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	<title>Filesharing &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Filesharing &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Vergessene Online-Welten &#8211; Teil 6: Was macht eigentlich Napster?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2013 10:55:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dem kometenhaften Aufstieg folgte ein rasanter und tiefer Fall: Nur zwei Jahre nachdem 80 Millionen Menschen auf der Musiktauschbörse Napster [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="stcpDiv">
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Napster.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-132500" alt="Napster" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Napster.jpg" width="640" height="412" /></a>Dem kometenhaften Aufstieg folgte ein rasanter und tiefer Fall: Nur zwei Jahre nachdem 80 Millionen Menschen auf der Musiktauschbörse Napster aktiv waren, existierte dieser  Meilenstein der Internetgeschichte  in seiner ursprünglichen Form nicht mehr. Im sechsten und letzten Teil unsere Reihe über vergessene Online-Netzwerke schauen wir auf die Entstehungsgeschichte und den (zwischenzeitlichen) Niedergang der Musiktauschbörse.</p>
<h3>Wie es wurde, was es war</h3>
<p>1999 brachte der 19-jährige Informatik-Student Shawn Fanning mit Unterstützung  von Sean Parker, dem späteren „<a href="http://www.theguardian.com/theobserver/2013/jun/09/sean-parker-tech-titan-billionaire-lifestyle">Bad Boy des Silicon Valley“</a>, und seiner Hacker-Gemeinschaft einen Musikdienst auf den Markt. Bis dahin lagen viele MP3-Dateien auf veralteten privaten Websites, die oft nur kurzfristig online waren. Die damals noch <a href="http://www.ipadblog.de/app/die-wahre-geschichte-des-musikdienstes-napster/">langsamen Suchmaschinen</a> befanden sich außerdem oft nicht auf dem aktuellen Stand. Fanning, selbst erst seit zwei Jahren in Besitz eines Computers, wollte diese Situation ändern. Sein Dienst steht noch heute für die Revolution des sogenannten Peer-to-Peer(P2P)-Filesharings:  Er schuf einen zentralen Server, auf dem sowohl Musikangebote als auch Nachfragen eingingen und der es ermöglichte, jeweils zwei Anwender miteinander zu verbinden. So konnten die User freigegebene Musikdateien direkt von den Servern anderer Nutzer herunterladen. Titel der Musikbörse wurde Fannings eigener Spitzname „Napster“, erster Geldgeber der Geschäftsmann <a href="http://www.theregister.co.uk/2003/10/08/napsters_back_what_did_silicon/">Yosi Amram</a>.<br />
„Napster Inc.“ und das schon vorher bekannte Peer-to-Peer-Verfahren entwickelten sich in rasender Geschwindigkeit zu einem Massenphänomen: Schon in den ersten Wochen nach dem Launch der Plattform verzeichnete Napster  rund 15.000 Downloads. Ende 1999 – Fanning hatte sein Studium aufgrund des Erfolges von Napster längst abgebrochen – war der neue Service die am schnellsten wachsende Internetanwendung der Welt. Denn bei Napster war alles zu finden, was der Musikmarkt hergab, und noch mehr: von populärer Chart-Musik über Klassik und alternative Geheimtipps, bis hin zu musikalischen Variationen, die im freien Handel gar nicht erhältlich waren – und zwar kostenlos. Daneben hatte Fanning  eine Reihe von Chatrooms entwickelt, die es Usern ermöglichte, sich über Musik und Privates auszutauschen. Ähnlich wie später in den sozialen Netzwerken konnten die Napster-Konsumenten außerdem persönliche Freundeslisten erstellen. Ein weiterer Grund für das schnelle Anwachsen: Man hatte nicht nur  die Möglichkeit, nach einzelnen Songs zu suchen, sondern konnte auch auf den Musik-Festplatten anderer Nutzer herumstöbern und dort Neues entdecken.<br />
In weniger als zwölf Monaten hatte sich eine riesige “Napster-Community“ gebildet. Napster war zur bekanntesten Marke im Musikbereich und Fanning ein Star geworden, den sogar das Time Magazine auf seinem Titelblatt präsentierte. Der Börsenwert des Musikdienstes betrug im Jahr 2000 über 100 Millionen Dollar.</p>
<h3>Aus der Traum</h3>
<p>Napster gab – gemeinsam mit anderen Online-Diensten wie Gnutella – einen entscheidenden Anstoß  für die bis heute andauernden Umwälzungen innerhalb der Musikbranche. Die Musikindustrie war es auch, die um ihre Gewinne fürchtete und Napster deshalb von Anfang an höchst skeptisch beäugt hatte. Denn Napster bewegte sich (urheber)rechtlich auf dünnem Eis. Mit dem aufkeimenden Konflikt zwischen den beiden Akteuren fand die noch heute aktuelle Urheberrechts-Debatte erstmals Eingang in die etablierten Medien: Erleichtern Service-Provider wie Napster den Diebstahl von geschütztem Material oder ist es das Recht des Nutzers, Musik frei im Netz auszutauschen und Stücke nach eigenem Belieben künstlerisch weiterzuentwickeln? Inwieweit ist der Service-Anbieter für mögliche Urheberrechtsverletzungen seiner User verantwortlich?<br />
Erste Rechtsstreitigkeiten zwischen dem  Verband der US-Musikwirtschaft RIAA und Napster erfolgten schon 1999. Die RIAA warf Napster vor, für <a href="http://www.ipadblog.de/app/die-wahre-geschichte-des-musikdienstes-napster/">Produktpiraterie in großem Ausmaß</a> (mit)verantwortlich zu sein – schließlich liefen die Suchanfragen über den zentralen Server von Napster. Und nicht nur die RIAA ging vor Gericht. Denn Napster hatte neben glühenden Verehrern auch eine große Anzahl erbitterter Gegner innerhalb der Musikerszene selbst. Ganz vorne mit dabei: Metallica. Im Jahr 2000 klagte die Band mit dem Vorwurf, Napster verletzte ihr Urheberrecht, gegen die Musiktauschbörse. Daraufhin erklärte sich Napster schlussendlich bereit, rund 335.000 User auszuschließen, die das Copyright von Metallica verletzt hatten.<br />
Zunächst beflügelten diese Auseinandersetzungen die Popularität von Napster noch weiter. Die Medien stürzten sich auf den Fall und machten Napster durch Schlagzeilen wie „The War over Napster“ noch bekannter. Außerdem meldeten sich die ausgeschlossenen Nutzer unter neuen Usernamen einfach wieder an. Einige Künstler, wie Courtney Love und die Beastie Boys, sprachen Napster ganz explizit ihre Unterstützung aus. Denn so manch unabhängige junge Band konnte erst durch Napster ein größeres Publikum erreichen. Trotzdem: Die Klage von Metallica war Mitauslöser für eine Prozesslawine, die Napster überrollen sollte.<br />
Im Sommer 2000 ging die Musikindustrie endgültig in die Offensive: <a title="A&amp;M Records" href="http://en.wikipedia.org/wiki/A%26M_Records">A&amp;M Records</a>, eine Tochterfirma der UniversalMusicGroup, und eine große Anzahl weiterer Mitglieder der RIAA erstritten vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen Napster – die endgültige Abschaltung des Dienstes aber wurde vorerst durch einen Einspruch Napsters verhindert. Die Tauschbörse ließ nichts unversucht, den eigenen Niedergang aufzuhalten: Noch im Oktober 2000 schloss Napster einen Vertriebs- und Lizenzierungsvertrag mit der Bertelsmann eCommerce Group, mit deren Hilfe Napster ein kostenpflichtiges Abo-System einrichten wollte. Außerdem führte die Plattform Anfang 2001 – nachdem ein weiterer Gerichtsbeschluss Napster die Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen zur Auflage gemacht hatte – eine  Filtersoftware ein, die den Austausch von urheberrechtlich geschützten Songs verhindern sollte. Diese Software funktionierte allerdings nur bedingt. Weitere Niederlagen vor Gericht, laufende Klagen wegen Copyright-Verletzungen  und insbesondere das technische Scheitern einer gerichtlich angeordneten hundertprozentigen Filterung von geschütztem Material führten letztendlich dazu, dass Napster im Juli 2001 mehr oder weniger „freiwillig“ vom Netz ging. Damit war das Filesharing-Netzwerk, so wie es die User bis dahin kannten, Geschichte.<br />
Von nun an wollte sich Napster ganz auf kostenpflichtige Musik-Abodienste konzentrieren. Außerdem willigte die Geschäftsführung  ein, hohe Zahlungen an Musiker und Rechteinhaber  für bisherige Copyrightverletzungen und Lizenzzahlungen zu leisten<i>.</i> Anfang 2002 ging ein Prototyp des „neuen“ Napsters als Testversion online. Die ehemalige Tauschbörse, ohnehin nur noch ein Schatten ihrer selbst, steckte von da an jedoch in höchsten finanziellen Schwierigkeiten. 2002 wurde beschlossen, den schwächelnden Musikdienst zu hundert Prozent an Bertelsmann zu verkaufen. Das wiederum führte zu internen Querelen, am Ende trat Napster-Gründer Shawn Fanning gemeinsam mit hochrangigen Mitarbeitern zurück – Mitbegründer Sean Parker hatte Napster schon früher aufgrund von Streitigkeiten verlassen. Hinzu kam, dass ein amerikanischer Konkursrichter die Transaktion zwischen Napster und Bertelsmann untersagte. Damit sahen viele Medien das Schicksal von Napster besiegelt. Im November 2002 wurde das Konkursverfahren eröffnet. Eine weitere Wende vor Gericht aber verhinderte das endgültige <a href="http://www.ipadblog.de/app/die-wahre-geschichte-des-musikdienstes-napster/">Todesurteil</a> von Napster. Schlussendlich wurden die Überreste der in Grund und Boden geklagten Legende Ende 2002 für nur 5,3 Millionen Dollar an die amerikanische Software-Firma Roxio verkauft.</p>
