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	<title>Gesundheitspolitik &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Gesundheitspolitik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>App vom Arzt: „Datenschutz ist was für Gesunde“</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2016 11:44:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das neue Buch von CDU-Politiker Jens Spahn ist eine leidenschaftliche Fürsprache für weniger Datenschutz im Gesundheitswesen – zum Wohle der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/news/app-vom-arzt-datenschutz-ist-was-fuer-gesunde-150435/attachment/8585047526_109a4d5ff1_k/" rel="attachment wp-att-150436"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150436" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/8585047526_109a4d5ff1_k.jpg" alt="8585047526_109a4d5ff1_k" width="645" height="278" /></a>Das neue Buch von CDU-Politiker Jens Spahn ist eine leidenschaftliche Fürsprache für weniger Datenschutz im Gesundheitswesen – zum Wohle der Patienten. Gegenargumente haben dabei leider keinen Platz. Trotzdem lässt das Werk einen interessanten Blick in die digitale Medizin zu.</p>
<p>Nachts um drei beginnt das Herzrasen. Man ist vorbelastet, hatte schon immer kardiologische Probleme. Der Gang zum Arzt ist um diese Uhrzeit unmöglich – was also tun? „Welch ein Segen wäre es für Sie, […] wenn Sie die Symptome einfach in eine App eingeben könnten, die Ihre Krankheitsgeschichte kennt und mit den akuten Beschwerden abgleicht und Ihnen in Sekundenschnelle entweder akute Maßnahmen empfiehlt oder Sie direkt per App mit einem Arzt verbindet.“ Jens Spahn, CDU-Bundestagsabgeordneter, ehemaliger Gesundheitspolitiker und heute Staatssekretär im Finanzministerium, hat gemeinsam mit den beiden Ärzten <a href="http://www.markus-mueschenich.de/">Markus Müschenich</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Debatin">Jörg F. Debatin</a> ein neues Buch herausgebracht, das genau dieses Szenario genauer beleuchten möchte.</p>
<h3>Vorteile der Internetmedizin</h3>
<p>„App vom Arzt &#8211; Bessere Gesundheit durch digitale Medizin“ soll den Leserinnen und Lesern die Skepsis vor Datenkraken im Gesundheitssystem nehmen und die Vorteile eines digitalen Gesundheitswesens aufzeigen. Der Leser braucht in diesem Werk definitiv kein ausgewogenes Abwägen der Argumente beider Seiten zu erwarten. In weiten Teilen liest sich „App vom Arzt“ beinahe wie eine Kampfschrift für die digitale Medizin und eine umfassende Kritik am deutschen Datenschutz. Die Autoren bestreiten dies zwar immer wieder explizit, jedoch lässt sich das schwarz-weiß gezeichnete Weltbild in dieser Frage nicht verleugnen.</p>
<p>Dabei sind die Vorteile der digitalen Medizin (eHealth) unbestreitbar, die Argumente der Autoren mehr als nachvollziehbar. Ein umfassender Datenpool mit allen möglichen Gesundheitsindikatoren von Puls über Blutdruck bis hin zu Ernährungsgewohnheiten wäre für die weltweite Forschung ein wahrlicher Segen. Darüber hinaus ist eine umfassende Gesundheitsakte mit den persönlichen Lebensgewohnheiten und der medizinischen Vorgeschichte der Schritt in Richtung der personalisierten Medizin, in der beispielsweise die Medikamentendosis perfekt auf den Patienten abgestimmt sein könnte. Viel früher ließe sich erkennen, ob sich der Zustand eines Patienten verschlechtert oder verbessert, die Kosten würden hierdurch sinken. Auch die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten könnte viel einfacher werden – mit einer solch umfassenden Patientenakte würde das Informationsdefizit im Gesundheitssystem endgültig wegfallen.</p>
<h3>Datenschutz ist was für Gesunde</h3>
<p>Entscheidend sei letztlich der persönliche Mehrwert, den die digitale Medizin den Menschen geben würde, so die Autoren. Für Gesundheit und Lebenserhaltung könne man im Zweifel auch datenschutztechnische Bedenken über Bord werfen: „Datenschutz ist was für Gesunde.“ Diese steile These begründen die Autoren in ihrem Buch durchaus schlüssig, jedoch nicht antithetisch. Ihre Argumentation zielt einzig und allein darauf ab, diese Aussage zu untermauern, ohne dabei auf die Bedenken der anderen Seite einzugehen – der Mittelweg existiert nicht.</p>
<p>Dem Ziel einer digitalisierten Medizin und einer verbesserten Patientenversorgung stehe der deutsche Datenschutz im Weg – so die recht unverhohlene These von Spahn, Müschenich und Debatin. Es sei „in seiner jetzigen Form ein echter Innovationskiller, der den Fortschritt der Medizin behindert.“ Warum ist der Umgang der Deutschen mit Daten so verkrampft? Warum hat man kein Problem damit, dass Payback oder Netflix die eigenen Einkaufsgewohnheiten oder das Sehverhalten dokumentieren, im Gesundheitswesen aber immer mit Datenschutz argumentiert wird? Eine berechtigte Frage, auch wenn der Vergleich hinkt. Denn schon heute entstehen in der Medizin an vielen Stellen Daten, vom Computertomographen bis hin zur eigenen Fitness-App auf dem Smartphone. Warum diese Daten nicht um den Willen der eigenen Gesundheit zusammenführen?</p>
<h3>Ärzte werden nicht ersetzt, aber entlastet</h3>
<p>Dabei müssten auch die Ärzte verstehen, dass nicht mehr als „Halbgötter in Weiß“ gelten werden, sondern in Zukunft noch in ein System aus vernetzten Expertensystemen aus der ganzen Welt eingebunden sind. Das können Fachärzte aus anderen Ländern oder auch medizinische Datenbanken oder Ergebnisse aus Big Data-Analysen sein. Die Konsequenz sei den Autoren zufolge, dass Verantwortung im Gesundheitswesen in Zukunft anders verteilt werde: „Solche intelligenten, ‚mitdenkenden‘ Systeme werden zwar den Arzt oder die Pflegekraft nicht ersetzen. Sie werden aber deren Arbeit massiv entlasten und eröffnen damit Möglichkeiten für ein neues, intensiveres Arzt-Patienten-Verhältnis.“</p>
<h3>Lobbyismus?</h3>
<p>Das Buch zeigt darüber hinaus auf, wo die bis dato im Frühstadium befindliche digitale Medizin bereits heute eingesetzt wird. Von Migräne-Apps bis hin zu Herz-/Kreislauf-Analysen nur mithilfe von Smartphone-Kamera und Smartwatch – viele Ideen stammen aus noch nicht allzu lange existierenden Start-Ups. Neben vielen und breit gefächerten Beispielen aus der digitalen Medizin kommen jedoch auch oft Unternehmen vor, mit denen Autor Markus Müschenich selbst verbunden ist. Viele der genannten, teils preisgekrönten Start-Ups aus dem digitalen Gesundheitswesen unterstützt er selbst mit seinem Unternehmen <a href="https://flyinghealth.com/">Flying Health</a> – einer Firma, die solchen Ideen aus der Digitalmedizin mit professioneller Unterstützung gezielt zur Marktreife verhilft.</p>
<p>Darüber hinaus ist der Mediziner selbst Vorstand des <a href="http://bundesverbandinternetmedizin.de/">Bundesverbands Internetmedizin</a>, in dem beinahe alle von Flying Health unterstützten Start-Ups Mitglied sind. Jörg F. Debatin ist nach einigen Stationen als Professor an Universitätskliniken heute Vice President von <a href="http://www3.gehealthcare.de/">GE Healthcare</a>, der Gesundheitssparte von General Electric, die selbst in Digitalmedizin investiert. So fachlich qualifiziert die beiden Autoren auch sein mögen: man wird den Beigeschmack einer interessengeleiteten Lobbyarbeit in Buchform leider nicht los.</p>
<h3>eHealth: Die Herausforderungen sind riesig</h3>
<p>Trotzdem ist das Buch insgesamt eine interessante Lektüre und auch ohne Vorkenntnisse gut lesbar, da Fachbegriffe aus Medizin und IT stets erklärt werden. Einerseits haben wir es hier mit der Darstellung  praxisnaher, digital- medizinischer Methoden zu tun, andererseits geht es um die Utopie der perfekten Versorgung im digitalen Gesundheitswesen.</p>
<p>Der praktische Zwischenschritt fehlt allerdings, denn um die Utopie zu erreichen  müssen noch unglaublich viele Hürden überwunden werden. Wie gehen wir mit dem Datenschutz in der Zukunft um? Ist Gesundsein ein ausreichendes Argument, um den Datenschutz über Bord zu werfen? Wie können wir solche Datenmengen sicher lagern? Vor allem die letzte Frage bleibt ein großes Rätsel: die Autoren sehen als selbstverständlich an, dass man seine Daten eines Tages in eine „hochgesicherte private Gesundheits-Cloud“ abspeichern werde. Doch digitale Systeme sind heute noch nicht vor Diebstahl und Angriffen gefeit – wie soll das in Zukunft gelöst werden (wenn das überhaupt möglich ist)?</p>
<p>Oft wird postuliert, dass die Sucht nach dem digitalen Raum krankmache – Jens Spahn, Markus Müschenich und Jörg F. Debatin setzen zum Schluss bewusst ein entgegengesetztes Statement: „Digital macht gesund“ – durchaus, sofern ihre utopische Vorstellung vom künftigen Gesundheitswesen wahr wird. Aber bis dahin müssen noch viele Fragen geklärt werden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/jasonahowie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jason Howie</a> via <a href="https://www.flickr.com/photos/jasonahowie/8585047526/in/photolist-e5CBwN-dFhfdP-p4KxNq-dZVikB-9rjV72-dfA5AD-8UBfZk-97wvKd-o5XQEw-svssHq-nfqLp3-bVh9bx-guRjaL-fji5g5-fiy5a9-G3V4sq-gS1CUe-ecH16V-d3sH1G-dt6PTJ-dCUj4r-eyQvnV-eyQzet-dNEPZB-67rRe3-bkysWn-nQ4D96-bWEqPA-hshDrJ-o32nbL-nVpFqR-dgjth6-pqcSqv-d2Tnhq-nhtsqF-nfqJTr-dtAXJo-padpzS-nfqHU3-nhtuv2-nhttYv-nXVsE5-nfqLQy-f3PTiZ-dxeVd3-iYzuWq-eyTPXh-eyQwCc-9topYA-r5kRf3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>: licenced via<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> CC BY 2.0 </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#034;Wir haben viel zu viele Krankenkassen&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Bergemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 18:40:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Ulrike Flach (FDP) und der Sprecher der SPD-Arbeitsgruppe Gesundheit im Bundestag, Karl Lauterbach, diskutierten am 28. Juli 2010 im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de live miteinander - und mit den Nutzern. Ein großes Thema waren die Vor- und Nachteile von Kopfpauschale oder Bürgerversicherung im Gesundheitssystem. <br /><p>&#160;</p><div class="colorbox"><!-- Link zum Öffnen der Colorbox --><a href="/" class="colorbox"><div style="text-align: center"><img src="/sites/politik-digital.de/files/ts-duellchat_320breite.jpg" class="playbutton" height="180" width="320" alt="Tagesschau-Duell-Chat" title="Tagesschau-Duell-Chat" /></div><div style="text-align: center"></div></a><!-- Inhalt der Colorbox --><object height="338" width="601">	<param value="true" name="allowfullscreen">	</param>	<param value="always" name="allowscriptaccess">	</param>	<param value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&#38;server=vimeo.com&#38;show_title=0&#38;show_byline=0&#38;show_portrait=0&#38;color=00ADEF&#38;fullscreen=1" name="movie">	</param>	<embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&#38;server=vimeo.com&#38;show_title=0&#38;show_byline=0&#38;show_portrait=0&#38;color=00ADEF&#38;fullscreen=1" height="338" width="601" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" type="application/x-shockwave-flash" _mce_src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&#38;server=vimeo.com&#38;show_title=0&#38;show_byline=0&#38;show_portrait=0&#38;color=00ADEF&#38;fullscreen=1"></embed></object></div><noscript><!-- Alternative Anzeige für Besucher ohne Javascript --><center><object height="250" width="300">	<param value="true" name="allowfullscreen">	</param>	<param value="always" name="allowscriptaccess">	</param>	<param value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&#38;server=vimeo.com&#38;show_title=1&#38;show_byline=1&#38;show_portrait=0&#38;color=&#38;fullscreen=1" name="movie">	</param>	<embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&#38;server=vimeo.com&#38;show_title=1&#38;show_byline=1&#38;show_portrait=0&#38;color=&#38;fullscreen=1" height="250" width="300" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" type="application/x-shockwave-flash" _mce_src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&#38;server=vimeo.com&#38;show_title=1&#38;show_byline=1&#38;show_portrait=0&#38;color=&#38;fullscreen=1"></embed></object></center></noscript><p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Ulrike Flach (FDP) und der Sprecher der SPD-Arbeitsgruppe Gesundheit im Bundestag, Karl Lauterbach, diskutierten am 28. Juli 2010 im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de live miteinander &#8211; und mit den Nutzern. Ein großes Thema waren die Vor- und Nachteile von Kopfpauschale oder Bürgerversicherung im Gesundheitssystem. </p>
<div class="colorbox"><!-- Link zum Öffnen der Colorbox --><a href="/" class="colorbox"></p>
<div style="text-align: center"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/ts-duellchat_320breite.jpg" class="playbutton" height="180" width="320" alt="Tagesschau-Duell-Chat" title="Tagesschau-Duell-Chat" /></div>
<div style="text-align: center"></div>
<p></a><!-- Inhalt der Colorbox --><object height="338" width="601"><param value="true" name="allowfullscreen"></param><param value="always" name="allowscriptaccess"></param><param value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=0&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" name="movie"></param><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=0&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" height="338" width="601" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" type="application/x-shockwave-flash" _mce_src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=0&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1"></embed></object></div>
<p><noscript><!-- Alternative Anzeige für Besucher ohne Javascript --><center><object height="250" width="300"><param value="true" name="allowfullscreen"></param><param value="always" name="allowscriptaccess"></param><param value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" name="movie"></param><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" height="250" width="300" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" type="application/x-shockwave-flash" _mce_src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13727088&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1"></embed></object></center></noscript></p>
<p><!--break--> </p>
<p><i>Wenn Sie den Chat noch einmal sehen möchten, klicken Sie einfach auf das Bild. </i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Video-Chat zur Gesundheitspolitik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/projekt/video-chat-zur-gesundheitspolitik-4962/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 09:43:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was möchten Sie von Ulrike Flach und
Karl Lauterbach wissen? Die gesundheitspolitischen Sprecher von FDP und
SPD diskutieren miteinander und mit Ihnen - am Mittwoch ab 17.15 Uhr im
tagesschau-Videochat.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was möchten Sie von Ulrike Flach und<br />
Karl Lauterbach wissen? Die gesundheitspolitischen Sprecher von FDP und<br />
SPD diskutieren miteinander und mit Ihnen &#8211; am Mittwoch ab 17.15 Uhr im<br />
tagesschau-Videochat.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<a href="http://www.tagesschau.de/zumchat100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie schon jetzt Ihre Fragen stellen</a>
</p>
<p>
Nach monatelangem Dauerzoff hat sich die schwarz-gelbe Regierungskoalition<br />
auf einen Kompromiss in der Gesundheitspolitik verständigt: Angesichts<br />
eines zu erwartenden Defizits bei den Krankenkassen von elf Milliarden<br />
Euro im Jahr 2011 sollen die Krankenkassensätze auf 15,5 Prozent erhöht<br />
werden, die Kassen erhalten freie Hand bei der Erhebung von<br />
Zusatzbeiträgen. Für die gesundheitspolitische Sprecherin der<br />
FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, sind die Pläne der Einstieg in<br />
eine langfristige Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen mit<br />
„Sozialausgleich und einkommensunabhängigen Prämien“. Durch<br />
Steuerzuschüsse für Geringverdiener und die wiedergewonnene<br />
Finanzautonomie der Kassen durch die Zusatzbeiträge werde „eine<br />
Gerechtigkeitslücke der Zeit von Ulla Schmidt geschlossen“, so Flach.
