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	<title>Gesundheitsreform &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Gesundheitsreform &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#034;Bei Leiharbeit ist etwas schief gegangen&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 17:27:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Olaf Scholz (SPD), Vizechef von Partei und Fraktion, stellte sich am 06. Juli 2010 im <a href="http://www.tagesschau.de/inland/videochatscholz100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau-Videochat</a> in Zusammenarbeit mit politik-digital.de den Fragen der User. Scholz beantwortete unter anderem Fragen zum Verhältnis der SPD zur Linkspartei, zu Hartz IV und den Folgen, zur Wahl und rot-grünen Minderheitsregierung in NRW oder zum Thema Gesundheitsreform und den aktuellen Beitragserhöhungen.
<p>
&#160;
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.tagesschau.de/inland/videochatscholz100.html" title="Olaf Scholz im tagesschau-Chat" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="/sites/politik-digital.de/files/scholz320.jpg" alt="Olaf Scholz im tagesschau-Chat" title="Olaf Scholz im tagesschau-Chat" height="159" width="321" /></a>
</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Olaf Scholz (SPD), Vizechef von Partei und Fraktion, stellte sich am 06. Juli 2010 im <a href="http://www.tagesschau.de/inland/videochatscholz100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau-Videochat</a> in Zusammenarbeit mit politik-digital.de den Fragen der User. Scholz beantwortete unter anderem Fragen zum Verhältnis der SPD zur Linkspartei, zu Hartz IV und den Folgen, zur Wahl und rot-grünen Minderheitsregierung in NRW oder zum Thema Gesundheitsreform und den aktuellen Beitragserhöhungen.</p>
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</p>
<p align="center">
<a href="http://www.tagesschau.de/inland/videochatscholz100.html" title="Olaf Scholz im tagesschau-Chat" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/scholz320.jpg" alt="Olaf Scholz im tagesschau-Chat" title="Olaf Scholz im tagesschau-Chat" height="159" width="321" /></a>
</p>
<p>
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</p>
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<i>Wenn Sie den Chat noch einmal sehen möchten, klicken Sie bitte auf das Bild.</i></p>
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		<item>
		<title>&#034;Ich sehe nicht, dass die Koalition am Scheitern ist&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Bergemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 15:44:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>
		<category><![CDATA[Justizministerin]]></category>
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					<description><![CDATA[Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) stellte sich am 15. Juni 2010 im <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll572.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau-Videochat</a> in Zusammenarbeit mit
politik-digital.de den Fragen der User. Diskutiert wurde u.a. über die schwarz-gelbe Regierungskrise, die Bundespräsidentenwahl und die Reichweite der staatlichen Sparmaßnahmen.
<p>
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</p>
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<a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll572.html" title="Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im tagesschau-Chat" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="/sites/politik-digital.de/files/ts-videochat_SLS_320x.jpg" alt="Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im tagesschau-Chat" title="Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im tagesschau-Chat" width="320" height="189" /></a>
</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) stellte sich am 15. Juni 2010 im <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll572.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau-Videochat</a> in Zusammenarbeit mit<br />
politik-digital.de den Fragen der User. Diskutiert wurde u.a. über die schwarz-gelbe Regierungskrise, die Bundespräsidentenwahl und die Reichweite der staatlichen Sparmaßnahmen.</p>
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<a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll572.html" title="Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im tagesschau-Chat" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/ts-videochat_SLS_320x.jpg" alt="Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im tagesschau-Chat" title="Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im tagesschau-Chat" width="320" height="189" /></a>
</p>
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<i>Wenn Sie den Chat noch einmal sehen möchten, klicken Sie bitte auf das Bild.</i></p>
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		<title>Die Justizministerin im Live-Chat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 10:00:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<meta http-equiv="CONTENT-TYPE" content="text/html; charset=utf-8" />
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Was möchten Sie von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wissen? Die Bundesjustizministerin beantwortet live Ihre Fragen - am Dienstag ab 12 Uhr im tagesschau-Videochat.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was möchten Sie von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wissen? Die Bundesjustizministerin beantwortet live Ihre Fragen &#8211; am Dienstag ab 12 Uhr im tagesschau-Videochat. <a title="Zum Tagesschau-Chat" href="http://www.tagesschau.de/zumchat100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie jetzt schon ihre Fragen stellen</a><br />
Sparpaket, Opel-Rettung, Gesundheitsreform: Die schwarz-gelben<br />
Koalitionäre streiten sich öffentlich so heftig wie kaum ein<br />
anderes Regierungsbündnis zuvor. Steht die Regierung vor der<br />
Zerreißprobe? Unmut über den Führungsstil von Merkel, Seehofer und<br />
Westerwelle gibt es auch innerhalb der Koalition, sogar in den<br />
jeweils eigenen Reihen. &#8220;Ich will nichts beschönigen, der<br />
Zustand der FDP ist nicht gut, zufrieden kann ich nicht sein&#8221;,<br />
sagte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kürzlich dem „Spiegel“<br />
und kritisierte dabei deutlich FDP-Parteichef Guido Westerwelle:<br />
„Jeder von uns macht nicht immer alles richtig und kann auch<br />
dazulernen und sich verbessern, auch der Vorsitzende.“ Das macht<br />
man nicht unbedacht in einer solchen Position – der interne Unmut<br />
über ihn muss in der FDP dann wirklich groß sein. Welchen Kurs soll<br />
die FDP einschlagen? Eskaliert der Dauerstreit der Liberalen mit der<br />
CSU, deren Generalsekretär Alexander Dobrindt die Liberalen ein<br />
„Gurkentruppe“ schimpfte?<br />
<a href="http://www.tagesschau.de/zumchat100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie jetzt schon ihre Fragen stellen</a><br />
<strong>Zur Person</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sabine Leutheusser-Schnarrenberger,<br />
geboren 1951 in Minden (Westfalen), studierte Jura in Göttingen und<br />
Bielefeld und legte 1978 das zweite Staatsexamen ab. Ab 1979<br />
arbeitete sie &#8211; zuletzt als leitende Regierungsdirektorin &#8211; beim<br />
Deutschen Patentamt in München, bevor sie 1990 für die FDP in den<br />
Deutschen Bundestag einzog. 1991 wurde sie in den Bundesvorstand der<br />
Partei gewählt, 1997 ins Präsidium. Seit dem Jahr 2000 ist sie<br />
zudem Landesvorsitzende der bayerischen FDP. 1992 wurde Sabine<br />
Leutheusser-Schnarrenberger Bundesjustizministerin im Kabinett Kohl.<br />
Dieses Amt legte sie 1996 aus Protest gegen den „Großen<br />
Lauschangriff“ nieder. Im Oktober 2009 wurde sie von<br />
Bundeskanzlerin Merkel erneut zur Bundesjustizministerin berufen.</p>
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		<title>Obama-Overkill</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/obama-overkill-4705/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 12:09:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>
Videoclips, Audiostreams, Blogposts, Twitternachrichten: In den zwölf Monaten nach seiner Amtseinführung hat US-Präsident Barack Obama auf allen möglichen (Online-)Kanälen geworben. politik-digital.de-Autor Henrik Flor hatte alle Nachrichten abonniert - zeitweise sogar bis zum digitalen Burnout. Ein offener Brief und Jahresrückblick.
</p>
<p>
&#160;
</p>
<center>
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</center>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Videoclips, Audiostreams, Blogposts, Twitternachrichten: In den zwölf Monaten nach seiner Amtseinführung hat US-Präsident Barack Obama auf allen möglichen (Online-)Kanälen geworben. politik-digital.de-Autor Henrik Flor hatte alle Nachrichten abonniert &#8211; zeitweise sogar bis zum digitalen Burnout. Ein offener Brief und Jahresrückblick.
</p>
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&nbsp;
</p>
<p><center><br />
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</center></p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Dear Barack,<br />
</b>
</p>
<p>
was für ein Jahr, das wir da hinter uns gebracht haben! Im Januar 2009 habe ich nachts im Livestream Deine Amtseinführung gesehen, als Du beim Sprechen des Eides zum ersten Mal ins Straucheln gekommen bist. In den folgenden Tagen hagelte es dann bereits präsidentielle E-Mails in meinen Posteingang: Die alten Bush-Dogmen hast Du im Handstreich abgeschafft, die Krankenversorgung für benachteiligte Kinder ausgeweitet, Guantanamo wolltest Du schließen (nun ja: wolltest).
</p>
<p>
Per Video-Clip, Audiostream, Chat oder Blogpost erfuhr ich, wie Du ein Konjunkturpaket geschnürt hast, bei dem es einem schwindelig wurde. Trotzdem habe ich online meine Unterstützung dafür erklärt. Du hast mich wissen lassen, was Du gegen die Schweinegrippe unternimmst und wie Du Banken und Autobauer rettest. Alle Entscheidungen hast Du mir (und Millionen anderen) persönlich begründet und wolltest meine Meinung dazu wissen. Manchmal habe ich mich leise gefragt: Was geht mich in Berlin das an? Aber Du wirst schon Deine Gründe gehabt haben.
</p>
<p>
<b>Stresstest Gesundheitsreform </b>
</p>
<p>
„If we don&#8217;t get it done this year, we&#8217;re not going to get it done.&quot; So hast Du mir ins Gewissen geredet. Und ich habe mich gleich in die Online-Unterschriftenliste zur Gesundheitsreform eingetragen. Ich wollte auch den Kickoff meines demokratischen Ortsvereins mitorganisieren, wozu Du per E-Mail aufgerufen hast. Irgendwie hat das aber dann doch nicht geklappt. Dafür habe ich das Townhall-Meeting in Wisconsin  dann bei Facebook geshared. Ein paar Dollar wollte ich sogar spenden, durfte aber als Nicht-Amerikaner nicht. Und als Du mir die Büronummern von zwei Senatoren gemailt hast, die noch für die Gesundheitsreform gewonnen werden mussten, habe ich wie 1 Mio. andere Unterstützer mein Telefon in die Hand genommen. Ich bin leider nicht durchgekommen.
</p>
<p></p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.barackobama.com/" target="_blank" title="www.barackobama.com" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/31_happynewyear-presmessage.jpg" alt="www.barackobama.com" title="www.barackobama.com" height="136" width="317" /></a>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
An meine Tageszeitung sollte ich eine E-Mail schreiben. Und Du hattest netterweise auf Deiner Website einen Service eingerichtet, wo man nur seine Postleitzahl eingeben musste, um komfortabel alle Kontaktdaten angezeigt zu bekommen. Leider konnte ich unter D-10965 nichts finden. Aber keine Sorge, die Mailadressen vom Tagesspiegel und der B.Z. habe ich auch so gefunden.
</p>
<div style="text-align: center">
</div>
<p>
<b>Vor dem digitalen Burnout</b>
</p>
<p>
Im Herbst dann konnte ich nicht mehr, ein paar Wochen digitaler Abstinenz waren dringend nötig – einmal den Kopf frei kriegen von der Gesundheitsreform. Außerdem musstest Du dich dann ja noch mit der Truppenverstärkung für Afghanistan oder dem Friedensnobelpreis herumschlagen. Auch die Verhinderung von verbindlichen Regelungen zum CO2-Ausstoß auf dem Gipfel in Kopenhagen hat Dich stark in Beschlag genommen. Ehrlich gesagt war ich da schon ein bisschen enttäuscht, aber als Dir dann die Republikaner in Sachen Gesundheitsreform die Hölle heiß machten, war ich sofort wieder an Bord.
</p>
<p>
Ich habe – so wie Du es wolltest &#8211; die <a href="http://my.barackobama.com/page/content/settingtherecord" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a>, die mit den üblen Gerüchten über Deinen &quot;Gesundheitsfaschismus&quot; oder wahlweise &quot;Gesundheitssozialismus&quot; aufräumen sollte, gebookmarked, getwittered, gedigged, gepinged und geshared. Ich habe mitgemacht beim großen Dezember-Endspurt, bis Du am 24. die erlösende E-Mail schicktest: Es ist geschafft – der Senat hat die &quot;Health Reform Bill&quot; verabschiedet. Endgültig durch ist die Reform damit zwar noch nicht, aber immerhin konnte ich den Computer über Weihnachten ausgeschaltet lassen.
