<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Inszenierung &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/inszenierung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Inszenierung &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Politik als Marke</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politik_als_marke-93/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politik_als_marke-93/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Inszenierung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/politik_als_marke-93/</guid>

					<description><![CDATA[<p><strong>Pünktlich zur bevorstehenden Bundestagswahl ist &#8222;Politik        als Marke&#8220;, ein Sammelband über Zusammenhänge und        gegenwärtige Trends in der politischen Kommunikation und als        Ergebnis eines im April 2004 in Berlin veranstalteten Kongresses        erschienen. Die Herausgeber Axel Balzer, Marvin Geilich und Shamim        Rafat versprechen auf dem Klappentext, die Bedeutung von Qualitätsjournalismus,        das Standing der Parteien vor der Bundestagswahl 2005, die Frage        nach der Glaubwürdigkeit von Politik und schließlich        auch die Rolle von &#8222;Big Mäc&#8220; Joschka Fischer erörtern        zu wollen. Inwieweit werden sie diesem Anspruch gerecht? Eine Rezension.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pünktlich zur bevorstehenden Bundestagswahl ist „Politik als Marke“, ein Sammelband über Zusammenhänge und gegenwärtige Trends in der politischen Kommunikation und als Ergebnis eines im April 2004 in Berlin veranstalteten Kongresses erschienen. Die Herausgeber Axel Balzer, Marvin Geilich und Shamim Rafat versprechen auf dem Klappentext, die Bedeutung von Qualitätsjournalismus, das Standing der Parteien vor der Bundestagswahl 2005, die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Politik und schließlich auch die Rolle von „Big Mäc“ Joschka Fischer erörtern zu wollen. Inwieweit werden sie diesem Anspruch gerecht? Eine Rezension.<!--break--></strong><br />
Der Titel des Buches wirft eine Frage auf: Ist Politik eine Marke? Ja, sagen die Herausgeber und beziehen sich dabei auf die Markenführung kommerzieller Unternehmen, die sie zunehmend auch durch Parteien und in der politischen Kommunikation angewendet sehen. Der Sammelband „Politik als Marke“, der diese These erörtern soll, ist in fünf inhaltliche und einen dokumentarischen Teil untergliedert.<br />
<strong>Markenaspekte in fünf Akten</strong><br />
In Teil Eins wird, zunächst aus politikwissenschaftlicher, dann aus Politiker- und schließlich aus journalistischer Sicht, auf die Rolle der Medien im Rahmen der politischen Kommunikation Bezug genommen. Im zweiten Teil werden ausgewählte Aspekte des Austauschprozesses zwischen Politik und Öffentlichkeit thematisiert. Ulrich Sarcinelli befasst sich in diesem Zusammenhang mit der Rolle des Kandidaten in medienzentrierter Zeit, und Brigitte Zypries versucht eine Auseinandersetzung mit dem Markenbegriff im Bezug auf Politik.<br />
Im Dritten Teil wird schließlich die Bedeutung von Markenführung und politischer Public Relations thematisiert. Frank Brettschneider erörtert in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Spitzenkandidaten als Produkt und Marke seiner Partei und kommt zu dem Schluss, dass die Rolle des Spitzenkandidaten, die allgemein im Bezug auf die Wahlentscheidung des Wählers ohnedies eher überschätzt wird, zwar gewisse Parallelen zu der Markenentwicklung in einem kommerziellen Unternehmen aufweist, mit dieser aber nicht gleichzusetzen ist.<br />
Rupert Ahrens, der seinen Aufsatz unter die scharfsinnige Erkenntnis „Politik ist nicht Persil“ stellt, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Parteien verwenden zwar schon mal Marketingstrategien, aber das heißt noch lange nicht, dass sich politische Kommunikation und kommerzielle Markenkommunikation über einen Kamm scheren lassen.<br />
Es folgt ein ausführlicher vierter Teil, in dem Strategien der Wahlkampfführung anhand exemplarischer Beispiele erörtert werden und ein fünfter Teil, der sich noch einmal explizit der Rolle des Kandidaten und der Bedeutung von TV-Duellen widmet, bevor der Band mit der Dokumentation einer Podiumsdiskussion, die auf dem Kongress „Politik als Marke“ im April 2004 stattgefunden hat, abgeschlossen wird.<br />
<strong>Das Who-is-Who der politischen Kommunikation</strong><br />
„Politik als Marke“ ist kein rein wissenschaftliches Buch, vielmehr wird die Bedeutung und Entwicklungsdynamik politischer Kommunikation aus unterschiedlichen Perspektiven erörtert. Die Autorenliste, die sich wie das Who-is-Who der politischen Kommunikation liest, setzt sich aus Journalisten, wie Sandra Maischberger und Sabine Christiansen, aus Politikern, wie Johannes Rau und Volker Kauder, Beratern wie Coordt von Mannstein und aus organisatorisch Verantwortlichen, wie dem Wahlkampfmanager der NRW-Grünen Michael Ortmanns zusammen. Nicht zuletzt haben auch renommierte Politikwissenschaftler wie Karl-Rudolf Korte, Barbara Pfetsch, Andreas Dörner und Rüdiger Schmitt-Beck zur Feder gegriffen.<br />
Der Sammelband „Politik als Marke“ empfiehlt sich somit vor allem aufgrund seiner hochkarätigen Autorenliste und der dadurch entstehenden perspektivischen Vielfalt insbesondere für jene zur Lektüre, die sich einen ersten Überblick über gegenwärtige Debatten und Entwicklungstrends im Dunstkreis politischer Kommunikation verschaffen möchten.<br />
<strong>Die Frage nach der Frage</strong><br />
Als wissenschaftlichen Beitrag in Betracht gezogen, müssen sich die Autoren, allesamt examinierte Politikwissenschaftler, aber auch die eine oder andere kritische Nachfrage bezüglich ihrer plakativen These „Politik als Marke“ gefallen lassen. Denn Politik ist ja kein homogenes Kommunikationsprodukt, das als Marke kommunizierbar wäre. Vielmehr ist politische Kommunikation die Summe vieler verschiedener Teilstrategien und Kommunikationsziele, die in Konkurrenz zu einander stehen und jeweils einzeln betrachtet an Markenaspekten und Marketingprämissen orientiert sein können.<br />
