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	<title>Fußball-Weltmeisterschaft &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Fußball-Weltmeisterschaft &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Volker Bouffier und Weltmeisterin Nia Künzer im Live-Chat</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/volker-bouffier-und-weltmeisterin-nia-kuenzer-im-live-chat-5255/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Jost-Westendorf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2011 14:05:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ministerpräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Nia Künzer]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Volker Bouffier]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgersprechstunde]]></category>
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					<description><![CDATA[<img height="129" align="left" width="177" alt="Foto" title="Foto" src="/sites/politik-digital.de/files/boffikuenzer-mit-rand.jpg" />Das Thema Sport wird im Zentrum der       2. Online-Bürgersprechstunde des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier stehen. Diese findet unter Beteiligung der Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer am Dienstag, dem 31. Mai 2011 in der Zeit von 17.30 bis 18.15 Uhr unter <a target="_blank" href="http://www.buergersprechstunde.hessen.de" rel="noopener noreferrer">www.buergersprechstunde.hessen</a><a target="_blank" href="http://www.buergersprechstunde.hessen.de" rel="noopener noreferrer">.de</a> statt. Mitchatten und Tickets für die Frauen-Fußball-WM gewinnen!<br />
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" height="129" align="left" width="177" alt="Foto" title="Foto" src="/wp-content/uploads/boffikuenzer-mit-rand.jpg" />Das Thema Sport wird im Zentrum der       2. Online-Bürgersprechstunde des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier stehen. Diese findet unter Beteiligung der Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer am Dienstag, dem 31. Mai 2011 in der Zeit von 17.30 bis 18.15 Uhr unter <a target="_blank" href="http://www.buergersprechstunde.hessen.de" rel="noopener noreferrer">www.buergersprechstunde.hessen</a><a target="_blank" href="http://www.buergersprechstunde.hessen.de" rel="noopener noreferrer">.de</a> statt. Mitchatten und Tickets für die Frauen-Fußball-WM gewinnen!</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Nach dem erfolgreichen Start der Chat-Serie im April gibt es bei der zweiten Bürgersprechstunde am kommenden Dienstag gleich eine doppelte Neuerung. Der Chat mit dem hessischen Ministerpräsidenten wird als Live-Videochat durchgeführt und der Ministerpräsident antwortet dieses Mal nicht alleine auf die Fragen.
</p>
<p>
Nia Künzer, Frankfurter Fußball-Heldin und Mitglied der Weltmeisterinnenmannschaft des Jahres 2003 steht zusammen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Rede und Antwort zum Thema Sport. Bürgerinnen und Bürger, die mit Volker Bouffier und Nia Künzer im Rahmen der Online-Bürgersprechstunde live chatten möchten, können bereits vom heutigen Mittwoch, 25. Mai 2011 an auf der Internetseite <a target="_blank" href="http://www.buergersprechstunde.hessen.de" rel="noopener noreferrer">www.buergersprechstunde.hessen.de</a> ihre Fragen an den Ministerpräsidenten und seinen prominenten Gast stellen. Bis zum Montag, 30. Mai 2011 um 18 Uhr besteht die Chance, über die bis dahin eingegangenen Fragen abzustimmen. Die am höchsten bewerteten drei Fragen werden vom Ministerpräsidenten und der Schützin des Golden Goal im WM-Finale 2003 als erste im Live-Chat beantwortet. Im Rahmen des Live-Chats am kommenden Dienstag werden zusätzlich 1&#215;3 Karten für das Finale der Frauen-Fußball-WM in Frankfurt am 17. Juli 2011 zur Verfügung gestellt. Volker Bouffier und und Nia Künzer werden hierzu das Fußball-Fachwissen der Chatter auf die Probe stellen.
</p>
<p>
Die Online-Bürgersprechstunde ist für den hessischen Ministerpräsidenten neben persönlichen Gesprächen vor Ort und einer telefonischen Sprechstunde einer von drei regelmäßigen Kanälen des direkten Bürgerdialogs. Der Chat mit Volker Bouffier wird veranstaltet von der Hessischen Staatskanzlei in Zusammenarbeit mit politik-digital.de</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Ball im Netz &#8211; Online-Angebote zur WM</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wm-06/netzkulturwm06hworch_onlineangebote060607-shtml-2498/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jun 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WM 06]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Informative Websites]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Informative Websites<!--break--></p>
<p>
                              <strong>(8. Juni 2006) Im Internet tummelt sich derzeit &#8211; wenig überraschend &#8211; eine Vielzahl von Spielchen und Gimmicks mit Bezug zum Top-Event des Sommers, der Fußball Weltmeisterschaft. Einige Klassiker wurden zu diesem Zweck mehr oder weniger stark modifiziert.</strong>
                            </p>
<p>Auf der Website der<br />
                            <a href="http://www.sueddeutsche.de/app/sport/fussballwm/bundesdance/bd_wm.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutschen Zeitung</a> versuchen sich statt der politischen Elite Heidi Klum und der „Kaiser“ Franz Beckenbauer als Tanzbären. In der<br />
                            <a href="http://ball-street.manager-magazin.de/view/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ball-Street</a> können alle Teilnehmer der Weltmeisterschaft als Aktientitel im Fußballindex „FAX“ gehandelt werden. Der Aktienkurs ist sicher ein gutes Indiz für die Stimmungslage. Nach dem 7:0 im Vorbereitungsspiel gegen Luxemburg erzielte der Kurs der deutschen Mannschaft Spitzenwerte. Die Begegnung gegen Japan führte sogleich zu einer Talfahrt des Kurses. Nicht im „FAX“ gehandelt werden all jene von der FIFA geschmähten Nationen, welche die „Republik“ Sankt Pauli als Entschädigung zum<br />
                            <a href="http://www.fifi-wildcup.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„FIFI-Wildcup“</a> geladen hat. Die Teilnehmer, z.B. Grönland und Sansibar, sind in einer<br />
                            <a href="http://php.diezuender.de/gallery/gallery.php?gid=43&amp;nr=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildergalerie</a> zu bestaunen.</p>
<p>Viele, die die FIFA-Mannschaften lieber live im Stadion erlebt hätten, sind durch die Vergabepraxis der Karten sicherlich enttäuscht worden. Für sie gibt es ein<br />
                            <a href="http://www.largestonlinestadium.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trostpflaster</a>: Im virtuellen Fußballstadion darf man auch ohne Karte Platz nehmen und sich mit Fans weltweit vernetzen. Ein anderer Trost: Man schaut sich die Stadien im Original aus der<br />
                            <a href="http://www.tagzania.com/user/fifa-2006/fussball/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luftperspektive</a> &#8211; wer die Hoffnung auf eine Karte noch nicht aufgegeben hat, sollte sein Glück<br />
                            <a href="http://www.wmticketsgewinnen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> versuchen.</p>
<p>Die Auseinandersetzungen um die Namensrechte für die „FIFA-WM“ wiederum haben in letzter Zeit nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Gerichte beschäftigt. Die Haltung der FIFA in dieser Frage hat scheinbar<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,419278,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">skurrile Blüten</a> getrieben. Nun ja, das<br />
                            <a href="http://www.stadt-koeln.de/fifawm2006/news/artikel/05647/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dementi</a> der Stadt Köln folgte stehenden Fußes.</p>
<p>                            <strong>Informative Websites</strong></p>
<p>Die<br />
                            <a href="http://www.bpb.de/themen/RALAFQ,0,Fu%DFballWM_2006.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung</a> nimmt die WM zum Anlass dem fußballinteressierten Surfer Wissenswertes über die Stellung des Fußballs, aber auch über Politik und Gesellschaft in den teilnehmenden Nationen zu vermitteln. Näheres kann man dort auch über die Geschichte des Spiels sowie über Fußball und Globalisierung erfahren. Wer hingegen den Fußball lieber aus naturwissenschaftlicher Perspektive betrachten möchte, sollte in die<br />
                            <a href="http://www.weltderphysik.de/de/4422.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Welt der Physik</a> eintauchen. Ein Kabinettstückchen von Zidane oder weiland die Bananenflanke von Manni Kaltz bringen den Fußballfreund ins Schwärmen. Wem die pure Ästhetik nicht reicht und wer hinter die Dinge blicken möchte, ist auf dieser Seite richtig.</p>
<p>Mit den Streitigkeiten abseits des Spielfeldes beschäftigt sich das Projekt<br />
                            <a href="http://www.fussball-konflikte.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fussball-Konflikte.de</a> &#8211; eine Kooperation von<br />
                            <a href="http://www.indirekter-freistoss.de/home/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">indirekter-freistoss</a> und<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> mit Unterstützung von<br />
                            <a href="http://idemokratie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iDemokratie</a>. Der Konflikt-Atlas zur WM veranschaulicht politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Konflikte zwischen den Vorrundengegnern.</p>
<p>Für andere Fußballbegeisterte wiederum mögen nur „Fakten, Fakten, Fakten“ zählen. Einen neuen Service gibt es in dieser Hinsicht für Firefox-Anwender. Durch<br />
                            <a href="http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060522052" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Footiefox</a> besteht für sie die Möglichkeit, über die aktuellen Spielstände und das, was beim Fußball sonst noch wichtig ist, während der WM informiert werden zu werden. Das Angebot gibt es auch für andere Fußballereignisse, etwa die europäischen Ligen.</p>
<p>Und was machen diejenigen, denen der ganze WM-Hype zu viel ist oder wird? Es soll ja in diesem Lande noch Menschen geben, die ohne Fußball auskommen können oder sogar möchten. Für all jene ist eine<br />
                            <a href="http://www.fussballfreiezone.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fußballfreie Zone</a> eingerichtet worden. Dort gibt es Hinweise auf Veranstaltungen und Angebote, die sich bewusst dem Rummel rund um den Ball entziehen.</p>
<p>                            <strong>Weblogs</strong></p>
<p>Das große Interesse an der WM schlägt sich auch in einer Vielzahl von Weblogs zum Thema nieder. In vielen davon sind Videos veröffentlicht. Auf diesem<br />
                            <a href="http://www.blogwm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> etwa liegen Licht und Schatten des Profifußballs dicht beieinander. Man kann nur zustimmmen: Der Ball liebte Maradonna. Eher lustig als beeindruckend dagegen das Video „Always look on the bright side&#8230;“. Leute, die ihre Schadenfreude ausleben wollen, werden auch im<br />
                            <a href="http://fooligan.de/2006/05/24/its-the-direction-stupid/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fooligan Weblog</a> fündig. Hier kann man die schönsten Eigentore bewundern – keineswegs nur aus WM-Spielen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hooligans im Netz und anderswo</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wm-06/netzkulturwm06mkural_drittehalbzeit060529-shtml-2704/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mkural]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 May 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WM 06]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hooligans]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextreme]]></category>
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					<description><![CDATA[Internationales Problem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Internationales Problem<!--break--><br />
                            <strong>(1. Juni 2006) Kurz vor Beginn der<br />
                            <a href="fifaworldcup.yahoo.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fifa-WM</a> in Deutschland sind sich Sicherheitsexperten und Politik über die Gefahr, die von Hooligans ausgeht, uneins. Angesichts immer wiederkehrender Berichte von und über gewalttätige Hooligans in In- und Ausland stellt sich die Frage, wie aktiv die Szene im WM-Jahr ist. politik-digital.de hat sich die Szene im Netz angeschaut.</strong></p>
<p>Übergriffe auf gegnerische Fans, Polizisten oder unbeteiligte Dritte in Dresden, Halle/Saale, Hamburg oder in Berlin lassen für die WM im eigenen Lande Böses befürchten. Vorfälle wie die am Rande der Oberliga-Partie zwischen dem BFC Dynamo Berlin und dem 1. FC Union Berlin im Mai dieses Jahres sind insbesondere in deutschen Amateurligen keine Seltenheit: In der 75. Spielminute stürmten Anhänger des BFC das Feld und belagerten anschließend den Fan-Block der mitgereisten „Eisernen“. Es folgten wilde Schlägereien, bis die Ordnungskräfte von Heimverein und Polizei nach einer Viertelstunde die Gewalt in den Griff bekamen. Beide Clubs und ihre Anhänger verbindet eine lange Rivalität, die bereits des Öfteren in Gewalt ausartete.</p>
