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	<title>Annette Schavan &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Annette Schavan &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8221; Die Auswertung der neuen Oberstufe zeigt, dass es keine schlechteren Noten im ersten Halbjahr im Landesschnit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die-auswertung-der-neuen-oberstufe-zeigt-dass-es-keine-schlechteren-noten-im-ersten-halbjahr-im-landesschnit-316/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[hneymanns]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Mar 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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		<category><![CDATA[Annette Schavan]]></category>
		<category><![CDATA[Gymnasiale Oberstufe]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="/salon/photos/aschavan1.gif" alt="Annette Schavan" align="left" height="58" width="100" />Chat 
des Kultusministeriums Baden-Württemberg und politik-digital.de mit 
der baden-württembergischen Kultusministerin Annette Schavan, am 19. März, 2003.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="/salon/photos/aschavan1.gif" alt="Annette Schavan" align="left" height="58" width="100" />Chat<br />
des Kultusministeriums Baden-Württemberg und politik-digital.de mit<br />
der baden-württembergischen Kultusministerin Annette Schavan, am 19. März, 2003.</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
</b></p>
<p>
<b></b>
</p>
<p></span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b></b></span></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich<br />
willkommen im Chatraum des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport<br />
Baden-Württemberg und politik-digital.de! Gemeinsam mit dem Kultusministerium<br />
laden wir Sie in den folgenden 60 Minuten zum Live-Chat ein! Unser Gast<br />
ist Kultusministerin und Landtagsabgeordnete Dr. Annette Schavan. Thema<br />
heute: &quot;Die Neue gymnasiale Oberstufe&quot;. Sie können Ihre<br />
Fragen an die Moderatoren stellen, die sie sammeln und dann an Frau Schavan<br />
weiterleiten.<br />
<b> </b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nun aber erst einmal: Guten Abend nach Stuttgart! Sind Sie bereit, Frau<br />
Schavan?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Ja, ich bin bereit und wünsche einen guten Abend nach Berlin.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Danke.<br />
Auf Grund der angespannten weltpolitischen Situation und einiger Fragen<br />
dazu wollen wir kurz auf die Frage der Kriegsgefahr im Irak eingehen.<br />
Danach kommen wir aber zum eigentlichen Thema des heutigen Chats: die<br />
neue gymnasiale Oberstufe. Der Protest gegen einen Krieg im Irak hat auch<br />
Stuttgart erreicht. Friedensorganisationen, Gewerkschaften, sogar Schüler<br />
haben Aktionen angekündigt. Bekommen die Schüler unterrichtsfrei<br />
oder müssen sie die versäumten Stunden nachholen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Ich bin der Meinung, dass Demonstrationen in der unterrichtsfreien Zeit<br />
stattfinden können und gehe auch davon aus, dass sie zeitlich so<br />
geplant werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kultistufe:</b><br />
Schüler des Stuttgarter Heidehofgymnasiums wollen am Kriegstag um<br />
9.30 Uhr 300 blaue und weiße Luftballons vom Schulhof aufsteigen<br />
lassen. Wie finden Sie diese Aktion?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Ich finde, dass das ein gutes Zeichen ist, das dieses Schüler und<br />
Schülerinnen setzen, um ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>looser22:<br />
</b>Ich möchte gegen den Irakkrieg demonstrieren, wie viele<br />
meiner Klassenkameraden auch. Wird die Schule am Donnerstag oder wann<br />
auch immer ausfallen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Nein, die Schule wird nicht ausfallen. Demonstrationen sollten nach dem<br />
Unterricht stattfinden. Ansonsten wird es viel Unterrichtsausfall geben.<br />
Das finde ich nicht in Ordnung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pepe:</b><br />
Warum nur in der unterrichtsfreien Zeit. Der Krieg ist doch kein Freizeitthema?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Ich gehe davon aus, dass im Unterricht das Thema behandelt wird<br />
und umgekehrt gefragt: Warum soll für eine Demonstration Unterricht<br />
ausfallen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kirstin:</b><br />
Aber wie soll man dann gegen den Krieg demonstrieren, wenn die Schule<br />
nicht ausfällt, und nur dann Demonstrationen sind? Irgendwie muss<br />
man doch seinen Gefühlen Platz machen, und das geht am besten durch<br />
friedliche Demonstrationen, finden Sie nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Seinen Gefühlen Platz zu machen, ist doch keine Frage der Tageszeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>alisa5:</b><br />
Ich habe gehört, dass es für Schüler, die an Kundgebungen<br />
teilnehmen, Schulausschluss geben kann?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Zunächst finde ich, dass in der Schule Spielregeln vereinbart<br />
werden sollten, an die sich alle halten. Über die Frage, wie reagiert<br />
wird, wenn sich jemand an die Spielregeln nicht hält, entscheidet<br />
die Schule vor Ort. Aber noch einmal: Eine Demonstration ist nicht weniger<br />
wirksam, wenn sie in der unterrichtsfreien Zeit liegt. Zumal doch sonst<br />
immer zu Recht so viel Wert darauf gelegt wird, dass der Unterricht immer<br />
stattfindet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Letzte Frage zu diesem Thema, dann zur „Neuen gymnasialen<br />
Oberstufe“:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gorgeus:</b><br />
Ich finde Unterrichtsausfall in diesem Fall sehr vertretbar um zu zeigen,<br />
dass die Schule dahinter steht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Demonstrationen und damit verbundene Gefühle sind immer eine Sache<br />
von Menschen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Eine Frage von einer Schülergruppe vermutlich:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Klasse 12:</b><br />
Wieso habe ich praktisch 5 LKs?! Da bleibt nur noch sehr wenig Zeit für<br />
andere Sachen! Und dazu noch Hausaufgaben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Die fünf vierstündigen Fächer sind keine Leistungskurse.<br />
Deshalb sind ja auch die Lehrpläne schlanker geworden. Spezialisierung<br />
wurde abgebaut und die fachliche Grundbildung soll gestärkt werden.<br />
Diese Regelung gibt es, weil der Stundenanteil in den Naturwissenschaften<br />
insgesamt gestärkt wurde, während der Ersatz der Gesellschaftswissenschaften<br />
zum Wegfall führen würde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lisa:</b><br />
Warum muss man fünf vierstündige Kurse belegen, wenn doch nur<br />
vier davon geprüft werden? Warum kann die zweite Naturwissenschaft<br />
entfallen, wenn man einen naturwissenschaftlichen Seminarkurs belegt,<br />
während durch einen Gesellschaftswissenschaftlichen nichts wegfällt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Das 5. Fach ist eingeführt worden, um den Schülern<br />
die Möglichkeit zu geben, individuelle Schwerpunkte zu setzen und<br />
ihre Abiturfächer partiell selbst auszuwählen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Klasse 12:<br />
</b>Ich wollte nur mal loswerden, dass hier in meiner Stadt an Gymnasien<br />
mit verschiedenen Büchern gearbeitet wird. Manchmal sind es LK-Mathebücher<br />
und in einer anderen Schule nur GK, wie kann das sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Beide Bücher sind vermutlich geeignet für den Stoff im Mathematik-Kurs.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Volker KGW:</b><br />
Warum aber müssen gerade die Naturwissenschaften gestärkt werden<br />
und nicht der gesellschaftswissenschaftliche Teil?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Der gesellschaftswissenschaftliche Fachbereich wird künftig bereits<br />
in der Mittelstufe gestärkt durch den neuen Fachbereich, Geographie,<br />
Wirtschaft, Gemeinschaftskunde. Außerdem ist immer wieder von Naturwissenschaftlern<br />
darauf hingewiesen worden, dass zum Abitur die Grundlagen in zwei Naturwissenschaften<br />
gehören. In der Abiturprüfung sind die Gesellschaftswissenschaften<br />
insofern gestärkt worden, dass im Unterschied zu früher nun<br />
zwei Gesellschaftswissenschaften gewählt werden können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Benjamin Lenz:</b><br />
Wieso müssen ALLE Mathe vierstündig haben, obwohl jeder weiß,<br />
dass die Begabten frustriert werden und die weniger Guten nicht mitkommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Mathematik ist die Sprache der Naturwissenschaften, die unverzichtbar<br />
zu einer vertieften Allgemeinbildung gehört. Es gehört deshalb<br />
zu den Kernfächern. Außerdem gehört Mathematik zu den<br />
drei Fächern für die Hochschuleingangsprüfung, die dort<br />
geprüft werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Beni:</b><br />
Wenn ein Schüler zwei Fremdsprachen wählen möchte, hat<br />
er mehr Wochenstunden als andere. Warum werden sprachbegabte Schüler<br />
benachteiligt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Das Sprachenprofil in Gymnasien hat auch früher schon mehr Stunden<br />
gehabt. Das ist eigentlich bislang eher als Benachteiligung für die<br />
Naturwissenschaften gesehen worden. Im Übrigen können jetzt<br />
drei Fremdsprachen gewählt werden, das konnte man früher nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Neues Thema:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hauser: </b>Sehr<br />
geehrte Frau Schavan! Ich habe die Diskussionen über die NRO in den<br />
letzten Jahren verfolgt &#8211; war auch oft im Landtag. Finden Sie nicht, dass<br />
Sie die Anregungen der Schüler &#8211; durch den Landesschülerbeirat<br />
optimal gesammelt und ausgearbeitet zu wenig / überhaupt nicht beachtet<br />
haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Ich habe mit dem Landesschülerbeirat mehrfach über die neue<br />