</p>
<p>
Die<br />
Partei der ehemaligen Gesundheitsministerin wiederum forderte als<br />
Reaktion auf die Pläne von Union und FDP den Rücktritt von Amtsinhaber<br />
Rösler (FDP) und kritisierte den Kompromiss heftig.<br />
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb in einem Gastbeitrag im<br />
„Handelsblatt“: „Somit werden die mittleren Einkommen, die bei der<br />
Steuer entlastet werden sollten, mit steigenden Beitragssätzen und einer<br />
steigenden Zusatzprämie doppelt belastet.“
</p>
<p><span style="font-weight: bold"></span></p>
<p>
Hat die<br />
Bundesregierung den ersten Schritt für eine langfristige Finanzierung<br />
der Gesundheit geschafft? Oder kostet die gleiche Versorgung jetzt<br />
einfach mehr Geld? Diskutieren Sie mit Ulrike Flach und Karl Lauterbach.
</p>
<p>
<a href="http://www.tagesschau.de/zumchat100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie schon jetzt Ihre Fragen stellen</a>
</p>
<p>
Zu den Personen:
</p>
<p>
<b>Ulrike Flach</b>, geboren 1951 in Oberhausen. Flach studierte Angewandte<br />
Sprachwissenschaften an der Universität Mainz und dem Ealing Technical<br />
College in London und schloss ihre Hochschulausbildung als<br />
Diplomübersetzerin ab. Zwischen 1974 und 2005 arbeitete sie als<br />
Übersetzerin bei Siemens PG/Mülheim. Flach trat 1975 in die FDP ein.<br />
1998 zog sie in den Bundestag ein und wurde in den Bundesvorstand ihrer<br />
Partei gewählt. Von 2005 bis 2009 war sie Sprecherin für<br />
Technologiepolitik ihrer Fraktion und Obfrau der FDP im<br />
Haushaltsausschuss. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der<br />
Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt und Mitglied des Gesundheits- sowie<br />
des Haushaltsausschusses. Im Oktober 2009 wurde Flach von ihrer<br />
Fraktion zur stellvertretenden Vorsitzenden und gesundheitspolitischen<br />
Sprecherin gewählt.
</p>
<p>
<b>Karl Lauterbach</b>, geboren 1963 in Düren. Lauterbach studierte Medizin in<br />
Aachen, Düsseldorf und Texas, USA. Außerdem studierte er<br />
Gesundheitsökonomie und Epidemiologie an der Harvard School of Public<br />
Health in Boston, USA, an der er seit 1996 auch als Gastdozent tätig<br />
ist. Von 1998 bis 2005 war Lauterbach Direktor des Instituts für<br />
Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universität<br />
zu Köln. Seit 2005 ist Lauterbach Mitglied des Bundestages, wo er dem<br />
Ausschuss für Gesundheit und als stellvertretendes Mitglied dem<br />
Finanzausschuss angehört. In der SPD-Bundestagsfraktion ist er seit<br />
November 2009 Sprecher der Arbeitsgruppe Gesundheit. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Umfrage zum gläsernen Patienten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/umfrage-zum-glaesernen-patienten-6537/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2008 17:50:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Elektronische Gesundheitskarte]]></category>
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					<description><![CDATA[Was die Schufa für Kreditwillige ist, könnte bald die elektronische Gesundheitskarte für den Otto-Normal-Bürger sein. Das befürchten Kritiker wie die Betreiber von<a href="https://privatsphaere.org/" target="_blank" title="a" rel="noopener noreferrer"> Privatsphaere.org</a>. Mit einer <a href="https://privatsphaere.org/fragebogen_egk.php" target="_blank" title="d" rel="noopener noreferrer">Umfrage</a> zur elektronischen Gesundheitskarte machen sie auf die Gefahren der flächendeckenden Speicherung von Patientendaten aufmerksam.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was die Schufa für Kreditwillige ist, könnte bald die elektronische Gesundheitskarte für den Otto-Normal-Bürger sein. Das befürchten Kritiker wie die Betreiber von<a href="https://privatsphaere.org/" target="_blank" title="a" rel="noopener noreferrer"> Privatsphaere.org</a>. Mit einer <a href="https://privatsphaere.org/fragebogen_egk.php" target="_blank" title="d" rel="noopener noreferrer">Umfrage</a> zur elektronischen Gesundheitskarte machen sie auf die Gefahren der flächendeckenden Speicherung von Patientendaten aufmerksam.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Sie sind leicht tollpatschig, stressanfällig und neigen dazu, sich ungesund zu ernähren? Bislang sind das eher Probleme, die nur Sie persönlich oder schlimmstenfalls ihr näheres Umfeld betreffen. Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte könnte sich das ändern. Die Karte soll in absehbarer Zukunft die derzeitigen Patientenkarten ersetzen.
</p>
<p>
Auf ihr sollen neben allgemeinen Patientendaten wie Geburtsdatum und Adresse auch ausgestellte Rezepte, erfolgte Behandlungen, eingenommene Medikamente, der Organspenderstatus und Informationen über chronische Erkrankungen gespeichert werden.<br />
Die Speicherung sensibler Daten soll verschlüsselt erfolgen und einige der Angaben werden nur auf freiwilliger Basis erfasst.
</p>
<p>
Befürworter der neuen Methode, Patientendaten von der Geburt bis zum Ableben zu speichern, sehen darin vor allem den Vorteil, die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apotheken und  Versicherungen zu optimieren und Behandlungsfehler zu vermeiden. Auch gesteigerte Transparenz und  Sicherheit sind Argumente der Befürworter für die elektronische Gesundheitskarte.
</p>
<p>
Kritiker hingegen  bezweifeln, dass die Sicherheit der Daten gewährleistet werden kann.<br />
In jüngerer Vergangenheit machten Fälle von Datenverlust in Großbritannien Schlagzeilen. Darüber hinaus bestehen die Gefahren des Datenmissbrauchs und der Datenmanipulation. So könnten Krankenkassen und Versicherungen die gespeicherten Informationen über die Krankengeschichte jedes einzelnen nutzen, um Versicherungssummen bei vermeidlichen Risikopatienten in die Höhe zu treiben oder den Versicherungsschutz ganz zu verwehren.
</p>
<p>
Ein weiterer Kritikpunkt ist die technische Unausgereiftheit des Verfahrens. Derzeit reicht der Speicherplatz auf den Chipkarten noch nicht aus, um alle Daten darauf zu speichern. Daher wird im Moment diskutiert, die Daten vorübergehend im Internet abzulegen. Die Speicherung soll zwar verschlüsselt erfolgen, doch stellt die <a href="http://www.gi-ev.de/%20in%20einem%20Thesenpapier%20http://www.gi-ev.de/fileadmin/redaktion/Download/gi_thesen_gesundheitskarte050310_w.pdf" target="_blank" title="a" rel="noopener noreferrer">Gesellschaft für Informatik</a> fest, dass eine absolute Sicherheit vor Manipulation oder Missbrauch nicht gewährleistet werden kann.<br />
Auch ein Abgleich verschiedener Online-Datenbanken würde so möglich werden.
</p>
<p>
Zu den Bedenken der Kritiker findet sich <a href="http://www.aclu.org/pizza/images/screen.swf" target="_blank" title="y" rel="noopener noreferrer">hier</a> eine unterhaltsame Flash-Animation.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Macht der Pharmaindustrie wird sinken&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotmacht_der_pharmaindustrie_wird_sinkenquot-494/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ellis Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitssystem]]></category>
		<category><![CDATA[Arzt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span class="fett"> Ellis Huber, der ehemalige Präsident der
Ärztekammer Berlin, war am 15. Mai 2007 zu Gast im tagesschau-Chat
in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die prekäre
Lage der Ärzte, die Schnittmengen von Ökonomie und Medizin
und die</span><span class="fett"> Zukunft des deutschen Gesundheitssystems.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span class="fett"> Ellis Huber, der ehemalige Präsident der<br />
Ärztekammer Berlin, war am 15. Mai 2007 zu Gast im tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die prekäre<br />
Lage der Ärzte, die Schnittmengen von Ökonomie und Medizin<br />
und die</span><span class="fett"> Zukunft des deutschen Gesundheitssystems.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Liebe Politik-Interessierte, herzlich<br />
willkommen zum tagesschau-Chat. Unser Gast im ARD-Hauptstadtstudio<br />
ist heute Ellis Huber, der ehemalige Präsident der Ärztekammer<br />
Berlin. Vielen Dank fürs Kommen, Herr Huber. Heute soll es<br />
um das deutsche Gesundheitssystem gehen. Können wir beginnen?<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ehuber85x.jpg" alt="Ellis Huber" align="right" height="120" width="85" />
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Ja. Gerne.
</p>
<p>
<b>flinkerfeder:</b> Welche Therapie würden Sie<br />
als Arzt dem Gesundheitssystem verordnen?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Voraussetzung aller Therapie ist<br />
eine vernünftige Diagnose. Das Krankheitssymptom im Gesundheitswesen<br />
der BRD ist ein Misstrauen aller gegeneinander und die mangelnde<br />
Zusammenarbeit zwischen Krankenkassen, Ärzten, Krankenhäusern<br />
und der Gesundheitspolitik. Das Misstrauen führt zu einer aufgeblähten<br />
Bürokratie und die mangelnde Kooperation zu einer Vergeudung<br />
der Geldmittel. Meine Therapie ist ein neuer Geist der Kooperation<br />
zwischen allen Beteiligten und Vertrauen zwischen ihnen und auch<br />
zwischen Dienstleistern und Patienten, indem wir die Verhältnisse<br />
transparent machen und zeigen, was wirklich ist. Und das Ziel gemeinsam<br />
verfolgen, das da ist: Preiswerte Gesundheit für alle Bürgerinnen<br />
und Bürger.
</p>
<p>
<b>dingenskirchen:</b> Woher kommt denn dieses Misstrauen<br />
zwischen Krankenkassen, Ärzten und Lobby?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Die Geldmittel, die im Rahmen der<br />
gesetzlichen Versicherung zur Verfügung stehen, sind begrenzt.<br />
Zur Zeit geben die Menschen 2.200 Euro pro Jahr und Kopf in diesen<br />
Solidartopf.<br />
Ärzte und Krankenhäuser sollten nun möglichst preiswert<br />
die Gesundheitsversorgung organisieren. In Wirklichkeit organisieren<br />
sie maximale Medizin. Die Krankenkassen müssen nun dieser Bedingung<br />
ein solidarisches Miteinander in großen Bevölkerungsgruppen<br />
kultivieren. In der Realität versuchen sie aber, hilfsbedürftige<br />
Menschen eher auszugrenzen. Die fehlende Kooperation zwischen Dienstleistern<br />
und Krankenkassen führt dazu, dass jede Seite die jeweils andere<br />
für den Schlamassel verantwortlich macht. Das führt zu<br />
einer Krankheit des Misstrauens. Die Hälfte der Geldmittel<br />
von 2.200 Euro pro Jahr und Bürger fließt inzwischen<br />
in Prozeduren und Richtungen und Verhaltensweisen, die nicht heilen,<br />
nicht pflegen und nicht helfen. Und diese Ressourcenvergeudung kann<br />
nur beendet werden, wenn ein Geist des Aufbruchs und des Gemeinsamen<br />
Einzug hält.
</p>
<p>
<b>Husten:</b> Wie schlecht ist es um das deutsche Gesundheitssystem<br />
tatsächlich bestellt? Stehen wir nicht im internationalen Vergleich<br />
noch ganz gut da, mit gesetzlicher Krankenkasse und so weiter?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Wir zählen zu den reichsten<br />
Ländern der Welt. Im Vergleich zu den USA ist es bei uns noch<br />
ganz ordentlich. Mein Ziel ist es, das Know how und die Management-Kunst<br />
so zu entwickeln, dass wir in Deutschland in der Lage sind, effizient<br />
und effektiv große Bevölkerungsgruppen gut zu versorgen.<br />
Ein Volkswagen der Gesundheitsversorgung für Bevölkerungsgruppen,<br />
also ein Versorgungssystem, das robust, zuverlässig, preiswert<br />
läuft und läuft und läuft, wäre ein Exportschlager,<br />
denn das braucht die ganze Welt. Es ist an der Zeit, mit der Jammerei<br />
aufzuhören und endlich die Chancen zu sehen. Wir können<br />
auf der Basis des vorhandenen Gesundheitswesens eine deutlich bessere<br />
und preiswertere Versorgung ermöglichen, wenn wir mit dem kleinkarierten<br />
Gezänk zwischen den Beteiligten und der gruppenegoistischen<br />
Pfründewirtschaft endlich aufhören.
</p>
<p>
<b>Applebeacher:</b> Wird sich die Demografieverschiebung,<br />
also das Älterwerden unserer Gesellschaft, sehr negativ auf<br />
das Gesundheitssystem auswirken und wenn ja, was können wir<br />
dagegen machen, ohne die Beiträge ins Unermessliche steigen<br />
zu lassen?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Die demografische Entwicklung ist<br />
ein Problem. Wenn der Anteil der älteren Menschen insgesamt<br />
zunimmt, werden auch mehr Mittel gebraucht, um die Versorgungsaufgabe<br />
sicherzustellen. Aber das Alter ist keine Krankheit. Heute 80-jährige<br />
Menschen sind so rüstig und vital wie die 65-jährigen<br />
vor 30 Jahren. Fachkompetente Prävention und Gesundheitsförderung<br />
ermöglicht, dass Menschen relativ rüstig und lebenstüchtig<br />
alt werden und im hohen Alter nach einer kurzen Phase des Leidens<br />
dann auch würdig sterben. Teuer wird es, wenn wir die Einsamkeit<br />
von alten Menschen, den Verlust von Lebenssinn und die Ausgrenzung<br />
als medizinisches Problem behandeln. Die Einsamkeit mit Herzkathedern<br />
und Psychopharmaka zu bekämpfen, ist sehr viel teurer, als<br />
alte Menschen in das öffentliche Leben weiter einzubeziehen.<br />
Mehr als ein Drittel der Lebenszeitkosten eines Krankenversicherten<br />
verursachen die letzten zwölf Lebensmonate, völlig unabhängig<br />
vom Alter. Aus anderen Ländern wie Schweden oder Japan, wo<br />
der Altersanteil innerhalb der Bevölkerung schon größer<br />
ist, können wir ablesen, dass Alterskrankheiten kein unbeherrschbares<br />
Kostenproblem sind. Die höchste Lebenserwartung in Europa haben<br />
die Menschen in Griechenland, Italien und Spanien. Gleichzeitig<br />
sind dort die Gesundheitsversorgungskosten geringer. Vernünftig<br />
zu essen ist wirksamer gegen Altersprobleme als ein Ausbau von Intensivstationen.
</p>
<p>
<b>Claas:</b> Ist in Ihren Augen die Abgabe der Krankenhäuser<br />
und Kliniken an private Investoren in Bezug auf die Qualität<br />
des Gesundheitssystems richtig?
