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	<title>Italien &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Italien &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Gute Schule“: italienische Schulen im digitalen Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sara Daini]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2019 15:33:52 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Digitalisierung der italienischen Schulen hat in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen, dennoch läuft der Prozess nicht überall im Land mit der gleichen Geschwindigkeit, gerade im Süden gibt es noch viel zu tun. Verschärft wird das Problem durch die Frage nach der Stabilität der aktuellen Regierung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p>Im Februar 2019 wurde der Bericht „Digitale Bildung“ über den Stand der digitalen Entwicklung der Schulen in Italien veröffentlicht. Trotz einiger positiver Beispiele auf lokaler Ebene gehört Italien zu den Schlusslichtern bei der digitalen Ausbildung der Lehrkräfte. Einer der Gründe hierfür ist das Durchschnittsalter der Lehrer, das eines der höchsten in Europa ist.</p>
<p>Schaut man auf die gesetzlichen, infrastrukturellen und inhaltlichen Projekte, zeigt sich, dass Italien auf dem Weg ist, die schulische Ausbildung zukunftsorientiert zu gestalten.<br />
Mit der „Buona scuola“ („Gute Schule“, Gesetz 107/2015) hat der damalige italienische Regierungschef Matteo Renzi ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Innovationen in der öffentlichen Verwaltung und im Bildungswesen fördert.</p>
<p>Ein weiteres ambitioniertes Projekt war der Nationale Plan Digitale Schule (Piano Nazionale Scuola Digitale, PNSD), ein Dokument des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung zur Digitalisierung der Schule. Der Plan sah Mittel, Ausbildungsprogramme und Partnerschaften mit der Privatwirtschaft vor, um die Lücke zwischen den vom Arbeitsmarkt geforderten digitalen Fähigkeiten und den Lehrplänen der Schulen ab der Grundschule zu schließen. Der PNSD wäre ein ehrgeiziges Projekt gewesen, wenn die neue Regierung ihn nicht stark gekürzt hätte.</p>
<h3>Faktoren, die in der Studie „Digitale Bildung“ berücksichtigt sind</h3>
<p>Einer der Hauptfaktoren, die in der Studie berücksichtigt wurden, ist die Breitband-Internetverbindung. Die Abdeckung bis 2020 von mindestens 100 Mbit/s von Standorten der öffentlichen Verwaltung, einschließlich Schulen, gilt als Priorität; allerdings haben derzeit nur 97% der Schulen überhaupt einen Internetanschluss. Zwar ist der verbleibende Prozentsatz von 3% klein, in diesem Fall aber signifikant und er betrifft insbesondere Grundschulen in Süditalien. Die Grundschulen sind die von der Digitalisierung am stärksten betroffenen Schulen, anders als Sekundarschulen, die immer noch stark traditionelle Unterrichtmethoden verwenden. Dennoch haben die Sekundarschulen schnellere und qualitativ bessere Internet-Verbindungen.</p>
<p>Weitere in der Studie betrachtete Elemente, die in Betracht gezogen werden, sind die Erarbeitung eines effizienten Telematiknetzes und eines Konzepts für Wartungs- und Aktualisierungsmaßnahmen, um die Auswirkungen der technischen Überalterung der Infrastruktur zu steuern. Ein allgemeingültiges Urteil über die digitale Infrastruktur Italiens zu fällen ist unmöglich, da sich die regionalen Unterschiede beträchtlich sind.<br />
Mehr als 70% der italienischen Schulen nutzen immer noch den DSL-Anschluss per Kupfer, während nur 13% über Glasfaser erreicht werden: Nur jede fünfte Schule hat einen schnellen Anschluss. Spitzenreiter ist die Emilia-Romagna: Mehr als 30% der Schulen sind mit mehr als 30 Mbit/s verbunden, verglichen mit einem nationalen Durchschnitt von 11,2%.</p>
<p>Auch die Lehrerausbildung muss sich weiterentwickeln. 47% der Lehrer in italienischen Schulen nutzen häufig digitale Werkzeuge im Unterricht, 51% in Schulen mit einer Ultrabreitband-Verbindung; 5% der Lehrer setzen noch gar keine digitalen Mittel ein.<br />
Ein weiterer Aspekt ist die Digitalisierung von Entscheidungs- und Verwaltungsprozessen: So haben beispielsweise rund 63% der Schulen ihr Wirtschafts-, Finanz- und Vermögensmanagement vollständig digitalisiert, aber nur 21,5% der Schulen haben die Verwaltung der Zahlungen ganz digitalisiert.</p>
<p>In Emilia Romagna, Lombardei und Friaul-Julisch Venetien ist die Digitalisierung der Schulen am weitesten fortgeschritten. Ligurien und die Toskana folgen, behalten aber viele traditionelle Lehrmethoden bei. Weiter südlich gibt es die Fähigkeiten und den Willen zur Innovation, es fehlen aber die Ressourcen (Molise, Kampanien, Umbrien, Sizilien, Sardinien), während in den südlichen Regionen (Basilicata, Kalabrien, Apulien und Abruzzen) beide Aspekte, die Lehrerausbildung und Digitalisierung in der Verwaltung verstärkt werden sollten.</p>
<h3>Gegenwärtige Verwendung und Zuweisung von Mitteln für die Digitalisierung</h3>
<p>Die ministeriellen Investitionen für die Digitalisierung in den Schulen wurden in der letzten Zeit stark reduziert: Die derzeitige Regierung verwendet nur einen kleinen Teil der Mittel der &#8220;Guten Schule&#8221; und stellt, wenn möglich, noch weniger Mittel bereit.<br />
Während beispielsweise die beiden vorherigen Regierungen 223 Millionen Euro für „innovative digitale Lernumgebungen“ bereitgestellt haben, hat die neue Regierung nur 22 Millionen Euro verwendet.</p>
<h3>Ein virtuoses Experiment: „Ambizione Italia per la Scuola“(Italiens Ambition für Schulen)</h3>
<p>Das Projekt „Ambizione Italia per la Scuola“, eine Zusammenarbeit zwischen Microsoft und der „Stiftung digitale Welt“ (Fondazione Mondo Digitale), soll 250.000 Schüler im Alter zwischen 12 und 18 Jahren und 20.000 Lehrer in ganz Italien ansprechen und bietet außerdem Kurse zum Erwerb digitaler Fähigkeiten an. Das kündigte Brad Smith, Präsident und Chief Legal Officer von Microsoft an. Ein Teil des Projekts besteht in der Ausbildung von hundert Datenwissenschaftlern: Microsoft hat für dieses Projekt mit dem Polytechnikum Mailand, der Universität Federico II von Neapel und dem Polytechnikum von Bari zusammengearbeitet.</p>
<p>„Ambizione Italia per la Scuola“ ist Teil des Projekts „Ambizione Italia“, das im September 2018 begann, um die Digitalisierung in ganz Italien zu fördern. Das allgemeine Ziel von Microsoft ist, bis 2020 mehr als 2 Millionen junge Menschen, Studenten, NEETs und Fachleute in ganz Italien einzubeziehen, mehr als 500.000 Menschen auszubilden und 50.000 Fachleute für eine Investition von 100 Millionen Euro in Ausbildungsaktivitäten und den Zugang zu digitalen Fähigkeiten in diesem Schuljahr zu zertifizieren.</p>
<p>Bei der Präsentation der Initiative wurden auch Projekte einiger Gymnasien vorgestellt. „Good Morning“ beispielsweise ist ein Handschuh, der Zeichensprache in gesprochene Sprache übersetzen kann, und zwar durch Sensoren, die die Bewegungen der Hände analysieren und sie an einen Lautsprecher übertragen, der das empfangene elektrische Signal in Schallwellen umwandelt.</p>
<p>Der „Floatalyzer“ ist eine schwimmende Plattform zur Messung und Bekämpfung der Flussverschmutzung. Er analysiert die Wasserqualität in Echtzeit, erkennt Schadstoffe und sammelt Daten aus einer Datenbank. „Ciutech“ ist ein intelligenter Schnuller, der beispielsweise die Körpertemperatur eines Neugeborenen und seinen Gesundheitszustand durch die Analyse des Speichels überwachen kann.</p>
<h3>Künstliche Intelligenz und Blockchain</h3>
<p>Beim Thema Künstliche Intelligenz ist die neue Regierung hingegen aktiv. Eine Expertengruppe hat im Ministerium für Wirtschaftsentwicklung Ende März ein Konzept entwickelt, das bei der Europäischen Kommission eingereicht wurde. Die Expertengruppe wurde auch von Vertretern von Universitäten, Unternehmen, Institutionen, Confindustria, Gewerkschaften und Verbraucherverbänden beraten.</p>
<p>Sechs Aspekte wurden hierbei berücksichtigt: die Nutzung der Forschung, um künstliche Intelligenz aus dem Labor auf den Markt zu bringen; Bildung und lebenslanges Lernen; die Förderung qualifizierter Investitionen; Daten als Produktionsfaktor; Gesetzgebung und ethische Auswirkungen und die Verbesserung der öffentlichen Dienste.</p>
<p>Die Eigenschaften und Entwicklungen der Blockchain sind ein weiterer zentraler Aspekt, der es der italienischen Politik ermöglicht, über die Rolle Italiens in Europa im öffentlichen und privaten Sektor und in der Forschung nachzudenken. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist, die 4.0-Industrie-Revolution, Bildung und lebenslanges Lernen sowie die Gesetzgebung zu analysieren. Schließlich betrifft die italienische Strategie für die Digitalisierung die Verbesserung und den Schutz von „Made in Italy“.</p>
<p><strong><img decoding="async" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/708ca7d6303f494388227689cae1116b" alt="" width="1" height="1" />Titelbild:</strong> ipad-3765920 by steveriot1_via <a href="https://pixabay.com/photos/ipad-school-child-kahoot-schulbank-3765920/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay,</a> Pixabay Lizenz</p>
<p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Politik via App: Movimento 5 Stelle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Mar 2018 10:47:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Demokratie fürs 21. Jahrhundert oder Populismus in Reinform? –  An der italienischen „Fünf-Sterne-Bewegung“ scheiden sich die Geister. Bei den Parlamentswahlen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Movimento.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154290" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Movimento.png" alt="Movimento" width="640" height="282" /></a>Demokratie fürs 21. Jahrhundert oder Populismus in Reinform? –  An der italienischen „Fünf-Sterne-Bewegung“ scheiden sich die Geister. Bei den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag wird die Bewegung um den Komiker Beppe Grillo vermutlich als stärkste Einzelpartei ins Parlament einziehen. Für uns Grund genug, um deren Politik via App etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.</p>
<p>Partizipation statt Delegation! Das ist der Schlachtruf der 2009 von dem bekannten italienischen Kabarettisten Beppe Grillo gegründeten Fünf-Sterne-Bewegung (ital.: Movimento 5 Stelle, oder m5S). Via Internet soll den Bürgern Italiens die Möglichkeit gegeben werden, direkt an politischen Entscheidungen Teil zu haben, anstatt diese nur an vermeintlich korrupte Politiker zu delegieren. Zu diesem Zwecke wurde eigens eine Online-Plattform Namens „Rousseau“ eingerichtet. Bei den kommenden Parlamentswahlen am 4. März werden die Fünf Sterne mit ihrem Spitzenkandidaten Luigi Di Maio vermutlich als <a href="https://de.reuters.com/article/italien-wahl-umfrage-idDEKCN1G01TE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stärkste Einzelpartei</a> ins Parlament einziehen. Wir haben uns deren Organisationsstruktur etwas genauer angesehen.</p>
<h3>Die Vision des Beppe Grillo</h3>
<p>Italien gilt als <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/korruptions-europameister-italien-berlusconis-korrupte-erben-a-950874.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das korrupteste Land Europas</a> und die Wut der Bevölkerung auf käufliche Politiker ist dementsprechend hoch. Aus eben diesem Geiste wurde 2009 die Fünf-Sterne-Bewegung geboren. Mit ihrem Versprechen, die Macht den korrupten Politkern zu nehmen und der Bevölkerung zurückzugeben, erreichten sie bei den Parlamentswahlen 2013 27% der italienischen Wähler.</p>