<p>
                              <strong>Internationales Problem</strong>
                            </p>
<p>Das Fußballereignis des Jahres bietet Hooligans aus ganz Europa eine Bühne, um zu demonstrieren, woher die härtesten Schläger kommen. Glaubt man den entsprechenden Foren im Internet, gelten die osteuropäischen Hooligans bereits im Vorfeld als Favoriten.<br />
                            <a href="http://www.youtube.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video-Clips</a>, die im Internet als Gratisdownload feilgeboten werden, dokumentieren die Brutalität, mit der die Hooligans vorgehen. 2005 bekam dies auch Hooligans im Norden Deutschlands zu spüren, als sie in einer verabredeten Massenschlägerei gegen die Hooligans von Lech Poznan unterlagen. In den Online-Foren der deutschen Hooliganszene herrscht Respekt vor den Nachbarn. In einem Forum der Hooligangruppe „Ultras“ wird sogar ein Ranking der schlimmsten Hooligans bei der WM angeboten. Während britische und deutsche Hooligans weitgehend behördlich registriert sind und mit Stadion- bzw. Ausreiseverboten rechnen müssen, ist die Hooligan-Problematik in Osteuropa erst spät erkannt worden, so dass hier kaum mit<br />
                            <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22628/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reisebeschränkungen</a> zu rechnen ist.</p>
<p>
                              <strong>Blühende Landschaften</strong>
                            </p>
<p>Durch das Internet begünstigt und fast aller Rivalitäten zum Trotz hat sich längst eine lebendige und internationalisierte Hooliganszene etabliert. Das polnische Hooligan-Fanzine „Der Grenzgänger“ etwa findet mit seinen Berichten und Fotoserien von Auseinandersetzungen polnischer Ultras auch jenseits der Grenze reißenden Absatz, wie die Lobeshymnen im Gästebuch der Homepage belegen. Über den Internet-Versandhandel hat sich um die so genannte „3. Halbzeit“ bereits ein lukrativer Markt entwickelt, wo der Käufer mit Textilien, Accessoirs, Filmen und Musik alles erwerben kann, was das Hooligan-Herz begehrt.</p>
<p>
                              <strong>Tummelplatz für Rechtsextreme</strong>
                            </p>
<p>Immer wieder stößt man dabei auch auf Produkte, die mal mehr und mal weniger offen mit Fremdenfeindlichkeit spielen. So kann beispielsweise ein T-Shirt mit diskriminierendem Aufdruck oder ein Fußball-Sampler gekauft werden, auf dem einschlägig bekannte rechtsextremistische Bands zu hören sind. Dass die Welt in ihren Augen nicht zu „Gast bei Freunden“ (<br />
                            <a href="http://wm2006.deutschland.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wm2006.deutschland.de</a>) ist, legt neben dem Titel dieses Albums „… Zu Gast bei uns“ auch das Cover nahe, auf dem ein Springerstiefel und ein blutbefleckter Fußball zu sehen sind.</p>
<p>
                              <strong>Antisemitische Parolen auch in der Kurve</strong>
                            </p>
<p>Auch in den Stadien fallen rechtsextreme Hooligans immer wieder durch antisemitische Parolen und Plakate auf. So etwa geschehen im<br />
                            <a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5240364_TYP1_NAV_REF1,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dezember 2005</a> als Anhänger des FC Energie Cottbuss ein großflächiges Plakat mit der Aufschrift „Jude“ empor hielten, in der das „D“ dem Wappen des Gegners Dynamo Dresden entsprach. Auch in Italien kam es zum Eklat, als es im Januar dieses Jahres Hooligans des AS Rom auf einem<br />
                            <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/artikel.php?id=39&amp;kat=39&amp;artikelid=2225" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plakat</a> ihre Gegner aus Livorno mit den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten in Verbindung brachten.</p>
<p>
                              <strong>Rechte Propaganda zur WM</strong>
                            </p>
<p>Dieses rechtsextreme Potential unter Fußballanhängern erkennt in Deutschland auch die NPD und geht mit Demo-Aufrufen und Plakat-Kampagnen auf Stimmenfang. Die rechtsextreme Partei solidarisiert sich ausgerechnet mit dem Team aus Iran, dessen Staatspräsident Ahmadinejad zuletzt mit antisemitischer Vernichtungsrhetorik für Schlagzeilen sorgte. Auch das eigene Nationalteam wird von der NPD politisiert. Den WM-Planer mit der Aufschrift „Weiß. Nicht nur eine Trikotfarbe! Für eine echte<br />
                            <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22435/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NATIONAL-Mannschaft</a>!“ musste die Partei zurückziehen, nachdem der Deutsche Fußballbund und der Spieler Patrick Owomoyela dagegen geklagt hatten. Das auf dem NPD-WM-Planer abgebildete Trikot trug die Owomoyela fest zugewiesene Nummer 25. Auch der Nachfolger des WM-Planers macht keinen Hehl aus dem rassistischen Weltbild der Partei. Von den elf abgebildeten Strich-Männchen im deutschen Dress ist ein Spieler weiß gezeichnet, die übrigen in schwarz, braun, gelb und rot. Beschriftet ist das Werk mit der Frage: „Nationalelf 2010?“</p>
<p>Wie ernst sind die Befürchtungen gewalttätiger Übergriffe während der WM zu nehmen? Panikmache oder längst schon Realität, wie Ex-Regierungssprecher<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,416949,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heye</a> verkündete? In jedem Fall ist die Gleichsetzung von Hooligans und Rechtsextremisten undifferenziert und falsch. Zwar gibt es immer wieder Verbindungen der beiden Gruppierungen, doch in erster Linie handelt es sich bei Hooligans um zumeist junge Männer, die den Adrenalin-Kick suchen, meistens aber Politik und ihren „Sport“ trennen und mit Rechtsextremismus nicht in Zusammenhang gebracht werden wollen, wie die Diskussionen im WM-Forum eines Fanclubs nahe legen will. Häufig ist die Rivalität der Vereinsanhänger so groß, dass an ein Bündnis entlang nationalistischer oder ethnischer Kriterien nicht zu denken ist.</p>
<p>Selbst wenn es während der Weltmeisterschaft zu den befürchteten Auseinandersetzungen rivalisierender Hooligan-Fraktionen kommen sollte, ist davon auszugehen, dass sich die Gewalt weder in den Stadien noch in den Innenstädten entlädt. Dafür spricht neben den getätigten Sicherheitsmaßnahmen vor allem die<br />
                            <a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5380492_TYP6_THE_NAV_REF1_BAB,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erfahrung</a>, dass sich Hooligans lieber abseits der Öffentlichkeit raufen, wo sie Platz haben.</p>
<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Welt &#8211; Pokal &#8211; Politik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wm-06/welt-pokal-politik-3111/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 May 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WM 06]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Historische Rivalität nicht nur auf dem Fußballfeld]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Historische Rivalität nicht nur auf dem Fußballfeld<!--break--><br />
<b></b>
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<p>
<b>(1. Juni 2006) Bei der WM 2006 treffen auf dem Rasen nicht nur Fußballrivalen aufeinander. Auch historisch-politische und ökonomische Konflikte färben auf das Spiel ab, wie etwa zwischen ehemaligen Kolonien und Mutterländern.</b>
</p>
<p><b></b></p>
<p>
Unter dem Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ trifft sich im Juni 2006 die Fußballelite zum Stelldichein in Deutschland – der viel zitierte Slogan suggeriert eine schöne heile Sportwelt, die freilich nach dem Anpfiff umgehend mit einer harten Wirklichkeit vertauscht wird, in der nur noch Siege zählen. Beim Fußball geht es – frei nach Bill Shankly, dem ehemaligen Coach des FC Liverpool – eben nicht nur um Leben und Tod, sondern um mehr. Dies zeigt auch ein Blick auf die zahlreichen Konfliktsituationen, die sich bei der Sortierung der Länderauswahlen in acht Gruppen zu je vier Mannschaften ergeben haben. Nur selten stehen sich dort gute Freunde beim Kampf in den Einzug in die nächste Runde im Weg, weitaus häufiger erleben über lange Jahre gehegte und gepflegte Rivalitäten eine Neuauflage.</p>
<p>Dass es beim WM-Turnier nicht nur friedlich zugehen wird, liegt in der Natur der Sache, denn nicht alle Mannschaften können gewinnen. Dass es dabei gelegentlich auch recht rau werden könnte – dafür spricht die Debatte um den Umgang mit gewaltbereiten Hooligans, sogar ein Inlandseinsatz der Bundeswehr scheint nicht ausgeschlossen. Ein Grund für das besondere Konfliktpotenzial der WM-Endrunde liegt in der Entwicklung des modernen Vereinsfußballs, denn die Internationalisierung der Mannschaftsaufstellungen eröffnet den Fans nur noch selten lokale oder regionale Identifikationsangebote – klassische „Länderwettkämpfe“ erscheinen daher um so stärker von national gebündelten Interessen geprägt. Dadurch geraten neben den häufig über Jahrzehnte gewachsenen sportlichen Rivalitäten stets auch solche Konfliktpotenziale in den Blick, die im multikulturellen Vereinsfußball längst überwunden scheinen.
</p>
<p>
<b>Historische Rivalität nicht nur auf dem Fußballfeld</b>
</p>
<p>
Treffen kann es dabei jeden: So wurde Ex-Weltmeister Frankreich im Eröffnungsspiel der WM 2002 von der eigenen Kolonialvergangenheit eingeholt – gegen den Senegal, gespickt mit Profis aus der französischen Liga, setzte es eine Niederlage, die den sang- und klanglosen Abschied der „Equipe Tricolore“ aus Asien einläutete. Der historisch-politische Hintergrund färbt besonders häufig auch die sportliche Konkurrenz: mit schöner Regelmäßigkeit messen Engländer und Argentinier auf dem Rasen ihre Kräfte – und werden stets an den Falkland-Krieg von 1982 erinnert. Streitfälle zwischen den USA und Mexiko gibt es nicht nur am Verlauf entlang des „Tortilla Curtain“, sondern gelegentlich auch an überwindlichen Hindernissen in Höhe der Strafraumgrenze. Und für die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen gelten ohnehin besondere Regeln – die zuletzt wieder heftiger geführte Diskussion um Antisemitismus und Vertreibung unterlegt ganz aktuell das Aufeinandertreffen in der Gruppe A.</p>
<p>Die Liste lässt sich fortsetzen, doch schon eine kleine Zusammenschau deutet an, dass neben dem Geschehen auf dem Rasen sehr häufig ein Subtext zum Spiel existiert, der die sportliche Auseinandersetzung begleitet und nicht selten direkt darauf einwirkt. Die Halbwertszeit solcher Differenzen kann getrost in Jahrzehnten gemessen werden: In den Niederlanden hat sich die Wahrnehmung, 1974 als Vizeweltmeister die weit bessere Mannschaft gewesen zu sein, ins nationale Gedächtnis eingebrannt. Der Journalist Auke Kok spricht in seinem Buch „1974, wij waren de besten“ von einer wahren „Fußballfeindschaft“, deren Wurzeln bis in die Zeit des NS-Besatzungsregimes zurück reichen. In dieses Bild fügt sich auch ein ebenso ungewöhnlicher wie umstrittener Fanartikel für Anhänger des niederländischen Teams: ein orangefarbener Wehrmachtshelm aus Plastik.</p>
<p>Doch längst nicht nur nachbarschaftliche Beziehungen stehen unter dem Eindruck sportlicher Traumata. So interpretiert etwa der (schwedische) Schriftsteller Per Olov Enquist den legendären 2:0-Erfolg Argentiniens über England bei der WM 1986 als direkte Folge des Falkland-Krieges: „Eine gedemütigte Nation rächte sich an denen, die sie entwürdigt und kastriert hatten.“ Die Analyse unternimmt dabei auch einen Flankenlauf zu politisch-psychologischen Empfindsamkeiten – denn das südamerikanische Land des „Machismo“ sah sich vom England der Thatcher-Regierung gleich mehrfach in der Ehre verletzt.
</p>
<p>
<b>Die Rolle der Medien</b></p>
<p>Eine wichtige Rolle für die Intensivierung und Ausbreitung solcher Konflikte übernimmt dabei die Berichterstattung – was angesichts der öffentlichkeitswirksamen Überzüchtung großer Turniere durch die jeweiligen Veranstalter nicht verwundern darf. Allen Regulierungsversuchen der Fifa zum trotz tragen gerade die Printmedien regelmäßig zu einer Erwärmung des Meinungsklimas in den Teilnehmerländern bei, zuletzt bekam dies vor zwei Jahren der Schweizer Unparteiische Urs Meier zu spüren. Bei der Europameisterschaft 2004 hatte er die umkämpfte Partie zwischen Gastgeber Portugal und England geleitet und dabei nach Meinung der wenig zimperlichen britischen „yellow press“ die Gastgeber bevorzugt: auf Schlagzeilen wie „You Swiss Banker“ und „Idiot Ref“ folgte eine Flutwelle von E-Mails und sogar Morddrohungen gegen den Schiedsrichter – weitere diplomatische Verwicklungen konnten gerade noch verhindert werden.</p>
<p>Auch die politische Neutralität der Schweiz bildet keinen Schutzmantel – so wurden die Eidgenossen bei den diesjährigen Play-Offs gegen die Türkei in einen neuen „Sportkonflikt“ gerissen. Nach erfolgreicher Qualifikation wurden Schweizer Spieler und Offizielle bei den Stadiontumulten von Istanbul getreten und geschlagen – seitdem sind die Beziehungen zwischen den beiden Ländern deutlich belastet. Nach dem Ursprung auf dem Fußballfeld erlangen solche Krisen über die Bühne der Massenmedien mindestens nationale Öffentlichkeit und Relevanz. Aufgrund der großen Popularität des Fußballs suchen politische Entscheidungsträger häufig die Nähe zum Sport und den zugehörigen Verbandsvertretern – damit ist der Weg zu einer „Politisierung“ des sportlichen Kräftemessens nicht allzu weit.
