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	<title>US-Wahl &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Fake News im Wahlkampf: Überschätzte Gefahr?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sam van Wijk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2017 11:59:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sie sorgen für Verwirrung in der Öffentlichkeit, sind derzeit überall im Gespräch und wurden zum Anglizismus des Jahres 2016 gewählt. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/truth-166853_960_720bearbeitet.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151302" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/truth-166853_960_720bearbeitet.jpg" alt="fake news im wahlkamp poldi" width="640" height="280" /></a>Sie sorgen für Verwirrung in der Öffentlichkeit, sind derzeit überall im Gespräch und wurden zum Anglizismus des Jahres 2016 gewählt. Die Rede ist von: &#8220;Fake News&#8221;. Spätestens durch den U.S Wahlkampf wurden ihnen eine bedeutende, vielleicht sogar die entscheidende Rolle zugewiesen. Was ist dran an dem Einfluss von Falschmeldungen und was bedeutet das für das Wahljahr 2017 in Deutschland?</p>
<p><b>Fake-what? </b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Nicht nur gefälschte Nachrichten und bewusst platzierte Lügen, sondern auch fehlerhafte Aussagen und zugespitzte Nachrichten, die den Webtraffic in die Höhe schnellen lassen sollen, fallen unter den Begriff Fake News. Seit diesem Jahr und vor allem seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, wird in vielen Bereichen über Fake News und deren Relevanz diskutiert. Allerdings sind hier die bewusst platzierten Lügen und Provokationen das Hauptproblem. Die entscheidende Frage dabei: inwiefern lassen sich die Gesellschaft und insbesondere die WählerInnen durch falsche Nachrichten beeinflussen? </span></p>
<p><b>Fake News im US-Wahlkampf </b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Donald Trump wurde am 20. Januar in das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika eingeführt. Während des Wahlkampfes kam es immer wieder zu Verwirrungen über den Wahrheitsgehalt von Nachrichten. So ging die Nachricht um, Hillary Clinton hätte Waffen an den IS liefern lassen und der Papst würde Donald Trump unterstützen. Auch wurde behauptet, Hillary Clinton würde einen Kinderschänderring betreiben, organisiert in einer Pizzeria. Diese Falschmeldung wurde sehr langsam aufgebaut und nach und nach mit Details ausgeschmückt, sodass sie immer glaubwürdiger erschien und tatsächlich immer mehr Menschen diese Nachricht für eine wahre Begebenheit hielten. Auch wenn die Meldung weiterhin von vielen Seiten angezweifelt wurde, entstand dennoch ein Imageschaden für Hillary Clinton. Aber wurde auch das Wahlergebnis entscheidend durch die Verbreitung solcher bewusst platzierter Falschmeldungen beeinflusst? Fake News lassen sich am besten auf Seiten von Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter platzieren, da sie sich dort erstmal größtenteils ungehindert und unkontrolliert verbreiten und innerhalb kürzester Zeit eine große Anzahl an Menschen erreichen können. Vor allem jüngere Menschen nutzen Soziale Netzwerke als potentielle Informationsquelle für politische Inhalte.</span></p>
<p><b>Bundestagswahl 2017 Deutschland</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Im Herbst diesen Jahres steht die Bundestagswahl in Deutschland an. Nach der US-Wahl und dem diskutierten Einfluss von Fake News, wird auch in Deutschland immer mehr über eine mögliche manipulative Wirkung diskutiert. Im Wahlkampf wird das Thema unausweichlich sein und so fordert die SPD jetzt schon eine Anti-Fake-News Kampagne, die CDU möchte sogar neue Gesetze. Auch Facebook will die Verbreitung von gefälschten Nachrichten zukünftig stärker überwachen und bekämpfen und wird deswegen zukünftig mit dem journalistischen Portal Correctiv zusammenarbeiten. Nach einem <a href="//politik-digital.de/news/social-bots-151185/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fachgespräch zum Thema “Social Bots”</a> äußerte sich Ulf-Jost Kossol, stellvertretender Vorsitzender der Fokusgruppe Social Media im Bundesverband der Digitalen Wirtschaft e.V.</span><span style="font-weight: 400">,</span><span style="font-weight: 400"> zum aktuellen politischen Spannungsverhältnis und die Relevanz der Diskussionen rund um Social Bots und Fake News. </span></p>