<p>Per Internet soll den Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, direkt am politischen Entscheidungsprozess teilzunehmen und so Politiker als Mittelsmänner überflüssig zu machen. Die Vision des Beppe Grillo ist es, alle Italiener und Italienerinnen an einem großen digitalen Tisch zu versammeln und so einen direkten Interessensaustausch zu ermöglichen. Diese Vernetzung erschaffe eine „kollektive Intelligenz“ und gebe der Bevölkerung die Möglichkeit, sich selber zu verwalten.</p>
<p>Diese Vernetzung soll mittels verschiedener Diskussionsforen hergestellt werden, welche jedem frei zugänglich sind und nicht von Privilegierten kontrolliert werden. Zudem sollen Online-Votings stets die Mehrheitsmeinung widerspiegeln. „Wenn man wissen will was Menschen denken, muss man sie fragen.“ Nach dem vermeintlichen Autor dieses geflügelten Wortes, Jean-Jacques Rousseau, wurde dann auch die Plattform benannt, mit der sich die Vision des Beppe Grillo erfüllen soll.</p>
<h3>Rousseau: Politik via App</h3>
<p>Die Online-Plattform Rousseau gliedert sich vorrangig in drei Applikationen: <em>Vote, Lex</em> und <em>Lex Iscriti</em>. Alle drei dienen als Diskussionsforum für jeweils verschiedene politische Bereiche und zielen darauf ab, direkte Demokratie durch das Internet zu verwirklichen. Teilnehmen kann jeder, der sich mit seiner Steuernummer auf dem Portal anmeldet.</p>
<p>Mit <strong><em>Vote</em></strong> werden die Kandidaten gewählt, welche für die Fünf-Sterne-Bewegung bei den jeweiligen Wahlen antreten sollen. Bewerben kann sich jeder, der bis zu einem gewissen Stichtag seinen Lebenslauf mit allen wichtigen Informationen, sowie ein Bewerbungsvideo hochlädt, worin erklärt wird, warum gerade er für die Bewegung ins Rennen gehen sollte. Ein Online-Voting entscheidet dann, wer letzten Endes auf der Liste landet und bei der Wahl antreten darf. Auf diese Weise wurden beispielsweise die 73 Kandidaten für die Europawahl 2014 bestimmt.</p>
<p>Einmal gewählte Politiker müssen sich regelmäßig für ihre Politik vor der gesamten Bewegung rechtfertigen. Dies geschieht mittels <strong><em>Lex</em></strong>. Hier werden aktuelle Gesetzesentwürfe präsentiert und diskutiert. Auf diese Weise werden nicht nur alle Mitglieder informiert, sie werden auch direkt in den politischen Entscheidungsprozess miteingebunden.</p>
<p>Bei schwierigen Gesetzen, Vorschlägen oder Diskussionen werden auf der Plattform die wichtigsten Fakten und Zusammenhänge präsentiert, welche für eine informierte Meinungsbildung notwendig sind. So wurde zu der Debatte um ein neues Wahlrecht ein Video hochgeladen, in dem ein Professor alle relevanten Alternativen, sowie deren jeweilige Vor- und Nachteile präsentierte.</p>
<p><strong><em>Lex Iscriti </em></strong>ist die dritte App und findet ihren Zweck darin, den angemeldeten Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, selber Gesetzte vorzuschlagen. Findet ein Vorschlag besonderen Anklang und ist die Diskussion bis zu einem gewissen Grad gediehen, so wird mit Hilfe eines Online-Votings abgestimmt, ob der Entwurf dem Parlament vorgeschlagen werden soll. Mehrere Gesetzesentwürfe fanden auf diesem Wege bereits Eingang in das italienische Parlament.</p>
<h3>Die Utopie beginnt zu bröckeln</h3>
<p>Doch die Frage, welche sich nun stellt, ist folgende: Kann sich diese politische Idee einer kollektiven Intelligenz, einer direkten, digitalen Demokratie denn überhaupt in der Praxis bewähren? In vielen Parlamenten und Regierungen sitzen heute Mitglieder der Fünf-Sterne-Bewegung, welche sich der Bewährungsprobe stellen. Und es muss derzeit wohl konstatiert werden: Die Utopie beginnt zu bröckeln.</p>
<p>Eine Idee, auf die sich die Bewegung stützt, ist die der kollektiven Intelligenz, oder der „Schwarmintelligenz“. Kurz zusammengefasst: Viele Köpfe denken besser als einer. Doch leider kommt es in der Realität häufig zum umgekehrten Fall, zur „Schwarmidiotie“. Diese tritt immer dann auf, wenn jegliche Form von Autoritäten aus Sachdiskussionen ausgeschlossen werden. Meinungen werden als gleichwertig betrachtet unabhängig davon, wie sie gebildet worden sind; unabhängig davon, ob sie sinnvoll und wissenschaftlich fundiert sind oder das Ergebnis wilder Spekulationen. Expertenmeinungen werden dann durch „Schwarmwissen“ ersetzt. So geschehen in der Impfdebatte in Italien. Die <a href="https://www.theguardian.com/world/2017/mar/23/italys-five-star-movement-blamed-for-surge-in-measles-cases" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anti-Impf-Kampagne der Fünf-Sterne-Bewegung</a> führte dazu, dass sich immer weniger Italiener gegen Masern impfen ließen. 2015 waren nur noch 85% der Zweijährigen gegen das tödliche Virus geimpft. Die 95%-Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation wurde weit verfehlt. Und dies aufgrund der <a href="http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/hochrisikokinder-kein-zusammenhang-zwischen-autismus-und-impfung-13550611.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">längst widerlegten Behauptung</a>, die Masernimpfung löse Autismus aus.</p>
<p>Und wie steht es mit der Ernsthaftigkeit einer solchen Bewegung? Sind sich Menschen in Online-Diskussionen in ausreichender Weise ihrer Verantwortung bewusst, oder verführt die Anonymität und die schiere Masse der Beteiligten vielleicht dazu, leichtfertig mit der eigenen politischen Entscheidungsgewalt umzugehen? Bereits mehrfach wurde von außenstehenden Beobachtern bemängelt, dass bereits einige Dutzend Online-Stimmen ausreichen, um <a href="http://library.fes.de/pdf-files/id/12670.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politiker der Fünf-Sterne-Bewegung in ranghohe Ämter zu katapultieren</a>.</p>
<p>Des Weiteren steht die Frage im Raum, inwiefern Online-Foren eine ausreichende Basis für einen vernünftigen politischen Dialog bilden. Die Erfahrung zeigt, dass Foren selten der richtige Platz für sachliche Diskussionen sind. Auch bleibt es fraglich, ob kurze Briefings in Online-Videoclips tatsächlich ausreichen, um sich alles relevante Wissen für eine fundierte Meinungsbildung anzueignen. In den Städten, in denen die Fünf-Sterne-Bewegung regiert – darunter <a href="https://www.swp.de/politik/inland/die-gluecklose-buergermeisterin-roms-23603337.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rom</a> und <a href="https://www.theguardian.com/world/2018/feb/04/turin-five-star-movement-mayor-chiara-appendino" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Turin</a>  – scheint sich diese neue Methode nicht zu bewähren.</p>
<h3>Fünf Sterne Populismus</h3>
<p>Dem Volk die Macht zurückzugeben, ist der Schlachtruf vieler Parteien in ganz Europa geworden. Der Populismus verspricht seinen Wählern genau das, und meistens wird <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/die-afd-im-internetwahlkampf-2017-15186116.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Internet als Waffe</a> eingesetzt im Kampf gegen das Establishment. Zwei Komponenten sind oft charakteristisch für populistische Bewegungen: Zum einen werden scheinbar einfache Lösungen für komplexe Probleme präsentiert und zum anderen werden Abstimmungen als Machtinstrumente missbraucht. Demokratische Entscheidungen werden hierbei oft bewusst mit Mehrheitsentscheidungen verwechselt. Und in eben diese Kerbe schlägt die Fünf-Sterne-Bewegung mit raffinierten Mitteln.</p>
<p>Viele komplexe politische Diskussionen sind in Internetforen schlicht nicht zu bewältigen. Die Beteiligten sind <a href="https://www.nytimes.com/2016/10/05/world/americas/colombia-brexit-referendum-farc-cameron-santos.html?_r=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht in der Lage, sich ausreichend Einblick in die Materie zu verschaffen</a>, was sie dazu nötigt, ihre Entscheidung aufgrund vorgefertigter Ansichten zu treffen. Selten führt dies zu Meinungsaustausch, häufig zu Ideologisierung. Und ohne sich einem Konsens auch nur genähert zu haben, wird die Diskussion dann mittles Online-Voting beendet. Populistische Kräfte instrumentalisieren Abstimmungen und Volksentscheide, um ihre teils radikalen und antidemokratischen Ansichten durchzusetzen. Auch bei der Fünf-Sterne-Bewegung lassen sich diese Züge nur zu deutlich erkennen.</p>
<p>Ein weiteres Phänomen, welches nicht zuletzt in Internet-Foren häufig auftritt, ist das der sogenannten Feedback-Loops. Eine vorherrschende Meinung wird unhinterfragt als richtig angenommen, bloß weil sie von einer Mehrheit vertreten wird. Die eigene Meinung wird an die der Mehrheit angepasst und es entsteht eine Schleife sich ständig selbst bestätigender Ansichten. In einer großen Menge wenig informierter Menschen kann dies hochproblematisch werden. Diejenigen mit guten Argumenten und vernünftigen Einwänden dringen dann nicht mehr gegen die Masse an Halbwissen durch. Nicht nur entsteht auf diese Weise ein gewisses Mitläufertum, auch führt dieser Effekt dazu, dass kritische Aussagen nicht nur überhört, sondern als falsch und schädlich zurückgewiesen werden.</p>
<p>Besonders gefährlich werden diese Situationen dann, wenn abweichende Ansichten diffamiert und verfolgt werden. Man denke nur an die Stimmen, welche als unchristlich, entartet oder konterrevolutionär zum Schweigen gebracht wurden. Ohne hier zu viele Prallelen ziehen zu wollen, bleibt diese Gefahr bei vielen populistischen Parteien sehr real. Trotz der weitgehend gemäßigten Ausrichtung der Fünf-Sterne Bewegung, wurde der Umgang mit Dissidenten bereits mehrfach scharf kritisiert. <a href="http://library.fes.de/pdf-files/id/12670.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abweichler werden entweder unter Androhung hoher Strafen auf Linie gebracht, oder ganz aus der Partei ausgeschlossen.</a></p>
<p>Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass es der Bewegung um Beppe Grillo und Luigi Di Maio, trotz aller durchaus innovativen Ansätze, nie gelungen ist, sich als eine ernstzunehmende Alternative zur etablierten Parteienpolitik zu präsentieren. Mit der Fünf-Sterne-Bewegung verhält es sich wohl wie mit allen populistischen Kräften: Sie hält nicht was sie verspricht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Movimento Cinque Stelle, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Datenschutz zwischen Dolce Vita und Vita Digitale – Ein Blick nach Italien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/datenschutz-zwischen-dolce-vita-und-vita-digitale-ein-blick-auf-italien-149331/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2016 10:47:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Datenschützern und Netzkulturen- Eine digitale Reise durch Europa]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen, wir das Telefonino spüren? Wo die Menschen dem Internet entfliehen, dahin, dahin [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen, wir das Telefonino spüren? Wo die Menschen dem Internet entfliehen, dahin, dahin möcht ich mit dir, o Leser, zieh´n. Ein Blick auf den italienischen Datenschutz zwischen dolce vita und vita digitale.</p>
<h3>Ciao bella Italia</h3>
<p>Lange hatte man auf ein Lebenszeichen gewartet. Am 30. April 1986 war es dann endlich so weit: Das erste Internetsignal aus den Wäldern Pennsylvanias erreichte den Schiefen Turm von Pisa. Anlässlich dieses Geburtstages blickte Italien mit dem <a href="http://italianinternetday.it/">Internet Day 2016</a> auf die Ursprünge des Netzes zurück.</p>