Oberstufe beraten. Wir sind uns in einigen Punkten einig geworden, in<br />
anderen nicht. Im Übrigen ist interessant, dass die Schüler<br />
in den 70er Jahren auch große Vorbehalte gegen die damalige neue<br />
Oberstufe hatten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smooth:</b><br />
Ich finde die neue Regelung gar nicht schlecht, jedoch muss ich bemängeln,<br />
dass durch den Verlust von LK und GK das Bildungsniveau nicht besser wird,<br />
sondern dass die Guten gut bleiben und die Schlechten schlecht bleiben.<br />
Wie sehen Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Das glaube ich nicht. Vielmehr werden für alle die fachlichen Grundlagen<br />
gestärkt. Die Auswertung der neuen Oberstufe zeigt, dass es keine<br />
schlechteren Noten im ersten Halbjahr im Landesschnitt gibt. Die Guten<br />
können auch den Schwächeren helfen, besser zu werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>LimpNora22:</b><br />
Ich gehe in die 12. Klasse eines Gymnasiums. Wenn ich heute meinen Stundenplan<br />
mit dem von den vorherigen 12ern vergleiche, fällt mir auf, dass<br />
ich im Durchschnitt 5-7 Stunden mehr habe! Dazu habe ich mehrmals die<br />
Woche bis 18 Uhr Unterricht. Wieso gibt es eine solch starke Veränderung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Wenn jemand 5-7 Stunden mehr hat, dann hat das damit zu tun, dass er besonders<br />
viele Angebote gewählt hat. Das ist eine große Chance. Im Schnitt<br />
führt die neue Oberstufe aber zu weniger Stunden als fünf bis<br />
sieben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Unterrichtszeit ist ein heißes Thema: 2 Fragen dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>12er: </b>Das<br />
kann ich leider nur bestätigen mit den vielen Wochenstunden! Ich<br />
habe jeden Mittag Mittagsschule und insgesamt 35 Stunden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>solo:</b><br />
Finden sie nicht , damit kommen zu viele Stunden zusammen? Schließlich<br />
muss man noch lernen und bekommt HA&#8217;s (die meisten in unserer Klasse haben<br />
dann 40 Schulstunden).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Ein Jugendlicher im gleichen Alter, der in einer beruflichen Schule ist,<br />
hat zeitlich eine sehr viel höhere Belastung. Die Auswertung der<br />
neuen Oberstufe hat gezeigt, dass die meisten Schüler 32 Stunden<br />
haben. Nur 12,6 % der Schüler haben 34 Stunden, 6,8% haben 35 Stunden,<br />
3,8 % der Schüler haben 36, 37 oder mehr Stunden. Ich finde also,<br />
dass die große Mehrheit der Schüler zeitlich eher weniger belastet<br />
ist, als diejenigen in der beruflichen Schule.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>henry: </b>Sie<br />
können den Anspruch einer beruflichen Schule nicht mit dem Gymnasium<br />
vergleichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Umgekehrt kann ein Gymnasiast in der 12. Klasse aber auch nicht erwarten,<br />
deutlich weniger belastet zu sein. Das Abitur ist ein hoher Anspruch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>heizer:</b><br />
In der beruflichen Schule haben die Schüler aber mehr Praxisstunden<br />
und nicht, wie auf dem Gymnasium, nur trockene Theorie!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Das wäre schade, wenn im Gymnasium nur trockene Theorie vermittelt<br />
würde. Der Seminarkurs ist ein gutes Beispiel für neue Arbeitsformen<br />
und praxisbezogenes Lernen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch eine Fragen zu Unterrichtszeit und Freizeit:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Valley:</b><br />
Ich persönliche habe 36 Wochenstunden, o.k., vier gehen für<br />
Sonderkurse drauf, jedoch füllen diese nur Hohlstunden. Jedoch gibt<br />
es jeden Tag Hausaufgaben und fast wöchentlich Klausuren. Freizeit<br />
bleibt da keine. Braucht ein junger Mensch überhaupt Freizeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Selbstverständlich braucht ein junger Mensch Freizeit. Dafür<br />
sorgen zum Beispiel die regelmäßigen Ferien.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tobias2:</b><br />
Außerdem wird Bildung nicht nur in der Schule vermittelt. Von uns<br />
Schülern wird heute immer mehr &#8216;social skills’ verlangt, dazu<br />
sollte auch außerschulisches Engagement beitragen können, für<br />
das häufig keine Zeit bleibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Es kann durchaus Zeiten in der Schule geben, in denen die Schule die erste<br />
Priorität ist. Aber es ist doch wirklich so, dass mindestens 14 Wochen<br />
Ferien viele Möglichkeiten für außerschulisches Engagement<br />
und übrigens auch für Jobs geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch andere Sorgen beschäftigen unsere sehr zahlreichen Chatterinnen<br />
und Chatter:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>arbeitslos:</b><br />
Wieso sind in meiner Schule noch keine Bücher für den neuen<br />
Lehrplan verfügbar? Wir bekommen 1000 Blätter oder müssen<br />
die Bücher aus eigener Tasche bezahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Auch die bisherigen Schulbücher sind durchaus geeignet für den<br />
neuen Lehrplan.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Thema Noten:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lechpre:</b><br />
Die Statistik hinkt. Wenn behauptet wird, dass die Noten nicht schlechter<br />
geworden sind, steht nicht dabei, dass die Schüler mit einem wesentlich<br />
größeren Arbeitspensum die Noten zwar halten, aber trotz mehr<br />
Arbeit keine besseren Noten erzielen. Das ist frustrierend. Deshalb finde<br />
ich es unfair, solche Vergleiche heranzuziehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Der Vorwurf war doch aber, die Noten würden gravierend schlechter.<br />
Ich gebe zu, dass z.B. durch mehr Naturwissenschaften ein höheres<br />
Arbeitspensum entsteht. Dafür ist es aber eine gute Vorbereitung<br />
auf das Studium.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sebastian2701:</b><br />
Sie behaupten, eine Verschlechterung des Landesschnitts wäre nicht<br />
schlimm, da nur Landesschnitte bei der ZVS verglichen werden. Viele Unis<br />
haben aber bei der Studienzulassung lokale NCs und da werde ich als BWler<br />
mit einem z.B. niedersächsischen Gesamtschüler verglichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Die Kultusministerkonferenz hat gerade beschlossen, dass die Studienplätze<br />
künftig im wesentlichen durch Hochschuleingangsprüfungen vergeben<br />
werden. Da haben die Baden-Württemberger einen klaren Vorteil. Denn<br />
dadurch wird der lokale NC ersetzt und andere Kriterien, auf die unsere<br />
Schüler besonders vorbereitet sind, kommen zum Tragen, z.B. die Prüfung<br />
der fachlichen Grundbildung in den Kernfächern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smooth:</b><br />
Wieso werden eigentlich solche Reformen nicht in Bundesländern durchgeführt,<br />
die in der Pisa-Studie schlecht abgeschnitten haben? Warum wird ein bildungsstärkeres<br />
Land eher reformiert wie ein anderes? Wird hier die Kluft zwischen den<br />
einzelnen Ländern unüberbrückbar groß?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Mir wäre auch lieber gewesen, alle Länder hätten<br />
eine solche Reform durchgeführt. Manche Länder tun das jetzt<br />
auch. Aber es gilt auch, dass wir im internationalen Vergleich besser<br />
werden müssen. Das ist z.B. wichtig, wenn man sich um ein Studium<br />
im Ausland bewirbt. Nicht jedes Abitur in Deutschland wird im Ausland<br />
anerkannt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>murkser: </b>Warum<br />
wurde die Notenskala in Mathe und Physik verschärft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Das ist keine spezifische baden-württembergische Regelung,<br />
sondern hängt zusammen mit einer Vereinbarung der Kultusministerkonferenz<br />
(KMK) für alle Länder.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>annabell:</b><br />
Zur neuen Oberstufe: Warum ist es nicht möglich, den Seminarkurs<br />
im Abschnitt mit anzurechnen? Es steckt immerhin sehr viel Zeit und Arbeit<br />
drin.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Das Gesamtergebnis aus allen Kursen, auch aus dem Seminarkurs,<br />
geht in die Abiturbewertung ein, wenn die Schüler es wollen. Sogar<br />
mit vierfacher Berechnung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>LimpNora22:</b><br />
Wozu ist diese Reform denn nötig? Sollten Sie nicht lieber mal unsere<br />
Haupt- und Realschulen reformieren, die durch solche Studien eher heruntergezogen<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Die Haupt- und Realschulen haben die internationalen Studien nicht heruntergezogen.<br />
Es hat sich sogar gezeigt, dass 30% der Realschüler auf Gymnasialniveau<br />
sind. Im Übrigen gibt es aber auch Reformen an den Haupt- und Realschulen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>marc: </b>Es<br />
heißt immer, dass nach euren landesweiten Erhebungen die Notenschnitte<br />
sich nicht verschlechtert haben, das mag schon sein, allerdings haben<br />
sie sich bei uns an der Schule sehr wohl verschlechtert (Schnitt der ersten<br />
beiden Matheklausuren: 4,8 Punkte).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Die Reform war nötig, um zu einer besseren fachlichen Grundbildung<br />
für alle zu kommen, zu einer Stärkung der Naturwissenschaften<br />
und zur Einführung neuer Arbeitsformen und zur Wegnahme überflüssiger<br />
Spezialisierungen. In die Statistik sind alle Gymnasien und 20.000 Schüle<br />
rund Schülerinnen mit einbezogen worden. Natürlich schließt<br />
das nicht aus, dass im ein oder anderen Fall auch schlechtere Ergebnisse<br />
erreicht wurden. Das war in der bisherigen Oberstufe genauso. Im Übrigen<br />
gibt es auch Fächer, in denen im Durchschnitt bessere Ergebnisse<br />
erzielt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sarah:</b><br />
Sollte Sport nicht ein Wahlfach werden? Oder zumindest nicht benotet werden?<br />
Gerade unsportliche Schüler fühlen sich durch die harte Notengebung<br />
