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	<title>Krieg &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Krieg &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Krieg in Nahost und Social Media</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 15:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Konflikt zwischen Israel und Palästina gewinnen auch &#34;Social Media&#34;-Angebote im Web zunehmend an Bedeutung. Die neuen Medien ermöglichen die Kontrolle der offiziellen, staatlichen Informationspolitik, denn die Nutzer des schnellen Kurzmitteilungsportals Twitter, von Weblogs und YouTube-Videos decken jede Falschmeldung auf und berichten live von der Front des Geschehens. Unser Autor hat interessante Links gesammelt.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Konflikt zwischen Israel und Palästina gewinnen auch &quot;Social Media&quot;-Angebote im Web zunehmend an Bedeutung. Die neuen Medien ermöglichen die Kontrolle der offiziellen, staatlichen Informationspolitik, denn die Nutzer des schnellen Kurzmitteilungsportals Twitter, von Weblogs und YouTube-Videos decken jede Falschmeldung auf und berichten live von der Front des Geschehens. Unser Autor hat interessante Links gesammelt.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Ob im Militär, in der Regierung, der Opposition oder den Botschaften, überall sind die neuen Medien wichtiger denn je. Denn der offiziellen Berichterstattung stehen die Erlebnisse und Eindrücke der Bewohner des Gazastreifens (und auch Israels) gegenüber. Und hier kann das „Social Web“ sein ganzes Potential ausspielen. Die eindrücklichen Texte und Bilder der Blogger und Twitter-Autoren sorgen dafür, dass nicht nur die offizielle Propaganda, sondern auch die menschliche Seite des Konfliktes beleuchtet wird. Ähnlich wie bei den Terroranschlägen in Mumbai wird vor allem Twitter als real-time-Berichterstattung von Zivilisten vor Ort verwendet.
</p>
<p>
<b>Keine ausschließlichen &quot;Wahrheiten&quot; mehr </b>
</p>
<p>
Die politische PR steht damit vor der Herausforderung, nicht mehr die alleingültige „Wahrheit“ in einem Konflikt verkünden zu können. Waren es im Irak-Krieg noch die „embedded journalists“ die – unter dem direkten Eindruck der Militärkräfte stehend &#8211; einen Eindruck vom Ort des Geschehens geben sollten, so sind es heute die Betroffenen selbst. Die technologische Entwicklung „twitter“ versetzt damit erstmals die Zivilisten eines Konfliktes in die Lage, direkt berichten und die Grauen des Krieges ungefiltert übertragen zu können. Das darauf von offizieller Seite keine Antwort gefunden wurde, zeigt die Tatsache, dass die Kommentarfunktionen der offiziellen Videos des israelischen Militärs teilweise abgestellt worden sind – zu heftig waren die Kommentare auf ein Video, dass die Explosion eines Transporters zeigte auf den vermeintliche Hamas-Anhänger Raketen verluden. Es stellte sich jedoch heraus, dass Zivilsten hier Sauerstoffflaschen verluden. Solche Ereignisse können künftig nicht mehr verschwiegen werden, zu dicht ist das Netz der Berichterstattung im Social Web geworden. 
</p>
<p>
<b>Einige Links zum aktuellen Konflikt</b>
</p>
<ul>
<li>Israel-Politik: ein <a href="http://www.israelpolitik.org/2008/12/29/citizens-press-conference-on-t%20witter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblog rund um Fragen zur Politik des Landes</a> Israel
	</li>
<li>
	twitter Channel: Um <a href="http://twitter.com/IsraelConsulate" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragen an die israelische Regierung</a> zu stellen, wird mittlerweile auch twitter genutzt
	</li>
<li>
	Krisen-Blog: Netanyahu, Oppositionsführer in Israel und ehemaliger<br />
	Ministerpräsident, <a href="http://twitter.com/netanyahu">twittert</a>  ebenfalls
	</li>
<li>
	Raketen-Zähler: unter <a href="http://twitter.com/QassamCount" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Qassam-Count wird mittels eines Twitter-blogs der Einschlag</a> von Qassam-Raketen der Hamas dokumentiert
	</li>
<li>
	Raketen-Video: auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=pNv-ro4XMxI&amp;amp;feature=channel_page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube dokumentiert die israelische Armee die Zerstörung von<br />
	Qassam-Raketen-Stellungen</a>; immerhin 92.000 mal (Stand: 7.1.2009) aufgerufen:
	</li>
<li>
<p>
	<a href="http://ingaza.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;In Gaza</a>&quot; und &quot;<a href="http://talestotell.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tales to tale &#8211; from Gaza 2008</a>&quot; zwei blogs mit Berichten und Bildern aus dem Gazastreifen
	</p>
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</ul>
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		<title>Digitale Kriegsreporter</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-kriegsreporter-4025/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 16:34:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Hackerattacke]]></category>
		<category><![CDATA[Georgien]]></category>
		<category><![CDATA[Kaukasus]]></category>
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					<description><![CDATA[Kriege sind im Internet angekommen. Eine der ersten Auseinandersetzungen, bei der <a href="/kaukasus-ticker">digitale Angriffe</a> die militärischen Operationen begleiteten, war der Kaukasuskonflikt zwischen Russland und Georgien im August 2008. Zahlreiche Hackerattacken legten Server lahm, die georgische Regierung suchte digitales Asyl auf den Seiten des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski. Nun untersucht eine kanadische Hackergruppe die Vorfälle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kriege sind im Internet angekommen. Eine der ersten Auseinandersetzungen, bei der <a href="/kaukasus-ticker">digitale Angriffe</a> die militärischen Operationen begleiteten, war der Kaukasuskonflikt zwischen Russland und Georgien im August 2008. Zahlreiche Hackerattacken legten Server lahm, die georgische Regierung suchte digitales Asyl auf den Seiten des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski. Nun untersucht eine kanadische Hackergruppe die Vorfälle.<!--break--></p>
<p>
„Onlineattacken haben eigentlich dieselben Folgen wie militärische. Nur kann hier jeder eine Atombombe bauen“, beschreibt Rafal Rohozinski in der <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/08/26/AR2008082603128.html?nav=rss_technology" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Washington Post</a> die Bedeutung des Onlinekrieges. Er ist einer der Gründer von <a href="http://www.citizenlab.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Citizen Lab</a>, einer Gruppe von Hackern aus Toronto, die sich ursprünglich auf die Umgehung von Filtern in Ländern mit Internetzensur konzentrierte. Nun untersucht sie die Vorgänge im Netz, die sich während der russischen Militäraktion gegen Georgien ereigneten.
</p>
<p>
<b>Online-Streitkräfte<br />
</b>
</p>
<p>
Darauf, dass die Attacken von eifrigen russischen Privatpersonen und nicht auf militärischen Befehl ausgeführt wurden, möchte sich Citizen Lab nicht festlegen. „Je wichtiger eine Internetseite ist, desto größer die Wirkung, wenn man sie in die Luft bläst“, sagt Ronald J. Deibert, der Chef der „Hacktivists“, und spricht bereits von einem digitalen Wettrüsten. Dabei seien nicht nur Zerstörungen von Informationskanälen, sondern auch das gezielte Filtern bestimmter Informationen effektive militärische Mittel. In einem Jahr wollen die Kanadier herausgefunden haben, wer hinter den Netzattacken auf Georgien steckte.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Umkämpfter Liveticker im Kaukasus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/umkaempfter-liveticker-im-kaukasus-3993/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2008 17:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Krieg im Kaukasus findet auch im Netz statt. Gerade die georgische Seite bloggt und informiert im Stundentakt über die neuesten Entwicklungen. Doch nun soll auch die Blogosphäre unter Beschuss geraten sein. Ein Einblick in die unübersichtliche Lage.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Krieg im Kaukasus findet auch im Netz statt. Gerade die georgische Seite bloggt und informiert im Stundentakt über die neuesten Entwicklungen. Doch nun soll auch die Blogosphäre unter Beschuss geraten sein. Ein Einblick in die unübersichtliche Lage.<!--break--></p>
<p>
Dass russische Truppen in Senaki einmarschiert sind, vermeldet die Nachrichtenseite <a href="http://www.civil.ge/eng/">Civil.ge</a> noch, der Wirtschaftsticker der georgischen Nationalbank am Rand der Seite funktioniert aber nicht immer. <a href="http://russiangeorgianwar.blogspot.com/">Ein englischsprachiges Blog</a> tickert die neuesten Kriegshandlungen. <a href="http://georgiamfa.blogspot.com/">Ein Blog</a>, das wegen Hackerangriffen angeblich vom georgischen Außenministerium auf einem sicheren Blogspot-Account geführt wird, zeigt Bilder georgischer Opfer. Die offizielle Außenministeriums-Homepage ist gerade erreichbar, die Startseite soll aber vor kurzem nach Manipulationen von Hackern noch mit Bildern von Kriegsverbrechern wie Adolf Hitler umgeleitet <a href="http://www.ireport.com/docs/DOC-57237">worden sein</a>. Auch YouTube wird zur Information und Stimmungsmache <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1218352586650.shtml">genutzt</a>.