<p>Buongiorno Italia, der Anfang war gelegt. Mit Sieben-Meilen-Stiefeln machten sich die italienischen Netzpioniere daran, die Möglichkeiten dieser neuen Welt auszukundschaften. Im Jahre 1990, als das Centro di ricerca, sviluppo e studi superiori in Sardegna &#8211; kurz CRS4 &#8211; gegründet wurde, begann das Internet immer größere Schritte zu machen. Unter der Leitung des Physiknobelpreisträgers Carlo Rubbia entstand mit <a href="http://www.crs4.it/">www.crs4.it</a> die erste Website im Bel Paese. Neben Informationen über Museen und Kunst in 26 Sprachen bot die Website auch Chatforen, einen kommerziellen E-Mail-Dienst und einen regelmäßigen Newsletter. Nicht zuletzt brachte das CRS4 den auf der Insel verbreiteten <a href="http://www.unionesarda.it/">L´Unione Sarda</a> online, als erste Zeitung überhaupt in Europa. Besonders wichtig war diese Quelle natürlich für die Fußballergebnisse und den Sport allgemein, welchen die Wissenschaftler auf einer der ersten Sportseiten im Netz mitverfolgten.</p>
<p>Schon damals ärgerten sich diese Sportfans über das Zeitspiel beim Laden. Der Download eines einzigen mp3 Liedes dauerte zu dieser Zeit über 20 Minuten. Deshalb förderte das Projekt Socrate der Società Italiana per l&#8217;Esercizio Telefonico bereits 1995 die Versorgung ganz Italiens mit Breitband. Jedoch machte dieses Vorhaben und das Gesamtprojekt Internet in Italien mit der Privatisierung der italienischen Telecom 1998 einen großen Rückschritt.</p>
<h3>Nichts geht über die Familie</h3>
<p>Familien sind traditionell immer noch die größten sozialen Netzwerke in Italien. Nichts geht über die eigene Familie mit ihrer teils unüberschaubaren Zahl an Mitgliedern, Verbindungen und Traditionen. Über 95% der italienischen Unternehmen sind nach wie vor kleine Familienunternehmen mit nicht viel mehr als 10 Angestellten. Viele Angelegenheiten werden lieber zwischen Verwandten intern gelöst. Daher wundert es nicht, dass nur etwa 45% der Bevölkerung ihrer Regierung im Umgang mit persönlichen Daten vertrauen.</p>
<p>Auch dem neuen Medium Internet begegnen viele mit Skepsis. Mehr als ein Drittel aller Italiener nutzt das Internet so gut wie überhaupt nicht. Meist sind die Gründe dafür fehlende Bildung, fehlende Aufklärung über die Möglichkeiten oder schlicht der fehlende Bedarf.</p>
<p>Wenn Italiener kommunizieren wollen, gehen sie lieber eine besondere Beziehung ein. In vermutlich keinem anderem Land der Welt ist die Liebe zum Handy oder Smartphone so groß. Praktisch jeder Italiener besitzt mindestens ein Telefonino, wie sie die kleinen Geräte liebevoll nennen, die sie fast von Geburt an begleiten. Häufig sind aber auch zwei und mehr mobile Telefone keine Seltenheit für das gesprächsfreudige Volk. Über 97 Milliarden Minuten widmete die Telefonnation ihren Beziehungen im letzten Jahr. Natürlich ist nicht jede davon glücklich. Waren früher noch große Degengefechte und Giftanschläge zwischen den Montagues und Capulets nötig, genügt heute eine falsche Whatsapp Nachricht um Romeo und Julia auseinanderzubringen. Über 40% der Scheidungen in Italien gehen momentan auf Whatsapp zurück und Messaging-Nachrichten sind sogar vor Gericht als Beweismittel für heimliche Affären zugelassen.</p>
<p>Genau so familiär geht es auch bei der italienischen Datenschutzbehörde zu. Gerade einmal vier Mitglieder hat die Garante per la protezione dei dati personali, kurz <a href="http://www.garanteprivacy.it/web/guest/home/">Garante</a>. Sie werden einmalig für eine Amtszeit von sieben Jahren durch das Parlament gewählt und üben ihr Amt unabhängig aus. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Einhaltung des Datenschutzgesetzes von 2003 zu überwachen. Angesichts von über sechs verschiedenen Regierungen allein in der Amtszeit des ersten Präsidenten des Garante ist dies jedoch nicht einfach. Bisher liegt das Land auf einem der letzten Plätze des Digital Economy and Society Index der europäischen Union.</p>
<h3>Alle Wege führen ins Netz</h3>
<p>Italien ist ein Land voll langer Geschichte und großen Traditionen, aber auch veralteter Strukturen. Letzteres hat auch der derzeitige Ministerpräsident Matteo Renzi erkannt. Bis zum Jahre 2020 forciert er den Plan einer Mindestdatenübertragung von 30 Mbits/s im Land und sogar 100 Mbits/s in den großen Zentren.</p>
<p>Vielleicht ist das Internet aber doch nicht so innovativ, modern wie bisher angenommen. In Civitacampomorano, einem 450 Einwohner-Dorf in Molise, macht der Künstler Biancoshock mit seinem <a href="http://www.biancoshock.com/web-00.html">Projekt Web 0.0</a> darauf aufmerksam. Getweetet wird nicht per Smartphone sondern mündlich auf der Parkbank neben dem großen Facebook auf dem Dorfplatz. Retweeten kann man das Gehörte bei einem Glas Wein beim Wirt im Google oder aber rasch noch bei Ebay (vulgo Supermarkt) reinspringen und die passenden Gadgets für das nächste Tinder zu Sonnenuntergang im Park kaufen. Wer auf den Rat der weisen Dorfältesten &#8211; Spitzname Wikipedia &#8211; hört, dem ist ein Like so gut wie sicher. Es wird deutlich, dass das Internet die Welt nicht neu erfunden hat. Sondern es hat nur den Bedürfnissen der Menschen nach Kommunikation und Kultur neue Möglichkeiten gegeben. Diese Chancen müssen in der derzeitigen Krise erkannt und für die Zukunft genutzt werden. Fratelli d´Italia, Italien hat sich eingeloggt. Es ist eine große Aufgabe, die vor Italien liegt, doch auch das Internet wurde nicht an einem Tag vernetzt.</p>
<p>Titelbild <a href="https://pixabay.com/de/users/Hans-2/">Hans </a>via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Datenschutz quo vadis? Die Reise durch Europa geht weiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2016 14:29:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zwischen Datenschützern und Netzkulturen- Eine digitale Reise durch Europa]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrsregeln]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Philipp Albrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Daten sind das Öl des 21. Jahrhundert. Genau wie einst das Öl, werden sie unser Leben komplett verändern. Darum möchte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Daten sind das Öl des 21. Jahrhundert. Genau wie einst das Öl, werden sie unser Leben komplett verändern. Darum möchte die Europäische Union allen Bürgern die gleichen digitale Bürgerrechte im Netz ermöglichen, doch der Weg dahin ist noch lang. Jan Philipp Albrecht zog in Berlin Bilanz und unsere Artikelreihe zum Datenschutz in Europa geht in die zweite Runde.</p>
<h3>Eine große Aufgabe</h3>
<p>„Das schaffen wir nie“, stöhnte der grüne Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht. Als Albrecht im Dezember 2012 die Aufgabe des Berichterstatters für eine neue Datenschutzgrundverordnung übernahm wusste er noch nicht, was auf ihn zukommen sollte. Über 4000 Änderungsanträge, die höchste Zahl in der Geschichte des Europäischen Parlaments, hatte der erste Entwurf dieser Verordnung. Zähe und langwierige Verhandlungen mit Skeptikern, Lobbyisten und Gegnern verlangten Albrecht und seinen Kollegen viel Anstrengungen und Mühen ab. Über drei Jahre zogen sich die Verhandlungen hin und lieferten sogar Stoff für einen Blockbuster. Die Macher von <a href="https://www.janalbrecht.eu/termine/alles-zum-film-democracy.html">„Democracy Im Rausch der Daten“</a> begleiteten das Geschehen und lassen den Zuschauer den Gesetzgebungsprozess direkt am Verhandlungstisch miterleben.</p>
<p>Angesichts der großen Hürden in Europa erscheint es fast wie ein Wunder, dass diese Richtlinie erfolgreich verabschiedet werden konnte, erklärt Albrecht bei einer Veranstaltung an der Humboldt Universität Berlin zum Thema Datenschutz in Europa. Besonders wichtig erscheint ihm, dass der politische Wille gegeben war, dieses Projekt Datenschutz erfolgreich abzuschließen.</p>
<h3>Datenschutz keine Einbahnstraße</h3>
<p>In einer Zeit, in der wir immer mehr im Netz surfen, sind Datenschutzrechte wie Verkehrsregeln. Immer mehr Bereiche unseres Lebens spielen sich im digitalen Raum ab. Hierin sieht Albrecht eine große Chance für das „Projekt Europa“. Zunehmend gewinnt das europäische Recht auch bei nationalen Fragen eine wichtige Bedeutung. Dadurch macht der Prozess der europäischen Integration einen wichtigen Sprung nach vorne, wie Albrecht feststellt.</p>
<p>Bereits vorher, während den Verhandlungen und auch jetzt noch wird Kritik an der Datenschutzverordnung und ihren Zielen geäußert. Viele Bereiche, finden Kritiker, wären nicht oder unzureichend berücksichtigt worden. Auch Albrecht selbst hätte gerne noch Themen aus dem Bereich der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in die Verordnung aufgenommen. Er betont jedoch, dass die Demokratie nie perfekte sondern nur gute Gesetze machen kann, die möglichst viele Ansichten vereinen.</p>
<p>In diesem Sinne führen wir in den nächsten Wochen unsere <a href="http://politik-digital.de/news/auf-dem-weg-zur-datenunion-gemeinsam-verschieden-auch-im-netz-148966/">Artikelreihe</a> „ Auf dem Weg zur Datenunion?- Gemeinsam verschieden auch im Netz“, fort und werfen wir wieder einen Blick auf weitere europäische Perspektiven zum Datenschutz. Zunächst begeben wir uns in ein beliebtes Urlaubsland. Wie ist bestellt um Datenschutz im Land der Sonne und des Flamencos <a href="http://politik-digital.de/news/datenschutz-zwischen-siesta-und-non-plus-ultra-ein-blick-nach-spanien-149247/">Spanien</a>? Auch dann bleiben wir im Süden und widmen uns dem Schutz der Daten bei unseren Nachbarn in der Alpenrepublik<a href="http://politik-digital.de/news/datenschutz-zwischen-bergen-und-behoerden-149286/"> Österreich</a>. Von dort lädt die Reihe ein nach <a href="http://politik-digital.de/news/datenschutz-zwischen-dolce-vita-und-vita-digitale-ein-blick-auf-italien-149331/">Italien </a>mitzukommen und deren Sicht auf das Netz kennenzulernen. Danach berichten wir über <a href="http://politik-digital.de/news/datenschutz-zwischen-vertrauen-und-vorreitern-ein-blick-nach-estland-149358/">Estland</a>, ein Land am Rande Europas, wo das Internet schon fast zu den Grundnahrungsmitteln zählt. Abschließend werden wir Bilanz ziehen und einen Ausblick auf die Digitalisierung der <a href="http://politik-digital.de/?p=149389&amp;preview=true"> Welt</a> wagen.</p>
<p>Titelbild <a href="https://pixabay.com/de/users/TheAndrasBarta-2004841/">TheAndrasBarta </a>via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>&#8220;Merkel immun gegen Berlusconis Altherren-Charme&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/merkel-immun-gegen-berlusconis-altherren-charme-3846/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2008 15:41:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Greiner]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Parlamentswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Romano Prodi]]></category>
		<category><![CDATA[Silvio Berlusconi]]></category>
		<category><![CDATA[Lega Nord]]></category>
		<category><![CDATA[Neapel]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag, 15.4.08, war Philipp Greiner, ARD-Hörfunkkorrespondent in Rom,  zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital. Er sprach über Berlusconis Sieg bei den Parlamentswahlen, Korruptionsvorwürfe, italienische Politikverdrossenheit und Müllentsorgungsprobleme in Neapel.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, 15.4.08, war Philipp Greiner, ARD-Hörfunkkorrespondent in Rom,  zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital. Er sprach über Berlusconis Sieg bei den Parlamentswahlen, Korruptionsvorwürfe, italienische Politikverdrossenheit und Müllentsorgungsprobleme in Neapel.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich<br />
willkommen zum tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital. Mein Name<br />
ist Ulrich Bentele, ich werde diesen Chat in der kommenden Stunde moderieren. Unser<br />
Gast heute ist aus Rom zugeschaltet: Philipp Greiner, ARD-Hörfunkkorrespondent.<br />
Herr Greiner, kann es losgehen?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Ja, gerne.