zusätzlich gegängelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Die Sportverbände legen großen Wert darauf, dass alle Schüler<br />
Sportunterricht haben, weil sich Kinder und Jugendliche in Deutschland<br />
immer weniger bewegen und das gesundheitliche Konsequenzen hat. Im Übrigen<br />
muss die Note in Sport nicht angerechnet werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Weiteres Thema:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DarkBlue:</b><br />
Warum werden nicht wie in Finnland mehr Lehrer eingestellt, um die Klassen<br />
klein zu halten? Dadurch wäre der Unterricht doch viel intensiver.<br />
Vielleicht wäre dann eine solche extreme Reform nicht nötig<br />
gewesen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
In Finnland sind die Klassengrößen ab Klasse 9 eher höher<br />
als in der gymnasialen Oberstufe. Die Statistik zeigt: 34% der Kurse umfassen<br />
17-20 Schüler, 24% 21-24, 21% 13-16, 13% 9-12, 7% der Kurse umfassen<br />
8 und weniger und nur 1% der Kurse mehr als 25 Schüler. Ich finde<br />
nicht, dass das große Kurse sind. Im Übrigen ist Baden-Württemberg<br />
das Land mit den meisten Lehrereinstellungen in Deutschland und den höchsten<br />
Bildungsausgaben im Landeshaushalt. Über 41 % werden nur für<br />
Bildung, Wissenschaft und Forschung ausgegeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Benni:</b><br />
In Mathematik ist inzwischen auch der Einsatz eines neuen Graphiktaschenrechners<br />
erlaubt. Meinen Sie nicht, dass die Schüler davon zu technikabhängig<br />
werden? An meiner Universität ist bei Klausuren teilweise gar kein<br />
Taschenrechner gestattet!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Der Grafiktaschenrechner bietet neue Chancen, sich auf interessante mathematische<br />
Fragen zu konzentrieren, deshalb sagen uns die Fachleute, dass das für<br />
einen modernen Mathematik-Unterricht eine wichtige Hilfestellung ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sarah:</b><br />
Warum sind Sie so begeistert von der neuen Oberstufe, wo doch Schüler,<br />
Lehrer, Eltern, Schulleitung und GEW das Gegenteil behaupten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Das stimmt ja gar nicht. Die GEW ist dagegen. Sie ist fast gegen jede<br />
Reform. Aber im Übrigen gibt es viele, die diese Reform gewollt haben<br />
und sie auch richtig finden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>abischreck:</b><br />
Warum hält Baden-Württemberg mit Bayern als einziges Bundesland<br />
am Zentralabitur fest? Was sind die Vorteile was die Nachteile?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Die Pisa-Studie hat gezeigt, dass es in der Schule die Gefahr zu sehr<br />
unterschiedlichen Leistungsbewertungen bei gleichen Leistungen gibt. Das<br />
ist ungerecht. Dagegen helfen zentrale Klassenarbeiten und zentrale Abschlussprüfungen.<br />
Das Zentralabitur gibt es übrigens auch im Saarland, Thüringen<br />
und Sachsen. Andere Länder haben erkannt, dass das Zentralabitur<br />
besser ist und stellen jetzt um, z.B. Niedersachsen, Bremen, Hamburg und<br />
Berlin.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Zwei Fragen zur Beteiligung der Schüler an der Reform:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>HollerBe:</b><br />
Die Schüler haben diese Reform nicht gewollt. Wieso fragt die keiner?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lender:</b><br />
An unserer Schule wurden die Schüler nur schlecht bis gar nicht informiert<br />
über das neue System. Die Eltern hingegen mussten sich an mehreren<br />
Elternabenden alles anhören und verstanden nur wenig. Wäre es<br />
nicht sinnvoller die Schüler besser zu informieren? Zum Beispiel<br />
mit einem etwas ausführlicheren Leitfaden, der auch verständlich<br />
geschrieben ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:<br />
</b>Der Landesschülerbeirat als die Vertretung der Schüler<br />
war beteiligt. Er hat einigen Punkten zugestimmt, anderen nicht. Es ist<br />
aber sicher gewagt, zu sagen, dass alle Schüler die Reform nicht<br />
gewollt haben. Es ist schade, wenn an Ihrer Schule schlecht informiert<br />
wurde, denn die Reform ist über mehrere Jahre mit den Schulen gemeinsam<br />
vorbereitet worden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>per-aspera-ad-Abi:</b><br />
Wenn so viele für die Reform sind, wieso hat dann Reform so einen<br />
großen Zulauf und Schüler, Eltern und Lehrer schließen<br />
sich zusammen, um etwas dagegen zu unternehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
Als in den 70er Jahren das Kurssystem eingeführt wurde, haben auch<br />
sehr viele dagegen protestiert. Am Anfang sind manche verunsichert, das<br />
kann ich gut verstehen, aber ich bin ganz sicher, dass die Vorzüge<br />
der neuen Oberstufe sich bald herumsprechen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wir kommen leider zur letzten Frage, trotz der vielen Fragen<br />
(vielen Dank):</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Swen Hekers:</b><br />
Was halten Sie vom finnischen Helfersystem, in dem schwächere Schüler<br />
von zusätzlichen Lehrkräften parallel zum Unterrichtsgeschehen<br />
begleitet werden? Wäre das nicht auch in BW denkbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Annette Schavan:</b><br />
In Finnland sind die Personalkosten für Lehrer sehr viel geringer<br />
als in Deutschland. Deshalb kann mit einem Anteil der Bildungsausgaben<br />
von 13% des Landes dennoch ein Helfersystem eingerichtet werden, das aber<br />
im Wesentlichen von den Kommunen bezahlt wird. Unsere Personalkosten lassen<br />
das leider nicht zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Liebe Chat-Freunde, unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei.<br />
Herzlichen Dank Frau Schavan, dass Sie am Chat teilgenommen haben und<br />
vielen Dank an alle UserInnen für Ihr großes Interesse. Wir<br />
konnten leider nicht alle Fragen weiterleiten. &#8211; es waren sehr viele &#8211;<br />
danke. Ich hoffe, Ihnen allen hat der Chat Spaß gemacht. Das Transkript<br />
des Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter www.kultusministerium.baden-wuerttemberg.de<br />
und politik-digital.de. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf<br />
den Internetseiten des Kultusministeriums http://www.kultusministerium.baden-wuerttemberg.de/.<br />
Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Bildungsduell</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
tacheles.02 spezial: Chatduell mit Edelgard Bulmahn und Annette Schavan am 4. September 2002
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
tacheles.02 spezial: Chatduell mit Edelgard Bulmahn und Annette Schavan am 4. September 2002
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div class="subcolumns">
<div class="c50l">
<div class="subcl">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/bulmahn1.jpg" alt="Edelgard Bulmahn" align="right" height="100" width="75" />
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<div class="c50r">
<div class="subcl">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/aschavan2.jpg" alt="Annette Schavan" align="left" height="97" width="75" />
</div>
</div>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, herzlich willkommen zu unserem Live-Chat-Duell bei tacheles.02 spezial. Ich begrüße herzlich Edelgard Bulmahn (SPD), Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Annette Schavan (CDU), Ministerin für Jugend, Kultus und Sport Baden-Württemberg und Mitglied in Edmund Stoibers &quot;Kompetenzteam&quot;
</p>
<p>
tacheles.02-Spezial ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und findet im Rahmen des Debattenforums &quot;WAHLTHEMEN.DE&quot; statt, einem Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität und politik-digital.de.
</p>
<p>
Gleich ein Hinweis: Am Freitag treffen (16.30 Uhr) begegnen sich beim chat tacheles.02 spezial Gregor Gysi und Christoph Schlingensief, am Montag (15.00 Uhr) die Ministerpräsidenten Roland Koch und Kurt Beck.
</p>
<p>
Frau Schavan, fangen wir mit dem Thema an, das Bildung endlich in den Rang eines Wahlkampfthemas beförderte: die PISA-Studie, die deutschen Schülern äußerst mittelmäßige Leistungen bescheinigt. Aber immerhin Platz zwei belegt Baden-Württemberg hinter Bayern im Bundesländervergleich &#8211; sitzt eine vorbildliche Kultusministerin in Stuttgart?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Auch Baden Württemberg will besser werden im internationalen Vergleich. Aber richtig ist: Es gibt in Deutschland gravierende Unterschiede, die nicht länger hingenommen werden dürfen. Als Kultusministerin in Stuttgart bin ich natürlich froh darüber, dass wir hier eine gute Ausgangspositon für die Weiterentwicklung unseres Bildungswesens haben und wichtige Reformschritte, die in anderen Ländern erst diskutiert werden, bei uns bereits gegangen wurden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Schavan, nun kann sich Baden-Württemberg freuen, dass es in Deutschland die Nummer zwei ist, international gesehen sieht es dennoch nicht gut aus. Jürgen Bäumert, Leiter der deutschen PISA-Vergleichsstudie, sagt ganz klar: Die Vorbilder für die deutschen Schulen muss man im Ausland suchen, nicht in Deutschland. Weg mit den deutschen Schulstrukturen, her mit den finnischen?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Jürgen Baumert sagt auch, dass Baden-Württemberg wohl das modernste Bildungsland in Deutschland ist. Für notwendige Verbesserungen können wir natürlich von anderen Ländern lernen, die zu den PISA-Siegern gehören. Wir müssen jetzt aber vor allem Aktionismus vermeiden. Wir brauchen konsequente Weiterentwicklung im Blick auf die Durchlässigkeit der Lernkonzepte und Schularten, im Blick auf die Stärkung des frühen Lernens, im Blick auf die Qualität des Unterrichts und im Blick auf vergleichbare Bildungsstandards in allen Bundesländern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Bulmahn, was sagt die Bundesbildungsministerin dazu, muss mehr Leistungsbewusstsein in die Schule?