</p>
<p>
<b>Geschichtsträchtige Konstellationen bei der WM 2006</b></p>
<p>Auch in der bevor stehenden Finalrunde gibt es interessante Konstellationen in den acht Vorrunden-Gruppen. So wird etwa das Thema „Kolonialvergangenheit“ diesmal zwischen Portugal und Angola (Gruppe D) verhandelt, gleiches gilt für Frankreich und Togo (Gruppe G), und auch das Team Englands findet sich mit Trinidad und Tobago (Gruppe B) in einer geschichtsträchtigen Konstellation wieder. Generell bilden die Gegensätze von „Mutterland“ und „Kolonie“ die größte Ansatzfläche für politische Hintergrundkonflikte, doch auch ohne solch direkte Beziehungen dürfte das Aufeinandertreffen europäischer und afrikanischer Teams für Aufregung sorgen. So steht die Paarung Italien gegen Ghana (Gruppe E) unter dem Eindruck eines zunehmend offenen Rassismus in der Serie A, der in dieser Saison eine neue Eskalationsstufe erreicht hat. Auch die spanische Primera División ist keineswegs frei von solchen Vorwürfen, wegen rassistischer Beleidigungen hatte der kamerunische Stürmerstar Samuel Eto´o (FC Barcelona) ein Spiel vorzeitig beenden wollen – in der Gruppe H treffen die Spanier jedoch „nur“ auf die Nordafrikaner aus Tunesien.
</p>
<p>
<b>Ökonomische Dimensionen</b></p>
<p>Neben den „geopolitischen“ Konflikten fällt noch eine andere „Konfliktsorte“ ins Auge: Das Aufeinandertreffen von Australien und Japan (Gruppe F) führt zwei Nationen ins Stadion, deren grundverschiedene Haltung zum Walfang im vergangenen Jahr zur erheblichen diplomatischen Verstimmungen geführt hat. Auch um das nordmittelamerikanische Freihandelsabkommen Cafta gibt es Dissonanzen – allerdings scheint ein direktes Aufeinandertreffen der Kontrahenten Costa Rica (Gruppe A) und USA (Gruppe E) eher unwahrscheinlich. Gleich mehrfach werden handelsbezogene Partnerschaften auf die Probe gestellt: mit Tunesien und Saudi-Arabien unterhalten zwei Mitglieder der Arabischen Liga enge Kultur- und Wirtschaftsbeziehungen, dennoch konkurrieren sie in der Gruppe H um einen Achtelfinalplatz.</p>
<p>Neben der politisch-historischen bildet die ökonomische Dimension demnach einen zweiten Ansatzpunkt zur Beschreibung von Konfliktstellungen entlang der Auslosung des WM-Turniers. In der Kombination mit sportlich gewachsenen Rivalitäten ergibt sich so ein überaus reizvolles Konfliktpanorama, ein anderer Grundkurs in internationalen Beziehungen: der Fußball zeigt die Welt in einer überraschend politischen Perspektive.
</p>
<p>
Dieser Text erschien ursprünglich auf<br />
<a href="http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeckung/fussball/942730,CmC=1206396.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.arte-tv.com</a>.</p>
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		<title>WM 06</title>
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		<pubDate>Wed, 31 May 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Weltmeisterschaft 2006]]></category>
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		<title>&#8220;Der Staat ist ja keineswegs wehrlos&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mullrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 May 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
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		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Bosbach]]></category>
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		<category><![CDATA[Jugendstrafrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, den 31. Mai, war Wolfgang 
Bosbach, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 
zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. 
Er beantwortete Fragen zum Umgang mit jugendlichen Straftätern, 
Rechtsextremismus und Sicherheitsrisiken bei der Fußball-WM.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, den 31. Mai, war Wolfgang<br />
Bosbach, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,<br />
zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.<br />
Er beantwortete Fragen zum Umgang mit jugendlichen Straftätern,<br />
Rechtsextremismus und Sicherheitsrisiken bei der Fußball-WM.<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Chatter, wir begrüßen<br />
heute Wolfgang Bosbach im<br />
ARD-Hauptstadtstudio. Er ist der Innen-Experte der Unionsfraktion<br />
im Bundestag. Wenn es beispielsweise um Fragen der inneren Sicherheit,<br />
Terror- oder Extremismusgefahr geht, ist Herr Bosbach der richtige<br />
Ansprechpartner &#8211; insbesondere wenige Tage vor der Fußball-WM<br />
und angesichts der jüngsten rechtsradikalen Übergriffe.<br />
Wir sind sehr gespannt auf Ihre Fragen. Und: Nicht verzagen, wenn<br />
eine Frage nicht sofort durchkommt. Herr Bosbach, können wir<br />
beginnen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>klinsi:</b> Würden Sie sich ohne ein mulmiges<br />
Gefühl die WM-Übertragungen in einer Menschenmasse vor<br />
dem Brandenburger Tor anschauen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Ja. Ich weiß, dass es<br />
bei Großveranstaltungen keine hundertprozentige Sicherheit<br />
geben kann und daher erwarte ich auch nicht, dass der Staat sie<br />
mir garantiert. Aber ich weiß, dass alles<br />
Menschenmögliche getan wird, um nicht nur die Stadien, sondern<br />
auch die Gebiete rund um die Großleinwände zu schützen.
</p>
<p>
<b>eyeofthebeholder:</b> Sehr geehrter Herr Bosbach,<br />
Sie sprechen sich gegen eine Verschärfung des Jugendstrafrechtes<br />
aus. Wie soll denn mit jugendlichen Straftätern wie dem Amokläufer<br />
vom letzten Wochenende Ihrer Meinung nach umgegangen werden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach: </b>Der Amokläufer unterliegt<br />
dem Jugendstrafrecht und ich habe keinen Zweifel daran, dass er<br />
von der Berliner Justiz auch strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen<br />
wird. Der Vorwurf lautet versuchter Mord und mehrfache vorsätzliche<br />
gefährliche Körperverletzung. Sollten sich die Tatvorwürfe<br />
bestätigen, droht eine langjährige Haftstrafe.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Berliner CDU spricht sich für<br />
eine Strafmündigkeit ab zwölf Jahren aus.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Die Absenkung des Strafmündigkeitsalters<br />
wird seit Jahrzehnten diskutiert und ebenso lange aus guten Gründen<br />
abgelehnt. Mit der Absenkung der Strafmündigkeitsgrenze lösen<br />
wir kein einziges Problem, zumal nicht ernsthaft daran gedacht werden<br />
kann, Zwölf- oder 13-jährige in ein Gefängnis zu<br />
stecken, wo sie womöglich auch das noch lernen, was ihnen bisher<br />
an krimineller Erfahrung fehlte. Der Staat ist ja keineswegs wehrlos.<br />
Die Sanktionen können bis zur Entziehung der elterlichen Sorge<br />
und zur Unterbringung in einem geschlossenen Heim reichen. Im Übrigen<br />
sei der Hinweis erlaubt, dass die Zahl der straffälligen Kinder<br />
in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. Dort, wo<br />
wir die Strafbarkeitsgrenze<br />
haben, also bei den über 14-Jährigen, ist dies jedoch<br />
gerade nicht der Fall.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nur um es klar zu machen: Sie sind<br />
hier also über Kreuz mit den Berliner Parteifreunden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> In dieser Frage vertreten wir<br />
unterschiedliche<br />
Auffassungen. Und sollen wir etwa das Strafbarkeitsalter noch weiter<br />
herabsetzen, wenn morgen Zehn- oder Elfjährige zuschlagen?<br />
Viel wichtiger sind andere Dinge: Mut zur Erziehung, Respekt vor<br />
Autoritäten und die Aufstellung von Regeln, deren Einhaltung<br />
auch durchgesetzt werden muss.
</p>
<p>
<b>gornach:</b> Was ist Ihrer Meinung nach die größte<br />
potenzielle Gefährdung der Öffentlichkeit für die<br />
Fußball WM 2006 in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Die größte Gefahr<br />
geht vom internationalen Terrorismus aus. Allerdings macht uns auch<br />
das sogenannte &quot;Hooligan-Unwesen&quot; Sorgen. Bei Hooligans<br />
handelt es sich allerdings nicht um Fußballfans, sondern um<br />
Kriminelle, die Sportveranstaltungen lediglich zum Anlass nehmen,<br />
ihr<br />
Unwesen zu treiben.
</p>
<p>
<b>doll:</b> Sind &quot;maximal fünf Jahre Jugendhaft&quot;<br />
nicht eine recht milde Strafe<br />
für jemanden, der &quot;mit besonderer Heimtücke&quot;<br />
den Tod von über 30 Menschen in Kauf genommen oder gar gewollt<br />
hat?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Die Höchststrafe beträgt<br />
zehn Jahre. Und wer jemals in einem Gefängnis gesessen hat,<br />
der weiß, wie unendlich lange dieser Zeitraum sein kann. Dessen<br />
ungeachtet sollte man einmal darüber nachdenken, ob die Höchststrafe<br />
für besonders schwere Kapitalverbrechen nicht auf 15 Jahre<br />
hochgesetzt werden sollte. Insbesondere in den Fällen, wo Erwachsene<br />
nach dem milderen Jugendstrafrecht bestraft werden.
</p>
<p>
<b>TobiasR:</b> Könnten hier nicht die Eltern stärker<br />
zur Rechenschaft gezogen werden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Ja, genau das ist der Punkt.<br />
Wenn Polizei und Justiz in Aktion treten, ist es meistens schon<br />
zu spät. Bei den Eltern werden wir zwei Gruppen unterscheiden<br />
müssen: Diejenigen, die sich redlich um eine gute Erziehung<br />
ihrer Kinder bemühen, aber dabei schlichtweg überfordert<br />
sind &#8211; denjenigen müssen wir helfen. Daneben gibt es allerdings<br />
auch Fälle, in denen die Eltern trotz Straffälligkeit<br />
ihrer Kinder Hilfsangebote verweigern &#8211; in diesen Fällen brauchen<br />
wir auch Druckmittel des Staates, um die notwendige Erziehungsunterstützung<br />
durchsetzen zu können.
</p>
<p>
<b>rrs2006:</b> Herr Bosbach, das Bundesverfassungsgericht<br />
hat heute den<br />
Gesetzgeber erneut aufgefordert, eine gesetzliche Grundlage für<br />
den<br />
Jugendstrafvollzug zu schaffen. Wann ist hier mit einer Regelung<br />
zu rechnen. Welche Anforderungen stellen Sie an den Jugendstrafvollzug?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Strafvollzug hat immer, gleich<br />
ob bei Erwachsenen oder Jugendlichen, verschiedene Zwecke. Sühne<br />
für Unrecht, Spezialprävention, Generalprävention<br />
und natürlich Resozialisierung des Täters. Im Jugendstrafvollzug<br />
spielt darüber hinaus der Erziehungsgedanke eine besondere<br />
Rolle. Im Rahmen der Föderalismusreform ist zu entscheiden,<br />
ob die Kompetenz auf die Länder übergeht oder beim Bund<br />
bleibt. Bleibt sie beim Bund, werden wir uns alsbald mit der Schaffung<br />
einer sicheren Rechtsgrundlage befassen müssen.
</p>
<p>
<b>Simon Haber:</b> Hat unser System nicht versagt, weil<br />
der Täter schon vorher aufgefallen ist und nichts unternommen<br />
wurde?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Um diese Frage beantworten zu<br />
können, müsste ich die Strafakten des Betroffenen kennen.<br />
Nach den mir vorliegenden Informationen war es bis zur Tat noch<br />
nicht möglich, ihn in Haft zu nehmen. Gegen die Wahnsinnstat<br />
eines Einzelnen kann es keinen hundertprozentigen Schutz geben.
</p>
<p>
<b>andy:</b> Wieso werden sehr viele &quot;Erwachsene&quot;<br />
noch nach dem Jugendstrafrecht bestraft?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Bei den zwischen 18- und 21-Jährigen<br />
hat das Strafgericht die Wahl, die Täter nach dem Erwachsenenstrafrecht<br />
oder dem milderen Jugendstrafrecht zu verurteilen. Der Gesetzgeber<br />
geht zwar davon aus, dass die Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht<br />
die Ausnahme sein soll, in der Rechtspraxis ist sie jedoch die Regel.<br />
Dann stellt das Gericht mit schlichten Worten fest, dass es sich<br />
um eine jugendtypische Verfehlung handelt und schon kommt das Jugendstrafrecht<br />
zur Anwendung. Hierbei kann es zu gravierenden Missverhältnissen<br />
kommen. Wenn ein 21-Jähriger gemeinsam mit<br />
einem 22-Jährigen einen Menschen aus niedrigen Beweggründen<br />
tötet, ist es durchaus möglich, dass der Jüngere<br />
eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe erhält, aber der vielleicht<br />
nur wenige Monate ältere &quot;lebenslänglich&quot;.
</p>
<p>
<b>NiklasTjorben:</b> Was halten Sie davon, den Eltern<br />
von besonders<br />
&quot;integrationsunwilligen&quot; Kindern mit Immigrationshintergrund<br />
Strafen<br />
anzudrohen? Wie z.B. das Kürzen der Sozialhilfe etc?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Für das Anliegen habe ich<br />
Verständnis, allerdings ist der Vorschlag in der Praxis nicht<br />
realisierbar. Wie will man<br />
Integrationswilligkeit feststellen, wenn Integration selber nicht<br />
messbar ist? Man kann z.B. ein Sprachvermögen testen, aber<br />
man kann nicht testen, ob jemand gut oder schlecht integriert ist.<br />
Kinder unterliegen grundsätzlich der Schulpflicht. Und wenn<br />
diese Pflicht nicht erfüllt wird, drohen schon jetzt Strafen<br />
für Eltern und Kinder.