</p>
<p>
Jetzt frage ich mich: Was mache ich eigentlich den ganzen Tag, wenn einmal Eure Gesundheitsreform endgültig beschlossene Sache ist? Vielleicht kümmere ich mich dann mal um Dinge wie schwarz-gelbe Steuerpläne, Atomausstieg oder den deutschen Datenschutz. Oder ich hole einfach die Spielkonsole wieder aus dem Keller.</p>
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		<title>Obama und Palin als Spitzenduo im Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jknocha]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 12:31:38 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Palin]]></category>
		<category><![CDATA[Linkfluence]]></category>
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					<description><![CDATA[Barack Obama <a href="/obama-twittert-nicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">twittert nicht (selbst)</a>, dazu Probleme wie die stockende Gesundheitsreform oder das Pulverfass Afghanistan: Das Internet regiert Obama aber trotz der innenpolitischen Probleme weiter. Auf <a href="http://politicosphere.net/charts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PoliticoSphere</a> kann man das grafisch aufbereitet sehen. Besonders spannend: Auf Platz 2 liegt weiterhin Sarah Palin, nicht etwa Vizepräsident Joe Biden. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Barack Obama <a href="/obama-twittert-nicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">twittert nicht (selbst)</a>, dazu Probleme wie die stockende Gesundheitsreform oder das Pulverfass Afghanistan: Das Internet regiert Obama aber trotz der innenpolitischen Probleme weiter. Auf <a href="http://politicosphere.net/charts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PoliticoSphere</a> kann man das grafisch aufbereitet sehen. Besonders spannend: Auf Platz 2 liegt weiterhin Sarah Palin, nicht etwa Vizepräsident Joe Biden. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der Stern von Barack Obama ist online trotz der innenpolitischen Polarisierung noch nicht verglüht. PoliticoSphere vergleicht mit Hilfe von <a href="http://linkfluence.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linkfluence</a>, wie oft führende amerikanische Politiker online genannt werden. Die Auswertung umfasst 3.920 Nachrichtenseiten und Blogs. Verschiedene grafische Modelle – darunter Linien-, Säulen- und Kreisdiagramme – liefern dazu eine übersichtliche Gegenüberstellung.
</p>
<p>
<b>Palin auf Platz 2 </b>
</p>
<p>
Das interessanteste Ergebnis ist dabei nicht der deutliche Vorsprung von Amtsinhaber Obama, sondern der souveräne zweite Platz der vormaligen running mate von John McCain: Ex-Vizepräsidentenkandidatin Sarah Palin. Die große Lücke zwischen Palin und dem echten Vizepräsidenten Joe Biden zeigt, dass die politischen Gegensätze in den USA größer werden. Palins Autobiographie („Going Rogue: An American Life“) sowie die Polemiken diverser Medienpersönlichkeiten stehen symbolisch für diesen Trend. Besonders konservative Radiomoderatoren setzen die thematischen Schwerpunkte. Mit Millionen Zuhörern sind hierbei vor allem <a href="http://www.rushlimbaugh.com/home/today.guest.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rush Limbaugh</a> und <a href="http://www.glennbeck.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glenn Beck</a> nicht nur im Radio und Fernsehen, sondern vor allem auch im Netz aktiv.
</p>
<p>
<b>Gesundheitsreform auf der Agenda</b>
</p>
<p>
In den Fokus ihrer Angriffe auf Obama rückt dabei dessen größtes innenpolitisches Projekt: die Gesundheitsreform. Das ist kein Zufall. Wie eine weitere Grafik verrät, bekommt dieses Thema in den fast 4.000 untersuchten Seiten die mit Abstand größte Aufmerksamkeit. Make or break: Kaum ein anderes Thema hat also die Kraft, die Kongresswahlen im nächsten Jahr und die Präsidentschaftswahlen 2012 in einem solchen Ausmaß zu beeinflussen.</p>
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		<title>Obama ruft Blogger zur Hilfe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tknobloch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 10:42:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[US-Kongress]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gesundheitsreform des US-Präsidenten gerät immer stärker unter Druck. Um ein &#34;Waterloo&#34; zu verhindern, ist der Präsident auf allen Kanälen aktiv - und bittet nun auch Blogger um ihre Mithilfe.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gesundheitsreform des US-Präsidenten gerät immer stärker unter Druck. Um ein &quot;Waterloo&quot; zu verhindern, ist der Präsident auf allen Kanälen aktiv &#8211; und bittet nun auch Blogger um ihre Mithilfe.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
In einer Telefonkonferenz wendete sich Barack Obama mit der <a href="http://www.huffingtonpost.com/2009/07/20/obama-calls-on-bloggers-t_n_241570.html" target="_blank" title="Artikel der Huffingotn Post" rel="noopener noreferrer">Bitte zur Unterstützung</a> seiner Reformpläne an eine Gruppe liberaler Blogger. Konkret ging es dem US-Präsidenten dabei darum, gezielte Propaganda politischer Gegner auszuhebeln und Druck auf kritische Kongressabgeordnete auszuüben. Niemand könne diese Aufgabe besser ausführen als die Blogger, so Obama.
</p>
<p>
<b>Reform unter Beschuss</b>
</p>
<p>
Die Gesundheitsreform ist ein Kernthema der politischen Agenda des Präsidenten &#8211; allerdings sind die Pläne mittlerweile sehr umstritten. &quot;Das wäre sein Waterloo&quot;, behauptete sogar unlängst der republikanische Senator Jim DeMint für den Fall eines Scheiterns des Reformvorhabens. Um das zu verhindern, wirbt Obama massiv in den Medien für sein Vorhaben und will nun die Blogosphäre als Multiplikator für seine Botschaft nutzen.</p>
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		<title>Obama: Kampagnenapparat nimmt Fahrt auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sruff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 14:06:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Permanent Campaigning]]></category>
		<category><![CDATA[Organizing for America]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bei der Präsidentschaftswahl höchst effektiv funktionierte, setzt US-Präsident Barack Obama jetzt für den innenpolitischen Kampf um die Gesundheitsreform ein: Seine digitale Politikmaschinerie, angeführt vom mächtigen Kampagnenapparat &#34;Organizing for America&#34;.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was bei der Präsidentschaftswahl höchst effektiv funktionierte, setzt US-Präsident Barack Obama jetzt für den innenpolitischen Kampf um die Gesundheitsreform ein: Seine digitale Politikmaschinerie, angeführt vom mächtigen Kampagnenapparat &quot;Organizing for America&quot;.<!--break--></p>
<p>
<b>Mobilisierung über die Wahlen hinaus</b>
</p>
<p>
<a href="http://www.barackobama.com/" target="_blank" title="Organizing for America" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/obama_events.jpg" alt="Landesweit veranstaltet Obama lokale Events, um für sein Reformprojekt zu werben" title="Landesweit veranstaltet Obama lokale Events, um für sein Reformprojekt zu werben" width="270" align="left" height="140" />&quot;Organizing for America&quot;</a> ist die <a href="/organizing-for-america" title="politik-digital.de: &quot;Organizing for America&quot;">Nachfolgeorganisation</a> von Obamas erfolgreicher Wahlkampfzentrale. Das Obama-Team versucht jetzt über die Verzahnung von digitaler und analoger Kommunikation, die öffentliche Meinung zugunsten einer umfassenden Reform des amerikanischen Gesundheitswesens zu bewegen. Keine leichte Aufgabe, kämpfen die US-Demokraten schon seit vielen Jahrzehnten erfolglos gegen den hartnäckigen Widerstand der Konservativen.
</p>
<p>
<b>Sprunghafter Anstieg</b>
</p>
<p>
Das Obama-Team mobilisiert jetzt mit den digitalen Organisationswerkzeugen, die bereits zur Wahl Millionen von Amerikaner als Obama-Unterstützer aktivierten. So berichtet der US-Blog <a href="http://techpresident.com/blog-entry/organizing-america-obamas-sleeping-beast-starts-awaken" target="_blank" title="TechPresident: Organizing for America, Obama's Sleeping Beast, Starts to Awaken" rel="noopener noreferrer">TechPresident</a> von einem sprunghaften Anstieg der über das Internet organisierten lokalen Kampagnenveranstaltungen zur Gesundheitsreform. Die insgesamt über <a href="http://my.barackobama.com/page/event/search_results?event_type[]=247&amp;event_type[]=249&amp;zip_radius[1]=5000&amp;type=advanced&amp;orderby=zip_radius&amp;zip_radius[0]=66952&amp;x=0&amp;y=0&amp;limit=10000" target="_blank" title="Organizing for America: Eventsuche" rel="noopener noreferrer">700 „Health Care Canvasses“</a> konzentrieren sich vor allem in Staaten mit schwankenden Mehrheitsverhältnissen wie Ohio oder Florida.
</p>
<p>
<b>Werbung auf allen Kanälen</b>
</p>
<p>
<a href="http://my.barackobama.com/page/content/organizingforhealthcare2?source=vic" target="_blank" title="Organizing for America: Organizing for Health Care" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/obama_logo.jpg" width="270" align="left" height="171" /></a>Die Veranstaltungen werden durch eine umfangreiche Medienoffensive Obamas flankiert – für die Reform geworben wird sowohl auf offiziellen Regierungsseiten als auch via <a href="http://twitter.com/BarackObama" target="_blank" title="Twitter-Profil von Barack Obama" rel="noopener noreferrer">Twitter</a> und <a href="http://www.facebook.com/barackobama" target="_blank" title="Facebook-Profil Barack Obama" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>. Bei „Organizing for America“, das vor allem als Organisationsplattform fungiert, rekrutiert und koordiniert Obama <a href="http://my.barackobama.com/page/s/ofavolunteer?source=www_navbar" target="_blank" title="Organizing for America: Sign Up to Volunteer" rel="noopener noreferrer">Freiwillige</a>. Gleichzeitig können betroffene Amerikaner <a href="http://my.barackobama.com/page/content/organizingforhealthcare2?source=vic" target="_blank" title="Organizing for America: Organizing for Health Care" rel="noopener noreferrer">ihre Unterstützung bekunden</a>.
</p>
<p>
Um wirklich jeden Amerikaner zu erreichen, nutzt Obama den im Wahlkampf bewährten Mix aus alten und neuen Medien. Ein in <a href="http://politicalticker.blogs.cnn.com/2009/07/15/obama%E2%80%99s-political-team-makes-major-health-care-push/" target="_blank" title="CNN: Obama's political team targets Democrats" rel="noopener noreferrer">acht Bundesstaaten ausgestrahlter TV-Spot</a> richtet sich insbesondere an die Skeptiker des Reformvorhabens – vor allem in den eigenen Reihen. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Geschlossenheit und Loyalität zur Fuhrung sind entscheidend&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/geschlossenheit-und-loyalitaet-zur-fuhrung-sind-entscheidend-125/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/geschlossenheit-und-loyalitaet-zur-fuhrung-sind-entscheidend-125/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bbergevoet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Althaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Am 
Mittwoch, 9. Oktober, <span style="font-size: x-small">war <b>Dieter Althaus:</b>, 
Ministerpräsident von Thüringen, zu Gast im tagesschau-Chat 
in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern 
über die Gesundheitsreform, die Koalition, und Demokratie.</span></span></span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Am<br />
Mittwoch, 9. Oktober, <span style="font-size: x-small">war <b>Dieter Althaus:</b>,<br />
Ministerpräsident von Thüringen, zu Gast im tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern<br />
über die Gesundheitsreform, die Koalition, und Demokratie.</span></span></span></span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Herzlich Willkommen<br />
zu 60 Minuten tagesschau-Chat. Zu Gast im ARD-Hauptstadtstudio ist<br />
heute der Ministerpräsident von Thüringen, Dieter Althaus.<br />
Es gibt Ärger in der großen Koalition und damit haben<br />
nicht unwesentlich die Ministerpräsidenten der Union zu tun.<br />
Dieter Althaus ist deshalb, aber nicht nur aus diesem Grund, ein<br />
hoch interessanter Gesprächspartner für uns. Guten Tag,<br />
Herr Althaus, können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Jawohl, wir können beginnen.
</p>
<p>
<b>ciao:</b> Ganz direkt: Sind die schlechten Umfrageergebnisse<br />
der Anfang vom Ende der großen Koalition?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Nein, ich denke nicht. Wir haben schwierige Probleme<br />
zu lösen und wir sind jetzt mittendrin, das erste Problem Gesundheitsreform<br />
zu lösen. Die große Koalition wird halten und wird auch<br />
den vorbesprochenen Weg gehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Althaus, laut ARD-Deutschlandtrend ist die Union<br />
bei der Sonntagsfrage um 5 Punkte auf 30 Prozent abgerutscht. Ihre<br />
Partei liegt demnach 3 Punkte hinter der SPD. Wie erklären<br />
Sie sich das?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Es gab eine Anfangseuphorie nachdem in der großen<br />
Koalition unter Bundeskanzlerin Merkel die Union nach der Bundestagswahl<br />
stand, und die Debatten der letzten Tage haben sicher auch Vertrauensverlust<br />
mit sich gebracht. Aber im Grundsatz stehen beide großen Volksparteien<br />
ähnlich da wie im letzten Jahr zur Bundestagswahl. D.h. Arbeit<br />
an den Problemen in Deutschland ist angesagt und im Jahr 2009 muss<br />
es dann auch wieder in den profilierten Wahlkampf gehen.
</p>
<p>
<b>Shaber:</b> Warum kann die SPD zulegen? Vielleicht<br />
weil Sie geschlossener auftritt?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Die SPD ist im Grundsatz immer eher eine zentralistische<br />
Partei. Wir sind eine föderale Partei und außerdem hat<br />
die SPD erhebliche Führungsprobleme in den letzten Jahren bewältigen<br />
müssen, so dass sie auch daraus ein hohes Maß an aktueller<br />
Geschlossenheit entwickelt. Aber es ist drittens die Aufgabe für<br />
beide Volksparteien, das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit<br />
der Politik zurückzugewinnen. Dabei dürfen wir nicht so<br />
sehr auf die Umfragen schauen sondern uns an den Arbeitsaufgaben<br />
orientieren.
