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	<title>Genforschung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Genforschung &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;wie-weit-wollen-wir-gen.de&#8221; &#8211; Jugendliche bloggen zur Genforschung beim Menschen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/pressereport/wie-weit-wollen-wir-gende-jugendliche-bloggen-zur-genforschung-beim-menschen-3762/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressereport]]></category>
		<category><![CDATA[IZT]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundesministerium für Bildung und Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Dialogik]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnologie]]></category>
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					<description><![CDATA[„Stell Dir vor, Dir fällt ein Ohr ab, würdest Du ein auf dem Rücken einer Maus gezüchtetes menschliches Ohr nehmen?“ Diese und weitere  Fragen zum Thema Genforschung können
Jugendliche jetzt online diskutieren.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Stell Dir vor, Dir fällt ein Ohr ab, würdest Du ein auf dem Rücken einer Maus gezüchtetes menschliches Ohr nehmen?“ Diese und weitere  Fragen zum Thema Genforschung können<br />
Jugendliche jetzt online diskutieren.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Das am Donnerstag, 14.02.2008, freigeschaltete offene Weblog <a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-weit-wollen-wir-gen.de</a><br />
bietet Jugendlichen die Möglichkeit, den sensiblen und<br />
vielschichtigen Diskurs um Genforschung um ihre Stimme und Meinung zu<br />
erweitern: Welche Fragen aus dem Gebiet der Gentechnik finden junge<br />
Menschen interessant? Welche Themen sind umstritten, wo besteht<br />
Einigkeit?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/wie_weit_wollen_wir_gen_logo.jpg" alt="Logo wie-weit-wollen-wir-gen.de" title="Logo wie-weit-wollen-wir-gen.de" height="55" width="310" /></a>
</div>
<p></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&quot;wie-weit-wollen-wir-gen.de&quot;<br />
ist eine Gemeinschaftsinitiative vom IZT &#8211; Institut für<br />
Zukunftsstudien und Technologiebewertung, von politik-digital.de, von<br />
der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und von DIALOGIK. Das<br />
Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung<br />
(BMBF) gefördert.
</p>
<p>
Der Geschäftsführer von politik-digital, Christoph Dowe,<br />
erklärt: &quot;Wir müssen wieder lernen, hinzuhören,<br />
was politisch interessierte Jugendliche denken. Das Internet ist<br />
dafür gut geeignet.&quot;
</p>
<p>
Britta Oertel vom  IZT &#8211; Institut für Zukunftsstudien und<br />
Technologiebewertung erwartet spannende Debatten: „Mehr als<br />
einhundert Berliner Jugendliche beteiligten sich an der Konzeption<br />
und Themenfindung. Die positive Resonanz bereits in der Aufbauphase<br />
auf wie-weit-wollen-wir-gen.de hat uns sehr gefreut.“
</p>
<p>
<b><br />
Internet-Adresse:<br />
<a href="/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de</a></b>
</p>
<p>
<b>Kontakt</b>:
</p>
<p>Christoph<br />
Dowe<br />
Geschäftsführer pol-di.net e.V. /<br />
politik-digital.de<br />
<span lang="de-DE">Oranienburger Straße 17<br />
10178<br />
Berlin<br />
Tel.: 030-9700-4879<br />
cdowe@politik-digital.de</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Jugendliche bloggen zur Gentechnik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/jugendliche-bloggen-zur-gentechnik-3763/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/jugendliche-bloggen-zur-gentechnik-3763/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Genforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[eParticipation]]></category>
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					<description><![CDATA[Während der Bundestag am heutigen Donnerstag, 14. Februar 2008, über die geplante Änderung des Stammzellengesetzes diskutiert, lassen politik-digital.de und drei Partner-Institutionen Jugendliche und junge Menschen ab heute zu Wort kommen: Auf dem offenen Weblog <a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-weit-wollen-wir-gen.de</a> ist ihre Meinung zur Gentechnik beim Menschen gefragt.
<a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">
<div style="text-align: center">
<img src="/sites/politik-digital.de/files/wie_weit_wollen_wir_gen_logo_0.jpg" alt="wie-weit-wollen-wir-gen.de - Logo" title="wie-weit-wollen-wir-gen.de - Logo" align="left" height="55" width="310" />
</div>
</a>
<br />
<p>
&#160;
</p>
<p>
&#160;
</p>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während der Bundestag am heutigen Donnerstag, 14. Februar 2008, über die geplante Änderung des Stammzellengesetzes diskutiert, lassen politik-digital.de und drei Partner-Institutionen Jugendliche und junge Menschen ab heute zu Wort kommen: Auf dem offenen Weblog <a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-weit-wollen-wir-gen.de</a> ist ihre Meinung zur Gentechnik beim Menschen gefragt.<br />
<a href="http://www.wie-weit-wollen-wir-gen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"></p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/wie_weit_wollen_wir_gen_logo_0.jpg" alt="wie-weit-wollen-wir-gen.de - Logo" title="wie-weit-wollen-wir-gen.de - Logo" align="left" height="55" width="310" />
</div>
<p></a><br />
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
In den nächsten Wochen werden wir jungen Menschen wechselnde Fragen zur Gentechnologie stellen. Zum Start geht es um Tiere als Organspender: Wer würde ein „menschliches&quot; Ohr annehmen, das auf dem Rücken einer Maus wächst? Oder ein genetisch verändertes Herz von einem Schwein? Ohne Registrierung kann sich jeder Nutzer sofort beteiligen und Beiträge schreiben. Andere Nutzer können darauf mit Kommentaren reagieren und die Aussagen bewerten.
</p>
<p>
wie-weit-wollen-wir-gen.de ist eine Weiterentwicklung des Projekts ich-gehe-nicht-hin.de, das politik-digital.de zur Bundestagswahl 2005 startete. Nichtwähler konnten hier die Gründe für ihre Entscheidung offen legen. Das Vorbild notapathatic.com stammt von der britischen Nichtregierungsorganisation MySociety.
</p>
<p>
Mit wie-weit-wollen-wir-gen.de möchten wir herausfinden, welche Fragen aus dem Gebiet der Gentechnik junge Menschen interessant finden, welche Themen umstritten sind und bei welchen Themen Einigkeit besteht. Wir wollen die Ansichten und Anforderungen junger Menschen ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit rücken. Und schließlich wollen wir herausfinden, wie das Internet die Beteiligung junger Menschen an gesellschaftlichen Diskursen fördern kann.