<h3>Geht da noch was?</h3>
<p>Da geht noch was, aber es geht ganz anders. Das Napster von heute hat mit der damaligen Tauschbörse und dem zugehörigen Peer-to-Peer-Verfahren nichts mehr gemeinsam. Roxio hatte lediglich den Markennamen, die Internet-Domain und Teile der Technologie erworben. Im Oktober 2003 wurde ein kommerzielles Online-Musikangebot unter dem Namen Napster –wiederum mit Unterstützung von Fanning – auf den Markt gebracht. Nach einer weiteren Zwischenstation übernahm 2011 das US-Börsenunternehmen Rhapsody International Inc. die Marke. Rhapsody bietet einen Musik-Streaming- und Download-Dienst, der sich auf Musik-Abonnements im Web und für mobile Endgeräte spezialisiert hat. In Europa wird dieser Dienst unter dem Namen Napster bereitgestellt. Mit seinem Angebot steht Napster nun auf dem hart umkämpften Streaming-Markt in direkter Konkurrenz zu anderen Anbietern wie Spotify. Bisher aber läuft es gar nicht schlecht: Vor kurzem erst <a href="http://news.rhapsody.com/2013/06/03/listen-up-europe-napster-is-coming/">gab Rhapsody bekannt</a>, seinen Dienst nun in insgesamt 16 europäischen Staaten zur Verfügung zu stellen – zuvor war Napster innerhalb Europas nur in Großbritannien und Deutschland präsent.<br />
Aber das „alte Napster“ ist nicht vergessen. Erst 2012 veröffentlichte der Rechtsprofessor Michael A. Carrier die Studie „<a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2099876">Copyright and Innovation: The Untold Story</a>“. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die damalige Schließung von Napster kaum dazu beitrug, illegale Kopien zu verhindern. Allerdings habe das unfreiwillige Ende des Peer-to-Peer-Dienstes die Innovationsfähigkeit innerhalb der Musikbranche um Jahre zurückgeworfen. Für alle Interessierten sei außerdem die Dokumentation „<a href="http://www.lamag.com/laculture/culturefilesblog/2013/07/10/remember-napster-somebody-cared-enough-to-make-a-documentary">Downloaded</a>“  (2013) empfohlen, die Fanning, Parker und insbesondere den Aufstieg und Fall der  Tauschbörse Napster beleuchtet.<br />
Und zu guter Letzt: Was wurde eigentlich aus den Napster-Gründern Shawn Fanning und Sean Parker? Fanning investierte in eine Reihe Technologie-Startups und gründete 2010 ein neues Unternehmen namens Path.com, ein soziales Netzwerk für mobile Geräte. Sean Parker ist mittlerweile Milliardär. Nach  einem Treffen mit Mark Zuckerberg wurde er Gründungspräsident von Facebook. Weitere Projekte folgten, und mittlerweile arbeitet Parker sogar wieder mit Fanning <a href="http://www.billboard.com/biz/articles/news/digital-and-mobile/1552508/qa-sean-parker-and-shawn-fanning-on-downloaded-the">zusammen</a>. Gemeinsam haben die beiden 2012 das Life-Video-Netzwerk <a href="https://www.airtime.com/">airtime.com</a> als Facebook-Web-App gelauncht.<br />
Befragt man die beiden heute zu Napster, scheinen sie selbst kaum glauben zu können, was damals passiert ist. Parker fasste die damalige Situation vor kurzem in einem <a href="http://www.downloadedthemovie.com/">Interview</a> wie folgt zusammen: „Wir waren eigentlich Highschool-Kids, die innerhalb von zwölf Monaten eine der großen US-Industrien in die Knie zwangen und im größten Rechtsstreit der Welt bekämpften.“ In diesem Streit haben Parker und Fanning damals den Kürzeren gezogen. Die Debatte um Urheberrechte und Filesharing aber begleitet uns bis heute.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-1-die-vz-netzwerke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 1 der Reihe: Was machen eigentlich die VZ-Netzwerke?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-2-myspace/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 2 der Reihe: Was macht eigentlich MySpace?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessen-in-den-online-welten-was-mach-eigentlich-second-life/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 3 der Reihe: Was macht eigentlich Second Life?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-4-lokalisten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 4 der Reihe: Was macht eigentlich Lokalisten?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-5-mikroblogging-dienste/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 5 der Reihe: Mikroblogging-Dienste</a><br />
&nbsp;
</div>
<p>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lifesagamble/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jane</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Soziale Netzwerke: &#8220;Auf ewig binden&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/soziale-netzwerke-auf-ewig-binden-121952/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Oct 2012 16:58:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digital Backyards]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter dem Titel &#8220;Alternative Social Networking&#8221; fand auf der internationalen Konferenz „Digital Backyards“ am Vormittag ein Workshop statt, der sehr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/soziale-netzwerke-auf-ewig-binden/ohrenflimmern-cc-by-sa-3-0-via-berliner-gazette-jpg-0x675-mjm9exmza4gkqpvilgtjacoj24e4gqfr/" rel="attachment wp-att-121954"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-121954" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ohrenflimmern-CC-BY-SA-3.0-via-Berliner-Gazette.jpg.0x675.mjm9exmza4gkqpvilgtjacoj24e4gqfr-630x408.jpg" alt="ohrenflimmern [CC BY-SA 3.0], via Berliner Gazette" width="605" height="391" /></a>Unter dem Titel &#8220;Alternative Social Networking&#8221; fand auf der internationalen Konferenz „Digital Backyards“ am Vormittag ein Workshop statt, der sehr unterschiedliche Möglichkeiten präsentierte, Gegenentwürfe für Facebook &amp; Co. zu entwickeln.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ein Netz, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Blaue zu treiben und ewig zu binden&#8221;</p></blockquote>
<p>Dieses Motto, angelehnt an die Gravur in dem Ring aus John R. R. Tolkiens Roman &#8220;Der Herr der Ringe&#8221;, drückt die Sorge von Datenschutz-Aktivisten weltweit aus, wenn es um Facebook geht. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Menlo Park sammelt von all seinen mehr als eine Milliarde Mitgliedern persönliche Daten und verdient mit diesen Daten Geld. Einigen Nutzern geht das zu weit, sie suchen Alternativen zu Facebook und den anderen großen Social Networks.</p>
<p>Am Freitagvormittag fand auf der internationalen Konferenz &#8220;<a href="http://berlinergazette.de/symposium/digital-backyards/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digital Backyards</a>&#8221; der Workshop &#8220;Alternative Social Networking&#8221; statt, in dem die Aktivisten Carlo von Loesch (Secushare), Daniel Reusche (Unlike Us) und Leena Simon (Social Swarm) ihre Projekte vorstellten und mit anderen  Experten über Möglichkeiten und Wege sprachen, Alternativen zu Facebook, Twitter, Google+ &amp; Co. zu entwickeln. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Projekte an sehr unterschiedlichen Ansätzen arbeiteten, vor allem aufgrund der unterschiedlichen Bewertung der aktuellen Situation und der Möglichkeiten, erfolgreich Alternativen zu schaffen.</p>
<p>Carlo von Loesch arbeitet für <a href="http://secushare.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Secushare</a>, ein Berliner Projekt, das an nutzerfreundlichen Alternativen zu bekannten Kommunikationskanälen wie Skype, Facebook und diversen Maildiensten arbeitet. Secushare legt den Fokus auf die Unabhängigkeit von der Infrastruktur Dritter und der Hoheit über die eigenen Daten. Statt komplexer dezentralisierter Nachrichtensysteme bietet Secushare eine soziale Komponente und eine intuitive Verschlüsselung an. Ziel ist es, durch simple Anwendungsmöglichkeiten bei Nutzern ein stärkeres Bewusstsein für Datenschutz und Sicherheit im Internet zu schaffen. Das Projekt ist vor allem deshalb auf Kommunikationsdienste angelegt, da von Loesch den Aufbau eine eigenen Infrastruktur für eine gescheiterte Idee hält, die einmal erfolgreich war, sich aber nicht richtig durchsetzen konnte. Immer weniger Gruppen, Vereine und Unternehmen setzen auf eigene Server und bedienen sich vielmehr kommerzieller Angebote von Unternehmen wie <a href="http://www.google.com/intl/de/chrome/business/#utm_medium=et&amp;utm_campaign=de&amp;utm_source=de-ww-et-b2bfooter_bsolutions" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google</a> oder <a href="http://www.heise.de/netze/meldung/Amazon-verkauft-Server-Rechenleistung-nach-Bedarf-155988.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amazon</a>.</p>