</p>
<p>
<b>dawei:</b> Wieso bekommt man den Eindruck, dass die<br />
CDU beim Thema Gesundheitsreform keine geschlossene Position beziehen<br />
will / kann?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Die Gesundheitsreform ist eine der schwierigsten<br />
Reformen. Das haben wir auch in den letzten Jahren gemerkt. Es gibt<br />
zwei ganz unterschiedliche Positionen zwischen der Union und der<br />
SPD. Mit dem jetzt gefundenen Reformkompromiss kann sowohl die Zukunftsfähigkeit<br />
des Systems ermöglicht werden als auch durch mehr Transparenz<br />
und Wettbewerbsfähigkeit bei weiteren Reformschritten gesichert<br />
bleiben. Hierzu wird die Unionsführung auch in den nächsten<br />
Wochen stehen.
</p>
<p>
<b>lucky:</b> Sehr geehrter Herr Althaus! Was soll man<br />
zu diesem Jahrhundertwerk, der Gesundheitsreform sagen? Die richtigen<br />
Ansätze sind da, aber zuviele Lücken im Detail. Vielleicht<br />
sollte man sich überlegen, die Reform von ganz Neuem zu starten.<br />
Wie man sieht, bringen die Kompromisse der SPD und ihrer Partei<br />
nur Streitereien. Auch die acht Euro? Und noch mal ein Prozent vom<br />
Gehalt zusätzlich. Das ist ganz schön viel Geld für<br />
die neuen Bundesländer.
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Zum letzten: Die acht Euro sind nicht Additiv zu<br />
dem einen Prozent zu sehen sondern die acht Euro gelten als Grundbeitrag<br />
ohne die ein Prozent-Prüfung. Selbstverständlich bleibt<br />
es darüber hinaus bei der Ein-Prozent-Deckelung. Die SPD will<br />
die Bürgerversicherung und damit eher eine Gesundheitspolitik,<br />
die sich über die Staatsmedizin definiert und die Union möchte<br />
die solidarische Gesundheitsprämie. D.h. durch Transparenz<br />
und Wettbewerb sowohl die Sicherung der Leistung für alle gewährleisten,<br />
aber auch mehr Effizienz ermöglichen. Deshalb muss der Kompromiss<br />
vermitteln. Das gefundene Ergebnis ist unter den gegebenen Umständen<br />
akzeptabel und eröffnet Zukunft.
</p>
<p>
<b>Börries:</b> Sehr geehrter Herr Althaus, wieso<br />
redet die große Koalition immer noch über die umständliche<br />
Gesundheitsreform und wieso wird Ihr guter Vorschlag des bedingungslosen<br />
Grundeinkommens, welches die Fragen der Gesundheitsreform beinhaltet,<br />
nicht diskutiert? Hierzu noch die Frage: Haben Sie sich schon einmal<br />
mit dem Wirtschafter Götz Werner (dm-Drogeriemarkt) über<br />
Ihre Ideen verständigt? Und: herzlichen Dank für Ihre<br />
Idee des Grundeinkommens!
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Ich bin persönlich überzeugt, dass durch<br />
das Bürgergeld sowohl die Arbeitsmarktprobleme als auch die<br />
Sozialstaatsprobleme besser lösbar sind und viele Gespräche<br />
mit Wissenschaftlern, Unternehmern, Gewerkschaftern und weiteren<br />
bestätigen mich dabei. Auch mit Götz Werner sind wir im<br />
Gespräch. Derzeit gibt es aber auch im Besonderen bei Union<br />
und SPD Vorbehalte gegen eine so umfassende und grundsätzliche<br />
Reform. Viele hoffen noch im System der bestehenden Regeln wieder<br />
mehr Wachstum zu erreichen. Ich werbe für das Bürgergeld<br />
und bin sicher, es wird auf der Tagesordnung bleiben. Ich bin auch<br />
sicher, dass die Durchsetzungsfähigkeit eines solchen Modells<br />
in den nächsten Jahren weiter steigt.
</p>
<p>
<b>Weißwurst: </b>Wie kann es eigentlich sein,<br />
dass Herr Stoiber immer eine Extrawurst für seine Extrapartei<br />
beansprucht?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Die Geschichte der Union ist die Geschichte der<br />
zwei Parteien. Das erhöht den Abstimmungsbedarf. Aber es erhöht<br />
auch die Chance, erfolgreich in den Landschaften Deutschlands Politik<br />
zu gestalten. Aber wie für die CDU gilt auch für die CSU,<br />
wir können nur gemeinsam erfolgreich sein. Und das heißt<br />
Geschlossenheit und Loyalität zur Führung und zu den gefundenen<br />
Kompromisslinien sind entscheidend.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie gelten als absolut Merkeltreu &#8211; die jüngsten<br />
Unternehmungen des Herrn Stoiber können Ihnen nicht gefallen.
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: In der Politik geht es nicht nach Gefallen und<br />
Nichtgefallen. Ich muss mit öffentlichen Äußerungen<br />
leben. Mein Eindruck ist, wir müssen alle sehr viel mehr dafür<br />
tun, damit das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik<br />
gesteigert wird. Das gilt im Übrigen nicht nur für Deutschland.<br />
Dazu haben alle ihren Beitrag zu leisten und ich rufe auch alle<br />
Kollegen ausdrücklich dazu auf.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Auch Ihre Parteikollegen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Das gilt für alle. Für die CDU, die CSU.<br />
Aber ich meine in der heutigen Verfasstheit der deutschen Demokratie<br />
gilt das auch für alle anderen demokratischen Parteien. Die<br />
Demokratieakzeptanz ist nicht nur in den neuen Ländern rasant<br />
gesunken und diese Warnsignale sollten wir alle ernst nehmen.
</p>
<p>
<b>Name888: </b>Geht Ihnen Herr Stoiber &#8211; wenn man das<br />
mal so unverschämt formulieren darf &#8211; nicht gehörig auf<br />
die Nerven mit eben diesen Sonderwünschen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Gelassenheit ist eine der wichtigen Eigenschaften,<br />
die ich in meiner Funktion haben muss.
</p>
<p>
<b>Schnickschnack: </b>Welche Rolle spielt Frau Ulla<br />
Schmidt eigentlich noch in der Findung einer Lösung bei der<br />
Gesundheitsreform?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Sie ist die zuständige Ministerin und wird<br />
jetzt auch die Detailarbeit, die zu leisten ist, verantworten.
</p>
<p>
<b>Meppen06: </b>Auf Geschlossenheit einzuschwören<br />
ist doch eigentlich ein sicherer Indikator, dass einiges im Argen<br />
liegt?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Die Welt ist sehr viel komplexer und die Probleme<br />
deutlich mehr als dass nicht auch offene Inhaltsdiskussionen um<br />
den richtigen Weg notwendig wären. Häufig wird das leider<br />
gleich als Streit tituliert. Wenn ich von Geschlossenheit rede,<br />
dann meine ich das Stehen zu einer nach Diskussion gefundenen Linie.
</p>
<p>
<b>Erfurt:</b> Ich habe den Eindruck, dass in diesem<br />
Reformwahn nur die Finanzen betrachtet werden, aber die Bürger<br />
vergessen werden. Sind die zukünftigen Reformen wirklich noch<br />
sozial?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Was ist sozial? Die BRD lebt seit vielen Jahren<br />
über ihre Verhältnisse und finanziert das Soziale damit<br />
auf dem Rücken der Zukunft. Es muss uns wieder darum gehen,<br />
dass jeder einzelne die Chancen zur Beteiligung am Wirtschaftsleben<br />
und an der für ihn notwendigen Solidarität erhält.<br />
Und das heißt, der Staat muss die Regeln für das Wirtschaftsleben<br />
und die Sozialordnung ändern. Dieses tun auch alle Nachbarn<br />
in Europa. Die einen erfolgreicher, die anderen weniger erfolgreich<br />
und Deutschland muss an dieser Stelle deutlich engagierter vorangehen.<br />
Dazu ist die große Koalition aufgerufen und genau auf diesem<br />
Weg befindet sie sich jetzt.
</p>
<p>
<b>lucky:</b> Was geschieht eigentlich, wenn sich die<br />
Krankenkassen gegenüber der Politik quer stellen und diese<br />
Reform ablehnen beziehungsweise nicht umsetzen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Sie müssen sie umsetzen, wenn die Gesetzeskraft<br />
vorhanden ist. Sie haben dann etwa anderthalb Jahre Zeit, sich auf<br />
den Gesundheitsfond einzustellen. Durch den Einstieg in Wettbewerbsstrukturen<br />
und durch mehr Transparenz wird es auch bei den Kassen zu Veränderungen<br />
kommen, die den Patienten dienen.
</p>
<p>
<b>StefanH:</b> Die Gesundheitsreform ist wichtig, ja.<br />
Aber mir kommt es so vor, als wenn sich die Große Koalition<br />
an diesem Punkt geradezu aufhängt. Dabei gibt es wichtigere<br />
Probleme, wie z.B. das des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft. Ging<br />
man die Probleme des Landes vielleicht in der falschen Reihenfolge<br />
an?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Es ist in drei Problemkreisen derzeit dringender<br />
Handlungsbedarf: Wir müssen den Staatshaushalt sanieren, wir<br />
müssen für mehr Wachstum und einen zukunftsfähigen<br />
Sozialstaat reformieren und wir müssen in wesentliche Zukunftsbereiche<br />
wie Bildung, Forschung und Ausbildung noch mehr investieren. In<br />
der großen Koalition gibt es die Verabredung, dass in all<br />
diesen Bereichen durch kleine Schritte positive Veränderungen<br />
erreicht werden Auch die Gesundheitsreform wird Auswirkungen auf<br />
den Arbeitsmarkt haben, z.B. durch die langfristige Abkopplung der<br />
Dynamik der Gesundheitskosten von den Arbeitsmarktkosten. Und außerdem<br />
ist der Gesundheitsmarkt einer der größten Arbeitsmärkte<br />
in Deutschland also auch ganz konkret ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.
</p>
<p>
<b>Shaber:</b> Wird es in der nächsten Legislaturphase<br />
eine neue Gesundheitsreform geben?
</p>
<p>
<b>Rosenflies:</b> Wann muss denn der Entwurf der Gesundheitsreform<br />
zum ersten Mal nachgebessert werden?
</p>
<p>
<b>Pfeil-Magazin:</b> Wird diese Reform beim nächsten<br />
Regierungswechsel nicht eh wieder abgesetzt und eine neue kommt?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Nach meiner Kenntnis gab es elf Reformen seit der<br />
Wiedervereinigung und sicher wird auch nach dieser Reform weiterer<br />
Reformbedarf bestehen. Wichtig ist, dass mit der Weichenstellung,<br />
die jetzt vorgenommen wird, die Effizienz des Gesundheitssystems<br />
deutlich gesteigert wird und dass die Rahmenbedingungen für<br />
Leistungserbringer Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser und<br />
die Versicherten stabil sind. Beide Parteien, Union und SPD gehen<br />
davon aus, dass sie später auf diesem Kompromiss aufbauend<br />
ihre gesundheitspolitischen Vorstellungen umsetzen können.
</p>
<p>
<b>hubiffm:</b> Ich bin privat krankenversichert, aber<br />
ich denke, die gesetzliche Krankenversicherung und die PKV vermischen<br />
zu wollen (Annahmezwang in der PKV), das geht doch überhaupt<br />
nicht zusammen. Entweder man entzieht der PKV die Daseinsberechtigung<br />
gänzlich oder alles bleibt beim Alten und man nimmt Änderungen<br />
bei Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung vor.
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Wir wollen gerade nicht als Union die private Krankenversicherung<br />
in ihrem Bestand und in ihrer positiven Wirkung gefährden.<br />
Das war ein wichtiger Inhaltspunkt in der Auseinandersetzung mit<br />
der SPD. Durch die jetzt gefundenen Kompromisse wird im Gegenteil<br />
das Beispiel der privaten Krankenversicherung auch zum Orientierungspunkt<br />
für die gesetzliche Krankenversicherung.
</p>
<p>
<b>AngelaEngel:</b> Weshalb haben die Bürger Deutschlands<br />
den Eindruck, dass die SPD die Führung in der großen<br />
Koalition übernommen hat? Und warum ist unsere CDU/CSU dem<br />
Anschein nach so ins Hintertreffen geraten?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Angela Merkel trägt die Gesamtverantwortung<br />
für die Bundesregierung und muss in diesen schwierigen Politikfeldern<br />
am Ende vermitteln und auch das Ergebnis konsequent umsetzen. Der<br />
neue Bundesvorsitzende der SPD ist nicht in die Bundesregierung<br />
integriert und hat als Ministerpräsident die Möglichkeit<br />
einer anderen, manchmal auch differenzierteren Betrachtungsweise.<br />
Am Ende kommt es aber darauf an, dass die große Koalition<br />
insgesamt Erfolg hat und wenn sie einen Erfolg für Deutschland<br />
organisieren kann, dann wird das auch ein Erfolg für die Union<br />
und Angela Merkel sein.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Mit anderen Worten: Beck hat keine Verantwortung zu<br />
tragen und kann sich deshalb besser profilieren &#8211; auf Kosten der<br />
großen Koalition und der Union?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Das mag so sein. Am Ende ist es aber wichtig, dass<br />
hier nicht parteipolitisches Kalkül im Mittelpunkt steht, sondern<br />
das Wohl des Landes.