</p>
<p>
„wie-weit-wollen-wir-gen.de&quot; ist eine Gemeinschaftsinitiative des <a href="http://www.izt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IZT &#8211; Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung</a>, von politik-digital.de, der <a href="http://www.vdw.de/web-bin/owa/homepage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigung Deutscher Wissenschaftler</a> und <a href="http://www.dialogik-expert.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DIALOGIK</a>. Das Projekt wird vom <a href="http://www.bmbf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesministerium für Bildung und Forschung</a> gefördert.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8216;Nichts könnte schlimmer sein, als Stammzellen wie Bananen zu behandeln.&#8217;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/039nichts_koennte_schlimmer_sein_als_stammzellen_wie_bananen_zu_behandeln039-355/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Genforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Nationaler Ethikrat]]></category>
		<category><![CDATA[Stammzellen]]></category>
		<category><![CDATA[Spiros Simitis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Spiros Simitis, Vorsitzender des Nationalen Ethikrates und Datenschutzexperte</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Spiros Simitis, Vorsitzender des Nationalen Ethikrates und Datenschutzexperte</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ssimitis_transcript.jpg" alt="Spiros Simitis" align="left" height="134" width="112" /><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Genforschung<br />
und Datenschutz liegen vermeintlich weit auseinander. Trotzdem kamen im<br />
Chat mit Spiros Simitis sowohl die Stammzellenforschung als auch das<br />
Sicherheitspaket von Innenminister Schily zur Sprache. Kein Wunder,<br />
denn der Professor der Rechtswissenschaften ist Vorsitzender des<br />
Nationalen Ethikrates und war einer der ersten Datenschutzbeauftragten<br />
in Deutschland. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Zunächst<br />
jedoch musste Spiros Simitis die Aufgaben des Nationalen Ethikrates<br />
erklären, insbesondere in Abgrenzung zur Enquete-Kommission: &quot;Beides<br />
sind sehr verschiedene Gremien. Enquete-Kommissionen werden vom<br />
Bundestag eingesetzt, zu sehr unterschiedlichen Fragen, und bestehen<br />
für eine Legislaturperiode. Der Ethikrat ist zeitlich nicht gebunden<br />
und ist zunächst von der Bundesregierung eingesetzt worden. Er ist aber<br />
völlig unabhängig.&quot; </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Der<br />
Ethikrat beschäftige sich u.a. auch mit der Stammzellenforschung. Auf<br />
das Problem des Grauimports von Stammzellen angesprochen meinte<br />
Simitis: &quot;Weil der Gesetzgeber sich nicht ausdrücklich geäußert hat,<br />
ja, überhaupt nicht darauf eingegangen ist, bedarf es einer besonderen<br />
Aussage. Die muss letztlich auch der Gesetzgeber fällen. Die<br />
Stellungnahmen der Enquetekommissionen und des Ethikrates bahnen den<br />
Weg dazu.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Auf<br />
die Relevanz einer deutschen Gesetzgebung angesprochen, gestand Simitis<br />
ein, dass man die gentechnische Forschung weltweit wohl kaum<br />
kontrollieren könne. Er ergänzte jedoch: &quot;Das entbindet uns nicht von<br />
der Verpflichtung, nach Regelungen zu suchen, die unseren auch und<br />
gerade im Grundgesetz verankerten Prinzipien entsprechen.&quot; </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Simitis<br />
forderte zudem zusätzliche Maßnahmen auf europäischer Ebene: &quot;Wir<br />
brauchen unbedingt gemeinsame Regelungen. Ein Beispiel: Wenn die<br />
Stammzellen aus Göteborg importiert werden sollten, muss es gemeinsame<br />
Grundsätze geben, ansonsten landen wir vor dem europäischen<br />
Gerichtshof. Und nichts könnte schlimmer sein, als Stammzellen wie<br />
Bananen zu behandeln.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Das<br />
andere große Thema des Chats war der Datenschutz. Von 1975 bis 1991 war<br />
Spiros Simitis Datenschutzbeauftragter in Hessen. Seine Einschätzung<br />
von Innenminister Schilys Sicherheitspaket war eindeutig: &quot;Ich bin sehr<br />
kritisch diesen Vorschlägen gegenüber. Ich meine, sie sind zu schnell<br />
gemacht worden, sie nehmen nicht zur Kenntnis, was gegenwärtig bereits<br />
gemacht werden kann, sie geben keine Antwort auf die Frage, warum genau<br />
in welchem Zusammenhang und mit welchen Konsequenzen so weitreichende<br />
Maßnahmen erforderlich sind, und sie bedürfen einer gründlichen<br />
Korrektur.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Fingerabdrücke<br />
im Personalausweis hielt Simitis für überflüssig, sie wären in anderen<br />
Ländern eingeführt und nach kurzer Zeit wieder abgeschafft worden.<br />
Ähnlich wie beim geplanten Gesundheitspass (&quot;Auch das ein<br />
Schnellschuss.&quot;) würden nur Unmengen von sensiblen Daten angehäuft,<br />
deren Nutzen eher gering, die aber dafür offen für Missbrauch seien:<br />
&quot;Wenn solche Sammlungen bestehen, wächst der Appetit. Und Datenschutz<br />
ist ein Appetitzügler.&quot;<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/politik/chataktuell/archiv/5150_36270.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b></b></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Werte statt Verwertbarkeit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/werte-statt-verwertbarkeit-389/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/werte-statt-verwertbarkeit-389/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Oct 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Genforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Claudia Roth]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/werte-statt-verwertbarkeit-389/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zu Gast im Chat von
politik-digital.de und stern.de war diesmal Claudia Roth, Vorsitzende
der Partei Bündnis90/Grüne, die mit den Teilnehmern des Chats lebhaft
über Embryonenforschung, Neue Medien und natürlich über die Bedeutung
der ehrgeizigen FDP für die Grünen diskutierte.
</span>
<span style="font-size: x-small; font-]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zu Gast im Chat von<br />
politik-digital.de und stern.de war diesmal Claudia Roth, Vorsitzende<br />
der Partei Bündnis90/Grüne, die mit den Teilnehmern des Chats lebhaft<br />
über Embryonenforschung, Neue Medien und natürlich über die Bedeutung<br />
der ehrgeizigen FDP für die Grünen diskutierte.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Einen Austausch des Wählerpotentials von den Grünen hin zur FDP sieht die Grüne nicht kommen: <i>&quot;Die<br />
FDP ist für mich viel Hülle ohne Inhalt, Strategie 18 reiner<br />
Politikersatz, Herr Westerwelle erinnert mich an das Märchen &quot;Des<br />
Kaisers neue Kleider&quot;. Keine einzige wirkliche politische Konzeption zu<br />
den entscheidenden Zukunftsfragen, sozusagen Freiheit ohne<br />
Verantwortung, Wachstum ohne Grenzen, Verwertbarkeit statt Werte.&quot;</i><br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In Vorbereitung auf die nächste<br />
Bundestagswahl müsse den Wählern vor allem vermittelt werden, wie eine<br />
Politik ohne die Grünen aussähe. Dabei habe es ihre Partei noch nicht<br />
in ausreichendem Maße geschafft <i>&quot;deutlich zu machen, dass unsere<br />
Themen Zukunftsfragen berühren, dass alte grüne Werte neue Werte sind<br />
und dass wir Inhalte mit kompetenten Personen verbinden können&quot;</i>. Es gehe vor allem auch darum, junge Leute zu mobilisieren für Politik und für das Einmischen als <i>&quot;Primärtugend in einer lebendigen, funktionierenden Demokratie&quot;</i>.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein weiteres zentrales Thema im<br />