Nicht zuletzt sei angemerkt, dass die Anwendung betriebswirtschaftlicher Begriffe und Konzepte in der Gesamtbetrachtung der im Band veröffentlichten Aufsätze zum einen etwas uneinheitlich, zum anderen stellenweise schlichtweg falsch daherkommt. Marketing, Werbung und Public Relations bezeichnen einfach nicht ein und dasselbe. Und auch wenn es hier nicht um die Erörterung betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge geht, wäre eine dezidiertere Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Bedeutung der Konzepte und Begriffe an der ein oder anderen Stelle wünschenswert gewesen.<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politik_als_marke-93/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kanzlermacher 2006</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wahlkampf-kongress_artikel1-shtml-2762/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wahlkampf-kongress_artikel1-shtml-2762/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Inszenierung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-kongress_artikel1-shtml-2762/</guid>

					<description><![CDATA[
                              Der Tagungsband zum ersten studentischen Kongress für politische Kommunikation in Deutschland ist erschienen. Ein lohnender Rückblick auf kommende Trends für die Kanzlermacher von morgen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Tagungsband zum ersten studentischen Kongress für politische Kommunikation in Deutschland ist erschienen. Ein lohnender Rückblick auf kommende Trends für die Kanzlermacher von morgen.<!--break--></p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Der Tagungsband zum ersten studentischen Kongress für politische Kommunikation in Deutschland ist erschienen. Ein lohnender Rückblick auf kommende Trends für die Kanzlermacher von morgen.</strong>
                            </p>
<p>Der Wahlkrimi zur vergangenen Bundestagswahl ist so manchem noch gut im Gedächtnis. Denkbar knapp hat Rot-Grün eine zweite Chance bekommen. Zeit zum Feiern blieb nicht, denn nach der Wahl ist vor der Wahl. 2004 ist das Superwahljahr: Tausende von Parteimitgliedern und Kampagnenhelfern stehen schon wieder in den Startlöchern. Die Europawahl sowie mehrere Landtags- und Kommunalwahlen stehen in diesem Jahr an. Pünktlich zum Superwahljahr 2004 geben Jenaer Studierende nun das Buch<br />
                            <a href="http://www.kanzlermacher.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Trends der politischen Kommunikation“</a> heraus. Im Tagungsband können Kampagnenmacher nachlesen, wie Politik interessant vermittelt wird und wie man sich gegen Politikverdrossenheit wehrt. Nicht zuletzt werden schon jetzt die Kanzlermacher zur Bundestagswahl 2006 gesucht. Sie sollen maßgeblich dazu beitragen, wer in zwei Jahren das Rennen macht.</p>
<p>
                            <strong>Ein Rückblick<br />
                            <br /></strong>Mit dem „Forum. Medien. Politik.“ fand im Frühjahr 2003 in Jena der erste studentische Kongress für politische Kommunikation in Deutschland statt. Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien debattierten mit Studenten über Trends für die Kanzlermacher 2006.</p>
<p>Das Bild der Politik &#8211; und wie es medial vermittelt wird &#8211; hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Der Terminus „politische Kommunikation“ ist in Deutschland kein Fremdwort. Politische Talkshows, TV-Duelle, Negative Campaigning, Online-Wahlkampf, Personalisierung, Inszenierung, symbolische Politik und Infotainment prägen unser politisches Alltagsverständnis. Politikerinnen und Politiker bedienen sich in immer professionellerer Formen der politischen Kommunikation. Die freie Wirtschaft und eigens entstandene Wirtschaftszweige verkaufen dazu die passenden Strategien und Kampagnen. Diese wiederum werden von Wissenschaftlern analysiert und von den Medien thematisiert. Das<br />
                            <a href="http://www.kanzlermacher.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Forum. Medien. Politik.“</a> bot einen Rahmen zu spannenden und strittigen Diskussionen. Von dem Kongress ging aber auch der Aufruf zur Weiterentwicklung der politischen Kommunikation in Deutschland aus.</p>
<p>„Die Notwendigkeit, dass die Parteien ihre Kommunikation weiter professionalisieren müssen, steht außer Frage“, sagte Matthias Machnig in Jena. „Ich gehe davon aus, dass sich die Tendenz von 2002 zur Bundestagswahl 2006 fortsetzen wird.“ Machnig war von 1999 bis Ende 2002 Bundesgeschäftsführer der SPD und verantwortlich für die Wahlkampfzentrale Kampa in den Bundestagswahlkämpfen 1998 und 2002. Er weiß sehr genau, wie man Wahlen gewinnt und wie man Politik und Politiker verkaufen kann. Mit dem Aufbau der Wahlkampfzentrale Kampa wurde dies eindrucksvoll gezeigt.</p>
<p>„1998 war auch der Anfang der Professionalisierung von Politik in Deutschland“, so Axel Wallrabenstein, PR-Berater der Agentur<br />
                            <a href="http://www.publicis.de" target="_top" rel="noopener noreferrer">Publicis Public Relations GmbH</a>. Deutschland habe dies lange Zeit verschlafen. „Jetzt sind wir auf dem Wege und können viel von Amerika lernen.“ Wallrabenstein hält langfristige Planungen und die politische „Großwetterlage“ für die entscheidenden Faktoren. „Nur wer aus Stimmungen Stimmen macht und dies kommunizieren kann, der gewinnt.“ Für Machnig, der jetzt in der Geschäftsleitung der internationalen Management- und Technologieberatung<br />
                            <a href="http://www.boozallen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Booz Allan Hamilton</a> arbeitet, steht dagegen „Zukunfts- und Führungskompetenz zu signalisieren“ im Vordergrund. Doch was müssen die Kanzlermacher seiner Meinung nach noch zur Bundestagswahl 2006 beachten?</p>
<p>
                              <strong>Kanzlermacher 2006 gesucht: Elektronische Medien gewinnen an Bedeutung und weitere Trends für politische Kommunikation</strong>
                            </p>
<ul>
<li>Parteien haben klägliche finanzielle Mittel.
</li>
<li>Parteibindungen sind weiter rückläufig, die beiden Volksparteien haben etwa zehn bis zwölf Prozent Stammwähler, es wird immer mehr Last-Minute-Wähler geben.
</li>
<li>Personen und Bilder werden wichtiger, weil den Parteien in einer differenzierten Mediengesellschaft nichts als Personalisierung ihrer Spitzenkandidaten übrig bleibt.
</li>
<li>Klassische Werbung und professionalisierte politische Kommunikation werden bedeutender.
</li>
<li>Die Mediengesellschaft wird weiter eine wichtige Bedeutung haben. Die elektronischen Medien gewinnen in Zukunft an Bedeutung.
</li>
<li>Eine enorme Beschleunigung an Informationen und ein Überangebot an Medien wird es zunehmend schwieriger für die Politik machen, ihre Themen zu steuern.