</p>
<p>
<b>Applebeacher:</b> Sind Medizin und Ökonomie eigentlich<br />
miteinander vereinbar?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Ökonomie ist die Wissenschaft<br />
vom Umgang mit knappen Ressourcen. Das heutige Gesundheitswesen<br />
ist als System fehlgesteuert. 30 bis 40 Prozent der Mittel fließen<br />
in Overheadkosten und sind unter den Vorgaben eines modernen Managements<br />
Ressourcenvergeudung. Für eine Arztpraxis oder einen Krankenhausträger<br />
ist es aufgrund der ökonomischen Anreize betriebswirtschaftlich<br />
lukrativ, möglichst viel Aktionismus zu entfalten.<br />
Der wirtschaftliche Erfolg von Orthopäden, die Gelenke spiegeln<br />
oder spülen und Knorpelscheiben schmirgeln, führt zum<br />
ökonomischen Kollaps im Gesamtsystem. Die Krankheit einer Krebszellenökonomie<br />
lässt sich nur überwinden, wenn künftig alle Beteiligten<br />
zielorientiert und mit dem festen Willen, vernünftig mit den<br />
Ressourcen umzugehen, zusammenarbeiten.
</p>
<p>
Es macht Sinn, Gesundheitsversorgung als Non-Profit-Wirtschaft<br />
zu gestalten und die Ausbeutung von individuellem Leid durch die<br />
Profitinteressen von Pharmaaktionären zu begrenzen. Ich kenne<br />
viele private Klinikbetreiber, die sozial verantwortlich tätig<br />
sind, und welche, die schamlos abkassieren. Ich kenne viele öffentliche<br />
Häuser, die gute Arbeit leisten und andere, die ein schlechtes<br />
Management abliefern. Entscheidend ist nicht privat oder öffentlich,<br />
entscheidend ist sozial verantwortliches und professionelles Management,<br />
um aus jeweils knappen Ressourcen jeweils beste Ergebnisse zu schöpfen.<br />
Also gute Ökonomie für die Gesundheit der Bevölkerung
</p>
<p>
<b>Habers:</b> Sind die Pharmakonzerne in Deutschland<br />
zu mächtig?
</p>
<p>
<b>Mathias78:</b> Besteht aus Ihrer Sicht eine reale<br />
Chance, den Lobbyismus der Ärzte, Krankenhäuser und der<br />
Pharmaindustrie mit ihren jeweiligen Interessen zu überwinden<br />
und eine ganzheitliche Versorgungsstruktur in Deutschland aufzubauen?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Ganz eindeutig ja. Die Ärzte<br />
sind nicht einheitlich in ihrem Selbstverständnis.<br />
Es gibt ganz wunderbare Mediziner, die sehr einfühlsam und<br />
mit hoher sozialer Verantwortung tätig werden. Und es gibt<br />
gewissenlose Zyniker, die sinnlose Medizin betreiben, weil es ihrem<br />
Einkommen nützt. Die Pharmaindustrie ist ein kleiner Zuliefersektor<br />
in der Größenordnung von 15 Prozent des Gesamtumsatzes<br />
für die Gesundheitsversorgung. Ärztinnen und Ärzte<br />
steuern mit ihren Entscheidungen 80 bis 90 Prozent des Mitteleinsatzes.<br />
Vor diesem Hintergrund ist die Bedeutung der Pharmaindustrie für<br />
die Prozesse der Gesundheitsversorgung einzuordnen wie die Bremsbelagproduzenten<br />
oder Autositzhersteller für die Prozesse in der Automobilindustrie.
</p>
<p>
Das Problem liegt darin begründet, dass Ärztinnen und<br />
Ärzte nicht selbstbewusst und konsequent ihre Macht nutzen<br />
und nach wie vor zu sehr ihr Denken und Handeln von Pharmainteressen<br />
manipulieren lassen. Ich sehe nun, dass immer mehr Ärztinnen<br />
und Ärzte sich emanzipieren und eine ganzheitliche Medizin<br />
anstreben, die individuelle und soziale Gesundheit erreichen lässt.<br />
Der Gesetzgeber hat Netzwerken von Ärzten und Krankenkassen<br />
inzwischen die Freiheit gegeben, für große Bevölkerungsgruppen<br />
vernünftige Versorgung zu organisieren. Wir werden in den nächsten<br />
Jahren eine dynamische Entwicklung erleben und die Macht der Pharmaindustrie<br />
wird sinken.<br />
Das Arzneimittel in der Kommunikationsgesellschaft heißt Bildung.<br />
Die Selbstheilungskräfte sind meist wirksamer als gängige<br />
Tabletten. Wenn Mentaltrainer zum Erfolg der Fußballnationalmannschaft<br />
beitragen, sollte die Wirkung mentaler Kräfte endlich auch<br />
im Gesundheitswesen akzeptiert werden. Die Bedeutung von emotionalen,<br />
geistigen und sozialen Einflüssen für die individuelle<br />
Gesundheit wird unterschätzt und die Bedeutung von chemischen<br />
Stoffen gewaltig überschätzt.
</p>
<p>
<b>Leif Michelsen:</b> Sehr geehrter Herr Huber! Ich<br />
studiere Medizin im vierten Semester. Muss ich mich bis zu meinem<br />
Berufsstart auf starke weitere Einschränkungen einstellen &#8211;<br />
oder sehen Sie eine Besserung der Arbeitsbedingungen für Mediziner<br />
in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Also, Mediziner, die experimentierfreudig<br />
sind und das Herz auf dem rechten Fleck haben, besitzen hervorragende<br />
Zukunftsperspektiven. Wir brauchen viel mehr Ärzte mit sozialer<br />
und kommunikativer Kompetenz und weniger Mediziningenieure, die<br />
am Räderwerk der Körper reparieren wollen.
</p>
<p>
<b>Klaus Kraus:</b> Krankenhausärzte beschweren<br />
sich häufig über die langen Arbeitszeiten und die schwierigen<br />
Arbeitsbedingungen. Sind die Bedingungen in den deutschen Krankenhäusern<br />
wirklich so schlecht? Wie könnte man das ändern?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Die Bedingungen sind gegenwärtig<br />
ziemlich beschissen. Ärztinnen und Ärzte werden ausgebeutet,<br />
ihre Fremdbestimmung durch Bürokratie ist stark ausgeprägt.<br />
Es gibt aber Beispiele, die beweisen, dass es auch anders geht.<br />
Das ist unabhängig von privaten oder öffentlichen Trägerschaften.<br />
Ein typisch deutsches Problem ist das Chefarztsystem mit steilen<br />
Hierarchien<br />
In anderen Ländern gibt es die Kultur von Teamarbeit und Gemeinschaftlichkeit<br />
und das ist für alle Beteiligten viel gesünder. Selbstgerechte<br />
Patriarchen und Standesfürsten sind eine Gefahr für die<br />
Gesundheit von Belegschaften. Teamfähige Chefs mit sozialer<br />
Empathie und bescheidener Machtausübung sind ein Gewinn und<br />
sie fördern die Gesundheit.
</p>
<p>
<b>Ulla2000:</b> Ulla Schmidt stellt bessere Honorare<br />
für Ärzte in Aussicht &#8211; lassen sich damit die Probleme<br />
lösen, die von den Ärzten bemängelt werden?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Es ist genügend da, um Ärzte<br />
für gute Leistungen fürstlich zu honorieren. Ich bin dafür,<br />
dass gute Ärzte zwischen 150 bis 200.000 Euro pro Jahr vor<br />
Steuer erhalten. Das geht aber nicht mit dem jetzigen Honorarsystem<br />
mit seinen Punktwerten, das die ärztliche Gesamtleistung in<br />
einzelne Verrichtungen zerlegt und wie ein Fließbandsystem<br />
die wirkliche Leistung aufspaltet. Wir brauchen Zeithonorare und<br />
eine vernünftige Bewertung der Versorgungsergebnisse und müssen<br />
die Ressourcenvergeudung beenden. Dann verdienen Ärzte wieder<br />
zufriedenstellend.
</p>
<p>
<b>hubert54:</b> Aber wie sollen gute Leistungen bei<br />
24-Stunden-Schichten erzielt werden? Ist das gesund?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> 24-Stunden-Schichten sind nicht akzeptabel<br />
und auch völlig überflüssig, wenn wir die Geldmittel<br />
im Gesundheitswesen in die Personen von Ärzten und Schwestern<br />
investieren und weniger in sinnentleerte apparative Aufwendungen.<br />
Herzkatheder sind ein vernünftiges Instrument,<br />
wenn Herzgefäße verstopft sind. Sie sind nicht vernünftig,<br />
wenn man gegen das Herzeleid von einsamen alten Menschen mit diesen<br />
medizinischen Methoden ankämpft.
</p>
<p>
<b>Elvis Luder:</b> Sie beklagen die Zunahme von Bürokratie<br />
im Gesundheitswesen ohne zu erwähnen, dass durch die von Ihnen<br />
propagierten Netzwerke und integrierten Versorgungssysteme die Bürokratie<br />
und die auch aus Datenschutzgründen bedenkliche Datensammelei<br />
über Patienten nie dagewesene Ausmaße erreicht hat. Insofern<br />
halte ich Ihre mitleidigen Aussagen über Bürokratie und<br />
Überlastung für reichlich unehrlich.
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Meine Netze und meine Versorgungskonzepte<br />
verschlanken die Overheadkosten und produzieren keine Bürokratie.<br />
Die jetzigen Programme für chronisch Kranke, also das so genannte.<br />
Disease-Management-Programm, produzieren eine überbordende<br />
Bürokratie. Das ist nicht mein Konzept.
</p>
<p>
<b>Privatpatient:</b> Ärztekammerpräsident<br />
Hoppe sieht eine Kampagne gegen Mediziner, weil pünktlich zum<br />
Ärztetag eine Studie über das Fehlverhalten von Ärzten<br />
herausgekommen ist. Sind das wirklich alles Einzelfälle, wie<br />
Hoppe meint, oder ist die Kritik berechtigt?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Betrügereien und Schwindeleien<br />
bei Ärzten sind in der Größenordnung wie das Schwarzfahren<br />
in der Bevölkerung einzuordnen. Also kein generelles Problem.<br />
Ich nehme allerdings wahr, dass die BILD-Zeitung seit einigen Tagen<br />
Missstände und Fehler im Gesundheitswesen anprangert. Hoppe<br />
beklagt sich nicht über diese Kampagne der BILD-Zeitung. Für<br />
mich waren die Berichte in BILD immer eine Art Röntgenbild<br />
der Volksseele. Sie spiegeln Ängste, Hoffnungen und Erwartungen<br />
der Menschen wider. Wenn die BILD-Zeitung auf ihrer Titelseite mit<br />
Ärzteschelte aufmacht, ist etwas faul in der Ärzteschaft.<br />
Es wäre vernünftig, dass Ärzte die Probleme sehen<br />
und die Standesfunktionäre an ihrer Lösung konstruktiv<br />
mitarbeiten. Eine durchaus tapfere Gesundheitsministerin zu beschimpfen,<br />
löst kein Problem. Ich erlebe Frau Schmidt als kooperationsfähig<br />
und veränderungswillig.
</p>
<p>
<b>erdwuermchen:</b> Wie erkennt man denn heutzutage<br />
einen guten Arzt, der das verschreibt, was nötig ist, und der<br />
sich nicht mit zusätzlichen Untersuchungen die Taschen vollstopft?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Dass diese Frage gestellt werden<br />
muss, zeigt doch, dass die Transparenz im Gesundheitswesen zu wünschen<br />
übrig lässt. Ich wünsche mir Ärzte, die ihre<br />
Patienten immer so behandeln, wie sie in gleicher Lage auch behandelt<br />
werden wollten, und Ärzte, die ihre Patienten als ganze Menschen<br />
annehmen, körperliche, seelische und soziale Faktoren respektieren<br />
und auch die Bedeutung des spirituellen Lebens nachempfinden können.<br />
Es geht also um gute Beziehungen. Und gute Beziehungen zu finden,<br />
ist eine Angelegenheit des Gefühls. Mit relativ großer<br />
Sicherheit erkennt man gute Ärzte daran, dass man oder frau<br />
sich bei ihnen aufgehoben fühlt und ernst genommen. Also, gute<br />
Ärzte findet man wie gute Lebenspartner.
</p>
<p>
<b>Marc Hauschild:</b> Liebe kollegiale Grüße<br />
aus Schweden. Ich bin Arzt und 2003 aus Deutschland „vertrieben“<br />
worden. Wie lange kann sich Deutschland so einen Luxus eigentlich<br />
noch leisten?
</p>
<p>
<b>Gersig:</b> Welche Maßnahmen müssen Ihrer<br />
Meinung nach unternommen werden, um ein Abwandern von jungen Ärzten<br />
ins Ausland zu verhindern?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Die vertriebenen Ärzte aus Deutschland<br />
lernen in fernen Ländern kennen, dass es auch anders und besser<br />
geht. Diese Erfahrung aus England, Schweden, Norwegen &#8211; aber auch<br />
aus Sri Lanka oder Ghana &#8211; die Kenntnis von Ärzten der Bedingungen<br />
unterschiedlicher Gesundheitssysteme sind ein produktiver Schatz,<br />
den wir in Deutschland wirklich brauchen.<br />
Mit Ihrer Erfahrung lässt sich aus dem deutschen Gesundheitswesen<br />
ein Besseres entwickeln.<br />
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass in fünf bis zehn Jahren<br />
diese Vertreibungskultur von einer<br />
Wiedereingliederungskultur abgelöst wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was macht Sie da so sicher?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Ich kenne viele junge Ärztinnen<br />
und Ärzte, weiß um ihre Sehnsucht nach einer guten Heilkunst,<br />
ihre Leistungsbereitschaft und ihre Einsatzfreude. Ich weiß<br />
auch, dass die Ökonomen meinen, im sechsten Kontratieff (eine<br />
Theorie zur zyklischen Entwicklung der Wirtschaft mit Tiefen und<br />
Höhen, Anm. der Redaktion) wird psychosoziale Gesundheit zum<br />
Motor für wirtschaftliche wie gesellschaftliche Entwicklung.<br />
Im globalen Wettbewerb der Volkswirtschaften ist das Land besonders<br />
erfolgreich, das ein gutes Gesundheitssystem bereitstellt. Ich glaube,<br />
dass Deutschland erfolgreich sein will. Und ich sehe mehr Optimisten<br />
im Lande als Pessimisten.
</p>
<p>
<b>moest:</b> Was sagen sie zu dem Problem, dass viele<br />
Patienten zum Arzt gehen, obwohl sie „nur“ eine Erkältung<br />
haben, und immer gleich Medikamente erwarten. Gerade mit dieser<br />
Erwartungshaltung machen die Leute das System doch unnötig<br />
teuer.
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Das ist die alte Frage nach der Henne<br />
und dem Ei. Die ökonomischen Anreize für Medizin in Deutschland<br />
führen zu häufigen Arzt-Patient-Kontakten. Viele Lobbyisten<br />
im Gesundheitswesen machen der Bevölkerung Angst. Die Landkarten<br />
der Pharmaindustrie zur Zeckenbissgefahr in Deutschland zeigen viel<br />
größere Gebiete als die Landkarten des Robert-Koch-Instituts.<br />
Ein gutes Gesundheitssystem sorgt dafür, dass die Menschen<br />
nicht immer zum Arzt rennen, indem es ihnen Angst nimmt und die<br />
Sicherheit gibt, die Probleme des Lebens selber meistern zu können.<br />
Ich beschimpfe nicht die Bevölkerung, sondern will das System<br />
verändern und dafür sorgen, dass künftig weniger<br />
Arztbesuche stattfinden. Normale Menschen wollen gar nicht zum Arzt<br />
oder ins Krankenhaus.