Chat war die Embryonenforschung, zu der sich Claudia Roth eine breite<br />
gesellschaftliche Debatte wünscht. Diese <i>&quot;zentrale moralisch-ethische Fragestellung&quot;</i> müsse dem <i>&quot;Fortschritts- und Machbarkeitswahn&quot;</i> in der Wissenschaft gegenübergestellt werden, denn <i>&quot;nicht alles, was machbar ist, darf auch machbar sein&quot;</i>. Der neue Ethikrat solle dabei die gesellschaftliche Debatte mit anstossen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zukunftsthema bei den Grünen seien natürlich auch die neuen Medien und besonders die <i>&quot;Frage der demokratischen Teilhabe und des demokratischen Zugangs zu Informationen&quot;</i>,<br />
die als demokratische Grundrechte nicht vom Kontostand abhängig gemacht<br />
werden dürfen. Dabei stellte die frühere Managerin der Rockban &quot;Ton<br />
Steine Scherben&quot; jedoch auch klar, dass die Neuen Medien nur einen Teil<br />
unserer heutigen Kommunikation ausmachen: <i>&quot;Surfen, Henning Mankell lesen und laut und kräftig Musik hören: alles zusammen, das macht unser Leben reich&quot;</i>.<br />
<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/politik/chataktuell/archiv/5150_15628.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			</span><br />
			<center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><i><a href="http://www.politik-digital.de/salon/diskussion/">Diskutieren<br />
			Sie mit anderen in unserem Forum!</a></i></span><br />
			</center></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/werte-statt-verwertbarkeit-389/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Embryonenforschung wird kommen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_embryonenforschung_wird_kommenquot-367/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_embryonenforschung_wird_kommenquot-367/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Sep 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschen Forschungsgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst-Ludwig Winnacker]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Genforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Stammzellen]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotdie_embryonenforschung_wird_kommenquot-367/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Ernst-Ludwig 
Winnacker, Präsident der DFG</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Ernst-Ludwig<br />
Winnacker, Präsident der DFG</b></span><!--break--> </p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ewinnacker4.jpg" align="left" height="134" width="112" /><b>Moderator:</b><br />
Sehr geehrter Herr Professor Winnacker, wir heissen Sie ganz herzlich im dritten<br />
gemeinsamen Chat von politik-digital und der DFG willkommen. Sie nehmen sich<br />
heute zwei Stunden Zeit, um über das Potential der Genforschung für die Medizin<br />
der Zukunft zu sprechen. Sicher werden wir auch auf die Risiken der Genforschung<br />
zu sprechen kommen. Fangen wir aber erst einmal bei den grundsätzlicheren Fragen<br />
an:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris:</b> Worin unterscheiden sich adulte und embryonale Stammzellen? Adulte<br />
Stammzellen sind doch ethisch unbedenklich!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Adulte Stammzellen sind in einer späteren Phase<br />
der Entwicklung als embryonale Stammzellen. Adulte Stammzellen lassen sich in<br />
der Regel nicht gut zum Teilen anregen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mkn:</b> Sehen Sie einen ethisch-moralischen Unterschied zwischen der Nutzung<br />
embryonaler beziehungsweise adulter Stammzellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Selbstverständlich. Darum geht ja die ganze<br />
Diskussion.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Warum besteht da ein Unterschied?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil embryonale Stammzellen aus Embryonen in<br />
einem sehr frühen Stadium ihrer Entwicklung hergestellt werden. Dies führt zur<br />
Zerstörung des Embryos.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KleinerOnkel:</b> Kann man mit der Stammzellenforschung nicht warten, bis<br />
man mit adulten Stammzellen arbeiten kann?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Warten kann man immer! Die Frage ist, ob man<br />
adulte Stammzellen überhaupt ohne embryonale Stammzellen bearbeiten kann und<br />
auf eine Therapie hin entwickleln kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Äule:</b> Woher kommen eigentlich embryonale Stammzellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Wenn der Embryo sich bis zum 100. Zellstadium<br />
entwickelt hat, sieht er aus wie ein Hohlkugel. Im Innern dieser Kugel befinden<br />
an einer Stelle circa 10 bis 20 Zellen, die man isolieren und als embryonale<br />
Stammzellen in Kultur vermehren kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Das ist die biologische Erklärung, wie ist es mit der Verwendung<br />
von embryonalen Stammzellen? Ist das in Deutschland erlaubt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Herstellung von embryonalen Stammzellen<br />
ist in Deutschland verboten, weil gemäß Embryonenschutzgesetz eine fremdnützige<br />
Verwendung von Embryonen untersagt ist. Die Herstellung von embryonalen Stammzellen<br />
wäre eine solche fremdnützige Nutzung. Nicht verboten ist aber die Verwendung<br />
bereits im Ausland hergestellter Zellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kurtmmayer:</b> Sollen deutsche Forscher die Möglichkeit bekommen, embryonale<br />
Stammzellen im Land herzustellen, oder genügen die im Ausland vorhandenen Linien?<br />
Und: Muss das Embryonenschutzgesetz geändert werden, um Linien in Deutschland<br />
herstellen zu dürfen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Derzeit genügen vermutlich die bereits im Ausland<br />
hergestellten Zellinien. Sollte sich herausstellen, daß sie nicht genügen, und<br />
dafür gäbe es sicherlich Gründe, hat die DFG vorgeschlagen, in Überlegungen<br />
einzutreten, das Embryonenschutzgesetz diesbezüglich zu ändern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Faust2:</b> Warum halten sie es für notwendig importierte Embryonen zu Forschungszwecken<br />
zu verwenden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil wir die Mechanismen der Reifung von Zellen<br />
bislang nicht verstehen. Dies müssen wir aber, um am Ende entweder adulte oder<br />
embryonale Stammzellen medizinisch einsetzen zu können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Vielleicht mal ganz grundlegend: Für welche medizinischen<br />
Zwecke braucht man embryonale Stammzellen, für welche Zwecke adulte Stammzellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Im Prinzip für die Behandlung sogenannter degenrativer<br />
Erkrankungen, also von Krankheiten die durch den Verlust von Zellen entstehen,<br />
zum Beispiel Parkinson, Multiple Sklerose, vielleicht Herzinfarkt etc.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Ist es bei diesen Krankheiten unerheblich, ob es sich um<br />
adulte oder embryonale Stammzellen handelt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Nicht unbedingt. Das wissen wir eben nicht.<br />
Das entwicklungsbiologische Potential der verschiedenen Zellen ist unterschiedlich.<br />
Außerdem stehen bei adulten Stammzellen nicht beliebig viele Quellen zur Verfügung.<br />
Realistisch vielleicht nur Stammzellen des blutbildenden Systems oder der Haut.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dalderson:</b> Wie weit sind die Forschungen an tierischen Stammzellen vorangeschritten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Embryonale Stammzellen der Maus gibt es seit<br />
1981 (Evans). Embryonale Stammzellen des Menschen erst seit Ende 1998. Adulte<br />
Stammzellen sind in der Maus ebenfalls seit längerem bekannt, auch beim Menschen.<br />