</p>
<p>
<b><br />
Gezielte Abschaltung</b>
</p>
<p>
So hat der militärische Konflikt zwischen Russland und Georgien sein digital-mediales Pendant. Dabei ist es kaum ersichtlich, welche Personen oder Intentionen hinter den Meldungen stehen. <a href="http://www.heise.de/newsticker/Cyberkrieg-im-Kaukasus--/meldung/114065/from/atom10">Heise.de</a> berichtet nun, dass auch im Netz angegriffen wird. Russische Server, über die ein Großteil des georgischen Traffics läuft, sollen für georgische Nutzer nicht mehr zugänglich sein. Zudem hätten russische Online-Attacken verschiedene georgische Seiten gezielt überfordert, so dass diese nun nicht mehr aufzurufen seien. Der polnische Präsident veröffentlicht die Infos der georgischen Regierung daher auf seiner <a href="http://www.president.pl">englischsprachigen Homepage</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Netzkunst Teil 1: Videospiel mit echten Toten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkunst-teil-1-videospiel-mit-echten-toten-3718/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 17:27:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Transmediale]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph DeLappe]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[Anlässlich der transmediale08 stellen wir Ihnen bis zum Wochenende täglich eine Netzkunstaktion vor. Heute sind es gleich zwei miteinander in Verbindung stehende Arbeiten des Künstlers Joseph DeLappe. Zum einen das bereits seit Herbst 2006 laufende Kunstprojekt „Dead in Iraq“ - welches als Online-Mahnmal für gefallene US-Soldaten im Irakkrieg konzipiert ist - und zum anderen die Plattform „Iraq Memorial“, bei der die irakischen zivilen Opfer des Krieges im Vordergrund stehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der transmediale08 stellen wir Ihnen bis zum Wochenende täglich eine Netzkunstaktion vor. Heute sind es gleich zwei miteinander in Verbindung stehende Arbeiten des Künstlers Joseph DeLappe. Zum einen das bereits seit Herbst 2006 laufende Kunstprojekt „Dead in Iraq“ &#8211; welches als Online-Mahnmal für gefallene US-Soldaten im Irakkrieg konzipiert ist &#8211; und zum anderen die Plattform „Iraq Memorial“, bei der die irakischen zivilen Opfer des Krieges im Vordergrund stehen.<!--break--> </p>
<p>
Die <a href="http://www.transmediale.de/" target="_blank" title="transmediale08" rel="noopener noreferrer">Transmediale</a> (30.01.08 &#8211; 03.02.08) feiert dieses Jahr ihren 20ten Geburtstag. Der Fokus des jährlich stattfindenden  Festivals liegt auf dem Zusammenspiel zwischen Medien und Kunst. Wie jedes Jahr werden im Programm ausgewählte Netzkunstaktionen vorgestellt. Anlass für den Start einer kleinen Reihe. Heute lesen Sie Teil 1: „Dead in Iraq“ und „Iraq Memorial“.
</p>
<p>
<b>Dead in Iraq</b>
</p>
<p>
Der Künstler Joseph DeLappe nutzt das vom US-Amerikanischen Militär eigens für Rekrutierungs-Zwecke  entwickelte Online-Kriegsspiel „America´s Army“ für eine Netzperformance. Mit dem Kunstprojekt „<a href="http://www.unr.edu/art/DELAPPE/Gaming/Dead_In_Iraq/dead_in_iraq%20JPEGS.html" target="_blank" title="Dead in Iraq" rel="noopener noreferrer">Dead in Iraq</a>“ protestiert er gegen den Krieg im Irak. Er beschreibt das Projekt als vergängliches Online-Mahnmal für die bisher getöteten Soldaten.
</p>
<p>
DeLappe hat sich als Spieler mit dem Namen dead-in-iraq angemeldet. Statt zu kämpfen. marschiert er jedoch passiv durch das Spiel, bis er getötet wird, um sich dann erneut wieder anzumelden. Und statt sich mit anderen Spielern auszutauschen sendet er über die integrierte Instant-Messaging-Funktion die Namen und Todestage real gefallener Soldaten im Irak-Krieg &#8211; inzwischen umfasst seine Liste bereits über 3000 Namen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/dead_marine_0.jpg" alt="dead marine" height="300" width="400" />
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Iraq Memorial</b>
</p>
<p>
Um auf den wirklichen Preis des so genannten „War of Terror“ aufmerksam zu machen, initiierte DeLappe im Oktober 2007 ein zweites Projekt. Nicht die gefallenen amerikanischen Soldaten sondern die Erinnerung an die tausenden getöteten irakischen Zivilisten steht hierbei im Mittelpunkt. Der Künstler ruft weltweit dazu auf, ein Online-Archiv für Kunstprojekte zu erstellen, die auf die gefallenen Zivilsten im Irak aufmerksam machen. Derzeit umfasst die Sammlung auf der Plattform <a href="http://www.iraqimemorial.org/" target="_blank" title="Iraq Memonrail" rel="noopener noreferrer">Iraq Memorial</a> 42 Performances, Installationen, Videos aber auch einige Web-Kunst-Aktionen. So zum Beispiel das erst vor wenigen Tagen gestartete Web-Art-Projekt „<a href="http://www.robertspahr.com/work/cruft/crude/" target="_blank" title="1 Minute Memory" rel="noopener noreferrer">Crude Cruft (1 minute memory)</a>“ von  Robert Spahr . Mit einem automatischen Skript verknüpft er täglich ein vom amerikanischen Verteidigungsministerium herausgegebenes Bild der amerikanischen Flagge mit tagesaktuellen Berichten über zivile Opfer im Irak.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Information Warfare und Friedensjournalismus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/information_warfare_und_friedensjournalismus-73/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Krisenkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medienereignis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">Bei jedem neuen Krieg wird, oft von den Medien selbst,        die Frage nach der ihrer eigenen Rolle und die Beeinflussungstrategien        der Kriegsparteien thematisiert. Ein neues Buch versucht systematisch        alle Facetten der Krisenkommunikation zu beleuchten<p> &#8222;Stell dir vor, es gibt Krieg und keiner schaut zu.&#8220;        Unwahrscheinlich? Absolut.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Bei jedem neuen Krieg wird, oft von den Medien selbst, die Frage nach der ihrer eigenen Rolle und die Beeinflussungstrategien der Kriegsparteien thematisiert. Ein neues Buch versucht systematisch alle Facetten der Krisenkommunikation zu beleuchten</p>
<p>„Stell dir vor, es gibt Krieg und keiner schaut zu.“ Unwahrscheinlich? Absolut.<!--break--><br />
Im Zeitalter der „Mediokratie“ gehören die Medien als Beobachter genauso zu jeder kriegerischen Auseinandersetzung wie die Kriegsparteien und sind als propagandistisches Schlachtfeld schon metaphorischer Teil des Kriegsgeschehens selbst geworden. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die Kommunikations-strategien der Kriegsakteure und die Kriegsberichterstattung?<br />
Der zweite Band zum Thema „Krieg als Medienereignis“ versucht nach dem kasuistisch angelegten und zum Anlass des ersten Golfkrieges herausgegebenen ersten Teils nun einen breiten und systematischen Überblick über das noch wenig erschlossene Forschungsgebiet der „Kriegskommunikation“ zu geben.<br />
Gegliedert ist das Buch in die inhaltlichen Schwerpunkte der historischen Entwicklung der Krisenkommunikation sowie ihrer Betrachtung aus journalistischer sowie militärischer Perspektive.<br />
Die spannendsten Beiträge finden sich im Abschnitt zur militärischen Perspektive der Krisenkommunikation, für den zwei Praktiker für das Thema „Strategisches Informationsmanagement“ gewonnen werden konnten, einer davon Walter Jertz, der militärischen NATO &#8211; Sprecher während des Kosovo – Krieges. Die Autoren liefern einen interessanten und anschaulichen Einblick in die zentralistische Organisationsweise und die Kommunikationsstrategien des Militärbündnisses während militärischer Intervention. Ein zweiter Beitrag widmet sich den „Information Operations“ (früher „Information Warfare“) und den aktuellen Strategien des US &#8211; Militärs zur Instrumentalisierung der Medien und der Erlangung der Informationshoheit.<br />
Auch dem Internet und seiner Rolle in kriegerischen Auseinandersetzungen wird ein Kapitel gewidmet. War das Internet in Krisenzeiten anfänglich nur eine zusätzliche Quelle für (mehr oder weniger authentische) Informationen aus den Krisengebieten, hat es sich inzwischen auch zu einem Mittel und Objekt der Kriegsführung entwickelt. Militärische Strategien zum Angriff der gegnerischen Infrastruktur beziehen das Internet bereits lange mit ein. Das Internet ist aber auch bereits selbst zum propagandistischen Schlachtfeld geworden. So hat z.B. jugoslawische Regierung während der Kosovo – Intervention rund 1000 Studenten als „Webpropagandisten“ an die virtuelle Kriegsfront geschickt hat, um durch das Verbreiten von Exklusivinformationen an Journalisten, „Undercover“ &#8211; Teilnahme an Newsgroups und der Kontaktaufnahme zu ausländischen Antikriegsgruppen die öffentliche Meinung zu beeinflussen.<br />
Der Beitrag untersucht vor allem die Auswirkungen der Internetrevolution auf den Journalismus und sieht die Konsequenzen im Verlust des Deutungsmonopols der Massenmedien und dem Wechsel von einem Vermittler – Rolle der Journalisten hin zu einer Moderatoren &#8211; Rolle, deren Aufgabe es ist, den Medienkonsumenten Orientierung in der Quellenvielfalt und dem Informationsüberfluss zu geben.<br />
Das Buch bietet eine breite Einführung in das Problemfeld der Kriegskommunikation und stellt alle wesentlichen Aspekte umfassend dar. Die Perspektiven reichen vom geschichtlichen Abriss der Rolle der Medien in der modernen Kriegsführung über die militärischen Strategien der Medieninstrumentalisierung bis zur Diskussion des Konzeptes des Friedensjournalismus und der zunehmenden Tendenz zum „Militainment“ von Kriegsberichterstattung.<br />