<p><b>Amerikanische Studie relativiert Einfluss auf US-Wahlen</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Die Relevanz von Falschmeldungen im Wahlkampf ist unumstritten. Dennoch halten viele den tatsächliche Einfluss auf das Wahlergebnis weiterhin für eher unwahrscheinlich. Das bestätigt eine <a href="http://news.stanford.edu/2017/01/18/stanford-study-examines-fake-news-2016-presidential-election/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie der Stanford University und der New York University</a>. Dass Fake News für das Wahlergebnis und somit den Sieg Donald Trumps verantwortlich waren, ist den Wissenschaftlern zufolge nicht völlig auszuschließen, dennoch aber sehr unwahrscheinlich. Der Studie zufolge gab es bei der US-Wahl viele Versuche, das Ergebnis mithilfe digitaler Medien zu beeinflussen und Fake News spielte dabei eine geringere Rolle als gedacht. So wurden in Sozialen Netzwerken wie Facebook nur eine kleine Anzahl an NutzerInnen erreicht, von denen wiederum nur rund 50% an den Wahrheitsgehalt dieser Meldungen glaubten. Selbst wenn eine Person diese Falschmeldung sehe, müsse sie also sehr überzeugend wirken. Die Studie kommt zu einem weiteren wichtigen Fazit. Bei einer Umfrage unter 1200 amerikanischen WählerInnen zeigte sich, dass nur 14%  Soziale Netzwerke, wie Facebook, als wichtigste Informationsquelle für ihre Wahlentscheidung nutzen. Das zeigt, dass die überwiegende Mehrheit immer noch die klassischen Medienkanäle, wie z.B. Fernsehen oder Radio, für ihre Entscheidungsfindung heranziehen. Soziale Medien spielen demnach eine wichtige, aber dennoch keine dominante Rolle für das Wahlergebnis. </span></p>
<p><b>Digitale Kompetenz für den sicheren Umgang mit Medien<br />
</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Trotzdem: Die Tendenz sich in Sozialen Netzwerken über Politik zu informieren geht nach oben. Einer <a href="https://m.futurezone.at/digital-life/jugendliche-tun-sich-schwer-fake-news-im-netz-zu-erkennen/243.891.719" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie des österreichischen Instituts für Jugendkulturforschung</a></span><span style="font-weight: 400"> zufolge, nutzen  59% der Jugendlichen in Österreich zwischen 14 und 18 Jahren als Hauptinformationsquelle Soziale Netzwerke, obwohl sie diese nicht für glaubwürdig halten. Jugendliche sind oft überfordert, sodass 86% der Jugendlichen angeben, bei Inhalten im Internet nicht immer zu wissen, ob eine Meldung wahr ist. Wichtig für Jugendliche ist, sich sicher im Umgang mit Sozialen Netzwerken zu fühlen. Um Ihnen das Erkennen und Beurteilen von Informationen bzw. deren Wahrheitsgehalt beizubringen, startete Österreich nun eine Regierungsoffensive. In dem Programm Schule 4.0 soll das Erlernen einer digitalen Kompetenz ein Hauptbestandteil des Lehrplans werden.</span></p>
<p>Die Relevanz von Fake News und deren Verbreitung in Sozialen Netzwerken kann nicht mehr geleugnet werden. Zwar ist ihr Einfluss auf das Wahlergebnis der Vereinigten Staaten von Amerika eher unwahrscheinlich, so werden Fake News dennoch in Sachen Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen. Die Nutzerzahlen der Soziale Netzwerke steigen stetig und mit ihnen der Trend auch politische Informationen aus diesen zu beziehen. Zeigt die Studie aus Amerika, dass dies noch nicht der Fall ist, verdichten sich die Warnzeichen, dass es in Zukunft immer mehr Verwirrung rund um Nachrichten geben wird. Vor allem bei jüngeren Wählern, die immer mehr Soziale Netzwerke nutzen, ist eine digitale Medienkompetenz für das Beurteilen des Wahrheitsgehalts von Nachrichten essentiell um eine aufkommende Ohnmacht zu verhindern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild:  by PDPics via<a href="https://pixabay.com/en/truth-newspaper-news-printed-text-166853/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> pixabay</a>, licensed CC0 Public