</li>
<li>Meinungsforschung wird intensiviert.</li>
</ul>
<p>Wie auch immer es mit der politischen Kommunikation weitergeht, oder welche Ergebnisse aus den<br />
                            <a href="http://www.forummedienpolitik.de/aktuell.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Workshops in Jena</a> sich bewahrheiten, für Machnig stand fest: Die Parteien müssen sich weiter professionalisieren und gesteuerte Medienkampagnen organisieren. Und die politischen Kommunikationsstrategen müssen nachdenken, wie sie politische Symbole entwickeln beziehungsweise weiterentwickeln können. „Ich freue mich jedenfalls auf den Bundestagswahlkampf 2006, weil ich ihn nicht machen muss. Sondern mir einfach anschauen kann.“</p>
<p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wahlkampf-kongress_artikel1-shtml-2762/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kongress Politik als Marke</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfkongress_artikel3-shtml-2789/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfkongress_artikel3-shtml-2789/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Inszenierung]]></category>
		<category><![CDATA[Spin-Doctor]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampfkongress_artikel3-shtml-2789/</guid>

					<description><![CDATA[                              Berliner Studierende veranstalten den Kongress „Politik als Marke – Politik zwischen Kommunikation und Inszenierung“ am 26. April 2004. Teilnehmen werden u.a. Sandra Maischberger, Matthias Machnig und Michael Spreng.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Berliner Studierende veranstalten den Kongress „Politik als Marke – Politik zwischen Kommunikation und Inszenierung“ am 26. April 2004. Teilnehmen werden u.a. Sandra Maischberger, Matthias Machnig und Michael Spreng.<!--break--></p>
<p><strong></p>
<p>Berliner Studierende veranstalten den Kongress „Politik als Marke – Politik zwischen Kommunikation und Inszenierung“ am 26. April 2004. Teilnehmen werden u.a. Sandra Maischberger, Matthias Machnig und Michael Spreng.</strong></p>
<p>Die Trias von Politik, Medien und Gesellschaft ist in Bewegung: sozialer und gesellschaftlicher Wandel, der Wandel der Beziehungen von Wählern zu Politik und Parteien und der Wandel der Medienlandschaft bedingen sich gegenseitig.</p>
<p>In Zeiten einer immer stärker medienvermittelten politischen Kommunikation gilt es, auf wachsende Herausforderungen zu reagieren: Die Bedeutung des Leitmediums Fernsehen und die Entwicklung neuer Medien stellen die Politikvermittlung vor neue Aufgaben. Immer komplexere Inhalte werden als immer einfachere Botschaften kommuniziert. Die mitgeteilte Information bezieht sich nicht mehr auf den Gebrauchswert des Produkts Politik, sondern zumeist auf das Image einer Marke. Jede politische Entscheidung ist zugleich vermittelte Politik. Sie entfaltet oder verfehlt kommunikative Wirkungen.</p>
<p>Zeitgemäße Werbestrategien setzen auf die Entwicklung von Markenbewusstsein. Sie kommunizieren statt eines konkreten politischen Produkts eine Marke und damit eine ganze Produktwelt, die mit dem sorgsam entworfenen Image übereinstimmt. Hierdurch ergibt sich ein verändertes Bild von Politik in der Gesellschaft &#8211; im Schatten der Diskussionen um Personalisierung, Mediatisierung, Visualisierung und Infotainment fürchten Kritiker einen Substanzverlust. Sie sehen die Glaubwürdigkeit von Politik auf dem Spiel. Ist Politik nur noch Kommunikation?</p>
<p>Diese Entwicklungen waren für Berliner Studierende der Politikwissenschaft Anlass, den ersten studentisch organisierten Kongress zur politischen Kommunikation in Berlin zu veranstalten. Die Organisatoren, allesamt Mitglieder der studentischen Agentur „Politikfabrik“, möchten mit<br />
<a href="http://www.politik-als-marke.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Politik als Marke“</a> eine Plattform für inhaltliche Diskussionen und zum Austausch zwischen Politik, Medien und Wirtschaft untereinander sowie mit dem akademischen Nachwuchs bieten.</p>
<p>Im Rahmen des Kongresses werden die Themen „politische Kommunikation“ und „Glaubwürdigkeit in der Politik“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Mit welchem Selbstverständnis kann sich ein Journalist der auf Agenda-Setting angelegten Medienarbeit politischer Parteien entziehen und investigativen Journalismus betreiben? Welchen Beitrag können politische Werbung und politische PR leisten, um der wachsenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken – oder sind sie gar mitverantwortlich für dieses Phänomen? Politik zwischen Kommunikation oder Inszenierung – die Vermittlung von politischen Inhalten oder das Verkaufen von Illusionen – wohin bewegt sich die politische Kommunikation?</p>
<p>Die politischen Akteure jagen immer mehr der tagespolitischen Aktualität hinterher und versuchen sich selbst zu vermarkten. Oder werden Sie dazu getrieben? Wer also ist Jäger und wer Gejagter in diesem Spiel? Bleibt vor lauter Vermarktung genügend Kraft für die Gestaltung politischer Inhalte? Und wo bleibt da die persönliche Authentizität?</p>
<p>Unter der Schirmherrschaft der TV-Journalistin Sandra Maischberger werden zahlreiche Experten aus Politik, Journalismus, politischer Werbung und politischer PR diskutieren.</p>
<p>Hauptvorträge haben u. a. Rupert Ahrens (Geschäftsführer Ahrens&amp;Bimboese), Prof. Dr. Günter Bentele (Universität Leipzig) und Wolfram Weimer (Chefredakteur von „Cicero“) zugesagt.</p>
<p>Auf dem Nachmittags-Podium „Politik als Marke“ werden vier „Wahlkampf-Macher“ aus dem Bundestagswahlkampf 2002 diskutieren: Dr. Fritz Goergen, der Erfinder des „Projekt 18“ der FDP, Bernd Heusinger, Geschäftsführer der Agentur Zum goldenen Hirschen, die für den Grünen-Wahlkampf verantwortlich zeichnete, Matthias Machnig, KAMPA-Chef in den Jahren 1998 und 2002 sowie Michael Spreng, Leiter des Stoiber-Teams 2002.</p>
<p>Am Abend wird es persönlich: im Rahmen der Podiumsdiskussion zum Thema „Mensch als Marke“ erwarten die Organisatoren die Berliner Marke Eberhard Diepgen, die alternative Marke Hans-Christian Ströbele und Silvana Koch-Mehrin, eine Marke im Aufbau. Ergänzt wird die Runde durch Axel Wallrabenstein, also die Sicht eines „Markenmachers“ sowie Giovanni di Lorenzo und Claus Strunz, die aus Sicht der Medien argumentieren werden.</p>
<p>Der Kongress findet am 26. April 2004 im dbb forum berlin statt. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung unter<br />
<a href="http://www.politik-als-marke.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.politik-als-marke.de</a> &#8211; Teilnahmebeitrag 30.- Euro (Studierende ermäßigt 15.- Euro). politik-digital.de ist Medienpartner des Kongresses.</p>
<p>Der Autor Marvin Geilich ist Kongressleiter von politik-als-marke.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfkongress_artikel3-shtml-2789/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das zweite TV-Duell</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/das_zweite_tvduell-312/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/das_zweite_tvduell-312/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Bieber]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Inszenierung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Dick Morris]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Jo Groebel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Moderator]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberater]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Spin-Doctor]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/das_zweite_tvduell-312/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
tacheles.02 spezial: Chatduell am 8. September 2002, live zum zweiten TV-Duell zwischen Schröder und Stoiber
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
tacheles.02 spezial: Chatduell am 8. September 2002, live zum zweiten TV-Duell zwischen Schröder und Stoiber
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div class="subcolumns">
<div class="c50l">
<div class="subcl">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/jgroebel.jpg" alt="Jo Groebel" align="right" height="85" width="70" />
</div>
</div>
<div class="c50r">
<div class="subcl">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/cbieber_kl.jpg" alt="Christoph Bieber" align="left" height="85" width="77" />
</div>
</div>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Chatterinen und Chatter, herzlich willkommen zum heutigen tacheles.02 spezial Live-Chat mit prominenten Experten! Das Thema heute: Das TV-Duell – das Finale!
</p>
<p>
Unsere Chat-Kontrahenten am heutigen Sonntag, 8.9., 20.30 &#8211; 22.30 Uhr sind: Professor Jo Groebel (Leiter des European Institut for the Media) und Dr. Christoph Bieber (Zentrum für Medien und Interaktivität, Universität Gießen).