</p>
<div align="center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/pgreiner250x.jpg" height="222" width="177" />
</div>
<div align="center">
<br />
<i>Philipp Greiner (ARD-Korrespondent)<br />
</i>
</div>
<p>
<b>Moderator</b>: Wie haben Sie die<br />
Wahlnacht erlebt?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Die<br />
&quot;Nacht&quot; im engeren Sinne war kurz. Bis elf abends haben wir die<br />
italienischen Medien verfolgt und so gegen sechs waren die ersten<br />
&quot;Live-Auftritte&quot; in den deutschen Radiomagazinen.</p>
<p><b>seba:</b> Warum wählen die Italiener<br />
eigentlich immer wieder Herrn Berlusconi?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Naja, abwechselnd<br />
wählen sie ihn ja auch nicht.</p>
<p><b>Martin:</b> Laufen zurzeit eigentlich<br />
noch Gerichtsverfahren gegen Berlusconi?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Ja, es gibt noch<br />
eins, soweit ich weiß. Und sorry an seba. Ernsthaftere Antwort: Weil das<br />
Mitterechts-Lager ihn aufstellt- die denken wohl, sie haben keinen<br />
Zugkräftigeren. </p>
<p><b>Moderator</b>: Welche Vorwürfe gegen<br />
Berlusconi stehen denn noch im Raum?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>:<br />
&quot;Korruption&quot;- das ist ein Verfahren im Zusammenhang mit dem Handel<br />
mit Filmrechten. Dieser Prozess war aber schon vor der Wahl ausgesetzt, und<br />
solange Herr Berlusconi im Amt ist, wird er wohl auch nicht wieder aufgenommen.</p>
<p><b>nora<br />
barnacle:</b> Herr Greiner, ist das verfügbare<br />
politische Personal in Italien so verbraucht oder sind die Italiener so<br />
politikverdrossen, dass sie zum dritten Mal Berlusconi wählen? </p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Die<br />
&quot;Verdrossenen&quot; gehen wohl gar nicht wählen. (Das waren diesmal knapp<br />
20 Prozent &#8211; für Italien ist das viel.) Und Veltroni wäre für die nationale<br />
Politik relativ frisch gewesen, obwohl er auch schon Minister in Rom war. </p>
<p><b>Huschke:</b> Wie kommt es, dass die<br />
konservativen Kräfte in Italien sich nur auf diesen Medienmenschen Berlusconi<br />
einigen konnten?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Das<br />
habe ich mich auch schon gefragt, und mit dieser Frage bin ich auch mal im<br />
&quot;Corriere della sera&quot; zitiert worden. Das war zwar nur auf Seite 11,<br />
aber ich war trotzdem sehr stolz, in der Zeitung zu stehen. Es hängt aber wohl<br />
mit seinem Reichtum und seiner mittlerweile erwiesenen Wirksamkeit auf die<br />
Wähler zusammen. Mit dem Reichtum hat er sich eine eigene Partei basteln<br />
können.</p>
<p><b>manila:</b> Nachfrage: Was waren denn jetzt die ausschlaggebenden<br />
Gründe für die Berlusconi-Wahl (nach der damaligen Abwahl)?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Ein<br />
Grund: Das schlechte Bild, das die Prodi-Regierung abgegeben hat. Viel Streit<br />
zwischen den Koalitionsparteien und wenig erkennbare, effiziente<br />
Regierungsarbeit. Anderer Grund: Viele wollten &#8211; egal von welcher Seite, links<br />
oder rechts &#8211; eine stabile Regierung mit deutlicher Mehrheit; für die war es<br />
logisch, den in den Umfragen vorn Liegenden zu wählen. Es gibt noch mehr<br />
Gründe.</p>
<p><b>Velbert:</b> Was wird denn jetzt aus Romano Prodi?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Der hat sinngemäß<br />
gesagt, er wird jetzt hauptberuflicher Opa.</p>
<p><b>ts:</b> Wie erklären Sie sich das<br />
schlechte Abschneiden der &quot;Regenbogen-Linke&quot;?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Der<br />
wird die Hauptschuld an dem erwähnten vielen Koalitions-Gezänk gegeben.<br />
Außerdem gehören dazu einige Kommunisten, die man wohl ohne zu viel zu werten<br />
als allzu orthodox oder &quot;altlinks&quot; bezeichnen kann. Und dann war auch<br />
nicht ganz klar, wofür dieses Bündnis, zu dem auch die Grünen gehörten, denn<br />
nun genau steht.
</p>
<p>
<b>Aristarch:</b> Trotz<br />
Wahlpflicht sinkt die Wahlbeteiligung &#8211; ein Zeichen für die<br />
Politikverdrossenheit. Interessiert das irgendjemanden (Politiker oder so etwas<br />
wie eine APO) eigentlich?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Die Wahlpflicht ist<br />
de facto abgeschafft. Ich bin nicht ganz sicher, ob per Gesetz, oder ob das nur<br />
per Gewohnheitsrecht nicht mehr kontrolliert wird. Und die Wahlbeteiligung<br />
interessiert die Leute schon: Es war in den letzten Tagen viel vom<br />
&quot;astensionismo&quot; die Rede, der Enthaltung, die grassieren könnte. Man<br />
war dann froh, dass die 80 Prozent überschritten worden sind.
</p>
<p>
<b>Maiha:</b> Großen Anteil<br />
am Sieg der pdl hatte die Lega Nord. Wie stark wird ihr Einfluss in der neuen<br />
Regierung und was bedeutet ein möglicher verstärkter Föderalismus für Italien?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner: </b>Die Nord-Politiker äußern sich seit gestern Abend SEHR<br />
selbstbewusst. Sie sollen laut Berlusconi zwei der zwölf Ministerien kriegen.<br />
Verstärkter Föderalismus kann aus meiner (in der BUNDES-Republik Deutschland<br />
geprägten) Sicht nicht schaden. Zum Beispiel wäre &#8211; wenn man schon ein<br />
Zwei-Kammer-Parlament hat &#8211; so was wie der Bundesrat gescheiter als zwei<br />
gleichberechtigte Kammern.