Daß sie sich aber ineinander umwandeln können ist, genauso wie die Tatsache,<br />
daß es Stammzellen im Gehirn gibt. Es gibt also noch Hoffnung für uns alle,<br />
auch für die über 60-jährigen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Peter:</b> Befürworten sie eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Derzeit ist dies nicht notwendig. Wenn denn<br />
die existierenden Stammzellinien nicht ausreichen, dann sollte man dies ins<br />
Auge fassen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Lassen sich Stammzellen überhaupt in den Mengen und der<br />
Reinheit produzieren, die für einen therapeutischen Einsatz erforderlich wären?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das ist genau das Problem, weswegen noch sehr<br />
viel Forschung in diese Systeme investiert werden muss. Adulte Stammzellen,<br />
etwa des blutbildenden Systems, muß man aus Knochenmark isolieren und kann sie<br />
nicht einfach beliebig vermehren. Embryonale Stammzellen teilen sich, aber müssen<br />
natürlich in geeigneten Mengen dann auch umgewandelt werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cornelia:</b> Wie viele Embryonen benötigt man in einem Jahr in Deutschland<br />
schätzungsweise für die Forschung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Im Moment gar keine. Es ist verboten. Man arbeitet<br />
auf diesem Felde mit sogenannten Zellinien. Die Herstellung einer solchen Linie<br />
bedarf sicher einiger Versuchsansätze, vielleicht fünf Embryonen. Dann aber<br />
kann man die Linien in Kultur halten und vermehren. In der Maus werden heute<br />
fünf solcher Zellinien für 95% aller Versuche verwendet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Was sind Zelllinien?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das sind Zellen, die man einmal aus einem Organ<br />
isoliert und dann in Kultur in einer Nährflüssigkeit hält. Dort teilen sie sich.<br />
Wenn die Petrischale gefüllt ist, nimmt man ein Drittel der Zellen und züchtet<br />
sie weiter. Die anderen zwei Drittel friert man ein, um sie bei Gelegenheit<br />
wieder zu verwenden. Bei menschlichen Zellen kann man dies nicht beliebig oft<br />
machen. Sie durchlaufen nach 50 Teilungen eine sogenannte Krise und sterben<br />
alle. Krebszellen haben diese Eigenschaft nicht und lassen sich immer weiter<br />
züchten. Ähnliches gilt für embryonale Stammzellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>stammzelle:</b> Was ist der unterschied zwischen der Verwendung überschüssiger<br />
Embryonen und extra zu Forschungszwecken hergestellten Embryonen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Welche Stammzelle fragt? Adult?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wahrscheinlich &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Bei der künstlichen Befruchtung können Embryonen<br />
übrig bleiben, die nicht gebraucht werden, weil die Beteiligten entweder dazu<br />
nicht mehr in der Lage oder interessiert sind. Das geschieht selten, aber es<br />
geschieht. Diese Embryonen werden dann eingefroren und warten der Dinge die<br />
da kommen. Diese &#8211; und nur diese &#8211; überzähligen Embryonen sollen hier verwendet<br />
werden. Die Herstellung nur zu Forschungszwecken lehnen wir ab.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Embryonale Stammzellen besitzen aber, so weit mir bekannt ist,<br />
auch keine unbegrenzte Lebensdauer, das heißt, irgendwann wird es nicht vermeidbar<br />
sein, immer wieder neue Stammzellen zu generieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Im Maussystem sind die Mengen so groß, daß man<br />
in der Tat lange damit arbeiten kann. Im menschlichen System ist die Sache längst<br />
nicht so weit gediehen. Hier muß man sogar auf Feederlayer, zu deutsch Zellrasen<br />
von anderen Zellen züchten, was derzeit sicherlich das Arbeiten erschwert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Wie lange können diese Zellinien menschlicher embryonaler<br />
Stammzellen in Kultur gehalten werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> In den Originalarbeiten ist zu lesen, daß sie<br />
über viele Monate hinweg gehalten werden können. Da es sie erst seit 1998 gibt,<br />
kann ich das nicht abschliessend beantworten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris:</b> Wenn man nur mit einigen Zelllininen forscht, sind die Ergebnisse<br />
dann überhaupt allgemein gültig?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> In der Regel schon. Es ist in der Tat aber wichtig,<br />
daß es schon einige Zellinien sind. In der Maus wissen wir, daß sie leicht unterschiedliche<br />
Entwicklungspotentiale aufweisen. Nun sind Menschen keine Mäuse, so dass auch<br />
hier Unsicherheiten bestehen. Deswegen muß eben auch mit diesen Linien gearbeitet<br />
werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Kommen wir mal zum Einsatz der Stammzellen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna:</b> Wie gut stehen die Chancen degenerative Erkrankungen mit Stammzellen<br />
zu heilen beziehungsweise zu stoppen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Wir reden hier über Forschung. Die Anwendung<br />
wird einige Jahre auf sich warten lassen. Immerhin werden Stammzellen des blutbildenden<br />
Systems schon in der Medizin eingesetzt, allerdings zu etwas anderen Zwecken,<br />
beispielsweise in der Therapie von Blutkrebs.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Welche Risiken müssen erforscht werden, bevor sich Stammzellen<br />
therapeutisch einsetzen lassen. Gibt es etwa Infektionsrisiken durch Viren der<br />
Mauszellen, auf denen die embryonalen Stammzellen kultiviert werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Viren sind sicherlich ein wichtiger Punkt. Weiterhin<br />
ist die Reinheit der Zellen ein Problem und auch die Frage der Transformation,<br />
also die Frage, ob sie nicht zur Krebsentstehung befähigt sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hinrich:</b> Bei Herz-Patienten werden körpereigene Stammzellen verwendet<br />
(letzte Woche gemeldet). Ist das keine Alternative?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Leider wissen auch die beteiligten Ärzte nicht,<br />
ob hier überhaupt Stammzellen eine Rolle gespielt haben. Ein einziger Fall ist<br />
eben keine Statistik. Ob adulte Stammzellen des blutbildenden Systems bei Herzinfarkt<br />
eine Alternative werden könnten, ist weiterhin offen. Wir hoffen es und unterstützen<br />
Forschungsarbeiten, die genau diese Frage bei der Maus untersuchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Kurz zur Info: Die Fragen zu moralischen Risiken kommen noch!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Ist es richtig, daß sich die potentiellen Zellersatztherapien<br />
auf Stammzellbasis vor allem zur Behandlung von Krankheiten eignen, die weit<br />
nach dem 50. Lebensjahr gehäuft auftreten (Alterdiabetes, Alzheimer, koronare<br />
Herzrankheiten)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ist das eine Drohung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Nein<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das kann man so nicht sagen. Degenerative Erkrankungen<br />
gibt es auch bei ganz jungen Leuten, zum Beispiel MS oder Herzkrankheiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Gabrielczyik: Meine vorige Antwort bezog sich<br />
nicht auf ihre Frage, sondern die der Moderatorin.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Keine Drohung, Herr Winnacker &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Es geht schon los!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stammzelle:</b> Was wir eigentlich meinten: Warum darf an überschüssigen<br />
Embryonen geforscht werden? Wo ist der moralische Unterschied??<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> An die Moderatorin. Sie sollten mich nicht immer<br />