</p>
<p>
<b>Simon Haber:</b> Anzeigen wegen leichter Körperverletzung<br />
werden oft fallen gelassen. Muss hier nicht früher reagiert<br />
werden, um abzuschrecken und den Tätern die Folgen zu zeigen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Richtig. Ich erlebe in der anwaltlichen<br />
Praxis sehr oft, dass bei angeblich geringfügigen Straftaten<br />
den Tätern mit einer<br />
erstaunlichen Milde begegnet wird und die Opfer reiben sich verwundert<br />
die Augen. Während der Staat bei Falschparkern in der Regel<br />
zügig zur Stelle ist und konsequent handelt, können bei<br />
Körperverletzungsdelikten zwischen Tatbegehung und Aburteilung<br />
viele Monate vergehen, obwohl der Täter am Tatort gefasst wurde.<br />
Dies gilt sogar, wenn er geständig ist. Viele Sanktionen werden<br />
von den Tätern gar nicht als besonders spürbar empfunden.<br />
Und wenn dann noch eine Geldbuße oder Geldstrafe von der Oma<br />
bezahlt wird,<br />
wird der Täter von so gut wie keiner Sanktion selbst betroffen.
</p>
<p>
<b>Franczak:</b> Ich hatte eigentlich gedacht, dass es<br />
hier auch um die<br />
Verantwortung der Politik am neuerlichen Aufflammen des Rechtsradikalismus<br />
geht. Nun will ich also mal fragen, ob nicht Unterschriftenaktionen<br />
des Herrn Koch, Leitkultur-Diskussionen, Fragebogen bei Staatsbürgerschaft<br />
usw. nicht doch dem rechtsradikalen Gedankengut Munition geliefert<br />
haben?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Diese Behauptung wird immer<br />
wieder aufgestellt. Sie wird aber dadurch nicht richtig. Wer die<br />
kühne These aufstellt, am<br />
Rechtsradikalismus ist die Politik Schuld, sagt damit gleichzeitig,<br />
jedenfalls sind die Rechtsradikalen nicht selber Schuld. Denn sie<br />
wurden ja erst angeblich durch die Politik zu dem gemacht, was sie<br />
sind. Die Unterschriftenaktion in Hessen war vor über sechs<br />
Jahren und darauf den Anstieg rechtsradikaler Gewalt im Jahr 2006<br />
zu beziehen, ist mehr als nur mutig. Im Übrigen sind die linksradikalen<br />
Gewalttaten ebenso stark angestiegen wie die rechtsradikalen. Schon<br />
deshalb kann ein Kausalzusammenhang mit irgendwelchen politischen<br />
Entscheidungen nicht bestehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Politik kann nicht Schuld sein:<br />
Aber die Politik kann eine Bewegung durch Populismus verstärken<br />
&#8211; auch mit Zeitverzögerung. Im Übrigen steht die Unterschriftenaktion<br />
ja nicht im luftleeren Raum.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Wer Probleme im Zusammenhang<br />
mit Zuwanderung und Integration tabuisiert, schwächt die Rechtsradikalen<br />
nicht, vielmehr stärkt er sie. Wer Probleme tabuisiert, löst<br />
sie nicht, sondern verschärft sie und diese Verschärfung<br />
kann radikalen Tendenzen Vorschub leisten. Die rechtsradikalen Parteien<br />
hätten Anfang der 90er Jahren nicht soviel Zuspruch gehabt,<br />
wenn wir das Asylproblem rascher gelöst hätten.
</p>
<p>
<b>Inside: </b>Die Realität feststellen, können<br />
wir Bürger auch, aber was machen Sie als Politiker um diese<br />
Dinge abzustellen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Zu glauben, das Thema Rechtsextremismus<br />
sei ein Thema für die Berufspolitiker, nicht aber für<br />
die Zivilgesellschaft, ist ein riesiger Irrtum. Wir haben es dort<br />
mit einer Versammlung verschiedener Typen zu tun: Es gibt die Ewiggestrigen,<br />
junge, auch gewaltbereite Neonazis und Wirrköpfe, die zwar<br />
kein gefestigtes rechtsradikales Weltbild haben, sich aber von dieser<br />
Szene angezogen fühlen. Die dritte Gruppe halte ich für<br />
die Demokratie nicht verloren. Daher müssen wir uns intensiver<br />
mit der rechtsradikalen Subkultur befassen, beispielsweise mit dieser<br />
Musikszene, aber auch mit den einschlägigen Internetauftritten.<br />
Das ist in erster Linie aber nicht nur eine Sache des Verfassungsschutzes.<br />
Wenn Straftaten drohen, ist es Aufgabe der Polizei, sie zu unterbinden.<br />
Und zivilgesellschaftlich ist es wichtig, nicht wegzusehen, sondern<br />
jeder Form von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus entgegenzutreten.
</p>
<p>
<b>trainspotting:</b> Einerseits sprechen Sie laufend<br />
von den steigenden Gefahren durch Rechtsextremismus, andererseits<br />
finden Sie Heyes Warnung vor &quot;No Go Areas&quot; unangemessen.<br />
Wie passt das zusammen? War es nicht längst an der Zeit, dass<br />
die Realität in einigen Regionen Deutschlands offen angesprochen<br />
wird?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Nichts spricht gegen offene<br />
Ansprache. Dann muss sie aber auch offen sein. Man kann nicht ein<br />
Land oder Kommunen unter Generalverdacht stellen. Dann sind selbst<br />
solche Städte betroffen, die noch nie eine rechtsradikale Szene<br />
hatten. Beim Land Brandenburg kommt hinzu, dass dort im vergangenen<br />
Jahr, im Gegensatz zum Bundestrend, die Entwicklung rückläufig<br />
war. Die Benennung von &quot;No-Go-Areas&quot; ist vielleicht gut<br />
gemeint aber<br />
kontraproduktiv. Die Rechtsradikalen wollen ja gerade sogenannte<br />
&quot;national befreite Zonen&quot; und wenn man entgegen dem Verfassungsschutzbericht<br />
behauptet, dass es sie gäbe, klopft man sich in diesen Kreisen<br />
vor Freude auf die Schenkel, nach dem<br />
Motto: Ziel erreicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Müssten Politiker nicht ehrlicherweise<br />
eingestehen: Einen<br />
gewissen rechtsradikalen Bodensatz wird es in der Demokratie immer<br />
geben und dagegen kann &#8211; zumindest die Politik &#8211; dauerhaft auch<br />
nichts tun?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Dass es diesen Bodensatz in<br />
allen Ländern gibt, ist in der Tat richtig, darf aber im Umkehrschluss<br />
nicht bedeuten, dass man dem Treiben dieser Szene tatenlos zusieht.<br />
Es gibt in der Tat eine immer wieder aufflammende öffentliche<br />
Aufregung, die jedoch nicht von der Politik entfacht wird. Ich kenne<br />
keinen vernünftigen Politiker, der den Eindruck erweckt, als<br />
stünde der Rechtsradikalismus in Deutschland unmittelbar vor<br />
der Machtübernahme. Aber aus unserer Geschichte: Wehret den<br />
Anfängen! Und deswegen müssen wir jeder Form des Radikalismus<br />
entschlossen begegnen.
</p>
<p>
<b>aurora:</b> Finden Sie nicht, dass das Thema in der<br />
Vergangenheit<br />
vernachlässigt wurde und jetzt aufgrund der WM an Popularität<br />
gewinnt? Es ist aber doch am wichtigsten, langfristige Lösungen<br />
zu finden.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Nein! ich kenne kaum ein innenpolitisches<br />
Thema, über das wir in den letzten Jahren so häufig gesprochen<br />
haben wie über den Kampf gegen den politischen Extremismus.<br />
Es hat seit der Wiedervereinigung über 20 Verbotsverfahren<br />
gegeben und das NPD-Verbotsverfahren hat das Land jahrelang in Atem<br />
gehalten.
</p>
<p>
<b>jaba:</b> Wie werden Sie versuchen, gegen rechtsradikale<br />
Aufmärsche während der WM vorzugehen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Wir haben das Demonstrationsrecht<br />
vor kurzem geändert und hoffen, dass es uns gelingt, diese<br />
Demonstrationen verbieten zu lassen oder jedenfalls so zu verlegen,<br />
dass es nicht zu einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang<br />
mit Großveranstaltungen kommt. Das wird aber nicht einfach<br />
werden, denn die Demonstrationsfreiheit ist grundgesetzlich geschützt<br />
und<br />
sie gilt auch für Extremisten, solange sie sich an die Regeln<br />
halten.
</p>
<p>
<b>Venderbos:</b> Sehr geehrter Herr Bosbach, als Holländer<br />
habe ich die Debatte in Deutschland zum Thema Leitkultur mit großem<br />
Interesse verfolgt. Ich glaube, der Begriff Leitkultur ist ein richtiges<br />
und kraftvolles Konzept. Weshalb vertritt die Union es nicht noch<br />
nachdrücklicher, mit mehr Mut und Selbstbewusstsein?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Das würde auch ich mir<br />
wünschen, denn dieser Begriff hat mit Nationalismus nichts<br />
zu tun. Freiheitlich deutsche Leitkultur bedeutet nicht: Deutschland,<br />
Deutschland über alles. Sondern wenn Menschen mit ganz unterschiedlicher<br />
Nationalität, Hautfarbe oder Gesinnung in einem Land friedlich<br />
miteinander leben wollen, dann müssen sie alle die gleichen<br />
Regeln beachten. Und dies können in unserem Land nur die Regeln<br />
der Bundesrepublik<br />
Deutschland sein.
</p>
<p>
<b>Sozialdemokrat2:</b> Werter Herr Bosbach, Sie meinten<br />
am Anfang der gestrigen Berliner Phoenix-Runde, eines der größten<br />
Probleme Deutschlands sei die Massenarbeitslosigkeit. Des Weiteren<br />
sagten Sie, dass Hartz IV der richtige Weg sei. Wie wollen sie als<br />
Christdemokrat die Massenarbeitslosigkeit bekämpfen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> In Deutschland wissen wir aus<br />
langjährigen Erfahrungen, dass sich erst bei einem Wirtschaftswachstum<br />
von mehr als zwei Prozent eine spürbare Belebung auf dem Arbeitsmarkt<br />
zeigt. Die Schwelle, neue Arbeitnehmer/innen einzustellen, ist in<br />
Deutschland höher als in den meisten anderen Ländern.<br />
Dies liegt an unserem sehr starren Arbeitsrecht, das sich in zu<br />
vielen Fällen als Wiedereintrittsbarriere in den Arbeitsprozess<br />
erweist. Darüber hinaus müssen wir in Deutschland viel<br />
schneller werden. In einer globalisierten Welt gilt nicht: Der Große<br />
schlägt den Kleinen, sondern<br />
der Schnelle schlägt den Langsamen. Also: Entbürokratisierung,<br />
mehr<br />
Investitionen in Forschung und Entwicklung, mehr Bildungsinvestitionen<br />
und eine konsequent mittelstandsfreundliche Politik.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Von Herrn Kauder vernehmen wir den<br />
Satz: &quot;Es darf nicht der Eindruck entstehen, in Deutschland<br />
bekommt man als Arbeitsfähiger eine Grundsicherung und kann<br />
den ganzen Tag im Bett liegen bleiben&quot; &#8211; Was glauben Sie, wie<br />
viele absolut arbeitswillige Arbeitslose bei so einem Satz die kalte<br />
Wut packt?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Bosbach:</b> Ich gebe die Frage zurück:<br />
Warum sollte jemanden die kalte Wut packen, wenn er offensichtlich<br />
nicht gemeint ist? Tatsache ist, dass wir ca. 4,6 Millionen registrierte<br />
Arbeitslose haben. Tatsache ist aber auch, dass viele hunderttausend<br />
offene Stellen nicht besetzt werden können. Tatsache ist darüber<br />
hinaus, dass wir jedes Jahr 330.000 ausländische Erntehelfer<br />
einsetzen, weil es offensichtlich unmöglich ist, auch nur 8<br />
Prozent der Arbeitslosen für diese Tätigkeit zu gewinnen.<br />
Hier geht es um schlichte Arbeit und ich kann mir eigentlich nicht<br />
vorstellen, dass es tatsächlich nur wenige Tausend unter den<br />
4,6 Millionen gibt, die hierzu in der Lage sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Herzlichen Dank für alle Fragen &#8211; verbunden mit der Bitte um<br />
Verständnis an all jene, die heute nicht zum Zuge gekommen<br />
sind. Besonderen Dank an Wolfgang Bosbach, dass er sich für<br />
uns Zeit genommen hat. Unser nächster Chatgast wird am kommenden<br />
Freitag (2. Juni) der haushaltspolitische Sprecher der Union, Steffen<br />
Kampeter, sein. Der Chat beginnt um 11.30 Uhr und wird ausnahmsweise<br />
nur 45 Minuten<br />
dauern.
</p>
<p><b>Wolfgang Bosbach:</b> Ich bedanke mich für das<br />
rege Interesse und hoffe, dass niemand enttäuscht zurück<br />
bleibt. Sollte dies doch der Fall sein, holen wir das heute Versäumte<br />
beim nächsten Mal nach.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Weniger Streit, wie von allen gefordert, führt zu weniger Wahlbeteiligung&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jbergmeister]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Schäuble]]></category>
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		<category><![CDATA[Einbürgerungstest]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Dienstag, den 28.März 
2006, war <span style="font-size: x-small">Wolfgang Schäuble,</span> Bundesinnenminister 
(CDU), zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. 