</p>
<p>
<b>Corradina:</b> Wie kann<br />
man das erneute Erstarken der Lega Nord erklären?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Das<br />
könnte sogar mit dem Müll in Neapel zusammenhängen, da hat man sich auch von<br />
der Mitte Italiens ab nach Norden ziemlich geniert. Und dann sind die so<br />
populistisch, dass sie bei schlichteren Menschen mit ihren Sprüchen ankommen.<br />
Außerdem die Wirtschaft, die auch im reichen Norden kriselt.</p>
<p><b>Kritiker:</b> Warum schaffen es die Italiener nicht, den Müll in Neapel<br />
zu beseitigen?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Gute<br />
Frage. Altes Problem. Seit 20 Jahren ungefähr wird der Bau von Verbrennungsanlagen<br />
(oder auch erst mal Deponien) nach dem Sankt-Florians-Prinzip blockiert. Kein<br />
Ort will so was. Da sind übrigens die Grünen und die Linken nicht unschuldig.<br />
Und dann trennen die im Süden auch nicht so gern den Müll.<br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>ombelico:</b> Warum divergieren die Auslandssicht und Italiens Sicht auf<br />
Berlusconi so? Gibt es Länder, in denen Berlusconi weniger kritisch gesehen<br />
wird als z.B. in DE, FR oder UK?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Als<br />
Spötter oder Berlusconi-Feind würde ich sagen, dass wahrscheinlich<br />
halbverrückte afrikanische Despoten oder Bananenrepublikspräsidenten ihn gut<br />
finden. Aber: Alle Länder und ihre Berlusconi-Wahrnehmung kenne ich nicht so.<br />
Die Italiener haben jedenfalls &#8211; zu einem größeren Teil als ihre europäischen<br />
Nachbarn &#8211; vor dem Selfmade-Milliardär eher Respekt, als dass sie den Reichtum<br />
suspekt finden &#8211; und wenn er ihn manchmal mit nicht ganz legalen Mitteln<br />
erworben und gemehrt hat. Dann gibt es viele Italiener (sagen auch Italiener),<br />
die das selber auch so tun (würden).</p>
<p><b>HolgerT:</b> Was ist von Berlusconi zu halten &#8211; kann der wirklich wie<br />
Thatcher als ganz neuer Mensch regieren, wie er versprochen hat?<br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Ich<br />
habe noch nicht mal verstanden (oder nicht mehr gut in Erinnerung), was er<br />
meinte, er werde Thatcher in ihrer zweiten Amtszeit nacheifern. Hat die sich so<br />
geändert nach der ersten? Berlusconi kann sich bestimmt ändern und ich könnte<br />
mir vorstellen, dass er mit Blick auf das Staatspräsidentenamt, das er<br />
angeblich anstrebt, versucht, auch bei seinen Kritikern populärer zu werden.<br />
Das hieße dann, dass er sich mäßigt. Mal schaun!<br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>wolfi:</b> Was will Berlusconi mit der Aussage, er wolle wie Thatcher<br />
regieren, eigentlich sagen?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Mir<br />
fällt dazu als erstes ein: Die Macht der Gewerkschaften brechen. (In<br />
Rechts-Regierungs-Zeiten gibt es in Italien üblicherweise mehr politisch<br />
motivierte Streiks.) Und: Wirtschaftsliberalismus, beispielsweise Lockerung des<br />
Kündigungsschutz und andere Maßnahmen zur Belebung des Arbeitsmarkts.</p>
<p><b>illy:</b> Wird die &quot;neue&quot; Regierung nun dringend<br />
notwendige Reformen in Angriff nehmen?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Das ist der Appell,<br />
den heute auch die Kommentatoren von links an sie richten. Die Mehrheiten hat<br />
sie schließlich. Symbolisch wird es damit beginnen, dass das Kabinett in Neapel<br />
tagt und so den Müll sozusagen höchstpersönlich wegschafft!</p>
<p><b>Heinrich 2.:</b> Was hat die Regierung<br />
Prodi eigentlich vor Ihrem Zusammenbruch bewegen können?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Nun, die<br />
Staatsfinanzen haben sich ein bisschen mehr in Richtung<br />
Euro-Stabilitäts-Kriterien bewegt als unter der vorigen Regierung Berlusconis.<br />
Über irgendeine Art Gleichstellungsgesetz &#8211; oder was Ähnliches wie die<br />
französischen PACS &#8211; ist immerhin diskutiert worden, im katholischen Italien<br />
ist das schon was.</p>
<p><b>WileyCoyote:</b> Hat Berlusconis<br />
Medienmacht eigentlich Einfluss darauf, dass er wiedergewählt wurde? Wie<br />
verhalten sich seine Sender nun wirklich politisch?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Mein<br />
Eindruck ist, dass mindestens zwei der drei Berlusconi-Programme hauptsächlich<br />
ihre Zuschauer verblöden. Aber wer nur dumme Quizze anguckt und ähnliches, ist<br />
weniger gut informiert; und wer weniger gut informiert ist, wählt eher<br />
populistische Politiker. Und zu denen rechne ich ihn. Es gibt aber auch eine<br />
linke Satire-Sendung auf einem Berlusconi-Kanal, die mindestens so oft<br />
Konservative durch den Kakao zieht wie Linkere.</p>
<p><b>abc:</b> Welche Rolle spielt für die<br />
Italiener denn die internationale Repräsentation des Landes, wenn sie jemanden<br />
wie Berlusconi immer wieder wählen?</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Einerseits wird<br />
schon immer wieder in den italienischen Zeitungen berichtet, wenn der<br />
&quot;Economist&quot; usw. ihn fertigmachen. Andererseits gibt es dann auch so<br />
&#8216;ne Art Solidarisierungseffekt, so nach der Devise: Wir lassen uns auch unsere<br />
schlechten Politiker vom Ausland nicht noch schlechter machen!</p>
<p><b>Tru:</b> Und was mit der RAI &#8211; wie sehen<br />
die Kollegen dort den Machtwechsel und wie stark kann Berlusconi hier Einfluss<br />
ausüben?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Die<br />
RAI untersteht schon immer dem Parteien-Proporz. Es steht zu hoffen, dass es da<br />
&#8211; wie in der letzten Zeit &#8211; anteilig Pöstchen und Pfründe für alle Lager gibt.<br />
Ich gestehe, dass ich gar nicht auswendig weiß, wann da die nächsten wichtigen<br />
Positionen zu besetzen sind.</p>
<p><b>Moderator</b>: Es folgt eine kritischen<br />
Anmerkung eines Users:</p>
<p><b>dlongo:</b> Als Italiener muss ich hier einmal sagen, dass der Ausdruck<br />
&quot;die Italiener&quot; nicht ganz korrekt ist: So wie ich haben viele meiner<br />
Landsleute (60%)  nicht direkt<br />
Berlusconi gewählt oder bewundern ihn. Also es wäre besser zu sagen, &quot;die<br />
Berlusconi-Anhänger&quot;. In Deutschland sind ja auch nicht gleich alle für &quot;la<br />
Merkel&quot;. Zudem: auch Süditaliener trennen ihren Müll, auch wenn nicht<br />
direkt in 4 verschiedene Tonnen vor der Haustür (ähnlich wie auch im Flughafen<br />
München).</p>
<p><b>Moderator</b>: Und zwei Fragen zusammen<br />
gefasst:</p>
<p><b>wolfi:</b> Wird eigentlich immer noch an<br />
einem neuen Wahlverfahren gearbeitet und was könnte das bei der jetzigen<br />
Konstellation für die kleinen Parteien bedeuten?</p>
<p><b>muhaha0815:</b> Gibt es schon konkrete<br />
Pläne, wie Berlusconi das Wahlrecht reformieren will? Wenn ja, wie sehen die<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Die<br />
Kritik akzeptiere ich. Das war (wie manches Andere auch) unordentlich<br />
formuliert &#8211; &quot;die&quot; Italiener ist oft nur &quot;die Mehrheit der<br />
Italiener, die wählen gegangen sind&quot; usw. &#8211; Aber der Anteil am getrennt<br />
eingesammelten Müll in Süditalien ist nach amtlichen Erhebungen geringer als in<br />
der Mitte oder gar im Norden Italiens. Zum Wahlrecht: Da ist mir noch kein<br />
Entwurf bekannt. Und das wäre eines der Felder, bei<br />
denen sich zeigen wird, ob Berlusconi, so wie er es gestern Abend angekündigt<br />
hat, mit der Opposition zusammenarbeitet. Dann müssten sie alle gemeinsam<br />
überlegen, mit welchem System man die nächsten Jahrzehnte leben (und wählen)<br />
kann.</p>
<p><b>fm:</b> Wie sieht die Zukunft der italienischen Parteienlandschaft<br />
aus? Amerikanisches System?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Nicht<br />
ganz, denke ich. Immerhin ist zwischen den beiden großen Lagern die<br />
christdemokratische UDC nicht ganz zerrieben worden. Denkbar wäre zum Beispiel<br />
eine Situation wie in der Bundesrepublik in den 60er- bis 80er-Jahren, wo ja<br />
auch die kleine FDP mal mit der Union und mal mit der SPD regiert hat. Aber das<br />
ist keine Prognose. Da kommt die vorherige Frage nochmal ins Spiel: Das wird<br />
vom künftigen Wahlrecht abhängen.
</p>
<p>
<b>Herr Martin:</b> Warum ist<br />
die Parteienlandschaft in Italien eigentlich so relativ zersplittert &#8211;<br />
abgesehen von der jetzigen doch deutlichen Konzentration?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Zum<br />
Teil hängt das wohl mit persönlicher Eitelkeit der Parteichefs zusammen. Die<br />
sogenannten &quot;Sozialisten&quot;, die jetzt bei der Wahl völlig eingegangen<br />
sind, hätten sich gut auf die ganz Linke und die gemäßigte Linke verteilen<br />
können, aber dann wäre ihr Vorsitzender nicht so oft ins Fernsehen gekommen.
</p>
<p>
<b>mano a mano:</b> Was<br />
meinen Sie, welche Rolle die Opposition jetzt in der Regierung Berlusconi<br />
spielen kann?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Ich<br />
will nicht kleinlich sein, aber &quot;die Opposition in der Regierung&quot; &#8211;<br />
das wäre dann die Lega Nord. Die werden durchaus stören können; das sind die,<br />
die gerne mal &quot;zu den Gewehren greifen&quot; oder &quot;auf Rom<br />
marschieren&quot; wollen, wenn ihnen was nicht passt. Die Opposition links von<br />
der künftigen Regierung ist ziemlich machtlos, aber Berlusconi hat versprochen<br />
sie bei manchen Fragen, wo es angebracht ist (z.B. Wahlrecht), einzubinden.</p>
<p><b>Peloso:</b> Wie verstehen sich eigentlich Berlusconi und Merkel &#8211;<br />
besser als Prodi und Merkel?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Oh<br />
je: Ich habe keine Informationen über ein schlechtes Verhältnis Prodi/Merkel!<br />
Vielleicht wissen Sie das besser. Aber wenn ich an den Gesichtsausdruck denke,<br />
mit dem Frau Merkel die Handküsse französischer Präsidenten entgegennimmt,<br />
nehme ich an, dass sie gegen den<br />
Altherren-Charme des gelifteten Berlusconi ziemlich immun ist.</p>
<p><b>fm:</b> Welche Rolle spielte die Kirche bei diesen Wahlen?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Etwa<br />
dieselbe wie sonst auch: Man schätzt den Einfluss katholischer Wahlappelle, die<br />
natürlich nicht offiziell von der Bischofskonferenz oder gar aus der Kurie<br />
kommen, auf rund drei Prozent. Da allerdings<br />
die Christdemokraten mit Ach und Krach den Einzug ins Parlament geschafft<br />
haben, als einzige der ganz- und mittel-kleinen Parteien, waren die drei<br />
Prozent (wenn&#8217;s stimmt) diesmal dann doch wichtiger als sonst.</p>
<p><b>Tulip:</b> Was ist eigentlich dran, dass<br />
Berlusconi Gesetze zu seinen Gunsten geändert hat &#8211; können Sie da ein Beispiel<br />
nennen?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Bei<br />
Bilanzfälschung ist das Höchststrafmaß herabgesetzt worden, womit dann<br />
automatisch die Verjährungsfrist kürzer war; so war er aus dem Schneider. Beim<br />
Gesetz über den &quot;Interessenkonflikt&quot; (Unvereinbarkeit von<br />
wirtschaftlicher und politischer Tätigkeit) war die Formulierung so, dass Berlusconi<br />
zwar nicht mehr als Präsident von AC Mailand fungieren durfte, aber seine<br />
Medienunternehmen durfte er als Ministerpräsident behalten.</p>
<p><b>wolfi:</b> Wird Berlusconi versuchen,<br />
die unabhängige Justiz stärker in die Abhängigkeit der Regierung zu ziehen? Von<br />
Staatsanwälten scheint er keine hohe Meinung zu haben?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Das<br />
war einer seiner letzten Klöpse im Wahlkampf: Staatsanwälte sollten &#8211; sagte er<br />
&#8211; alle paar Jahre zum psychologischen Test, wie unbelehrbare Verkehrssünder.<br />
Ich glaube aber, dass er in puncto Justizreform jetzt erst mal stillhalten<br />
wird. Schon seinem Image zuliebe.</p>
<p><b>fm:</b> Inwieweit kann Staatspräsident Napolitano die Politik<br />
Berlusconis beeinflussen?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>:<br />
Wenig. Er kann Gesetze nicht unterzeichnen, die er für verfassungswidrig hält,<br />
wie Köhler. Das ist Berlusconi 2001 bis 2006 zweimal passiert, für italienische<br />
Verhältnisse war das oft. Und daher beide Male ziemlich peinlich. Da wird er<br />
wohl diesmal besser aufpassen.