Das Buch ist gemäß seinem Selbstverständnis als umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas vor allem akademisch ausgerichtet. Der Anschaulichkeit halber wären mehr als der eine Praktikerbeitrag eine auflockernde Ergänzung gewesen, andererseits liegt der Wert des Buches eben darin, sich von den durchaus zahlreich vorliegenden vor allem journalistischen Annäherungen an das Thema abzusetzen.<br />
<strong>Buchinfo:<br />
Martin Löffelholz (Hsg.), Krieg als Medienereignis II. Krisenkommunikation im 21. Jahrhundert.<br />
VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2004</strong></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Krieg in den Köpfen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/der_krieg_in_den_koepfen-35/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krieg im Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[Die SPEX-Autoren Tom Holert und Mark Terkessidis dokumentieren in ihrem neuen Buch &#8222;Entsichert&#8220; die Mobilmachung des &#8222;Kriegsshowbusiness&#8220; seit Vietnam.</strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SPEX-Autoren Tom Holert und Mark Terkessidis dokumentieren in ihrem neuen Buch &#8222;Entsichert&#8220; die Mobilmachung des &#8222;Kriegsshowbusiness&#8220; seit Vietnam.</strong></p>
<p>&#8222;Entsichert&#8220;, das ist der Zustand kurz vor dem Abdrücken der Waffe, der Moment der Spannung im Kino, das kontrollierte Innehalten vor dem finalen Todesschuss. &#8222;Entsichert&#8220; ist auch der Titel der im vorjährigen November erschienen Kriegsanalyse von Tom Holert und Mark Terkessidis. Die zwei Kulturtheoretiker der Popgeschichte haben ihre Schreibtische verlassen, um die jüngsten Kriegsschauplätze wie Pristina, Belgrad, Tetovo, Ho-Chi-Minh-Stadt oder Manhattan aufzusuchen. Die Autoren zeigen in ihrem Buch eingängig, dass eine globale Mobilmachung in Sachen Krieg über Sprache und Medien schon längst erfolgt ist: der Tarnlook bis zum Camouflageunterhöschen ist in Mode und der Fitnesstrend propagiert durchtrainierte Körper à la Riefenstahl. Die Konsumware &#8222;Krieg&#8220; durchzieht das Alltagsleben. Jeder einzelne läuft Gefahr, so Holert und Terkessidis, zum Einzelkämpfer im Neoliberalismus zu mutieren. </p>
<p>Unsere Wirtschaftsform sei, so eine der Grundthesen, schleichend aber spürbar zu einer &#8222;Praxis und Ideologie des Krieges&#8220; entwachsen. Und die Angst würde weiter geschürt. Das Vorgehen gegen &#8222;Schurkenstaaten&#8220; für eine &#8222;globale Sicherheit&#8220; gehöre zum Grundvokabular der Abendnachrichten. </p>
<p><strong>Kriegsspektakel und Spektakelkrieg</strong><br />Die Autoren decken auf, wie Hollywoodkino, Videospiele und die Bildmaschinerie der Nachrichten auf die Menschen wirken. Wie kommen Sprachschöpfungen wie &#8222;Killerviren&#8220;, &#8222;Scheidungskampf&#8220; und &#8222;Guerillamarketing&#8220; zu Stande? Laut Holert und Terkessidis befinden wir uns in einem &#8222;massenkulturellen Krieg&#8220;. Die &#8222;Massenkultur&#8220; des Westens sei von der Kultur des Krieges durchdrungen; an den aktuellen Kriegsschauplätzen, außerhalb unserer behüteten Sicherheitszonen, bestimme dagegen der Krieg die Kultur der Massen. Zur Beweislage ihrer Thesen haben sich Holert und Terkessidis auch auf dem Rummelplatz der Actionfilmgeschichte umgeschaut. Wie ein Barometer der politischen Stimmungslage funktionieren die Ballerstreifen von &#8222;Rambo&#8220; bis &#8222;Universal Soldier&#8220;, die Exportschlager der amerikanischen Filmindustrie erreichen ihr Publikum von der Ersten bis zur Dritten Welt. </p>
<p>Die Unterscheidungsmoral des Actionkinos funktioniert als Corporate Identity der amerikanischen Politik. Diese Kausalität zeigen die Autoren am Sinnspiel von &#8222;Star Wars&#8220; &#8211; Reagan&#8217;s Raketenabwehr im Weltraum ist gleichlautend mit George Lucas&#8217; SF-Kultfilmen. Hollywood, behaupten die Autoren des Buches, legitimiere den Konsumenten zu einer Identifikation innerhalb des Freund-Feind-Schemas.</p>
<p><strong>Der erste Living-Room War</strong><br />Die Initiation der fetischisierenden Kinomaschinerie aus Bild-Erinnerung-Trauma liegt für Holert und Terkessidis in Vietnam. Das Schlachten wurde zum Hauptthema einer nationalen Gefühlsrotation, die sich mit der Produktion von Filmklassikern wie &#8222;Apokalypse Now&#8220; oder &#8222;Full Metal Jacket&#8220; bis zu &#8222;Black Hawk Down&#8220; selbst nährt. Die Massenkonsumware Krieg wurde zum Bestseller durch die Einbindung der Gegenkultur, einer Melange aus Hippiekiffern und Surf´n Roll. Vietnam ist auch der Motor, der Reagan kurz nach Amtsantritt vor Gründern einer Veteranen-Stiftung zu der im Buch zitierten Aussage veranlasste: &#8222;Das Schlimme an Vietnam war, dass wir euch nie erlaubt haben, den Krieg zu kämpfen, den ihr hättet kämpfen können. Und damit haben wir euch den Sieg verweigert, den all unsere anderen Veteranen genießen durften. Das wird nie wieder passieren&#8230;&#8220;.</p>
<p>Wie die Autoren in fünf Kapiteln erklären, sind es vor allem Männer, die die Sehnsucht nach Action und Ausnahmezustand treibt. Sie sind die testosterongeplagten Headhunter und &#8222;Lifestylerekruten&#8220; &#8211; sie stellen die Amokschützen in den Schulen von Erfurt und Littleton.</p>
<p> Das letzte Kapitel widmet sich mit dem 11. September der &#8222;Kriegsarchitektur des Westens&#8220; und &#8222;dem Vitalismus der Kampfzone&#8220;. Kriegerische Zustände beherrschten die Börsianer an der Wall Street und Ground Zero ist die tiefe Narbe: &#8222;Das Bedürfnis nach Sicherheit verwandelt die Stadt immer weiter in eine Kampfzone, während die &#8222;warzone&#8220; zum Ort körperlicher Erfahrung in der Massenkultur avanciert&#8220;. </p>
<p><strong>Sich weigern, mobilisiert zu werden</strong><br />Der Vormarsch des American Way of Life in die islamische Welt scheint beschlossene Sache zu sein. George Bush am 21. November 2001: &#8222;Afghanistan ist erst der Anfang im Krieg gegen den Terror. Es gibt andere Terroristen, die Amerika und unsere Freunde bedrohen und andere Nationen als willige Sponsoren. Wir werden diese Übeltäter über die Jahre auf der ganzen Welt bekämpfen&#8220;. Der Lektüre von &#8222;Entsichert&#8220; verleihen die aktuellen Ereignisse eine unheimliche Brisanz: was geschieht, wenn Rambo nach erfolgreichen operativen Maßnahmen und humanitären Aktionen in der Golfregion wieder nach Hause kommt?</p>
<p>The winner takes it all: Holert und Terkessidis demontieren in akribischer Recherche die inflationär eingesetzte Mär vom Siegertypen. Wie simpel und gefährlich kriegstreiberische Rhetorik arbeitet und wohin die Identifikation mit einer hochtechnisierten Tötungsindustrie führt, mündet nach den gut lesbaren 257 Seiten in ein Statement gegen die Vereinnahmung durch das Kriegsshowbusiness &#8222;&#8230;sich zu weigern, mobilisiert zu werden.&#8220; </p>
<p>Kulturpessimistische Verneinung und Verweigerung anstelle von machbarer Politik? Mit der Schuldzuweisung an die Massenmedien machen es sich die Autoren zu einfach. Ihr Bild des Nachrichtenkonsumenten ist zu schablonenhaft und negativ gefärbt. Dass Bilder lügen, dass Kriege herbeigelogen werden und mit immer neuen Wortschöpfungen für den Zuschauer erträglich gemacht werden, ist nicht neu. </p>
<p>   </p>
<table width="146" border="0" cellpadding="2">
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div align="center">Erschienen am 06.3.2003</div>
</td>
</tr>
</table>
<p></p>
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		<title>Warblogs: vom Alltag im Kriegsgebiet</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gerade in Kriegszeiten ist eine ausgewogene Berichterstattung Aufgabe der Medien. Blogger zeichnen dagegen ein anderes, subjektives Bild von der Situation vor Ort und machen den traditionellen Onlinemedien damit die Deutungshoheit streitig. Eine Analyse.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade in Kriegszeiten ist eine ausgewogene Berichterstattung Aufgabe der Medien. Blogger zeichnen dagegen ein anderes, subjektives Bild von der Situation vor Ort und machen den traditionellen Onlinemedien damit die Deutungshoheit streitig. Eine Analyse.<!--break--></p>
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&nbsp;
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<p>
„Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd“. Bereits Bismarck stellt Kriege als Ausnahmesituationen, als Zeiten der Lüge, dar. Arthur Ponsonby betont sogar die Notwendigkeit der Lüge: In Kriegszeiten sei „die Erklärung der Wahrheit ein Verbrechen“.</p>
<p>Wie können angesichts dieser Lügenszenarien Journalisten agieren, deren erklärtes Ziel es ist, wahrheitsgemäß zu berichten? Die saloppe Antwort eines Regierungssprechers lautet: „Die oberste Regel im Krieg ist: niemals lügen. Die zweite: nie die ganze Wahrheit sagen“.
</p>
<p>
Was für den Journalismus angesichts seiner politischen und wirtschaftlichen Verstrickungen eine große Herausforderung zu sein scheint, könnte für Warblogs leichter zu realisieren sein: eine authentische Kriegsberichterstattung. So verhilft der jüngste Konflikt zwischen Israel und Libanon den Online-Kriegstagebüchern einmal mehr zum Ruhm.</p>
<p><b>Eine Bandbreite an Stimmen und Meinungen</b>
</p>
<p>
Ähnlich wie 2003 im Irak tauschen sich derzeit im Nahen Osten viele Menschen online über den Krieg aus. Die aktuelle Warblog-Szene in der Krisenregion entwickelt sich dabei unter anderen Voraussetzungen als etwa die irakischen Kriegstagebücher. Am Nahostkonflikt sind vor allem Länder beteiligt, in denen zahlreiche Menschen über einen Internetanschluss verfügen. So präsentieren sich hier nicht nur einige vereinzelte Warblogger, sondern eine ganze Bandbreite an Stimmen und Meinungen wird im Internet laut. Kann dieses Potpourri an subjektiven Wahrnehmungen und Erfahrungsberichten eine Alternative zur Berichterstattung traditioneller Onlinemedien sein? Worin unterscheiden sich die Angebote?