<p>Der ehemalige <a href="http://politik-digital.de/user/cloesch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Autor</a> von <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>  glaubt nicht an Veränderungen von Facebook, sondern setzt vielmehr auf die Schaffung attraktiver und nützlicher Alternativen. Sein Ziel ist es, mit Secushare eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filesharing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filesharing-</a>Software zu entwickeln, die ähnlich wie ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peer-to-Peer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peer-to-Peer</a>-Netzwerk und Cloud-Lösungen kommerzieller Unternehmen funktioniert und den Nutzern eine sichere Kommunikation ermöglicht. Der Datenverkehr der Kommunikation wird dabei wie Torrents über verschiedene Rechner geleitet, die sich durch die Software kennen und vertrauen und damit eine eigene, sichere Cloud darstellen. Zwar gibt es in der Testphase noch das eine oder andere Problem, aber von Loesch zeigte sich optimistisch, dass das Projekt mit etwas Zeit und finanzieller Unterstützung erfolgreich fortgeführt werden könnte. Er geht außerdem davon aus, dass sich das Grundprinzip durchsetzen könnte, da diese Art des Datenverkehrs noch frei von fest zementierten Standards ist und der Faktor Sicherheit nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Coolness zulegen wird.</p>
<p>Ebenfalls bei Secushare ist der Aktivist Daniel Reusche engagiert, er arbeitet aber auch für die Veranstaltungsreihe <a href="http://networkcultures.org/wpmu/unlikeus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unlike Us</a>, in deren Rahmen Künstler, Soziologen und Programmierer gemeinsam an Alternativen zu den bekannten sozialen Netzwerken forschen. Sinn der Unlike Us-Konferenzen ist es, Theorie und Praxis mit kreativen Reaktionen zu verbinden und soziale Netzwerke neu zu denken. Dabei stoßen die Aktivisten laut Reusche auf verschiedene Probleme, die unterschiedliche Lösungen benötigen. Zum einen müssen stabile und sichere Kommunikationsmöglichkeiten für Menschen in Ländern wie Syrien bestehen können, auf der anderen Seite sei der Aufbau dezentraler Infrastrukturen eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung, damit das Projekt unabhängiger von einzelnen wenigen Unternehmen arbeiten kann. Zur Zeit ist Reusche vor allem mit der Zusammenführung verschiedener Initiativen beschäftigt, um kreative und innovative Projekte zu bündeln. Dabei vor allem auf Open-Source-Lösungen und unterschiedliche gesellschaftliche Forschungen und Sichtweisen aufzubauen, klingt nach einem viel versprechenden Ansatz.</p>
<p>Die Bielefelder Bürgerrechts-Initiative <a href="http://www.foebud.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FoeBud</a> setzt wiederum auf die Verknüpfung bereits existierender Alternativen. Mit Diaspora, Friendica, buddycloud, Lorea, <a href="http://identi.ca" target="_blank" rel="noopener noreferrer">identi.ca</a> und bald auch Secushare gebe es genügend soziale Netzwerke, die dezentral organisiert sind und mehr Wert auf Datenschutz und die Privatsphäre ihrer Nutzer legen, als dies zum Beispiel Facebook oder Google tun. Leena Simon von FoeBud stellte das von der Free Software Foundation Europe unterstützte Projekte <a href="http://www.foebud.org/socialswarm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Swarm</a> vor, dass eine Plattform der verschiedenen dezentralen und datenschutzfreundlichen Netzwerke sein will. Durch die gemeinsame Erarbeitung offener Standards sollen die Netzwerke ähnlich dem E-Mail-Prinzip miteinander kommunizieren. So wie Googlemail-Nutzer problemlos Freunde bei web.de anschreiben können, soll dies dann auch zwischen <a href="http://identi.ca" target="_blank" rel="noopener noreferrer">identi.ca</a> und Diaspora funktionieren. Der FoeBud möchte auf diesem Weg den Nutzern die Möglichkeit geben, wieder die Kontrolle über die eigenen Daten im Internet zu erhalten. Simon sieht Social Swarm als einen funktionierenden Ansatz, denn es werde nicht einfach nur der Code eines anderen sozialen Netzwerkes kopiert, sondern Facebooks Erfolgsgeheimnis, die Vernetzung unserer sozialen Umwelt, kopiert. Diese Methode der plattformübergreifenden Kommunikation verspricht sich, von einem Blumenstrauß an Lösungen immer den bestmöglichen und für Nutzer angenehmsten Weg zu finden, so dass die Akzeptanz für die Nutzung sicherer Alternativen steigt.</p>
<p>Auf dem Workshop wurde eine Vielzahl interessanter Projekte vorgestellt und den Veranstaltern von der <a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Gazette</a> gelang es, kluge und kreative Denker an einen Tisch zu bringen, die gemeinsam über Alternativen zu den existierenden sozialen Netzwerken diskutierten. Es besteht zwar Uneinigkeit über den Weg, allerdings teilen alle dasselbe Ziel, und in der kreativen Vielfalt liegt vielleicht auch der innovativste Ansatz für eine neue Form der Netzwerke in einer digitalisierten Gesellschaft.</p>
<address>Die Veranstaltung &#8220;Digital Backyards&#8221; ist <a href="http://berlinergazette.de/forums/forum/digital-backyards/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> ausführlich dokumentiert.</address>
<address> </address>
<p><em><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-121978" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" alt="" width="305" height="53" /></a></em>(<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/</a>).</p>
<p><em><br />
</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Campus Party Europe: Ideen brauchen die Chance, sich zu verwirklichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Aug 2012 16:45:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auf der Campus Party Europe stand am Donnerstagvormittag die Diskussion um die Bedeutung des &#8220;geistigen Eigentums&#8221; im Blickfeld des internationalen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/campus-party-europe-ideen-brauchen-die-chance-sich-zu-verwirklichen/campus-party/" rel="attachment wp-att-120518"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-120518" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Campus-Party-630x472.jpg" alt="" width="630" height="472" /></a>Auf der Campus Party Europe stand am Donnerstagvormittag die Diskussion um die Bedeutung des &#8220;geistigen Eigentums&#8221; im Blickfeld des internationalen Publikums. Trotz namhafter Gäste brachte die Debatte keine neuen Erkenntnisse, bestätigte aber viele Ansätze zur Anpassung des Urheberrechts an eine digitale Gesellschaft, die auch von der deutschen Politik bereits aufgegriffen wurden.</p>
<p>Der Umgang mit &#8220;geistigen Eigentum&#8221; in einer digitalisierten Gesellschaft ist von großer Bedeutung für die Lösung der oft hitzigen Urheberrechtsdebatte, wie sie seit Monaten auch in Deutschland geführt wird. Während Urheber in Schutzbestimmungen für &#8220;geistiges Eigentum&#8221; die notwendige Bedingung zur Wahrung kreativer Arbeit sehen, wehren sich vor allem die Nutzer vermehrt gegen staatliche Regulierungsversuche im Internet. Die scheinbaren Fronten entsprechen aber nicht der Realität der Problemlage, wie sich in der Diskussion zeigte. Mit <a href="https://twitter.com/paulbrigner">Paul Brigner</a> vom Nordamerikabüro der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Society">Internet Society (ISOC)</a>, dem dänischen Creative-Commons-Aktivisten <a href="https://twitter.com/villum">Christian Villum</a> und <a href="https://twitter.com/anked">Anke Domscheit-Berg</a>, Gründerin von <a href="http://opengov.me/">opengov.me</a>, wurde die oft nur im nationalen Rahmen geführte Diskussion von einer globalen Perspektive betrachtet und gemeinsam über mögliche Lösungsansätze nachgedacht.</p>