ernst nehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig-Winnacker:</b> Überzählige Embryonen haben keinerlei Chance<br />
und Lebensperspektive mehr, so daß ich meine, dass man in dieser Hinsicht einen<br />
Abwägungsprozess durchführen darf zwischen menschlichem Leben, das keine alternativen<br />
Chancen mehr besitzt und den Interessen schwerkranker Patienten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehnert:</b> Haben Sie selbst ethische oder auch moralische Vorbehalte hinsichtlich<br />
der Stammzellenforschung beziehungsweise der Genforschung überhaupt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Selbstverständlich. Wenn Sie unsere Empfehlungen<br />
oder Äusserungen zu diesem Thema lesen, dann wird dies sehr deutlich. Seit 20<br />
Jahren publiziere ich über die Fragen der Chancen und Risiken der Gentechnik<br />
bei ihren verschiedenen Anwendungen am Menschen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>BiMi:</b> Denken sie nicht, dass es gegen ethische Grundsätze verstößt,<br />
generell an Embryonen zu forschen???<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> und andernfalls vernichtet würden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Hier ist etwas verloren gegangen &#8230; Ich werde<br />
es noch einmal versuchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Danke.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Wir empfehlen auch nicht generell, an Embryonen<br />
zu forschen. Es geht nur um die erwähnten überzähligen Embryonen, die andernfalls<br />
vernichtet würden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Relikurs:</b> In welchem Stadium beginnt das menschliche, schützenswerte<br />
Leben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Schützenswert ist es meiner Ansicht nach immer.<br />
Auch Ei- und Samenzellen &quot;leben&quot;. Individuelles Leben beginnt allerdings erst<br />
dann, wenn die Phase der Möglichkeit der Zwillingsbildung vorbei ist. In jedem<br />
Falle bin ich der Meinung, daß in diesen allerfrühesten Phasen ein abgestufter<br />
Lebensschutz postuliert werden kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Lange Zeit haben Sie sich öffentlich gegen die Forschung<br />
mit embryonalen Stammzellen gewandt. Dann haben Sie Ihre Meinung offenbar geändert.<br />
Was war für diesen Sinneswandel entscheidend??<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Es ist ziemlich einfach. Das Arbeiten mit embryonalen<br />
Stammzellen konnte man nicht gut empfehlen, solange es diese nicht gab. In den<br />
letzten Monaten hat es aber auf diesem Felde so große Fortschritte gegeben,<br />
daß man darüber die Öffentlichkeit informieren musste. Das ist die Aufgabe der<br />
DFG.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rutz:</b> Wie sieht dieser &quot;abgestufte Lebensschutz&quot; aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Er sieht so aus, daß wir eben nur mit überzähligen<br />
Embryonen arbeiten wollen. Bekanntlich ist der Embryo auch in seinen frühesten<br />
Entwicklungsphasen auch im Mutterleib nur sehr eingeschränkt geschützt. Nur<br />
etwa 20% der natürlicherweise entstandenen Embryonen kommen überhaupt bis zur<br />
Einnistung in dieGebärmutter.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hinrich:</b> Als MS-Betroffener lechze ich nach Hilfe. Ist Ethik und Moral<br />
nur eine Frage jener, die es sich leisten können?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Diese Frage dürfen Sie eigentlich mir nicht<br />
stellen. Wir versuchen ja gerade, in dieser Sache etwas zu unternehmen. Ohne<br />
die von uns befürwortete Grundlagenforschung wird es keine Entwicklungen geben,<br />
die Ihnen helfen könnten. In der Tat!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ungers:</b>Ich bin selbst seit sechs Jahren an MS erkrankt und trotzdem<br />
sehr skeptisch gegenüber der embryonalen Stammzellforschung.Glauben sie, daß<br />
sie eine Hoffnung ist?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich kann jedenfalls nicht ausschliessen, dass<br />
es keine ist. Deswegen muß ich als Wissenschaftler diesen Weg zu eröffnen versuchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>g659574:</b> Gibt es für Sie Grenzen für den Wunsch, zu heilen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Selbstverständlich. Die Forschungsfreiheit ist<br />
nicht absolut. Die Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes sind für die Wissenschaft<br />
genauso wertvoll und verbindlich, wie für alle anderen auch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Gutes Stichwort, kommen wir mal zu den rechtlichen Fragen,<br />
die hier aufkommen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Nadine:</b> Wie sieht denn die rechtliche Situation der Stammzellenforschung<br />
aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> An adulten, gewebespezifischen Stammzellen kann,<br />
vorbehaltlich der Regeln des Standesrechts und Arzneimittelgesetzes etcc. gearbeitet<br />
werden. Die Herstellung embryonaler Stammzellen ist gemäß Embryonenschutzgesetz<br />
untersagt, ihre Verwendung aber nicht. Da in anderen Ländern die Herstellung<br />
erlaubt ist, wäre bei uns ein Import solcher Zellinien möglich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris:</b> Ist das nicht paradox?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> In der Tat. Deswegen haben wir auch empfohlen,<br />
für den Fall, daß diese Zellen nicht wissenschaftsadäquat import werden können,<br />
das heißt gemäß unserer eigenen Auflagen und Vorstellungen, diese auch bei uns<br />
hergestellt werden müssten. Dies erschien uns ehrlicher, als allein auf den<br />
Import zu setzen und die Forschungsrisiken samt ihrer moralischen Implikationen<br />
auf andere abzuwälzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wieder zum Rechtsrahmen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sylvia:</b> Wie stellen sich sich eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes<br />
vor und in wie weit können Sie dabei auschließen, dass Artikel 1 des Grundgesetzes<br />
verletzt wird ?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das Embryonenschutzgesetz kann nur der Gesetzgeber,<br />
also der Bundestag, ändern. Vielleicht ist dies aber auch gar nicht nötig. Meiner<br />
Ansicht nach ist eben die Menschenwürde von solchen Embryonen nicht verletzt,<br />
die keinerlei Chancen haben, zu Menschen zu werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>informationer:</b> Meiner Meinung nach sollte der Widerspruch zwischen Artikel<br />
2 und 5 GG geklärt werden, welche den Schutz menschlichen Lebens sowie die Freiheit<br />
der Forschung regeln und sich bis jetzt in diesem Punkt widersprechen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Da sehe ich keinen Widerspruch. Artikel 5 gilt<br />
nicht uneingeschränkt und ist den Artikeln 1 und 2 nachgeordnet. Menschenwürde<br />
und menschliches Leben haben immer Vorrang. Aber auch Schwerkranke haben Menschenwürde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Herr Winnacker, hier sind echte Freiwillige aufgetaucht:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marie:</b> Ich halte die Stammzellforschung für hoffnungsvoll. Kann ich<br />
mich freiwillig zur Eizellspende melden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Eizellspenden sind nur einer Spenderin erlaubt,<br />
die sich der künstlichen Befruchtung für sich selbst unterziehen will. Der Spende<br />
geht ja eine sehr belastende medizinische Behandlung voraus, die sogenannte<br />
Superovulation, die ihre Risiken birgt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Kurzer Einschub: Da wir leider nicht alle der zahlreichen<br />
Fragen im Chat beantworten können, hat die DFG eine Service-Hotline geschaltet.<br />