</p>
<p>
<b>hubert54:</b> Sehr geehrter Herr Huber, hier in Hamburg<br />
ist die Situation bei Allgemeinärzten inzwischen folgende:<br />
Als Privatpatient erwartet mich ein besserer Service, der sich mit<br />
kürzeren Wartezeiten und sogar einem separatem Wartezimmer<br />
bemerkbar macht. Während Kassenpatienten in kleineren und auch<br />
schlechter eingerichteten Räumen länger warten müssen,<br />
bekomme ich vom Personal Getränke serviert. Wie soll es weitergehen?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Das ist Teil der Realität. Und<br />
das ist auch der Grund dafür, dass die Kampagnen der BILD-Zeitung<br />
in der Bevölkerung ankommen. Ich schäme mich für<br />
diese Ignoranz vieler Ärztinnen und Ärzte. Wir müssen<br />
das System der gesetzlichen Krankenkassen und der allgemeinen Versorgung<br />
gründlich reformieren und die bereits beschriebene Ressourcenvergeudung<br />
beenden. Also, gutes Geld für gute Ärzte ist dann bereitzustellen,<br />
wenn wir mit fragwürdiger Medizin und Pharmakotherapie für<br />
zu viele Bürgerinnen und Bürger aufhören. Die Aufspaltung<br />
in der Bevölkerung in 90 Prozent gesetzlich Versicherte und<br />
zehn Prozent Privatpatienten ist ein deutscher Sonderweg, der nicht<br />
gut tut. In der Schweiz gibt es eine Pflichtversicherung für<br />
alle Bürgerinnen und Bürger und Wahlmöglichkeiten<br />
für individuelle Luxusbedürfnisse. Eine allgemeine solidarische<br />
Finanzierung mit gleichen Rechten und Pflichten für alle ist<br />
in allen europäischen Ländern üblich. Ich würde<br />
privat Krankenversicherte und gesetzlich Versicherte in Deutschland<br />
rechtlich gleichstellen und eine Regelversorgung für alle politisch<br />
durchsetzen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Zeit ist gleich um. Leider<br />
konnten sehr viele Fragen nicht gestellt werden, es waren einfach<br />
zu viele. Zeit für eine allerletzte Frage:
</p>
<p>
<b>back2hell:</b> Was halten sie von der neuen Gesundheitskarte?
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Die neue Gesundheitskarte ist eine<br />
teure Spielerei. Was wir brauchen, sind elektronische Gesundheitsakten<br />
in der Verfügungsgewalt der Bürgerinnen und Bürger.<br />
Ich warne vor einer Dämonisierung der Karte. Die Karte ist<br />
aus meiner Sicht ein nützliches Instrument, ihr Missbrauch<br />
ist denkbar, aber eher eine Frage der Macht im System. Ich glaube<br />
nicht, dass wir den Mord mit dem Hammer durch ein Verbot des Hammers<br />
bekämpfen können. Denn dieses Werkzeug ist nützlich,<br />
wenn man es verantwortlich und verlässlich einsetzt. Die moderne<br />
Informationstechnologie ist nützlich und hilfreich für<br />
die Entwicklung einer verlässlichen Heilkunde. Wenn sie im<br />
Interesse der Bevölkerung &#8211; nicht im Interesse einzelner Profiteure<br />
&#8211; gebraucht wird. Also, es geht nicht um die Karte, sondern um die<br />
Machtausübung im System.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat<br />
bei tagesschau.de und politik-digital.de. Vielen Dank Herr Huber,<br />
dass Sie sich Zeit genommen haben. Das Protokoll des Chats ist wie<br />
immer in Kürze zum Nachlesen auf den Seiten von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de zu finden. Das tagesschau-Chat-Team dankt<br />
allen Teilnehmern für Ihr Interesse und die zahlreichen Fragen<br />
und wünscht noch einen angenehmen Tag.
</p>
<p>
<b>Ellis Huber:</b> Ich danke auch für die Gelegenheit,<br />
in Austausch zu kommen mit allen da draußen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Für Jüngere ist es preiswerter, für Ältere teurer&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann-Josef Tenhagen]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Warentest]]></category>
		<category><![CDATA[Zahnzusatzversicherung]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
	<tbody>
		<tr>
			<td class="orange-gross" align="left">„Für
			Jüngere ist es preiswerter, für Ältere teurer“<!-- #EndEditable --></td>
		</tr>
		<tr>
			<td class="normal"><!-- #BeginEditable "Text" --><span class="fett">
			Am 21 . März 2007 war Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der
			Zeitschrift FINANZtest, zu Gast im Stiftung-Warentest-Chat in Kooperation
			mit politik-digital.de. Er sprach über die Testergebnisse von
			Zahnzusatzversicherungen und erklärte, wie die Stiftung einen
			solchen Test durchführt.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td class="orange-gross" align="left">„Für<br />
			Jüngere ist es preiswerter, für Ältere teurer“<!-- #EndEditable --></td>
</tr>
<tr>
<td class="normal"><!-- #BeginEditable "Text" --><span class="fett"><br />
			Am 21 . März 2007 war Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der<br />
			Zeitschrift FINANZtest, zu Gast im Stiftung-Warentest-Chat in Kooperation<br />
			mit politik-digital.de. Er sprach über die Testergebnisse von<br />
			Zahnzusatzversicherungen und erklärte, wie die Stiftung einen<br />
			solchen Test durchführt.</span><!--break--></p>
<p class="normal">
			&nbsp;
			</p>
<p class="normal">
			<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen<br />
			zum Live-Chat mit FINANZtest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen.<br />
			Wir werden gleich um 17.00 Uhr mit dem Chat starten. Wir nehmen<br />
			bereits jetzt Ihre Fragen entgegen!
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> So, 17.00 Uhr: Herr Tenhagen, können<br />
			wir starten?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Ja, sicher doch.
			</p>
<p>
			<b>Martin:</b> Ist es sinnvoll, schon in jungen Jahren<br />
			eine Zusatzversicherung abzuschließen, um so Kosten zu sparen?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Man muss eine solche Versicherung<br />
			in jedem Fall abschließen, deutlich bevor das erste Zahnweh<br />
			auftritt. Die Versicherung zahlt nämlich erst nach Monaten<br />
			überhaupt und nach Jahren erst voll.
			</p>
<p>
			<b>baktus:</b> Welche Alternativen gibt es zu Zahnzusatzversicherungen,<br />
			wenn schnell eine Behandlung ansteht?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Wenn schnell eine Behandlung<br />
			ansteht, können Sie Ihr Erspartes nehmen oder beim Zahnarzt<br />
			einen Kredit aufnehmen. Die Kreditkonditionen sind durchaus günstig,<br />
			wenn Sie das innerhalb von maximal zwei Jahren zurückzahlen<br />
			können.
			</p>
<p>
			<b>schmerznachlass:</b> Ich bin 65 und Rentner &#8211; wie<br />
			kann ich mich versichern?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Wir haben auch spezielle<br />
			Rentnertarife getestet. Günstiger ist allerdings, wenn Sie<br />
			schauen, ob Sie noch bei einem unserer leistungsstarken Tarife im<br />
			Test abschließen können. Der Testsieger Barmenia hat<br />
			zum Beispiel kein Höchstalter.
			</p>
<p>
			<b>rügen:</b> Hallo Herr Tenhagen, was muss denn<br />
			eine Zahnzusatzversicherung leisten? Worauf muss ich achten?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Es gibt im Grunde zwei<br />
			Arten von Tarifen. Die einen Tarife sollen Ihnen den wesentlichen<br />
			Teil auch einer hohen Zahnarztrechnung mit vielen Extras bezahlen.<br />
			Hier müssen Sie mit 20 Euro Monatsbeitrag rechnen. Es gibt<br />
			auch Tarife, die Ihnen helfen, den Eigenanteil bei der Basisbehandlung<br />
			durch den Zahnarzt zu bezahlen. Diese Tarife kosten meist unter<br />
			10 Euro im Monat.
			</p>
<p>
			<b>toothie:</b> Wofür braucht man überhaupt<br />
			eine Zusatzversicherung? In welchen Fällen wird sie nötig?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Wer das Geld übrig<br />
			hat, braucht natürlich nicht unbedingt auf eine Zahnzusatzversicherung<br />
			zurückgreifen. Viele Leute können aber eine teure Zahnbehandlung<br />
			in dem Augenblick, in dem sie anfällt, nicht so einfach bezahlen.
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage:
			</p>
<p>
			<b>Gustl:</b> Was heißt es dann konkret, wenn Versicherungen<br />
			damit werben, keine Wartezeit zu haben?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Konkret heißt es,<br />
			wenn Sie die Versicherung abschließen und noch keine Behandlung<br />
			ansteht, Sie sich aber beim Rugby im nächsten Monat einen Zahn<br />
			ausschlagen, dass die Versicherung zahlt.
			</p>
<p>
			<b>Seinele:</b> Sollte die Politik vermehrt einschreiten?<br />
			Zahnarztrechnungen et cetera sind ja super hoch!
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Politik ist nicht Sache<br />
			der Stiftung Warentest. Aber in der Tat sind die Zahnarztrechnungen<br />
			in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Deswegen ist für<br />
			mehr Leute als früher eine solche Zusatzversicherung sinnvoll.
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> Wir haben relativ viele Frage zum Thema<br />
			Privatversicherte:
			</p>
<p>
			<b>oNKEL:</b> Brauchen auch Privatversicherte eine Zahnzusatzversicherung?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Privatversicherte müssen<br />
			zunächst in ihrem Vertrag sehen, was der denn zum Thema Zahnbehandlung<br />
			und -ersatz sagt. Erst dann können sie entscheiden, ob sie<br />
			eine Zusatzversicherung brauchen.
			</p>
<p>
			<b>weld_dr:</b> In ZDF-Wiso wurde von den Testergebnissen<br />
			berichtet. Der Kern scheint zu sein, wie viel Geld ich für<br />
			eine Zusatzversicherung ausgeben will. Teuer ist aber nicht auch<br />
			besser, sagen ihre Testergebnisse. Bin also immer noch verwirrt.
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Sie brauchen nicht verwirrt<br />
			zu sein, Sie können es bei uns im Heft nachlesen. Der leistungsstärkste<br />
			Tarif ist der Tarif ZG von der Barmenia, leistungsstark sind auch<br />
			die Tarife Z100 von der ARAG und DentPlus vom Deutschen Ring, beide<br />
			sind allerdings etwas teurer.
			</p>
<p>
			<b>bosi:</b> Hallo, ich möchte eine Versicherung<br />
			bei der Continentalen abschließen. Hier werden Zähne<br />
			(Kronen) ausgenommen, die vor mehr als 10 Jahren behandelt/ erstellt<br />
			wurden. Sind solche Ausschlüsse üblich?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Ausschlüsse gibt<br />
			es bei der Zahnzusatzversicherung durchaus, Sie können aber<br />
			nach einem Tarif fahnden, der keine Ausschlüsse für Sie<br />
			vorsieht.
			</p>
<p>
			<b>hugo:</b> Wieso fahren so viele Leute nach Polen oder<br />
			so, um sich neue Zähne machen zu lassen? Nur wegen des Geldes?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> An der polnisch-deutschen<br />
			Grenze gibt es eine Reihe von Zahnärzten, die inzwischen mit<br />
			deutschen Sprachkenntnissen Zahnbehandlungen anbieten. Es gibt auch<br />
			bereits Krankenkassen, die ihre Kunden darauf verweisen. Wenn Ihr<br />
			Zahnarzt günstig gelegen ist, Sie also bei Nachbehandlungen<br />
			wieder hin können, spricht nichts dagegen.
			</p>
<p>
			<b>danman2:</b> Teure Versicherung = gute Versicherung?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Wie gesagt gibt es zwei<br />
			Gruppen von Versicherungen für die Zähne: Die teureren,<br />
			die das höhere Leistungsniveau mit absichern und die einfachen.<br />
			Aber auch innerhalb der Gruppen gibt es deutliche Leistungs- und<br />
			Preisunterschiede.
			</p>
<p>
			<b>Gustl:</b> Mich würde auch noch interessieren,<br />
			ob es sinnvoll ist, bereits mit jungen Jahren mit einer Zusatzversicherung<br />
			zu beginnen. Meine Söhne sind 18 und 20 Jahre alt.
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Bevor man eine Zahnzusatzversicherung<br />
			abschließt, gibt es diverse andere Versicherungen, die wichtiger<br />
			sind. Dazu gehört sicher eine private Haftpflicht und eine<br />
			Berufsunfähigkeitsversicherung.
			</p>
<p>
			<b>warentester:</b> Ist Zahnversicherung für jüngere<br />
			Menschen billiger? Immerhin hat sich die Zahngesundheit in den letzten<br />
			Generationen doch erheblich verbessert.
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Die Versicherungstarife<br />
			sind generell für junge Leute billiger als für ältere,<br />
			weil die Versicherer so kalkulieren, dass sie für spätere<br />
			Jahre Rückstellungen bilden. Je früher man also eintritt,<br />
			desto günstiger ist der Tarif, man bezahlt aber längere<br />
			Jahre.
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> Wir haben einige Fragen, wie FINANZtest<br />
			die Zahnzusatzversicherungen getestet hat:
			</p>
<p>
			<b>HvB:</b> Gibt es bei Zahnbehandlungen eine Art Gewährleistung,<br />
			wenn sich später herausstellt, dass die Qualität der Behandlungen<br />
			minderwertig ist?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Bei jeder Zahnarztbehandlung,<br />
			die von der Kasse oder Versicherung unterstützt ist, gibt es<br />
			eine Gewährleistung. Normalerweise mindestens zwei Jahre. Das<br />
			gilt übrigens auch für einige der polnischen Zahnärzte,<br />
			die Verträge mit deutschen Kassen haben.
			</p>
<p>
			<b>Helmut:</b> Wie wurde denn die Qualität der Prothesen<br />
			getestet? Haben sie Freiwillige, die sich für eine Behandlung<br />
			im Ausland bereitstellen?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Wir haben keine Prothesen<br />
			getestet, sondern wir haben die Leistungen der Versicherungen getestet<br />
			&#8211; nicht die der Zahnärzte.
			</p>
<p>
			<b>bosi:</b> Eine Frage zu Ihrem aktuell veröffentlichten<br />
			Test: Wie wurden die zu vergleichenden Produkte ausgesucht? Warum<br />
			war zum Beispiel die Continentale nicht beim Vergleich dabei? (Ich<br />
			wurde von meinem Zahnarzt auf diese Versicherung hingewiesen.)
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> FINANZtest hat die Zahnzusatztarife<br />
			aller Zahnzusatzversicherer untersucht, die jedem Kunden offen stehen.<br />
			Nicht aufgenommen wurden jedoch die Tarife der Continentalen und<br />
			der LKH, da diese Gesellschaften nicht bereit waren, uns die erforderlichen<br />
			Daten zur Verfügung zu stellen.
			</p>
<p>
			<b>dobermän:</b> Sie haben 43-Jährige als Modellfälle<br />
			genommen. Ändert sich die Situation für Senioren oder<br />
			Jüngere stark?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Für Jüngere<br />
			ist es preiswerter, für Ältere teurer. Im Prinzip aber<br />
			ist es sehr wahrscheinlich, dass die gleichen Versicherer ein gutes<br />
			Preis-Leistungsverhältnis anbieten. Wenn Sie es für sich<br />
			probieren wollen, holen Sie sich von unseren drei leistungsstärksten<br />
			Versicherern ein Angebot ein, die habe ich oben schon genannt.
			</p>
<p>
			<b>Phil:</b> Fragt oder kontrolliert die Versicherung<br />
			vor Vertragsabschluss, in welchem Zustand die Zähne sind?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Ja, das tut sie.
			</p>
<p>
			<b>danman2:</b> Wenn ich jetzt festgestellt habe, dass<br />
			meine Zusatzversicherung zu den Verlierern gehört &#8211; wie werde<br />
			ich sie kurzfristig los?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Normalerweise sind das<br />
			häufig Jahresverträge, die können Sie zum Ende des<br />
			Jahres kündigen und sich einen neuen Versicherer suchen. Bei<br />
			Mehrjahresverträgen müssen Sie nachsehen, wann Sie kündigen<br />
			können. Es kann allerdings sein, dass der neue Tarif wegen<br />
			Ihres höheren Alters teurer ist.