Domain</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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		<title>App vom Arzt: „Datenschutz ist was für Gesunde“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2016 11:44:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das neue Buch von CDU-Politiker Jens Spahn ist eine leidenschaftliche Fürsprache für weniger Datenschutz im Gesundheitswesen – zum Wohle der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/news/app-vom-arzt-datenschutz-ist-was-fuer-gesunde-150435/attachment/8585047526_109a4d5ff1_k/" rel="attachment wp-att-150436"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150436" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/8585047526_109a4d5ff1_k.jpg" alt="8585047526_109a4d5ff1_k" width="645" height="278" /></a>Das neue Buch von CDU-Politiker Jens Spahn ist eine leidenschaftliche Fürsprache für weniger Datenschutz im Gesundheitswesen – zum Wohle der Patienten. Gegenargumente haben dabei leider keinen Platz. Trotzdem lässt das Werk einen interessanten Blick in die digitale Medizin zu.</p>
<p>Nachts um drei beginnt das Herzrasen. Man ist vorbelastet, hatte schon immer kardiologische Probleme. Der Gang zum Arzt ist um diese Uhrzeit unmöglich – was also tun? „Welch ein Segen wäre es für Sie, […] wenn Sie die Symptome einfach in eine App eingeben könnten, die Ihre Krankheitsgeschichte kennt und mit den akuten Beschwerden abgleicht und Ihnen in Sekundenschnelle entweder akute Maßnahmen empfiehlt oder Sie direkt per App mit einem Arzt verbindet.“ Jens Spahn, CDU-Bundestagsabgeordneter, ehemaliger Gesundheitspolitiker und heute Staatssekretär im Finanzministerium, hat gemeinsam mit den beiden Ärzten <a href="http://www.markus-mueschenich.de/">Markus Müschenich</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Debatin">Jörg F. Debatin</a> ein neues Buch herausgebracht, das genau dieses Szenario genauer beleuchten möchte.</p>
<h3>Vorteile der Internetmedizin</h3>
<p>„App vom Arzt &#8211; Bessere Gesundheit durch digitale Medizin“ soll den Leserinnen und Lesern die Skepsis vor Datenkraken im Gesundheitssystem nehmen und die Vorteile eines digitalen Gesundheitswesens aufzeigen. Der Leser braucht in diesem Werk definitiv kein ausgewogenes Abwägen der Argumente beider Seiten zu erwarten. In weiten Teilen liest sich „App vom Arzt“ beinahe wie eine Kampfschrift für die digitale Medizin und eine umfassende Kritik am deutschen Datenschutz. Die Autoren bestreiten dies zwar immer wieder explizit, jedoch lässt sich das schwarz-weiß gezeichnete Weltbild in dieser Frage nicht verleugnen.</p>
<p>Dabei sind die Vorteile der digitalen Medizin (eHealth) unbestreitbar, die Argumente der Autoren mehr als nachvollziehbar. Ein umfassender Datenpool mit allen möglichen Gesundheitsindikatoren von Puls über Blutdruck bis hin zu Ernährungsgewohnheiten wäre für die weltweite Forschung ein wahrlicher Segen. Darüber hinaus ist eine umfassende Gesundheitsakte mit den persönlichen Lebensgewohnheiten und der medizinischen Vorgeschichte der Schritt in Richtung der personalisierten Medizin, in der beispielsweise die Medikamentendosis perfekt auf den Patienten abgestimmt sein könnte. Viel früher ließe sich erkennen, ob sich der Zustand eines Patienten verschlechtert oder verbessert, die Kosten würden hierdurch sinken. Auch die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten könnte viel einfacher werden – mit einer solch umfassenden Patientenakte würde das Informationsdefizit im Gesundheitssystem endgültig wegfallen.</p>
<h3>Datenschutz ist was für Gesunde</h3>
<p>Entscheidend sei letztlich der persönliche Mehrwert, den die digitale Medizin den Menschen geben würde, so die Autoren. Für Gesundheit und Lebenserhaltung könne man im Zweifel auch datenschutztechnische Bedenken über Bord werfen: „Datenschutz ist was für Gesunde.“ Diese steile These begründen die Autoren in ihrem Buch durchaus schlüssig, jedoch nicht antithetisch. Ihre Argumentation zielt einzig und allein darauf ab, diese Aussage zu untermauern, ohne dabei auf die Bedenken der anderen Seite einzugehen – der Mittelweg existiert nicht.</p>