</p>
<p>
Diskutieren Sie mit unseren Medienexperten und kommentieren Sie den Verlauf des Duells im tacheles.02-spezial Live-Chat.
</p>
<p>
Herr Groebel ist uns aus Barcelona/Spanien zu geschaltet. Herr Bieber sitzt in Giessen.
</p>
<p>
Zum zweiten Mal treffen heute Kanzler Schröder und Kandidat Stoiber aufeinander. 15 Millionen Zuschauer verfolgten das erste Streitgespräch &#8211; ihr Urteil war gespalten. Wer schlägt sich im zweiten Duell besser? Sind die TV-Duelle wahlentscheidend oder wird viel Wirbel um nichts gemacht? Vor allem wollen ARD und ZDF vermeiden, das sich die beiden Duellanten nicht anschauen, wie noch beim ersten Duell. Beide Wahlkampfzentralen haben einen Brief von den austragenden Sendeanstalten bekommen, indem sie ermutigt werden, den Kontrahenten direkt anzusprechen und anzuschauen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Bieber, glauben Sie, dass wir heute einen anderes Duell sehen werden?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ganz sicher, denn schließlich haben alle &#8211; die Duellanten, die Moderatorinnen &#8211; die Erfahrungen aus dem so genannten &quot;Hinspiel&quot;. Dies trägt sicher dazu bei, dass bestimmte Abläufe und Regeln (Stichwort: Zeitkonto) anders gehandhabt werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Kritik galt ja mehr den formalen Aspekten des Duells. Fehlte die inhaltliche Kritik?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ich denke, eine inhaltliche Kritik ist deshalb nicht so stark gewesen, weil die Inhalte bereits bekannt bzw. wenig spektakulär waren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> &quot;Kultivierte Langeweile&quot; haben Sie die TV-Debatten genannt. Glauben Sie, dass das heute anders wird, Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Das glaube ich sicher. Beide haben dazugelernt, in der Presse wurde soviel über die Langeweile gesagt. und eben in der Vorberichterstattung auch. Die ersten Worte die wir hörten, deuten auf eine dramatischere Situation hin.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Glauben Sie, dass die TV-Duelle die Wahl entscheiden könnten und warum, Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Auf jeden Fall. Wir wissen dass 19 Prozent noch unentschieden sind. Die Wahlen werden in wenigen Prozenten entschieden. Gerade bei dieser zugespitzten Situation des Kopf-an-Kopf-Rennens entscheidet ein Fernsehduell die Wahl.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Da würde ich widersprechen. Ich glaube nicht, dass die Duelle eine solche starke Wirkung auf die Wahlentscheidung haben. Sie können allerdings die aktuellen Umfragen beeinflussen, für eine kurze Zeit. Da ohnehin unklar ist, inwiefern &quot;Medienkonsum&quot; ganz allgemein die Wahlentscheidung beeinflusst, wäre ich auch bei den TV-Duellen eher vorsichtig.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie ist ihr erster Eindruck Herr Groebel? Besser oder gleich?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Das Fernsehduell spitzt Informationen zu und bringt Leute, die ansonsten wenig Informationsquellen nutzten, zu mehr Aufmerksamkeit. Das kann entscheidend sein. Ich wiederhole : Wir sprechen von einer Wahlentscheidung, die durch 1- 2 Prozent getroffen wird. Ich finde es spannender, gerade weil die beiden durch die Umfragen eng aneinander gerückt sind. Die Moderatorinnen haben auch deutlich durch das erste Duell gelernt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und ihr erster Eindruck Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Der Einstieg mit einem Feedback zur letzten Debatte war nicht schlecht. Und auch die Nennung der aktuellen Umfragedaten passte gut dazu.
</p>
<p>
Allerdings scheinen auch Frau Christiansen und Frau Illner die Chance zur Darstellung ihrer Interview-Künste nutzen zu wollen. Ob das der &quot;Sache&quot; immer dienlich ist, wage ich zu bezweifeln. Allerdings ist es jetzt schon &quot;lebendiger&quot; als vor zwei Wochen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie schauen sich aber deutlich öfter an. Ein Erfolg der Moderatorinnen, Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ich empfinde es besser als das letzte Mal. Die Moderatorinnen sind nicht selbstdarstellend, sondern ihr Engagement ist der Dynamik dienlich.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was ist ihre Kritik Herr Bieber an den Moderatorinnen?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> &quot;Kritik&quot; würde ich es noch nicht nennen, aber bei mir entstand der Eindruck, als wollten sie sich ein wenig zu sehr in den Vordergrund moderieren. Und das ist dem Format nicht angemessen, aber vielleicht schlagen da auch meine Ressentiments gegen die allgemeine Organisation der Duelle durch.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ich habe nicht den Eindruck, sie provozieren Fragen um zugespitzte Antworten zu bekommen. Wir haben das Dilemma zwischen Fairness mit Regeln und einer ungeregelten Debatte, die lebendiger wäre, aber einen der beiden benachteiligen würde.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Die Themenwahl scheint mir diesmal etwas geschickter zu sein und auch mehr Zeit für die Formulierung der Fragen wirkt sich meines Erachtens positiv aus.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bekommen die Zuschauer heute mehr Informationen, Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ob auch die Moderatorinnen ein Zeitkonto haben? 😉 Viel mehr an &quot;Info-Input&quot; ist eben innerhalb des Formats nicht möglich.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Die Themenwahl zeigt, wie rasend schnell sich im Moment die politische Agenda ändert. Das Meinungsklima verändert sich rasend schnell und wir haben ganz andere Themen als noch vor zwei Wochen &#8211; Irak ganz prominent.
</p>
<p>
Mein Eindruck ist, dass die Kontrahenten weniger statisch sind &#8211; ganz fundamentale Dinge werden angesprochen.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Das sehe ich auch so. Die Dynamik spiegelt sich auch in ihrer Haltung am Pult wider &#8211; beide sind etwas &quot;beweglicher&quot; als im ersten Duell.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Sie haben sich freigeschwommen aus dem engen Antwortraster und sie greifen eigene Themen auf. Schröder beispielsweise Arbeitslosigkeit in Bayern und Stoiber Alternativen des Umgangs mit den USA.
</p>
<p>
Ich empfinde es angenehm, dass wir nicht mehr von unwürdigen Ermahnungen sich kürzer zu fassen terrorisiert werden,
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Der Zugriff auf die Agenda des Gegners (Arbeitslosigkeit in Bayern) ist eine bewährte Masche aus dem US-Wahlkampf. Offenbar hat zumindest Schröder die Kritik des US-Spin Doctors Dick Morris wahr genommen (&#8230;mehr Material zur Morris-Kritik unter www.grimme-institut.de).