Nach dem Chat können Sie dort ihre Fragen an die Experten der DFG richten. Die<br />
kostenlose Nummer lautet: 0800-5600969<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Mal grundlegend gefragt:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dalderson:</b> Sieht sich die &#8216;deutsche Wissenschaft&#8217; einem höheren Rechtfertigungsdruck<br />
gegenüber der Öffentlichkeit ausgesetzt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Diskussion über diese Fragen finden in vielen<br />
Ländern statt. Angesichts unserer Geschichte und angesichts der rechtlichen<br />
Situation verläuft sie bei uns allerdings unter veränderten Randbedingungen.<br />
Diese hat auch die Wissenschaft zu berücksichtigen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>informationer:</b> Wie sehen sie die rechtliche Entwicklung weltweit? Ist<br />
hier überhaupt noch eine Kontrolle möglich? Speziell in den USA habe ich starke<br />
rechtliche Bedenken!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Selbstverständlich sind hier Kontrollen möglich.<br />
Präsident Bush erlaubt ausschließlich die Forschung mit öffentlichen Mitteln<br />
an Zellinien, die bis zum 9. August hergestellt waren. Wir und andere bemühen<br />
uns, diese Fragen international zu regeln, um die Übersicht über die existierenden<br />
Zellinien zu behalten, beziehungsweise zu bekommen. Das ist auch aus rein wissenschaftlichen<br />
Gründen wichtig.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Was nützt aus Ihrer Sicht ein Verbot des therapeutischen<br />
Klonens in Deutschland, wenn es in anderen Staaten, wie etwa Großbritannien,<br />
gleichzeitig unter strengen Auflagen möglich ist? möglich<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Es gibt eben ein internationales Rechtsgefälle.<br />
Das enthebt mich nicht der Verpflichtung darauf hinzuweisen, daß diese Technologie<br />
beträchtliche Risiken wissenschaftlicher und ethischer Natur besitzt, und daß<br />
es zunächst im Tierversuch bearbeitet werden muß. Bekanntlich entstehen beim<br />
Kerntransfer a la Dolly geklonte Tiere nur in geringsten Ausbeuten und mit vielerlei<br />
Missbildungen. Ursache hierfür ist die stochastische Natur der Reprogrammierungsprozesse,<br />
die hier nötig, aber nicht verstanden sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>konrad:</b> Sehen Sie eine Gefahr für den Wissenschaftsstandort Deutschland<br />
bei einem eventuellen Verbot der Forschung an ES-Zellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Für den Wissenschaftsstandort, ja!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Befürchten Sie nicht, daß fähige Wissenschaftler unter diesen<br />
Bedingungen ins Ausland gehen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Im Moment nicht, da, wie erwähnt, das Arbeiten<br />
mit embryonalen Stammzellinien nicht verboten ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Beni:</b> Wieviel Geld wird eigentlich in die Embryonenforschung investiert?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> In Deutschland nichts. In das Arbeiten mit adulten<br />
Stammzellen investiert allein die DFG circa 5 bis 6 Mio DM pro Jahr.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ChrisS:</b> Warum werden die Bonner Forscher nicht engagierter gefördert<br />
?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil die öffentliche Diskussion voll im Gange<br />
ist und der Bundestag gebeten hat, bis zur Entscheidung des Ethikrates beziehungsweise<br />
der Enquetekommission und seiner Entscheidung hierzu zu warten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b>Stichwort Enquetekommission:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dalderson:</b> Welche Rolle spielt der Nationale Ethikrat bei der Diskussion<br />
über Stammzellforschung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Er ist ein vom Bundeskanzler eingesetztes Beratungsgremium.<br />
Seine Meinung wird sicherlich in der Öffentlichkeit gehört werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Und die Enquetekommission, was macht die?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Enquetekommission hat wohl ein sehr viel<br />
breiteres Mandat und befasst sich längst nicht nur mit Stammzellforschung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Snethlage:</b> Wieviel Einfluß besitzt der Nationale Ethikrat auf die Entscheidungsfindung<br />
im Bundestag?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Da müssen sie die Mitglieder des Bundestages<br />
fragen!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Paul:</b> Sie sind ja auch Mitglied bei der Ethikkommision: Wie ist dort<br />
der Stand der Diskussion (quasi aus erster Hand!)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich bin Mitglied im Nationalen Ethikrat. Er<br />
wird sich bis Ende des Jahres mit der Frage des Imports von Stammzellinien befassen.<br />
Er hat aber erst zweimal getagt, um sich überhaupt erst einmal kennen zu lernen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Breher:</b> Werden auch die deutschen &quot;Akademien der Wissenschaft&quot; zu diesen<br />
Problemstellungen befragt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Jeder kann sich in diesem Lande zu dieser Frage<br />
äußern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Ist die Entscheidung des Ethikrates für die Forschung bindend?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker: </b>Für die Forschung bindend ist das Gesetz, mit<br />
anderen Worten der Deutsche Bundestag. Der Ethikrat ist eine beratende Instanz.<br />
Wenn bis 7.12. die Rechtslage nicht geändert ist, wird die DFG auf der Basis<br />
des geltenden Rechts entscheiden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Ein wissenschaftliches Einzelschicksal:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anne:</b> Ich würde gerne wissen, warum bis heute der bereits im letzten<br />
Jahr von Dr. Brüstle/Dr. Wiesler von der Uni Bonn gestellte Forschungsantrag<br />
mit embryonalen Stammzellen zwecks MS-Heilungsabsichten noch immer auf &quot;Eis<br />
liegt&quot;, obwohl das Importieren und somit Forschen mit embryonalen Stammzellen<br />
eigentlich erlaubt ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil höchste Vertreter dieses Staates, inklusive<br />
der Bundestag, die DFG gebeten haben, diese Entscheidung zurückzustellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Die DFG-Service Hotline zum Thema Genforschung ist nach dem<br />
Chat geschaltet: 0800-5600969. Machen wir zum schluss noch mal einen Querschnitt<br />
durch die wichtigsten Themengebiete.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Bitte!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Sozusagen ein Frequently Asked &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jojo:</b> Ich fände es wirklich interessant zu wissen, wann &quot;menschliches<br />
Leben&quot; nach der Definition von Herrn Winnacker beginnt &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzellen.<br />
Aber: Auch Samen- und Eizellen sind für sich menschliches Leben. Menschliches<br />
Leben hat letztlich keinen Anfang und Ende, sondern ist ein Kreisprozess, der<br />
sich immer wieder auf die Keimzellen reduziert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Zu den Embryonen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jeanne:</b> Liegt nicht das Risiko darin, dass man eines Tages viele Zellen<br />
brauchen und deshalb Embryonen züchten wird?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das ist, nach allem was wir aus tierischen Systemen<br />
wissen, eben nicht zu erwarten. Adulte Stammzellen beispielsweise würden immer<br />
nur für einen einzigen Patienten gewonnen. Embryonale Stammzellen lassen sich<br />
vermehren, und stehen daher unbegrenzt zur Verfügung. In der Maus ist dies jedenfalls<br />