			</p>
<p>
			<b>Ingolf:</b> Wieso wollen Patienten eigentlich so viele<br />
			Zusätze haben, wenn es um die Zähne geht? Es gibt ja billigere<br />
			Möglichkeiten!
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Na ja, manche Leute wollen<br />
			halt ihre Zähne nach ästhetischen Kriterien schöner<br />
			gemacht haben. Das wird teurer und die Zahnärzte schüren<br />
			diesen Trend.
			</p>
<p>
			<b>blaueaue:</b> Wie sieht es mit der Kostenübernahme<br />
			von Medikamenten aus, die nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung<br />
			übernommen werden, wie zum Beispiel Antibiotikum und Spüllosung<br />
			nach Implantation (private Leistung)?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Wenn Sie eine Implantation<br />
			vornehmen lassen wollen, bekommen Sie vorher einen Heil- und Kostenplan.<br />
			Mit dem sollten Sie in jedem Fall Kontakt mit Ihrem Krankenversicher<br />
			aufnehmen.
			</p>
<p>
			<b>danman2:</b> Welche Fallstricke gibt es in Versicherungsverträgen,<br />
			die in der Werbung nicht sichtbar sind?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Der wichtigste Fallstrick<br />
			bei der privaten Zahnzusatzversicherung ist die Wartezeit. Sie müssen<br />
			sich klar sein, dass Sie normalerweise nicht sofort Geld bekommen,<br />
			wenn Sie den Vertrag abgeschlossen haben.
			</p>
<p>
			<b>glamour:</b> Was war der erfolgreichste Test in der<br />
			Geschichte der Stiftung Warentest?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Der erfolgreichste Test<br />
			von FINANZtest war der Test der Riester-Versicherungsprodukte. Der<br />
			erfolgreichste Test von „test&quot; war der Test über<br />
			Olivenöl.
			</p>
<p>
			<b>dobermän:</b> Mit Ihren Tests greifen Sie ja<br />
			auch direkt in den Markt ein, denn die Verbraucher folgen Ihren<br />
			Ratschlägen ja gerne und in Massen. Führt das nicht auch<br />
			zu rechtlichen Problemen, Hass und Missgunst? Siehe Uschi Glas?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Normalerweise finden viele<br />
			Anbieter unsere Tests in Ordnung und nutzen sie sogar für die<br />
			Werbung. Immer wieder mal ist aber auch ein Anbieter unzufrieden<br />
			und geht vor Gericht. Die Erfolgsaussichten der Anbieter sind gering.
			</p>
<p>
			<b>graubrot:</b> Wie aufwändig sind Ihre Tests so<br />
			im Durchschnitt? Ein Test muss sich ja auch wirtschaftlich für<br />
			Sie lohnen, wie berechnet sich das denn für Sie?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Die Stiftung Warentest<br />
			hat einen Etat von etwa 50 Millionen Euro. Wir bekommen 6,5 Millionen<br />
			Euro Bundeszuschuss, den Rest müssen wir durch den Verkauf<br />
			unserer Zeitschriften test und FINANZtest, unserer Bücher und<br />
			unseres Onlineauftritts selbst erwirtschaften.
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> Wie gehen Sie denn bei den Tests vor?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Die getesteten Produkte<br />
			werden anonym im Laden gekauft, die Dienstleistungen werden häufig<br />
			anonym in Anspruch genommen und die Tarife bei uns im Computer ausgerechnet,<br />
			so wie sie auf dem Markt zu finden sind.
			</p>
<p>
			<b>rwetv erw:</b> Welche Auflage hat die Zeitschrift<br />
			eigentlich?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> FINANZtest verkauft sich<br />
			im Monat circa 275.000 mal, davon werden im Schnitt 65.000 am Kiosk<br />
			verkauft. Der Rest geht an Abonnenten.
			</p>
<p>
			<b>Marianne:</b> Wer sind eigentlich die wirklichen Tester?<br />
			Hat die Stiftung Warentest für jeden Bereich eigene unabhängige<br />
			Berater oder müssen sie auch Experten von außen hinzuziehen?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Zum einen haben wir unabhängige<br />
			Testinstitute, die wir zum Testen heranziehen, zum anderen haben<br />
			wir für unsere Tests auch Freiwillige, die sich als anonyme<br />
			Testkunden zur Verfügung stellen und von uns geschult werden.
			</p>
<p>
			<b>Zahnder:</b> Wie lange halten Testergebnisse? Wer<br />
			verhindert, dass die Versicherungen mit dem guten Ergebnis sofort<br />
			ihre Konditionen zum Nachteil ändern?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Testergebnisse halten<br />
			unterschiedlich lang. Wenn allerdings eine Versicherung einen Schaufenstertarif<br />
			anbietet und ihn nach dem Test sofort ändert, dann fällt<br />
			uns das immer auf und es gibt einen Satz heiße Ohren!
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> Kommen wir einmal zurück zu den<br />
			Zahnzusatzversicherungen:
			</p>
<p>
			<b>Lurchi:</b> Sind Zahnzusatzversicherung für Versicherungen<br />
			sehr lukrativ, oder warum gibt es plötzlich so viele?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Weil die Kunden ja immer<br />
			häufiger solche Zahnarztleistungen in Anspruch nehmen und die<br />
			Zahnärzte das auch vorantreiben, gibt es mehr Nachfrage und<br />
			die Versicherungen reagieren darauf. Zudem werben inzwischen auch<br />
			viele Krankenkassen für Zahnzusatzversicherungen von Partnerunternehmen.
			</p>
<p>
			<b>Gooooglif:</b> Braucht man auch eine Zahnzusatzversicherung,<br />
			wenn man die normalen Zwei-Mal-pro-Jahr-Zahnarztbesuche absolviert?<br />
			Oder ist die in dem Bereich noch überflüssig?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Brauchen tut man eine<br />
			Zahnzusatzversicherung ohnehin nicht unbedingt. Es ist eine Frage,<br />
			welche Zahnarztleistungen man im Fall der Fälle haben möchte<br />
			und wie man diese bezahlen kann und will. Der regelmäßige<br />
			Zahnarztbesuch sorgt allerdings schon dafür, dass Sie von der<br />
			Krankenkasse mehr Geld bekommen.
			</p>
<p>
			<b>Lurchi:</b> Hat die Zahnzusatzversicherung auch etwas<br />
			mit dem sagenumwobenen Bonusheft zu tun?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Das Bonusheft sagt ja,<br />
			wie viel die Krankenkasse von einer Zahnarztbehandlung bezahlt.<br />
			Das, was der Kunde insgesamt bekommt, setzt sich aus dem, was die<br />
			Kasse und die Zusatzversicherung zahlen zusammen. Einen Rest muss<br />
			der Kunde immer selbst tragen.
			</p>
<p>
			<b>EMMI:</b> Soweit ich sehe, ist die Zahnzusatzpolice<br />
			der Victoria Krankenversicherung nicht getestet worden. Ist es sinnvoll,<br />
			bei Bestehen einer Zusatzkrankenversicherung beim gleichen Versicherer<br />
			eine Zahnpolice abzuschließen?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Sie müssen nicht<br />
			beim gleichen Versicherer eine Zahnzusatzpolice und beispielsweise<br />
			eine Krankenhauszusatzversicherung abschließen. Orientieren<br />
			Sie sich immer am Leistungsniveau. Krankenhauszusatzversicherungen<br />
			testen wir in der nächsten Ausgabe.
			</p>
<p>
			<b>Lurchi:</b> Man muss eine Versicherung ja beantragen,<br />
			der Antrag kann auch abgelehnt werden &#8211; nehmen Versicherungen nur<br />
			lohnende Mitglieder?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Die Versicherer versuchen<br />
			bei der Auswahl ihrer Kunden, für sie schlechte Risiken auszusieben.<br />
			Die Kunden versuchen, für das wenigste Geld die beste Leistung<br />
			zu bekommen. Ob jemand später eine hohe Zahnarztrechnung verursacht,<br />
			weiß man in vielen Fällen zu diesem Zeitpunkt nicht.
			</p>
<p>
			<b>Thomas:</b> Welche Versicherung würden Sie wählen,<br />
			wenn Sie eine bräuchten?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Ich orientiere mich an<br />
			unseren Testsiegern und würde deshalb eine Barmenia ZG wählen.
			</p>
<p>
			<b>hpolh:</b> Wie sichern Sie eigentlich die Unabhängigkeit<br />
			von Stiftung Warentest? Wenn zum Beispiel Kosmetikkonzerne die Testergebnisse<br />
			in die Werbung einbringen, könnte man denken, die hätten<br />
			den Test gesponsert.
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Jeder Anbieter hat die<br />
			Möglichkeit, mit Testergebnissen zu werben. Daran verdient<br />
			die Stiftung Warentest nichts. Darüber hinaus sind alle Publikationen<br />
			der Stiftung Warentest werbefrei, so dass auch auf diesem Wege kein<br />
			Einfluss genommen werden kann.
			</p>
<p>
			<b>Zahnder:</b> Wie oft werden Sie von Herstellern verklagt<br />
			oder bedroht?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Es kommt regelmäßig<br />
			vor, führt aber allermeistens nicht zum Erfolg.
			</p>
<p>
			<b>roland_D:</b> Wenn ich irgendwann meine Krankenkasse<br />
			wechseln will und deshalb auch den Sondertarif meiner Zusatzversicherung<br />
			verliere, beginnt dann bei einer neuen Zusatzversicherung die Wartezeit<br />
			auch erneut? Oder wird sie angerechnet, wenn der Übergang lückenlos<br />
			ist?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Normalerweise haben Sie<br />
			dann eine erneute Wartezeit. Sie können allerdings mit dem<br />
			Versicherer sprechen, ob der Ihnen die Wartezeit erlässt. Vor<br />
			allem aber können Sie meistens beim Versicherer bleiben, selbst<br />
			wenn Sie die Krankenkasse wechseln. Es wird dann etwas teurer.
			</p>
<p>
			<b>Zahnder:</b> Testen Sie auch persönlich oder<br />
			sind Sie reiner Redakteur?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Ich bin reiner Redakteur<br />
			und teste jedenfalls nicht im Rahmen unserer Tests mit.
			</p>
<p>
			<b>Zahnfee:</b> Kostet die Nutzung des Logos auf den<br />
			Produkten für die Hersteller etwas?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Die Hersteller bezahlen<br />
			für die Nutzung des Logos eine Schutzgebühr, die derzeit<br />
			50 Euro beträgt.
			</p>
<p>
			<b>Johannes:</b> Eine Frage zum Bonusheft: Mir fehlt<br />
			aus meiner Jugend in einem Jahr ein Stempel. Habe ich damit schon<br />
			meine Ansprüche verloren?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Das Bonusheft reicht ja<br />
			etliche Jahre zurück. Irgendwann müssten Sie die letzten<br />
			Jahre mit allen Vorsorgeuntersuchungen voll haben.
			</p>
<p>
			<b>gnagna:</b> Wie kommt die Auswahl der Zahnzusatzversicherer<br />
			eigentlich zustande? Es sind ja nicht alle dabei gewesen.
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> In diesem Fall haben wir<br />
			die Zahnzusatztarife aller privaten Krankenversicherer untersucht,<br />
			die jedem Kunden offen stehen. Nur zwei Verweigerer sind nicht im<br />
			Test.
			</p>
<p>
			<b>Osiris:</b> Wie werden eigentlich die zu testenden<br />
			Bereiche bei Ihnen ausgewählt? Hat man als Leser die Möglichkeit,<br />
			Vorschläge einzureichen?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Sicher können Leser<br />
			Vorschläge einreichen, sie tun das auch. Wenn Sie einen Vorschlag<br />
			haben, können Sie in der Navigation oben links unter Kontakt<br />
			an unseren Leserservice schreiben.
			</p>
<p>
			<b>geraumezeit:</b> Wie schützt man sich eigentlich<br />
			davor, dass einem Leistungen untergejubelt werden, die man nicht<br />
			braucht?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Wenn der Zahnarzt Ihnen<br />
			eine Behandlung vorschlägt, bekommen Sie einen Heil- und Kostenplan.<br />
			Mit diesem Plan können Sie sich an ihre Kasse oder auch Ihren<br />
			Zusatzversicherer wenden. Sie können auch einen zweiten Zahnarzt<br />
			um einen weiteren Heil- und Kostenplan bitten, um sicher zu gehen.
			</p>
<p>
			<b>laias:</b> Hat ein Teilnehmer, der schlecht abgeschnitten<br />
			hat, die Möglichkeit, auf eine Wiederholung zu drängen?<br />
			Bis zum nächsten Test hat der doch wirklich einen Nachteil,<br />
			oder? Und da können Jahre vergehen. Gibt es eine Art Selbstverpflichtung,<br />
			wie oft Sie Tests wiederholen müssen, um fair zu bleiben?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Nein, die Stiftung Warentest<br />
			entscheidet selbstständig, wann sie was testet. Wenn der Markt<br />
			allerdings sehr in Bewegung ist und es viel Interesse von unseren<br />
			LeserInnen gibt, testen wir häufiger, bei weniger Bewegung<br />
			und Interesse testen wir seltener. Die beste Werbung sind natürlich<br />
			immer gute Produkte und gute Qualitätsurteile.
			</p>
<p>
			<b>Pringel:</b> Worauf muss man aufpassen, wenn man eine<br />
			Zahnzusatzversicherung abschließen will?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Das Wichtigste ist erstens<br />
			zu entscheiden, ob man einen eher teureren Tarif möchte, der<br />
			ein breites Leistungsspektrum hat, oder ob man nur die Zahnarztrechnung<br />
			des klassischen Kassenprogramms teilweise bezahlt haben möchte.<br />
			Der zweite wichtige Punkt ist, dass Zahnzusatzversicherungen erst<br />
			nach Monaten oder Jahren wirklich voll zahlen. Es nützt also<br />
			nichts, eine Versicherung abzuschließen, wenn der Zahn schon<br />
			weh tut.
			</p>
<p>
			<b>Kassenpatient:</b> Warum benötigt man eigentlich<br />
			teuren Zahnersatz, die Kasse zahlt doch das Nötigste?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Richtig, die Kasse zahlt<br />
			das Nötigste. Aber wenn Sie eine teure Verblendung für<br />
			Ihren Backenzahn möchten oder ein Implantat, zahlt die Kasse<br />
			eben bei Weitem nicht alles.
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> So, die Zeit ist schon fast um. Eine<br />
			letzte Frage vielleicht noch:
			</p>
<p>
			<b>Horus:</b> Im Internet gibt es ja viele Foren und<br />
			Blogs, bei denen über private Erfahrungen berichtet oder kleine<br />
			Tests durchgeführt werden. Was halten Sie von solchen Informationen?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Unsere RedakteurInnen<br />
			schauen für Anregungen auch in solche Blogs, Informationen<br />
			werden bei uns allerdings immer drei- bis viermal geprüft.
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> Ein Schlusswort vielleicht noch?
			</p>
<p>
			<b>Hermann-Josef Tenhagen:</b> Vielen Dank für die<br />
			vielen interessanten Fragen. Wir werden einige davon als Anregungen<br />
			für unseren nächsten Test mitnehmen. Einen schönen<br />
			Abend noch.
			</p>
<p>
			<b>Moderator:</b> So, die Chatzeit ist auch schon um.<br />
			Vielen Dank für die Teilnahme und auch vielen Dank an Herrn<br />
			Tenhagen für die informativen Antworten.