</span></b><b><span style="font-size: x-small">Er beantwortete Fragen zum 
Ausgang der Landtagswahlen, zum umstrittenen hessischen Einbürgerungstest 
und zu einem möglichen Einsatz der Bundeswehr bei der bevorstehenden 
Fußball-WM.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Dienstag, den 28.März<br />
2006, war <span style="font-size: x-small">Wolfgang Schäuble,</span> Bundesinnenminister<br />
(CDU), zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.<br />
</span></b><b><span style="font-size: x-small">Er beantwortete Fragen zum<br />
Ausgang der Landtagswahlen, zum umstrittenen hessischen Einbürgerungstest<br />
und zu einem möglichen Einsatz der Bundeswehr bei der bevorstehenden<br />
Fußball-WM.</span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Heute begrüßen<br />
wir im ARD-Hauptstadtstudio Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.<br />
Herr Schäuble hat zuletzt besonders zu den Themen Zuwanderung<br />
und den Einsatz der Bundeswehr bei der bevorstehenden Fußball-WM<br />
Stellung bezogen. Selbstverständlich ist unser Chat auch heute<br />
wieder für Fragen aus anderen Themenbereichen offen. Herr Schäuble,<br />
können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Bitte, ja.
</p>
<p>
<b>Musgries:</b> Herr Schäuble, nach knapp vier<br />
Monaten der neuen Bundesregierung werden nun langsam auch die Themen<br />
angegangen, die für Konflikte innerhalb der großen Koalition<br />
sorgen. Welche Themen gehören dazu und wo sehen Sie die größten<br />
Differenzen gegenüber der SPD?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble</b>: Wir haben ja die Gesundheitsreform<br />
bei den Koalitionsverhandlungen zurückgestellt, weil wir dort<br />
große Unterschiede haben. In dieser Woche beginnen die Gespräche<br />
zwischen CDU/CSU und SPD. Außerdem müssen wir den Arbeitsmarkt<br />
weiter flexibilisieren und in absehbarer Zeit muss der Finanzminister<br />
mit den Arbeiten an der Unternehmenssteuerreform beginnen.
</p>
<p>
<b>Uli12: </b>Hallo Herr Schäuble. Wie bewerten<br />
Sie den Ausgang der Landtagswahlen am Sonntag?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> In Baden-Württemberg<br />
gut, in Sachsen-Anhalt auch gut, in Rheinland-Pfalz sind wir natürlich<br />
traurig. Aus der Sicht der Bundesregierung wird man allerdings sagen<br />
können, dass alle drei Landtagswahlergebnisse eher eine Bestätigung<br />
der Politik von Angela Merkel sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Auch wenn Rot und Schwarz hat in absoluten<br />
Zahlen verloren haben?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> In absoluten Zahlen haben<br />
alle verloren, weil die Wahlbeteiligung so traurig niedrig ist.<br />
Aber das hat wohl auch damit zu tun, dass weniger Streit, der von<br />
allen immer gefordert wird, im Ergebnis zu weniger Wahlbeteiligung<br />
führt.
</p>
<p>
<b>Lennox:</b> Sehr geehrter Herr Schäuble, verstehen<br />
Sie, warum es eine Opposition zur Einführung von Einbürgerungstests<br />
gibt? Sollte das nicht eines der normalsten Dinge sein?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Dass es unterschiedliche<br />
Auffassungen, also Opposition gibt, ist völlig normal. Dass<br />
man vor Erwerb der Staatsangehörigkeit etwas davon wissen sollte,<br />
was diese Staatsangehörigkeit ausmacht, scheint mir auch normal<br />
zu sein. Für viele Dinge müssen wir unsere Fähigkeiten<br />
nachweisen, warum nicht für den Erwerb der Staatsangehörigkeit.
</p>
<p>
<b>E-Woman:</b> Hallo Wolfgang, durch die Möglichkeit<br />
des Trainierens von Antworten ist der Einbürgerungstest doch<br />
wenig aussagekräftig. Wo wird da die Geisteshaltung geprüft?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Auch mit dem Trainieren<br />
von Antworten lernt der Bewerber etwas über unser Land. Und<br />
das ist der Sinn der Sache.
</p>
<p>
<b>S.Haber:</b> Können Sie mir zwei deutsche Mittelgebirge<br />
nennen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Den Harz und den Schwarzwald.
</p>
<p>
<b>pompardine:</b> Hallo Herr Schäuble! Ich halte<br />
die Einbürgerungstests ja an sich für eine gute Idee,<br />
aber wenn man sieht, dass nicht mal Deutsche, vor allem Schüler,<br />
diese Fragen zum größten Teil beantworten können,<br />
fange ich an zu zweifeln! Was denken Sie darüber?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Vorbereitung auf einen<br />
solchen Test führt dazu, dass man etwas lernt, was man bisher<br />
nicht weiß. Auf die Weise bekommt man Kenntnisse von unserem<br />
Land, die jemand, der hier geboren und aufgewachsen ist, so nicht<br />
nachzuweisen braucht.
</p>
<p>
<b>michael schäfer:</b> Ich komme aus Berlin und<br />
mich bewegt die mögliche Abschiebung der Familie Aydin. Die<br />
Familie lebt schon lange hier und ist gut integriert. Die 17-jährige<br />
Tochter Hayriye wurde letzte Woche sogar von Bundespräsident<br />
Horst Köhler für ihr soziales Engagement ausgezeichnet.<br />
Gibt es für diese Familie noch Hoffnung?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Zuständig für<br />
die Entscheidung ist das Land, nicht die Bundesregierung. Deswegen<br />
muss ich mich etwas zurückhalten. Das Problem liegt darin,<br />
dass die Eltern, soweit ich es verstanden habe, früher falsche<br />
Angaben gemacht haben. Ob man deshalb ein Kind, das hier lange aufgewachsen<br />
ist, abschieben muss, das ist genau das Problem.
</p>
<p>
<b>CDUwähler:</b> Wäre ein Bewerbungsgespräch,<br />
in dem entsprechende Fragen gestellt werden, nicht geeigneter um<br />
eine richtige Haltung gegenüber unseren Werten zu überprüfen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das ist der Weg, den zurzeit<br />
Baden-Württemberg geht. Nun müssen die Länder ihre<br />
Erfahrungen austauschen, um zu einer gemeinsamen Position zu kommen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist Deutschland nun eigentlich ein<br />
Einwanderungsland oder nicht?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble: </b>Ich kann mit dem Begriff<br />
nicht viel anfangen, weil unterschiedliches darunter verstanden<br />
wird. Natürlich findet ständig Einwanderung nach Deutschland<br />
statt. Aber klassische Einwanderungsländer sind solche, die<br />
sich die Menschen aussuchen, die zu ihnen kommen dürfen. Und<br />
das war bisher nicht die Situation in Deutschland.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch einmal zur niedrigen Wahlbeteiligung:
</p>
<p>
<b>Werner11:</b> Welche Ursachen hat diese Politikverdrossenheit?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich weiß nicht,<br />
ob es Politikverdrossenheit ist. Man könnte ja auch unterstellen,<br />
die Leute seien mit den Verhältnissen so zufrieden, dass sie<br />
nicht einmal zur Wahl gehen wollen. Das ist dasselbe Problem, wie<br />
die Debatte über Streit oder Konsens. Auf der einen Seite sagen<br />
die meisten, die Parteien sollten nicht so viel streiten sondern<br />
mehr an einem Strang ziehen. Aber wenn sie dann in einer großen<br />
Koalition zusammenerarbeiten wird gesagt, mangels Alternativen sei<br />
es ja langweilig.
</p>
<p>
<b>Student-xy:</b> Guten Tag! Andere Staaten haben bereits<br />
Einbürgerungstests, in wie weit kann Deutschland auf die Erfahrung<br />
dieser für sich selber zurückgreifen beziehungsweise sich<br />
mit diesen Staaten austauschen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Wir tun das. Und in der<br />
Tat berufen sich die Befürworter von Tests auf die positiven<br />
Erfahrungen anderer Länder.
</p>
<p>
<b>Monne:</b> Oftmals verlassen Politiker die Diskussionsrunde,<br />
wenn Rechtsradikale anfangen zu reden. Wann gibt es endlich eine<br />
Offensive, in welcher dem Radikalismus inhaltlich die Argumente<br />
genommen werden und zwar spürbar in der ganzen Bundesrepublik?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble: </b>Ich finde, die Wahlergebnisse<br />
vom letzten Sonntag zeigen, dass wir in der Bekämpfung des<br />
Rechtsradikalismus erfolgreich sind. Entgegen manchen Befürchtungen<br />
sind sie überall klar an der 5 Prozent-Grenze gescheitert.<br />
Und das ist der beste Weg, Rechtsradikale zu bekämpfen: Dafür<br />
zu sorgen, dass sie keine Unterstützung in der Bevölkerung<br />
finden.
</p>
<p>
<b>Wenzel:</b> So bekämpfen wir sie auf der politischen<br />
Schiene, aber wie wollen sie rechtsradikale Jugendliche von ihrem<br />
falschen Weg abbringen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Durch Argumente, durch<br />
Vermittlung von politischen Inhalten, die nicht radikal sind und<br />
durch öffentliche Ächtung von Rechtsradikalismus.
</p>
<p>
<b>admiralitaet:</b> Welche Legitimation hat eine Landesregierung<br />
bei unter 50 Prozent Wahlbeteiligung?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Wahlen sind Wahlen. Wer<br />
nicht wählt, trifft auch eine Entscheidung &#8211; und akzeptiert,<br />
dass die Mehrheit der anderen verbindlich ist. Das ist das Grundgesetz<br />
der Demokratie. Im Übrigen müssen diejenigen, die nicht<br />
wählen, sich die Frage stellen, wie es mit ihrem Demokratieverständnis<br />
steht.
</p>
<p>
<b>TKS: </b>Hallo Herr Schäuble. Ich würde<br />
Sie gerne fragen, ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt,<br />
um zu &quot;messen&quot;, wie gut sich eine eingewanderte Person/Familie<br />
in unserer Gesellschaft integriert (hat)?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Natürlich gibt es<br />
viele Möglichkeiten. Bei vielen stellt sich die Frage gar nicht.<br />
Aber bei denjenigen, die eben nicht mit dem deutschstämmigen<br />
Teil der Bevölkerung kommunizieren ist es schon richtig, ein<br />
bisschen genauer danach zu schauen, ob sie denn überhaupt mit<br />
uns zusammen leben wollen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was halten Sie vom Vorschlag Stoibers,<br />
sich am Modell USA zu orientieren, sprich: Interviews mit anschließenden<br />
Prüfungen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das ist eine Möglichkeit,<br />
die sich ja nicht nur in den USA gut bewährt.
</p>
<p>
<b>B. Wunden:</b> Zur Einwanderung: Wäre es nicht<br />
besser, einen europäischen &quot;Verteilungsschlüssel&quot;<br />
einzuführen? Denn schließlich halten Italien und Spanien<br />
mit ihrer Arbeit illegale Einwanderer auch davon ab nach Deutschland<br />
zu kommen.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Es gibt eben Menschen,<br />
die möchten nach Finnland und nicht nach Portugal. Und deswegen<br />
wird es mit einem europäischen Einwanderungsschlüssel<br />
nicht ganz einfach sein. Aber diejenigen, die aus Verfolgung Zuflucht<br />
suchen, die könnten schon solidarisch in Europa verteilt werden.<br />
So wie wir das auch in Deutschland zwischen den Bundesländern<br />
machen.
</p>
<p>
<b>jsmo: </b>Wie stellen sie sich den Bevölkerungsschutz<br />
in 5-10 Jahren vor?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das ist eine etwas umfassende<br />
Frage, denn die Bedrohungen &#8211; sei es durch Naturkatastrophen, sei<br />
es durch neue Epidemien oder auch durch den internationalen Terrorismus<br />
&#8211; sind ungeheuer vielfältig. In einer Zeit, in der sich durch<br />
die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen alle Verhältnisse<br />
rasend schnell ändern, müssen wir immer daran arbeiten,<br />
optimalen Schutz auch gegen neue Bedrohungen zu gewährleisten.<br />
Aber konkret kann man das für die nächsten zehn Jahre<br />
nicht vorhersagen, weil letzten Endes die Zukunft immer ungewiss<br />
ist.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Zwei Fragen mit ähnlichem Tenor:
</p>
<p>
<b>Heitmann: </b>Herr Schäuble, muss ich bei einem<br />
Bundeswehreinsatz zur Fußball-WM etwa an schwer bewaffneten<br />
Soldaten vorbei ins Stadion gehen?
</p>
<p>
<b>PeterPan: </b>Wird die Bundeswehr während der<br />
WM im Inland eingesetzt werden? Ist das wirklich nötig?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Kein Mensch hat je daran<br />
gedacht, die Fußballstadien durch die Bundeswehr zu schützen.<br />
Worum es geht ist, dass die Bundeswehr bestimmte Fähigkeiten,<br />
die nur sie hat, etwa im ABC-Schutz, für den Notfall bereit<br />
hält und zur Verfügung stellt. Darüber hinaus könnte<br />
die Bundeswehr die Polizei an anderer Stelle soweit entlasten, dass<br />
wir notfalls mehr Polizisten für den Schutz der Stadien aber<br />
auch der öffentlichen Plätze, an denen Fernsehübertragungen<br />
stattfinden, zur Verfügung haben.