</p>
<p>
Der 13. und 30. Juli 2006 sind ereignisreiche Tage im Nahen Osten. Das schlägt sich auch in den Medien nieder: Am 13.07. dominieren die Berichte über den ersten Großangriff der Israelis auf Beirut und Umgebung. Gut zwei Wochen später erregen die Bomben auf die libanesische Ortschaft Kana weltweite Aufmerksamkeit. Die Onlineausgaben von Süddeutscher Zeitung und Spiegel reagieren mit einer umfangreichen dossierartigen Berichterstattung, die sie noch am selben Tag online stellen.<br />
<br />
Die Warblogger hingegen scheinen es mit der Aktualität weniger genau zu nehmen. Viele der Autoren posten nicht mehr am gleichen Tag einen Beitrag zu den Geschehnissen. Häufig bieten sie erst Tage später ausführliche Berichte an. Hinsichtlich der Aktualität laufen die Onlinemedien den Warblogs deswegen wohl den Rang ab.</p>
<p><b>Die Stärke der Warblogs liegt in den Augenzeugenberichten</b></p>
<p>Nicht jedoch in der Berichterstattung: sie ist gekennzeichnet durch die Wiedergabe von persönlichen Eindrücken. Die Stärke der Warblogs liegt in den Augenzeugenberichten, die teilweise schonungslos offen gelegt werden. So berichtet das Warblog<br />
<a href="http://anecdotesfromabananarepublic.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anecdotes from a Banana Republic</a> aus Beirut vor Ort in Kana. Die Bloggerin beschreibt, was er in den Trümmern der zerstörten Häuser gesehen hat: „Babyfotos, …, Handtaschen, …, Joghurtbecher, …, Berge von Mathematik- und Französisch-Hausaufgaben.“ Doch nicht immer sind die Augenzeugenberichte derart emotional besetzt, teilweise liefern sie auch nebensächliche Informationen: „Der Strom fiel für einige Sekunden aus“, schreibt der gleiche Blogger beispielsweise kurz nach Kriegsbeginn aus der libanesischen Hauptstadt.
</p>
<p>
Die Onlinemedien der Süddeutschen Zeitung und des Spiegel hingegen berufen sich selten auf Augenzeugen als Quellen. Überwiegend werden dort offizielle Quellen wie Regierungen, Polizei oder Armee zitiert. Überhaupt dominiert die neutrale Art der Berichterstattung die traditionellen Onlinemedien. Die Analysen bei SZ und Spiegel Online zeichnen sich dadurch aus, dass sie den aktuellen Konflikt auf globaler Ebene erläutern und neben Reaktionen aus Europa, Amerika und Russland auch die Folgen für Börse und Tourismus zur Sprache bringen.
</p>
<p>
Diese Zusammenhänge bieten Warblogs nicht, sie geben Überblicksdarstellungen auf einer individuellen Ebene. Die Erfahrungswelt der Warblogger – und damit auch ihre Analyse – ist subjektiver. Der Konflikt wird in seinen Konsequenzen für den eigenen Alltag oder den der Landsleute analysiert. Durch diesen individuellen Bezug vieler Kriegstagebücher wirken ihre Beschreibungen emotional und wenig distanziert. Die Blogger verleihen dem mit ihren Insider-Informationen ein menschliches Gesicht. Das Warblog<br />
<a href="http://muqata.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Muqata</a> etwa berichtet über getötete israelische Soldaten und listet diese namentlich auf. Doch damit nicht genug: Sogar Ort und Datum ihrer Begräbnisfeiern werden veröffentlicht. „Seine Beerdigung findet um 16.30 Uhr auf dem Kiryat Sha’ul Militärfriedhof statt.“
</p>
<p>
<a href="/warblogs-vom-alltag-im-kriegsgebiet-teil-2">Weiter zu Teil 2 &gt;&gt;</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warblogs: vom Alltag im Kriegsgebiet (Teil 2)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/warblogs-vom-alltag-im-kriegsgebiet-teil-2-3652/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jsommerhaeuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<b>Warblogger suchen den Kontakt zu ihren Lesern</b>
<p>
Warblogger verstehen sich jedoch nicht nur als Lieferanten von Informationen dieser Art an ihre Leser, sondern möchten mit ihnen in Kontakt treten. Interaktivität spielt bei den Tagebüchern des Nahostkonflikts also eine große Rolle. In vielen Postings regen die Blogger ihre Nutzer dazu an, Fragen zu stellen und ihre Meinung kundzutun. „Bitte kommentiert oder postet neue Beiträge“, fordert der Blogger von Anecdotes from a Banana Republic ausdrücklich seine Leser auf. In den Onlineausgaben der Süddeutschen Zeitung und des Spiegel werden allenfalls indirekte interaktive Angebote gemacht. So bieten beide Medien Foren an, in denen sich die Leser über den Krieg austauschen können. Direkte Nutzerkommentare sind jedoch nicht zu finden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Warblogger suchen den Kontakt zu ihren Lesern</b></p>
<p>
Warblogger verstehen sich jedoch nicht nur als Lieferanten von Informationen dieser Art an ihre Leser, sondern möchten mit ihnen in Kontakt treten. Interaktivität spielt bei den Tagebüchern des Nahostkonflikts also eine große Rolle. In vielen Postings regen die Blogger ihre Nutzer dazu an, Fragen zu stellen und ihre Meinung kundzutun. „Bitte kommentiert oder postet neue Beiträge“, fordert der Blogger von Anecdotes from a Banana Republic ausdrücklich seine Leser auf. In den Onlineausgaben der Süddeutschen Zeitung und des Spiegel werden allenfalls indirekte interaktive Angebote gemacht. So bieten beide Medien Foren an, in denen sich die Leser über den Krieg austauschen können. Direkte Nutzerkommentare sind jedoch nicht zu finden.<!--break-->
</p>
<p>
<br />
Insgesamt bieten die untersuchten Onlinemedien weniger Nutzerservice. Meist stellen sie nur Links zu internen Angeboten (Foren, Umfragen, Dossiers) her und verweisen nicht auf externe Berichte. Ganz anders die Warblogs: Hier werden Medienberichte aus verschiedenen Ländern verlinkt, darunter Israel und Libanon, Deutschland und die USA. Der Nutzer erhält dadurch einen guten Überblick über die unterschiedlichen Perspektiven.</p>
<p>Diese werden noch stärker in den Kommentaren der Blogger akzentuiert. Subjektivität und Persönlichkeit gelten im Allgemeinen als Stärke der Weblogs und auch die israelischen und libanesischen Warblogger vertreten ihre Meinungen mit deutlichen Worten. Der Warblogger Gash beispielsweise verurteilt „Israels willkürliche Ungesetzlichkeit, beim Gemetzel an Zivilisten“ und bezeichnet die Israelis als „blutrünstige Bastarde.“ Auch Ironie und Zynismus sind beliebte Stilmittel. Sie machen die Blog-Kommentare eingänglich. Der Nutzer sollte sich jedoch bewusst sein, dass hier Meinungen transportiert werden, die auch Beleidigungen nicht scheuen. So wird Im Warblog Anecdotes from a Banana Republic nach dem Vorfall in Kana zynisch resümiert: „Die EU ist &#8216;geschockt&#8217; und &#8216;bestürzt’ über das Massaker. Geschockt? Bestürzt? Etwa so wie ‘Jimmy, ich bin bestürzt, dass du mit deinem brandneuen Fahrrad gegen einen Baum gefahren bist’ oder wie ‘Bobby Sue, ich bin bestürzt, dass du diese Kekse nicht mit deiner Schwester teilen willst’.“ Die Journalisten von SZ und Spiegel Online geben wesentlich moderatere Kommentare. Zwar werden auch hier Meinungen transportiert, aber es wird auf ausreichende Begründung und die Vermeidung von Beleidigungen wert gelegt.</p>
<p><b><br />
In Warblogs werden die Ereignisse individuell aufbereitet</b></p>
<p>Auch bei der Präsentation von Informationen unterschieden sich beide Angebotsformen deutlich. Während die großen Onlinemedien auf die üblichen journalistischen Darstellungsformen wie Nachrichte, Reportage und Kommentar zurückgreifen, werden in den Warblogs die Ereignisse zum Teil individuell und künstlerisch aufbereitet. Der Künstler Mazen Kerbay etwa verarbeitet die Kriegsereignisse auf seinem Kerblog in Bildern und Gedichten. Über Kana schreibt er: “Vor 2000 Jahren, in Kana, verwandelte Jesus Wasser in Wein. Heute, in Kana, verwandelten die israelischen Streitkräfte Kinder in Asche.“</p>
<p>Es geht hier aber nicht darum, zu entscheiden, welches Angebot lesenswerter ist. Sowohl die klassischen Medien als auch Warblogs zeigen Stärken und Schwächen. Die traditionellen Medien punkten mit Vollständigkeit und Aktualität; Warblogs zeichnen sich vor allem durch Augenzeugenberichte und persönliche Statements aus.</p>
<p>Wer einen umfassenden Einblick ins Kriegsgeschehen wünscht, sollte einen Medienmix aus beiden Formaten wählen. Warblogger können die Medien durchaus auch ergänzen: Sie können zusätzliche Informationen liefern und als &#8216;Watchdogs’ der Medien fungieren, indem sie fehlerhafte Medienberichte korrigieren oder kritisieren. Das zeigt auch das jüngste Beispiel von manipulierten Bildern aus dem brennenden Beirut: ein Fotograph der Nachrichtenagentur Reuters hatte einige Bilder aus der libanesischen Hauptstadt digital bearbeitet, um sie dramatischer wirken zu lassen. Reuters stellte diese Bilder online – die Fälschung flog erst durch einige Blogger auf. Sie konnten nachweisen, dass die Bilder manipuliert worden waren. Reuters suspendierte daraufhin den Fotographen und entfernte die Bilder.</p>
<p><a href="/edemocracy/netzkultur/jsommerhaeuser_warblogsimlibanon_060817_teil1.shtml"><br />
&lt;&lt; Zurück zu Teil 1</a></p>