			</p>
<p class="normal">
			
			</p>
<p>			<!-- #BeginEditable "Links" --></p>
<p>
			<span class="fett">Weiterführende Links:</span>
			</p>
<ul class="normal">
<li><a href="http://www.stiftung-warentest.de/online/versicherung_vorsorge/meldung/1524648/1524648.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FINANZtest:<br />
				Versicherung vor dem ersten Zahnweh abschließen</a></li>
</ul>
<p>			<!-- #EndEditable --><!-- #EndEditable --></td>
</tr>
<tr>
<td align="left">
<p>
			<!-- Content -->
			</p>
<p>
			</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Im Norden und Osten was Neues</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-khirnstein_ehealth_070301-shtml-2717/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-khirnstein_ehealth_070301-shtml-2717/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[khirnstein]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Feb 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Health]]></category>
		<category><![CDATA[Elektronische Gesundheitskarte]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Eigentlich sollten alle Bundesbürger 2007 bereits eine elektronische Gesundheitskarte mit gespeicherten medizinischen Daten benutzen. Aktuell sind Feldversuche in Zittau und Flensburg angelaufen – und die geplanten Einsparungen werden teurer. Kendra Hirnstein zum Stand der Dinge in Sachen eHealth.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel) Eigentlich sollten alle Bundesbürger 2007 bereits eine elektronische Gesundheitskarte mit gespeicherten medizinischen Daten benutzen. Aktuell sind Feldversuche in Zittau und Flensburg angelaufen – und die geplanten Einsparungen werden teurer. Kendra Hirnstein zum Stand der Dinge in Sachen eHealth.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Als größtes Informationstechnologie-Projekt der Welt bezeichnet Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gern die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Die Speicherung und Vernetzung der Patientendaten soll Kosten sparen, indem zum Beispiel Doppeluntersuchungen vermieden werden.</p>
<p>
                              <span class="fett">Einführung auf 2008 verschoben</span>
                            </p>
<p>Eigentlich sollte die Einführung schon Anfang 2006 gelaufen sein. Doch die Verzögerungen nahmen kein Ende. Die Schuld schieben sich die Beteiligten gegenseitig zu. Ein Sprecher der Fraunhofer-Gesellschaft, betraut mit der Entwicklung der Lösungsarchitektur, sagte in einem Beitrag, die Lobbyisten von Ärzten, Apothekern und Krankenkassen hätten nicht gewusst, was sie wollten. Die IT-Branche macht hingegen die Politik verantwortlich, weil diese von Anfang an die Weichen falsch gestellt habe. Die bundesweite Einführung ist nun auf Anfang 2008 verschoben. Dann sollen alle Bürger in Deutschland eine elektronische Gesundheitskarte haben. Rund 125.000 niedergelassene Ärzte, 2.000 Kliniken, 22.000 Apotheken und 300 Krankenkassen werden damit in das Projekt eingebunden.</p>
<p>Auf der elektronischen Gesundheitskarte sind Geburtsdatum, Name, Anschrift, Foto, Name der Krankenkasse, Status (z.B. Mitglied, Familienversicherter oder Rentner) zu finden. Sämtliche Daten werden auf einem Chip mit Mikroprozessor gespeichert, wodurch die neue Karte etwa 250 mal so viel Speicherkapazität haben soll wie die bisherige Krankenversichertenkarte. Die genaue Speicherkapazität ist noch nicht festgelegt. Momentan laufen Komponententests, die Funktionen und Zusammenspiel von Lesegeräten, Karten und Chips prüfen.</p>
<p>Die elektronische Gesundheitskarte soll den Patienten „von der Wiege bis zur Bahre“ begleiten. Die Bundesregierung verspricht sich hohe Einsparungen, unter anderem wird eine mehrfache Kartenneuausgabe an Versicherte wegen Datenänderungen wie Umzug oder Heirat wegfallen. Durch die kontinuierliche Datenspeicherung soll die Krankengeschichte des Patienten für den Arzt transparenter und damit unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden. Ob die Daten letztendlich auf dem Chip selbst, auf einem zentralen Server oder auf mehreren Servern verteilt gespeichert werden, ist noch nicht entschieden.</p>
<p class="fett">Erste Schritte außerhalb des Labors</p>
<p>Am 11.12.2006 fiel der Startschuss zur Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte in der Testregion Flensburg. Nach Angaben des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren in Schleswig-Holstein haben bislang über 7.000 Versicherte ihre Karte bekommen, 25 niedergelassene Ärzte aus der Region und 13 Krankenkassen machen mit. In Kürze sollen noch zwei Krankenhäuser folgen. Das Landesgesundheitsministerium verbreitet Optimismus: „Das Projekt läuft gut,“ sagt Ministeriumssprecher Oliver Breuer, „die ganze Aufregung über die Gesundheitskarte wird nur von außen herangetragen.“ Eine Meldung des Focus, nach der sich die Ausgabe der Gesundheitskarten in beiden Testregionen aufgrund fehlender Versicherten-Passfotos stark verzögere, wurde prompt von Projektleiter Jan Meincke sowie der AOK Schleswig-Holstein dementiert. Auch Bastian Klemke, Projektkoordinator für Flensburg, ist optimistisch: „Es treten zwar ab und zu ein paar Kleinigkeiten auf, aber dafür ist eine Testreihe schließlich da.“ Zum Beispiel sei die Software einiger Kartenlesegeräte in den Arztpraxen zu veraltet, um mit der neuen Gesundheitskarte fehlerfrei zu funktionieren.</p>
<p>In Löbau-Zittau in Sachsen sind die ersten Karten seit dem 22. Dezember 2006 im Umlauf. Laut Testbericht des Projektbüros SaxMediCard vom 5.2.07 sind bisher 6339 Karten ausgegeben worden, in Kürze will man die 10.000er-Marke erreichen. Zehn Krankenkassen, 23 Arztpraxen und ein Krankenhaus nehmen hier bis dato an dem Versuchsprojekt teil. Auch hier scheint es ziemlich planmäßig zu laufen. 103 der Gesundheitskarten seien im Testverlauf nicht lesbar gewesen, bei weiteren sieben habe es Beanstandungen wegen fehlerhafter Daten gegeben.</p>
<p>Den Optimismus der Deutschen hat man im Nachbarland hinter sich: In Österreich gab es bei der Einführung der dortigen E-Card, die mit der elektronischen Gesundheitskarte vergleichbar ist, jede Menge Pannen. Zum Beispiel wurden in Wien 23.000 falsch bedruckte Karten verschickt. Die nächsten Feldversuche in Deutschland zur Prüfung der eRezept-Funktion, bei der auch die verordneten Medikamente auf der Karte gespeichert werden, sollen ab Juni 2007 in Flensburg und Löbau-Zittau starten.</p>
<p class="fett">Wie teuer werden die Einsparungen?</p>
<p>Laut Angaben des Gesundheitsministeriums soll die Einführung der Gesundheitskarte bis zu 1,4 Milliarden Euro kosten. Experten wie Lobbyisten halten das für zu niedrig geschätzt: Dem Informatiker Thomas Maus zufolge (<br />
                            <a href="http://www.buschtelefon.de/artikel/1152595671t85.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesundheitskarte und Gesundheitstelematik – 1984 reloaded?</a>, 2006) sei dies im Verhältnis zu vergleichbaren Modellprojekten erstaunlich günstig. Maus kommt in seiner Kalkulation auf zwei Milliarden Euro Einführungskosten plus 1,4 Milliarden jährliche Betriebskosten. Klaus-Detlev Dietz, Geschäftsführer im Verband der privaten Krankenversicherung (PKV), äußerte in einem Artikel der Financial Times Deutschland die Befürchtung, dass die Einführung der Gesundheitskarte etwa 4 Milliarden Euro betragen werde.</p>
<p>Besonders die niedergelassenen Ärzte werden wohl einiges ausgeben müssen. Nur in rund 80 Prozent der Arztpraxen gibt es laut einer Statistik aus Nordrhein-Westfalen überhaupt einen Computer – für die Anforderungen an Hard- und Software, die eine reibungslose Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte voraussetzt, oft hoffnungslos veraltet. Auch die Einschätzungen der jährlichen Einsparungen weichen stark voneinander ab. Der IT-Branchenverband Bitkom errechnete Mitte 2006 etwa 500 Millionen Euro, an anderer Stelle war von einer Milliarde die Rede. Auf der Website des Gesundheitsministeriums äußert man sich lieber nicht in Zahlen, sondern spricht lediglich von Einsparungen.</p>
<p class="fett">
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Macher feiern &#8211; Ärzte murren</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/econsumerverbraucherschutzjdillmann_linkliste_ehealth_070228-shtml-2823/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Feb 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Elektronische Gesundheitskarte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[E-Health]]></category>
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					<description><![CDATA[(Linkliste) Quo vadis elektronische Gesundheitskarte? Dieser digitale Wegweiser bringt Ordnung in den Datendschungel und zeigt, wo man im Netz Informationen und Meinungen zum aktuellen Stand der Entwicklungen findet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Linkliste) Quo vadis elektronische Gesundheitskarte? Dieser digitale Wegweiser bringt Ordnung in den Datendschungel und zeigt, wo man im Netz Informationen und Meinungen zum aktuellen Stand der Entwicklungen findet.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                              <strong>Offizielle Informationen</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.die-gesundheitskarte.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die-Gesundheitskarte.de</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Auf dieser offiziellen Seite des Bundesministeriums für Gesundheit finden sich umfangreiche Informationen zur elektronischen Gesundheitskarte (eGesundheitskarte). Unter anderem auch ein<br />
                            <a href="http://www.die-gesundheitskarte.de/clara_tv/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview</a> von Clara, der virtuellen Ratgeberin der Gesundheitsreform, mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.</p>
<p>
                              <strong>Informationsportale der Testregionen der eGesundheitskarte</strong><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.gesundheitskarte-rheinland-pfalz.de/index.php?option=com_frontpage&amp;Itemid=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rheinland-Pfalz (Trier)</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.gesundheitskarte-sachsen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sachsen (Löbau-Zittau)</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.baymatik.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bayern (Ingolstadt)</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.gesundheitskarte-bw.de/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Baden-Württemberg (Heilbronn)</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.egesundheit.nrw.de/content/index_ger.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nordrhein-Westfalen (Essen-Bochum)</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.wolfsburg-ag.com/sixcms/detail.php?template=wob_master&amp;sv%5Barea_id%5D=638&amp;lang=de&amp;sv%5Bid%5D=25982&amp;nav1=27813&amp;nav2=27748&amp;nav3=27830" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Niedersachsen (Wolfsburg)</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.gesundheitskarte-sh.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schleswig-Holstein (Flensburg)</a>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://gematik.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die gematik entwickelt die technische Infrastruktur für die eGesundheitskarte. Auf ihrer Webseite finden sich Informationen zu ihrer Arbeit und zur eGesundheitskarte im Allgemeinen.</p>
<p>
                            <a href="http://www.dimdi.de/static/de/ehealth/karte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Auf dieser Seite gibt es Fachinformationen sowie allgemeine Informationen zur elektronischen Gesundheitskarte. Unter anderem werden die technischen Vorarbeiten und die rechtlichen Grundlagen vorgestellt.</p>
<p>
                              <strong>Proteste</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.freie-aerzteschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Freie Ärzteschaft</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die Freie Ärzteschaft engagiert sich gegen die „Einbahnstraße der Staatsmedizin“. Sie führt in Kooperation mit durchblick-gesundheit.de eine<br />
                            <a href="http://www.durchblick-gesundheit.de/unterschreiben/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Unterschriftenaktion</a> gegen die eGesundheitskarte durch. Zudem organisiert die Ärzteschaft<br />
                            <a href="http://www.protestwoche.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Offline-Proteste</a> und stellt auf der Website aktuelle Informationen zur Gesundheitsreform zur Verfügung.</p>
<p>
                            <a href="http://essener-resolution.de/Gesundheitspolitik/pages/GPStart.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Essener Resolution</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Essener Ärzte haben im Februar 2006 auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eine Resolution gegen die eGesundheitskarte verabschiedet. Die Resolution unterstützen inzwischen etliche Ärzteverbände in ganz Deutschland.</p>
<p>
                            <a href="http://www.medi-deutschland.de/Aktuell/news_detail.php?id=1489" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>MEDI Ärzte lehnen die bevorstehende Testphase der eGesundheitskarte ab</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Bei einer aktuellen Umfrage der Ärzteorganisation MEDI haben sich 207 Mediziner gegen die Teilnahme an der Testphase der eGesundheitskarte ausgesprochen. Insgesamt nahmen an der Befragung 244 von 417 MEDI-Ärzten aus der Region Heilbronn teil. Die Umfrage führte die MEDI Baden-Württemberg durch, eine Arbeitsgemeinschaft fächerübergreifender Organisationen von Ärzten und Psychotherapeuten.</p>
<p>
                            <a href="http://www.ccc.de/updates/2006/krankheitskarte" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Kosten-Nutzen-Analyse zur Gesundheitskarte</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Dem Chaos Computer Club wurde eine<br />
                            <a href="http://www.ccc.de/crd/whistleblowerdocs/20060731-Gesundheitstelematik.pdf">Kosten-Nutzen-Analyse</a> der<br />
                            <a href="http://www.gematik.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entwickler der Gesundheitskarte</a> zugespielt, die auf eine Kostenexplosion bei der Einführung der eGesundheitskarte hinweist. Die hohen Kosten sind neben dem Datenschutz das häufigste Argument gegen die eGesundheitskarte.</p>
<p>
                              <strong>Hintergrundinformationen</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.bpb.de/gesundheitspolitik" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Dossier: Gesundheitspolitik</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die Bundeszentrale für politische Bildung informiert auf diesen Seiten ausführlich über die Gesundheitspolitik in Deutschland. Dabei stellt sie auch die Diskussion zur Gesundheitsreform 2006 vor.</p>
<p>
                            <a href="http://www.heise.de/ct/hintergrund/meldung/85635" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>c&#8217;t &#8211; Hintergrund zur Digitalisierung des Gesundheitswesens</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Übersicht über die Berichterstattung zur eGesundheitskarte seit 2004 auf dem Internet-Nachrichtenportal heise.de.</p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="http://www.kvno.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Die kassenärztliche Vereinigung Nordrhein stellt auf ihrer Webseite mehrere Beiträge zur eGesundheitskarte zur Verfügung. Sie präsentiert unter anderem die ablehnenden Ergebnisse einer<br />
                            <a href="http://www.kvno.de/mitglieder/kvnoaktu/06_08/egk.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mitgliederbefragung</a> zur eGesundheitskarte. Ein weiterer interessanter Beitrag ist die<br />
                            <a href="http://www.kvno.de/mitglieder/kvnoaktu/06_06/procontra.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gegenüberstellung</a> der Argumente eines Augenarztes und eines Vertreters des Projektbüros eGesundheit.nrw.</p>
<p>
                            <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23944/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Telepolis Artikel „Mutter aller Datenbanken“</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Datenschutz ist einer der größten Kritikpunkte an der eGesundheitskarte. Dieser Artikel geht auf die aktuelle Diskussion in Großbritannien ein. Dort wird befürchtet, dass Behörden demnächst fast nach Belieben auf medizinische Informationen über die Bürger zugreifen können.</p>
<p>
                            <a href="http://chaosradio.ccc.de/cr115.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Chaosradio Podcast zur Gesundheitskarte</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der Chaos Computer Club (CCC) bietet in Kooperation mit Radio Fritz einen knapp dreistündigen Podcast zur Gesundheitskarte an. Die Sendung geht kritisch auf die Planung und den aktuellen Entwicklungsstand der eGesundheitskarte ein.</p>
<p>
                              <strong>Sonstiges</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.akteonline.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Persönliche elektronische Gesundheitskarte</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Akteonline ist eine Sammlung von medizinischen Informationen eines Patienten. Die gespeicherten Daten kann der Patient über das Internet verwalten und für andere Personen oder Institutionen freigeben.</p>
<p>
                            <a href="http://ehealth.gvg-koeln.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>eHealth Konferenz 2007</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Vom 17. bis zum 19. April findet in Berlin die „eHealth Conference 2007“ statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Umsetzungen und Infrastrukturen von eHealth in verschiedenen EU- Staaten.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Verwaltung soll an Elektronik gesunden</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-verwaltung-soll-an-elektronik-gesunden-2563/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Feb 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Elektronische Gesundheitskarte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Health]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
(Artikel) Die Verwaltung der Gesundheit soll mit der Gesundheitskarte und der elektronischen Patientenakte im elektronischen Zeitalter ankommen. Den langen und steinigen Weg dahin beschreibt Stefanie Hidde.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
(Artikel) Die Verwaltung der Gesundheit soll mit der Gesundheitskarte und der elektronischen Patientenakte im elektronischen Zeitalter ankommen. Den langen und steinigen Weg dahin beschreibt Stefanie Hidde.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Das Schlagwort eHealth fasst alle Maßnahmen zur elektronischen Speicherung, Bereitstellung und Nutzung von Daten bei der Verwaltung der Gesundheit des Einzelnen zusammen. Dazu gehört die eGesundheitskarte ebenso wie das eRezept und die ePatientenakte, die eGesundheitsakte und der eArztbrief. Doch handelt es sich bei diesen Aspekten langfristig um Doppelungen: Die eGesundheitskarte soll im fortgeschrittenen Stadium irgendwann alle diese Möglichkeiten vereinen. So sollen Kosten eingespart sowie Mehrfachbehandlungen des Patienten und Informationsverluste vermieden werden.