</p>
<p>
<b>Shaber:</b> Die FDP hat Umfrageergebnisse wie noch<br />
nie. Könnte es nach der nächsten Bundestagwahl rot-gelb<br />
heißen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Ich hoffe nicht. Die Enttäuschungen über<br />
die Kompromissschritte, die gegangen werden, sind natürlich<br />
insbesondere bei den bürgerlichen Wählern festzustellen.<br />
Es bleibt aber dabei: Die Union will im Besonderen die Reformen<br />
für mehr Wirtschaftsdynamik voranbringen und das ist im Ergebnis<br />
dann auch die Vorraussetzung, um den Sozialstaat zukunftsfähig<br />
zu erhalten. Leider gibt es in Deutschland noch Parteien, die lieber<br />
mit populär klingenden Aussagen den Eindruck vermitteln, als<br />
könnte der Sozialstaat rhetorisch gesichert werden, er muss<br />
aber von seinen Grundlagen her erarbeitet werden. Und das heißt:<br />
mehr Freiheit für den Einzelnen und auch mehr Freiheit für<br />
die Wirtschaft.
</p>
<p>
<b>Philipp1984:</b> Werden Sie bei der nächsten<br />
Landtagswahl erneut als Ministerpräsident kandidieren oder<br />
haben Sie bundespolitische Ambitionen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Nein, ich werde 2009 wieder als Kandidat für<br />
das Amt des Ministerpräsidenten antreten und hoffe auf Erfolg.
</p>
<p>
<b>Tante: </b>Warum hat die NPD Ihrer Meinung nach keine<br />
Chance, in den Landtag von Thüringen gewählt zu werden?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Wir müssen dafür arbeiten, dass sie nicht<br />
gewählt wird. Das heißt, wir müssen deutlich machen,<br />
dass diese rechtsradikale Partei weder ein Inhaltsprofil für<br />
eine freiheitliche Gesellschaft noch Personen hat, die glaubwürdig<br />
für die Demokratie stehen. Die NPD schadet der Demokratie und<br />
schadet dem Ruf eines Landes und wenn Wählerinnen und Wähler<br />
ihren Protest über die aktuelle Politik ausdrücken wollen,<br />
dann sollten sie die Alternativen im demokratischen Parteienspektrum<br />
nutzen oder sollten sich vor der Wahl &#8211; auch jetzt schon &#8211; in der<br />
Debatte mit uns über ihre Vorstellungen und unsere Möglichkeiten<br />
in der Politik austauschen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stimmen Sie mir zu. Insbesondere im Osten verlieren<br />
derzeit viele Menschen den Glauben an die Demokratie?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Das ist leider so. Zum Teil gibt es dafür<br />
persönliche Erfahrungsgründe: Lange Zeit arbeitslos zu<br />
sein erhöht nicht das Vertrauen in die handelnde Politik, aber<br />
genau da muss unsere gemeinsame Verantwortung über Parteigrenzen<br />
hinweg wahrgenommen werden. Die Demokratie ist wohl die schwierigste<br />
Staatsform, aber die einzige Staatsform, die dauerhaft Freiheit<br />
und soziale Gerechtigkeit sichern kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie kommt es in diesem Zusammenhang an, wenn Herr Tiefensee<br />
um weitere 15 Jahre Geduld bittet, was die Angleichung der Lebensverhältnisse<br />
im Osten an den Westen anbelangt?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Um Geduld zu bitten ist, so denke ich, für<br />
die Politik kein geeignetes Mittel. Politik muss Perspektiven aufzeichnen<br />
und muss durch konkretes Handeln die Menschen ermutigen und gleichzeitig<br />
ihnen ermöglichen, diese Perspektiven zu erreichen. Wir brauchen<br />
junge Menschen in diesem Land und durch langfristige Negativszenarien<br />
erreichen wir nicht, dass sich genau diese jungen Menschen hier<br />
einbringen.
</p>
<p>
<b>muc:</b> Wäre der erfolgreichere Weg, den Rechten<br />
das Wasser abzugraben, nicht eine Bundespolitik, die klare Perspektiven<br />
bietet und keinen Reform-Kompromiss-Hickhack, der alles noch schlimmer<br />
macht?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Klare Politikperspektiven sind wichtig, aber genau<br />
da liegt das Problem. Die Wählerinnen und Wähler haben<br />
im Jahr 2005 eben keine klare Entscheidung gefällt. Weder Union<br />
noch SPD können so ihre Programmatik eins zu eins umsetzen.
</p>
<p>
<b>SaschaDerichs:</b> Sind Sie für einen neuen Versuch,<br />
die NPD verfassungsrechtlich zu verbieten?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Ich bin kein Jurist. Ich denke, die politische<br />
Auseinandersetzung steht im Mittelpunkt und wenn eine juristische<br />
Auseinandersetzung erneut angestrengt werden soll, müsste der<br />
Erfolg gesichert sein. Sonst geht die NPD indirekt gestärkt<br />
aus einem solchen Verfahren hervor. Zu allererst muss die Demokratie<br />
lernen, mit den Gegnern der Demokratie durch politische Auseinandersetzung<br />
erfolgreich zu bleiben.
</p>
<p>
<b>Trollo:</b> Warum ziehen Sie gegen das Bürgerbegehren gegen das<br />
thüringische Erziehungsgesetz gerichtlich zu Felde? Glauben<br />
sie nicht an den mündigen Bürger?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Noch ist erstens die Entscheidung nicht gefällt<br />
und zweitens ist die Aussage des Verfassungsgerichtshofes sehr eindeutig:<br />
Volksbegehren sind nur möglich, wenn sie nicht deutlich in<br />
die Landeshaushaltsgesetzgebung eingreifen. Genau das wird geprüft<br />
und morgen wird entschieden. Es ist besser, die Rechtsfragen vor<br />
einem Volksbegehren zu beantworten als danach. Darin waren sich<br />
SPD, PDS und Union in der letzten Legislaturperiode einig.
</p>
<p>
<b>Mowo:</b> Was sagen Sie als ehemaliger Lehrer, Direktor<br />
und Kreisschulrat zur Diskussion um die &quot;Verwahrlosung&quot;<br />
der Schule in Deutschland? Und inwieweit ist es überhaupt möglich,<br />
an die Elternhäuser der &quot;Problemkinder&quot; heranzukommen?<br />
Denn viele Probleme würden doch durch mehr Kontrolle und Fürsorge<br />
durch die Eltern gelöst, oder?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Die Eltern zu stärken, ihnen zu helfen und<br />
sie auch zu fordern, ihre Erziehungspflicht wahrzunehmen, ist ganz<br />
entscheidend. Und deshalb ist es auch wichtig, dass in Deutschland<br />
dem Thema Erziehung wieder ein wichtiger Stellenwert zukommt. Über<br />
Jahrzehnte ist Eltern und auch Lehrern von bestimmten politischen<br />
Gruppen ausgeredet worden, als Autoritäten aktiv zu sein. Erziehung<br />
beginnt immer durch das konkrete Vorbild und deshalb brauchen wir<br />
auch eine enge Partnerschaft zwischen Lehrern und Eltern. Dort aber,<br />
wo die Eltern oder Alleinerziehende ihre Pflicht überhaupt<br />
nicht erfüllen, muss der Staat handeln, damit am Ende nicht<br />
die Kinder oder Jugendlichen die Leidtragenden sind. Außerdem<br />
ist es wichtig, dass wir im Besonderen dort, wo eine große<br />
Anzahl von ausländischen Mitschülerinnen und Mitschülern<br />
vorhanden sind, mehr für die Integration getan wird.
</p>
<p>
<b>Sagenhaft:</b> Stichwort Atomkraft: werden Sie es<br />
schaffen, das Wahlversprechen der SPD zu brechen und damit der Stromlobby<br />
entgegenzukommen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Deutschland ist mit Technologieführer auf<br />
diesem Gebiet und hat die modernsten und sichersten Atomkraftwerke.<br />
Es muss uns gelingen, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten<br />
die regenerativen Energien stärker genutzt werden können,<br />
um damit sowohl die fossilen Energieträger als auch später<br />
die Atomenergienutzung einzuschränken und zu überwinden.<br />
Aus technischer Sicht ist die Diskussion in Deutschland nicht zu<br />
verstehen. Sie begründet sich fast ausschließlich ideologisch.
</p>
<p>
<b>AndreasKrug:</b> Eine Länderfrage: Die Union<br />
ist in Thüringen im Sturzflug, die SPD gewinnt an Boden. Glauben<br />
Sie an eine erneute absolute Mehrheit 2009, Herr Althaus?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Ich glaube nicht nur daran sondern ich arbeite<br />
dafür und wir stehen mitten in den notwendigen Umsetzungen<br />
unserer Politik. Ich denke heute nicht schon an Wahlen, sondern<br />
meine ganze Aufmerksamkeit dient dem Land und seiner weiteren positiven<br />
Entwicklung.
</p>
<p>
<b>Mage81:</b> Also ich finde, dass die &quot;Wähler&quot;<br />
eine klare Entscheidung getroffen haben, denn wir hatten ca. 50%<br />
Nichtwähler. Aber von den Politikern wurde dies wieder mal<br />
nicht als Problem erkannt.
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Doch. Das Problem der Nichtwähler ist genauso<br />
erkannt wie das Problem, dass sich die Wähler nicht entschieden<br />
haben. Nur die Konsequenz der Politik kann eben nicht sein, dass<br />
wir uns zurückziehen. Sondern wir müssen aus dem schwierigen<br />
Wahlergebnis eine handlungsfähige Mehrheit bilden und das ist<br />
jetzt die große Koalition. Alle Bürger in Deutschland<br />
tragen Verantwortung für die Demokratie auch für ihr Tun<br />
oder Lassen müssen sie sich rechtfertigen.
</p>
<p>
<b>E-tutor:</b> Herr Althaus, wie stehen Sie zu dem heute<br />
vorgenommen Atomwaffentest durch Nordkorea? Welche Konsequenzen<br />
wird dieses nach Ihrer Einschätzung haben?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Die internationale Staatengemeinschaft hat klare<br />
Absprachen getroffen, denen Nordkorea zuwider handelt. Die UNO und<br />
der Sicherheitsrat müssen sich deshalb mit diesen Atomwaffentests<br />
beschäftigen und einen Weg suchen, wie auch Nordkorea sich<br />
an diese internationale Abmachungen hält.
</p>
<p>
<b>hartes-hartz:</b> Sie wollen ja jetzt beim Arbeitslosengeld<br />
II die Bedingungen für die Arbeitsaufnahme verschärfen.<br />
Unterstützen Sie das? Wie viele Millionen Euro Einsparung versprechen<br />
Sie sich denn davon?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Im Gegenteil, wir wollen nicht die Bedingungen<br />
für die Arbeitsaufnahme verschärfen sondern wir wollen<br />
die Anreize für die Arbeitsaufnahme verstärken. Das gelingt<br />
auch dadurch, dass wir uns bemühen, dem Grundsatz zu folgen,<br />
dass diejenigen, die zumutbare Arbeit ablehnen, Sanktionen erhalten.<br />
Dies ist auch deshalb fair, weil viele in Deutschland für ihren<br />
Lebensunterhalt hart arbeiten und das häufig auch im Niedriglohnbereich.<br />
Es mag sein, dass der Ausgangspunkt der Diskussion auf Bundesebene<br />
die gestiegenen Ausgaben sind. Für mich ist es vielmehr die<br />
Frage, wie wir wieder mehr Menschen in reguläre Arbeit bekommen.<br />
Es kann uns nicht egal sein, wenn immer mehr Menschen ohne Möglichkeit,<br />
durch eigene Arbeit die Existenz zu sichern, letztlich in eine vollkommene<br />
Abhängigkeit von der öffentlichen Hand geraten.
</p>
<p>
<b>Philipp1984: </b>Von Seiten der SPD (Struck, Beck)<br />
wird oft gegen Frau Merkel gestichelt und Ihre Autorität in<br />
der Partei in Frage gestellt. Warum stärken die Unions-Ministerpräsidenten<br />
ihr nicht demonstrativ den Rücken, um Geschlossenheit zu demonstrieren?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Ich bin da sicher der Falsche, der diese Frage<br />
beantworten muss, weil ich die Auffassung teile, dass wir Angela<br />
Merkel in ihrer schwierigen Aufgabe den Rücken stärken<br />
müssen. Ich sage das nicht nur wegen Angela Merkel und ihrer<br />
Funktion, sondern im Besonderen wegen der schwindenden Akzeptanz<br />
der Demokratie und ihrer Verfahren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Teilen Sie denn den Befund, dass ihr von den Ministerpräsidenten<br />
nicht demonstrativ der Rücken gestärkt wird?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Nein, die Sozialdemokraten haben ja das Pech &#8211;<br />
oder das Glück aus ihrer Sicht, dass sie kaum Ministerpräsidenten<br />
haben und deshalb ist es ein besonderer Wert, dass die Union in<br />
Berlin die Hauptverantwortung trägt aber dazu auch noch in<br />
elf Ländern. Und es hat in den letzten Monaten seit Bestehen<br />
der Bundesregierung nicht ein einziges Bundesratsverfahren gegeben,<br />
das Ministerpräsidenten nicht im Sinne der Bundesregierung<br />
entschieden hätten.