<p>Der Artikel basiert auf einer Analyse, die die Autorin für politik-digital.de erstellt hat. Sie hat an zwei Tagen die Berichterstattung der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (SZ) und von Spiegel Online mit den Meldungen von zwölf ausgewählten Warblogs verglichen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Libanonkonflikt in Video-Warblogs und Web 2.0</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-afischer_web20undnaherosten_060817-shtml-2503/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Während der Libanonkonflikt immer aufs neue eskaliert, bilden sich im Netz neue Formen für den Umgang mit der Krise. Kriegsgegner und Propagandisten, aber auch Nachrichtenangebote entdecken den Nutzen von Web 2.0 für ihre Zwecke.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Während der Libanonkonflikt immer aufs neue eskaliert, bilden sich im Netz neue Formen für den Umgang mit der Krise. Kriegsgegner und Propagandisten, aber auch Nachrichtenangebote entdecken den Nutzen von Web 2.0 für ihre Zwecke.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Die Sonne geht auf in der Wüste. Junge Männer binden sich in Zeitlupe ihre Schnürsenkel, im Hintergrund spielt ruhige Musik. Doch dann starten Kampfjets in der Morgensonne, explodieren Bomben in Gegenden, die offensichtlich von Zivilisten bewohnt sind. Und die jungen Männer, die Soldaten sind, bahnen sich ihren Weg durch Städte, die in Trümmern liegen. Im Hintergrund singt jemand: „Brothers in arms“.</p>
<p>Doch nicht nur wie<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Wahd2piIr4Q&amp;feature=PlayList&amp;p=BB8C6A9D2201568E&amp;index=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filme wie dieser</a>, die aus der Propagandaabteilung des israelischen Militärs stammen, sondern auch Friedensaufrufe finden sich auf der Videoplattform YouTube<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/results?search_type=search_videos&amp;search_sort=relevance&amp;search_query=Israel%2BLebanon%2BStop%2BWar&amp;search=Search" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zuhauf</a>. Zahlreiche Videos tragen die Titel: „Stop the War“. Und nicht nur Aufnahmen aus dem Libanon fordern ein Einschreiten der Vereinten Nationen, sondern auch Videos von Demonstrationen aus aller Welt. Mit diesen Videos sprechen die Netizens eine deutliche Sprache. Im Zuge der militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah hat sich im Netz eine Bewegung formiert, die neue Beteiligungsformen des Internet in ihrem Sinne nutzt. Während die<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/extremismus/hkirchner_intifada.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cyberintifada</a> noch vor einigen Jahren vor allem die Störung und Zerstörung israelischer Websites zum Ziel hatte, also auf der technischen Ebene agierte, zeigen sich durch die<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/web20/pbihr_grundlagen_060803.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web 2.0-Angebote</a> neue Möglichkeiten auf der inhaltlichen Ebene aktiv zu werden. Durch neue Technologien und technische Vereinfachung haben sich interaktive Plattformen entwickelt, von denen flickr.com, youtube.com und wikipedia.org nur die bekanntesten sind.</p>
<p>                            <strong>Meinungen weltweit verbreiten</strong></p>
<p>Natürlich werden diese Plattformen auch von Usern genutzt, die in Krisengebieten wie dem Nahen Osten leben. Dort sind diese Angebote oftmals eine willkommene Chance, weltweit mit einer hohen Anzahl an Usern zu kommunizieren und Meinungen zu verbreiten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Videoplattform YouTube zu den Schlagworten Lebanon und Israel und War über 1000 Videos anzeigt. Unter ihnen finden sich nicht allein Friedensaufrufe wie das eingangs beschriebene Video, sondern auch<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/watch?v=mMt5oKwrxiQ&amp;mode=related&amp;search=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachrichtenmitschnitte</a> und Korrespondentenberichte, minutenlange Statements von muslimischen Gemeindevertretern und kurze Animationsfilme. Einer davon<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Jj_b5f5mbv4&amp;mode=related&amp;search" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beschreibt</a> die Gewaltspirale im Nahen Osten kurz aber eindeutig und stellt am Ende die Frage „Was würdest DU tun??“</p>
<p>Die Grenze zwischen Betroffenheit und Propaganda ist bei YouTube jedoch durchaus fließend, wie die Videos des Nutzers „Obession: The Movie“ deutlich machen. Unter diesem Namen versucht ein Regisseur, für seinen zumindest fragwürdigen Film über Islamismus und Terror eine Vertriebsfirma zu suchen. Er hat zahlreiche<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/watch?v=uHbV5CSj51I" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beiträge</a> zum „Krieg des radikalen Islams gegen des Westen“ auf die YouTube-Plattform hochgeladen. Hier sprechen sich scheinbar seriöse Experten klar für die Bekämpfung des Terrors aus. Unter dem Titel „Hitler and the Mufti“ werden die Wurzeln des islamischen Terrors mit Hitlers Antisemitismus in direkten Zusammenhang gestellt. Originalaufnahmen von einem Treffen Hitlers mit dem Mufti von Jerusalem sollen hierfür als Beweis dienen. Kategorisierungen der Videos und der Nutzer, die sie bei YouTube hochladen, fallen bei dieser Vielzahl an Videos schwer. Klar ist: Sowohl die libanesische Seite als auch die israelische nutzen die Plattform für ihre<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,429579,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">propagandistischen</a> Interessen.</p>
<p>Neben diesen politischen und den allgemeinen Konflikt beleuchtenden Inhalten bieten die Web 2.0-Plattformen ebenfalls die Möglichkeit, Alltagssituationen zu schildern. Auf der Suche nach den<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/web20/cjordan_tagging_060803.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tags</a> Israel, Lebanon und War zeigt die Fotoplattform flickr.com 5.928 Bilder, die unter jedem dieser drei Begriffe eingeordnet sind. Viele dieser Bilder zeigen Kriegssituationen, Hubschrauber über Beirut, zerstörte Gebäude. Zwischen diesen Fotografien findet sich jedoch auch ein erstaunliches Foto unter dem Titel “Life goes on”. Ein Brautpaar schreitet über eine menschenleere Straße. Der Bräutigam scheint nicht glücklich, doch der Fotograf vermutet wohl richtig: „Er spiegelt die momentane Stimmung in der Stadt wieder “. Darüber hinaus merkt der Fotograf an, dass er, während er das Foto aus einem fahrenden Auto schoss, sich so schnell wie möglich in Sicherheit<br />
                            <a href="http://www.flickr.com/photos/manunited/195923873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bringen wollte</a>.</p>
<p>                            <strong>&#8220;Wie ein echtes Kriegskorrespondentenfoto&#8221;</strong></p>
<p>Klare Worte finden sich auch unter den anderen gefundenen Bildern: “Wir haben lange genug zugeschaut, es ist Zeit zu handeln und das Schweigen zu brechen. Es geht nicht darum, ob man Muslim oder Jude ist. Es geht darum, ein Mensch zu sein. Wir alle leiden, wir alle bluten und wir alle verdienen es, in Frieden<br />
                            <a href="http://www.flickr.com/photos/moayadphoto/205594792/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu leben</a>.” Die Sorge um einen Fotografen, der ein zerstörtes öffentliches Gebäude fotografiert hat, wird deutlich anhand der Kommentare unter diesem Bild: „Bitte pass auf dich auf, mein Freund. Ich finde dein Foto ganz erstaunlich. Es sieht aus wie ein echtes<br />
                            <a href="http://www.flickr.com/photos/codernoir/196001323/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kriegskorrespondentenfoto</a>, aber bitte riskiere nicht dein Leben. Sei stark!“</p>
<p>Derzeit sind die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Libanon bei YouTube und Flickr sehr prominent vertreten. Wenn das Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und dem Libanon tatsächlich Bestand hat, werden diesen Krieg bald andere Wörter und Bilder ablösen. Doch der Nahe Osten wird wohl immer ein Thema sein &#8211; nicht nur bei YouTube und Flickr.<br />
                            </p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Friedensbewegung unterstützt diesen Krieg&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_friedensbewegung_unterstuetzt_diesen_kriegquot-131/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mullrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Libanon]]></category>
		<category><![CDATA[Libanonkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Chaim Schneider]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Freitag, 4. August, war Richard 
Chaim Schneider, ARD-Korrespondent in Tel Aviv, zu Gast im tagesschau-Chat 
in Kooperation mit politik-digital.de. Er beantwortete Fragen zum 
Konflikt im Libanon, der Stimmung vor Ort und zum möglichen 
Einsatz deutscher Soldaten im Libanon.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Freitag, 4. August, war Richard<br />
Chaim Schneider, ARD-Korrespondent in Tel Aviv, zu Gast im tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de. Er beantwortete Fragen zum<br />
Konflikt im Libanon, der Stimmung vor Ort und zum möglichen<br />
Einsatz deutscher Soldaten im Libanon.<!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen<br />
zu 60 Minuten tagesschau-chat. Der Nahost-Konflikt zwischen Israel<br />
und dem Libanon spitzt sich immer mehr zu. Unser Gast ist heute<br />
Richard C. Schneider, der für die ARD täglich aus Tel<br />
Aviv berichtet. Wir danken ihm herzlich, dass er sich auch in dieser<br />
für ihn sehr stressigen Situation die Zeit zum chatten nimmt.<br />
Hallo und guten Tag nach Tel Aviv, Herr Schneider! Können wir<br />
beginnen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>DuDo:</b> Wie ist denn die Stimmung in Israel?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nun, die Menschen machen<br />
sich natürlich große Sorgen, aber sie wollen auf alle<br />
Fälle durchhalten, weil sie ein Ende des Terrors aus dem Norden<br />
wollen.