so.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>miriam:</b> Wo sind die Grenzen der Genforschung und vor allem wer kann<br />
entscheiden wo sie liegen ?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Jedenfalls nicht die Wissenschaft. Zu entscheiden<br />
hat der Souverän. Die Grenzen liegen beim Umgang mit dem Menschen, und damit<br />
mit den bereits diskutierten Punkten Menschenwürde etccc.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>RalphNeumann:</b> Was halten Sie von dem Vorschlag (der von einem Autor<br />
aus der FAZ stammt &#8211; näheres weiß ich leider nicht mehr), Stammzellen &quot;zentral&quot;<br />
von einer Organisation weltweit zu vergeben? Dies würde weitgehend soziale,<br />
rechtliche und ethische Regelungen auf internationaler Ebene ermöglichen und<br />
denen, die nicht im geheimen in diesem Bereich forschen wollen, eine rechtliche<br />
Absicherung ermöglichen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker: </b>Die DFG hat in ihren Empfehlungen in der Tat<br />
gefordert, im Sinne der Transparenz und der Standardisierung der Arbeit genau<br />
das zu tun. Vorgespräche und Überlegungen hierzu sind längst im Gange.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Welche Organisation käme da in Frage?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Eine möglichst autonome Instanz, wie zum Beispiel<br />
die Fertility Authority in England. Dies wäre uns durchaus ein Vorbild. Denkbar<br />
wäre auch ein Modell à la ZKBS (Zentrale Kommission für die biologische Sicherheit),<br />
die sich schon seit 23 JAhren bei uns bewährt hat.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Wie verhält es sich mit Stammzellen aus Nabelschnurblut &#8211; sind<br />
sie eher zu den adulten Stammzellen zu rechnen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Eher zu den adulten. Aber: Das Problem ist,<br />
es gibt nur sehr wenige davon. Die Hoffnung besteht darin, diese in Zukunft<br />
besser züchten zu können. Ich glaube, es gibt nur 1500 bis 5000 Zellen im Nabelschnurblut.<br />
In diesem Zustand ist eben alles noch sehr klein. Aber: Es gibt in Düsseldorf<br />
eine Bank, wo man sich einfrieren lassen kann, ich meine, das Nabelschnurblut.<br />
Man merkt die zwei Stunden!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wir sind auch bald am Ende, in Sachen Chat zumindest!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bundesgesundheitsmin:</b> Wie denken Sie, sieht die entfernte Zukunft der<br />
embryonalen Stammforschung aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Sie wird kommen. Wir wünschen uns, daß es die<br />
von uns angestrebten und vorgeschlagenen internationalen Lösung geben wird.<br />
Ob am Ende embryonale Stammzellen oder adulte therapeutisch Bedeutung gewinnen<br />
und in welchem Therapiefeld, ist offen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Ist es nicht möglich, den Menschen durch Information in einer<br />
Sprache, die sie verstehen, sprich umgangssprachlich, die Angst vor der Forschung<br />
mit Stammzellen zu nehmen? Dieses Interview ist ein Ansatz, aber auch Tage der<br />
offenen Tür in Forschungseinrichtungen etc. &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Sie sagen es: Ich versuche es immer wieder.<br />
Wir wissen alles über Mallorca, aber nur wenig über die frühesten Phasen unserer<br />
Entwicklung. Ich erinnere an den Wissenschaftssommer nächste Woche in Berlin,<br />
wo alles gut erklärt wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wissenschaftsommer?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Der Wissenschaftssommer beginnt nächste Woche<br />
in Berlin. Auftakt ist eine Veranstaltung mit dem Bundeskanzler am 12. September,<br />
nachmittags auf dem Marlene Dietrich Platz. Ein passender Ort.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Noch zwei Fragen, Herr Winnacker:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dalderson:</b> Haben Sie überhaupt noch Zeit, selber zu forschen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Leider nein! Aber zu denken!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Schon fast ein gutes Schlusswort &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gizmo:</b> Hätten Sie als junger Biochemiker gedacht, dass Sie sich jemals<br />
mit solch zukunftsweisenden Fragen beschäftigen würden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ja. Ich wollte immer Biochemie studieren. Damals<br />
konnte man das aber nicht, jedenfalls nicht in Deutschland.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Sie haben diese Brisanz in der Genforschung also vorausgeahnt??<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Nein, sicher nicht. Aber als sie 1969 entdeckt<br />
wurde, war ich in Berkeley, und wir haben nächtelang darüber geredet, bis es<br />
dann zu Asilomar kam. Asilomar (bei San Francisco) war eine Konferenz im Frühjahr<br />
1975, als die Wissenschaft erstmals mit diesem Thema an die Öffentlichkeit ging.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Sehr geehrter Herr Professor Winnacker, haben Sie ganz herzlichen<br />
Dank für diesen anschaulichen und spannenden Wissenschaftschat. Ich denke, mit<br />
dem Chat und dem Transkript, das wir später veröffentlichen werden, haben wir<br />
einige grundlegende Fragen verständlich beantwortet. Mir hat es Spass gemacht,<br />
Ihnen hoffentlich auch. Danke auch im Namen der Chatter! Und hoffentlich bis<br />
zum nächsten Mal!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich bedanke mich. Es hat Spaß gemacht!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Die Hotline der DFG ist nun geschaltet. Unter 0800-5600969<br />
können Sie mit den Experten der DFG über ihre Fragen zur Genforschung sprechen.<br />
Die Hotline ist kostenlos!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gizmo:</b> Vielen Dank und Tschüß!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Der nächste Chat an dieser Stelle: Frank Steffel, Spitzenkandidat<br />
der Berliner CDU am 14. September von 17:30 bis 18:30!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Für alle, deren Fragen nicht beantwortet werden konnten:<br />
Unter 0800-5600969 ist eine Experten-Hotline geschaltet!<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Paul:</b> Es war sehr informativ, danke!</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Der Mensch ist viel mehr als eine Gen-Maschine&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 May 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Genforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Nationaler Ethikrat]]></category>
		<category><![CDATA[Stammzellen]]></category>
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		<category><![CDATA[Detlev Ganten]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Professor Detlev Ganten im Gentechnik-Chat am 30. Mai 2001</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Professor Detlev Ganten im Gentechnik-Chat am 30. Mai 2001</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Einen Tag vor der Grundsatzdebatte über Gentechnik im Bundestag war<br />
Professor Detlev Ganten, der Gründungsdirektor des<br />
Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin, zu Gast im Chat<br />
von politik-digital.de und stern.de. Aus aktuellem Anlass sprach er mit<br />
den Chattern über ethische und moralische Grenzen der Genforschung.<br />
Risiken und Potenziale der Präimplantationsdiagnostik (PID) kamen<br />
ebenso zur Sprache wie die Position Deutschlands im internationalen<br />
Forschungsumfeld und der Nationale Ethikrat.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Als Mitglied des Nationalen Ethikrates wies Prof. Ganten den Vorwurf, dieser sei nur ein &quot;Ja-Sager-Verein&quot; vehement zurück: <i>&quot;Das halte ich für eine absurde Aussage.&quot;</i><br />