</p>
<p>
<b>Baumann:</b> Herr Ministerpräsident, hat die<br />
Bundeskanzlerin als ostdeutsche Politikerin eine ganz besondere<br />
Aufgabe zu erfüllen, der sie eigentlich gar nicht gerecht werden<br />
kann?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Sie trägt die Erfahrungen aus der DDR-Zeit<br />
und auch aus der Wendezeit mit sich. Und sie wirkt im Besonderen<br />
auch für das Zusammenwachsen in Deutschland. Es ist ein Beweis<br />
für den Fortschritt bei der deutschen Einheit, dass in der<br />
Union sowohl die Führung der Partei als auch die Kanzlerschaft<br />
durch eine Ostdeutsche wahrgenommen wird. Hier haben andere Parteien<br />
noch erheblichen Nachholbedarf.
</p>
<p>
<b>Trollo:</b> Wo wird Deutschland am Ende der Legislaturperiode wirtschaftlich<br />
und gesellschaftlich stehen?
</p>
<p>
<b>Dieter Althaus:</b>: Schwere Frage. Ich hoffe, dass wir durch die Reformen<br />
den jetzt sichtbaren Wirtschaftaufschwung Rückenwind verleihen<br />
können. So dass die Arbeitslosigkeit weiter sinkt, die Zukunftsfähigkeit<br />
der Sozialsysteme verbessert ist und der Standort Deutschland international<br />
und national, das heißt auch für junge Menschen wieder<br />
attraktiver wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben. Unsere Bitte um<br />
Verständnis an jene, die wir heute mit ihrer Frage nicht berücksichtigen<br />
konnten. Unser besonderer Dank gilt Dieter Althaus, der sich für<br />
uns Zeit genommen hat. Der nächste Chat findet am Montag, dem<br />
16. Oktober statt. Unser Gast ist dann ab 16.00 Uhr der Präsident<br />
der Deutschen Forschungsgesellschaft, Ernst-Ludwig Winnacker. Das<br />
letzte Wort gehört Ihnen, Herr Althaus.
</p>
<p><b>Dieter Althaus:</b> Es waren spannende und vielfältige<br />
Fragen, die beweisen, wie viele Menschen interessiert sind an den<br />
aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen. Ich ermuntere sie auch<br />
weiterhin: Bleiben sie aktiv, die Demokratie, wir alle brauchen<br />
sie. Vielen Dank.</p>
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			</item>
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		<title>&#8220;Unser Problem ist, die Mittel wirklich auf die zu konzentrieren, die Unterstützung und Hilfe brauchen.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bbergevoet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Sep 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Laurenz Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Am 
Donnerstag, 21. September, <span style="font-size: x-small">war Laurenz Meyer, wirtschaftspolitischer 
Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zu Gast im tagesschau-Chat 
in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern 
über die Gesundheitsreformen, Mindestlöhne und Energiepolitik.</span></span></span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Am<br />
Donnerstag, 21. September, <span style="font-size: x-small">war Laurenz Meyer, wirtschaftspolitischer<br />
Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zu Gast im tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern<br />
über die Gesundheitsreformen, Mindestlöhne und Energiepolitik.</span></span></span></span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
Herzlich willkommen zu 60 Minuten tagesschau-chat.<br />
Zu Gast im ARD-Hauptstadtstudio ist heute der CDU-Bundestagsabgeordnete<br />
und wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Laurenz Meyer.<br />
Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, Herr Meyer. Ihr Feld ist die<br />
Wirtschaftspolitik, Sie sind aber Generalist genug, um auch Fragen<br />
aus anderen Bereichen beantworten zu können. Können wir<br />
beginnen?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer</b>: Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Thema Gesundheitsreform: Die SPD beharrt auf der<br />
Ein-Prozent-Regelung, über die die Union neu verhandeln möchte.<br />
Geht es hier schon um das Überleben der großen Koalition?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Nein, es handelt sich um ein wichtiges Detail der<br />
Gesundheitsreform, was möglicherweise den Wettbewerb unter<br />
den Krankenversicherungen sehr stört und auch nicht praktikabel<br />
erscheint. Deshalb sind wir dafür, eine solche Begrenzung nicht<br />
einzuführen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die SPD beharrt aber auf den schon verhandelten Eckpunkten<br />
&#8211; eine schwierige Situation.
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Ich gehe davon aus, dass das Funktionieren eines<br />
möglichst konsequenten Wettbewerbs unter den Krankenversicherungen<br />
die einzige Möglichkeit ist, für die Versicherten die<br />
Kosten in diesem Wachstumsmarkt Gesundheit in erträglichen<br />
Grenzen zu halten. Das muss oberste Priorität haben. Wenn sich<br />
also im Nachhinein Details herausstellen, die nicht praktikabel<br />
sind, muss man darüber auch vor der Verabschiedung eines Gesetzes<br />
reden können.
</p>
<p>
<b>malota:</b> Wie weit wird sich die Gesundheitsreform<br />
Ihrer Meinung nach noch verzögern?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Hier gilt der Grundsatz Qualität vor Schnelligkeit.<br />
Nach den bisherigen Zeitvorgaben gehe ich nicht von einer weiteren<br />
Verzögerung über den 1.4.2007 hinaus aus.
</p>
<p>
<b>robotics45:</b> Hallo Herr Meyer, die Umfragen sind<br />
so schlecht &#8211; da können Sie sich ein Platzen der Koalition<br />
doch gar nicht leisten, oder? Dann landen Sie beide bei 30 Prozent.
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Wichtig ist, dass wir am Ende der Legislaturperiode<br />
in der Beurteilung der Wähler vernünftige Ergebnisse vorzuzeigen<br />
haben. Zwischenzeitliche Umfragen zu einem Zeitpunkt wie jetzt sollten<br />
uns nicht in dieser Absicht verunsichern. Wir haben zurzeit eine<br />
Vielzahl von Reformprojekten in Arbeit. In solchen Zeiten wird immer<br />
ein gewisses Maß an Unsicherheit bei den Wählern aufkommen.<br />
Das lässt sich leider nicht vermeiden.
</p>
<p>
<b>Jay:</b> Beide Volksparteien haben vor der Bundestagswahl<br />
sehr unterschiedliche Vorschläge zur Reform des Gesundheitssystems<br />
gemacht. Glauben Sie, dass eine Mischung aus beiden Vorschlägen<br />
überhaupt eine effektive und langfristige Lösung darstellen<br />
kann?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Die Gesundheitspolitik ist, wenn man die Vorgaben<br />
aus den Wahlprogrammen betrachtet, sicher einer der schwierigsten<br />
Punkte für eine Einigung unter den Parteien der großen<br />
Koalition. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir den Wettbewerb<br />
unter den Versicherungen und bei den Anbietern im Gesundheitsmarkt<br />
vernünftig gemeinsam regeln können, wenn alle das wirklich<br />
wollen. Die Frage des heutigen Beitragssystems, das ich für<br />
die Durchschnittseinkommensbezieher in Deutschland für sehr<br />
ungerecht halte, werden wir in der großen Koalition nicht<br />
lösen können und haben es deshalb ausgeklammert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen im Doppelpack:
</p>
<p>
<b>Hanne Behn:</b> Brauchen wir überhaupt so viele<br />
verschiedene Kassen, die das Geld unter sich ständig umverteilen<br />
müssen und dabei unnötige Verwaltungskosten erzeugen?
</p>
<p>
<b>zweiling:</b> Weshalb wird die Zahl der Krankenkassen<br />
nicht deutlich reduziert? Wie werden künftig chronisch Kranke<br />
zumutbar finanziell belastet? Wer wird als chronisch krank eingestuft?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Es ist nicht Aufgabe des Staates, die Zahl der Kassen<br />
zwangsweise zu reduzieren. Es kann durchaus sein, dass kleinere<br />
Kassen für ihre Versicherten bessere Leistungen erbringen als<br />
große Kassen. Von einer Einheitskasse halte ich gar nichts.<br />
Das Beispiel des Telekommunikationssektors sollte jedem zeigen,<br />
dass Wettbewerb unter den verschiedenen Anbietern die beste Lösung<br />
ist für die Verbraucher. Das gilt auch für die Versicherten<br />
bei den Krankenversicherungen. Zur Frage der chronisch Kranken:<br />
Jede Versicherung, die sich an dem Wettbewerb im Gesundheitsbereich<br />
beteiligen will, muss sich verpflichten, jeden unabhängig von<br />
seinem Alter, seinem Einkommen und seinem Gesundheitszustand zu<br />
gleichen Konditionen zu versichern. Das ist Grundvoraussetzung.
</p>
<p>
<b>Hermann:</b> Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft<br />
der privaten Krankenkassen aus?
</p>
<p>
<b>marhal75:</b> Sind noch maßgebliche Änderungen<br />
in Bezug auf die privaten Kassen zu erwarten? Immerhin fördern<br />
die doch durch die deutlich höheren Arzthonorare das gesamte<br />
System.
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Marhal75 hat recht. Wir wollen die privaten Krankenkassen<br />
erhalten und auch hier den Wettbewerb unter den privaten Kassen<br />
stärken. Zum Beispiel dadurch, dass man Altersrückstellungen<br />
beim Wechsel der Krankenkasse mitnehmen kann. Heute ist ein Wechsel<br />
im Bereich der privaten Krankenkassen nur zu verschlechterten Versicherungsbedingungen<br />
möglich, wenn man etwa zehn Jahre oder länger in einer<br />
privaten Krankenkasse versichert war. Richtig ist aber, dass wir<br />
bei der SPD noch einige ideologische Vorbehalte gegen private Krankenkassen<br />
korrigieren müssen vor Verabschiedung eines Gesundheitsreformgesetzes.
</p>
<p>
<b>kurt_funk:</b> Ich kenne kein anderes Politikfeld,<br />
das so von hochbezahlten Interessenverbänden durchsetzt ist<br />
wie das Gesundheitswesen. Wie hält man das als Parlamentsmitglied<br />
eigentlich aus, wenn man andauernd von hochbezahlten Lobbyisten<br />
mit wohlmeinenden Vorschlägen angegangen wird? Halten Sie das<br />
auch für das zentrale Strukturproblem des Gesundheitswesens?<br />
Wie unabhängig sind da unsere Politiker, sind Sie?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Bei Lobbyisten weiß man als Parlamentarier,<br />
welche Position sie vertreten. Lobbyisten haben nach meiner Meinung<br />
auf Dauer überhaupt nur Einfluss, wenn sie einem wichtige aber<br />
auch nachprüfbare Informationen liefern. Vieles von dem, was<br />
Lobbyisten, die nur beeinflussen wollen liefern, landet sicher bei<br />
den allermeisten Kollegen im Papierkorb. Wir erleben bei der Gesundheitsreform<br />
jetzt allerdings, wie schwer es ist, Strukturen, in denen sich die<br />
Betroffenen wohlgefühlt haben, aufzubrechen. Solche Verbände<br />
und Interessenvertretungen wehren sich naturgemäß gegen<br />
Veränderungen. Davon dürfen wir uns bei unserer Entscheidungsfindung<br />
aber nicht beeinflussen lassen.
</p>
<p>
<b>SPDmensch:</b> Wird in Deutschland tatsächlich<br />
schleichend Sozialabbau betrieben? Warum fallen Kürzungen (auch<br />
im Gesundheitswesen) immer zu Lasten der ohnehin schon Benachteiligten?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Ich kann in Deutschland aus den Haushaltsentwicklungen<br />
unseres Landes keinen Sozialabbau feststellen. Der Sozialhaushalt<br />
ist in keinem Land Europas größer als bei uns. Unser<br />
Problem ist, die Mittel wirklich auf die zu konzentrieren, die Unterstützung<br />
und Hilfe brauchen. Die wirklich Benachteiligten dürfen aus<br />
meiner Sicht nicht gekürzt werden.
</p>
<p>
<b>321..meins:</b> Gibt es Ihrer Meinung nach bereits<br />
ein Gesundheitssystem, das Deutschland als Vorbild dienen kann?<br />
In welchem Land?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> In den Niederlanden ist man nach den Veränderungen<br />
von vor ca. zwei Jahren in eine Richtung gegangen, die nahe an dem<br />
ist, was ich für sinnvoll halte.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zur Ein-Prozent-Regelung: Welchen Kompromiss<br />
halten Sie für denkbar?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Dazu werden wir wirklich die Verhandlungen der kommenden<br />
Tage vielleicht Wochen abwarten müssen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber es wird einen geben?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Da bin ich sicher.