</p>
<p>
<b>Haber:</b> Inwiefern ist ein normales Leben in Israel<br />
noch möglich?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Im Norden kaum noch. Da<br />
leben die Menschen überwiegend in den Bunkern, die Straßen<br />
sind wie leergefegt. Die Geschäfte sind zumeist geschlossen.<br />
In Tel Aviv aber z.B. ist das Leben völlig normal, als ob es<br />
keinen Krieg gäbe.
</p>
<p>
<b>Lula:</b> Wie ist denn die persönliche Belastung<br />
für Sie und Ihr Team? Bleiben Sie uns gesund!
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Erst einmal vielen Dank.<br />
Die Belastung ist wirklich sehr groß. Wir arbeiten alle fast<br />
17, 18 Stunden täglich.
</p>
<p>
<b>bitola:</b> Hallo Herr Schneider, müssen Sie<br />
für Ihre Berichte auch in den Libanon reisen oder halten Sie<br />
sich zurzeit nur in Israel auf?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Ich bin nur in Israel und<br />
ich kann gar nicht in den Libanon. In der ARD sind die Berichtsgebiete<br />
aufgeteilt. Wir hier im Studio Tel Aviv sind für Israel, die<br />
palästinensischen Gebiete und Zypern zuständig, Studio<br />
Kairo für die meisten arabischen Länder, also auch für<br />
den Libanon. Wir werden nur hinter der israelischen Armee sozusagen<br />
in den Süden Libanons &quot;nachrücken&quot;, um von dort<br />
zu berichten.
</p>
<p>
<b>tomb:</b> Die Hisbollah droht mit Raketenangriffen<br />
auf Tel Aviv. Für wie realistisch halten Sie diese Drohung?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nun, die Hisbollah hat noch<br />
immer jede ihrer Drohungen wahr gemacht. Insofern muss man auch<br />
diese Drohung ernst nehmen.
</p>
<p>
<b>vivalet:</b> Wie sieht es denn mit dem Raketenbeschuss<br />
durch die Hisbollah aus? Hat der überhaupt ein wenig abgenommen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nein, er nimmt weiter zu.<br />
Inzwischen gab es ja Tage mit über 200 Raketen auf Israel.
</p>
<p>
<b>Manfred Kohl:</b> Eine weitere Frage: Wieso gelingt<br />
es der israelischen Armee nur so schleppend, die Hisbollah-Milizen<br />
aus dem Südlibanon zu vertreiben und damit das Bedrohungspotential<br />
für Israel zu minimieren?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Es gibt zwei Gründe.<br />
Der eine: Die Armee will eigene Verluste so weit wie möglich<br />
vermeiden. In Israel kippt die Stimmung schnell, wenn zu viele eigene<br />
Soldaten sterben müssen. Der zweite Grund: Die Hisbollah ist<br />
sehr viel besser ausgerüstet und trainierter als etwa die Palästinenser.<br />
Sie haben das Training überwiegend vom Iran erhalten.
</p>
<p>
<b>Visiter:</b> Ist man denn in Tel Aviv irgendwie darauf<br />
vorbereitet, dass es möglicherweise &quot;bald &quot; auch<br />
dort zu Raketenangriffen kommt?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nun, die meisten Häuser<br />
haben einen Bunker oder einen Stahlsicherheitsraum. Ansonsten warten<br />
die Menschen ab. Man ist Krieg hier gewöhnt.
</p>
<p>
<b>Barbara:</b> Zu den Raketen: Woher beziehen Sie Ihre<br />
Informationen? Welche Möglichkeiten haben Sie, diese zu überprüfen?<br />
Ich habe beobachtet, dass die Angaben in der ARD meist weit unter<br />
denen der israelischen Medien liegen.
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Wir versuchen uns an die<br />
klassischen journalistische Regeln zu halten: Zwei unabhängige<br />
Quellen. Wenn das nicht möglich ist, dann sprechen wir im Konjunktiv<br />
oder sagen: &quot;Nach israelischen Angaben&quot;, &quot;nach Angaben<br />
der Hisbollah&quot;. Wir versuchen, möglichst nicht der Propaganda<br />
irgendeiner Seite aufzuliegen.
</p>
<p>
<b>tilly:</b> Wie lange werden die Israelis noch hinter<br />
ihrer Regierung stehen?
</p>
<p>
<b>SiLo:</b> Hallo Herr Schneider, in wiefern steht denn<br />
das israelische Volk noch hinter ihrer Regierung bzw. wie lange<br />
&quot;spielt&quot; sie da noch mit. Immerhin hat die israelische<br />
Armee bis jetzt nicht viel erreicht.
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Soweit man das im Augenblick<br />
sagen kann, wird das Volk noch lange hinter der Regierung stehen.<br />
Man will die Bedrohung der Hisbollah ein für allemal loswerden.<br />
Denn man weiß auch: Dahinter steckt der Iran. Und der Iran<br />
will eine Atombombe. Und vor dieser Bedrohung hat man noch mehr<br />
Angst. Man sieht diesen Kampf jetzt über den Tag hinaus als<br />
Existenzkampf an.
</p>
<p>
<b>femba:</b> Halten Sie einen Einsatz deutscher Soldaten<br />
in der Region für möglich? Wie ist die Meinung dazu in<br />
Israel?
</p>
<p>
<b>Yak:</b> Wie stehen die israelischen Staatsbürger<br />
&quot;auf der Straße&quot; einer eventuellen Beteiligung deutscher<br />
Soldaten an einer Friedens- oder Schutztruppe gegenüber?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> In Israel hat man damit<br />
keine Probleme. Ministerpräsident Ehud Olmert sagte gestern<br />
sogar ausdrücklich, dass er eine Beteiligung deutscher Soldaten<br />
begrüßen würde, da Deutschland ein guter Freund<br />
und Partner ist.
</p>
<p>
<b>ginjoe:</b> Gestern wurde im ZDF-Auslandsjournal behauptet,<br />
iranische Milizen hätten einen Radarposten in Beirut besetzt,<br />
um das Kriegsschiff zu markieren, das von einer Cruise Missile der<br />
Hisbollah getroffen wurde. Was ist da dran?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Das können wir von<br />
hier aus nicht überprüfen. Das kann vielleicht mein Kollege<br />
in Beirut, Patrick Leclercq herausfinden.
</p>
<p>
<b>Enrique:</b> Was passiert aber, falls die Hisbollah<br />
Ihre Drohung war machen sollte und Tel Aviv von Raketen getroffen<br />
wird? Ist dann die Gefahr einer Ausweitung des Krieges unumgänglich<br />
für den Staat Israel. Besteht nicht dann die Gefahr, dass eine<br />
Eskalation des Krieges beginnt, in der die angrenzenden Länder<br />
wie Syrien und der Iran sich aktiv in den Krieg einmischen? Sozusagen<br />
eine neue Stufe der Gewalt.
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nun, sicher ist, dass Israel<br />
seine Angriffe intensivieren würde. Noch mehr Ziele im Libanon<br />
würden angegriffen, keine Frage. Ob man auch Syrien angreifen<br />
würde? Im Augenblick versucht die Armee alles, um Syrien NICHT<br />
in den Krieg zu ziehen. Schwer zu sagen, im Augenblick.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Beiträge mit ähnlicher<br />
Richtung:
</p>
<p>
<b>Haber:</b> Haben die Bilder von toten Libanesen in<br />
Tel Aviv Bestürzung ausgelöst?
</p>
<p>
<b>Pauline:</b> Ich habe einige israelische Freunde (alle<br />
um die 23) und ich muss sagen, dass ich es finde zum Teil erschreckend<br />
finde, wie teilnahmslos alles hingenommen wird. Sie bereiten sich<br />
mental darauf vor demnächst eingezogen zu werden, aber gleichzeitig<br />
geht auch einfach das ganz normal Leben weiter. Wie schätzen<br />
Sie das Mitgefühl der Israelis für die libanesische Bevölkerung<br />
ein?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Das Mitgefühl ist auf<br />
die eigenen Bürger konzentriert. Man sieht die eigenen Toten,<br />
die eigenen Verletzten, die Menschen, die seit Wochen in den Bunkern<br />
leben müssen im Norden. Übrigens alles Zivilisten. Insofern<br />
hält sich das Mitgefühl in Grenzen für die libanesischen<br />
Zivilisten. Allerdings: In der israelischen Presse gibt es natürlich<br />
viele Stimmen, die fragen, ob die Militärtaktik richtig ist.<br />
Ob man die Hisbollah nur so bekämpfen kann. Dass man sie bekämpfen<br />
muss, wird kaum in Zweifel gestellt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Es geht um Zensur &#8211; noch mal zwei Fragen<br />
im Doppelpack:
</p>
<p>
<b>Dosenfutter:</b> Welche Art von Zensur findet in den<br />
israelischen Medien statt und welche Informationsquellen nutzen<br />
Sie, um eine objektive Berichterstattung zu ermöglichen?
</p>
<p>
<b>nummer5:</b> Ziehen Sie bitte eine Parallele zur Kriegsberichterstattung<br />
im Irak-Krieg &#8211; was fällt Ihnen auf? Gibt es Selbstzensur bei<br />
den israelischen Medien, wie es sie bei den amerikanischen gab?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Es gibt keine Zensur in<br />
Israel. Es gibt eine normale Militärzensur in Kriegszeiten,<br />
d.h., dass wir bestimmte Informationen nicht mehr verbreiten dürfen.<br />
Etwa, wo genau die Raketen einschlagen, um den Feind keine &quot;Hilfe&quot;<br />
zu geben für die nächsten Abschüsse. Zahlen von Gefallenen<br />
etc. müssen erst von der Armee freigegeben werden, ehe wir<br />
sie verwenden dürfen. Aber wir haben natürlich das Problem,<br />
dass wir mit der Armee nicht hinein können in den Südlibanon,<br />
dass manche Gebiete militärisches Sperrgebiet sind etc. Aber<br />
das ist normal. Irak-Krieg? Da war alles viel schwieriger für<br />
die Journalisten, weil es keine Infrastruktur einer freien Presse<br />
vor Ort gab, und man nur mit der Armee rein durfte und nichts überprüfen<br />
konnte.