<p>Dem Ziel einer digitalisierten Medizin und einer verbesserten Patientenversorgung stehe der deutsche Datenschutz im Weg – so die recht unverhohlene These von Spahn, Müschenich und Debatin. Es sei „in seiner jetzigen Form ein echter Innovationskiller, der den Fortschritt der Medizin behindert.“ Warum ist der Umgang der Deutschen mit Daten so verkrampft? Warum hat man kein Problem damit, dass Payback oder Netflix die eigenen Einkaufsgewohnheiten oder das Sehverhalten dokumentieren, im Gesundheitswesen aber immer mit Datenschutz argumentiert wird? Eine berechtigte Frage, auch wenn der Vergleich hinkt. Denn schon heute entstehen in der Medizin an vielen Stellen Daten, vom Computertomographen bis hin zur eigenen Fitness-App auf dem Smartphone. Warum diese Daten nicht um den Willen der eigenen Gesundheit zusammenführen?</p>
<h3>Ärzte werden nicht ersetzt, aber entlastet</h3>
<p>Dabei müssten auch die Ärzte verstehen, dass nicht mehr als „Halbgötter in Weiß“ gelten werden, sondern in Zukunft noch in ein System aus vernetzten Expertensystemen aus der ganzen Welt eingebunden sind. Das können Fachärzte aus anderen Ländern oder auch medizinische Datenbanken oder Ergebnisse aus Big Data-Analysen sein. Die Konsequenz sei den Autoren zufolge, dass Verantwortung im Gesundheitswesen in Zukunft anders verteilt werde: „Solche intelligenten, ‚mitdenkenden‘ Systeme werden zwar den Arzt oder die Pflegekraft nicht ersetzen. Sie werden aber deren Arbeit massiv entlasten und eröffnen damit Möglichkeiten für ein neues, intensiveres Arzt-Patienten-Verhältnis.“</p>
<h3>Lobbyismus?</h3>
<p>Das Buch zeigt darüber hinaus auf, wo die bis dato im Frühstadium befindliche digitale Medizin bereits heute eingesetzt wird. Von Migräne-Apps bis hin zu Herz-/Kreislauf-Analysen nur mithilfe von Smartphone-Kamera und Smartwatch – viele Ideen stammen aus noch nicht allzu lange existierenden Start-Ups. Neben vielen und breit gefächerten Beispielen aus der digitalen Medizin kommen jedoch auch oft Unternehmen vor, mit denen Autor Markus Müschenich selbst verbunden ist. Viele der genannten, teils preisgekrönten Start-Ups aus dem digitalen Gesundheitswesen unterstützt er selbst mit seinem Unternehmen <a href="https://flyinghealth.com/">Flying Health</a> – einer Firma, die solchen Ideen aus der Digitalmedizin mit professioneller Unterstützung gezielt zur Marktreife verhilft.</p>
<p>Darüber hinaus ist der Mediziner selbst Vorstand des <a href="http://bundesverbandinternetmedizin.de/">Bundesverbands Internetmedizin</a>, in dem beinahe alle von Flying Health unterstützten Start-Ups Mitglied sind. Jörg F. Debatin ist nach einigen Stationen als Professor an Universitätskliniken heute Vice President von <a href="http://www3.gehealthcare.de/">GE Healthcare</a>, der Gesundheitssparte von General Electric, die selbst in Digitalmedizin investiert. So fachlich qualifiziert die beiden Autoren auch sein mögen: man wird den Beigeschmack einer interessengeleiteten Lobbyarbeit in Buchform leider nicht los.</p>
<h3>eHealth: Die Herausforderungen sind riesig</h3>
<p>Trotzdem ist das Buch insgesamt eine interessante Lektüre und auch ohne Vorkenntnisse gut lesbar, da Fachbegriffe aus Medizin und IT stets erklärt werden. Einerseits haben wir es hier mit der Darstellung  praxisnaher, digital- medizinischer Methoden zu tun, andererseits geht es um die Utopie der perfekten Versorgung im digitalen Gesundheitswesen.</p>
<p>Der praktische Zwischenschritt fehlt allerdings, denn um die Utopie zu erreichen  müssen noch unglaublich viele Hürden überwunden werden. Wie gehen wir mit dem Datenschutz in der Zukunft um? Ist Gesundsein ein ausreichendes Argument, um den Datenschutz über Bord zu werfen? Wie können wir solche Datenmengen sicher lagern? Vor allem die letzte Frage bleibt ein großes Rätsel: die Autoren sehen als selbstverständlich an, dass man seine Daten eines Tages in eine „hochgesicherte private Gesundheits-Cloud“ abspeichern werde. Doch digitale Systeme sind heute noch nicht vor Diebstahl und Angriffen gefeit – wie soll das in Zukunft gelöst werden (wenn das überhaupt möglich ist)?</p>