</p>
<p>
<b>Hanseat:</b> In wieweit kann auf die Forderung des<br />
bayerischen Ministerpräsidenten nach regionalspezifischen &quot;Rabatten&quot;<br />
für den Gesundheitsfonds eingegangen werden? Gefährdet<br />
die CSU damit absichtlich eine schnellere Einigung der Koalitionspartner?<br />
Wie sehen die anderen Unions-Landeschefs diesen Vorschlag?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Die Lage in den einzelnen Bundesländern ist<br />
bedingt durch die Einkommenshöhe aber auch &#8211; Beispiel Sachsen<br />
&#8211; durch politisches Handeln und Erfolge der Landesregierung durchaus<br />
unterschiedlich. Wir werden aber solche Unterschiede in einem System,<br />
in dem nicht die Länder, sondern Versicherungen im Wettbewerb<br />
stehen sollen, nur sehr begrenzt berücksichtigen können.
</p>
<p>
<b>Herr A.: </b>Man hätte auch mal aber die Pharmaindustrie<br />
zur Kasse bitten können, diese Gruppe verdient am meisten an<br />
den Patienten!
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Solche Eingriffe des Staates auch im Bereich der<br />
Pharmaindustrie hat es in der Vergangenheit mehrfach gegeben. Meine<br />
Grundüberzeugung ist, dass wir vom grünen Tisch in den<br />
Ministerien in Berlin den Gesundheitsmarkt durch Regulierung oder<br />
&quot;zur Kasse bitten&quot; niemals in den Griff bekommen können.<br />
Die Krankenversicherungen müssen in die Lage versetzt werden,<br />
mit den einzelnen Gruppen in diesem Markt Verträge zu schließen,<br />
also mit der Pharmaindustrie, mit Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern.<br />
Dann sehen die Versicherten an den Versicherungsbeiträgen,<br />
wie erfolgreich ihre Versicherung gewesen ist. Das ist Markt und<br />
das ist im Interesse der Versicherten.
</p>
<p>
<b>hannah_arendt:</b> Wie sehen Sie das Spannungsverhältnis<br />
zwischen den Pflichten des Staates und der Verantwortung der Wirtschaft<br />
im Bereich des Gesundheitswesens, insbesondere der Krankenkassen,<br />
aber auch der Arbeitgeber?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Es ist in unserem System Pflicht des Staates, für<br />
ein Gesundheitswesen zu sorgen, das jedem unabhängig von Alter<br />
und Einkommen die bestmögliche Gesundheitsversorgung sichert.<br />
Die Arbeitgeber haben sicher in ihrem Bereich &#8211; Stichwort Arbeitsschutz,<br />
Arbeitsmedizin &#8211; spezifische Aufgaben. Außerdem beteiligen<br />
sie sich über die Sozialversicherungsbeiträge an den Kosten<br />
des Gesundheitssystems.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir wechseln das Thema: Zum Mindestlohn. Die SPD will<br />
Mindestlöhne einführen, die Union lehnt dies ab. Aber<br />
was wollen sie für jene tun, die Vollzeit arbeiten, aber nicht<br />
davon leben können?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Genau um den letzten Satz ihrer Frage geht es. Wir<br />
brauchen Mindesteinkommen für die Familien und nicht Mindestlöhne,<br />
die möglicherweise Hunderttausende von Arbeitsplätzen<br />
kosten könnten. Wer arbeitet und dabei nicht genügend<br />
verdient, um seine Familie ernähren zu können, sollte<br />
zusätzlich staatliche Transferleistungen bekommen. Das verstehen<br />
wir unter dem Stichwort Kombilohn. Wir müssen immer den ganz<br />
einfachen Satz beherzigen &quot;Wer arbeitet, soll mehr in der Tasche<br />
haben, als wenn er nicht arbeitet.“
</p>
<p>
<b>kl:</b> Sind Sie nicht auch der Auffassung, dass der<br />
Preis, den die Union für diese Koalition zahlt, zu hoch ist?<br />
Wo sind die mutigen Beschlüsse von Leipzig hin? Ich bin 27<br />
Jahre und habe große Hoffnungen in den Reformmut der Union<br />
gehabt.
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Da ich an den Beschlüssen von Leipzig nicht<br />
unwesentlich beteiligt war, freue ich mich über Ihre Stellungnahme.<br />
Die Beschlüsse von Leipzig sind aus meiner Sicht nach wie vor<br />
wegweisend und zielbestimmend für die CDU. Wir müssen<br />
jetzt in dieser großen Koalition dafür kämpfen,<br />
dass Teile dieser Politik umgesetzt werden können. Auch wenn<br />
uns vielleicht an manchen Stellen nur 30-40 prozent des Weges sind,<br />
den wir uns vorgenommen haben. Was wir demgegenüber vermeiden<br />
müssen, ist, Schritte in die falsche Richtung zu tun. Dafür<br />
sehe ich allerdings bisher kaum Ansatzpunkte.
</p>
<p>
<b>Hossa: </b>Hallo Herr Meyer, einen Mindestlohn wollen<br />
Sie nicht, von der Globalisierung profitieren aber nachweislich<br />
nur die Firmen. Wäre hier nicht ein Ausgleich angebracht?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Von der Globalisierung profitieren nicht nur die<br />
Firmen. Millionen von Arbeitsplätzen in Deutschland wären<br />
ohne freien Welthandel gar nicht denkbar. Stichwort Exportweltmeister.<br />
Wir müssen aber auch sehen, dass wir eben in manchen Bereichen<br />
nicht auf einer Insel leben, wo man sich abschotten kann, sondern<br />
unsere Bedingungen in allen Bereichen immer wieder überprüfen,<br />
ob wir unsere Wettbewerbsfähigkeit aufrecht erhalten können.<br />
Soziale Probleme müssen dann über Sozialpolitik gelöst<br />
werden, für die eine funktionierende Wirtschaft erst die Voraussetzungen<br />
schafft.
</p>
<p>
<b>Georg Frankl:</b> In Österreich gibt es nun seit<br />
sechs Monaten einen Kombilohn. Mit der ersten Halbjahres-Bilanz<br />
entpuppte sich das Projekt laut Einschätzung des Chefs der<br />
oberösterreichischen Arbeitsagentur jedoch als &quot;Rohrkrepierer&quot;,<br />
da mit den 15 Millionen Euro statt der erwarteten 5 000 Jobs nur<br />
ca. 180 geschaffen wurden.
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Wir haben auch in Deutschland schon einige Kombilohnmodelle<br />
gehabt, die nicht immer besonders erfolgreich gewesen sind. Trotzdem<br />
ist für mich das größte Problem unseres Arbeitsmarktes,<br />
dass bei sinkender Arbeitslosenzahl die Zahl der Langzeitarbeitslosen<br />
kaum zurückgeht. Insbesondere Menschen ohne Schulausbildung<br />
und Berufsabschluss werden es auf Dauer bei den heute vorhandenen<br />
Lohnstrukturen sehr schwer haben, neue Arbeit zu finden. Deshalb<br />
wollen wir jetzt versuchen, zumindest für die unter 25-jährigen<br />
und die über 50-jährigen neue Anreize der Beschäftigung<br />
über Kombilohnmodelle zu schaffen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Der Siemens-Vorstand will seine Gehälter um 30<br />
Prozent erhöhen. Die Belegschaft wird gleichzeitig zum Lohnverzicht<br />
aufgefordert. Ist das die Art und Weise, wie unser Wirtschaftssystem<br />
funktioniert?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Der Siemensvorstand sollte sich darüber im<br />
Klaren sein, dass in dieser Kombination die Öffentlichkeit<br />
Gehaltserhöhung für den Vorstand nicht versteht. Eine<br />
solche Botschaft passt auch nicht zusammen mit dem Bild, was ich<br />
in der Vergangenheit von der Siemens AG gewonnen habe.
</p>
<p>
<b>Sc: </b>Guten Tag Herr Meyer, wieso arbeiten Sie nur<br />
mit diesen Worthülsen? Alles bekannte Stellungnahmen, aber<br />
wann folgen Taten? Ich bin auch 27 Jahre alt und habe keine Zeit<br />
mehr nur diesen Politstillstand zu erleben. Reformieren Sie und<br />
sprechen Sie dann von Reformen, wenn diese auch das Wort Reform<br />
verdienen. Wieso treibt die Politik uns Junge in die Arme rechter<br />
Gestriger?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Nach meiner Überzeugung gab es bisher keine<br />
einzige Periode in der deutschen Politik, in der so grundsätzliche<br />
Reformen in solcher Vielzahl angegangen worden sind wie gerade jetzt.<br />
Wir werden uns in diesem Herbst mit der Reform der Gesundheitsvorsorge,<br />
der Unternehmenssteuer, der Erbschaftssteuer, mehr Wettbewerb und<br />
Kontrolle am Energiemarkt, der Kohlefinanzierung, der weiteren Kernenergienutzung,<br />
mit Fehlentwicklungen bei Hartz IV, mit Kombilöhnen, mit dem<br />
Grundthema Bürokratieabbau und einer Vielzahl von weiteren<br />
Projekten, z.B. Beteiligung Privater an der Deutschen Bundesbahn<br />
auseinander zusetzen haben. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man<br />
davon &quot;nur Reden&quot; sprechen kann. Ich bin allerdings überzeugt,<br />
wir werden an den Ergebnissen gemessen und nicht an Ankündigungen.
</p>
<p>
<b>erwinperwin: </b>Wie viel Freiraum will die Politik<br />
den großen Stromkonzernen eigentlich noch lassen?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Richtig ist, dass der Wettbewerb unter den großen<br />
Stromkonzernen nur unvollkommen funktioniert. Erste Änderungen<br />
sind bereits erfolgt, weil die Regulierungsbehörde, die neu<br />
eingerichtet wurde, die Kosten für die Stromnetze bereits gesenkt<br />
hat. Der Wirtschaftsminister hat darüber hinaus vor, die Möglichkeiten<br />
des Kartellamtes gegen Machtmissbrauch von Energiekonzernen zu verstärken.<br />
Die CDU/CSU-Fraktion unterstützt den Wirtschaftsminister in<br />
seinem Vorhaben.
</p>
<p>
<b>RPG:</b> Wie sehen Sie die Zukunft der deutschen Steinkohle?
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Die deutsche Steinkohle ist für die Stromerzeugung<br />
nach wie vor sehr viel teurer als Importkohle. Deshalb wird der<br />
Weg, die Steinkohlesubventionen abzubauen, fortgesetzt werden. Wir<br />
werden in diesem Herbst darüber entscheiden müssen, ob<br />
und in welchem Jahr ein Enddatum für den Abbau deutscher Steinkohle<br />
festgesetzt wird. Darüber hinaus werden wir Anfang nächsten<br />
Jahres über neue Strukturen und einen eventuellen Börsengang<br />
der Teile der heutigen RAG entscheiden, die nicht Kohle sind. Wichtig<br />
für die im Bergbau Betroffenen ist, dass alle Verantwortlichen<br />
zugesagt haben, den Abschmelzungsprozess sozialverträglich<br />
ablaufen zu lassen.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben. Unsere Bitte um<br />
Verständnis an jene, die wir heute mit ihrer Frage nicht berücksichtigen<br />
konnten. Unser besonderer Dank gilt Laurenz Meyer, der sich für<br />
uns Zeit genommen hat. Der nächste Chat findet am 9. Oktober<br />
statt. Unser Gast ist dann ab dreizehn Uhr der Ministerpräsident<br />
von Thüringen, Dieter Althaus. Das letzte Wort gehört<br />
Ihnen, Herr Meyer.
</p>
<p>
<b>Laurenz Meyer:</b> Allen Teilnehmern noch einen guten Tag. Mir hat<br />
der Chat wieder neue Erkenntnisse gebracht. Die direkte Art von<br />
Fragen und Antworten beim Chat ist bei den großen Reformfragen<br />
manchmal schwierig, zwingt aber auch, sich gedanklich kurz zu fassen.<br />
Falls es an der einen oder anderen Stelle zu kurz war, tut es mir<br />
leid. Tschüss!
</p>
<p><!-- #EndEditable --></p>
<p>
<!-- Content --><br />
<span style="font-size: x-small"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Was Prävention angeht, brauchen wir einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mullrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Zöller]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Am 
Donnerstag, 31. August, <span style="font-size: x-small">war Wolfgang Zöller 
, MdB der CSU und Gesundheitsexperte seiner Fraktion, zu Gast im 
tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er stellte 
sich den Fragen der Nutzer zum aktuellen Stand der Gesundheitsreform, 
zu erwartenden Beitragserhöhungen und den Möglichkeiten 
der Gesundheitsprävention.</span></span></span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">Am<br />
Donnerstag, 31. August, <span style="font-size: x-small">war Wolfgang Zöller<br />
, MdB der CSU und Gesundheitsexperte seiner Fraktion, zu Gast im<br />
tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er stellte<br />
sich den Fragen der Nutzer zum aktuellen Stand der Gesundheitsreform,<br />
zu erwartenden Beitragserhöhungen und den Möglichkeiten<br />
der Gesundheitsprävention.</span></span></span></span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<br />
<b> <b>Moderator: </b> </b>Herzlich willkommen<br />
zu 60 Minuten tagesschau-chat. Zu Gast im ARD-Hauptstadtstudio ist<br />
heute der CSU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Zöller. Er ist<br />
Gesundheitsexperte seiner Fraktion und damit der richtige Ansprechpartner<br />
für genau jenes Thema, das auch in der Sommerpause hohe Wellen<br />
geschlagen hat: die geplante Gesundheitsreform. Herr Zöller,<br />
können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Herr Zöller, wie hoch schätzen<br />
Sie die Gefahr ein, dass die Gesundheitsreform noch scheitert?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Die Gefahr schätze<br />
ich sehr gering ein, weil beide großen Volksparteien daran<br />
interessiert sein müssen, dass die Gesundheitsreform umgesetzt<br />
wird.