<p>Im Eingangsstatement schilderte der Moderator Maurice Frank vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exberliner">EXBERLINER Magazin</a> mit persönlichen Erinnerungen ans Kopieren von Musikkassetten für Freunde bis zum Versenden von Liedern in Form von MP3-Dateien den grundlegenden Wandel für die Content-Industrie durch das Internet. Für ihn stellt sich die Frage, wie das Internet weiterhin offen und frei gestaltet werden kann, ohne dass die Wertschätzung und der Schutz für kreative Arbeit in unserer Gesellschaft verloren gehen. Für die ehemalige Microsoft-Managerin Anke Domscheit-Berg liegt ein Problem vor allem in der Anwendung veralteter Gesetze, die keinen Bezug zu unserer Zeit haben und deshalb nicht mehr passen. Ein fehlendes Verständnis für den Umgang mit <a href="http://irights.info/index.php?q=node/2104">digitalen Kopien</a>, die nach Ansicht Domscheit-Bergs in keiner Rivalität zum Original stehen, führten demnach zur fehlerhaften Annahme, dass es etwas wie &#8220;geistiges Eigentum&#8221; in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitalisierung#Soziale_und_.C3.B6konomische_Folgen_von_Digitalisierung">Digitalisierung</a> noch geben könne. Immaterielle Güter könnten nicht nach den gleichen Regeln wie materielle Güter behandelt werden, denn die Konzepte der Produktion und Distribution sind laut Domscheit-Berg zu unterschiedlich. Mit der Senkung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzfrist">Schutzfristen</a>, neuen Freiheiten im Umgang mit Nutzungsrechten und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle nannte sie einige Ansätze, um eine Reform des Urheberrechts friedlich voranzutreiben.</p>
<p>Der dänische Creative-Commons-Aktivist Christian Villum schloss sich der Forderung nach neuen Geschäftsmodellen an. Als Besitzer des Labels für elektronische Musik <a href="http://www.uhrlaut.com/label-profile/">Uhrlaut Records</a> lizenziert er die Werke seines Labels unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons">Creative Commons (CC)</a>, bietet die Musik für nicht-kommerzielle Zwecke frei an und schafft dadurch die benötigte Aufmerksamkeit, um andere Produkte des Labels wie Konzerte und Merchandise besser zu verkaufen. Durch den Wandel von einer Produktions- hin zu einer Informationsgesellschaft müssen seiner Meinung nach neue Geschäftsmodelle entwickelt werden, die Werte mit anderen Mitteln schaffen und diese finanziell vermarkten. Im Streit um eine Urheberrechtsreform sieht Villum das Aufeinandertreffen zweier verschiedener kultureller Vorstellungen von Wert und Nutzen kreativen Schaffens. Filesharing ist für ihn als Labelbetreiber, im Gegensatz zu anderen Verwertern, kein Diebstahl, sondern eine neue Möglichkeit, eine untereinander vernetzte und kommunizierende Gesellschaft gerechter zu gestalten.</p>
<p>Paul Brigner, der erst vor kurzem von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Motion_Picture_Association_of_America">Motion Picture Association of America (MPAA)</a>, dem Branchenverband der großen Hollywood-Studios, zur <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/MPAA-Manager-wird-Direktor-bei-der-Internet-Society-1479577.html">Internet Society gewechselt ist</a>, teilte zwar viele Gedanken der beiden anderen Gäste, fürchtet aber den Verlust von Potenzialen durch eine zu wenig auf das Wesentliche gerichtete Debatte. Seines Erachtens nach arbeitet die Content-Industrie konzentriert an neuen Geschäftsmodellen, wobei zwischen den verschiedenen Sparten unterschieden werden müsse. Eine zu belehrende Debatte durch Nutzer und Politiker, was wie getan werden müsse, schrecke aber vor allem neue Unternehmer und Entwickler ab. Diese Menschen würden jedoch benötigt, um neue Ideen und Konzepte zu entwickeln. Eine Reform des Urheberrechts und neue Geschäftsmodelle sollten seiner Meinung nach den Interessen der Kreativen besonderen Schutz zu gestehen.</p>
<p>In einer sehr sachlichen Diskussion redeten die Panelgäste am meisten über alternative Beispiele für funktionierende Geschäftsmodelle. Anke Domscheit-Berg stört sich an der stiefmütterlichen Behandlung von eBooks, die wegen analoger Methoden wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buchpreisbindung#E-Books">Buchpreisbindung</a> weiterhin von den Verlagen vernachlässigt würden. Während der Anteil an eBooks in Deutschland rund 2,5 Prozent ausmacht, ist er in der USA bereits bei über 50 Prozent Marktanteil. Diese Schieflage im internationalen Vergleich zeigt ihrer Meinung nach, dass es vermehrt Geschäftsmodelle geben müsse, die sich an den Interessen der Nutzer orientieren. Christian Villum wies darauf hin, dass in der Content-Industrie die gleiche Menge Geld stecke wie früher und sich nur die Quellen und Wege des Geldes verändert hätten. Zum Beispiel geben die Nutzer laut Villum heute ein vielfaches mehr für Konzerttickets aus, als sie es vor zehn Jahren gemacht haben, kaufen aber weniger Platten als früher. Mit neuen Angeboten, die die Rechte und Interessen der Kunden berücksichtigen, könne viel erreicht werden. Creative Commons ist seines Erachtens ein Teil einer größeren, noch zu entwickelnden Lösung. Durch die Freigabe nicht-kommerzieller Nutzung würden die Leute nicht mehr gezwungen, für Musik Geld auszugeben, so dass sie sich freier dafür entscheiden können, wofür sie bezahlen.</p>
<p>Im Gegensatz zu Paul Brigner, der die Nutzer zu mehr Wertschätzung für kulturelle Leistungen &#8220;erziehen&#8221; möchte, plädierten Domscheit-Berg und Villum für eine Sensibilisierung der Wirtschaft für den digitalen Wandel. Vorhaben zu einer strikteren Rechtsdurchsetzung dürften nicht mehr ohne die Bürger entstehen und besonders die Lobbyisten der Content-Industrie sollten nach Domscheit-Berg nicht mehr an der Erarbeitung eines Gesetzesvorhaben mitarbeiten. Der politische Entscheidungsprozess müsse transparenter erfolgen und den Bürgern Teilhabe-Möglichkeiten anbieten. Nur so könnten jene Nutzer, die immer die neuesten technischen Möglichkeiten dem Standard der Industrie vorziehen werden, wieder Akzeptanz für das Urheberrecht entwickeln. Die Menschen zahlen zurzeit für Kultur so viel wie nie zuvor, das Geld kommt aber selten bei den Urhebern an, wie Domscheit-Berg erläuterte. Das Internet ist eine wunderbare Sache, fasste Villum seine Meinung zusammen, falsche Regulierung dürfe deshalb nicht das Potenzial unserer Gesellschaft durch die Verhinderung des Zugangs zu Wissen und Kultur vernichten. Alle drei Gäste waren sich darin einig, dass Ideen die Chance brauchen, wie Thomas Edison es formulierte, sich zu verwirklichen. Die Wiederherstellung von Akzeptanz für das Urheberrecht und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle versprechen mehr Erfolg als eine härtere Durchsetzung einer veralteten Gesetzeslage.</p>
<p><em><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-119994" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cc.png" alt="" width="88" height="31" /></a>Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz. </em></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 51)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Kemmerich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 16:01:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Linkliste]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Silvio Berlusconi]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtraucher]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Chaos Computer Club duelliert sich mit der Urheberrechtslobby, der
neue Innenminister setzt auf Dialog mit der Netzgemeinde. Italienische
Blogger und bayerische Nichtraucher machen im Netz mobil. Dies und mehr in der aktuellen Linkliste.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Chaos Computer Club duelliert sich mit der Urheberrechtslobby, der<br />
neue Innenminister setzt auf Dialog mit der Netzgemeinde. Italienische<br />
Blogger und bayerische Nichtraucher machen im Netz mobil. Dies und mehr in der aktuellen Linkliste.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2009-12/ccc-filesharing-gaycken" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CCC vs.GVU &#8211; Ist Filesharing politisch?</a>
</p>
<p>
Auf zeit.de antwortete der Chaos Computer Club (CCC) unter dem Titel &quot;Die Politische Dimension des Teilens&quot; auf einen<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2009-12/filesharing-demokratie-gaycken" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Text von Sandro Gaycken</a><br />
zum Thema Filesharing. Christian Sommer wiederum &#8211; <br />
Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft zur Verfolgung von<br />
Urheberrechtsverletzungen &#8211; beharrt dagegen in seiner Antwort darauf: <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2009-12/filesharing-sommer-warner?page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Filesharing ist nicht politisch&quot;</a>.