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Die beiden wirken weniger verbissen und angespannt als das letzte Mal.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ich glaube, beiden lastet auch nicht mehr der ganz große Druck der &quot;Duell-Premiere&quot; auf den Schultern.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Dick Morris wurde frühzeitig unter Clinton gefeuert und ist wohl mehr in Deutschland als in den USA zentral. Ich warne vor der großen Ehrfurcht vor großen amerikanischen Profis. Ich empfinde das Duell mehr deutsch als amerikanisch.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Für alle, die die Aussagen von Dick Morris nicht kennen: Kritik am deutschen Wahlkampf von Dick Morris, US-Politikberater &#8211; z.B. Medienberater von EX-US-Präsident Bill Clinton: &quot;Wer als Erster versteht, dass er nur über Themen reden sollte, die er auch beeinflussen kann&quot;, würde laut Dick Morris die Wahl gewinnen. Also das heraushalten der Politik aus der Ökonomie wird hier gefordert. Widerspricht das der Stoiber-Strategie, möglichst viel und oft über die lahmende Konjunktur und die Arbeitslosenzahlen zu sprechen? Bzw. seiner &quot;Schlusslicht-Strategie&quot;?
</p>
<p>
Ist die thematische Beschränkung des Stoiber-Teams im Wahlkampf ein Fehler?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Mir ist ganz wichtig: das deutsche Publikum ist viel öfters mit politischen Diskussionsrunden konfrontiert als das US-Publikum, wo es wirklich nur die Präsidentendebatten gibt.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Aber es gibt doch einen großen Unterschied zwischen Talk-Shows unter der Regie von Fernsehsendern und &quot;offiziellen&quot; Debatten-Ereignissen, die von einem unabhängigen Gremium organisiert werden.
</p>
<p>
Herr Groebel, was ist aus Ihrer Sicht denn das spezifisch &quot;deutsche&quot; an diesen Duellen?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Die andere Einbindung in die politische Kultur ist das &quot;deutsche&quot;&#8230;
</p>
<p>
Man kann das nicht aus dem Umfeld lösen, auch wenn der Ablauf scheinbar amerikanisch ist.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Wenn es die Einbindung in die &quot;politische Fernsehlandschaft&quot; ist, müssen wir aber auch klar sagen, dass dei TV-Duelle dann &quot;nur&quot; ein weiteres Format politischer Unterhaltung sind und nicht mehr.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> In den USA findet so gut wie gar keine Information statt, in Deutschland täglich.
</p>
<p>
Ich stimme dem zum Teil nur zu. Die Funktion des TV-Duells ist sicher auch das Gladiatorenhafte. Aber es gibt auch Inhalte.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sind sie auch für eine unabhängige Kommission zur Organisation der Duelle, Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Es gibt ja, soweit ich weiß, die selbsternannte Institution, ein Gremium, das die Regeln im Auge behält &#8211; das finde ich auch gut, besser als im Nachhinein, eine minutiöse Analyse.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Dieses Gremium hängt allerdings noch ziemlich in der Luft, da sich die Veranstalter, also Parteien und Fernsehsender, relativ deutlich gegen Einflüsse von außen abgeriegelt haben. Noch etwas zur medialen Präsentation der Debatte: Es gibt einige Neuerungen gegenüber der letzten Woche: das Duell wird sowohl im Radio (Deutschlandfunk) wie auch im Internet (tagesschau.de) übertragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie finden Sie die heutige Themenwahl Herr Bieber? Besonders das Thema Personal?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Inzwischen gibt es die ersten Reaktionen der CDU unter wahlfakten.de. Themen: Reformstau und Arbeitslosigkeit.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ein Zwischenruf: Ich finde die Moderatoren sogar &#8211; vor allem Illner &#8211; da sie auch ein bißchen ironisierend rangehen &#8211; sehr angenehm.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ich halte die Themenwahl für etwas geschickter als in der ersten Runde. Personalfragen sind immer ein spannender Punkt. Wobei man nicht zu plakativ werden sollte. Bei der Moderation stimme ich Ihnen zu, Herr Groebel, es wirkt inzwischen recht angenehm und produktiv.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ich stimme auch dem Herrn Bieber zu, daß die Themenwahl weniger verkrampft ist und ganz wichtig ist, daß ein paar Sachen, die bisher im Wahlkampf zu kurz gekommen sind, jetzt zur Sprache kommen, vor allem die absolut wichtige Frauenfrage. War einer der peinlichsten Momente in der letzten Diskussion, als nach den Ehefrauen gefragt wurde. Das wird diesmal doch etwas besser rausgeholt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Interessiert die Wähler denn Personalfragen, Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Sicher, denn die Politik ist natürlich personalisiert. Ich habe jetzt schon die These: Die Fernsehduelle könnten beitragen zu mehr &quot;Dichotomisierung&quot;. Ich denke, es könnte sein, dass das alles den größeren Parteien eher nutzt als den kleineren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sind die Personalfragen eine interessante Neuerung im finalen Duell Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Die Personalfragen fallen hier vielleicht etwas stärker auf als Abgrenzung zum ersten Duell.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unterstützen sie die These von Herrn Groebel: Die Fernsehduelle könnten zu mehr Dichotomisierung beitragen Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Mit der &quot;Dichotomisierung&quot; habe ich noch ein paar Probleme, aber wenn man darüber relevante Themen und Sachfragen verdichten und zuspitzen kann, leistet die Duell-Situation durchaus produktives für den Wahlkampf bzw. die Wählerbildung. Noch etwas zur Personaldebatte: Peter Klöppel hat nach der Moderation des ersten Duells gesagt, dass einige Themen noch während der Diskussion von der Agenda genommen wurden. Und schließlich: Es ist natürlich auch ein Moderations-Kniff, die Person (Riester, Hartz) vor die Sache (Arbeit) zu stellen.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ich habe das auch gar nicht negativ gemeint, eher beschreibend. Ich würde Herrn Bieber durchaus zustimmen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Heute kommt auch das Thema Bildung zur Sprache. Ein weiterer Erfolg des heutigen Duells Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Man erfährt auch wirklich Neues durch die Frage von Illner, die wirklich aktuell ist die Zusammenhänge in Bayern, hier ist viel an Details, die vielleicht die politisch Hochmotivierten kannten, für die andern aber neu sind. Mein erster Zwischenstand: auch inhaltlich differenziert, eine neue Details bietende Diskussion, gute Zwischennoten.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Dem würde ich zustimmen man hat den Eindruck, dass hier sehr viel eher ein &quot;funktionierendes&quot; Format für eine solche Debatte gefunden ist &#8230;
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ja!