<p>Oft wird postuliert, dass die Sucht nach dem digitalen Raum krankmache – Jens Spahn, Markus Müschenich und Jörg F. Debatin setzen zum Schluss bewusst ein entgegengesetztes Statement: „Digital macht gesund“ – durchaus, sofern ihre utopische Vorstellung vom künftigen Gesundheitswesen wahr wird. Aber bis dahin müssen noch viele Fragen geklärt werden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/jasonahowie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jason Howie</a> via <a href="https://www.flickr.com/photos/jasonahowie/8585047526/in/photolist-e5CBwN-dFhfdP-p4KxNq-dZVikB-9rjV72-dfA5AD-8UBfZk-97wvKd-o5XQEw-svssHq-nfqLp3-bVh9bx-guRjaL-fji5g5-fiy5a9-G3V4sq-gS1CUe-ecH16V-d3sH1G-dt6PTJ-dCUj4r-eyQvnV-eyQzet-dNEPZB-67rRe3-bkysWn-nQ4D96-bWEqPA-hshDrJ-o32nbL-nVpFqR-dgjth6-pqcSqv-d2Tnhq-nhtsqF-nfqJTr-dtAXJo-padpzS-nfqHU3-nhtuv2-nhttYv-nXVsE5-nfqLQy-f3PTiZ-dxeVd3-iYzuWq-eyTPXh-eyQwCc-9topYA-r5kRf3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>: licenced via<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> CC BY 2.0 </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>US-Wahl: Online-Öffentlichkeiten und Fact-checking-Formate</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/us-wahl-online-oeffentlichkeiten-und-fact-checking-formate-150416/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2016 10:07:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Menschen informieren sich vor allem online über Politik. Dass damit Probleme verbunden sein können, zeigt schon das Hate-Speech-Phänomen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/news/us-wahl-online-oeffentlichkeiten-und-fact-checking-formate-150416/attachment/us-faktencheck2/" rel="attachment wp-att-150424"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150424" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Us-Faktencheck2.jpg" alt="us-faktencheck2" width="640" height="398" /></a>Immer mehr Menschen informieren sich vor allem online über Politik. Dass damit Probleme verbunden sein können, zeigt schon das Hate-Speech-Phänomen in sozialen Netzwerken sowie bei Nutzer-Kommentaren von Online-Angeboten. Auch im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft spielt der Streit um Desinformation, Meinungs-Manipulation und postfaktische Tendenzen eine wichtige Rolle: Fact-checking ist sowohl für die Kampagnen der Kandidaten selbst als auch für Medien zur kommunikativen Königsdisziplin avanciert.</p>
<p>Dies ist natürlich kein Zufall, sondern steht in einem Zusammenhang mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, zu dessen Markenzeichen krude Behauptungen gehören, die vehement vertreten werden. Seine elektoralen Überraschungserfolge lassen sich auch als Ausdruck einer verbreiteten Haltung verstehen, die als “postfaktisch” charakterisiert wird. Dieses relativierende Verhältnis zu Wahrheit und Wissenschaft korrespondiert wiederum mit einem Strukturwandel der Öffentlichkeit, der in sozialen Netzwerken einen idealtypischen Ausdruck findet. So beeinflusst Facebook durch seine Algorithmen, was die Nutzer alles in ihrem Newsfeed zu sehen bekommen, und orientiert sich dabei an den Präferenzen, die sie durch ihr Online-Verhalten (abonnierte Profile, befreundete Personen, geteilte Inhalte, Likes usw. usf.) preisgeben. Die daraus resultierende Profilbildung, die Facebook zur Einordnung der Nutzer vornimmt um Werbung optimal zu adressieren, trägt maßgeblich zur Entstehung der gefürchteten “Echokammern” (Cass Sunstein) und <a href="http://politik-digital.de/news/filter-bubble-algorithmen-und-kein-ausweg-142731/">“Filterblasen”</a> (Eli Pariser) bei, die bereits vorhandene (Vor-)Urteile verstärken können. Einen erschreckenden Einblick in die dadurch mögliche Welt einseitig politisierter “Nachrichten”-Produktion und ihrer immensen Bedeutung in den USA lieferte die New York Times mit einer unter dem Titel <a href="http://nytimes.com/2016/08/28/magazine/inside-facebooks-totally-insane-unintentionally-gigantic-hyperpartisan-political-media-machine.html?_r=0">“Inside Facebook’s (Totally Insane, Unintentionally Gigantic, Hyperpartisan) Political-Media Machine”</a> publizierten Recherche.</p>
<h3>Böse Bots</h3>