</p>
<p>
<a href="http://www.welt.de/webwelt/article5456770/Es-geht-dem-Staat-nicht-um-Zensur-des-Internets.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innenminister will Dialog mit der Netzgemeinde</a>
</p>
<p>
In der Welt bewirbt der neue Bundesinnenminister Thomas de Maizière<br />
seine netzpolitischen Vorstellungen und wünscht sich einen Dialog mit<br />
der Netzgemeinde. Der Staat sei keine bedrohende Instanz, betont der<br />
CDU-Politiker.
</p>
<p>
<a href="http://www.sueddeutsche.de/W5X388/3181934/Rauchfreies-Netz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bayerische Nichtraucher nutzen das Netz zur Koordination<br />
</a>
</p>
<p>
Das Volksbegehren &quot;für echten Nichtraucherschutz&quot; in Bayern hat fast<br />
1,3 Millionen Bürger zur Unterschrift bewegen können. Der Organisator<br />
der Nichtraucherschutzinitiative, Sebastian Frankenberger, hat dabei<br />
vor allem auf das Internet gesetzt. Eine Netzbewegung ist auf diese<br />
Weise entstanden, die allein <a href="http://www.facebook.com/pages/Volksbegehren-Fur-echten-Nichtraucherschutz/77572014149?ref=mf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei Facebook fast 14.000 Unterstützer</a> zählt.
</p>
<p>
<a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/30/0,3672,7956798,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IT-Gipfel &#8211; Licht und Schatten in Stuttgart<br />
</a>
</p>
<p>
Eine durchwachsene Bilanz  des diesjährigen IT-Gipfels in Stuttgart<br />
zieht Alfred Krüger für heute.de. Neue Projekte oder Initiativen seien<br />
nicht in Sicht &#8211; dafür hat Krüger von der Politik &quot;neue Töne&quot; gehört.
</p>
<p>
<a href="/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neue E-Government-Engagements in Europa</a>
</p>
<p>
Obamas E-Government-Deklaration setzt neue Standards in Bezug auf<br />
Datentransparenz von Regierung und Behörden. Was sich in Sachen Open<br />
Data in Deutschland und Europa tut, fasst futurezone.orf.at zusammen.
</p>
<p>
<a href="http://www.thebobs.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beste Blogs für Meinungsfreiheit gesucht</a>
</p>
<p>
Die Deutsche Welle (DW) und Reporter ohne Grenzen (ROG) zeichnen in<br />
14 Kategorien Blogger und Blogs aus. Zum Beispiel werden<br />
Netzaktivisten- und projekte gesucht, die sich in herausragender Weise<br />
für freie Meinungsäußerung einsetzen. Bis zum 14. Februar 2010 können <br />
Internetuser weltweit über thebobs.com Vorschläge für die<br />
Auszeichnungen der Blog-Awards einzureichen.
</p>
<p>
<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,665613,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Zugriff einschränken</a>
</p>
<p>
Die Datenkrake Google wird immer mächtiger. Der User muss aber nicht<br />
machtlos sein. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks kann dem<br />
Datenhunger von Google begegnet werden, Spiegel Netzwelt zeigt wie.
</p>
<p>
<a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article5448692/Tausende-tragen-lila-gegen-Berlusconi.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Italienische Netz-Massenmobilisierung gegen Berlusconi<br />
</a>
</p>
<p>
Beim <a href="http://www.noberlusconiday.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;No-B-Day&quot;</a><br />
am 5. Dezember 2009 in Rom haben Zehntausende gegen Berlusconi<br />
demonstriert. Proteste gegen den italienischen Regierungschef gab es in<br />
der Vergangenheit schon häufiger. Neu ist dagegen, dass der Protestzug<br />
fast ausschließlich von Bloggern über das Internet organisiert wurde.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>1,2,3 und raus bist du!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/123-und-raus-bist-du-4475/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[lbuhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 08:01:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzentwurf]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
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					<description><![CDATA[Südkorea hat als erstes Land das „Three Strikes-Gesetz“ in seiner vollen Schärfe realisiert: Ab sofort soll nach der dritten Urheberrechtsverletzung durch Filesharing der Internetzugang für bis zu sechs Monate gesperrt werden.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Südkorea hat als erstes Land das „Three Strikes-Gesetz“ in seiner vollen Schärfe realisiert: Ab sofort soll nach der dritten Urheberrechtsverletzung durch Filesharing der Internetzugang für bis zu sechs Monate gesperrt werden.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p><a href="http://www.koreatimes.co.kr/www/news/tech/2009/04/133_42594.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"></a></p>
<p>
<a href="http://www.koreatimes.co.kr/www/news/tech/2009/04/133_42594.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Gesetz</a> richtet sich in erster Linie gegen Fileshare-Anbieter, die urheberrechtlich geschützte Werke gewinnbringend weiterverbreiteten. Jedoch ist das Gesetz anscheinend so formuliert, dass auch individuellen Nutzern bei wiederholter Urheberrechtsverletzung durch Uploaden temporär der Internetzugang entzogen werden kann.
</p>
<p>
Auch in Europa ist das Three-Strikes-Gesetz nicht unbekannt: Die französische Regierung versucht in diesen Wochen zum wiederholten Male, ein ähnliches Gesetzesvorhaben gegen die Internetpiraterie in der Nationalversammlung und auf EU-Ebene durchzusetzen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Musik teilen &#8211; legal und kostenlos</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/musik-teilen-legal-und-kostenlos-3668/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefanie Doll]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 10:41:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Community]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/musik-teilen-legal-und-kostenlos-3668/</guid>

					<description><![CDATA[Ist denn das legal? Seit dieser Woche ist <a href="http://www.simfy.de" target="_blank" title="www.simfy.de" rel="noopener noreferrer">www.simfy.de</a> online, eine neuartige „Online-Musik-Player-Plattform-Community“. Das Grund-Konzept von simfy ist schnell erklärt. Nach der Registrierung wird jeder Nutzer aufgefordert, sein persönliches, digitales Musikarchiv von der Festplatte ins Internet hoch zu laden. Er kann so jederzeit und von jedem Ort aus online auf die eigene MP3-Sammlung zugreifen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ist denn das legal? Seit dieser Woche ist <a href="http://www.simfy.de" target="_blank" title="www.simfy.de" rel="noopener noreferrer">www.simfy.de</a> online, eine neuartige „Online-Musik-Player-Plattform-Community“. Das Grund-Konzept von simfy ist schnell erklärt. Nach der Registrierung wird jeder Nutzer aufgefordert, sein persönliches, digitales Musikarchiv von der Festplatte ins Internet hoch zu laden. Er kann so jederzeit und von jedem Ort aus online auf die eigene MP3-Sammlung zugreifen. <!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Eine Möglichkeit zum Download der  Songs besteht allerdings nicht. Dafür können sich die Nutzer Bandprofile mit Song-Texten, Musikvideos sowie andere Informationen zu den Künstlern oder einzelnen Titeln ansehen.
</p>
<p>
Da aber in Zeiten von Web 2.0 niemand mehr Interesse daran hat, seine digitalen Schätze alleine zu genießen, sondern gerne alles geteilt wird, ist simfy gleichzeitig eine Online-Community. Über die Plattform haben User nach bekanntem Prinzip von Myspace, Flickr &amp; Co die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen, alte Freunde zu adden und neue Freunde zu finden. Sie erhalten so vollständigen Zugriff auf die privaten Musikarchive ihrer Freunde. Die Zahl der Nutzer, die gleichzeitig einen Song hören können, ist aus urheberrechtlichen Gründen allerdings auf 5 begrenzt.