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Ich will, dass alle Kinder die gleichen guten Bildungschancen in Deutschland haben wie in Finnland und Kanada. Dazu brauchen wir zum einen eine bessere praxisorientiertere Lehreraus- und -fortbildung. Die Schulen müssen zu selbständigen Schulen werden. Wir brauchen bundesweite Bildungsstandards, wie ich sie seit langem fordere, und auch regelmäßige bundesweite Bildungsvergleiche. Und wir wollen vor allen Dingen, dass wir endlich ein flächendeckendes Angebot von Ganztagsschulen haben, damit Zeit für die individuelle frühe Förderung von Kindern vorhanden ist. Dass diese Schritte notwendig sind, zeigen uns Finnland und Kanada und dieses müssen wir bundesweit erreichen.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Bildungsstandards fordern Sie nach der Veröffentlichung der Pisa-Studie. Ich habe sie bereits im Mai 2002 in der KMK für einige Fächer im Namen der unionsregierten Länder vorgelegt!
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Liebe Frau Schavan: dieses haben wir bereits bei der Veröffentlichung der Empfehlung des Forum Bildung 2001 empfohlen. Zweitens hat die KMK im Mai diese Vorschläge von Seiten _aller_ MinisterInnen beschlossen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Bulmahn, Frau Schavan, alle fordern inzwischen vergleichbare, nationale Bildungsstandards. Je nach Parteifarbe scheinen Sie aber was anderes darunter zu verstehen. Wie sollen solche Standards aussehen?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Wir müssen uns da gar nicht streiten. Hauptsache: Ihre SPD-Kolleginnen und -Kollegen lassen sich auch wirklich ein auf den Prozess der Bildungsstandards und logischerweise dann auch auf vergleichbare zentrale Abschlussprüfungen in allen Schularten. Der Beschluss in der KMK war in der Tat einstimmig. Aber auf Vorlage durch die unionsregierten Länder. Und in der gleichen Sitzung haben eben nicht alle SPD-Länder künftigen Vergleichen einheitlicher Bildungsstandards zwischen den Ländern zugestimmt!
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Die bundesweiten Bildungsstandards sollen von Wissenschaftlern und Unterrichtspraktikern entwickelt werden und beschreiben in sehr knapper präziser Form Bildungsziele, Standards, Abschlüsse und sichern damit auch, dass es in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, dass man in einem Land wie Thüringen in die zwölfte Klasse versetzt wird, aber nach Schulabgang weder einen Realschul- noch einen Hauptschulabschluss hat.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> In der allgemeinen Beschreibung gibt überhaupt es keinen Dissens. Wichtig ist aber, dass eben auch überprüft wird zwischen den Ländern, ob die Bildungsstandards eingehalten werden und damit die Differenz von bis zu zwei Schuljahren in Deutschland nicht mehr länger hingenommen wird.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Dass wir bundesweite Bildungsvergleiche benötigen, ist klar. Darauf habe ich bereits in meinem ersten Statement hingewiesen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Schavan, Sie sprechen von &quot;zwischen den Ländern&quot;. Wer soll die Standards festlegen &#8211; der Bund oder die Länder?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Die Bildungsstandards müssen in einem Staatsvertrag zwischen den 16 Ländern vereinbart werden. Verbindliche Vereinbarungen können nur diejenigen treffen, die in den Ländern Verantwortung für die Umsetzung tragen. Der Bund kann in dieser Hinsicht keine wirklich verbindlichen Regelungen schaffen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Klaus Landfried, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, hat in einem Interview gesagt: Veränderungen bei den Hochschulen gibt es nur durch eine entschlossene Durchsetzung von oben nach unten. Brauchen wir nicht mehr zentrale Steuerung, um auf die internationale Entwicklung in Forschung und Bildung schneller reagieren zu können?
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Der Unterschied zwischen Frau Schavan und mir liegt an einer anderen Stelle: Ich halte es für zwingend notwendig, dass Bildungsstandards von Wissenschaftlern und Bildungspraktikern erwickelt werden. Bildungsstandards sind etwas völlig anderes als Rahmenlehrpläne oder Curricula. Die Qualität und die Wirkungskraft von Standards hängt entscheidend davon ab, wie sie entwickelt werden.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Kanada zeigt, dass der Föderalismus der Motor für einen Wettbewerb um bessere Qualität ist. Das muss auch unser Weg sein. Die Antwort auf Pisa kann in Deutschland nicht mehr Zentralismus sein, sondern mehr Wettbewerb. Über die Beteiligung von Wissenschaftlern und Schulpraktikern bei der Erarbeitung von Wissensstandards gibt es überhaupt keinen Dissens zwischen uns, weshalb wir auch in Baden-Württemberg selbstverständlich darüber im Gespräch mit Wissenschaftlern und Schulpraktikern sind.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Zu Herrn Landfried: Ich stimme Herrn Landfried an einigen Punkten zu. Ich konnte z.B. nicht darauf warten, dass Hochschulen selber das Besoldungsrecht so ändern, dass wir von einem altersorientierten zu einem leistungsorientierten Besoldungsrecht kommen. Deshalb haben wir dieses in einem Bundesgesetz beschlossen. Ebenso war es nötig, durch ein Bundesgesetz jungen Wissenschaftlern endlich die nötigen Freiräume für eigenständige Forschung und Lehre zu eröffnen, die sie auch in anderen europäischen Ländern haben. Trotzdem müssen die Hochschulen auch von den Landesregierungen deutlich mehr Selbständigkeit erhalten. Sie sollten budgetierte Haushalte haben und selber über ihre innere Organisation entscheiden können. Für Studiengänge tragen sie jetzt schon die Verantwortung. Ich unterstütze die Hochschulen finanziell bei der Einführung internationaler Studiengänge.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Schavan, ihre Meinung dazu?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Über das Ziel der Dienstrechtsreform waren sich alle Parteien einig. Über die Notwendigkeit von mehr Orientierung an der internationalen Wissensgesellschaft auch. Über eine frühere Selbständigkeit junger Wissenschaftler nicht weniger. Aber es ist doch unbestritten, dass die Stimmung an den Hochschulen schlecht ist und viele junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit den neuen Regelungen keine neuen Perspektiven für sich sehen, ihnen viel mehr Arbeitslosigkeit droht. Im Blick auf mehr Selbständigkeit für die Hochschule und im Blick auf Budget und innere Organisation gibt es keinen Dissens.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Warum hat es denn die CDU nicht bereits vor 10 Jahren gemacht?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Jürgen Rüttgers hat doch mit der Einführung der int. Studiengänge begonnen! Das ist doch nicht Ihre Erfindung. Die letzte Hochschulgesetznovelle der damaligen Regierung hat wesentliche Schritte zu weniger Bürokratie und mehr Selbständigkeit ermöglicht. Das ist schlicht Wahlkampf!
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Jürgen Rüttgers hat alle wichtigen Reformen nicht angepackt. Dazu gehört die Reform des Besoldungsrechts, dazu gehört die Stellung des wissenschaftlichen Nachwuchs, dazu gehört die Reform des BAföGs, dazu gehört die Nachwuchswissenschaftlerförderung, die ich nicht nur um 46% erhöht habe, sondern auch umgestaltet habe in Richtung Eigenständigkeit/Selbständigkeit. Heute ist Chancengleichheit kein frommer Wunsch mehr, sondern konkretes Ergebnis unserer Politik. Sie hatten BAföG in Grund und Boden gewirtschaftet, heute erhalten wieder 650.000 Schüler und Studierende die notwendige finanzielle Unterstützung, um Bildungschancen wahrnehmen zu können.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Die Stellung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird durch Ihre Reform nicht besser werden. Und das Meister-BAföG, das im Bereich der beruflichen Bildung bedeutsam ist, wurde von J. Rüttgers eingeführt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Klaus Landfried fordert weitere Verbesserungen beim BAföG. Der Zuverdienst ist seiner Ansicht nach zu sehr eingeschränkt. Was werden Sie hier tun?
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Das MeisterBAföG wurde auf Antrag der Länder Niedersachsen u.a. über eine Bundesratsinitiative geschaffen. Wir haben das Meister-BAföG ebenfalls auf Vordermann gebracht in dieser Legislaturperiode mit dem Ergebnis, dass sich bereits nach einem Jahr die Antragstellerzahl um 145% erhöht hat, weil aus einem Minimeister-BAföG eine richtige Hilfe geworden ist.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Klaus Landfried sagt zu Recht, dass Hochschulfinanzierung und Studienfinanzierung eine stabile langfristige Finanzierung brauchen. Da wird vermutlich nicht einfach die Weiterentwicklung des BAföGs reichen. Aus allen Parteien gibt es Stimmen die nach einem überzeugenden Gesamtkonzept rufen: Peter Glotz in der SPD, die Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen, u.a. Ich bin davon überzeugt: Die Zukunft liegt nicht beim BAföG, sie liegt in mehr Möglichkeiten für unsere Hochschulen, neue eigene Einnahmen zu haben und dauerhaft zu einer Verbindung von Stipendien, Darlehen und Studiengebühren zu kommen. Das ist auch sozial gerechter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dazu passt eine Frage von Tschuk: Wie wird es in Zukunft mit den Studiengebühren aussehen?
