wett-Angebot zu starten. Auch so profitiert der deutsche Sport vom Spieltrieb: 430 Millionen Euro kamen ihm 2005 aus den Erlösen von Oddset und den staatlichen Lotterien zu. Ein Teil des Rahmenprogramms der WM soll ebenfalls durch Oddset-Gewinne finanziert werden. Auch auf den Banden in den Fußball-Stadien kann man ablesen, dass die Vereine vom boomenden Wettgeschäft profitieren. Und Werden Bremen freut sich über ein Trikot-Sponsoring durch Betandwin ab der kommenden Bundesliga-Saison.</p>
<p>
                              <strong>Nächster Schub durch TV-Sender</strong>
                            </p>
<p>Einen weiteren Schub könnten die deutschen TV-Sender auslösen. Auch sie versuchen, vom boomenden Markt zu profitieren. Der Pay-TV-Sender Premiere betreibt schon einen Kanal für Pferderennen und plant 2008 mit Gambling-Angeboten eine Milliarden Euro umzusetzen. RTL hat ein Joint Venture mit dem österreichischen Lizenzinhaber Starbet gegründet und plant, sein neues Angebot besonders während der WM intensiv zu bewerben. Neben dem Burda-Verlag steht auch EM.TV mit seinen Töchtern Tochter DSF und sport1.de in den Starlöchern und hat, um die Erfolgschancen des eigenen Angebotes zu erhöhen, zwischenzeitlich sogar auf Werbeschaltungen potenzieller Konkurrenten verzichtet. Dabei positionieren sich die TV-Sender schon für den nächsten strategischen Schritt: iTV-Betting, also Wettangebote, die im interaktiven Fernsehen auch direkt per Fernbedienung genutzt werden können. Das Vorbild ist Skybet, eine Tochter des britischen Pay-TV-Konzerns BSkyB. Die Umsätze mit der Gambling-Plattform sind in den letzten Jahren stark gestiegen und erreichten 2005 etwa 380 Millionen Euro.</p>
<p>                            <strong>Der Autor des Textes, Christian Veer, ist Research Analyst bei der Unternehmensberatung Goldmedia.</strong></p></p>
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