</p>
<p>
Simfy versteht sich nicht als kostenlose Alternative zu iTunes und anderen Online-Music-Stores. Vielmehr soll das Angebot eine innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegende Möglichkeit sein, privat mit Freunden Musik zu teilen. Laut Aussagen der Betreiber von simfy ist diese Form des Musik-Filesharings vollkommen legal.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/simfy_music_library.jpg" title="www.simfy.de" width="450" height="316" />
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Mix, Burn &#038; R.I.P.</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/mix_burn_r_i_p-88/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Janko Röttgers]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Tauschbörse]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><strong>"Die Musikindustrie muss erkennen, dass sie das Netz        nicht überleben wird". Nichts geringeres als das Ende        einer ganzen Industrie verkündet Janko Röttgers in seinem        Buch "Mix, Burn &#038; R.I.P."]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Die Musikindustrie muss erkennen, dass sie das Netz nicht überleben wird&#8221;. Nichts geringeres als das Ende einer ganzen Industrie verkündet Janko Röttgers in seinem Buch &#8220;Mix, Burn &amp; R.I.P.&#8221;<!--break--></strong><br />
Der Titel des Werks, eine Abwandlung des Werbeslogans für Apple-Computer aus dem Jahr 2001, deren hervorstechendstes Merkmal der eingebaute CD-Brenner war, deutet bereits an, worum es geht: Musik im Internet, und besonders das Tauschen von Musik durch Peer-to-Peer-Tauschbörsen. <a href="http://www.lowpass.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Röttgers</a> mischt die Worte dieses Werbeslogans durcheinander, um daraus einen neuen Namen für sein <a href="http://www.mixburnrip.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buch</a> zu erzeugen. „Rip, Mix, Burn“:<br />
Die Käufer des Apple-Computers sollten Musikdateien aus dem Internet laden und zu neuen, selbstgebrannten CDs kombinieren.<br />
Aus Sicht vieler Nutzer war das kostenlose Tauschen und Kopieren von Musikdateien übers Netz schon damals nicht ungewöhnlich. Dass aber ein großer Computerhersteller diese rechtlich fragwürdige Praxis so offen unterstützte, hatte es bis dahin nicht gegeben. Die Vertreter der Musikindustrie konnten es nicht fassen. Für sie handelte es sich um einen direkten Aufruf zur Musikpiraterie.<br />
Momentan läuft in Deutschland eine hitzige Debatte über digitales Kopieren und Tauschbörsen. Ende 2003 wurde das <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/urh10.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urheberrecht</a> verändert. Vertreter der Plattenfirmen forderten umgehend weitere Verschärfungen des rechtlichen Rahmens, um den Musiktausch im Netz unter harte Strafen zu stellen. Netzaktivisten dagegen warnen, dass hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen werde und fordern die Industrie auf, lieber ihre Angebote kundenfreundlicher zu gestalten.<br />
<strong>Napster &amp; Nudelsuppen<br />
</strong>Die Geschichte der Musik im Internet hat gerade erst angefangen. Und trotzdem steckt sie schon jetzt voller Konflikte und schillernder Persönlichkeiten, Anekdoten und Legenden.<br />
Um die heutige Diskussion um Piraterie, Peer-to-Peer und Musikdownloads zu verstehen, ist es nützlich, mit dieser Geschichte und ihren Akteuren ein wenig vertraut zu sein. Röttgers führt den Leser auf sehr legere und amüsante Art mitten hinein in diese Welt voller Ungereimtheiten und Skurrilitäten. Anstatt einfach die letzten zehn Jahre nachzuerzählen, stellt der Musikliebhaber führende Köpfe vor, die ihre Spuren im Netz hinterlassen haben. Von stillen Softwareentwicklern und einem Nudelsuppennetzwerk erzählt dieses Buch, von gefloppten Marketingstrategien<br />
und dem Entstehen der Tauschsoftware Napster: Wie keine andere Entwicklung der letzten Jahre ist Tauschnetzwerk mit dem Katzenlogo zum Symbol für den Umbruch der Musiklandschaft geworden.<br />
Angriffslustig und mit einem fundierten Hintergrundwissen greift der freie Journalist die Anschuldigungen der großen Plattenfirmen und Interessenverbände auf und zerpflückt ihre Argumente. Ziemlich subjektiv und immer wertend, könnte man Röttgers Einseitigkeit unterstellen. Die Belege für seine bewusst provozierende These bleibt er aber selten schuldig. Röttgers Argumentation ist schlüssig, gerade weil er nicht versucht, die Peer-to-Peer-Nutzer von ihrer Mitschuld an der Misere der Musikwirtschaft gänzlich freizusprechen.<br />
Vielmehr fragt er ohne Gehässigkeit, ob es nicht auch anders hätte kommen können. Und viel wichtiger: Wie kann es weitergehen?<br />
<strong>Von der Piraterie zur Wissensgesellschaft<br />
</strong>Der zweite Teil von \&#8217;Mix, Burn &amp; R.I.P\&#8217; ist eine Sammlung von Interviews. Zehn führende Köpfe aus verschiedensten Bereich zeichnen hier ihr Bild von der Zukunft der Musik im Netz. Vom Buchverleger O\&#8217;Reilly über Gerb Gebhardt, den Vorsitzenden des Phonoverbands IFPI bis hin zu Fanta-4-Frontmann Smudo stehen sich hier Positionen gegenüber, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.<br />
Ganz im Gegensatz zur allgemeinen Stimmung in der Musikbranche ist die Grundstimmung in Röttgers Werk die ganze Zeit über sehr positiv. Nicht der Untergang eines Wirtschaftszweigs steht hier im Vordergrund, sondern die Chancen, die in diesem einmaligen Umbruch stecken.<br />
Um den Wandel vom traditionellen Plattenhersteller hin zum modernen Musikvertrieb zu vollziehen und weiterhin erfolgreich Musik produzieren zu können, sind noch nicht einmal allzu große Anstrengungen nötig, wenn wir Röttgers Interviewpartner Marc Cuban glauben dürfen. Der Internetmillionär rät: „Lehn dich zurück und lass es passieren.“<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die B-Seite der Informationsgesellschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-ahaeming_kanalb_060810-shtml-2533/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ahaeming]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[KanalB]]></category>
		<category><![CDATA[Videogruppe]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenöffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
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                              (Artikel, 10.08.2006) Das Projekt KanalB aus Berlin-Kreuzberg versorgt die Öffentlichkeit seit sechs Jahren mit alternativen Informationen. Das Prinzip: Filesharing.
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              (Artikel, 10.08.2006) Das Projekt <a href="http://www.kanalb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KanalB</a> aus Berlin-Kreuzberg versorgt die Öffentlichkeit seit sechs Jahren mit alternativen Informationen. Das Prinzip: Filesharing.
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>„Ich kann nicht mehr fernsehen“, Bärbel Schönafinger sagt’s mit einem gewissen Ekel und streicht sich eine der glatten haselnussbraunen Haarsträhnen aus dem Gesicht. „Es deprimiert mich.“ Sie ist eine der Macherinnen von KanalB, einer eher linken als rechten Gruppe, die politisch-aktivistische Dokumentationsfilme produziert und kostenlos vertreibt. Alternative Informationen, das ist das Schlagwort ihrer Mission.</p>
<p>KanalB ist, was früher einmal als Video-Tauschring in Mode war. Heute ist KanalB mit seinem kleinen Glaskasten-Büro in einem Kreuzberger Hinterhaus am ehesten das, was gerne mit dem Label „kleines gallisches Dorf“ versehen wird: ein bisschen renitent, etwas rebellisch, auch eine Spur verblendet – aber immer mit Haltung. „Festung Europa“ heißt einer der letzten Filme, „War against Coca-Cola“ oder „Hartz IV-Attacke“ andere. Sozialkritische Beiträge, produziert vom eigenen Team oder allen, die was zu sagen haben wollen.</p>
<p>Das Prinzip: Abonnements. Vertrieben werden die Filme auch heute noch über VHS-Kassetten, DVDs gehen aber besser, beides stapelt sich in den Regalen hinter Bärbel Schönafinger im Büro mit den vielen Computerbildschirmen und der Tageslichtlampe. Die Abos gehen über linke Buchhandlungen und Programmkinos, auch ein paar Videotheken sind im Verteiler. Das meiste läuft inzwischen aber übers Internet, „seit wir einen Zähler installiert haben, wissen wir, dass gerade in letzter Zeit wahnsinnig viel runtergeladen wird. Der Hartz IV-Film mehr als 6.400 mal“ Die fünfköpfige Redaktion von KanalB entscheidet, ob die eingesandten Filme ihren Ansprüchen genügen. Hauptsache, sie bieten alternative Informationen, Wissen also, das in den „Mainstream“-Medien TV, Tageszeitung, Radio nicht zu haben ist. KanalB steht für die B-Seite von Langspielplatten, für die Alternative zum Mainstream.</p>