<p>Dass solche vermeintlichen Randerscheinungen eine zunehmende Relevanz für das Wahlverhalten haben können, legt dabei ein Befund nahe, den der <a href="http://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/sites/default/files/Digital-News-Report-2016.pdf">Reuters Institute Digital News Report 2016</a> für die USA belegen kann: Für Erstwähler verdrängen soziale Medien das Fernsehen als maßgebliche Quelle für Nachrichten. Damit wird auch eine weitere Problematik bedeutsamer, die bereits bei Abstimmungen wie dem Brexit-Referendum virulent geworden ist: Das neueste Mittel zur manipulativen Stimmungsmache sind “Social Bots”, die als vorgeblich von Personen stammenden Profilen in sozialen Netzwerken automatisiert eine vorgegebene Position vertreten. Wie diese Programme durch massenhaftes Auftreten Wahrnehmungen beeinflussen und ein bestimmtes Diskussionsklima erzeugen können, hat der Politikwissenschaftler Simon Hegelich zuletzt in einer Kurzstudie unter dem Titel <a href="http://www.kas.de/wf/de/33.46486/">“Invasion der Meinungs-Roboter”</a> prägnant analysiert.</p>
<h3>Mobile first &#8211; information last?</h3>
<p>Ein weiterer Trend könnte die postfaktischen Tendenzen spezifisch konfigurierter Online-Öffentlichkeiten verstärken. Johanna Dunaway hat sich in einem Diskussionspapier für das Shorenstein Center der Harvard University damit auseinandergesetzt, wie es sich auswirkt, wenn der Zugang zu Online-Medien vor allem über mobile Endgeräte erfolgt. Kurz gesagt: Es sieht nicht gut aus, denn vor allem auf dem Smartphone werden im Vergleich zu größeren Geräten weniger News-Anwendungen genutzt, und gleichzeitig nutzen gerade benachteiligte gesellschaftliche Gruppen ausschließlich diese für den Online-Zugang. <a href="http://shorensteincenter.org/mobile-vs-computer-news-audiences-and-outlets/">Dunaway resümiert</a>: “It may be correct to conclude, as some already have, that we are entering an era of second-class digital citizenship led by a mobile-only digital underclass”.</p>
<h3>Fakten, Fakten, Fakten</h3>
<p>Gleichzeitig lässt sich bei der US-Wahl der (vielleicht auch verzweifelte) Versuch feststellen, Fakten gerade durch Online-Kommunikation zur Geltung zu verhelfen. Nach der Debatte der Vizepräsidentschafts-Kandidaten nutzten beide Kampagnen erstmalig “Moments”, das nun für alle Nutzer zugängliche Tool zum Kuratieren von Tweets, um ihre Kritik an der Gegenseite zu kommunizieren. Die betreffende Sammlung der Clinton-Kampagne stand unter dem Titel <a href="https://twitter.com/i/moments/783832696065843200">“The many, many lies Mike Pence told at last night&#8217;s debate”</a> und beinhaltete außer eigenen Beiträgen auch Faktenchecks unabhängiger Akteure wie von politifact.com, factcheck.org oder NBC News. Die Inhalte werden dabei meist als share-pic oder GIF präsentiert. Der öffentlich-rechtliche Sender NPR erzielte mit seinem von Experten in Echtzeit kommentierten <a href="http://www.npr.org/2016/09/26/495115346/fact-check-first-presidential-debate">Online-Transkript</a> der ersten TV-Debatte zwischen Clinton und Trump mit mehreren Millionen Zugriffen eine riesige <a href="http://www.poynter.org/2016/nprs-real-time-fact-checking-drew-millions-of-viewers/432375/">Reichweite</a>. Eine Variante dieses Fact-checking-Formats praktiziert die Washington Post, die Transkripte der TV-Debatten mittels der Möglichkeiten von Genius.com annotiert. Damit lassen sich dann auch multimediale Inhalte und Nutzer-Kommentare einbinden (<a href="https://www.washingtonpost.com/news/the-fix/wp/2016/10/09/everything-that-was-said-at-the-second-donald-trump-vs-hillary-clinton-debate-highlighted/#annotations:10578854">siehe z.B.</a>). Artikel, die Faktenchecks beinhalten, kommuniziert die Washington Post auch besonders: Sie sind gebündelt als wöchentlicher Newsletter zu abonnieren und werden unter dem Hashtag “#factcheckfriday” als <a href="https://twitter.com/i/moments/786940076987150337">“Moment”</a> getwittert.</p>