</p>
<p>
<b>Giovanni:</b> Ich bin Mitglied der Jungen Union und<br />
bin sehr enttäuscht von der so hoch gelobten Gesundheitsreform.<br />
Wie sehen Sie das, ist diese Reform nicht nur eine verdeckte Beitragserhöhung,<br />
ohne die Krankenversicherungssysteme durch Reformen fit für<br />
die Zukunft zu machen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Ich kann verstehen, dass<br />
er als Junger vermisst, dass in dieser Reform etwas mehr für<br />
die demografische Entwicklung getan wird. Aber nichtsdestotrotz<br />
sind in dieser Reform mehr Strukturelemente enthalten als jemals<br />
zuvor bei bisherigen Gesundheitsreformen. Ein zusätzlicher<br />
Betrag um die demografische Entwicklung abzufedern war leider in<br />
der Koalition nicht durchsetzbar.
</p>
<p>
<b>icarus:</b> Hallo Herr Zöller. Wann glauben Sie,<br />
steht uns nach der aktuellen Reform eine weitere Reform des Gesundheitswesens<br />
ins Haus? 2007 oder 2008?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Wenn die Reform so umgesetzt<br />
wird, wie sie in den Eckpunkten festgelegt wurde und wir den Mut<br />
haben, die dritte Säule -sprich die Steuersäule &#8211; entsprechend<br />
ausgestaltet wird, werden wir eine nachhaltige Finanzierung über<br />
mehrere Jahre sicherstellen können.
</p>
<p>
<b>danno:</b> Was wird sich für die Bürger<br />
wirklich ändern, wenn die Gesundheitsreform im nächsten<br />
Jahr in Kraft tritt?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Erstmals wird eine Reform<br />
beschlossen, die keine Leistungskürzungen für die Versicherten<br />
vorsieht. Im Gegenteil, es werden sogar bestimmte, zusätzlich<br />
notwendige Leistungen mit aufgenommen, wie z.B. Palliativmedizin,<br />
Schmerztherapie, geriatrische Maßnahmen, Mutter-Kind-Kuren<br />
und ähnliches. Des Weiteren haben die Versicherten wesentlich<br />
mehr Gestaltungs- und Wahlmöglichkeiten, wie sie ihre Versicherung<br />
wählen wollen. Z.B. Hausarzttarife, Kostenerstattungstarife,<br />
Selbsbehalttarife, Präventionstarife u.v.m.
</p>
<p>
<b>RTFM:</b> Wenn Sie sagen, Sie müssen die Steuersäule<br />
&quot;entsprechend ausgestalten&quot;, was heißt das konkret?
</p>
<p>
<b>icarus</b>: Wie muss die Steuersäule denn ausgestaltet<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Im Eckpunktepapier ist<br />
festgelegt, dass die Steuersäule für die Finanzierung<br />
der Beitragsfreiheit der Kinder verwendet werden soll. Dies bedeutet<br />
einen finanziellen Umfang von ca. 14-16 Milliarden und diese Summe<br />
muss zunächst stufenweise aufgebaut werden. Als Sozialpolitiker<br />
bedauere ich sehr, dass die Mittel aus der Tabaksteuer zunächst<br />
im kommenden Jahr reduziert werden. Mir wäre ein stärkerer<br />
Einstieg in die Steuersäule wesentlich lieber gewesen.
</p>
<p>
<b>RTFM:</b> Könnten nicht die Überschüsse<br />
der Bundesagentur für Arbeit teilweise umgelegt werden auf<br />
die Krankenversicherten?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Nein, das lehne ich aus<br />
einem bestimmten Grund ab: Mich stören schon immer die Verschiebebahnhöfe<br />
zwischen den sozialen Systemen. Wenn durch Beiträge in der<br />
Arbeitslosenversicherung dort Überschüsse erzielt werden,<br />
müssen die Beiträge auch dort gesenkt werden. Dies dient<br />
der Transparenz, im Ergebnis ist es für den Versicherten allerdings<br />
egal, ob er 2% weniger Arbeitslosen- oder Krankenversicherungsbeiträge<br />
zu zahlen hätte.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Die Krankenkassen fordern ja den<br />
Milliardenüberschuss der Bundesagentur für Arbeit ein,<br />
um ihre Schulden begleichen zu können.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Das wäre der verkehrte<br />
Weg. Systemgerechter wäre es, die Zuschüsse, die die Agentur<br />
für die Arbeitslosen an die Krankenkassen zahlt, nicht zu kürzen<br />
und kostendeckend zu gestalten.
</p>
<p>
<b>pedo:</b> Eine realistische Einschätzung von<br />
Ihnen: Wie hoch werden die Krankenkassenbeiträge durchschnittlich<br />
im Januar 2008 für die Arbeitnehmer sein?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Diese Frage ist sehr schwierig<br />
zu beantworten, weil es Kassen geben wird, die keine Schulden haben.<br />
Die werden ihre Beiträge auch nicht erhöhen. Es wird aber<br />
auch Kassen geben, die jetzt noch eine Verschuldung haben und dementsprechend<br />
ihre Beiträge anheben müssen. Dies hat aber nichts mit<br />
der anstehenden Gesundheitsreform zu tun. Laut jetziger Gesetzeslage<br />
dürften die Kassen überhaupt keine Verschuldung aufweisen.<br />
Wenn Krankenkassen trotzdem Schulden haben, haben sie bisher keine<br />
kostendeckenden Beiträge erhoben.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> In der &quot;Zeit&quot; ist heute<br />
im Zusammenhang mit dem Finanzgebaren der Kassen von &quot;Mauschelei&quot;<br />
die Rede &#8211; stimmen Sie zu?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Wenn dem so ist, muss<br />
man fragen, haben die Aufsichtsbehörden ihre Aufgaben erfüllt<br />
oder waren es solche Machenschaften, die von der Aufsichtsbehörde<br />
nicht gesehen werden konnten. Deshalb vertrete ich auch die Auffassung,<br />
dass die Haftungsfrage der nicht schlecht bezahlten Vorstände<br />
der Kassen geändert werden muss.
</p>
<p>
<b>kaisi75:</b> Hr. Zöller, sind Sie privat oder<br />
gesetzlich versichert?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Ich bin in der gesetzlichen<br />
Krankenkasse versichert. Das hängt allerdings damit zusammen,<br />
dass ich früher aufgrund meiner Tätigkeit als Mechaniker<br />
in der gesetzlichen Kasse versichert war und bin mit den Leistungen<br />
der Kasse bisher sehr zufrieden gewesen und sehe keinen Grund zum<br />
Wechseln.
</p>
<p>
<b>sklein:</b> Werden die Privatversicherten künftig<br />
sehr viel höhere Beiträge zahlen müssen? (Es war<br />
von bis zu 37 Prozent die Rede?)
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Dies wird garantiert nicht<br />
der Fall sein. Dies würde nämlich den Tod der privaten<br />
Krankenversicherung bedeuten und die Koalition hat im Eckpunktepapier<br />
klar geregelt, dass wir beide Versicherungen &#8211; gesetzlich wie privat<br />
&#8211; als Vollversicherung erhalten werden.
</p>
<p>
<b>Gesundheitsexperte: </b>Wenn nicht, wie soll denn<br />
sonst das Eckpunkte-Papier der Koalition umgesetzt werden, in dem<br />
ja davon die Rede ist, dass Privatversicherte ihre Altersrückstellungen<br />
mitnehmen können? Wie soll das finanziert werden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Die Mitnahme der Altersrückstellung<br />
ist deshalb vorgesehen, damit auch Privatversicherte eine Wahlmöglichkeit<br />
unter den Versicherungsunternehmen haben. Zurzeit ist es nur theoretisch<br />
möglich, von der Versicherung A in die Versicherung B zu wechseln,<br />
weil die bei der jeweiligen Versicherung gebildeten Altersrückstellungen<br />
nicht mitgenommen werden können. Und wer glaubt, durch Auflösen<br />
der privaten Krankenversicherung könnte die gesetzliche Krankenversicherung<br />
finanziert werden, geht von der falschen Annahme aus, dass in der<br />
privaten Versicherung nur Höchstverdiener versichert sind.<br />
Tatsache ist jedoch, dass in der privaten Versicherung rund 1 Mio.<br />
Versicherte über der Versicherungspflichtgrenze von 4000 Euro<br />
verdienen, in der gesetzlichen sind es rund 11 Mio., die darüber<br />
verdienen, das heißt, dass es prozentual praktisch vergleichbar<br />
ist.
</p>
<p>
<b>ace555:</b> Was ist denn nun dran an diesen Gerüchten<br />
um die angeblich geplanten Leistungskürzungen, die die BILD<br />
heute Morgen verkündet hat?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Zunächst die Mitteilung,<br />
es gäbe einen Gesetzesentwurf, entbehrt jeder Grundlage. Zum<br />
anderen: Was die veröffentlichten Zahlen angeht, so sind dies<br />
Modellrechnungen, die in verschiedenen Ministerien oder Fachgruppen<br />
schon einmal angestellt wurden. Die aber so nicht umgesetzt werden<br />
können. Die Koalition wird unmittelbar nach der Gesundheitsreform<br />
auch die Reform der Pflegeversicherung angehen. Die Zahlen, die<br />
heute veröffentlicht wurden, spiegeln den Eindruck wider, dass<br />
man die ambulante Versorgung höher vergüten und die stationäre<br />
Versorgung weniger vergüten will. Dies ist theoretisch richtig,<br />
nur in der Praxis führt das zu folgenden Schwierigkeiten: Würden<br />
diese drastischen Kürzungen im stationären Bereich kommen,<br />
würden viele Pflegeversicherten wieder in die Sozialhilfe fallen.<br />
Um genau dies zu verhindern, ist damals die Pflegeversicherung eingeführt<br />
wurden. Ein zweiter Gesichtspunkt: Wenn es jetzt schon Städte<br />
mit 65% Singlehaushalten gibt, müssen erstmal die Strukturen<br />
geschaffen werden, dass eine ambulante Pflege überhaupt vor<br />
Ort durchgeführt werden kann.
</p>
<p>
<b>Leser: </b>Wird die Gesundheitsreform das unwirtschaftliche<br />
System der stationären und ambulanten Pflege aufbrechen? Beispielsspweise<br />
Schweden hat dort mit einer Vereinheitlichung beachtliche Erfolge<br />
erzielt.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Es ist richtig, dass wir<br />
ambulante Pflege stärken wollen, nur die Problematik der Finanzierung<br />
kann nicht dadurch gelöst werden, dass sich Pflegebedürftige<br />
im stationären Bereich wieder auf Sozialhilfe verschieben.<br />
Hier gilt es, einen sinnvollen Mittelweg zu finden und man muss<br />
den Leuten auch wieder klar ins Bewusstsein bringen, dass die Pflegeversicherung<br />
keine Vollversicherung ist.
</p>
<p>
<b>Shaggy:</b> Müsste nicht ergänzend zur Gesundheitsreform<br />
noch viel mehr Gewicht auf Prävention gelegt werden? Nicht<br />
nur in Form von Aufklärung, sondern auch in Form tatsächlicher<br />
Anreizprogramme?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Ja, das kann ich voll<br />
und ganz unterstützen. Nur was Prävention angeht, brauchen<br />
wir auch einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung. Es kann<br />
nicht sein, dass man Prävention, z.B. was Bewegung und Ernährung<br />
angeht nur dann akzeptiert, wenn sie über Krankenkassenbeiträge<br />
finanziert wird. Wir brauchen generell mehr Eigenverantwortung was<br />
Rauchen, Trinken und Übergewicht angeht. Wir geben in Deutschland<br />
sehr viel Geld für die Behandlung von Krankheiten aus und noch<br />
zu wenig für die Verhütung von Krankheiten und hier geben<br />
wir mit der neuen Reform den Krankenkassen die Möglichkeit,<br />
spezielle Versorgungsformen ihren Patienten anzubieten.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Essen, Trinken und selbst Rauchen<br />
gehören zu unserer Kultur dazu. Warum wird dieser Umstand nicht<br />
realistischerweise eingeräumt?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Da müssen wir alles<br />
tun, dass wir in der Gesellschaft mehr Akzeptanz für mehr Eigenverantwortung<br />
zunächst bekommen und auch die Rahmenbedingungen dementsprechend<br />
stellen. Als Beispiel: Es nützt mir nichts, wenn ich mit einem<br />
Bundesgesetz erreichen will, dass gegen die Übergewichtigkeit<br />
mehr für Bewegung und richtige Ernährung getan werden<br />
soll und gleichzeitig auf der Länderebene die Turnstunden gestrichen<br />
und die Ernährungsberatungen an den Landratsämtern eingestellt<br />
werden. Dies passt nicht zusammen.