</p>
<p>
Rechtlich basieren diese geplanten Neuerungen auf dem „Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung“ (GMG). Dieses Gesetz regelt seit 2004 den Telematikeinsatz, also die Verknüpfung der Telekommunikation mit der Informatik.
</p>
<p>
Bereits seit 2002 gibt es die Diskussion über die Verwendung einer elektronischen Gesundheitskarte, heute kursiert schon die Summe von 1,4 Milliarden Euro Kosten bis zur vollständigen Einführung der Karte. Auf den Patienten sollen jedoch keine Mehrbelastungen zukommen. Auch die Leistungserbringer des Gesundheitssystems, also Apotheker, Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen, sollen nicht unter der Einführung der neuen Karte leiden, sie sollen eine finanzielle Entschädigung erhalten – so jedenfalls die Planungen.
</p>
<p>
<b>Vier-Stufen-Plan zwischen Gesetz und Freiwilligkeit</b>
</p>
<p>
Die erste Stufe beinhaltet die Speicherung der Versicherungsdaten und die Einbindung der Europäischen Krankenversicherungskarte. Auslandskrankenscheine werden damit für den europäischen Raum überflüssig. Die zweite Stufe umfasst das elektronische Rezept: Es wird vom Arzt auf der Karte gespeichert, mit dieser geht der Patient in die Apotheke und dort wird mittels der Karte das Medikament bestellt oder ausgewählt. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit werden in Deutschland jährlich etwa 700 Millionen Rezepte ausgedruckt: Sie alle könnten mit der elektronischen Gesundheitskarte eingespart werden.<br />
<br />
Damit wäre der administrative Bereich der eGesundheitskarte abgeschlossen, es folgen die medizinischen Funktionen der Karte.
</p>
<p>
Die dritte und vierte Stufe sind für den Patienten freiwillig und umfassen die Speicherung eines Notfalldatensatzes auf der Karte im Falle eines Unfalls, eine Arzneimitteldokumentation, Patientenquittungen, die Patientenakte und Arztbriefe. Damit hätte jeder behandelnde Arzt immer alle Informationen zum Patienten zur Hand, egal in welcher Situation dieser zu ihm gekommen ist. Ein Beispiel zeigt die Vorteile: Bei Arzneimittelunverträglichkeit könnte diese Information auf der Karte gespeichert werden und würde so auch bei Bewusstlosigkeit des Patienten verhindern, dass er das Medikament in der Notaufnahme eines Krankenhauses verabreicht bekäme. In der Patientenakte könnte die gesamte Krankengeschichte des Patienten gespeichert werden. Doppelte Behandlungen und lange Fragestunden immer zur gleichen Erkrankung würden beim Arzt damit ausgeschlossen.
</p>
<p>
Im europäischen Ausland gibt es bereits Regionen und Staaten, die auf den Einsatz spezieller Chipkarten im Gesundheitswesen setzen: Slowenien, Österreich, Frankreich und die italienischen Regionen Venetien und Lombardei. Außerdem setzt man in Taiwan auf die neue Generation der Chipkarten.
</p>
<p>
<b>Gesundheitsakte im Internet selber pflegen</b>
</p>
<p>
Parallel zum aktuell gestarteten Probelauf der elektronischen Gesundheitskarte gibt es Versuche, eine elektronische Gesundheitsakte im Internet zu etablieren. Wenngleich es dies bei Interesse des Patienten in Zukunft auch auf der eGesundheitskarte geben wird, ist es unter der Internetadresse<br />
<a href="http://www.akteonline.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">akteonline.de</a> möglich, die eigene Gesundheitsakte anzulegen und selber zu pflegen. Noch befindet sich diese Plattform jedoch im Aufbau und ist in der Verwaltung des Systems durch den Patienten noch sehr kompliziert, da die Sicherheit für den Einzelnen gewährleistet werden muss.
</p>
<p class="fett">
&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Gefahr, dass Heterosexuelle Aids nicht ernst nehmen, besteht tatsächlich&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bbergevoet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Nov 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsorganisation]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche AIDS-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Heide]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[<b><span style="font-size: x-small">Am 
<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Welt-Aids-Tag</span></span>, 1<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">. 
Dezember 2006, war Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender 
Vorstand der deutschen Aids-Stiftung, zu Gast im tagesschau-Chat in 
Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern 
über Aufklärung, Kampagnen, und die Betreuung der Patienten</span></span></span></b>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size: x-small">Am<br />
<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Welt-Aids-Tag</span></span>, 1<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">.<br />
Dezember 2006, war Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender<br />
Vorstand der deutschen Aids-Stiftung, zu Gast im tagesschau-Chat in<br />
Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern<br />
über Aufklärung, Kampagnen, und die Betreuung der Patienten</span></span></span></b>.<!--break--> </p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Herzlich Willkommen<br />
zum tagesschau-Chat am Welt-Aids-Tag. 49.000 Menschen sind in Deutschland<br />
derzeit mit dem HI-Virus infiziert; jeden Tag kommen etwa sieben<br />
neue Fälle dazu. Weltweit steigt die Zahl der HIV-infizierten<br />
teils dramatisch. Was können Politik, Hilfsorganisationen und<br />
die Bürger gegen Aids tun? 60 Minuten wird uns heute Dr. Ulrich<br />
Heide, der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Aids-Stiftung,<br />
für Fragen im Chat zur Verfügung stehen. Vielen Dank,<br />
Herr Heide, dass Sie sich Zeit für den Chat genommen haben<br />
und die Frage nach Bonn: Können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Ja gern.
</p>
<p>
<b>gupsi:</b> Ein Freund von mir hat Angst, seinen Eltern<br />
zu erzählen, dass er HIV-infiziert ist. Ich weiß nicht,<br />
wie ich ihm weiterhelfen soll. Was würden Sie ihm für<br />
Tipps geben?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Ich würde ihm empfehlen, zu<br />
einer örtlichen Beratungsstelle zu gehen, also beispielsweise<br />
einer Aids-Hilfe in seinem Wohnort und sich mit dem Berater sehr<br />
konkret auf das Gespräch mit seinen Eltern vorzubereiten. Die<br />
Adressen von Aids-Hilfen und anderen Beratungsstellen sind über<br />
die Homepage der Stiftung www.Aids-stiftung.de auffindbar.
</p>
<p>
<b>norisknofun:</b> So wahnsinnig viele Menschen sterben<br />
doch gar nicht an Aids. Da ist es doch gefährlicher auf einer<br />
Autobahn unterwegs zu sein. Warum wird gerade dieses &quot;Lebensrisiko&quot;<br />
so hoch gehängt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Erstens gilt die Aussage, dass nicht<br />
so viele Menschen sterben nur für Deutschland und nicht für<br />
die weltweite Situation, denn weltweit werden in diesem Jahr über<br />
drei Millionen Menschen an Aids sterben &#8211; alle elf Sekunden ein<br />
Toter. Für Deutschland rechnen wir in diesem Jahr mit 600 bis<br />
700 Todesfällen durch Aids, weil seit zehn Jahren Medikamente<br />
zur Verfügung stehen, die das Leben Infizierter und Erkrankter<br />
deutlich verlängern können. Die Zahl der Neuinfektionen<br />
mit dem HI-Virus ist in den letzten Jahren bei uns aber deutlich<br />
gestiegen und die Infektion ist ja leicht zu vermeiden, im Wesentlichen<br />
durch Kondomnutzung. Darum ist es wichtig, immer wieder auf diesen<br />
Schutz hinzuweisen, wie im Straßenverkehr auf das Anlegen<br />
des Sicherheitsgurtes.
</p>
<p>
<b>konzentrat:</b> Wieso denkt eine steigende Anzahl<br />
Jugendlicher, Aids spiele für sie keine Rolle?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Dafür gibt es wohl mehrere<br />
Gründe. Der erste Grund: Aids ist in Deutschland nicht zu einer<br />
solchen Katastrophe geworden, wie wir sie in anderen Ländern,<br />
insbesondere in Afrika, sehen. Damit hat die Aufmerksamkeit für<br />
das Thema und das Risiko einer Infektion und Erkrankung deutlich<br />
abgenommen. Zweitens: Viele verwechseln Behandelbarkeit und Lebensverlängerung<br />
durch neue Medikamente mit Heilung oder hoffen, dass der medizinische<br />
Fortschritt in wenigen Jahren eine Heilung ermöglichen wird.<br />
Hierfür gibt es aber keine Anhaltspunkte. Von daher sollte<br />
sich jeder weiterhin in riskanten Situationen, also zum Beispiel<br />
beim Sex außerhalb von langfristigen, festen Partnerschaften,<br />
vor dem Virus schützen. Drittens: In vielen Ländern der<br />
Welt, insbesondere in Afrika, ist Aids zu einer gigantischen gesellschaftlichen<br />
Katastrophe geworden. Das verleitet uns oft dazu, Aids nur noch<br />
als ein Problem der Entwicklungsländer anzusehen.
</p>
<p>
<b>Amadeus:</b> Welche Formen von Aufklärung über<br />
Aids gibt es? Gibt es das schon in der Schule?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Für die Aufklärung von<br />
Jugendlichen und insgesamt der Allgemeinbevölkerung ist in<br />
Deutschland vor allem die Bundeszentrale für gesundheitliche<br />
Aufklärung (BZgA) zuständig. Die Bundeszentrale für<br />
gesundheitliche Aufklärung hat etliche Broschüren für<br />
Jugendliche entwickelt und Materialien für die Arbeit in der<br />
Schule. Diese Informationen können über www.bzga.de abgefragt<br />
oder bestellt werden.
</p>
<p>
<b>HarryPotter:</b> Wie erfolgreich sind die Anti-Aids-Kampagnen<br />
(mit Promis) tatsächlich? Welche Resultate gab es, und was<br />
sind die Ziele für die neue Kampagne &quot;Gemeinsam gegen<br />
Aids&quot;?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Alle Kampagnen haben unterschiedliche<br />
Methoden für unterschiedliche Zielgruppen. Bei den Kampagnen<br />
wie &quot;Gemeinsam gegen Aids&quot; und bei der Arbeit mit Prominenten<br />
geht es uns vor allem darum, überhaupt Öffentlichkeit<br />
für das Thema HIV und Aids herzustellen und damit Aufmerksamkeit<br />
für die weiterhin bestehende Risikosituation zu schaffen. Gleichzeitig<br />
haben die Kampagnen und die Arbeit von Prominenten eine wichtige<br />
Funktion, wenn es um die Verhinderung der Diskriminierung von Menschen<br />
mit HIV und Aids geht. Um wirkliche Verhaltensänderungen wie<br />
die Nutzung von Kondomen in riskierten Situationen zu erreichen,<br />
brauchen wir andere Methoden. Wir setzen aber auch andere Methoden<br />
ein. Vor allem direkte Beratung und das persönliche Gespräch<br />
in Beratungsstellen oder auch durch Streetworker, die z.B. Bars<br />
und Kneipen aufsuchen. Deutschland hat eine der niedrigsten Infektionsraten<br />
weltweit. Beispielsweise ist die Infektionsrate in der Schweiz dreimal<br />
höher, in Italien viermal höher und in Spanien sogar siebenmal<br />
höher als bei uns. Dies belegt, dass die Präventionsarbeit<br />
in Deutschland insgesamt sehr erfolgreich war und ist, auch wenn<br />
es uns Sorge machen muss, dass die Neuinfektionszahlen in den letzten<br />
Jahren steigen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich weiß nicht, ob jemand schon<br />
mal so eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufgestellt hat, aber man<br />
hat ja häufig den Wunsch, nach schönen klaren Zahlen:
</p>
<p>
<b>Samira:</b> Herr Heide, mal ganz konkret: Wie hoch<br />
ist die Gefahr, wenn ich in einer deutschen Großstadt ausgehe<br />
und mich abschleppen lasse, mich zu infizieren?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Das hängt von sehr unterschiedlichen<br />
Dingen ab. In Deutschland sind es nach wie vor vor allem Männer,<br />
die Sex mit Männern haben, die bedroht sind. Vor allem, weil<br />
innerhalb dieser Gruppe der prozentuale Anteil der Infizierten weit<br />
höher ist als im heterosexuellen Teil der Bevölkerung.<br />
Eine statistisch geringe Wahrscheinlichkeit einer Infektion schützt<br />
im Einzelfall aber natürlich gar nicht und man sieht bei demjenigen,<br />
von dem man sich abschleppen lässt ja auch nicht, welche sexuelle<br />
Vorgeschichte man mit ins Bett nimmt.
</p>
<p>
<b>Andi0110:</b> Gibt es Unterschiede wo man sich in<br />
Deutschland befindet? Nord versus Süd oder Berlin im Vergleich<br />
mit Frankfurt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Ja, die Mehrzahl der Menschen mit<br />
HIV und Aids leben in den sehr großen Städten. Ca. 50%<br />
aller Betroffenen leben allein in den sechs Großstädten<br />
München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Hamburg und<br />
Berlin. Oft sind sie aber erst nachdem ihnen die Infektion bekannt<br />
geworden ist in eine der Großstädte gezogen, weil dort<br />
die Beratungssituation und oft auch die medizinische Versorgung<br />
besser ist als auf dem &quot;flachen Land&quot;.
</p>
<p>
<b>Andreas_:</b> HIV wird in der westlichen Welt häufig<br />
immer noch direkt mit Homosexualität in Verbindung gebracht.<br />
Selbst die Ärztekammer schließt Homosexuelle generell<br />
vom Blutspenden aus, statt einfach nur nach häufig wechselnden<br />
Sexualpartnern oder ungeschütztem Verkehr zu fragen. Neben<br />
der Frage der Diskriminierung ist hier möglicherweise auch<br />
die Gefahr zu sehen, dass Heterosexuelle für sich keine Gefahr<br />
sehen. Was meinen Sie?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Die Gefahr, dass Heterosexuelle<br />
HIV und Aids nicht ernst nehmen, besteht tatsächlich. Dabei<br />
ist weltweit gesehen HIV eine ganz überwiegend durch heterosexuellen<br />
Verkehr übertragene Infektion. In Afrika sind inzwischen mehr<br />
Frauen als Männer infiziert, aber auch bei uns nimmt die Zahl<br />
der heterosexuellen Übertragungen von HIV zu. Obwohl in Deutschland<br />
tatsächlich die Mehrzahl der Neuinfektionen auf Männer,<br />
die Sex mit Männern haben, entfallen.