</p>
<p>
<b>Zweiniger: </b>Wie kann eine ohnehin schon unterdurchschnittlich<br />
finanzierte, nicht polizeilich ausgebildete Bundeswehr während<br />
der Fußballweltmeisterschaft die Polizeiorgane sinnvoll unterstützen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Auf dem Balkan tut sie<br />
das auch, und in Afghanistan ebenso. Warum soll sie das nicht auch<br />
in Deutschland können?
</p>
<p>
<b>Sonne:</b> Wie sicher ist die Fußball-WM, vor<br />
allem das Public Viewing? Was passiert, wenn dort jemand eine Bombe<br />
zündet?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Nach menschlichem Ermessen<br />
ist die Fußball-WM gut geschützt. Aber die Herausforderung<br />
ist angesichts der vielen Public-Viewing Veranstaltungen riesengroß.<br />
Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass eine Bombe gezündet<br />
wird. Aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.
</p>
<p>
<b>FLo7: </b>Wie sehen Sie derzeit das Problem der Rechtsradikalität<br />
im Fußball?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Nicht besonders. Schließlich<br />
sind im Fußball so viele Stars aus anderen Kontinenten &#8211; auch<br />
in der Bundesliga &#8211; eingesetzt. So dass die Gefahr von Nationalismus<br />
und Rassismus nicht groß sein kann.
</p>
<p>
<b>syrakuse: Thema Fußball-WM:</b> Wie steht es<br />
um die IT-technische Ausstattung der Polizeien in Bund und Ländern?<br />
Datenaustausch gewährleistet? Insbesondere bei Einsatz an &quot;offenen&quot;<br />
Versammlungsplätzen (Big Screens)?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble: </b>Die Polizeien von Bund<br />
und Ländern sind fortlaufend dabei, ihre technischen Ausstattungen<br />
weiter zu entwickeln. Angesichts der rasanten Entwicklung in der<br />
Informationstechnologie ist man da nie am Ende. Aber für die<br />
Fußball-WM sind wir gut vorbereitet.
</p>
<p>
<b>jsmo: </b>Wenn Bundeswehr zur WM eingesetzt werden<br />
soll, so heißt das, dass die Möglichkeiten und Strukturen<br />
des Schutzes der Bevölkerung in ihrer aktuellen Form nicht<br />
ausreichen &#8211; trifft dies zu und wie soll hier Abhilfe geschaffen<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Bundeswehr wird nur<br />
das tun, was sie nach dem Grundgesetz darf. Aber das wird sie auch<br />
tun. Da die Fußball-WM Sicherheitsherausforderungen in einer<br />
bisher nicht gekannten Größenordnung stellt &#8211; insbesondere<br />
beim Public Viewing &#8211; ist es ja nur vernünftig, dass alle Verantwortlichen<br />
sich bemühen, das menschenmögliche an Vorkehrungen zu<br />
leisten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Im Zusammenhang mit der Diskussion<br />
um den Einsatz der Bundeswehr bei der WM war oft davon die Rede,<br />
worauf Sie angeblich hinaus wollen: Es war die Rede vom „amerikanischen<br />
Modell“ oder von der Bundeswehr als „stiller Reserve<br />
der Polizei“. Trifft das zu?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Aufgaben von Polizei<br />
und Bundeswehr sind unterschiedlich. Das bleibt auch in der Zukunft<br />
so. Aber die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit<br />
sind durch die Entwicklungen in der globalisierten Welt sehr fließend<br />
geworden. War der elfte September 2001 ein Fall der inneren oder<br />
der äußeren Sicherheit? Die UNO hat ihn jedenfalls als<br />
&quot;kriegerischen Akt&quot; gemäß der Charta der Vereinten<br />
Nationen gewertet.
</p>
<p>
<b>Finity: </b>Sind Sie der Meinung, man sollte die Bundeswehr<br />
auch nach der WM in Bereichen der inneren Sicherheit einsetzen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> In dem Sinne, dass die<br />
Bundeswehr dort tätig sein muss. Wo die Möglichkeiten<br />
der Polizei erschöpft sind, halte ich es für richtig,<br />
dafür die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.
</p>
<p>
<b>pompardine:</b> Wie sicher ist das Verfahren zur Einstellung<br />
der Sicherheitskräfte zur WM hinsichtlich der Herausfiltrierung<br />
von Rechtsradikalen und Hooligans ohne bekannte Vorbestrafung?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Auf bitten des Organisationskomitees<br />
werden diejenigen, die im Stadionbereich tätig sind, anhand<br />
vorhandener Karteien überprüft. Aber wer bisher nicht<br />
auffällig geworden ist, kann dabei auch nicht erkannt werden.
</p>
<p>
<b>Levent: </b>Herr Schäuble, glauben Sie nicht,<br />
dass ein Militäraufgebot zur WM in Deutschland, ein &quot;falsches&quot;<br />
Bild der Deutschen vermittelt?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Nein. Es gibt kein Land,<br />
in dem der Einsatz der Armee im Inneren so begrenzt ist wie in Deutschland.<br />
Wenn wir also tun, was alle anderen machen, schaffen wir kein falsches<br />
Bild.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei ähnliche Fragen:
</p>
<p>
<b>UKvsD:</b> Warum wird nicht endlich in Deutschland<br />
eine Berufsarmee eingeführt? Brauchen wir den ganzen Block<br />
von Pflichtdienst und alternativem Zivildienst? Mit einer Berufsarme<br />
würden doch ganz andere Qualitätsmaßstäbe freigesetzt.
</p>
<p>
<b>Browser:</b> Warum gibt es nicht die Berufsarmee?<br />
Ist das bisherige System nicht längst überholt angesichts<br />
neuer Herausforderungen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Im internationalen Vergleich<br />
kann sich die Bundeswehr mit der Mischung aus Berufs- und Zeitsoldaten<br />
und Wehrpflichtigen durchaus sehen lassen. Durch die Wehrpflicht<br />
finden viele überdurchschnittlich qualifizierte Bewerber auch<br />
den Weg in die Laufbahn des Berufs- oder Zeitsoldaten. Im Übrigen<br />
ist durch die Wehrpflicht die Armee in unserer demokratisch verfassten<br />
Gesellschaft gut verankert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den Unruhen in Frankreich:
</p>
<p>
<b>Regierungsinspektor:</b> Welche Maßnahmen können<br />
wir in Deutschland ergreifen, damit solche brenzligen Situation<br />
in Bezug auf die Jugendlichen nicht auch bei uns vorkommen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich glaube die Situation<br />
in Deutschland ist mit der Lage in den französischen Banlieus<br />
nicht zu vergleichen. Aber auch wir werden alles tun müssen,<br />
um die Menschen ausländischer Abstammung möglichst gut<br />
zu integrieren. Was die aktuellen Auseinandersetzungen um die französische<br />
KündigungsschutzGesetzgebung angeht, sehe ich keine Parallelen<br />
zu Deutschland. Im Übrigen haben wir ja die Möglichkeit<br />
von zweijährigen Probezeiten, was Frankreich jetzt einführen<br />
möchte.
</p>
<p>
<b>gengenbach:</b> Überwachungskameras schützen<br />
nicht vor Verbrechen! Dass haben wir ja jetzt bei der Überwachung<br />
der Kanzlerwohnung gesehen. Wie stehen sie dazu?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich habe bisher nicht<br />
gehört, dass in der Kanzlerwohnung ein Verbrechen verübt<br />
worden sei. Im Übrigen haben Videokameras manchmal schon eine<br />
abschreckende Wirkung. Vermutlich wäre etwa die Zahl der Ladendiebstähle<br />
durchaus größer, wenn es keine Videoüberwachung<br />
gäbe.
</p>
<p>
<b>nk: </b>Wie schätzen Sie die Diskussion über<br />
die Abgeordnetengehälter ein? Kollege Merz hat sich ja ausdrücklich<br />
dagegen ausgesprochen.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Friedrich Merz wehrt sich<br />
dagegen, dass Abgeordnete andere Einkünfte offen legen sollen.<br />
Darüber wird das Verfassungsgericht entscheiden müssen.
</p>
<p>
<b>alleswasrechtist: </b>Wie sieht die Zukunft des Beamtentums<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Wir werden auch in Zukunft<br />
für die Erfüllung hoheitlicher Aufgaben ein leistungsfähiges<br />
Beamtentum brauchen, mit dem wir in der Vergangenheit gut gefahren<br />
sind. Das schließt eine Modernisierung, die im Übrigen<br />
auch immer stattgefunden hat, natürlich nicht aus.
</p>
<p>
<b>nele:</b> Herr Schäuble, ist Bürokratieabbau<br />
für Bürger und Verwaltung noch Ihr Thema?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ja, für die Bürger<br />
schon deswegen, weil sie sich über zuviel Bürokratie zu<br />
recht ärgern. Und deshalb bemühen wir uns auch in der<br />
Verwaltung, möglichst viel Bürokratie abzubauen.
</p>
<p>
<b>Fewnaf: </b>Rente: Wie viel Sinn macht private Vorsorge?<br />
Wenn jemand als Vorsorge fürs Alter ein Haus kauft, kann es<br />
ihm wieder weggenommen werden, wenn er arbeitslos wird. Finden Sie<br />
einen solchen Eingriff des Staates rechtens? Betriebswirtschaftlich/bürokratisch<br />
ist eine solche Maßnahme auf jeden Fall unsinnig, da der Staat<br />
das Haus zwar einkassiert, aber dem arbeitslosen Vorbesitzer Miete<br />
zahlen muss (evtl. sogar für ein anderes Haus).
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich denke, dass das Prinzip<br />
richtig ist, dass die Gemeinschaft der Steuerzahler einem Menschen<br />
nur dann hilft, wenn er selbst nicht in der Lage ist, sich zu helfen.<br />
Deswegen ist private Vorsorge für das Alter durchaus richtig.<br />
Denn es geht ja darum, die gesetzliche Rente zu ergänzen und<br />
dabei wird dann Erspartes nicht angerechnet.
</p>
<p>
<b>sebastian80:</b> Sie wissen, dass das Renten- und<br />
das Krankenversicherungssystem in Deutschland definitiv kollabieren<br />
werden. Die &quot;Korrekturen&quot;, die momentan geplant sind,<br />
verzögern den Zusammenbruch nur. Warum handelt die Politik<br />
seit über 30 Jahren nicht entsprechend? Was kann getan werden,<br />
um die Politik in Deutschland handlungsfähiger und -williger<br />
zu gestalten?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Politik handelt fortlaufend,<br />
um unsere gesetzlichen Sicherungssysteme an die demografische Entwicklung<br />
anzupassen. Das ist das eigentliche Problem, dass der Anteil älterer<br />
Menschen &#8211; vor allem auch durch steigende Lebenserwartung &#8211; größer<br />
und der Anteil jüngerer kleiner wird. Gegen diese Veränderung<br />
beziehungsweise die sich daraus ergebenden Konsequenzen gibt es<br />
in der Öffentlichkeit viel Widerstand, weshalb mutige Reformkonzepte<br />
oft vom Wähler nicht belohnt werden. Wenn man entschlossenere<br />
Reformen will, muss man sich mit den politischen Debatten und bei<br />
den Wahlen dafür entsprechend engagieren. Einen anderen Weg<br />
gibt es in der Demokratie nicht.
</p>
<p>
<b>Florian Bott:</b> Noch eine Frage zum Gesundheitssystem:<br />
Welche Reaktion würde die Bundesregierung zeigen, wenn die<br />
Mehrheit der deutschen Ärzte ihre Kassenzulassung zurückgeben<br />
wird, falls den Ärzte-Streik-Forderungen nicht nachgegeben<br />
würde?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich denke, es wir immer<br />
genügend Ärzte geben, die bereit sind, kranken Menschen<br />
zu helfen. Man sollte im Übrigen die Probleme von Ärzten<br />
immer auch ein wenig vergleichen mit den Nöten von Menschen,<br />
die keinen Arbeitsplatz haben.
</p>
<p>
<b>Don_Mulli:</b> Lieber Herr Schäuble, der Spiegel<br />
berichtete kürzlich über die von der damaligen Bundesregierung<br />
zurückgewiesene Überführung des so genannten &quot;Bremer<br />
Taliban&quot; aus Guantanamo. Kann ich mir sicher sein, dass unter<br />
Ihrer Führung die Geheimdienste und das Innenministerium anders<br />
entschieden hätten?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Wir haben uns für<br />
die Freilassung von Herrn Kuraz eingesetzt und auch erklärt,<br />
dass er nach Deutschland zurückkehren kann, obwohl er nicht<br />
die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Ich denke, dass das<br />
bald der Fall sein wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was heiß bald?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das kann ich so genau<br />
jetzt nicht sagen. Aber die Bundeskanzlerin hat ja auf ihre Bitte<br />
nach Freilassung eine positive Reaktion der amerikanischen Seite<br />
erfahren.
</p>
<p>
<b>Marcel_Goette:</b> Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,<br />
es gibt Diskussionen, nach denen die Legislaturperiode des Bundestags<br />
auf fünf oder mehr Jahre verlängert werden soll. Halten<br />
Sie dies für richtig?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich persönlich finde<br />
vier Jahre ausreichend, aber fünf Jahre ist auch okay. Von<br />
einer längeren Zeitspanne habe ich nicht gehört.