</p>
<p>
<b>interessiert:</b> Denken Sie dass wirklich alle krank<br />
sind, die zum Arzt gehen, bzw. warum kann es auch in der gesetzlichen<br />
Versicherung keine Rückerstattung von Beiträgen bei nicht<br />
in Anspruchnahme geben?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Zunächst einmal haben<br />
wir mit Einführung der Praxisgebühr eine Maßnahme<br />
ergriffen, um nicht notwendige Arztbesuche zu verhindern. Dies hat<br />
im ersten Jahr nach Inkrafttreten dazu geführt, dass ca. 10%<br />
weniger Arztbesuche in Anspruch genommen wurden, was wiederum zu<br />
einer zweistelligen Minderausgabe aufgrund von ärztlichen Verordnungen<br />
geführt hat. Aus diesem Grund halte ich nach wie vor die Praxisgebühr<br />
als Steuerungsinstrument &#8211; und man muss ehrlich dazusagen auch als<br />
Finanzierungsinstrument &#8211; für sinnvoll.
</p>
<p>
<b>icarus:</b> Rauchen als Bestandteil einer Kultur?<br />
Merkwürdiger Kulturbegriff, Herr Moderator.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Es ist wie immer eine<br />
Frage der Dosis. Für mich ist es Kultur, zu trinken, aber Saufen<br />
hat mit Kultur nichts zu tun.
</p>
<p>
<b>Seehofer:</b> Wenn alle gesund leben, werden ja auch<br />
alle älter. Wäre das nicht ein größeres Problem<br />
für die Krankenkassen und das Gesundheitssystem?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Eindeutig nein. Wir müssen<br />
nur dafür sorgen, dass die Menschen gesund älter werden.<br />
Die tatsächlichen hohen Kosten entstehen immer in den letzten<br />
beiden Lebensjahren unabhängig, ob dies bei einem 80- oder<br />
einem 60-Jährigen ist.
</p>
<p>
<b>Leserin:</b> Wird es die Gesundheitsreform Privatversicherten<br />
ermöglichen, in die gesetzliche KV zurückzukehren?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Hier ist diese Rückkehrmöglichkeit<br />
nur gegeben, wenn man seine Altersrückstellungen mitnehmen<br />
könnte. Dies bedeutet allerdings auch, dass jemand, der von<br />
der Gesetzlichen wieder zurück will in die Private, dies ebenfalls<br />
tun müsste. Hier gibt es noch große rechtliche Probleme,<br />
die z.Z. überprüft werden. Aber künftig haben Privatversicherte<br />
auch die Möglichkeit, in einen kostengünstigeren Basistarif<br />
zu wechseln. Damit dürfte ihr angesprochenes Problem gelöst<br />
werden können. Eine konditionsfreie Rückkehr haben wir<br />
früher schon gesetzlich deshalb verboten, weil sonst viele<br />
Menschen in jungen Jahren in die Private zu niedrigen Beiträgen<br />
gehen und im Alter dann wieder in die kostengünstigere gesetzliche<br />
wechseln wollten. Diese Rosinenpickerei wurde zu Recht unterbunden.
</p>
<p>
<b>Rozo: </b>Was tut jemand wie Sie, also jemand mit<br />
einem Fulltime-Job, um sich fitzuhalten?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Ja leider viel zu wenig.<br />
Damit ist ja auch mein Übergewicht zu erklären, aber ich<br />
habe mir, wie so oft, zu Jahresbeginn vorgenommen, jeden Tag mindestens<br />
zehn Minuten auf dem Heimtrainer etwas zu tun, selbst wenn es nachts<br />
um 2 Uhr ist. Ich bin ganz ehrlich, es fällt mir schwer, aber<br />
seit Jahresbeginn habe ich so auch sieben Kilo verloren.
</p>
<p>
<b>GKV Verunsicherter:</b> Was wird aus dem Risikostrukturausgleich?<br />
Dieser verhindert doch nur, dass kranke Kassen Pleite gehen! Die<br />
Insolvenz einer Krankenkasse wäre doch kein Nachteil für<br />
die Patienten, die ja jederzeit wechseln können.
</p>
<p>
<b>Monarchist:</b> Was wird aus dem Risikostruktur-Ausgleich?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Der Risikostrukturausgleich<br />
(RSA) muss zielgenauer, einfacher und gerechter gestaltet werden.<br />
Wir sind z.Z. mit einer Arbeitsgruppe daran, dies zu erarbeiten.<br />
Er darf nicht wie der bisherige RSA manipulationsanfällig sein.<br />
Die Verknüpfung der Chronikerprogramme mit dem RSA halte ich<br />
für verkehrt, da hier nur die Kasse einen finanziellen Vorteil<br />
und nicht wie vorgesehen der chronisch Kranke eine bessere Versorgung<br />
erhält.
</p>
<p>
<b>valentin:</b> Die Krankenkassen geben Geld aus für<br />
Telefonaktionen &#8211; Beispiel Anruf, ob man einen Auslandskrankenschein<br />
brauche &#8211; dafür werden Leute bezahlt und angestellt. Ich konnte<br />
es nicht fassen, das ist rausgeschmissenes Geld.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Es gibt verschiedene Aktionen,<br />
wo ich auch sage, das Geld wäre sinnvoller für die Versorgung<br />
der Patienten angelegt. Wir werden künftig durch das Fondmodell<br />
die Finanzströme transparenter machen und wenn eine Krankenkasse<br />
für Verwaltung und Werbung zuviel Geld ausgibt, hat jeder die<br />
Möglichkeit, in eine Kasse zu wechseln, die mit den Beitragsgeldern<br />
effizienter und sinnvoller umgeht.
</p>
<p>
<b>pennallo:</b> Würden nicht zehn Krankenkassen<br />
reichen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Hierzu muss man auch folgendes<br />
zur Kenntnis nehmen: Als ich 1990 in den Bundestag kam, hatten wir<br />
1207 Krankenkassen, die weniger Verwaltungskosten hatten, wie heute<br />
die 251. Nachdem von den 251 rund 200 Betriebskrankenkassen sind,<br />
haben wie quasi 50 Krankenkassen, deren Zahl sich aus marktwirtschaftlichen<br />
Gründen die nächste Zeit weiter reduzieren wird. Ich sehe<br />
hier keine Notwendigkeit, dass der Gesetzgeber eingreifen muss,<br />
nämlich die Vorstellung, dass man den Krankenkassen eine Mindestanzahl<br />
von Mitgliedern vorschreibt, um mehr Wirtschaftlichkeit zu erreichen<br />
ist falsch. Es gibt große und kleine Krankenkassen, die mit<br />
niedrigen Verwaltungskosten oder auch beide Kassengrößen,<br />
die mit hohen Verwaltungskosten arbeiten. Die Größe der<br />
Kasse sagt nichts über deren Effizienz der Verwaltung aus.
</p>
<p>
<b>Lilo:</b> Wie genau funktioniert dieser Fonds?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Die Grundstruktur des<br />
Fonds: Arbeitgeber und -nehmer zahlen an eine Stelle einen festgelegten<br />
Beitrag. Zu diesen Beiträgen wird der Fonds zusätzlich<br />
aus einem Steueranteil finanziert. Aus diesem Fond erhalten die<br />
Krankenkassen für jeden Versicherten eine risikoadjustierte<br />
Pauschale. Das heißt, künftig hat jede Krankenkasse die<br />
gleichen Startchancen, um in einen Wettbewerb um die beste Versorgungsform<br />
ihrer Versicherten treten zu können.
</p>
<p>
<b>shakesbeere: </b>Hallo Herr Zöller, wie sieht<br />
es zukünftig für junge Familien aus? Ist in der heutigen<br />
Zeit diese &quot;Reform&quot; überhaupt noch finanzierbar oder<br />
gibt es gerade für Familien ein akzeptables Paket?
</p>
<p>
<b>marco p: </b>Als Vater zweier Kinder ist es mir finanziell<br />
nicht möglich, Zusatzversicherungen abzuschließen. Ist<br />
es auch mal geplant in dieser Hinsicht Familien zu entlasten, damit<br />
diese überhaupt eine Möglichkeit bekommen, Zusatzversicherungen<br />
abzuschließen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Wenn man die gesetzliche<br />
Krankenversicherung betrachtet, ist sie eine der Versicherungsformen,<br />
die den Familien am weitesten entgegenkommt. In ihrem Fall sind<br />
sie z.B. mit einem Beitrag komplett mit ihrer Familie versichert,<br />
d.h. der Ehepartner und ihre Kinder sind beitragsfrei mitversichert.
</p>
<p>
<b>Mheuyer:</b> Sollen die Kinder von Privatversicherten<br />
in Zukunft kostenfrei mitversichert werden können – so<br />
wie das bei gesetzlich Versicherten zurzeit der Fall ist?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Es wird garantiert nicht<br />
so sein können, dass privat versicherte Kinder kostenfrei mitversichert<br />
werden können. Wenn jedoch über eine Steuersäule<br />
die beitragsfreie Mitversicherung der Kinder in der gesetzlichen<br />
Krankenversicherung finanziert wird, was beim gegenwärtigen<br />
Stand einen Betrag von 70 Euro bedeutet, muss dieser gleiche Betrag<br />
aus verfassungsrechtlichen Gründen natürlich auch den<br />
Kindern in der PKV zur Verfügung gestellt werden.
</p>
<p>
<b>rone:</b> Was, denken Sie, kann gegen die sich immer<br />
deutlicher abzeichnende Zweiklassenmedizin unternommen werden? Es<br />
ist doch so, dass Ärzte Privatpatienten, allein um Ihre Praxen<br />
zu finanzieren &#8211; bevorzugen &#8211; bei der Terminvergabe, natürlich<br />
auch beim Leistungsspektrum. Irgendwie ist es doch ganz schön<br />
degradierend, wenn Privatversicherte Freunde von mir einen Termin<br />
am nächsten Tag bekommen, ich aber als Kassenpatient über<br />
einen Monat warten muss?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Zunächst muss man<br />
feststellen, dass die GKV per Definition nur das medizinisch notwendige<br />
finanziert, während in einer privaten Versicherung können<br />
sie gegen den entsprechenden Beitrag auch zusätzliche Leistungen<br />
absichern. Die Ursache, dass ein Privatversicherter beim Arzt eher<br />
einen Termin bekommt, liegt nicht in der PKV sondern in der zurzeit<br />
noch geltenden Budgetierung der Ärzte. Wenn ein Budget des<br />
Arztes am Quartalsende aufgebraucht ist und er nur noch Kassenpatienten<br />
kostenlos behandeln kann, ist es mehr als verständlich, dass<br />
er einen Privatpatienten vorzieht, von dem er eine Vergütung<br />
erhält und der Kassenpatient terminlich ins nächste Quartal<br />
verschoben wird. Will man diese Ungerechtigkeit beseitigen, muss<br />
man dafür sorgen, dass die Ärzte unabhängig von einem<br />
Budget für die Behandlung eines Kassenpatienten vergütet<br />
werden.
</p>
<p>
<b>Student2006:</b> Wann wird die PKV endlich in die<br />
GKV integriert? Schließlich kann die PKV ohne die Strukturen,<br />
welche die GKV größtenteils finanziert nicht erfolgreich<br />
wirtschaften!
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Es wäre genauso verkehrt,<br />
die PKV in die GKV zu integrieren. Da würden z.B. gute Risiken<br />
in der in der PKV &#8211; Familie mit vier Personen zahlen vier Beiträge<br />
&#8211; zu schlechten Risiken in der GKV, da dann die vier Personen mit<br />
einem Beitrag versichert werden. Die Auflösung der PKV löst<br />
keine Probleme, im Gegenteil. In verschiedenen Krankenhäusern<br />
und Arztpraxen wäre eine wirtschaftliche Führung ohne<br />
die höheren Entgelte der Privatversicherten nicht mehr möglich.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben. Unsere Bitte um<br />
Verständnis an jene, die wir heute mit ihrer Frage nicht berücksichtigen<br />
konnten. Unser besonderer Dank gilt Wolfgang Zöller, der sich<br />
für uns Zeit genommen hat. Der nächste Chat findet am<br />
kommenden Mittwoch statt. Unser Gast ist dann ab dreizehn Uhr der<br />
SPD-Bundestagsabgeordnete Dieter Wiefelspütz. Das letzte Wort<br />
gehört Ihnen, Herr Zöller.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Zöller: </b> Ich glaube wir können<br />
alle Sozialsysteme noch so oft reformieren wie wir wollen, wenn<br />
nicht bei allen Beteiligten, angefangen vom Patient, über den<br />
Arzt bis zum Politiker, nicht mehr Moral praktiziert wird, fahren<br />
wir alle Systeme an die Wand.
</p>
<p class="normal">
</p>
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