</p>
<p>
<b>Drumma:</b> Vor welchen Infektionsmöglichkeiten<br />
sollte ich mich (abgesehen von Sexualkontakten, bin verheiratet)<br />
schützen und wie mache ich das?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Im Wesentlichen wird die HIV-Infektion<br />
durch Blut-zu-Blut-Kontakt wie beispielsweise beim Benutzen nicht<br />
steriler Spritzbestecke weitergegeben. Andere Risiken (neben ungeschützten<br />
Sexualkontakten) bestehen in Deutschland kaum, da seit vielen Jahren<br />
Blut und Blutprodukte auf das Virus kontrolliert werden.
</p>
<p>
<b>micc:</b> Eine Gruppe, unter welcher die HIV-Prävalenz<br />
überdurchschnittlich hoch ist, ist die der Migranten. Was denken<br />
sie, wie kann man diese Gruppe am besten erreichen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Migranten sind in Deutschland genau<br />
wie die deutsche Bevölkerung ja keine heterogene Gruppe. Untersuchungen<br />
zeigen zum Beispiel, dass Migrantinnen und Migranten aus Afrika<br />
besser über HIV und Aids informiert sind als Migranten aus<br />
Osteuropa. Beide Gruppen sind aber schlechter aufgeklärt als<br />
der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Dies müssen<br />
wir dringend ändern. Wir brauchen dazu die Hilfe von Menschen<br />
aus den jeweiligen Migrantengruppen, die einerseits den Zugang haben,<br />
die andererseits aber auch den soziokulturellen Hintergrund kennen<br />
und daher in der Lage sind, Präventionsbotschaften und Informationen<br />
so zu formulieren und weiterzugeben, dass sie akzeptiert werden<br />
können und dadurch wirksam sein können. Die deutsche AIDS-Stiftung<br />
hat zum Beispiel gerade mit einer Gruppe von jugendlichen Migrantinnen<br />
und Migranten aus Afrika einen Präventionsspot für Jugendliche<br />
Migrantinnen und Migranten produziert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum Thema Osteuropa:
</p>
<p>
<b>Stanislaw:</b> Wie kommt es, dass gerade in Osteuropa<br />
die Zahl der HIV-Neuinfizierten in den letzten Jahren steigt? Was<br />
ist dort anders als in Deutschland? Schlechtere Aufklärung?
</p>
<p>
<b>Ariane:</b> Sehr geehrter Herr Heide, ich befinde<br />
mich im Moment in Litauen und bin doch sehr enttäuscht, dass<br />
es keine gute Aufklärungsarbeit gibt. Viele scheuen sich auch,<br />
Kondome zum Schutz zu kaufen. An dieser Stelle möchte ich Sie<br />
fragen, ob es auch Abkommen oder besser gesagt gemeinsame Projekte<br />
mit den neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gibt?<br />
Vielen Dank!
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Osteuropa und hier vor allem Estland,<br />
die Ukraine und Russland sind die Länder, in denen im Augenblick<br />
weltweit die Neuinfektionszahlen am schnellsten steigen. Es fehlt<br />
und es fehlte vor allem in den zurückliegenden Jahren an der<br />
Bereitschaft der Regierung und der Gesellschaft, offen über<br />
HIV und Aids und die Möglichkeiten, sich zu schützen,<br />
zu informieren. In Osteuropa ist die Bereitschaft gerade der Regierungen<br />
wohl auch deshalb so gering gewesen, weil insbesondere junge männliche<br />
Drogennutzer, die gemeinsam nicht sterile Spritzbestecke benutzt<br />
haben, die Hauptbetroffenengruppe stellen &#8211; und damit neben HIV<br />
und Aids immer auch illegaler Drogenkonsum und zum Teil Kriminalität<br />
angesprochen werden müsste. Die Bundesregierung und die Europäische<br />
Union bemühen sich seit einigen Jahren darum, dass der HIV-Prävention<br />
auch in Osteuropa mehr Aufmerksamkeit beigemessen wird. So wird<br />
im Rahmen der deutschen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr<br />
2007 eine Konferenz der europäische Gesundheitsminister zur<br />
Rolle von Regierungen und Zivilgesellschaft in der HIV/Aids-Prävention<br />
in Bremen stattfinden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wissen Sie, was da beschlossen werden<br />
soll?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Zentrales Thema soll vor allem die<br />
Notwendigkeit des Zusammenwirkens von Regierung, Selbsthilfe und<br />
Zivilgesellschaft in der Prävention von HIV und Aids sein.<br />
Aus meiner Sicht eine sehr gut gewählte Themenstellung, weil<br />
die relativ guten Erfolge in der Prävention von HIV in Deutschland<br />
maßgeblich auf das langjährige und insgesamt gute Zusammenspiel<br />
von Regierung, Selbsthilfe und Zivilgesellschaft zurückzuführen<br />
sind. Insoweit ist die deutsche AIDS-Politik durchaus vorbildlich<br />
und kann Anregungen für die Arbeit zu diesem Thema in anderen<br />
Ländern leisten.
</p>
<p>
<b>John Doe:</b> Was für großen Aktionen gibt<br />
es im Rest der Welt? Macht Afrika zum Beispiel auch mit?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Aids ist zurzeit die weltweit größte<br />
gesundheitliche Bedrohung. Darum gibt es natürlich und glücklicherweise<br />
in fast allen Ländern Anstrengungen zur Prävention und<br />
zur Hilfe für bereits infizierte und erkrankte Menschen. So<br />
gibt es auch etliche afrikanische Staaten wie beispielsweise Kenia,<br />
Uganda und Ruanda, in denen es aufgrund intensiver Präventionsanstrengungen<br />
gelungen ist, die Neuinfektionsraten gerade bei Jugendlichen zu<br />
senken. Es gibt aber auch andere Länder wie die Republik Südafrika,<br />
in denen die Regierung eine sehr indifferente Haltung zu HIV und<br />
Aids einnimmt. So wird beispielsweise immer wieder von der südafrikanischen<br />
Gesundheitsministerin bezweifelt, dass HIV Aids auslöst und<br />
dass antiretrovirale Medikament helfen. Das führt trotz großer<br />
Anstrengungen von Selbsthilfegruppen und internationalen Organisationen<br />
dazu, dass in Südafrika noch keine entscheidenden Fortschritte<br />
bei der Senkung der Neuinfektionsrate erreicht wurden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Thema Osteuropa noch ein Kommentar<br />
von:
</p>
<p>
<b>micc:</b> Die Deutsche Gesellschaft für Technische<br />
Zusammenarbeit implementiert in den Baltischen Staaten ein angepasstes<br />
deutsches Instrument zur HIV-Prävention. Es ist vor allem an<br />
die dort lebende deutsche Minderheit gerichtet, erreicht aber auch<br />
deren Umfeld. Es gibt also auch gemeinsame Projekte mit Deutschland.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich weiß nicht, ob dies zu den<br />
Aufgaben eines geschäftsführenden Vorstands der Aidsstiftung<br />
gehört:
</p>
<p>
<b>saldi:</b> Wann waren Sie zum letzten Mal in einer<br />
der Aids-Stationen in Nigeria, Südafrika etc.?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Die deutsche Aids-Stiftung unterstützt<br />
seit sechs Jahren auch Projekte im Ausland, im Augenblick vor allem<br />
im südlichen Afrika in den Ländern Namibia, Südafrika,<br />
Mosambik und Tansania. Ich selbst war vor zwei Jahren in Tansania<br />
und Südafrika. Mein Vorstandskollege vor einem Jahr in Namibia<br />
und ich werde voraussichtlich Anfang nächsten Jahres nach Mosambik<br />
und Tansania fahren. Wir versuchen, die Kommunikation mit den von<br />
uns geförderten Projekten im Ausland zwar nicht nur über<br />
zeit- und auch kostenintensive Reisen sicherzustellen. Aber es ist<br />
trotzdem sehr wichtig, immer wieder auch den persönlichen Kontakt<br />
und die persönliche Anschauung von der Entwicklung der Projekte<br />
zu haben.
</p>
<p>
<b>pandora:</b> Arbeiten Sie auch mit den (katholischen)<br />
Kirchen zusammen und wenn ja: Wie muss man sich das vorstellen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein weiterer User fragt dazu nach Ihrer<br />
Einschätzung, wenn der Papst das Kondomverbot lockert. Was<br />
würde das Ihrer Ansicht nach für die AIDS-Aufklärung<br />
und die Kampagnen vor allem in den katholischen Ländern bedeuten?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Wir arbeiten mit kirchlichen Einrichtungen<br />
in Namibia, Südafrika und Mosambik zusammen. Unsere Erfahrung<br />
zeigt, dass die Gemeinden an der Basis auf Grund ihrer Erfahrung<br />
und aufgrund der Größe des Problems sich längst<br />
von bestimmten Vorstellungen des Vatikans verabschiedet haben. Selbstverständlich<br />
informieren auch von katholischen Gemeinden getragene Projekte über<br />
die Nutzung von Kondomen. Teilweise stellen sie sie sogar zur Verfügung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Drei Fragen stellvertretend für<br />
viele mehr zum Thema Bekämpfung der Erkrankung selbst:
</p>
<p>
<b>Schnuffelino:</b> Wie weit ist die Wissenschaft? Wann<br />
gibt es Ihrer Schätzung nach so etwas wie einen Impfstoff oder<br />
ein Gegenmittel?
</p>
<p>
<b>stefanscheerer:</b> Mich würde mal interessieren,<br />
wie der Stand der Forschung/Entwicklung von Medikamenten derzeit<br />
ist. Man liest/hört immer, dass geforscht wird. Gibt es greifbare<br />
Ergebnisse?
</p>
<p>
<b>hans84:</b> Wie weit ist eigentlich der Forschungsstand<br />
in Sachen Aids-Bekämpfung? und wie sieht es mit staatlicher/nichtsstaatlicher<br />
Unterstützung zur Aids-Forschung aus?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Im Bereich der Entwicklung neuer<br />
Medikamente gibt es laufend Fortschritte, die aber auch dringend<br />
nötig sind, um mit den Mutationen des Virus und der Resistenzbildung<br />
Schritt zu halten. Ohne diese Fortschritte stünden die Therapieerfolge<br />
der letzten 10 Jahre sofort in Frage. Es gibt aber bisher keine<br />
große Wahrscheinlichkeit auf eine Heilung von Aids in einem<br />
überschaubaren Zeitraum. Ein weiteres großes Thema für<br />
die Forschung ist die Entwicklung eines Impfstoffes &#8211; aus meiner<br />
Sicht die einzige Option, um Aids tatsächlich mittelfristig<br />
weltweit deutlich zurückzudrängen oder günstigstenfalls<br />
zu besiegen.
</p>
<p>
Seit einigen Jahren wird weltweit intensiver nach Impfstoffen gesucht.<br />
Es besteht aber kaum eine realistische Hoffnung, in den nächsten<br />
zehn bis zwölf Jahren einen wirksamen und marktfähigen<br />
Impfstoff zur Verfügung zu haben. Gleichwohl muss intensiv<br />
geforscht werden. Denn ohne Forschung hätten wir auch in 15<br />
Jahren nicht die Chance auf eine wirksame Substanz. Bei der Entwicklung<br />
von Impfstoffen fehlt es bislang an einer Unterstützung der<br />
Bundesregierung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die User fragen: Hilft schocken, statt<br />
aufklären?
</p>
<p>
<b>AngelOfLove:</b> Viele junge Menschen in Deutschland<br />
haben keine Sensibilität für die Krankheit Aids. In Großbritannien<br />
gibt es eine tolle Kampagne durch Fernsehspots, die grade die Jugend<br />
ansprechen. Warum nicht auch in Deutschland? Die Fernsehspots finde<br />
ich eher langweilig. Bringen Schocker im Fernsehen noch etwas?
</p>
<p>
<b>Richard5:</b> Sehr geehrter Herr Dr. Heide, ich bin<br />
in der Versicherungsbranche tätig und würde als ein neues<br />
Gegen-Aids-Konzept das Prinzip der Angst vorschlagen, weil es sehr<br />
effektiv ist. Ich selbst verhüte immer mit Kondom und spreche<br />
offen über das Thema. Jedoch denke ich, dass man mehr Menschen<br />
erreichen kann, wenn man ihnen vor Augen führt, was mit ihnen<br />
passiert, sollten sie sich anstecken. Versicherungen werden effektiv<br />
mit Angstmache verkauft.
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Sehr viele Untersuchungen haben<br />
gezeigt und zeigen weiterhin, dass Angst nur kurzfristig wirksam<br />
ist. Es geht aber bei der HIV-Prävention um eine mittel- und<br />
langfristig stabile Verhaltensänderung, nämlich um die<br />
ständige Nutzung von Kondomen in riskanten Situationen. Und<br />
hier wirkt Angst nicht. Sondern nur eine durch sachliche Information<br />
erzielte stabile Haltung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zum vieldiskutierten Thema:<br />
Wer bezahlt die Aids-Bekämpfung in Afrika:
</p>
<p>
<b>Hans FR:</b> Das hört sich toll an! Leider können<br />
sich fast keine Menschen in Afrika diese Medikamente leisten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Müssen sich die westlichen Länder<br />
mehr engagieren?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Das Hauptproblem bei der dringend<br />
notwendigen Ausweitung von Therapieprogrammen in Afrika (bislang<br />
haben nur ca. 15 Prozent der Menschen, die behandelt werden müssten,<br />
in Afrika Zugang zu Therapien) ist im Augenblick nicht so sehr der<br />
Preis der Medikamente. Denn einerseits stellen viele Pharmaunternehmen<br />
Produkte für die Entwicklungsländer kostenfrei oder zu<br />
extrem abgesenkten Preisen zur Verfügung, andererseits haben<br />
fast alle großen Hersteller Lizenzen für die Generikaherstellung<br />
erteilt. Somit stehen Medikamente in Afrika zu Preisen zur Verfügung,<br />
die zwar nicht direkt von den Menschen bezahlt werden könnten,<br />
die im Rahmen internationaler Hilfsprogramme &#8211; vor allem durch den<br />
Global Fund &#8211; aber bezahlbar sind. Das Hauptproblem bei der Ausweitung<br />
dieser Programme ist im Moment die schlechte Infrastruktur und vor<br />
allem der Mangel an ausgebildetem Personal (Ärzte und Pflegekräfte).
</p>
<p>
<b>Schnuffelino:</b> Wenn Sie in Ihrer Position drei<br />
Wünsche frei hätten, welche wären das?
</p>
<p>
<b>Ulrich Heide:</b> Weltweit eine offene und intensive<br />
Informationsarbeit über die Gefahren von HIV und Aids und die<br />
Möglichkeit, sich vor diesen Gefahren zu schützen. Weltweit<br />
die Verhinderung der Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen<br />
mit HIV und Aids und weltweit den Zugang zu qualitativ guten Therapieprogrammen<br />
für alle Infizierten und Erkrankten, die der Medikation bedürfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war unserer tagesschau-Chat bei<br />
tagesschau.de und politik-digital.de. Vielen Dank für Interesse<br />
und vielen Dank an Herrn Dr. Heide. Das Protokoll des Chats ist<br />
in Kürze zum Nachlesen auf den Seiten von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de zu finden. Das tagesschau-Chat-Team wünscht<br />
noch einen schönen Tag und ein schönes erstes Adventswochenende.
</p>
<p><b>Ulrich Heide:</b> Ich bedanke mich für Ihr Interesse<br />
und wünsche ebenfalls ein schönes Wochenende. Für<br />
weitere Informationen empfehle ich die Homepage der deutschen AIDS-Stiftung<br />
www.Aids-stiftung.de.</p>
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