</p>
<p>
<b>olivares:</b> Werden während der WM Mannschaftsquartiere<br />
wie USA, Iran, Saudi-Arabien besonders geschützt?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Alle Mannschaftsquartiere<br />
werden besonders geschützt. Und natürlich gibt es besonders<br />
gefährdete Mannschaften, zu denen die von Ihnen genannten gehören.<br />
Auf diese wird dann besonders aufgepasst, hoffentlich.
</p>
<p>
<b>Helmuth Bohl:</b> Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,<br />
wird es in Deutschland je eine Vereinfachung des Steuersystems geben?<br />
Können Sie eine Schätzung in Jahrzehnten abgeben, bis<br />
wann damit gerechnet werden kann?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich hoffe noch in diesem<br />
Jahrzehnt.
</p>
<p>
<b>Debattant:</b> Sehr geehrter Herr Bundesminister Dr.<br />
Schäuble. Seit der Ablehnung der EU-Verfassung bei den Referenden<br />
in Frankreich und den Niederlanden steckt Europa in der Krise. Welche<br />
Perspektive hat der europäische Integrationsprozess? Sollte<br />
Ihre Idee eines Kerneuropas wiederbelebt werden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das kann sein, dass es<br />
dazu kommt. Ich denke, wir müssen uns nach der Einführung<br />
der europäischen Währung in den nächsten Jahren vor<br />
allem darauf konzentrieren, in der Außen- und Sicherheitspolitik<br />
neue europäische Gemeinsamkeit zu entwickeln. Wenn die Menschen<br />
in Europa begreifen, dass europäische Einigung für unser<br />
aller Sicherheit notwendig ist, werden wir auch wieder mehr Zustimmung<br />
für das europäische Projekt bekommen und so die gegenwärtige<br />
Krise überwinden können. Das wird allerdings auch notwendig<br />
sein, dass sich die europäische Ebene nicht in alle Bereiche<br />
einmischt. Vermutlich, werden auf diesem Weg einige europäische<br />
Länder voran gehen in der Hoffnung, dass die anderen später<br />
nachfolgen. Das kann man dann, wenn man will, als Kerneuropa bezeichnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum möglichen Kongo-Einsatz:
</p>
<p>
<b>JFK:</b> Die Bundesrepublik steht finanziell sehr<br />
schlecht da. Warum müssen ausgerechnet wir den größten<br />
Teil der Soldaten stellen? Wer trägt die Kosten? Kann nicht<br />
die Weltpolizei Großbritannien sich auch beteiligen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das ist ein gemeinsamer<br />
europäischer Einsatz, bei dem wir keinen größeren<br />
Anteil tragen, als unserem Verhältnis in Europa entspricht.<br />
Die Briten machen übrigens in Afghanistan sehr viel mehr als<br />
wir.
</p>
<p>
<b>Regierungsinspektor:</b> Energiepolitik: Wir streben<br />
in Europa eine gemeinsame Energiepolitik an, wie sieht dann der<br />
faktische Verzicht von Atomstrom aus?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich halte davon wenig.<br />
Weil ja die anderen Länder überall auf der Welt nicht<br />
auf die friedliche Nutzung der Kernenergie verzichten wollen. Insofern<br />
ist ein nationaler Alleingang immer problematisch. Aber in der Frage<br />
haben die beiden Partner der großen Koalition unterschiedliche<br />
Vorstellungen.
</p>
<p>
<b>UN-Beobachter:</b> Kann die EU langfristig ein Instrument<br />
der kollektiven Sicherheit darstellen, das der NATO Aufgaben abnehmen<br />
kann (auch operativ)? Eigentlich sollte die NATO als Verteidigungsbündnis<br />
keine Krisenbewältigung durchführen. Ist das eine Lücke<br />
für die EU?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die EU kann teilweise<br />
Aufgaben wahrnehmen, die sonst auch die NATO machen könnte.<br />
Auf dem Balkan tut sie das schon. Aber auch die NATO werden wir<br />
zur Krisenbewältigung brauchen, weil in der NATO Europäer<br />
und Amerikaner zusammengeschlossen sind. Mit dem Ende des Kalten<br />
Kriegs haben sich die Bedrohungslage und damit auch die Einsatznotwendigkeiten<br />
für die NATO grundlegend verändert.
</p>
<p>
<b>s:</b> Herr Schäuble, WM, Kongo, Afghanistan,<br />
Balkan: Stößt die Bundeswehr nicht langsam an ihre Grenzen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Bundeswehr ist durch<br />
die vielen Einsätze stark belastet. Aber beispielsweise in<br />
Kongo ist nur ein kleines Kontingent vorgesehen, von nur vier Monaten.
</p>
<p>
<b>Horace T. West:</b> Laut „Spiegel“ hat<br />
die Bundesrepublik im Korruptionsranking weiter an Boden verloren.<br />
Welche Maßnahmen gedenkt der Innenminister zu ergreifen, um<br />
der Korruption in unserem Land Einhalt zu gebieten? Abgesehen davon,<br />
dass es oft bei uns als Kavaliersdelikt angesehen wird, ist ja wohl<br />
das wichtigste Problem, dass man hierzulande nicht mit allzu intensiver<br />
Strafverfolgung rechnen muss.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Strafverfolgungsbehörden<br />
der Länder, die dafür zuständig sind, verfolgen Korruption<br />
mit großem Nachdruck und wachsendem Erfolg. Wir haben die<br />
Gesetze zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität allgemein<br />
verstärkt und das ist auch nicht ohne Wirkung geblieben.
</p>
<p>
<b>Browser:</b> Herr Schäuble, wie unterstützt<br />
die deutsche Bundesregierung die Opposition in Weißrussland?<br />
Welche Maßnahmen sind ihrer Meinung nach nötig, um ein<br />
auf den Menschenrechten basierendes System zu forcieren?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die europäische Union<br />
hat ja Sanktionen gegen Weißrussland, wegen der Wahlmanipulation<br />
und der Unterdrückung der Opposition, beschlossen. Daran beteiligt<br />
sich die Bundesrepublik Deutschland. Und es ist auch richtig, dass<br />
wir solche Maßnahmen nicht im nationalen Alleingang, sondern<br />
im europäischen Verbund treffen.
</p>
<p>
<b>JFK:</b> Glauben Sie, unsere Mannschaft wird Weltmeister?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Als Fußballfan hofft<br />
man immer auf den Erfolg der eigenen Mannschaft. Wunder gibt es<br />
immer wieder und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Viele interessante Fragen sind eingegangen, die wir leider nicht<br />
alle berücksichtigen konnten. Dennoch vielen Dank an alle,<br />
die mitgemacht haben. Besonderen Dank auch an Sie, Herr Schäuble,<br />
dass Sie heute Zeit für unsere User hatten. Nächster Gast<br />
bei uns ist Konrad Schily. Er ist MdB der FDP und wird am Donnerstag,<br />
den 6. April zum tagesschau-Chat ins ARD-Hauptstadtstudio kommen.<br />
Beginnen werden wir pünktlich um 13 Uhr.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich bedanke mich für<br />
das Interesse und für viele interessante Fragen. Jedenfalls<br />
ist es besser zu diskutieren, als nicht zur Wahl zu gehen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>RFID-Chip &#8211; Fortschritt oder Überwachung?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Mit der gleichen Technologie wie der neue „biometrische“ Reisepass werden die Tickets der Fußball WM versehen, mit einem Chip, der die persönlichen Daten seines Besitzers zuordnen kann. Dieses Verfahren wird im kommenden Jahr erstmalig im deutschen Fußball eingesetzt.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              <strong>Mit der gleichen Technologie wie der neue „biometrische“ Reisepass werden die Tickets der Fußball WM versehen, mit einem Chip, der die persönlichen Daten seines Besitzers zuordnen kann. Dieses Verfahren wird im kommenden Jahr erstmalig im deutschen Fußball eingesetzt.</strong>
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Das Organisationskomitee (OK) der FIFA hat entschieden, zur Fußball-WM 2006 bei den Tickets eine neue Technologie zu benutzen. Im Confederations-Cup dieses Jahres getestet, werden die Fußballtickets mit einem so genannten RFID- Chip (Radio Frequency Identification) versehen, der vor allem den Zugang der Fußballfans zu den Stadien regeln soll. Der RFID-Chip, bisher eher aus der Lebensmittelbranche bekannt, ist in der Lage, Daten zu speichern. Im konkreten Fall der Fußball-WM sind das die persönlichen Daten der Fans. Da etwa 95% der Zuschauer ihre Tickets über das Internet beantragen, werden dort auch die persönlichen Daten aufgenommen. Entgegen vieler Annahmen werden diese jedoch nicht direkt auf dem Chip gespeichert. Der Chip enthält nur die Identifikations-und die Spielnummer. Diese ID- Nummer wird beim Zutritt des Besuchers zum Stadion mit den, an anderer Stelle gespeicherten Daten, und der Spielnummer abgeglichen.</p>
<p>Eine eigentliche Neuheit ist die RFID-Technologie nicht. Andernorts, wie beispielsweise in Supermärkten, wird sie schon länger gebraucht. Der Chip ist fähig, unterschiedlich große Datenmengen zu speichern. Bekannt ist die Anwendung auch bei Skipässen, die einen RFID-Chip enthalten. Beim Passieren des Lesegeräts werden die Daten erkannt und gelesen. Doch in Anbetracht der Anwendung, eines Fußballspiels, stellen sich durchaus die Frage , ob die Nutzung dieser Technologie notwendig und angemessen ist.</p>
<p>
                              <strong>Warum ist solche Technologie bei einem Fußballspiel notwendig, und was passiert mit den Daten?</strong>
                            </p>
<p>Das Organisationskomitee (OK) der FIFA rechtfertigt den Einsatz des „Smart Labels“ mit der Notwendigkeit der Fälschungssicherheit. Niemand soll die Karten kopieren können. Bei Verlust können die Karten personenbezogen ersetzt werden. Auch der Schwarzhandel soll dadurch verhindert werden. Das „Ticketing“ hat darüber hinaus den Reiz der Innovation für das Organisationskomitee, da wie schon erwähnt, diese RFID-Technologie erstmalig beim Confed-Cup eingesetzt wurde.</p>
<p>Ein zentraler Punkt der Organisation dreht sich um die Sicherheit der WM. Mit personifizierten Tickets können Identitäten schnell bestimmt werden. Bei besonders bei „schwierigen“ Fangruppen kann sich dies im Problemfall als hilfreich erweisen.</p>
<p>Doch zugleich hat die FIFA eine Grauzone in der deutschen Rechtssprechung geschaffen. So ist es die Registrierung von Passnummern zu Identitätszwecken (§ 16 PaßG und § 3 AuswG ) eigentlich gar nicht zulässig.</p>
<p>Dazu kommt, dass die Frage nach dem Verbleib der Daten ungeklärt ist. Hier muss eine Kontrolle des Datenschutzbundes stattfinden, der die gesetzmäßige Löschen aller Daten gewährleistet. Der Verkauf von personenbezogen Daten an die Wirtschaft (aufgrund von Werbezwecken) wurde bei ca. 10% der Zuschauer zugelassen. Es sind also noch einige Fragen bezüglich des Umgangs mit der Technologie bzw. mit den so erhobenen personenbezogenen Daten ungeklärt.</p>
<p>So steht auch die Frage im Raum, ob die geschaffene Infrastruktur von nun an auch in der Bundesliga genutzt wird, um bei Fußballspielen generell eine Identifikation der Fußballfans vorzunehmen.</p>
<p>Das Organisationskomitee der FIFA richtet jedenfalls ab Februar ein<br />
                            <a href="http://www.FIFAworldcup.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ticket-Portal</a> für die Fans ein. Grundsätzlich ermöglicht werden darin sowohl der Weiterverkauf von Eintrittskarten für die FIFA WM 2006 als auch die Übertragung von Tickets.</p>
<p>
                              <strong>Ist die Fußball WM ein Vorbild für die Bundesliga?</strong>
                            </p>
<p>Die Vorteile des „Ticketing“ für den Zuschauer sind übersichtlich: Fälschungssicherheit der Tickets, vielleicht auch die Wertlegung auf Sicherheitsaspekte. Doch dem entgegen steht das Argument der individuellen und persönlichen Freiheit. Man kann sich der Datenaufnahme nämlich nicht verwehren. Auch wenn es zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Möglichkeit gibt, alle Daten auszuwerten, ist es nicht auszuschließen, dass dies über kurz oder lang möglich sein wird. So kann gespeichert werden, was gern eingekauft wird, welche Freizeitbeschäftigung man ausübt, und wo man übers Wochenende hinfährt.</p>
<p>Das Problem liegt aber nicht an der Technologie. Im Gesundheitsbereich und in vielen anderen, auch schon genannten Bereichen ist RFID eine intelligente Lösung. Das Problem liegt in der Handhabung der gewonnenen Daten. Hier muss der Verbraucher erstens im Sinne der Informationsfreiheit entscheiden können, ob die Daten gespeichert werden dürfen, und zweitens erfahren, was mit den Daten geschieht. So muss diese Anwendung des RFID-Chip nicht notwendigerweise auch in der Bundesliga zum Einsatz kommen. Darüber sollte zumindest diskutiert werden.</p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>WM-2002: Digitale Sammelbilder</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-wm5-shtml-3061/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jul 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Elektronische Publikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 war eines der größten Ereignisse im Internet bis jetzt überhaupt. Aber was bleibt danach? Norbert Specker von Interactive Publishing hat es sich zur Aufgabe gemacht, Internetangebote aus der ganzen Welt zu diesem Thema zu sammeln und dauerhaft zur Verfügung zu stellen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 war eines der größten Ereignisse im Internet bis jetzt überhaupt. Aber was bleibt danach? Norbert Specker von Interactive Publishing hat es sich zur Aufgabe gemacht, Internetangebote aus der ganzen Welt zu diesem Thema zu sammeln und dauerhaft zur Verfügung zu stellen.<!--break-->