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Zu Ihrer Information: wir haben erstens parallel zum BAföG ein Darlehensprogramm für die Studierenden eingerichtet. Das ist das sog. Bildungsdarlehen, das von Studierenden auch sehr gut angenommen wird. Studiengebühren ab dem ersten Semester lehnen wir klar ab, weil sie sozial ungerecht sind. In Österreich erleben wir gerade, mit welchen katastrophalen sozialen Folgen die Einführung von Studiengebühren einhergeht.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Jetzt finanzieren diejenigen mit kleinen Gehältern die Studienplätze derjenigen, die später in der Regel besser verdienen. Der Anteil der Studierenden aus einkommensschwachen Familien ist in Deutschland bislang so gering, wie kaum irgendwo. Deshalb sollten wir jetzt unkonventionelle Vorschläge in den nächsten Jahren diskutieren, die an internationalen Erfahrungen orientiert sind. Da darf es keine Denkverbote geben.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Der Anteil der Studierenden aus einkommensschwachen Familien ist deshalb so gering wie nirgendwo, weil sie 16 Jahre das BAföG in Grund und Boden gewirtschaftet hatten. Seit der Reform des BAföGs ist der Anteil der Studierenden aus Arbeitnehmerfamilien wieder stark gestiegen (über 91.000).
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Natürlich darf die Möglichkeit zum Studium nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, und genauso wichtig ist, dass die Finanzlage der Hochschulen stabile Perspektiven braucht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Schavan, Sie sind für Studiengebühren, erklären Sie doch mal, warum es der Qualität der Abschlüsse helfen soll, wenn ich Studiengebühren zahle?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Über Studiengebühren rede ich ausschließlich im Zusammenhang mit einem umfassenden Bildungsfinanzierungskonzept, das auch z.B. Stipendien vorsieht. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber alle Fachleute quer durch die Parteien sind sich einig darin, dass auch im Blick auf Konzepte der Hochschulfinanzierung wir den Wettbewerb unserer Hochschulen in der internationalen Wissensgesellschaft stärker berücksichtigen müssen. Es wird doch wohl niemand behaupten, dass in allen Ländern mit entsprechenden Konzepten katastrophale soziale Verhältnisse an den Hochschulen herrschen.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Liebe Frau Schavan: als Bundesministerin muss man entscheiden. Was wollen Sie statt BAFÖG und Bildungskredit?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Liebe Frau Bulmahn, dazu habe ich ab dem 23. September genug Zeit.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Sicherlich nicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> raphaelrm fragt: Frau Dr. Schavan, mit der Oberstufenreform in Baden-Württemberg soll ein Schuljahr verkürzt werden. Doch ein Jahr früher Abi bringt doch nichts, wenn man 12 Semester studieren muss! Was möchten Sie tun, um die Effizienz der Hochschulen zu gewährleisten!
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> In Baden-Württemberg sind Hochschulreformen in den letzten Jahren bereits umgesetzt worden, die zu einer deutlichen Stärkung des Studiums in der Regelstudienzeit führen und damit zu mehr Effizienz. Wir brauchen generell einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Lebenszeit junger Menschen. Das betrifft Schule und Hochschule. Auch hier sollten wir uns an internationalen Maßstäben orientieren. Es wäre gut gewesen, das Abitur nach 12 Jahren zum Zeitpunkt der Deutschen Einheit in allen 16 Ländern einzuführen.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Eine entscheidende Verbesserung der Lehre und damit auch eine bessere Studierbarkeit in der Regelstudienzeit wird dadurch erreicht, dass nach dem Bundesgesetz in Zukunft die Lehre regelmäßig evaluiert werden muss und die Evaluierungsergebnisse sich auf die Besoldung auswirken werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> web worker fragt: Was halten Sie davon, die Studenten eine Evaluierung durchführen zu lassen.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Zur Evaluierung gehören ganz gewiss auch Rückmeldungen der Studierenden. Souveräne Dozenten praktizieren das schon heute.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Die Studierenden werden an der Evaluierung beteiligt (nach der Begründung des Bundesgesetzes).
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Zahl der deutschen Studienanfänger ist im internationalen Vergleich gering. Wie soll es denn nun weitergehen? Vielen den Zugang zum Studium ermöglichen oder lieber einer kleinen Elite?
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Die Zahl der Studienanfänger ist glücklicherweise in den letzten vier Jahren um knapp 5% gestiegen, so dass wir jetzt bei 32,4% eines Jahrgangs liegen. International liegen wir damit aber deutlich immer noch unter dem Durchschnitt. Deshalb werden wir in unseren Anstrengungen auch nicht nachlassen, Jugendliche besonders auch für ingenieurswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Studiengänge zu motivieren, denn hier hatten wir in den 90er Jahren einen dramatischen Einbruch, jetzt wieder eine deutliche Zunahme. Aber eben ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Es ist unbestritten, das es nicht nur um die kleine Elite geht. Die brauchen wir allerdings auch. Beim internationalen Vergleich der Zahlen müssen auch die qualifizierten Abschlüsse unseres Bildungswesens berücksichtigt werden. Sie tragen im internationalen Vergleich wesentlich bei zu einem vergleichsweise gutem Übergang zwischen Ausbildung und Beruf. Steigerungsraten n den Hochschulen brauchen wir vor allem im Bereich der Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften. Dazu braucht es allerdings eine stabile naturwissenschaftliche Ausbildung in den Gymnasien. Solange es in vielen Bundesländern reicht, mit einer Naturwissenschaft Abitur zu machen, werden die Zahlen kaum besser werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Von AKDemika kommt die Frage aus unserer User-Debatte bei Wahlthemen.de. Ich denke, Sie geht an beide Ministerinnen: Was wird unter Ihrer Regierung mit der Junior- Professur geschehen? Wenn sie beibehalten werden soll: Ist es zu begrüßen, wenn die Hochschulen aus Kostengründen volle Lehrstühle in Junior-Professuren umwandeln? Vielleicht Frau Bulmahn zuerst?
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Die Juniorprofessur ist ein klarer Erfolg. Viele exzellente Wissenschaftler, im Übrigen auch aus dem Ausland, haben sich auf diese Stellen beworben. Deshalb wird dieser Karriereweg auch ein Erfolg bleiben. Die Hochschulen entscheiden selber, in welcher Zahl sie Juniorprofessuren einrichten. Die Juniorprofessur ersetzt nicht die lebenslange Professur, sondern den bisherigen Assistenten.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Die Juniorprofessur wird beibehalten im Fall eines Wahlsiegs. Sie wird in manchen Fachbereichen begrüßt. Aber wir werden auch wieder die Möglichkeit zur Habilitation schaffen. Vor allem im Blick auf die Vielfalt der Fächerkulturen (Geisteswissenschaften).
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Sie müssen diese Möglichkeit nicht neu schaffen, weil diese Möglichkeit geblieben ist. Die Habilitation stellt aber nicht mehr den Königsweg zur Professur, sondern in Zukunft muss das gesamte wissenschaftliche Werk bei einer Berufung berücksichtig werden.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Das ist doch auch in der Vergangenheit so gewesen. Ob die Juniorprofessur in den Geisteswissenschaften zum neuen Königsweg wird, wird von vielen skeptisch beurteilt.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> In de Ingenieurwissenschaften ja, auch in einigen Naturwissenschaften, in den Rechtswissenschaften und Geisteswissenschaften nein.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Bulmahn, Frau Schavan, die Stunde ist schon fast vorbei. Zum Abschluss: Wenn Sie Bundesbildungsministerin bleiben oder werden, um wieviel Prozent werden Sie den Etat für Bildung und Wissenschaft in den ersten beiden Jahren nach der Wahl steigern? Frau Bulmahn bitte zuerst.
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Ich habe es seit 98 geschafft, den Etat um knapp 30% zu erhöhen, das ist doch auch ein guter Maßstab für die Zukunft. Zur Erinnerung: in den davor liegenden Jahren wurde der Etat gekürzt.
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Sie wissen sehr wohl, das in den 90er Jahren die Kosten der Deutschen Einheit Priorität hatten. In den nächsten Jahren haben Bildung und Wissenschaft Priorität in den Ländern und im Bund. Der Blick auf die Länder zeigt, dass die Spitzenreiter bei den Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen Baden-Württemberg und Bayern sind und diese Priorität wird dann auch auf den Bund übertragen (zur Erinnerung: 41,6% aller Ausgaben im Landeshaushalt Baden-Württemberg gehen in Bildung und Wissenschaft).
</p>
<p>
<b>E. Bulmahn:</b> Frau Schavan, das ist eine Ausrede. Wir haben die Neuverschuldung verringert gegenüber der alten Bundesregierung, den Haushalt konsolidiert, und trotzdem die Ausgaben für Bildung und Forschung um knapp 30% erhöht. Auch die vorherige Bundesregierung hätte sich klar für Bildung und Forschung entscheiden können wenn sie es denn gewollte hätte.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Frau Schavan, noch eine Gegenrede?
</p>
<p>
<b>A. Schavan:</b> Wir verringern die Neuverschuldung in den beiden genannten Ländern auch seit Jahren und investieren jährlich dennoch mehr in Bildung. Im übrigen sind die Prognosen im Blick auf die Neuverschuldung des Bundeshaushaltes und Wachstum und Beschäftigung wohl kaum geeignet, als Erfolg gewertet zu werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe User, liebe Chat-Gäste! Unsere Chat-Zeit ist leider vorbei. Ich bedanke mich im Namen von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a>,<br />
<a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WAHLTHEMEN.DE</a> und <a href="http://www.politik-digital.de/">politik-digital.de</a> für Ihre Teilnahme sowie die vielen Fragen und Kommentare. Herzlichen Dank an Frau Schavan und Frau Bulmahn! Wer Interesse hat, sich weiter auszutauschen, ist herzlich eingeladen, am Debatten-Forum zum Thema: &quot;Jung oder Alt&quot; bei <a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WAHLTEHMEN.DE</a> teilzunehmen, wo auch noch weitere Themen aus dem Bereich Bildung und Gesellschaft diskutiert werden. Einen schönen Tag noch!