<p>Bärbel Schönafinger kam 2000 die Idee zu KanalB, damals, als sie die Nase voll hatte von ihrer Arbeit beim Fernsehen. Sie war nach ihrem Philosophiestudium bei der Postproduktion von Actionfilmen und Arztserien gelandet. Sie musste sich etwa darum kümmern, dass der Doktor im richtigen Moment „Wir konnten nichts mehr tun“ sagt, Tonschnitt nennt man das. Schönafingers Reaktion auf die heile Welt der Weißkittel: „Nach drei Jahren hatte ich den Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun.“</p>
<p>Jetzt sitzt sie versteckt im 4. Stock hinter unbeschrifteter Tür und erzählt, wie aus der sinnvollen Idee ein Projekt mit rund fünf Mitkämpfern geworden ist. Die grellen Tageslichtlampen ringsum sollen die Defizite ausgleichen, die die Bildschirmarbeit im dunklen Kabuff mit sich bringt. Sie bringen den Raum zum Leuchten. Der achtfache DVD-Brenner ist relativ neu, seither geht’s schneller, bis die 300-er-Auflage bereit zum Verschicken ist. Es klingelt, einer der KanalB-Fans fragt nach den aktuellsten Ausgaben. Bärbel Schönafinger gibt ihm noch eine andere DVD obendrauf, ein schnelles Fachgeplänkel, er ist Stammkunde. Er will die Beiträge rezensieren. Wer seine Zielgruppe ist, bleibt ein Rätsel. Bärbel Schönafinger setzt sich wieder zu ihrer Teetasse, „Wo waren wir?“</p>
<p>Sie hält ausnahmsweise alleine die Stellung. Die anderen Gruppenmitglieder haben sie nach langem Ringen vorgeschickt, eigentlich wird immer alles gemeinsam nach außen kommuniziert. Alle sprechen für alle. Es ist ein Prinzip, das als basisdemokratischer Plenums-Quatsch verlacht werden könnte. In Wirklichkeit ist es nur konsequent, gemessen am eigenen Anspruch des Projekts. Man will Entscheidungsprozesse transparent machen – die eigenen genauso wie die der globalen Entscheidungsträger. KanalB ist groß geworden im Umfeld der Globalisierungskritiker, damals nach der Demo in Seattle. Der Initiationsritus war die Tagung des Internationalen Währungsfonds in Prag, September 2000. Mit Kamera, Mikro und einer Mission waren sie vor Ort. Aus den sporadischen selbst gemachten Filmen sind regelmäßige Produktionen geworden, von 100 veröffentlichten Beiträgen sind heute etwa 60 selbst produziert, 30 von außen eingereicht.</p>
<p>Bärbel Schönafinger verwehrt sich gegen scheinbar offensichtliche Vergleiche. Offener Kanal? Auf keinen Fall. „Wir sind eine Plattform für alle, die etwas veröffentlichen wollen. Aber wir wählen aus, was wir gut und politisch relevant finden.“ Sie überlegt kurz, dann, pfeilschnell: „Die Kriterien: emanzipatorisch, kapitalismuskritisch, anti-autoritär, anti-rassistisch.“ In Zeiten von Citizen Journalism könnte KanalB doch auch unter die Web 2.0-Angebote gerechnet werden, eine Videopodcast-Plattform, oder? Kopfschütteln. „Die Leute kommen nicht auf unsere Website weil Bloggen jetzt in ist, es gibt einfach einen Bedarf an alternativer Information.“ Auch wenn Schönafinger und KanalB mit Web 2.0-Formaten nichts zu tun haben wollen: Viele Blogger oder Podcaster würden im Gegenzug sofort unterschreiben, dass es ihnen darum geht, alternative Informationen zu verbreiten. Die Informationshoheit der Tagesschau gilt in diesen Kreisen längst als obsolet.</p>
<p>Der feste Mitarbeiterstamm von KanalB hat Teilzeitjobs, KanalB ist die Mission, die die fünf in ihrer Freizeit betreiben. Den Großteil ihrer Zeit verbringen sie damit, sich eine Öffentlichkeit zu schaffen, sagt Bärbel Schönafinger und nippt an ihrem Kräutertee. Klar, sie sind Mitglied bei Creative Commons, einen Bannertausch mit der Zeitung „Junge Welt“ gab es auch schon. Das einzige, was sich als Problem entpuppen könnte, ist die pauschale Skepsis gegenüber Medien. Wo findet man eine Öffentlichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen, wenn potenziell alle zum informationskorrupten System gehören? Die Finanzierung des nächsten Filmprojekts steht noch aus, der Kampf mit den Förderanträgen beginnt jedes Mal von vorn. Beim Kampf für das Gute war ein Hang zur Schizophrenie von jeher ein Topos. Die politischen und historischen Hintergründe der alltäglichen News-Schnipsel haben ein Publikum, Bärbel Schönafinger ist sich da sicher. Dass sie weitermachen werden, ist fraglos. Ein wenig uneinsichtig aber unbeirrt. Wie sich das für ein gallisches Dorf so gehört.</p>
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		<title>Wind of Change</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Aug 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf der Popkomm in Köln wird deutlich: das Internet gilt nicht mehr als Hauptfeind der Musikindustrie. Vielmehr versuchen die Vertriebe jetzt, die Potenziale des Netzes gewinnbringend für sich zu nutzen und setzen auf eigene Musiktauschbörsen und neue Abgabemodelle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Popkomm in Köln wird deutlich: das Internet gilt nicht mehr als Hauptfeind der Musikindustrie. Vielmehr versuchen die Vertriebe jetzt, die Potenziale des Netzes gewinnbringend für sich zu nutzen und setzen auf eigene Musiktauschbörsen und neue Abgabemodelle.<!--break-->
                    </p>
<p>Die Umsatzeinbrüche der Musikindustrie durch MP3s und Musiktauschbörsen im Internet beherrschen seit Jahren die jährliche Musikmesse<br />
                    <a href="http://www.popkomm.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Popkomm</a> in Köln. Doch während auf dem die Messe begleitenden Kongress vor einigen Jahren noch die Anhebung von CD Preisen auf bis zu 50 Mark und das vehemente Vorgehen gegen Tauschbörsen als Lösungsmöglichkeiten diskutiert wurden, kann bei der diesjährigen Popkomm, die von 15. bis 17. August in Köln stattfand, ein langsames Umdenken beobachtet werden. Dies macht sich besonders an zwei Punkten fest: an der Erkenntnis, dass die Krise der Musikindustrie wenigstens zum Teil hausgemacht ist und dass die juristische Verfolgung von illegalem Kopieren von Musik langfristig nicht zu einer Umsatzsteigerung der Musikindustrie führen wird.</p>
<p>
                    <strong>Legale Musik aus dem Internet</strong><br />
                    <br />Mit der Gründung von kostenpflichtigen Downloadbörsen versucht die Musikindustrie die Eigeninitiative zu ergreifen und illegalen Tauschbörsen legale Alternativen entgegenzusetzen. Während bei<br />
                    <a href="http://www.popfile.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">popfile.de</a> jeder Song pauschal 0,99 € kostet, bietet das Vertriebssystem<br />
                    <a href="http://www.od2.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OD2</a> zwei unterschiedliche Preiskategorien an. Durch eine neu entwickelte Technologie können die Dateien entweder nur auf dem Computer angehört werden, oder, entsprechend teurer, auch einmalig auf CD gebrannt werden. Laut dem Leiter von OD2, Charles Grinsdale, wird das Angebot von den Nutzern sehr positiv angenommen. Er vermutet, dass mit der weiteren Verbreitung von Breitband-Downloadmöglichkeiten wie DSL die Nachfrage nach solchen hochwertigen Angeboten noch weiter steigt. Nicht nur weil dann der Download einer Datei sehr viel schneller geht, sondern auch weil mit dem weiteren Ausbau der Breitbandnetze die klassische Flatrate ohne Zeit- und ohne Downloadbegrenzungen aus Gründen der Rentabilität abgeschafft werden wird. Zukünftig hätte der Nutzer also nur ein begrenztes Downloadkontingent pro Monat zur Verfügung, das er eher für qualitativ hochwertige Dateien als für möglicherweise defekte Mp3s aus Musiktauschbörsen einsetzen wird.<br />
                    <br />Steffen Müller von X-cell Records dagegen findet die Diskussion um bezahlte Downloads als von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Da die Dateien nun mal kostenlos zur Verfügung stehen, kann kein Preis niedrig genug sein, um die Nutzer zu überzeugen, ihn keinem Preis vorzuziehen. Die Preisfrage ist nicht der Ausweg aus dem Dilemma der Musikindustrie, &#8220;das Rad kann nunmal nicht zurückgedreht werden&#8221;. Müller sieht die einzige Möglichkeit, den kriselnden Markt zu halten, in einer Steigerung der Qualität. Darin stimmt ihm Wolfgang Orthmayr, der Direktor von<br />