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> &#8230; allerdings bin ich mir nicht sicher, ob dadurch nicht vielleicht ein wenig den Blick auf die Inhalte verstellt wird. Mein Zwischenfazit: Politainment auf hohem Niveau.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ergänzung kurz: Es bedurfte sicher der Premiere, um diese Sicherheit zu finden.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ganz sicher: mit der Premiere im Rücken ist die zweite &quot;Aufführung&quot; viel einfacher.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Würde ich entgegenhalten &#8230;
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ah&#8230; die Zeitkonten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Werden also die Unterschiede zwischen den Kandidaten im heutigen Duell für die Wähler klarer, Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ich denke schon, Stoiber hat heute insgesamt etwas heftiger reagiert, so dass eher Gegensätze deutlich werden konnten&#8230;
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> &#8230;auch Schröders Versuche, sich mit Fragen direkt an Stoiber zu wenden, dürften die Unterschiede deutlicher gemacht haben.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ich bin der Meinung, dass beide deutlicher zu sich gefunden haben, persönlich und inhaltlich.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Hmmm, ein &quot;fulminanter&quot; Stoiber-Monolog&#8230;den könnten wir in den nächsten Tagen noch einige Male sehen. Und auch den Faux-pas mit dem &quot;36-Mark-Gesetz&quot;.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Groebel, wer wird denn besser bei den Wählern heute ankommen?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ich glaube es gibt heute noch weniger als beim letzten Mal einen Sieger. Beide haben zu sich gefunden und es ist gut, dass eine Bundestagswahl nicht durch einen Schnupfen Schweißausbruch oder einen plötzlichen Pickel entschieden wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Bieber ihr Zwischenfazit?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Das ist doch schon eher ein Schlussfazit, oder? Der Sieger ist heute das Format.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Was passiert mit den Fehlzeiten? Drama, Wählerstimmenabzug oder nur Panik?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stimmen Sie der Aussage des Kanzlers zu Dick Morris zu, Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Der hat den gerade abgekanzelt, nicht wahr? Ich sage noch ein mal: Wir sollten nicht so ehrfürchtig in die USA schauen. Unser politischen System halte ich für bürgernäher und lebendiger.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Da hat Schröder gerade ganz in Ihrem Sinne geantwortet, Herr Groebel 🙂
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Dick Morris ist ein has-been. Ein Mann der Vergangenheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber die Medien greifen Morris anscheinend dankbar auf oder Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> In der Tat, seine Aussagen über die Fehler in der Wahlkampfführung haben für Aufsehen gesorgt. Morris zehrt noch von seinem Image als legendärer Spin-Doctor, einer Spezies, die hier noch nicht Recht angekommen ist&#8230;
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> &#8230;vielleicht ist das der Grund für die Popularität dieser Aussagen.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Die Süddeutsche hat Herrn Morris in den vergangenen Tagen dahin gesetzt, wo er hingehört. Nämlich vor allem, viel Dampf zu erzeugen. Natürlich greifen Medien immer &#8230;.extreme Kritikpunkte auf.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Da ging gerade etwas verloren: Morris ist ein &quot;legendärer&quot; Spin-Doctor, ein Vertreter einer Spezies, die in diesem Wahlkampf erstmals für größeres Aufsehen gesorgt hat, und in der Tat, da ist eine externe Referenz immer ein guter Medienbeitrag.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Genau.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber warum gibt es keinen &quot;deutschen&quot; Dick Morris&quot; Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Die politische Beratungsbranche formiert sich hierzulande erst und Figuren wie Morris benötigen auch ein politisch-mediales Umfeld, das ihren Aufstieg begünstigt das ist in Deutschland zumindest in diesem Jahr (noch) nicht gegeben.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Wir sollten es nicht unbedingt wünschen, daß die Imagemacher zu eigenen Stars werden. Das würde wirklich zu einer weiteren Zuspitzung des Politainments beitragen. Im übrigen sind die besten Berater die Unsichtbaren, denn der Glanz sollte ja dem Kandidaten, nicht dem Berater gelten. Beispiele. Dafür schon seit langem Radunsky, CDU, in der Vergangenheit (80er) &#8230;
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Der deutsche &quot;Beratungsstar&quot; war 1998 die &quot;Kampa&quot; der SPD&#8230;
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Und Schmidt-Deguelles, der angeblich aus &quot;Trockenpflaume Eichel&quot; (Zitat) den soliden Finanzminister machte.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Die Schlussworte.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Kampa 98 war sicherlich wegweisender als 2002. Hat sicher dieses Jahr einen guten Job gemacht. Das heißt nichts bezüglich der politischen Inhalte. Die Schlußsuada.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ich stimme ihnen zu, Herr Groebel, &quot;Beratungsresistenz&quot; ist sicher kein Minuspunkt im aktuellen Wahlkampf.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Fazit: wer hat gewonnen?Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Keiner. Beide waren bei sich.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Groebel macht jetzt ein 15 min Radiointerview, dann ist er wieder ganz bei uns. Und Ihre Meinung Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> In der Tat, ein Sieger ist auch diesmal nur schwer zu ermitteln. Nachdem die taz beim letzten mal das &quot;Zeitkonto&quot; zum Gewinner erklärt hatte, würde ich heute das &quot;Sendeformat&quot; auf das oberste Treppchen stellen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Sieg für das Medium?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Christiansen/Illner und ihre Redaktionsteams haben gut gearbeitet und aus den Fehlern bzw. der Kritik vom letzten Mal gelernt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Sieg für die öffentlich-rechtlichen und für Moderatorinnen?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Das Medium Fernsehen hat sich hier &quot;auf der Höhe der Zeit&quot; gezeigt. Für dieses Jahr, für dieses Mal. Von der Ansetzung als zweites Duell haben die ÖR Sender sicher profitiert. Christiansen/Illner pauschal vor Klöppel/Limbourg zu setzen, ist ein wenig unfair.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie hatten folgende Kritik geäußert: Das Fehlen einheitlicher Kriterien für die Durchführung der Veranstaltung und das inzestuöse Verhältnis der &quot;Organisatoren&quot; fügen dem Format des Fernsehduells dabei erheblichen Schaden zu, bevor dieser Supertanker des Politainment überhaupt vom Stapel gelaufen ist.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gilt das noch heute? Ist der Stapellauf gelungen?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Im großen und ganzen würde ich die Kritik aufrecht erhalten. Die Tatsache, dass das Format nun besser ausgefüllt wurde, sollte nicht darüber hinweg täuschen,&#8230;
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> dass es noch gravierende Mängel gibt. Die Frage der Teilnahmekriterien oder die grundsätzliche Wahl des Sendungsformates sind noch immer unzulänglich geregelt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wer war überzeugender? Schröder 50% und Stoiber 28% laut Infratest dimap, sagt ARD. Besonders habe Gerhard Schröder im Osten gepunktet. Reicht das?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Zu diesen &quot;Instant-Umfragen&quot; habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis, ich würde diese Daten nur ungern als Basis für eine Bewertung verwenden. Ich denke, dass es (ähnlich wie beim Fußball mit 80 Millionen potenziellen Bundestrainern) auch hier ebenso viele Duell-Experten wie Zuschauer gibt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Spielt das Fernsehen eine ganz neue Rolle im Wahlkampf? In der Demokratie überhaupt?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Ganz neu ist diese Rolle sicherlich nicht, ungewohnt kommt uns vielleicht die besondere Aufmerksamkeit vor, mit der nun solche Medienformate betrachtet werden, aber wichtig waren die Medien, insbesondere das Fernsehen, für den Wahlkampf auch in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Interessant sind die Webseiten der Parteien: Bei wahlfakten.de (CDU) gibt`s noch nichts Neues, die SPD auf spdextra.de zitiert Umfrageergebnisse von Infratest-Dimap (&quot;Schröder gewinnt TV-Duell&quot;). Der Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, Bernd Gäbler sieht die Tendenz, &quot;dass sich ein politisch-medialer Komplex herausbildet&quot;. Eine Analogie zum militärisch-industriellen Komplex, der jetzt abgelöst wird?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Na, diese Analogie ist mir ein wenig zu martialisch, aber ich will auf etwas ähnliches hinaus, wenn ich von einer Absprache zwischen Parteien und TV-Sender bezüglich der Duell-Modalitäten spreche.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Worauf?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Die Verquickung von Medien und Politik hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, dass weder der eine noch der andere Bereich unabhängig voneinander agieren kann&#8230;
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Somit kommt es zu wechselseitigen Abhängigkeiten und nicht immer optimalen Resultaten: nicht für die Medien, nicht für die Politik, nicht für die Bürger.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Politik ohne Medien ist nicht vorstellbar, umgekehrt natürlich auch nicht. Medien sind in der modernen, komplexen Gesellschaft der Platz, an dem Politik überhaupt erst öffentlich werden kann.