</p>
<p>
<b>nora barnacle:</b> Welche<br />
Konsequenzen wird die Wiederwahl Berlusconis für Europa nach sich ziehen?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>: Das<br />
wird, glaube ich, nicht so schlimm. Bei den wenigen Äußerungen Berlusconis nach<br />
der Wahl war was dabei, was nach einer europafreundlicheren Außenpolitik als<br />
2001 bis 2006 klang. Und EU-Kommissar Frattini, den er zum Außenminister machen<br />
will, ist ja ein guter Europäer. Andererseits ist Berlusconi etwas<br />
unberechenbar. Aber warum sollte er uns nicht auch mal positiv überraschen?!</p>
<p><b>Moderator</b>: Liebe Mit-Chatter, die<br />
Stunde ist fast um, Zeit für eine allerletzte Frage:
</p>
<p>
<b>Tedesco:</b> Auch wenn es<br />
schwer ist und allgemein: Welches Image hat Deutschland eigentlich in Italien?
</p>
<p>
<b>Philipp Greiner</b>:<br />
Wahrscheinlich kennen Sie den Spruch: „Die Deutschen lieben die Italiener, aber<br />
sie achten sie nicht. Die Italiener achten die Deutschen, aber sie lieben sie<br />
nicht.&quot; Da ist was dran. Aber es gibt viele Italiener, die beispielsweise die<br />
Sauberkeit in deutschen Städten sehr schätzen, und die Stabilität unserer<br />
Regierungen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: So, das war<br />
unser Chat für heute. Vielen Dank an die User, die viele interessante Fragen<br />
gestellt haben. Leider konnten wir nicht alle davon berücksichtigen. Ein<br />
besonderer Dank geht an Herrn Greiner nach Rom! Schön, dass Sie sich die Zeit<br />
genommen haben! Ihnen allen wünschen wir noch einen schönen Tag.</p>
<p><b>Philipp Greiner</b>: Hat Spaß gemacht.<br />
Tschuldigung an &quot;abc&quot; &#8211; an der Frage habe ich vorbeigeredet, es aber<br />
zu spät gemerkt. Ciao aus Rom!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Chat zur Wahl in Italien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/projekt/chat-zur-wahl-in-italien-3845/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Torge]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2008 11:06:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Parlamentswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Silvio Berlusconi]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag, 15. April,  von 14 bis 15 Uhr ist der ARD-Italienkorrespondent Philipp Greiner zu Gast im tagesschau-Chat zu den Parlamentswahlen in Italien.  <a href="http://www.talkserver.de/redirect/ch_07" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragen können Sie jetzt schon hier stellen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, 15. April,  von 14 bis 15 Uhr ist der ARD-Italienkorrespondent Philipp Greiner zu Gast im tagesschau-Chat zu den Parlamentswahlen in Italien.  <a href="http://www.talkserver.de/redirect/ch_07" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragen können Sie jetzt schon hier stellen.<!--break--></a></p>
<p>
Erdrutschsieg für Silvio Berlusconi:  Mit deutlichem Vorsprung hat der<br />
Oppositionsführer die Parlamentswahlen in Italien gewonnen und kehrt<br />
nun an die Macht zurück. Fast sieben Punkte Vorsprung im<br />
Abgeordnetenhaus, fast neun Prozent im Senat – mit einer klaren<br />
Mehrheit wird der 71-Jährige Medienmogul mit seiner<br />
Mitte-rechts-Koalition Italien künftig regieren können.</p>
<p>Die<br />
Deutlichkeit des Sieges überrascht viele. Haben die Italiener<br />
Berlusconis nicht bereits zweimal mit Schimpf und Schande aus den<br />
Ämtern gejagt? Wollen Sie sich seinen  sowohl autoritären als auch<br />
exzentrischen Politikstil ein weiteres Mal zumuten? Was ist aus den<br />
Vorwürfen der Mafia-Nähe geworden? <br />
Berlusconi selbst will sich neu<br />
präsentieren. Noch in der Wahlnacht teilte er den Italienern mit, er<br />
sei ein anderer geworden: „Ich bin nicht mehr der Ministerpräsident aus<br />
dem Jahre 2001.“ Als neues Vorbild gibt er Margaret Thatcher aus. Doch<br />
in vielen europäischen Hauptstädten schaut man mit skeptischen Blick<br />
nach Rom: Wie wird sich dieses Mal die Zusammenarbeit mit<br />
Berlusconi-Italien entwickeln?</p>
<p>Italien nach der Parlamentswahl –<br />
dazu heute der tagesschau-Chat im Zusammenarbeit mit politik-digital.de<br />
mit Philipp Greiner, ARD-Hörfunkkorrespondent in Rom. Von 14.00 Uhr bis<br />
15.00 Uhr stellt sich Greiner live Ihren Fragen. <a href="http://www.talkserver.de/redirect/ch_07" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diese können Sie schon jetzt stellen.</a><span style="font-weight: bold"></span></p>
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		<title>Steiniger Weg nach Digitalien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/steiniger-weg-nach-digitalien-3702/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2008 15:43:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Digitales Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Romano Prodi]]></category>
		<category><![CDATA[Silvio Berlusconi]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Markt]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit Jahren verletzt Italiens Fernsehmarkt EU-Normen. Jetzt zwingen die Brüsseler Wettbewerbshüter Premier Romano Prodi zu einem neuen Rundfunkgesetz. Der Umstieg ins Digital-Fernsehen soll für mehr Vielfalt in der Berichterstattung sorgen. Berlusconi sieht seine Medienmacht in Gefahr und blockiert das Vorhaben.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahren verletzt Italiens Fernsehmarkt EU-Normen. Jetzt zwingen die Brüsseler Wettbewerbshüter Premier Romano Prodi zu einem neuen Rundfunkgesetz. Der Umstieg ins Digital-Fernsehen soll für mehr Vielfalt in der Berichterstattung sorgen. Berlusconi sieht seine Medienmacht in Gefahr und blockiert das Vorhaben.<br />
<!--break--></p>
<p>
Francesco di Stefano konnte sich eigentlich glücklich schätzen. Als Italiens Verfassungsgericht 1999 eine Neuordnung des konzentrierten Rundfunkmarkts beschließt, gelingt es dem Gründer und Chef des Senders Europa 7, jene landesweite TV-Lizenz zu ersteigern, die <a href="http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=68&amp;RID=1">Silvio Berlusconis</a> Privatsender Rete 4 laut Gericht entzogen werden muss.
</p>
<p>
Startbereit warten die Mitarbeiter des riesigen Produktionszentrums in Rom mit seinen acht Studios, Ende 1999 endlich auf Sendung gehen zu können. Europa 7 wartet bis heute. Medienunternehmer und Politiker Berlusconi durfte sein Rete 4 dank Sondererlaubnis des zuständigen Ministeriums weiter ausstrahlen. Als die obersten Richter 2002 Berlusconi erneut zur Abgabe eines Senders verurteilen, um neue Wettbewerber zu gewinnen, ist dieser inzwischen Premierminister. Mit dem maßgeschneiderten Gasparri-Gesetz sichert er seiner führenden Privatsenderkette Mediaset den Bestand. Die erworbenen Frequenzen wurden Europa 7 nie zugeteilt. Ironisch prangt auf deren <a href="http://www.europa7.it/">Internetseite</a> neben dem goldenen Senderemblem: „La TV che non c’e“, das Fernsehprogramm, das es nicht gibt. Der Fall Europa 7 macht deutlich, wie Medienpolitik auf italienisch aussieht. Seit Mai 2006 ist Berlusconi-Gegenspieler <a href="http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=1505&amp;RID=1">Romano Prodi</a> Ministerpräsident. Geändert hat sich am Mediengesetz unter dessen Mitte-Links-Bündnis trotzdem<br />
nichts.
</p>
<p>
<b>EU beklagt geringe Eintrittschancen für neue TV-Anbieter </b>
</p>
<p>
Jetzt will die Europäische Union Italien zu einer Rundfunkreform zwingen. Bereits im Sommer 2006 leitete die EU-Wettbewerbskommission ein Vertragsverletzungsverfahren ein. Vergangenen Juli <a href="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/07/1114&amp;format=HTML&amp;aged=1&amp;language=DE&amp;guiLanguage=en">ermahnte<br />
EU-Kommissarin Neelie Kroes Italien erneut</a>, seine Rundfunkvorschriften endlich mit dem EU-Rechtsrahmen für elektronische Kommunikation in Einklang zu bringen. Im Fokus stehen die in Italien geltenden Spielregeln für den Übergang vom analogen zum digitalen Fernsehen. Sie beschränken aus Sicht der EU die Eintrittschancen für neue TV-Anbieter und verschaffen den bisherigen Anbietern von analogem Fernsehen ungerechtfertigte Vorteile. Bislang ist es nur diesen überhaupt gestattet, ihre eigenen digitalen Netze aufzubauen. Nicht nur das: Gesetzlich dürfen sie neben ihrem Schritt in die digitale Welt sogar weiter den vollständig belegten Analog-Markt blockieren und somit ihr Monopol zementieren.
</p>
<p>
Schon der jetzige TV-Markt ist so reguliert, dass derzeit nur wenige Akteure in Wettbewerb treten können. Mediaset, deren Hauptaktionär Berlusconis Familien-Holding <a href="http://www.fininvest.com/">Fininvest</a> ist, besitzt alle drei großen Privatsender: Canale 5, Italia 1 und Rete 4. Zusammen mit den drei Kanälen des Staatsfernsehens RAI vereinnahmt Mediaset rund 90 Prozent der Zuschauer und TV-Werbeeinnahmen im Land. Halbwegs mithalten kann nur Sky Italia. Rupert Murdochs Satelliten-Bezahlsender bringt es auf rund vier Millionen Abonnenten. Diese Konzentration, so befürchten die Brüsseler Wettbewerbshüter, „droht sich nun beim digitalen terrestrischen Fernsehen zu wiederholen“. Dann bliebe dem Zuschauer zwischen Mailand und Palermo weiterhin nur die leidliche Wahl zwischen den marktbeherrschenden Sendern der Duopolisten. Brüssel drohte deshalb im Juli: Sollte die Regierung Prodi nicht innerhalb von zwei Monaten konkrete Vorschläge unterbreiten, könne die Kommission Italien vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen.