                    </p>
<p>Die Weltmeisterschaft ist vorbei, der Medienzirkus zieht weiter und es rücken wieder andere Ereignisse in den Vordergrund. Aus den Fernsehnachrichten ist das Thema bereits wieder verschwunden und auch in der Internetberichterstattung wird man bald nichts mehr darüber finden. Für einen wahren Fan ist dies äußerst unbefriedigend. Zwar lassen sich Zeitungen aufheben und Fersehübertragungen per Video aufzeichnen, aber wer macht das schon? Und die Berichterstattung im Internet? Gilt doch das Medium Internet als besonders schnell und kurzlebig. Noch finden sich die Rückblicke und Zusammenfassungen auf den Seiten der kommerziellen Anbieter. Aber neue Ereignisse wie die Tour de France stehen an. Zudem verlangen immer mehr Anbieter für ihre Archive pro download Geld. Hat das Netz ein Gedächtnis?</p>
<p>
                    <strong>Das Netz hat kein Gedächtnis, außer man schafft sich eins</strong><br />
                    <br />Norbert Specker von<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interactive Publishing</a> meint, dass man sich eine solche Internet-Dokumentation nur schaffen müsse. Er kann dabei auf Erfahrungen mit einer bemerkenswerten<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net/september/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Screenshot-Sammlung über die Ereignisse des 11. September</a> zurückgreifen. Mit bisher über 300.000 Nutzern übertraf das tatsächliche Interesse die Erwartungen der Macher deutlich.</p>
<p>Auf die Frage, warum er jetzt die Weltmeisterschaft für ein vergleichbares Projekt ausgewählt hat, antwortet Norbert Specker, dass es sich dabei um ein wirklich weltbewegendes Ereignis handelt, das auf allen Kontinenten verfolgt wird. Ausserdem, merkt er an, hätte er somit einen Grund, sich ohne schlechtes Gewissen mit der Weltmeisterschaft auseinanderzusetzen.</p>
<p>
                    <strong>64 Spiele, 15 Sprachen, 6000 Screenshots</strong><br />
                    <br />Der Umfang dieser<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net/worldcup/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dokumentation</a> ist mit buchstäblich tausenden Screenshots überwältigend. Zu jedem Spiel der WM lassen sich Stellungnahmen und Berichte der Internetauftritte von Fernsehsendern, Zeitungen und Spezialangeboten weltweit finden. Das Ergebnis lässt auch in der Benutzerfreundlichkeit keine Wünsche offen. Über eine elegante Menüführung kann man zwischen Land, Spiel, Sprache und thumbnails der Angebote auswählen und gelangt dann zu Vollbildern der WM-Seiten.</p>
<p>So kann man sich beispielsweise noch einmal die Schockreaktion in der französischen Presse nach dem Auftaktspiel zwischen Senegal und Frankreich in Erinnerung rufen:<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net/worldcup/en/event/1/lang/1580.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Douche froide en Corée&#8221;</a> (L&#8217;Equipe.fr) . Auch ein Blick zurück auf das Spiel Deutschland-Saudi Arabien kann nach der Endspielniederlage tröstend wirken:<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net/worldcup/en/event/4/lang/1581.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Rudi, Rudi, rallala!&#8221;</a> (Bild),<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net/worldcup/en/event/4/lang/1682.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Saudi&#8217;s Klose encounter&#8221;</a> (BBC) oder<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net/worldcup/en/event/4/lang/1575.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Massacre&#8221;</a> (El Universal). Natürlich wird auch das Finale selbst in allen Aspekten ausgeleuchtet.<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net/worldcup/en/event/64/lang/169.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Die traurigen Helden von Yokohama&#8221;</a> heißt es bei ZDF online, während Brasilien direkt die Weltherrschaft übernimmt<br />
                    <a href="http://www.interactivepublishing.net/worldcup/en/event/64/lang/1609.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;O mundo é nosso!!!!!!&#8221;</a> (O Globo).</p>
<p>
                    <strong>Die Welt redet über die selbe Sache, bloß unterschiedlich</strong><br />
                    <br />Den besonderen Reiz dieses Archiv machen natürlich die unterschiedlichen Blickwinkel aus. Der Fan hat die Möglichkeit, das eigene oder favorisierte Team durch die Augen der Welt zu sehen. Aber auch für Journalisten und für Webdesigner ist das Ganze ein einmaliges Dokument. Wie sieht die Online-Berichterstattung und Gestaltung von Internetseiten z. B. in Südamerika oder Italien aus? Hier kann die graphische Gestaltung und journalistische Berichterstattung direkt miteinander verglichen werden. Und der Service bleibt auch in Zukunft erhalten &#8211; sogar kostenlos. Der Ansatz und die Umsetzung dieses Angebots lassen für die Zukunft hoffen, dass es noch mehr solcher Angebote gibt, in denen das bewegte und vergängliche Internet auch einmal still steht.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 04.07.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die WM in den Netzen des Fernsehens</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-wm4-shtml-2564/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mstauff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jun 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auch im Internet bestimmen die bekannten Fernsehsender die Berichterstattung über die WM in Korea und Japan.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch im Internet bestimmen die bekannten Fernsehsender die Berichterstattung über die WM in Korea und Japan.<!--break-->
                    </p>
<p>Die Fußball-Weltmeisterschaft ist eines der wenigen verbleibenden Medien-Pflichtereignisse. Auch wer sich nicht für &#8220;König Fußball&#8221; interessiert, kann bei Fernsehnachrichten, Werbespots und den unterschiedlichsten Internetseiten der WM nicht entkommen. Die hohe Aufmerksamkeit wird von verschiedenen Medien und Firmen strategisch genutzt. Für das Internet scheint die Ausgangssituation diesmal besonders günstig. Die Spiele finden zu Bürozeiten statt, also kann ein großer Teil der Bevölkerung eher auf das Internet als auf den Fernseher zugreifen.</p>
<p>Es bestätigt sich aber auch hier eine Entwicklung, die die bisherige Geschichte des Internet kennzeichnet. Die alten Medien und die vertrauten Marken dominieren auch im Netz. Zwar existieren auch neue Anbieter und neue Angebote, z.B. der Video-Download bei<br />
                    <a href="http://de.yahoo.com/r/fifa/ho" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yahoo</a>, vorerst bleibt aber die Fußballberichterstattung der Fernsehsender dominant. Wird dabei der Fußball anders präsentiert als im Fernsehen und kommen die speziellen Vorteile des Internet, z.B. Multimedialität und Interaktion, dabei auch tatsächlich zu Geltung?</p>
<p>
                    <strong>Fußball auf allen Internetkanälen?<br />
                    <br /></strong>Zunächst erschlägt einen der enorme Umfang der Angebote. Es gibt nur wenige Verweigerer unter den Fernsehsendern.<br />
                    <a href="http://www.prosieben.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pro Sieben</a> gehört dazu, aber auch die Musiksender; bei<br />
                    <a href="http://www.viva.tv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Viva</a> z.B. ist der auffälligste Hinweis noch die Besprechung des neuesten FIFA-Computerspiels. Die anderen großen Fernsehsender hingegen verweisen alle von ihren Startseiten auf die Weltmeisterschaft. Das Angebot hat dabei eine auffallend gleichbleibende Struktur. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Kurzinformationen und eine meistens ausführliche Übersicht zu allen Spielen, Gruppen und Mannschaften. Daneben gibt es oft eine Einführung in das kulturelle Umfeld. Das beginnt bei einer Stadienbeschreibung und endet beim landesüblichem Essen &#8211; bei der<br />
                    <a href="http://www.ndr.de/wm2002/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARD</a> sogar mit Rezepten. Auch zur WM-Geschichte finden sich bei fast allen Sendern zumindest die Daten und Fakten, meist darüber hinaus auch Anekdoten und Bilder. Mangelnde Suchfunktionen machen das Ganze jedoch zu einem eher reduzierten Infotainment-Angebot.</p>
<p>Die Fernsehzuschauer erhalten im Internet aber durchaus Zusatzwissen. So lassen sich viele kleine Informationen und Geschichten, die im Laufe der Fernsehübertragung scheinbar spontan eingeflochten werden, im Netz wiederfinden. Das Wissen wird jedoch einer dem Durchklicken dienlichen Häppchenstruktur angepasst. Ein fast gleichrangiges Thema neben dem Fußball ist die Medienarbeit selbst. Besonders der logistische Aufwand und das Medienpersonal steht dabei entsprechend den Fußballern im Vordergrund. Bei<br />
                    <a href="http://www.premiere.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Premiere World</a> erfährt man beispielsweise unter der Rubrik &#8220;Unser Team&#8221;, dass Monica Lierhaus am liebsten &#8220;Ente in allen Varianten&#8221; isst.</p>
<p>Hier wird außerdem deutlich, dass die Netzangebote auch ein fußballfernes Publikum ansprechen wollen. Das funktioniert häufig über Geschlechterklischees, so dass auch die &#8220;richtigen&#8221; Fußballfans noch etwas zu lachen haben. Dazu gehört natürlich auch die nichtverstandene Abseitsregel. Extra für Frauen bietet das<br />
                    <a href="http://wm.zdf.de/">ZDF</a> eine Rubrik über die attraktivsten Spieler. Auf einer Leiste mit ausgesuchten Porträts erfährt man dann Einschlägiges, beispielsweise zum spanischen Stürmerstar Raul: &#8220;Ein ruhiger Typ mit sinnlichen Lippen und einer sehr markanten Nase&#8221;.</p>
<p>Unter den Fernsehsendern im Netz enttäuscht besonders Premiere World, das ein deutlich eingeschränktes Angebot anbietet. Die Finanzprobleme dürften hierfür der Hauptgrund sein. Auch im Fernsehprogramm selbst sind die sogenannten Zusatzinformationen deutlich reduziert. Während man bei der Winterolympiade noch einen Vorgeschmack von &#8220;digitalem Fernsehen&#8221; erhielt, lässt sich jetzt während der Live-Übertragung von Spielen nur eine Statistiktafel aufrufen, in der man noch nicht einmal eigenhändig navigieren kann. Der Fernsehübertragung selbst hat dies vielleicht eher gut getan, zumindest lobt die<br />
                    <a href="http://www.f-r.de/fr/spezial/fussballwm/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frankfurter Rundschau</a> die unaufgeregte und nüchterne Berichterstattung.</p>
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                    <strong>Flash-Animationen und Torwandschießen<br />
                    <br /></strong>Unterscheidungen zwischen den verschiedenen WM-Angeboten ergeben sich eher aus Nebenaspekten. Das<br />
                    <a href="http://www.ardwm2002.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARD-Angebot</a> hat eine gesonderte Schiedsrichterkritik und bietet persiflierende Zusammenschnitte von Kommentaren als Real-Audio-Download an. Beim<br />
                    <a href="http://wm.zdf.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZDF</a> kann man sich die zehn schönsten Tore der WM-Geschichte als Flash-Animationen zeigen lassen. Außerdem werden dort die wichtigsten Fußballverletzungen anschaulich erläutert.</p>
<p>Selbstverständlich bietet jeder Sender eigene &#8220;interaktive&#8221; Formate an, meist in Form von niedlichen Spielen oder Quizvarianten. Bezeichnend scheint mir hier die Nostalgie zu sein, die all diese interaktiven Angebote letztlich auf althergebrachte und emotional angereicherte mediale Formen zurückführt. Beim ZDF ist es natürlich ein Torwandschießen, bei der ARD ein virtuelles Tipp-Kick und bei Sport1.de &#8211; als Angebot von Sat.1 und DSF &#8211; ist es ein Fußballbildchensammelspiel. Die beschränkten Ressourcen des Internets, v.a. Speicher- und Übertragungskapazitäten, aber auch geringer Personalaufwand der Sender, werden dabei noch produktiv genutzt, da an kulturell vertraute Formen in neuem medialen Gewand angeknüpft wird.</p>
<p>Im Gesamtüberblick ist die Fußballweltmeisterschaft im Netz jedoch nicht wirklich innovativ. Störend wirken besonders die langen Seitenaufbauzeiten. Bei Béla Réthys Formbarometer müssen erst langwierig animierte Spieler der deutschen Mannschaft geladen werden. Dann erhält man eine äußerst banale Beurteilung der Vorzüge und Schwächen eines Spielers. Über Sebastian Kehl heißt es dort lapidar &#8220;überfordert sich, will zu viel; mangelnde internationale Erfahrung&#8221;. Den Fernsehsendern scheinen nicht wirklich interessante Formen einzufallen, mit denen Fußball jenseits der Mechanismen des Fernsehens wie Zeitlupe und Interview medial attraktiv gemacht werden können. Damit dürfte aber auch klar sein, dass vorerst unsere Vorstellungen von Fußball weiterhin vom Fernsehen und nicht vom Internet geprägt werden.</p>
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                    </p>
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