<p>Die Karriere des Fact-checking manifestiert sich schließlich darin, dass Google in den USA und Großbritannien seit Mitte Oktober 2016 in den Suchergebnissen im News-Tab <a href="/blog.google/topics/journalism-news/labeling-fact-check-articles-google-news/).">Beiträge als Faktenchecks</a> identifiziert und gesondert ausweist. Ob Rubriken wie “Was wir wissen und was nicht” (so die in deutschen Online-Medien seit einiger Zeit populäre Variante) allerdings ein probates Mittel sind, um in die (sozial-medialen) Sphären des Postfaktischen einzudringen, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/duncan/%20">duncan C via flickr</a>, licenced via <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC BY-NC 2.0 </a>and <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:USA_check.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia commons</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Was vom Internethype in der Obama-Regierung bleibt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pbrauckmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 11:58:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Community]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[Zahlreich sind die Artikel, die Barack Obama als neuen Politiker-Typus darstellen: den Internet Präsidenten. Beinahe ebenso zahlreich die Vergleiche mit dem &#34;TV-Präsidenten&#34; Reagan oder dem PR-Profi Carter. Doch selten wird die Frage gestellt, wie Obama tatsächlich eine neue Medienkultur und - wenn man ehrlich ist, geht es auch darum - eine neue demokratietheoretische Begründung seiner Präsidentschaft mittels der Grassroots im Internet umsetzen will.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zahlreich sind die Artikel, die Barack Obama als neuen Politiker-Typus darstellen: den Internet Präsidenten. Beinahe ebenso zahlreich die Vergleiche mit dem &quot;TV-Präsidenten&quot; Reagan oder dem PR-Profi Carter. Doch selten wird die Frage gestellt, wie Obama tatsächlich eine neue Medienkultur und &#8211; wenn man ehrlich ist, geht es auch darum &#8211; eine neue demokratietheoretische Begründung seiner Präsidentschaft mittels der Grassroots im Internet umsetzen will.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Barack Obama hat mit seiner Kampagne über das Internet die<br />
politische Welt umgekrempelt. Wahlen und die dazu gehörigen<br />
Medienkampagnen haben sich damit für immer verändert. Obama hat<br />
sich von einer &quot;Internet-Community&quot; ins Amt tragen lassen<br />
und hat ihr versprochen, sie mitzunehmen. Die Online-Kampagne um<br />
Obama war Dialog-Kommunikation in Perfektion. Das hat die Menschen<br />
begeistert und die Erwartungen in die Höhe geschraubt. Die Website<br />
change.gov ist ein erster Schritt zur Umsetzung dieser Strategie auch<br />
während der Präsidentschaft. Ziel des Obama-Teams ist auch, die<br />
klassischen Medien zu umschiffen. So kann der Präsident sich eine<br />
eigene Öffentlichkeit, eben die Netz-Öffentlichkeit, schaffen.<br />
Insbesondere, betonen Obama-Berater, gebe es die Möglichkeit, Input<br />
von Wählern und Unterstützern ungefiltert zu bekommen. Und im Sinne<br />
der Transparenz des Regierungshandelns könne man die Öffentlichkeit<br />
auch wieder über das Internet informieren.
</p>
<p>
<b>Zehn Millionen Online-Unterstützer vs. 290 Millionen<br />
Amerikaner</b>
</p>
<p>
Offen bleibt aber, wie groß die Möglichkeiten von Obama<br />
tatsächlich sind. Die klassischen Medien haben ihre Pressevertreter<br />
immer dicht am Präsidenten und sind &quot;the first to know&quot;.<br />
Diesen Umstand versuchte bereits Bill Clinton zu ändern und<br />
scheiterte&#8230;
</p>
<p>
Nicht vergessen werden darf zudem, dass die neue politische<br />
Internetbewegung um Obama keineswegs die klassischen Medien<br />
&quot;ausgeschaltet&quot; hat. Zehn Millionen Unterstützern im Netz<br />
stehen immer noch 290 Millionen weitere US-Bürger gegenüber, von<br />
denen dieses Mal auch ein größerer Teil zur Wahl gegangen ist.
</p>
<p>
<b>Scheitert die neue Medienkultur an der politischen Realität?</b>
</p>
<p>
Wie lässt sich die eingangs gestellte Frage nach der neuen<br />
Medienkultur dann auch mit Bezug zum politischen Prozess beantworten?<br />
Auch Barack Obama ist Präsident &#8211; kein Alleinherrscher. Damit ist er<br />
den politischen Aushandlungsprozessen und Kompromissen ausgesetzt,<br />
die jeder Demokrat eingehen muss &#8211; selbst wenn er die mächtigste<br />
Position der Welt bekleidet. Auch hier wird der Einfluss des Internet<br />
an der politischen Realität scheitern.