</p>
<p>
<b>Neues Mediengesetz soll Duopol aus RAI und Mediaset zerschlagen </b>
</p>
<p>
Diesem peinlichen Prozess versucht die Regierung Prodi zu entgehen. Im Oktober 2006 legte sie deshalb dem Parlament einen Entwurf vor, der das Mediengesetz aus der Berlusconi-Ära abändern soll. Mit dem „Legge Gentiloni“ will man das Rundfunksystem wieder „offener und pluralistischer gestalten“, heißt es aus Paolo Gentilonis Kommunikationsministerium. Dort hofft man, per Übergang ins digitale Fernsehzeitalter endlich das Duopol aus RAI und Mediaset zu zerschlagen.
</p>
<p>
Laut Entwurf darf in Zukunft jede Mediengruppe höchstens zwei landesweite Sender auf dem analogen Markt belassen. RAI und Mediaset müssten somit je einen Kanal ins digitale Fernsehen verlagern. Freiwerdende Frequenzen will der Staat an neue Anbieter versteigern. Medienmogul Rupert Murdoch, Besitzer vom Pay-TV Sky Italia wird ebenso als Interessent gehandelt wie Berlusconis Erzfeind und La Repubblica-Verleger Carlo de Benedetti. Besonders Mediaset dürfte die Abgabe extreme Zuschauer- und Werbeeinbußen bescheren. Denn rund 90 Prozent der Haushalte empfangen ihr Programm noch über Antenne. RAI 3 dagegen sendet schon jetzt eher regional.
</p>
<p>
Die Fernseheinnahmen will das Gesetz ebenfalls begrenzen. So darf keine Sendergruppe mehr als 45 Prozent der TV-Werbeerlöse auf sich vereinen. Berlusconis Mediaset-Kanäle kassieren aktuell rund 66 Prozent. Zudem  dämmt das Gentiloni-Gesetz die Werbezeiten ein. Die ausufernde Reklame hatte die EU-Kommission erst jüngst im Dezember zu einem<br />
weiteren Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien veranlasst.
</p>
<p>
Technisch soll es jeder Sendergruppen untersagt sein, mehr als 20 Prozent der digital-terrestrischen Frequenzen zu besitzen. Damit kann kein Monopol zustande kommen. Der<br />
„Switch-off“, der Sendeschluss des analogen Fernsehens, ist dem Entwurf zufolge für Ende 2012 geplant.
</p>
<p>
<b>Tadel aus Brüssel könnte Prodi gelegen kommen</b>
</p>
<p>
Oppositionsführer Berlusconi bezeichnet den Entwurf  der Linken als „Akt des Banditentums“. Die Regierung habe es auf sein Medienimperium abgesehen. So betrachtet, kommt Prodi der Tadel aus Brüssel sogar gelegen, sagt Politologe Roman Maruhn, Italien-Experte am <a href="http://www.cap.uni-muenchen.de/">Centrum für angewandte Politikforschung (CAP)</a> in München. Prodi könne nun anders argumentieren: Wegen der mangelnden Rundfunkvielfalt haben wir ein Vertragsverletzungsverfahren der EU, also einen juristischen Grund für eine Medienreform. Zweitens wollen wir die Digitalisierung vorantreiben, bei der Italien den europäischen Nachbarn ohnehin hinterherhinkt.
</p>
<p>
Den medienpolitischen Rettungsversuch in Rom hat man in Brüssel zwiespältig zur Kenntnis genommen. So erreichte Kommunikationsminister Gentiloni zumindest die Antwort, der Entwurf sei „ein geeignetes Werkzeug, die Ungleichmäßigkeit des italienischen TV-Systems zu überwinden“. Doch die EU will klare Ergebnisse sehen, dem Zeitspiel ein Ende machen. Die Verabschiedung des Gentiloni-Gesetzes müsse zügig erfolgen, hieß es weiter – womit die Kommission einen wunden Punkt der italienischen Politik trifft. Denn mehr als ein Jahr nach dem Start, steckt das Papier noch immer in der legislativen Pipeline fest. Prodi zufolge wurden im Parlament rund 1400 Änderungsanträge eingebracht. 1280 stammten demnach<br />
von der größten Oppositionspartei: Berlusconis <a href="http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/361/129144/"> Forza Italia</a>. Nicht nur die Rechte scheint die Neuordnung des Fernsehens blockieren zu wollen. Sogar aus den eigenen Reihen droht Widerstand: „Es kann sehr gut sein, dass es Parlamentarier innerhalb der Regierungskoalition gibt, die mit Mediaset verbunden sind und im Zweifelsfall gegen das Gesetz stimmen würden“, sagt Maruhn.
</p>
<p>
Weil der Streit um die Rundfunkreform andauert, hat die EU einen erneuten Aufschub abgeschmettert und entschieden, dass Italien vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg angezeigt werden muss. Unklar ist, wann die Klage in die Tat umgesetzt wird. Auch wenn viele vorhersagen, dass das in Kürze geschehen wird. Aktuell ist das „Legge Gentiloni“ von zwei Sachverständigenausschüssen der Abgeordnetenkammer verabschiedet worden. Nun wartet die Reform darauf, vom Plenum der Abgeordnetenkammer beraten und beschlossen zu werden. Die Regierung kämpfe zur Zeit dafür, dass das Parlament den Gesetzentwurf noch auf die Tagesordnung für Januar setze, erklärt das Kommunikationsministerium auf Anfrage. Anschließend muss er noch unverändert den Senat überstehen und von <a href="http://www.quirinale.it/presidente/altrelingue/tedesco/presidente-de.htm">Staatspräsident<br />
Napolitano</a> unterzeichnet werden.
</p>
<p>
<b>Italiener finden im Internet ständig neue Alternativen </b>
</p>
<p>
Wie viel Pluralismus das Gentiloni-Gesetz dem Zuschauer bringt, wenn es denn kommt, bleibt abzuwarten. Wer sich in Italien umfassend informieren will, könne das schon heute tun, meint Roman Maruhn. Nur eben nicht übers Fernsehen: „Der muss sich sein Puzzle selber zusammensetzen, was anstrengend und komplex ist.“ Die zweitgrößte Zeitung La Repubblica etwa hat in den letzten Jahren ihren Multimediabereich enorm ausgebaut und betreibt auf dem hauseigenen Internet-TV-Sender <a href="http://tv.repubblica.it/home_page.php?ref=hphead1">„Repubblica TV“</a> ein Vollprogramm. Das stets regierungskritische <a href="http://www.beppegrillo.it/english.php">Blog</a> des Kabarettisten Beppe Grillo gehört zu den meistgeklickten Websites des Landes und ist teilweise auf Englisch übersetzt.<br />
<a href="http://www.indymedia.org/de/index.shtml">Indymedia</a> bietet neben Blogs und Zeitungsprojekten auch Videonachrichten. Das globalisierungskritische, unkommerzielle Mediennetzwerk wurde einst in Deutschland für den Grimme Online Award nominiert, gerät aber bisweilen in den Fokus der Verfassungsschützer. Auf den kaum regulierten Medienwegen abseits des unzugänglichen Fernsehmarkts wachsen stetig alternative Informationsprogramme heran. Besonders seit der Amtszeit Berlusconis, in der die Berichterstattung der großen TV-Kanäle zwischen tendenziös und erdrückend schwankte.</p>
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		<item>
		<title>eDemocracy-Konferenz in Berlin, 4: Interview mit Guglielmo Celata, Italien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/edemocracy-konferenz-in-berlin-4-interview-mit-guglielmo-celata-italien-3227/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Aug 2007 09:57:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Guglielmo Celata]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[MySociety.org]]></category>
		<category><![CDATA[BerlinInAugust]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Guglielmo Celata aus Italien stellte auf der eDemocracy-Konferenz gleich zwei Projekte vor: Mit „<a href="http://www.democraziaelettronica.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">democrazia elettronica partecipazione pubblica</a>“ (depp) entwickelt er Online-Formate, über die sich die Bürger direkt beteiligen können. Über die Website <a href="http://www.openpolis.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">openpolis.it</a>
möchte er in Zukunft über Politiker und italienische Politik
informieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Guglielmo Celata aus Italien stellte auf der eDemocracy-Konferenz gleich zwei Projekte vor: Mit „<a href="http://www.democraziaelettronica.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">democrazia elettronica partecipazione pubblica</a>“ (depp) entwickelt er Online-Formate, über die sich die Bürger direkt beteiligen können. Über die Website <a href="http://www.openpolis.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">openpolis.it</a><br />
möchte er in Zukunft über Politiker und italienische Politik<br />
informieren.<!--break-->
</p>
<p>
Im Video-Interview beschreibt er, was für gute<br />
eDemokcracy-Projekte notwendig ist: „Ein gutes eDemocracy-Projekt<br />
sollte natürlich versuchen, so viele Nutzer wie möglich anzuziehen.<br />
Wichtig ist aber auch, Online-Projekte mit demokratischen Mitteln in<br />
Verbindung zu setzen, die bereits offline, im wirklichen Leben,<br />
existieren.“
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><object height="313" width="380"><param name="FlashVars" value="apiHost=api.sevenload.com"></param><param name="movie" value="http://en.sevenload.com/pl/MNCP6rs/380x313/swf"></param><embed src="http://en.sevenload.com/pl/MNCP6rs/380x313/swf" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" flashvars="apiHost=api.sevenload.com" height="313" width="380"></embed></object><br />
<br />
Link: <a href="http://en.sevenload.com/videos/MNCP6rs/Interview-Guglielmo-Celata">sevenload.com</a></p>
<p>
Das Video entstand auf der <a href="/metablocker/archives/1462-eDemocracy-Konferenz-2007-in-Berlin-Ein-Rueckblick.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eDemocracy-Konferenz</a> &quot;Berlin in August&quot; von <a href="/" target="blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> und <a href="http://www.mysociety.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MySociety.org</a>. Den vollständigen Rückblick über das Treffen der kreativsten internationalen eDemokraten gibt es als <a href="http://politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#berlininaugust" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dossier </a>bei politik-digital.de.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Theorien über Rassismus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/theorien_ueber_rassismus-102/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/theorien_ueber_rassismus-102/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
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					<description><![CDATA[hg. von Nora Räthzel</b><p>Die Gewalt gegen Einwanderer steht mit einem Mal ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Und doch wird man den Eindruck nicht los, daß Ratlosigkeit herrscht, was die Ursachen und die möglichen Rezepte im Kampf gegen rassistische Gewalt angeht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>hg. von Nora Räthzel<br />