</p>
<p>
Sie sind lediglich die Verstärkung und Vergrößerung des alten griechischen Marktplatzes.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Aus diesem Grund ist es um so wichtiger dass die Ausgestaltung dieses &quot;öffentlichen Platzes&quot; nach transparenten, allen zugänglichen Regeln erfolgt. Das war bei dem TV-Duell nur teilweise der Fall.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Problematisch wird erst die Vermischung mit kommerziellen Interessen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Welche Kommerzielle Interessen meinen Sie Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ein Satz: Quoteninteresse, damit Unterhaltungsfaktor, damit Zuspitzung auf Sensation und Spektakuläres &#8211; Politik sollte nicht in erster Linie Objekt der &quot;Theaterkritik&quot; werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Christoph Schlingensief im tacheles.02 Chat vom Freitag, 6. September, nachzulesen bei (/salon/transcripte/gysischling.shtml): Politik ist nicht wirklich real an Lösungen interessiert. Genauso wenig wie die Medien. Politik ist eine Simulation, die Lösungen vorgaukelt, die Medien simulieren die Aufdeckung dieser Simulation, und manipulieren dadurch auf ihre Art. Stimmen Sie dem zu, Herr Bieber? Herr Schlingensief ist Theaterregisseur.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Das ist natürlich eine sehr plakative Zuspitzung einiger Trends, die sich unter dem Begriff der &quot;symbolischen Politik&quot; zusammen fassen lassen. Schlingensief erkennt hier sehr richtig, dass durchaus die Möglichkeit eines &quot;Teufelskreises&quot; zwischen Medien und Politik gegeben ist. Pauschal und in voller Konsequenz würde ich diesen Vorwurf nicht gelten lassen.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Bullshit. Schlingensief soll uns endlich mal eine Alternative bieten oder in seinem eigenen, kokettierenden, nicht mehr wirklich originellen virtuellen Anti-alles-Theater bleiben. Klar kann man immer alles runterreden und in vielem hat er recht, aber der Realitätstest ist das bessere eigene konstruktive Verhalten.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Dass es Reibungsverluste zwischen Herstellung, Darstellung und &quot;Medialisierung&quot; von Politik gibt, ist längst klar und lässt sich auch wohl nicht vermeiden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sabine Christiansen sagt: &quot;Ein Politiker ist heute eine Gesamtinszenierung&quot;. Stimmen Sie dem zu Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> In Wahlkampfzeiten ist &quot;Inszenierung&quot; eben auch gefragt &#8211; die Quote des ersten Duells hat gezeigt, dass die wohl kalkulierte &quot;Inszenierung von Politik&quot; tatsächlich auch ein Publikum finden kann.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Es wäre eine Mißverständnis, alles auf moderne Medien zurückzuführen. Wahlkampf und Rhetorik sind keine wirklichen neuen Errungenschaften der modernen Medien. Als &quot;Opfer&quot; von neun Jahren Latein und sechs Jahren Altgriechisch habe ich gelernt, dass ein Sokrates schon vor zweieinhalbtausend Jahren die Tricks moderner Medienpolitik beschrieb.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie nachhaltig ist denn die Wirkung des TV-Duells? Ihre Einschätzung Herr Bieber bitte?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Zuerst noch eine Information zum Thema &quot;Inszenierung und Politik&quot;: Am 16. September um 20.15 Uhr zeigt Phoenix das 90-Minuten-Feature &quot;Das große Schauspiel&quot; über Politik, Wahlkampf und Theater. Sehenswert. Die Nachhaltigkeit wird in erster Linie von den Medien (TV, Hörfunk, Print, Internet) bestimmt. Sicher werden wir auch bis zur Mitte dieser Woche, eventuell noch bis zum Donnerstag mit den Publikationen von ZEIT und Stern sehr viel über das Duell lesen, dann dürfte sich der Hype wieder legen. Auch werden in dieser Woche noch die Umfragen (wahrscheinlich am Freitag) die Performance beim Duell aufgreifen und dann geht es in den Endspurt.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Tatsächlich sind alle Wähler und Mediennutzer immer auf sogenannte Informationsagenten angewiesen. Ob Experten, Moderatoren oder sonstige Deuter, es ist realistisch, dass wir uns an Meinungsführern orientieren und dazu gehört natürlich vor allem die Nachbereitung in allen Medien und im persönlichen Bekanntenkreis.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Könnte das Internet einen Unterschied ausmachen? Als Medium direkterer Kommunikation zwischen Bürgern, Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Sicher gibt es im Internet andere, neue Möglichkeiten zur Kommunikation und auch zur Nachbereitung solcher Großereignisse, das sehen wir ja auch gerade an unserem Chat :-). oder auch bei anderen Online-Angeboten, die sich an einer Live-Begleitung versucht haben. Es wird in Zukunft sehr darauf ankommen, eine Verbindung zwischen alten und neuen Medien herzustellen. Die Nutzung der jeweiligen Stärken kann die aktuelle Form der &quot;Mediendemokratie&quot; sicher noch verbessern. Schließlich: das Internet wird den grundsätzlich repräsentativen Charakter demokratischer Systeme nur bedingt verändern.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Informationsdemokratie kann durch das Internet einen wesentlichen Fortschritt bedeuten. Ich warne aber vor der Vorstellung einer internetgesteuerten direkten Demokratie. Politik ist so komplex, dass nur das Modell der repräsentativen Demokratie wirklich tragfähig ist und Populismus und Manipulation sowie Hypes im Zaume halten kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal Dick Morris, US-Politikberater, sagt: &quot;Das Zeitalter des Fernsehens nähert sich dem Ende&quot;, In den USA sei zur Hauptsendezeit bereits 25% des Mediens-Publikums online und säße eben nicht vor dem Fernsehgerät: eine Vision für Deutschland, Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Jetzt halte ich es mit Herrn Groebel: man sollte nicht alles für bare Münze nehmen, was aus den USA kommt. 🙂 Sicher wird sich das Verhältnis zwischen Fernseh- und Internet-Nutzung in den nächsten Jahren zugunsten des Netzes verschieben, aber deshalb gleich das Ende der TV-Kultur abzuleiten, ist sicherlich übertrieben. Ich denke eher, dass man außerdem noch die &quot;Mobilisierung der Kommunikation&quot; mit in Betracht ziehen muss. In einem Dreieck aus Fernsehen, Internet und Mobilkommunikation wird sich in den nächsten Jahren einiges entwickeln &#8211; und auch massiven Einfluss auf die Politik ausüben.