</p>
<p>
<a title="ta" name="ta"></a>tacheles.02-Spezial ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a> und <a href="http://www.politik-digital.de/">politik-digital.de</a> und findet im Rahmen des Debattenforums <a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;WAHLTHEMEN.DE&quot;</a> statt, einem Projekt der <a href="http://www.bpb.de/">Bundeszentrale für politische Bildung</a> in Kooperation mit dem <a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/">Zentrum für Medien und Interaktivität</a> und politik-digital.de.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Annette Schavan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Nov 2000 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Annette Schavan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0">
	<tbody>
		<tr valign="top">
			<th align="right">Moderator:</th>
			<td>Sehr geehrte Frau Dr. Schavan, wir begrüssen Sie ganz herzlich im Chat 
			von politik-digital und dem Cornelsen Verlag.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Sehr geehrte Frau Dr. Schavan, wir begrüssen Sie ganz herzlich im Chat<br />
			von politik-digital und dem Cornelsen Verlag. Wir freuen uns, dass Sie im<br />
			Rahmen des Kongresses &quot;Schule trifft Wirtschaft&quot; Zeit gefunden haben und<br />
			nun von den Räumen des Badischen Sparkassenverbandes in Mannheim aus den<br />
			Chattern Rede und Antwort stehen. Besonders begrüssen möchten wir auch die<br />
			Schülergruppe des Kant-Gymnasiums in Weil am Rhein, dass sich eigens auf<br />
			diesen Chat vorbereitet hat, um &quot;ihre&quot; Ministerin auf Herz und Nieren zu<br />
			prüfen. Los geht´s mit der ersten Frage:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant10:</th>
<td>Guten Tag, Frau Schavan! Vielen Dank, dass Sie mit uns diskutieren.<br />
			Darf ich Sie gleich mal etwas eher Persönliches fragen? Wenn Sie heute<br />
			Schülerin wären &#8211; wären Sie mit der derzeitigen Situation an den Schulen<br />
			(Lehrermangel, veraltete Einrichtung usw.) zufrieden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Als Schüler ist man nie ganz zufrieden. Das war ich auch zu meiner<br />
			Schulzeit schon nicht. Aber ganz persönlich und ehrlich gesagt: Ich finde,<br />
			dass sich zwischen meiner Schulzeit und Eurer Schulzeit sehr viel<br />
			Positives entwickelt hat. Seit damals sind die Klassen kleiner geworden<br />
			und das Durchschnittsalter der Lehrer hat sich schon in diesem Jahr leicht<br />
			verändert, weil 5000 junge Lehrerinnen und &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Lehrer neu in die Schulen gekommen sind. Ich glaube also, ich wäre<br />
			ziemlich zufrieden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant7:</th>
<td>Guten Tag Frau Schavan, wir Schüler in Baden-Württemberg haben das<br />
			Gefühl, dass wir aufgrund der immer höheren Anforderungen im Abitur<br />
			gegenüber anderen Abiturienten aus anderen Bundesländern benachteiligt<br />
			werden. Was wollen Sie dagegen tun?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Der Abiturdurchschnitt in Baden-Württemberg ist seit vielen Jahren im<br />
			Bundesdurchschnitt herausragend gut&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Es soll bei uns nicht schwerer sein, es soll so gut sein, dass<br />
			Abiturienten und Abiturientinnen wirklich gut auf das Studium oder eine<br />
			berufliche Bildung vorbereitet sind&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Deshalb ist unser Abitur auch besser anerkannt als in Hamburg oder<br />
			Niedersachsen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant8:</th>
<td>Liebe Frau Schavan, was hielten Sie von einem bundeseinheitlich<br />
			geregelten Schulsystem, um Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten z.B.<br />
			zwischen Baden-Württemberg und anderen Bundesländern zu beheben?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Auch die neue Oberstufe soll es nicht einfach schwerer machen, sondern<br />
			interessanter und im Blick auf die Anforderungen des Studiums<br />
			angemessener.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant7:</th>
<td>Ja aber, meinen Sie, dass das Bonussystem bei der Studienzulassung<br />
			ausreicht oder sollte nicht vielmehr der Schwierigkeitsgrad der Prüfungen<br />
			der selbe sein?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Ich finde, dass die ZVS ganz abgeschafft werden sollte. Und die<br />
			Hochschulen ihre Studierenden selbst auswählen, bzw. die Studierenden ihre<br />
			Hochschulen selbst auswählen sollten&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Außerdem bin ich dafür, dass es in allen Ländern ein Zentralabitur<br />
			gibt. Und schließlich konkurriert Ihr bei der ZVS nicht mit Hamburgern<br />
			sondern ausschließlich mit Baden-Württembergern.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">HansPeter:</th>
<td>Guten Tag Frau Ministerin, warum wollen sie die Allgemeinbildung<br />
			fördern, wo doch immer mehr fachspeziefisches Wissen gefragt ist<br />
			?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant1:</th>
<td>Sehr geehrte Frau Schavan, ich möchte von Ihnen gerne wissen: Was ist<br />
			ihnen in der Bildung wichtiger- das Fachwissen oder das<br />
			kulturelle/philosophische Wissen? Oder: Wollen sie eher eine Lern- oder<br />
			eine Denkschule?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Zu Hans.-Peter: Aus einem gebildeten Menschen kann sehr gut ein<br />
			Spezialist werden. Aus einem Spezialisten wird aber nicht so schnell ein<br />
			gebildeter Mensch. Die Hochschulen und die WIrtschaft fragen nicht nach<br />
			Spezialkenntnissen, sondern nach Grundlagen. Spezialwissen wird im Studium<br />
			oder in der beruflichen Bildung erworben. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Zu Kant1: Denken lernen ist schon mal nicht schlecht. Dann finde ich,<br />
			dass zur Bildung Wege zu Wissen, Urteilskraft und Selbständigkeit gehören.<br />
			Mir persönlich ist dabei all das besonders wichtig, was zur Urteilskraft<br />
			verhilft. &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Dazu gehört kulturelle Bildung, dazu gehört die Beschäftigung mit der<br />
			Substanz unseres Grundgesetzes und unserer Rechtsordnung. Kurzum:<br />
			Fachwissen im Sinne von Grundlagen und Kompetenz zur Bewertung gehören<br />
			zusammen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Knert:</th>
<td>Was versprechen Sie sich von der Erhöhung der Anzahl der<br />
			Prüfungsfächer im Abitur?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Das Profilfach und das Neigungsfach sollen den gleichen Stellenwert<br />
			haben wie die drei für alle verbindlichen Fächer. &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Sie sollen nicht benachteiligt sein. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">julian:</th>
<td>Was halten sie von einem flexibler gestaltetem Fächerwahlsystem d.h.<br />
			talentorientierter wählen zu können und nicht wenn man künstlerisch<br />
			unbegabt ist Kunst oder Musik wählen zu müssen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Wir haben ein talentorientiertes Gymnasium mit vielen verschiedenen<br />
			Profilen, allgemeinbildende und berufliche Profile&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Ich finde es richtig, wenn Schülerinnen und Schüler Schwerpunkte<br />
			setzen können, die ihren Interessen entsprechen. Aber gymnasiale Bildung<br />
			meint mehr. Es ist keine gute Vorbereitung auf Studium und Beruf, wenn wir<br />
			glauben, nur das lernen zu müssen, was uns besonders liegt. Das hat mit<br />
			dem Anspruch der Allgemeinbildung zu tun.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant13:</th>
<td>Guten Tag Frau Schavan! Sie meinten neulich: &quot;Manche Bildungsdebatte<br />
			in Deutschland würde realistischer geführt, wenn wir wahrnehmen würden,<br />
			was wirklich in den Schulen passiert.&quot; Was passiert denn im Moment<br />
			wirklich an den Schulen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Viel! Ich besuche jede Woche in Baden-Württemberg eine Schule. Dabei<br />
			stelle ich fest, dass wirklich viel in Bewegung ist. &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Es gibt allein 6000 Arbeitsgemeinschaften in Musik, 1500<br />
			Theater-Arbeitsgemeinschaften, über 100 Juniorfirmen, 2200 innovative<br />
			Schulprojekte mit dem Computer, Streitschlichterprogramme,<br />
			Schülermentorenprogramme&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>&#8230; neue Lernformen und vieles andere. Übrigens gibt es viele<br />
			Lehrerinnen und Lehrer, die sich sehr engagieren für die Zukunft ihrer<br />
			Schülerinnen und Schüler, mit ihnen eine Lehrstelle suchen, sie im Blick<br />
			auf ihr künftiges Studium beraten, mit Schülern auf Klassenfahrt, in die<br />
			Skifreizeit und auf Exkursionen gehen. Ich finde wirklich, es ist mehr los<br />
			als manche denken.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant11:</th>
<td>Glauben sie wirklich, dass das was sie gezeigt bekommen dem realen<br />
			Schulalltag entspricht?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Das ist immer nur ein Ausschnitt. Mir wird übrigens nicht nur etwas<br />
			gezeigt, mir werden in der Regel Probleme geschildert. Wir reden viel über<br />
			Defizite, und natürlich weiß ich, dass es in unseren Schulen auch manches<br />
			gibt, was nicht so toll ist. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass wir<br />
			ein bisschen verliebt sind in die Defizite.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Plinius:</th>
<td>Guten Tag Frau Ministerin, wir Schüler in Baden-Württemberg würden<br />
			gerne wissen, welche Überlegungen -außer den Sparmaßnahmen- spielten bei<br />
			der Oberstufen Reform eine Rolle?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Die Neuordnung der Oberstufe ist keine Sparmaßnahme&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>In Wirklichkeit werden für die Schulen in Baden-Württemberg in jedem<br />
			Jahr mehr Geld ausgegeben als im Jahr zuvor. Im übrigen ist<br />
			Baden-Württemberg (mit Bayern) das Land mit den höchsten Bildungsausgaben.<br />
			Die neue Oberstufe soll Schwachstellen beheben, die von den Hochschulen,<br />
			von der Wirtschaft und übrigens auch von den allermeisten Schulleitern<br />
			beklagt werden: &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">HansPeter:</th>
<td>Warum wurden die Schüler nicht stärker bei der OS-Reform miteinbezogen<br />
			?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>zu viel Spezialisierung, zu wenig Grundlagen, zu wenig<br />
			Naturwissenschaften&#8230; Wir brauchen eine moderner Oberstufe. Deshalb die<br />
			Reform.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>entschuldigen sie bitte ich war wohl etwas voreilig
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Zu HansPeter: Der Landesschülerbeirat ist von Anfang an beteiligt<br />