</p>
<p>
<b>St1:</b> Ist in der israelischen Presse der Einsatz<br />
geächteter Waffen, wie z.B. Splitterbomben, ein Thema? Wurden<br />
die unerklärlich geschwärzten Leichen erwähnt?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Ja, man diskutiert das.<br />
Fragt nach, ob das der Wahrheit entspricht. Die Armee verneint das.<br />
Man bohrt weiter nach. Es gibt sehr kritische Stimmen diesbezüglich.
</p>
<p>
<b>Nuf:</b> Israel betont dieser Konflikt sei einer mit<br />
der Hisbollah, nicht mit dem Volk des Libanons. Nun belaufen sich<br />
die Kriegsschäden auf mittlerweile über zwei Milliarden<br />
Dollar. Gibt es eine Diskussion in Israel über Reparationszahlungen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider: </b>Nein. Gar nicht.
</p>
<p>
<b>Avi:</b> Wie ist die Haltung Israels in bezug auf<br />
die libanesische Opposition zur Hisbollah? Gibt es Unterstützungen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Es wird wenig darüber<br />
nachgedacht. Israel sagt: Es ist Aufgabe der Libanesen, sich mit<br />
der Hisbollah auseinanderzusetzen. Sie haben sich bislang von der<br />
Hisbollah terrorisieren lassen, vielleicht werden sie es jetzt begreifen,<br />
dass sie einen hohen Preis dafür zahlen müssen.
</p>
<p>
<b>Gregor: </b>Da man die Hisbollah wohl kaum mit politischen<br />
Mitteln schlagen kann, ist doch auch eine UN Truppe kein Garant<br />
für Sicherheit. Verhandeln funktioniert ja auch nicht, aufgrund<br />
der radikalen Sicht der Hisbollah. Wie sieht Israel da seine Zukunft?<br />
Muss Israel nicht zwangsläufig den Krieg bis zum &quot;bitteren<br />
Ende &quot; führen um die Hisbollah vollkommen auszuschalten?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Israel sagt ja, dass man<br />
den Krieg bis &quot;zum Ende&quot; führen will. Allerdings:<br />
Was das genau bedeutet, weiß eigentlich niemand mehr. Zu Beginn<br />
des Krieges hieß es: Wir müssen die Hisbollah vernichten<br />
und entwaffnen. Nun heißt es: wir müssen sie hinter den<br />
Litani-Fluss treiben. Die Armee merkt, dass es schwierig ist, gegen<br />
eine Guerilla-Taktik zu siegen.
</p>
<p>
<b>marktraeumung:</b> Sind die Drohungen Israels, die<br />
Infrastruktur im Libanon im Falle eines Raketenbeschusses von Tel<br />
Aviv weitestgehend zu zerstören, realistisch? Welches Szenario<br />
droht dann?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Das ist realistisch. Keine Frage.
</p>
<p>
<b>SiLo: </b>Nach vier Wochen Krieg und ist der Raketenbeschuss<br />
der Hisbollah nicht zurückgegangen. Was glaubt die israelische Armee<br />
bis jetzt erreicht zu haben? Hat man die Hisbollah in irgendeiner Weise<br />
geschwächt?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider: </b>Sie behauptet das. Inwiefern das<br />
stimmt, können wir einfach nicht überprüfen. Was klar ist:<br />
Bewegliche kleine Abschussrampen für Raketen (meistens Lastwagen<br />
oder sogar aus Wohnungen heraus) sind natürlich schwer aufzuspüren.
</p>
<p>
<b>Andre:</b> Was wird nach Ihrer Meinung passieren, wenn sich<br />
der Iran aktiv und militärisch in den Konflikt einmischt, wie es<br />
angedroht wurde?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Das wäre ein Szenario, das<br />
eine echte Katastrophe im Nahen Osten auslösen würde. Ich glaube<br />
allerdings nicht, dass der Iran das zum jetzigen Zeitpunkt machen wird.<br />
Im Augenblick hat Israel noch die besseren Waffensysteme.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Zwei Fragen zusammen:
</p>
<p>
<b>nummer5: </b>Der Konflikt wird in Deutschland durch Protestaktionen<br />
der Libanesen begleitet (Karlsruhe / letzten Samstag) Was machen die Friedensaktivisten<br />
in Israel derzeit?
</p>
<p>
<b>Barbara:</b> Wie schätzen Sie die israelische Friedensbewegung<br />
ein? Ist sie nicht viel kleiner, als man das aus Europa manchmal erhofft?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Die Friedensbewegung unterstützt<br />
diesen Krieg, weil die Bedrohung der Hisbollah, des Iran sehr ernst genommen<br />
wird. Es kommt noch etwas dazu. Und zwar: Gerade weil man sich aus besetzten<br />
Gebieten zurückgezogen hat (Südlibanon, Gaza), wird die Reaktion<br />
Israels in Zukunft so &quot;brutal&quot; sein, weil nun eigenes Staatsgebiet<br />
angegriffen wird. Da kennt man kein Pardon. Es wirkt also paradox: Je<br />
mehr Gebiete man zurückgibt, desto härter reagiert man auf Angriffe.
</p>
<p>
<b>Yak:</b> Hier in Deutschland wird das Wort &quot;Krieg&quot;<br />
vermieden &#8211; von Konflikt oder Krise ist die Rede. Wie wird die &quot;Krise&quot;<br />
in Israel bezeichnet?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider: </b>Als Krieg. Schlicht und geradeheraus.
</p>
<p>
<b>Styria:</b> Welche Informationen haben Sie über den<br />
Hisbollah-Angriff auf die Chemiefabrik? War das Zufall oder sollte hier<br />
ein chemischer GAU verursacht werden, der nur ausblieb, weil es sich offenbar<br />
um ein harmloses Reinigungsmittel handelte?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Schwer zu sagen. Dass die Hisbollah<br />
weiß, wo sich bestimmte &quot;weiche&quot; Ziele finden, ist klar.<br />
Auch, dass sie sie gerne treffen wollen. Aber ob das Zufall war oder Absicht,<br />
kann ich nicht sagen.
</p>
<p>
<b>koch:</b> Wie schätzen Sie die Stimmungslage in der<br />
arabischen Welt? Mir scheint die Gemüter waren im Karikaturen Streit<br />
erregter als jetzt.
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Ja. Die moderaten Länder,<br />
also etwa Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien fürchten die Macht<br />
des Iran ebenso wie Israel. Natürlich sagen ihre Herrscher die &quot;richtigen<br />
Worte&quot; und verurteilen Israel, klar. Aber im Grunde haben sie ein<br />
ebenso großes Interesse, Teheran in Schach zu halten, wie Israel.<br />
Insofern gibt es da eine interessante &quot;stille Koalition&quot; zwischen<br />
Israel und diesen Ländern.
</p>
<p>
<b>Europe20: </b>Hat Israel das Potential der ausgehenden Bedrohungen<br />
vom Libanon in Relation zu Iran nicht deutlich falsch eingeschätzt.<br />
Nach den Äußerungen des iranischen Staatspräsidenten und<br />
dem möglichen Potential bald in Besitz einer Atombombe zu sein, scheint<br />
der Fokus im Nahen Osten nun auf das &quot;kleinere&quot; Problem übergegangen<br />
zu sein?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Aus israelischer Sicht, ist das<br />
nicht das &quot;kleinere Problem&quot;, sondern Teil des &quot;Großen<br />
Problems&quot;. Wenn es gelingt die Hisbollah auszuschalten, dann hat<br />
man erst einmal Ruhe an der Nordgrenze. Auch für den Fall eines größeren<br />
direkten Konflikts mit dem Iran. Spätestens dann wären die Raketen<br />
aus dem Libanon dann keine zusätzliche Bedrohung mehr.
</p>
<p>
<b>eck:</b> Wie lange kann die israelische Armee diesen Krieg<br />
noch durchhalten?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Sehr lange. Die Armee hat große<br />
Reservoirs, auch finanziell.
</p>
<p>
<b>MI6:</b> Stimmt es, dass auf Seiten der Hisbollah iranische<br />
Elitekämpfer stehen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Das habe ich auch gehört,<br />
kann es aber nicht verifizieren von hier aus.
</p>
<p>
<b>captnpk1:</b> Liest man ausländische Medien, bekommt<br />
man eine vollkommen andere Sichtweise präsentiert. Denken Sie die<br />
Berichterstattung in deutschen Medien belichtet den Konflikt objektiv<br />
von zwei Seiten?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Ich bekomme die deutschen Medien<br />
im Augenblick nur teilweise mit, da ich selbst so sehr in der eigenen<br />
Berichterstattung drin bin. Ich weiß aber aus der Vergangenheit,<br />
dass in Deutschland (ähnlich wie in anderen Ländern Europas)<br />
viele Kommentatoren sich zu Nahost äußern, die entweder noch<br />
nie hier waren, oder aber nur eine Seite kennen. Dadurch entstehen oft<br />
eigenartige Zerrbilder. Man geht in Deutschland immer wieder von einem<br />
Weltbild aus, das sehr &quot;europäisch&quot; ist: Zivilisierte,<br />
demokratische Staaten tragen einen Streit in einer ganz bestimmten Form<br />
aus. Das ist im Nahen Osten einfach anders. Allein der große und<br />
tiefe Einfluss der Religion verändert hier alles, das Denken, das<br />
Handeln. Viele Menschen in Europa begreifen das nicht wirklich.