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Eigene Untersuchungen in den USA zeigen, dass es nicht um ein Entweder-Oder zwischen Fernsehen und Internet geht. Beide werden auf zwei verschiedenen Bildschirmen parallel genutzt. Das muss ja wohl auch heute Abend so gewesen sein, denn sonst wäre dieser Chat gar nicht möglich gewesen. Der wirkliche Verlierer des heutigen Abends: Dick Morris&#8230;Fernsehen und Internet ergänzen sich und was bleibt: Fernsehen ist Massenkommunikation, Internet in erster Linie interaktive Individualkommunikation. Beides ist also nicht wirklich vergleichbar.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Leider ist die Zeit abgelaufen und das Zeitkonto leer. Abschliessende Frage: Da, wir jetzt den ersten Verlierer kennen. Wie heißt denn der erste Gewinner, Herr Groebel?
</p>
<p>
<b>Jo Groebel:</b> Die politische Kultur in Deutschland und die super Kooperation zwischen den Chat-Beteiligten. Dankedankedanke, ich hebe das Glas in Barcelona auf Sie.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein schönes Fazit, vielen Dank. Und Ihre Meinung Herr Bieber?
</p>
<p>
<b>Christoph Bieber:</b> Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Wir prosten uns hier in Gießen ebenfalls zu, allerdings nicht mit spanischem Rotwein 😉
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Podiumsgäste! Wir bedanken uns im Namen von tagesschau.de, WAHLTHEMEN.DE und politik-digital.de für Ihre Teilnahme sowie die vielen Fragen und Kommentare. Herzlichen Dank besonders an Dr. Christoph Bieber und Prof. Jo Groebel für Ihre Bereitschaft, an diesem &quot;virtuellen Podium&quot; teilzunehmen. Wir hoffen, dass es auch für Sie interessant war! Wer Interesse hat, weiter zu diskutieren, ist herzlich eingeladen, am Debatten-Forum zum Thema: &quot;Politik oder Show?&quot; bei WAHLTEHMEN.DE teilzunehmen.
</p>
<p>
<a title="ta" name="ta"></a>tacheles.02-Spezial ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a> und <a href="http://www.politik-digital.de/">politik-digital.de</a> und findet im Rahmen des Debattenforums <a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;WAHLTHEMEN.DE&quot;</a> statt, einem Projekt der <a href="http://www.bpb.de/">Bundeszentrale für politische Bildung</a> in Kooperation mit dem <a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/">Zentrum für Medien und Interaktivität</a> und politik-digital.de.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/das_zweite_tvduell-312/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Show oder Politik?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv5-shtml-2962/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv5-shtml-2962/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Aug 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Inszenierung]]></category>
		<category><![CDATA[Politikverdrossenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Show]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauensverlust]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv5-shtml-2962/</guid>

					<description><![CDATA[Expertinnen und Experten bei WAHLTHEMEN.DE]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Expertinnen und Experten bei WAHLTHEMEN.DE<!--break--><br />
                    <br />Für<br />
                    <a href="http://www.wahlthemen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WAHLTHEMEN.DE</a> haben sich Expertinnen und Experten über den aktuellen Wahlkampf Gedanken gemacht. Sie üben Kritik, sprechen über TV-Duelle, über Korruption und Skandale. Unter anderem analysiert die Mainzer Publizistikprofessorin Christina Holtz-Bacha den Weg des Fernsehens zum zentralen Wahlkampfmedium. Hermann Strasser und Achim Graf analysieren politische Realität und Medienrealität. Sie stellen fest, wie Politik und Medien den Gesetzen des Unterhaltungsmarktes gehorchen. Aber eine Entpolitisierung der vermeintlichen Spaßgeneration können sie trotz allem nicht wirklich feststellen.“</p>
<p>
                    <strong>Chat</strong><br />
                    <br />Wo hört Politik auf, wo fängt Show an, und was hat das alles mit Demokratie zu tun? Antworten bekommen Sie beim tacheles.02-spezial Live-Chat. Die Chat-Kontrahenten am Dienstag, den 6.September, 16.30 bis 17.30 Uhr, sind Dr. Gregor Gysi (PDS), ehemaliger Wirtschaftssenator von Berlin, und der Theateraktivist Christoph Schlingensief. In seinem kontrovers diskutierten Theaterprojekt &#8220;Aktion 18 &#8211; tötet Politik&#8221; legte Schlingensief seinen Figuren Worte wie „tötet Möllemann“ oder „bringt mir den Kopf von Roland Koch“ in den Mund. Nach eigener Aussage forderte er damit das Ende der Entertainisierung der Politik und betrachtete sich als „überparteilicher Wahlkämpfer“. Einige Politiker sehen das anders. Beispielsweise verklagte Jürgen Möllemann Schlingensief wegen Anstiftung zum Mord.</p>
<p>Dr. Gregor Gysi, Medienliebling und regelmäßiger Gast bei Fernseh-Talkshows, war über lange Zeit das Gesicht der PDS. Aufgrund der Miles &amp; More-Affäre hat er seine politischen Ämter niedergelegt. Auf seine weitere politische Laufbahn darf man dennoch gespannt sein. Denn Gregor Gysi nimmt auch weiterhin alle Wahlkampftermine für seine Partei wahr.</p>
<p>tacheles.02-spezial ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de, wird unterstützt von tagesspiegel.de und findet im Rahmen des Debattenforums „<br />
                    <a href="http://www.wahlthemen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WAHLTHEMEN.DE</a>“ statt, einem Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung, des Zentrums für Medien und Interaktivität und politik-digital.de.</p>
<p>
                    <strong>Politikverdrossenheit und Vertrauensverlust</strong><br />
                    <br />Viel wird dieser Tage von Politkverdrossenheit gesprochen. Das die Politiker mit ihren jüngsten Affären dazu reichlich Diskussionsstoff lieferten, ist bedauerlich. &#8220;Wieviel Vertrauen verdienen Politiker?&#8221;, fragt sich Hans-Martin Schönherr-Mann in seinem Beitrag für<br />
                    <a href="http://www.wahlthemen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WAHLTHEMEN.DE</a>. Der Vertrauensverlust der Politik seitens der Bürgerinnen kann seiner Meinung nach eher mit einer pragmatischen Sichtweise auf Politik begegnet werden. Mit einem Zitat von Richard Rorty endet sein Text: &#8220;Selbst wenn der typische Charakter der Menschen in liberalen Demokratien tatsächlich fade, berechnend, kleinlich und unheroisch sein sollte, kann die Vorherrschaft solcher Personen dennoch ein angemessener Preis sein für die politische Freiheit.&#8221;</p>
<p>Wenn das der Fall sein sollte, wozu sollten wir uns dann das Fernsehduell am Sonntag, den 25. August zwischen Schröder und Stoiber anschauen? Diese Sichtweise macht wenig Hoffnung auf einen unterhaltsamen Abend.</p>
</p>
<p>Live-chat zum TV-Duell am Sonntag, dem 25.August ab 19.30 Uhr bei<br />
                    <a href="/index.shtml">politik-digital.de</a>.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 22.08.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv5-shtml-2962/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