			gewesen und hat uns auch wichtige Anregungen gegeben, die wir aufgenommen<br />
			haben. Es haben über 50 Diskussion mit Mitarbeitern des Ministeriums in<br />
			den Gymnasien stattgefunden. An jeder Diskussion konnten sich die<br />
			Schülerinnen und Schüler beteiligen&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Ich bin in den zwei Jahren zig-fach im Land unterwegs gewesen und habe<br />
			auch mit Schülern diskutiert&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Von diesen Gesprächen weiß ich, dass es von Schülern unterschiedliche<br />
			Meinungen zu dieser Reform gibt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant5:</th>
<td>Hallo Frau Schavan! Der Umgang der CDU mit der Parteispendenaffäre ist<br />
			auch in Ihrer eigenen Partei umstritten. Wie beurteilen Sie in dieser<br />
			Hinsicht das Im-Amt-Bleiben Roland Kochs in Hessen und die Tatsache, dass<br />
			Helmut Kohl wieder hofiert wird, vor allem im Hinblick auf die<br />
			Glaubwürdigkeit unserer Demokratie?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Die Affäre hat der Glaubwürdigkeit der CDU sehr<br />
			geschadet&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Hofiert wird allerdings bei uns niemand. Ich finde es richtig, dass<br />
			wir unterscheiden zwischen den politischen Leistungen von Helmut Kohl,<br />
			z.B. im Hinblick auf die Deutsche Einheit und die Einigung Europas, und<br />
			seinen Verfehlungen in der Spendenaffäre. Das hat nichts mit hofieren zu<br />
			tun&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Ihr könnt Euch vorstellen, dass vor allem wir Jüngeren in der CDU<br />
			ziemlich verärgert sind durch das, was die Spendenaffäre mit sich bringt.<br />
			&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Im Blick auf Hessen geht es um Vorgänge, die vor der Zeit von Roland<br />
			Koch liegen. Und ich weiß, dass Roland Koch in Hessen ein sehr beliebter<br />
			Ministerpräsident ist. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant1:</th>
<td>Was kann die Schule ihrer Meinung nach zur Herausbildung eines<br />
			demokratischen Bewusstseins tun ( z.B. gegen den<br />
			Rechtsradikalismus)?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Zur Schule gehört die Beschäftigung mit all dem, was europäische<br />
			Kultur und europäisches Selbstverständnis prägt: die Leidenschaft für<br />
			Demokratie, ein Verständnis vom Menschen als Person mit unverwirkbarer<br />
			Würde, vernunftgeleitete Wertorientierung und auch die Traditionen des<br />
			Christentums&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Gegen Zynismus und Extremismus muss Leidenschaft für die Demokratie<br />
			entwickelt werden, gegen einfache Parolen, gegen die schnellen Lösungen.<br />
			Und natürlich ist auch wichtig zu lernen, Konflikte eben nicht mit<br />
			Zynismus und Gewalt lösen zu wollen. Jede Schule ist so etwas wie eine<br />
			kleine Polis. Da gibt es viele Situationen, in denen sich das<br />
			selbstverständlich lernen lässt&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Und vieles, was in unseren Bildungsplänen steht, ist auch gut geeignet<br />
			dazu.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">raphaelsmile:</th>
<td>Frau Schavan, darf ein Schulleiter einer Schülerzeitungsredaktion<br />
			verbieten, die Zeitung in der großen Pause zu verkaufen? Er möchte, dass<br />
			wir sie nach der Schule verkaufen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Dürfen darf er schon. Er ist ja der Hausherr. Aber leider kenne ich<br />
			nicht seine Gründe, weshalb ich dann auch nur so allgemein antworten<br />
			kann.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant4:</th>
<td>Hallo Frau Schavan, eine Frage zum Thema &quot;Leitkultur&quot;: Wie verträgt<br />
			sich ihre Entscheidung von 1998, einer türkischen Lehrerin den Schuldienst<br />
			zu versagen, weil sie auf das Tragen des Kopftuches besteht, mit der<br />
			Verfassung, in der es doch heisst: &quot;Die Freiheit des Glaubens, des<br />
			Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen<br />
			Bekenntnisses sind unverletzlich&quot;?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Das war keine Frage der Leitkultur, zumal ich finde, dass das Wort<br />
			Kultur reicht&#8230;..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Es war eine Güterabwägung zwischen der Freiheit der Lehrerin und der<br />
			Freiheit ihrer Schülerinnen und Schüler. &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Da war ein Konflikt entstanden. Und in diesem Konflikt habe ich mich<br />
			dafür entschieden, auch die Freiheit der Schüler und Schülerinnen zu sehen<br />
			und die Forderung, dass wir die weltanschauliche Neutralität der Schule<br />
			wahren müssen. In der Türkei ist übrigens das Kopftuch nicht nur in der<br />
			Schule, sondern generell in allen öffentlichen Ämtern verboten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>zwischendurch ein kleines Dankeschön:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Dietz:</th>
<td>Sehr geehrte Frau Schavan, als OB der Stadt Weil am Rhein grüße ich<br />
			Sie sehr herzlich. Gerne denke ich an unserer Begegnungen in Brüssel<br />
			zurück. Die Gelegenheit will ich gerne nutzen und Ihnen nochmals sehr<br />
			herzlich für Ihre Intervention danken, mit der die<br />
			Spanisch-Unterrichtsversorgung am Kant-Gymnasium im laufenden Schuljahr<br />
			gesichert wurde. Die Schüler haben das mit großer Freude<br />
			aufgenommen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant12:</th>
<td>Sehr geehrte Frau Schavan, wie erklären Sie sich den abnehmenden<br />
			Stellenwert der deutschen Hochschulbildung im internationalen Vergleich?<br />
			Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für den Attraktivitätsverlust des<br />
			Standorts Deutschland und wie könnte man diesem Trend entgegen<br />
			wirken?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Zu Dietz: Herzliche Grüße an Sie. Es wird Zeit, dass ich mal wieder<br />
			nach Brüssel fahre.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>na ja jetzt wieder zu den fragen 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Zu Kant 12: Der Wissenschaftsstandort Deutschland ist besser als sein<br />
			Ruf. Aber die internationale Konkurrenz wird größer. Die bürokratischen<br />
			Hindernisse für ausländische Studierende müssen abgebaut werden.<br />
			&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Es müssen mehr kürzere Studien angeboten werden. Und manchmal haben<br />
			Studierende auch den Eindruck, dass sie in der Masse untergehen. Wir<br />
			brauchen mehr kleiner Hochschulen, z.B. Fachhochschulen und<br />
			Berufsakademien.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant11:</th>
<td>Ist meine Freiheit verletzt wenn mein Lehrer ein Kreuz an einem<br />
			Kettchen um den Hals trägt?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Nein. Das Kopftuch für Frauen ist im Islam heute umstritten und<br />
			keineswegs ausschließlich Ausdruck einer religiösen Überzeugung. Es wird<br />
			von vielen als Zwang empfunden und es gilt auch als Zeichen für kulturelle<br />
			Abgrenzung&#8230;..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Das lässt sich vom Kreuz SO nicht sagen. Das Kreuz gehört zu unserer<br />
			Kultur.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">raphaelsmile:</th>
<td>Frau Schavan, er behauptet, der Unterricht in den darauf folgenden<br />
			Stunden würde behindert werden, weil ein paar Schüler die neue<br />
			Zeitungsausgabe lesen würden. Allerdings das paradoxe &#8211; das Jahrbuch, der<br />
			Schulbericht, usw. wird selbstverständlich in der großen Pause verkauft.<br />
			Können Sie dazu vielleicht näher Stellung nehmen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>:-)&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Ihr könntet doch einfach mit Eurem Schulleiter ausmachen, dass der<br />
			Unterricht wirklich interessanter ist als die Zeitung und die deshalb erst<br />
			danach gelesen wird.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant3:</th>
<td>Waren sie sich bei der Einführung der gymnasialen Profile dessen<br />
			bewusst, dass es zum Beispiel für die sprachlichen Züge zu wenig Lehrer<br />
			gibt, ich denke dabei speziell an Spanischlehrer
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Gerade habe ich gehört, dass die Versorgung im Fach Spanisch gesichert<br />
			ist!! 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant4:</th>
<td>Sie haben neulich entschieden, Rolf Hochhuths brisantes Buch &quot;eine<br />
			Liebe in Deutschland&quot; an den beruflichen Gymnasien wieder als<br />
			Pflichtlektüre zu streichen. Daraufhin ist die Abiturauswahlkommission<br />
			komplett zurückgetreten. Ging diese Entscheidung auf Bitten von Lehrern<br />
			zurück oder spielten politische Gründe eine Rolle?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Sie ging auf Einwände von Fachberatern zurück. Es ging darum, dass<br />
			normalerweise für Pflichtlektüren im Deutschabitur mehr Material für<br />
			Schüler zur Verfügung stehen muss, als das bei diesem Buch der Fall ist.<br />
			Es ist also kritisch gefragt worden, ob die Chancengleichheit gewahrt ist.<br />
			Das muss ich ernst nehmen. Es ist aber stattdessen ein anderes Buch<br />
			vorgeschlagen: Ingeborg Drewitz: Gestern war heute
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Ich kann Euch die Lektüre nur raten. Es geht zum gleichen<br />
			Thema. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Jetzt die vorletzte Frage:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant5:</th>
<td>Frau Schavan, noch eine allgemeinpolitische Frage: Viele Parteien im<br />
			heutigen Deutschland nehmen ihre Gestaltungsaufgabe nicht mehr war,<br />
			sondern beschränken sich mehr und mehr aufs Krisenmanagement. Wie<br />
			beurteilen Sie die Möglichkeiten eines Politikers, in Deutschland an der<br />
			politischen Willensbildung &#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant5:</th>
<td>&#8230;mitzuwirken, und sich nicht nur den Strömungen im Wählervolk<br />
			anzupassen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Ich finde, dass Politik sich nicht nur am Trend orientieren darf,<br />
			sondern auch selbst Impulse in die Gesellschaft hinein geben<br />
			muss&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Dazu gibt es auch gute Möglichkeiten. Wer das tut, macht sich nicht<br />
			immer beliebt, und ist möglicherweise auch nicht immer erfolgreich &#8211; aber<br />
			glaubwürdiger. Deshalb braucht die Politik Menschen mit Rückrat und guten<br />
			Ideen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant9:</th>
<td>Deutschlands Schulen hinken im europäischen Vergleich beim<br />
			Internet-Anschluss immer noch deutlich hinterher. Zu welcher zusätzlichen<br />
			Anstrengung wären Sie hier bereit (Gelder, professionellere Lehrgänge für<br />
			Lehrer usw.)