Die Mitglieder des Ethikrates seien erkennbar keine Konformisten, und<br />
die Unabhängigkeit und Gruppendynamik solcher Gremien dürfe nicht<br />
unterschätzt werden. Zur Diskussion und Beratung sei der Ethikrat eine<br />
wichtige Einrichtung, denn <i>&quot;kein Mensch kann für sich in Anspruch<br />
nehmen, so komplexe Themen wie den Einfluss der Genomforschung auf<br />
unsere zukünftige Entwicklung allein zu verstehen&quot;</i>. Dies gelte insbesondere für Entscheidungsträger wie den Bundeskanzler: <i>&quot;Wir sollten uns freuen, dass er Rat sucht.&quot;</i><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die moralische Grenze der Gentechnik zieht Ganten für sich in der <i>&quot;verbrauchenden<br />
Embryonenforschung, soweit diese Embryonen nur zu diesem Zweck<br />
hergestellt werden, ebenso beim reproduktiven Klonen, für das es<br />
überhaupt keine Begründung gibt.&quot;</i> Insbesondere in der embryonalen Stammzellenforschung sei es schwierig, Grenzen festzulegen. <i>&quot;Die<br />
persönliche Erfahrung zeigt, dass Leben in seiner vollen Bedeutung<br />
langsam und kontinuierlich beginnt und manchmal sehr schmerzhaft, auch<br />
langsam endet.&quot;</i> <i>&quot;Vom Grundsatz her kann man den Beginn der Menschenwürde gar nicht früh genug ansetzen.&quot;</i><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Besonderes Interesse zeigten die Chatter an der Präimplantationsdiagnostik. Für Detlev Ganten ist die PID <i>&quot;ein neuer Schritt der Beratung und Diagnose vor der Einnistung des Embryo im Mutterleib&quot;</i>, der für eine umfassende Beratung der Eltern mit eingesetzt werden solle. <i>&quot;Diese<br />
neuen Möglichkeiten erleichtern weder für den Arzt noch für den<br />
Patiente die Entscheidung, aber die größeren Freiheiten dürfen auf<br />
keinen Fall dazu führen, den Druck auf Ratsuchende zu erhöhen&quot;</i>. Dass die PID die Akzeptanz von Behinderten in der Gesellschaft verringern könne, glaubt der Professor nicht, denn <i>&quot;nur ganz wenige Behinderungen sind durch genetische Ursachen, die über PID vermieden werden könnten, verursacht.&quot;</i><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine<br />
zu restriktive Beurteilung der Genforschung könne dazu führen, dass<br />
Deutschland den Anschluss an die internationale Forschung verpasse,<br />
warnte der Forscher. Dabei hat Prof. Ganten die Hoffnung, dass<br />
ultra-konservative Reaktionen wie in den U.S.A. hierzulande ausbleiben:<br />
<i>&quot;Ich hoffe sehr, dass wir ein tolerantes Land bleiben, in dem jeder<br />
seine Meinung äußern kann ohne Gefahr für Leib und Leben. Dieses setzt<br />
allerdings auch voraus, dass wir in den Anwendungen dessen, was wir<br />
Denken und Forschen auf gesellschaftliche Ängste und Sorgen Rücksicht<br />
nehmen. Wissenschaft darf nicht Angst machen, sondern muss Zukunft<br />
sichern.&quot;</i><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></span>
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<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/politik/chataktuell/archiv/index.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
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			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			</span><br />
			<center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><i><a href="http://www.politik-digital.de/salon/diskussion/">Diskutieren<br />
			Sie mit anderen in unserem Forum!</a></i></span><br />
			</center></td>
</tr>
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]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kernkompetenz statt &#8220;Gospel-Gesangsverein&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kernkompetenz-statt-gospel-gesangsverein-386/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezzo Schlauch]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Genforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Rezzo Schlauch im Chat am 23. Mai 2001</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Rezzo Schlauch im Chat am 23. Mai 2001</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #ff9900"><b><i><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rezzo1.jpg" alt="Rezzo Schlauch" align="right" height="150" hspace="5" vspace="5" width="150" /></i></b></span>&quot;<i>Aufbruch,<br />
Melancholie, Poesie, Rock</i>&quot; &#8211; dies alles verkörpert für Rezzo Schlauch das<br />
in den Songs von Bob Dylan wiedergegebene Lebensgefühl. Doch nicht nur nostalgische<br />
Augenblicke gab es im Chat von politik-digital.de und stern.de mit dem Fraktionsvorsitzenden<br />
der Grünen. Der Genussmensch Rezzo lebt im Hier und Jetzt und interessiert sich<br />
für Christoph Schlingensiefs Theater ebenso wie für die aktuelle Politik. Mit<br />
den Chattern sprach er somit auch über Genforschung, die Position der Grünen<br />
und die FDP als Konkurrenz.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Intensiv diskutiert wurde im Chat die aktuelle Position der Grünen in der<br />
deutschen Parteienlandschaft. Die FDP will Rezzo Schlauch als Konkurrenten um<br />
die dritte Kraft im Lande nicht Ernst nehmen, sie seien zwar &quot;<i>Maximalisten<br />
in der PR</i>&quot;, aber &quot;<i>Minimalisten im Inhalt</i>&quot;: &quot;<i>Ich<br />
verstehe überhaupt nicht, warum ein Gospel-Gesangsverein, bei dessen Parteitag<br />
nur noch das Hallelujah gefehlt hat, so Eindruck macht.</i>&quot; Er selbst wolle<br />
mit den Grünen nicht &quot;<i>back to the roots</i>&quot;, sondern statt dessen<br />
mit Kernkompetenzen wie Ökologie, Bürgerrechte und Migration im nächsten Bundestagswahlkampf<br />
überzeugen. Dass die Grünen bei der Bundestagswahl gut genug abschneiden,<br />
um die rot-grüne Koalition fortsetzen zu können, stehe für ihn<br />
außer Frage: &quot;<i>Ich bin nicht das Orakel von Delphi, aber eine Acht<br />
vor dem Komma wird&#8217;s</i>&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rezzo3.jpg" alt="Rezzo Schlauch" align="right" border="0" height="150" width="150" />Den<br />
Jugendverband der Grünen findet Rezzo Schlauch ein wenig langweilig: &quot;<i>Er<br />
könnte etwas mehr rocken</i>&quot;. Einen interessanten Ansatz zur Kommunikation<br />
nicht nur mit der Jugend sieht Rezzo in dem Schlingensief-Theaterstück, in dem<br />
auch echte Nazis auf die Bühne treten: &quot;<i>Ein spannender Versuch, Sprachlosigkeit,<br />
Täter-Opfer-Rhetorik, fruchtlose Schulddiskussion zu überwinden</i>&quot;. Zu Gerüchten<br />
über eine RAF-Neugründung sagte Schlauch, er halte dies für eine<br />
&quot;<i>Phantomdiskussion</i>&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Großes Interesse zeigten die Chatter auch an dem Thema Genforschung. Einen<br />
Tag vor dem Chat hatte der Fraktionsvorsitzende der Grünen den Gesetzentwurf<br />
zum Schutz des eigenen genetischen Codes vorgestellt. Zu den Details befragt,<br />
sagte Rezzo, Kernpunkte seien das Recht auf Nichtwissen und das Verbot der Verwendung<br />
der Ergebnisse des Gentests als Grundlage von Entscheidungen im Versicherungswesen<br />
und in der Arbeitswelt. In der Koalition gebe es zwar unterschiedliche Meinungen<br />
zur Genforschung, allerdings berge dies nicht das Risiko einer Koalitionskrise,<br />
denn &quot;<i>Gentechnik wird wie Abtreibung, Transplantation nicht im Rahmen von<br />
Fraktionsmeinungen abgestimmt, kann daher auch nicht zum Koalitionsstreit führen.</i>&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Am Ende des Chats verabschiedete Rezzo Schlauch sich und eilte mit dem Fahrdienst<br />
zum nächsten Termin. Lieber würde er im eigenen Porsche fahren, das<br />
&quot;<i>ist aber leider weit weg, finanziell und wegen des grünen Verfassungsschutzes</i>&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/politik/chataktuell/archiv/5150_17788.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
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