                    <a href="http://www.wom.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WOM</a> Deutschland, zu. &#8220;Die CD muss preis-wert werden.&#8221; Die Tonträgerhersteller und die Verlage müssen über neue Kaufanreize für Kunden nachdenken, sei es durch neuartige Formen, Verpackungen oder deluxe-Features, die den hohen Preis einer bespielten CD im Vergleich zu einem Rohling rechtfertigen.</p>
<p>
                    <strong>Neue Abgabenmodelle</strong><br />
                    <br />Ein anderer Trend wird durch die Erkenntnis ausgelöst, dass es quasi unmöglich ist, das illegale Tauschen im Internet zu unterbinden. Jede Schließung einer illegalen Tauschbörse lässt zehn weitere aus dem Boden schießen und jahrelang entwickelte Technologien, die CDs kopiersicher machen sollen, werden innerhalb kürzester Zeit von Hackern geknackt. Viele Branchenexperten sind inzwischen der Meinung, dass es gar nicht das Herunterladen der Musik ist, dass die Umsatzverluste der Musikindustrie bedingt, sondern das Brennen auf Datenträger. Diese These wird von einer aktuellen Studie von<br />
                    <a href="http://www.forrester.com/ER/Research/Report/Summary/0,1338,14854,FF.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forrester</a> unterstützt, die einen Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Filesharing-Angeboten und den Umsatzeinbrüchen der Musikindustrie nicht bestätigt.<br />
                    <br />Als Konsequenz werden nun GEMA-Abgaben auf CD-Brenner und Rohlinge als Möglichkeit angesehen, die illegale Verbreitung von Musik zu verhindern. Ungeklärt ist dabei allerdings, wie die Einnahmen durch Brenner oder CD-Rohlinge von der GEMA an die Künstler und Labels verteilt werden, da es ja keine gesicherten Daten darüber gibt, welche Künstler und welche Songs heruntergeladen und gebrannt werden. Bis jetzt konnten sich die verschiedenen Vertriebe trotz zahlreicher Diskussionsrunden noch nicht auf einen Standard zur Erfassung von heruntergeladenen Dateien einigen. Eine Implementierung dieses Standards in MP3-Dateien könnte übermitteln, welcher Song wie oft heruntergeladen wird und damit die gerechte Aufteilung der Tantiemen gewährleisten.</p>
<p>
                    <strong>Bewusstsein für Urheberrechtsverletzungen</strong><br />
                    <br />Ein dritter Punkt, der in allen Diskussionsrunden thematisiert wurde, ist die Frage nach Wert und Wertschätzung von Musik. Die Teilnehmer der verschiedenen Diskussionsrunden waren sich größtenteils einig, dass das Bewusstsein für den Wert für Musik gesteigert werden muss. Aber gerade die Entwicklung hin zu Musik als Wegwerfprodukt ist größtenteils von der Musikindustrie hausgemacht. Gerade die Überschwemmung des Marktes mit immer mehr Produkten und die zunehmende Konzentration auf Musik, die ohne den langfristigen Aufbau von Künstlern auf den Markt kommt, weicht eine intensive Bindung der Fans an ihre Idole immer mehr auf. Durch die zunehmende Austauschbarkeit von Bands und deren Musik könne sich beim User kein wirkliches Gefühl für Urheberrecht entwickeln, da er sich einem Massenprodukt gegenübersieht, das jedenfalls seinem Gefühl nach, nicht viel wert ist. Diesem Missverhältnis begegnet die Musikindustrie von zwei verschiedenen Seiten. Die einen fordern eine Anhebung der Preise für CDs, um durch höhere Preise einen höheren Wert von Musik zu symbolisieren. Die anderen setzen eher auf eine aufklärerische Variante und hoffen durch Kampagnen, das Unrechtsbewusstsein für Urheberrechtsverletzungen gerade auch bei industriellen Nutzern von Musik für Werbung oder Filme zu erhöhen.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 29.08.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>MP3 durch die politische Brille</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tbertram]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Stärkere politische Regulation oder mehr Selbstkontrolle: Die politische Seite von MP3 ist die politische Seite des Internets.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stärkere politische Regulation oder mehr Selbstkontrolle: Die politische Seite von MP3 ist die politische Seite des Internets.<!--break-->
                    </p>
<p>&#8220;Wir haben MP3 ja nicht einfach so ins Netz gestellt&#8221;, sagt Karlheinz Brandenburg vom Entwicklerteam des Frauenhofer Instituts für Integrierte Schaltungen Erlangen. &#8220;Es gab nur sehr bald auch nicht-lizensierte Versionen. Zum Teil waren diese auch aus unserer Sicht illegal&#8221;, erklärte Brandenburg in einem Interview gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.</p>
<p>Dem Siegeszug des digitalen Musikformats hat die Illigalität jedoch nichts anhaben können. Mit der Entwicklung des bahnbrechenden Kompressionsalgorhythmus Anfang der 90er Jahre und dem gleichzeitigen Entstehen von Musiktauschbörsen a la Napster war der Erfolg vorprogrammiert. Fortan rippte &#8211; wie das umwandeln von CD-Daten in MP3 genannt wird &#8211; die Jugend was das Zeug hielt und legte die Daten zum Tausch online. Seither läuft die Musikindustrie Sturm, fordert von der Politik neue Gesetze und Maßnahmen zur Eindämmung der verbotenen Raubkopien.</p>
<p>So verlangte Peter Zombik, Vorsitzender der Geschäftsführung des<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de">Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft</a>, unter anderem eine Regelung, um die Provider und Serverbetreiber in die Verantwortung nehmen zu können. Im Gespräch war eine Filtersoftware, die Adressen von MP3-Seiten blockieren und damit indirekt das Copyright der Musikindustrie schützen sollte. Die vom europäischen Parlament im Mai 2000 verabschiedete E-Commerce-Richtlinie, die beinhaltet, dass Provider bei &#8220;Caching&#8221; und &#8220;Hosting&#8221; keine Verantwortung für Online-Inhalte mehr tragen, setzte jedoch einen Schlußpunkt unter die Diskussion.</p>
<p>Auch deutsche Intellektuelle wie Michael Krüger, Leiter des Münchner Carl Hanser Verlages und selbst Autor, legen sich beim Thema MP3 und Urheberrecht ins Zeug. So forderte Krüger im letzten Jahr von Bundeskulturminister Julian Nida-Rümlin eine Diskussion am Runden Tisch, um der weltweiten Verletzung des Copyrights Herr zu werden.</p>
<p>Von Seiten des Gesetzgeber ist die Lage von MP3-Dateien jedoch klar. Rechtlich ist der MP3-Austausch von MP3-Files, die von urheberrechtlich geschützten CDs kopiert worden sind, absolut illegal. Das umwandeln ist zwar noch legal, da es erlaubt, ist sich für den privaten Gebrauch eine Kopie zu machen. Auch ist es erlaubt eine Kopie einer CD oder auch nur einzelner Tracks an Freunde weiterzugeben, der Download aus dem Internet jedoch nicht.</p>
<p>Nicht strafbar dagegen sind freigegebene MP3-Files, die zum Beispiel auch zur politischen Kommunikation eingesetzt werden könnten. In der Praxis sieht es jedoch anders aus. Radio, Fernsehanstalten oder der<br />
                    <a href="http://www.bundestag.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Bundestag</a> setzen auf Streaming-Formate (z.B. Realplayer), mit denen eine Übertragung von Audio- und Bildsignalen in Echtzeit möglich ist.</p>
<p>Großer Beliebtheit erfreut sich das MP3-Format jedoch auf einer anderen Ebene der politischen Kommunikation. So finden sich in den Musiktauschbörsen zahllose Dateien mit rechtsextremistischen Inhalten. Neben Mitschnitten von Reden Adolf Hitlers stehen auch Musiktitel von einschlägigen bekannten Bands aus der Neo-Nazi-Szene, wie Skrewdriver, Reichssturm oder Endsieg, zum Download bereit.</p>
<p>Spätestens hier ist die politische Seite des MP3-Formats die politische Seite des Internets. Muß das Internet stärker poltisch reguliert, seine Nutzer überwacht und beobachtet werden? Oder setzt man auf Selbstregulation im Sinne liberaler Meinungsfreiheit und Bürgerrechte? Die Internet-Community ist gespalten: Zum einen herrscht ein allgemeiner Konsens, sich gegen rechtsextremistische oder andere illegale Inhalte auszusprechen. Diverse Onlineangebote wie das<br />
                    <a href="http://www.netzgegenrechts.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netz gegen Rechts</a> kämpfen für die Abschaltung und Verbannung solcher Inhalte aus dem Netz. Zum anderen gibt es jedoch Initiativen, wie die des Chaos-Compuer-Clubs oder von Freedom of Speech, die sich für uneingeschränkte Informationsfreiheit und damit gegen Zensur im Internet wehren.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 26.03.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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