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Alle Schulen in BaWü haben die technischen Voraussetzungen für einen<br />
			Zugang zum Internet. Dafür hat die Landesregierung viel Geld ausgegeben.<br />
			Tausende Lehrer und Lehreinnen wurden professionell weitergebildet.<br />
			&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Das werden wir in den nächsten Jahren fortsetzen und viel Geld dafür<br />
			zur Verfügung stellen. Übrigens gibt es über 2200 innovative Schulprojekte<br />
			mit dem Computer an den Schulen in BAWü. Ein gutes Zeichen dafür, dass<br />
			viele Schulen schon sehr weit sind.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kuka:</th>
<td>Zum Schluss: Vielen Dank, Frau Schavan, wir bedanken uns für Ihre<br />
			Bereitschaft,, sich auf alle Fragen inhaltlich einzulassen. Es hat großen<br />
			Spaß gemacht!!! Peter Kunze (betreuender Lehrer)
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>So das wars leider schon. Wir danken ihnen recht herzlich im Namen vom<br />
			Cornelsen Verlag uund politik-digital, dass sie sich den Fragen gestellt<br />
			haben! Wir wünschen ihnen viel Erfolg in der Durchsetzung ihrer<br />
			Ziele
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">AnnetteSchavan:</th>
<td>Vielen Dank für den Chat. Ich wünsche alles Gute und einen guten<br />
			Tag!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant9:</th>
<td>Vielen Dank! Auf Wiedersehen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant12:</th>
<td>Vielen Dank für Ihr Gespräch!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant7:</th>
<td>Vielen Dank!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant5:</th>
<td>Frau Schavan, wir danken Ihnen recht herzlich für dieses<br />
			Gespräch.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant1:</th>
<td>Ich danke Ihnen für die Diskussionsbereitschaft&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant8:</th>
<td>Vielen Dank,dass Sie sich die Zeit für den Chat genommen<br />
			haben!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant3:</th>
<td>danke
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant4:</th>
<td>Tschüss Frau Schavan
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant13:</th>
<td>Danke und Tschüß
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant11:</th>
<td>Tschüss&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant9:</th>
<td>Vielen Dank für Ihre Stellungnahme! Auf Wiedersehen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant1:</th>
<td>danke
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant2:</th>
<td>Vielen Dank!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant1:</th>
<td>schönen tag
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Dietz:</th>
<td>Besten Dank und hoffentlich auf baldiges Wiedersehen in Weil am Rhein.<br />
			Ihr Wolfgang Dietz
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Hier nun die restlichen Fragen für die leider keine Zeit verblieb um<br />
			sie zu stellen
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">oli9876:</th>
<td>Generell ist Deutschland das einzige Industrieland ohne wirkliche<br />
			Eliteschulen, so muss Deutschland immer mehr Spitzenkräfte beispielsweise<br />
			an die USA abgeben, da sie dort eine bessere Ausbildung geniessen und<br />
			dementsprechend mehr Zukunftsperspektive haben.Was halten sie davon etwas<br />
			kapitalistischer zu denken und den Grossteil des schulischen<br />
			Beamtenapparates zu sprengen um hochwertige Kräfte halten z
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">star45:</th>
<td>Guten Tag Frau Dr.Schavan, wäre es nicht sinnvoll mehr Schulen zu<br />
			privatisieren, sprich den Beamtenapparat zu reduzieren, um effizienter und<br />
			leistungsbetonter lernen bzw.unterrichten zu können? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">richie:</th>
<td>Wirklich gute Zukunftsinformation fehlt an den deutschen Schulen, da<br />
			der Grossteil der Schulabgänger keine Ahnung hat was er nach dem Abschluss<br />
			seiner Reifeprüfung machen soll.Wie kann die CDU diese Situation<br />
			verändern?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">binus:</th>
<td>Was tun Sie für die Internationalisierung der Universitäten in Baden<br />
			Württemberg?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">g566344:</th>
<td>Frau Schavan, Sie forcieren die Debatte um Studiengebühren. Warum ist<br />
			Ihnen das so wichtig?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">robbie:</th>
<td>guten tag frau ministerin, was halten sie von einer<br />
			schulzeitverkürzung im abitur auf 12 jahre?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant12:</th>
<td>Sehr geehrte Frau Schavan, wieso messen Sie einer besseren<br />
			Sachausstattung und Personalbesetzung der Schulen keine größere Bedeutung<br />
			bei? Beispielsweise könnten Lehrer nach Leistung bezahlt werden; warum<br />
			wird stattdessen am Beamtenstatus festgehalten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant9:</th>
<td>Liebe Frau Schavan, welche Möglichkeiten sehen Sie, die fachlichen und<br />
			pädagogischen Fähigkeiten der Lehrerinnen und Lehrer zu verbessern und<br />
			somit ihre Kompetenz und Motivation zu steigern?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant11:</th>
<td>Frau Schavan: Aufgrund erhöhter Anforderungen (schwierige Schüler,<br />
			immer längere Arbeitszeiten) absolvieren immer mehr Lehrer unmotiviert und<br />
			lustlos ihren Unterricht. Außerdem werden mehr und mehr Lehrer krank oder<br />
			scheiden wegen Dienstunfähigkeit frühzeitig aus. Wie wollen Sie diesem<br />
			Trend entgegen wirken.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant4:</th>
<td>Funktioniert unsere Schule trotzdem nicht zunehmend nach dem Prinzip<br />
			&quot;Denke-lite statt Denkelite&quot;?!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">raphaelsmile:</th>
<td>Frau Schavan, was halten Sie von einem speziellen Fach &quot;Wirtschaft&quot;,<br />
			wie es von vielen gefordert wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Knert:</th>
<td>Welche Änderungen wollen Sie veranlassen um Computerunterricht zu<br />
			fördern?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant10:</th>
<td>Sie sind ja auch engagierte Katholikin. Was halten Sie von den<br />
			jüngsten Stellungsnahmen des Vatikans zur Ökumene und zur<br />
			Schwangerenberatung? Welche Rolle spielt für Sie das &quot;C&quot; im<br />
			Parteinamen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant2:</th>
<td>Hallo Frau Schavan, mit der von ihnen unterstützten Einführung der<br />
			neuen Medien, werden auch kompetente Lehrkräfte nötig. Wie wollen Sie<br />
			dafür sorgen, dass diese zur Verfügung stehen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant2:</th>
<td>Gerade angesichts der Forderungen aus der Wirtschaft hat man den<br />
			Eindruck, die Allgemeinbildung werde immer mehr in den Hintergrund<br />
			gedrängt. Was wollen Sie dagegen unternehmen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant8:</th>
<td>Immer mehr Unterricht findet inzwischen auch am Nachmittag statt- die<br />
			Schule wird also zur Ganztagsschule. Bei uns z.B. fehlt aber die<br />
			entsprechende Infrastruktur (Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung usw.).<br />
			Wie wollen Sie dieses Problem lösen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant3:</th>
<td>Wie erklären Sie sich die Notwendigkeit, trotz unseres teuren<br />
			Bildungssystems in einigen Bereichen auf ausländischen Spezialisten<br />
			zurückgreifen zu müssen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant10:</th>
<td>Sie sagten vorher, dass wir &quot;zu verliebt in unsere Defizite&quot; wären.<br />
			Meinen Sie es zeugt von Problemverliebtheit, wenn man darüber klagt, dass<br />
			man mitten im 12.Schuljahr zwei Lehrerausfälle in Prüfungsfächern hat,und<br />
			daraus resultierend ein großes Stundendefizit. Das ist kein Einzelfall und<br />
			stellt ein sehr großes Problem für die Abiturvorberetung da. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kant1:</th>
<td>Das Statistsische Bundesamt meldete vor einigen Tagen, dass fast zwei<br />
			drittel der 1999 pensionierten Lehrer frühzeitig wegen Dienstunfähigkeit<br />
			ausscheiden mussten.Wie erklären sie sich die bedrückend hohe Zahl und was<br />
			gedenken sie dagegen zu tun?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kant4:</th>
<td>In diesem Zusammenhang: Wie wurden in ihren Kreisen Guido Westerwelles<br />
			Auftritte bei Big Brother und Stefan Raab aufgenommen?</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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