Die Gewalt gegen Einwanderer steht mit einem Mal ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Und doch wird man den Eindruck nicht los, daß Ratlosigkeit herrscht, was die Ursachen und die möglichen Rezepte im Kampf gegen rassistische Gewalt angeht. Bis tief in die Neunziger Jahre hinein wurde der Rassismus in unserer Gesellschaft abgestritten oder zum Problem weniger verirrter Jugendlicher gemacht. Und irgendwie wurde die Schuld sogar Flüchtlingen zugeschrieben, so daß manche ernsthaft behaupteten, die drakonische Beschränkung des Asylrechts würde die Ausländerfeindlichkeit zum Verschwinden bringen. Das Asylrecht wurde eingeschränkt und die Zahl der Asylbewerber ging dadurch zurück, aber nicht der Rassismus. Deswegen sollte uns jedes Buch, das helfen kann, den Rassismus zu bestimmen und zu erklären, willkommen sein.<br />
<strong>Fortentwicklung des Rassismusbegriffs: vom biologischen zum kulturellen Rassismus</strong><br />
Gut erforscht ist der Rassismus, der in Deutschland vor 1945 praktiziert wurde. Aber vielleicht verstellt uns die gute Forschungslage über die NS-Zeit den Blick für die Wandlungen des Rassismus. Und zwar in zweifacher Hinsicht: zum einen weil der Rassismus vor 1945 (nicht nur der der Nazis, sondern der aller Kolonialimperien) staatlich organisiert und von den politischen und wirtschaftlichen Eliten gefördert wurde. Dadurch droht die Möglichkeit einer quasi &#8220;selbstorganisierten&#8221; rassistischen Gewalt aus dem Bewusstsein zu geraten. Zum anderen aber muß wohl der Rassismusbegriff selbst aktualisiert werden.<br />
Der herkömmliche rassistische Diskurs, der zur Definition des klassischen Rassismusbegriffs geführt hat, läßt sich so zusammenfassen: Rassismus liegt vor, wenn körperliche oder soziale Eigenschaften von Menschen dazu dienen, diese zu einer Gruppe zusammenzufassen, der (i.d.R. negative) körperliche, geistige und moralische Eigenschaften, die für erblich gehalten werden, zugeschrieben werden, und dies zu einer Benachteiligung oder Ausschließung dieser Gruppe bei der Verteilung knapper materieller und immaterieller Ressourcen durch eine dominante Gruppe führt.<br />
Rassen, wie sie der herkömmliche Rassismus definiert, gibt es aus biologisch-genetischer Sicht schlichtweg nicht. Der Fortschritt der naturwissenschaftlichen Erkenntnis hat, zusammen mit den aus dem Nationalsozialismus gezogenen Lehren, dazu geführt, daß dieser Rassismus in Westeuropa im allgemeinen nicht mehr gesellschaftsfähig ist. Ausgehend von der Feststellung, daß Benachteiligung und Ausschließung von Minderheiten und Einwanderern auch heute noch gang und gäbe sind, haben Analysen rassistischer Diskurse zutage gebracht, daß heute die Stigmatisierung von Minderheiten und Fremden mit anderen Argumenten &#8220;begründet&#8221; wird: an die Stelle der erblichen Minderwertigkeit ist die behauptete Unvereinbarkeit der Kultur insbesondere von Einwanderern mit der Kultur der Aufnahmeländer getreten. Ein solcher Diskurs wird als &#8220;kultureller&#8221; oder &#8220;kulturalistischer&#8221; Rassismus bezeichnet.<br />
Anders als beim biologischen Rassismus, der keinerlei wissenschaftliche Basis hat, begibt man sich aber auf ein ein glattes Terrain bei dieser Ausweitung des Rassismusbegriffs, denn es steht außer Zweifel, daß es Unterschiede in den Kulturen der verschiedenen Völker gibt. Und es kann ja nicht jede Mißfallensäußerung gegenüber Elementen einer fremden Kultur als Rassismus bezeichnet werden. Denn sonst wären fremde Kulturen sakrosankt. Oder ist etwa die Kritik an der in weiten Teilen Afrikas üblichen überaus grausamen Beschneidung der Mädchen rassistisch? Zu einer wahren Inflation des Rassismusbegriffs kommt es, wenn man auch festgefügte Vorurteile gegenüber Frauen oder alten Menschen als Rassismus bezeichnet. Auch die oft gehörte Meinung, Einwanderer müssten sich an die Verhaltensweisen und Normen des sie aufnehmenden Landes möglichst weitgehend anpassen, sie müßten sich also assimilieren (was auch oft euphemistisch als &#8220;integrieren&#8221; umschrieben wird), ist an sich nicht rassistisch, sondern ethnozentrisch, denn sie setzt ja voraus, daß Menschen diese Anpassungsleistung vollbringen können.<br />
Nur wenn die kulturell begründete Ablehnung der ausgegrenzten Gruppe die Aussage enthält, daß deren Mitglieder generell die Anpassungsleistung nicht vollziehen können aufgrund ihrer inkompatiblen Kultur, dann darf m.E. von kulturellem Rassismus gesprochen werden. Um den neuen und den alten Rassismus auseinanderzuhalten, scheint mir der Vorschlag E. Balibars, den neuen Rassismus als Neorassismus zu bezeichnen und abzugrenzen, sehr beachtenswert.<br />
<strong>Bei der Ursachenforschung kaum Fortschritte</strong><br />
Die Autoren dieses Bandes lassen &#8211; zu Recht &#8211; die Beschwichtigung, die nach jeder rassistischen Gewalttat zu hören ist, es seien nur Einzeltäter am Werk, nicht gelten. Als Ursachen für Rassismus betrachten sie, in je individueller Gewichtung, strukturelle sozio-ökonomische Gründe und rassistische Diskurse (welche z. B. Einwanderer als Kriminelle darstellen). Wer die in diesem Band gesammelten Aufsätze vergleicht mit älteren Werken, beginnend mit &#8220;The Authoritarian Personality&#8221; von Adorno et alii (1947) wird feststellen, daß die Ursachen, die zum Rassismus führen, schon lange bekannt sind. Zwar werden heute psychologische Ursachen, z.B. die autoritäre Familienstruktur, weniger betont, aber auch die anderen Ursachengruppen &#8211; ideologische und sozio-ökonomische Gründe &#8211; sind schon in den 30er und 40er Jahren grundsätzlich identifiziert worden.<br />
<strong>Fazit</strong><br />
Die in diesem Band wieder abgedruckten Beiträge sind zwischen 1989 und 1992 zum ersten Mal erschienen, und nur wenige von ihnen wurden aktualisiert. Auch deshalb ist dieser Band nur ein Platzhalter. Seine Stelle sollte ein noch zu schreibendes Buch über den Neorassismus ausfüllen. Der historische Rassismus ist viel besser dokumentiert als der gegenwärtige. Dieser Sammelband vermittelt Denkanstöße hinsichtlich des Neorassismus, die aber noch auf eine Synthese warten. Gut ist, daß die Autoren über den deutschen Zaun schauen und auch die Erfahrungen der Niederlande, Großbritanniens und Italiens beschreiben. Es gibt keinen Zweifel, daß es (auch) strukturelle Ursachen für rassistische Gewalt gibt, welche mit vermehrter Repression &#8211; so nötig diese auch ist &#8211; nicht behoben werden können. Diese strukturellen Ursachen mit Feingefühl und Mut auf empirischer Basis herauszuarbeiten, bleibt eine Herausforderung für einen politisch-wissenschaftlichen Autor.</p>
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		<title>Mehr direkte Demokratie wagen</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>von Hermann K. Heußner und Otmar Jung1999 wurde der 50. Geburtstag des Grundgesetztes begangen. Die Demokratie ist heute in Deutschland unumstritten. Welche ein Kontrast zur ersten Hälfte unseres Jahrhunderts! Und doch sind viele mit der Politik unzufrieden, ja politikverdrossen. Zu den Ursachen der Unzufriedenheit gehören neben dem globalen Kasinokapitalismus auch hausgemachte Gründe, namentlich die Macht der Parteien und ihre oligopolistische Besetzung des Politischen, wo sie doch, laut Grundgesetz, nur zur Willensbildung des Volkes beitragen sollten.<br />
Das Volk hat sich aber bisher besonnen gezeigt: anti-demokratische Parteien sind nur Randfiguren, und Demagogie erreicht zumeist nur bescheidene Effekte. Ausgehend vom Befund einer demokratischen Gereiftheit des Volkes in 50 Jahren Demokratie gekoppelt mit einer Unzufriedenheit mit den Parteien sollte eine Innovation in den politischen Prozessen möglich sein. Wie können die Bürger stärker an der Politik beteiligt werden, und zwar nicht nur beratend, sondern in Entscheidungsfunktion? Ein von H.K. Heußner und O. Jung herausgegebener Sammelband unter dem Titel &#8220;Mehr direkte Demokratie wagen&#8221; (Olzog 1999) faßt Beiträge verschiedener Autoren zusammen, die über Erfahrungen mit direkter Demokratie auf verschiedenen Ebenen (Kommune, Land) und in verschiedenen Ländern (D,CH, USA und Italien) berichten. Auch historischen Erfahrungen der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus werden nicht übergangen. Die gesetzlichen Regelungen über Volksentscheide in den deutschen Bundesländern werden dargestellt. Anhand von konkreten Fallbeispielen auf kommunaler und Landesebene wie der Kampagne zur Wiedereinführung des Buß- und Bettags oder dem Volksentscheid über die Rechtschreibreform in Schleswig-Holstein wird die Praxis, also die Strategie der Initianten, die Reaktion der verfaßten politischen Akteure (Landesregierungen, Parteien), der Medien und des demokratischen Souveräns selbst geschildert. Vor- und Nachteile der direkten Demokratie werden erörtert, oft geäußerte Befürchtungen hinsichtlich der Folgen der direkten Demokratie einem Praxistest unterzogen und fast alle entkräftet. Alle Autoren der vorliegenden Beiträge teilen &#8211; trotz ihrer unterschiedlichen Herkünfte &#8211; eine zustimmende Haltung zur direkten Demokratie. Vielleicht hätte es dieses Buch bereichert, wenn auch ein entschiedener Gegner der direkten Demokratie einen kontrapunktischen Beitrag geliefert hätte. Statt dessen gibt dieser Band Einblicke in die Pläne des Vereins &#8220;Mehr Demokratie e.V.&#8221;, der sich die Einführung direktdemokratischer Elemente auch auf der Bundesebene auf die Fahnen geschrieben hat.<br />
Dieses Buch macht Lust auf die Beschäftigung mit Politik, auf politische Gestaltung. Allein deswegen lohnt sich die Lektüre. Auf direkte Demokratie zu setzen, bedeutet, auf die Lernfähigkeit der Menschen und das Funktionieren eines demokratischen Diskurses zu setzen. Volksabstimmungen über Fragen, die aus dem Volk heraus kommen (nicht zu verwechseln mit Plebisziten, durch die sich eine politische Führung ihre Entscheidungen vom Volk bestätigen läßt) würden die Entscheidungen repräsentativer (Wahl-)Gremien ergänzen und könnten das Interesse der Bürger für Politik und die Bereitschaft zum Engagement steigern. Ich selbst habe 1992 in Frankreich den Abstimmungskampf vor dem Referendum über den Vertrag von Maastricht erlebt und hatte den Eindruck, daß in Frankreich viel ernsthafter über die europäische Integration diskutiert wurde als in Deutschland, wo zwischen den großen Parteien Konsens herrschte. Auch konnte man 1992 in Frankreich sehen, daß angesichts des Volksentscheids über eine weitreichende Sachfrage die Parteigrenzen und die Parteidisziplin beseite geschoben wurden: in allen fast allen demokratischen Parteien fanden sich Befürworter und Gegner des Vertrags über die europäische Union (nur die beide Extreme, PCF und Front National, waren einmütig dagegen). Wieviele Menschen in Deutschland würden sich für ein Sachthema ihrer Wahl in der Öffentlichkeit engagieren, wenn sie die begründete Aussicht hätten, dadurch politisch etwas zu bewegen? Ich glaube, es wären gar nicht so wenige.</p>
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