</p>
<p>
<b>Radio-Karin:</b> Da ja in den Medien davon berichtet wurde,<br />
dass Sendeanlagen vom libanesischen Hisbollah-Fernsehen und auch diverse<br />
Radiosender getroffen wurden, stellt sich mir die Frage, inwiefern die<br />
Menschen im Libanon über die aktuellen Entwicklungen informiert werden.<br />
Geschieht dies nur mittels Flugblättern der Israelis oder gibt es<br />
in der Region noch aktive Sender?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Das kann ich von hier aus nur<br />
schwer beurteilen. Soviel ich weiß, gibt es noch TV-Sender, die<br />
in Betrieb sind.
</p>
<p>
<b>Uri: </b>Spielen die von Deutschland an Israel gelieferten<br />
Waffen momentan eine Rolle?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nein.
</p>
<p>
<b>Kobi: </b>Bekommen Sie terminologische Vorgaben der ARD<br />
Redaktion? Wenn ja, welche?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Ja. Z.B. gibt es die Regelung,<br />
nicht von einem &quot;Krieg&quot; zu sprechen, sondern von einer &quot;kriegerischen<br />
Auseinandersetzung&quot; oder einem &quot;Konflikt&quot;. In der ARD-Aktuell<br />
Redaktion werden solche Vorgaben gemacht. &quot;Krieg&quot; wird nur auf<br />
einen Konflikt zwischen zwei Staaten und zwei Armeen angewendet.
</p>
<p>
<b>Nuf:</b> Will die israelische Regierung wirklich eine UN-Friedenstruppe,<br />
oder redet sie im Moment darüber, in der Gewissheit das die Einigung<br />
darüber noch ewig dauern wird und sie währenddessen ihren eigen<br />
Zielen nachgehen kann?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider: </b>Israel will zum ersten Mal in<br />
seiner Geschichte tatsächlich eine internationale Truppe haben. Allerdings<br />
nur mit einem &quot;robusten Mandat&quot;, also mit der Erlaubnis, kämpfen<br />
und eingreifen zu können. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann<br />
ist sie unsinnig. Das zeigte sich ja schon seit Jahrzehnten mit der UNIFIL<br />
im Libanon. Diese Soldaten konnten und haben nichts verhindern können.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Kompliment:
</p>
<p>
<b>yaakov: </b>Sehr geehrter Herr Schneider, ich bin deutscher<br />
Israeli in Jerusalem und verfolge Ihre Berichterstattung und muss sagen,<br />
dass ich sehr überrascht von der doch relativ ausgewogenen Betrachtung<br />
von Ihnen war.
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Vielen herzlichen Dank. Darum<br />
bemühe ich mich täglich.
</p>
<p>
<b>Andre:</b> Glauben Sie ernsthaft, dass sich die Hisbollah<br />
von einer UNO oder NATO Truppe entwaffnen lassen wird und freiwillig Ihre<br />
Existenzberechtigung damit abgibt?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider: </b>Nein, ehrlich gesagt. Darum habe<br />
ich persönlich auch meine Zweifel, wie ein ernsthafter Waffenstillstand,<br />
der zugleich das Gesamtproblem lösen will, aussehen soll.
</p>
<p>
<b>mike2: </b>Wie beurteilen Sie die Leistungen der UNO-Beobachter<br />
an der israelisch-libanesischen Grenze in den letzten Jahren, besonders<br />
seit 2000? Hat es hier irgendwelche Erfolge gegeben, terroristische Aktivitäten<br />
zu unterbinden? Gab es nicht Berichte von Zwischenfällen in unmittelbarer<br />
Nähe der UNO-Stationen, die eigentlich nicht hätten passieren<br />
dürfen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Die UNIFIL war eine ziemlich hilflose<br />
Truppe. Es gab ja sogar den Fall, dass sie eine Entführung von drei<br />
israelischen Soldaten durch die Hisbollah nur ein paar 100 Meter von ihnen<br />
entfernt gefilmt hat, ohne einzugreifen. Israel hält nichts von der<br />
UNIFIL. Sie hat ja auch den Bunkerausbau der Hisbollah an der Grenze zu<br />
Israel nicht verhindert.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Noch mal zur Internationale Truppe:
</p>
<p>
<b>Eurovision:</b> Wie sollte diese Truppe aussehen? Wer sollte<br />
die LeadForce sein, wer soll Kontingente abstellen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Die Idee, eine Truppe unter NATO-Aufsicht<br />
abzustellen, finde ich persönlich am besten. Die UNO ist keine wirkliche<br />
&quot;Macht&quot;. Die NATO aber schon. Und wenn man die NATO angreifen<br />
würde (etwa der Iran), dann hat man es mit dem gesamten Westen zu<br />
tun. Das wäre vielleicht eine gute Abschreckung. Es würde vielleicht<br />
auch Israel eine gewisse &quot;Sicherheit&quot; geben, so dass die israelische<br />
Politik sich auch verändern könnte.
</p>
<p>
<b>anneo:</b> Denken Sie persönlich, dass das strikte<br />
Vorgehen Israels gegen die Hisbollah Milizen und die Bombardierung des<br />
Libanons zu dem Erfolg führen werden, den die israelische Bevölkerung<br />
sich erhofft bzw. verspricht?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Ich fürchte, nein.
</p>
<p>
<b>23456:</b> Wie kommt die Hisbollah an russische Raketen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Da kann ich nur Vermutungen anstellen.<br />
Vielleicht noch aus alten Beständen aus dem Kalten Krieg, illegaler<br />
Waffenhandel. Das kann sicher mein Kollege in Beirut besser beantworten.
</p>
<p>
<b>o20:</b> Wie geht es denn jetzt weiter: Was sind Israels<br />
Pläne für die nächsten 14 Tage?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider: </b>Nun, ich bin zwar im Lande der<br />
Propheten, aber das kann ich Ihnen beim besten Willen nicht beantworten.<br />
Das werden mir weder Regierung noch Generalstab verraten.
</p>
<p>
<b>Zvonimir: </b>Melden sich nun auch Freiwillige zur Israelischen<br />
Armee? Kommen auch Ausländer dazu?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Reservisten werden eingezogen,<br />
ja. Ausländer? Wenn Sie Israelis meinen, die im Ausland leben, so<br />
ist das noch nicht der Fall. Diese kamen in der Vergangenheit immer erst<br />
dann zurück, wenn es wirklich &quot;ganz ernst&quot; wurde. So schlimm<br />
ist es aber noch nicht.
</p>
<p>
<b>saliva:</b> Von Ariel Sharon bekommt man hier in den Nachrichten<br />
nicht mehr viel mit. Liegt er immer noch im Koma oder hat sich sein Zustand<br />
wieder gebessert?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nein, er ist im Koma und sein<br />
Zustand hat sich vor zwei Wochen noch weiter verschlechtert.
</p>
<p>
<b>Reg:</b> Ihr Kollege Patrick Leclercq hat vor ein paar Tagen<br />
erzählt, dass er alle möglichen Infoquellen nutzt, auch die<br />
so genannten &quot;Warblogs&quot;. Wie sieht das bei Ihnen aus?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nein, wir benutzen die nicht.
</p>
<p>
<b>ali38:</b> Glauben Sie, dass Israel weiter existieren kann?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Das ist wirklich eine sehr ernste<br />
und schwere Frage. Es wird sehr darauf ankommen, wie die Welt mit der<br />
iranischen Bedrohung und dem internationalen Terrorismus umgehen wird.<br />
Israel ist stärker denn je in seiner Geschichte, aber auch gefährdeter<br />
denn je, denn die Waffenarsenale des Iran sind bestens gefüllt. Und<br />
eine Atombombe in den Händen von Ahmadinejad wird Israel zumindest<br />
nicht &quot;ruhiger&quot; machen.
</p>
<p>
<b>escort:</b> Stimmt es, dass die Israelis den Hisbollah-Chef<br />
in einer Fernsehansprache nicht hören dürfen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Nein. Das ist falsch. Alle Ansprachen<br />
von Nasrallah werden sofort auch im israelischen Fernsehen ausgestrahlt<br />
und live analysiert.
</p>
<p>
<b>nIcKnIgHt:</b> Stehen Sie eigentlich mit den ARD-Korrespondenten<br />
in Beirut in ständiger Verbindung? Tauschen Sie sich aus? Funktionieren<br />
die Handy-Netze im Libanon überhaupt noch zuverlässig oder muss<br />
man auf andere Arten der Kommunikation zurückgreifen?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Patrick Leclercq und ich haben<br />
einmal miteinander telefoniert via Handy. Wir haben uns über ein<br />
paar Projekte unterhalten, die wir miteinander noch machen wollen, und<br />
haben uns kurz über die Situation ausgetauscht. Ansonsten versinken<br />
wir aber beide so sehr in Arbeit, dass nur wenig Zeit für Gespräche<br />
da ist.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>der T:</b> Gibt es in Israel das Gefühl, von der Europa<br />
(Deutschland) allein gelassen zu werden?
</p>
<p>
<b>Richard C. Schneider:</b> Von Deutschland nicht. Im Gegenteil.<br />
Von Frankreich, den skandinavischen Ländern und noch ein paar anderen:<br />
Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat zu einem<br />
hochbrisanten Thema. Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben<br />
und bitten jene um Verständnis, deren Frage wir heute nicht berücksichtigen<br />
konnten. Besonderen Dank an Richard C. Schneider, der sich für uns<br />
Zeit genommen hat. Herr Schneider, Ihnen gehört das letzte Wort.
</p>
<p><b>Richard C. Schneider:</b> Ich möchte mich bei allen<br />
Teilnehmern für das große Interesse bedanken. Ich fand das<br />
eine sehr spannende und kurzweilige Stunde. Ich hoffe, dass ich Ihnen<br />
in Zukunft in der ARD weiterhin die Situation so gut wie möglich<br />
&quot;rüberbringen&quot; kann. Jetzt fliege ich erst einmal für<br />
drei Wochen zurück nach Deutschland, um zu &quot;packen&quot;, da<br />
ich ab 1. September als neuer Studioleiter das Studio in Tel Aviv übernehmen<br />
werde. Vielen Dank und bis bald.</p>
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