</p>
<p>
<b>Präsidentschaft ist keine Kampagne</b>
</p>
<p>
Was bleibt also am Ende vom Internet-Hype übrig, wenn die<br />
Kampagne vorbei ist und die Präsidentschaft von Obama beginnt? Es<br />
bleibt eine junge und dynamische Präsidentschaft, die im Internet<br />
ein Mittel der Dialog-Kommunikation gefunden hat, eine spezielle<br />
Klientel mit speziellen Bedürfnissen einbinden zu können: Wer Wert<br />
darauf legt vom Präsidenten gehört zu werden, kann dies im Internet<br />
tun. Für alle weiteren sind die bisher vorherrschenden Medienkanäle<br />
weiter da. Damit wird ein Stück weit wieder Normalität einkehren in<br />
Washington. Eine Präsidentschaft ist eben gerade keine Kampagne.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Sarah Palin hängt Paris Hilton ab</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pbrauckmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 11:47:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Palin]]></category>
		<category><![CDATA[Paris Hilton]]></category>
		<category><![CDATA[Webpräsenz]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
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					<description><![CDATA[Knapp drei Wochen nach den US-Wahlen ist Governor Sarah Palin, die als Kandidatin für das Vizepräsidentenamt an McCains Seite stand, immer noch im Web präsent. Nur Barack Obama wird häufiger in Suchmaschinen eingegeben und seine Seiten häufiger besucht. Allein Paris Hilton hat zur Aufholjagd angesetzt - sie war ja bereits durch McCains Vergleich von Obama und Hilton als Starlet in den Wahlkampf eingetreten.
<p>
&#160;
</p>
<p>
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</p>
<p>
&#160;
</p>
<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Knapp drei Wochen nach den US-Wahlen ist Governor Sarah Palin, die als Kandidatin für das Vizepräsidentenamt an McCains Seite stand, immer noch im Web präsent. Nur Barack Obama wird häufiger in Suchmaschinen eingegeben und seine Seiten häufiger besucht. Allein Paris Hilton hat zur Aufholjagd angesetzt &#8211; sie war ja bereits durch McCains Vergleich von Obama und Hilton als Starlet in den Wahlkampf eingetreten.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
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</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<br />
Das<br />
Erstaunliche an der Sache ist, dass Palin damit unter Beweis stellt,<br />
welche Aufmerksamkeit sie auf sich und ihren &quot;Mit-Kandidaten&quot;<br />
McCain gezogen hat. Hätte er am Ende die Wahl viel deutlicher<br />
verloren, wäre sie nicht aufgetreten? Klar ist: Palin hat<br />
polarisiert. Große Talkshows haben ihr berühmtes Augenzwinkern<br />
karikiert. Sie hat Themen gesetzt und das durch eigenes Handeln. Das<br />
dieses Handeln oft einen fragwürdigen Hintergrund hatte, scheint<br />
jetzt nicht mehr von Bedeutung. Sie ist noch in der Wahrnehmung des<br />
politischen Internet &#8211; das zählt.</p>
<p>Die Liste in denen Sarah<br />
Palin unter den &quot;Top-Suchbegriffen im Netz&quot; auftaucht ist<br />
lang. Bei Talkshows sorgte sie für die höchsten Einschaltquoten<br />
seit Jahren und ihre Videos auf youtube freuen sich immer noch großer<br />
Beliebtheit. In der letzten Woche schaffte sie es beim Videoportal<br />
Youtube sogar auf den ersten Platz, mit der Aufzeichnung eines<br />
Interviews in dessen Hintergrund  Truthähne geschlachtet<br />
wurden&#8230;</p>
<p>Am Ende ist es einfach nur erstaunlich, dass eine<br />
Kandidatin, die eigentlich nach der Wahl im Nirvana des Netzes hätte<br />
verschwinden müssen, immer noch so präsent ist. Steht ihr hier noch<br />
ein große Karriere bevor? Schon werden die ersten Stimmen bei den<br />
Republikanern laut, dass Palin als junge, attraktive, omnipräsente<br />
und medienwirksame Frau die Partei zu einem neuen Anfang führen<br />
könne. Also, wir werden noch von Sarah Palin hören, möglicherweise<br />
zur nächsten Wahl&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>„Obama wird Europa stärker in die Pflicht nehmen“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/obama-wird-europa-staerker-in-die-pflicht-nehmen-4115/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2008 16:49:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlwerbung]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf 08]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Palin]]></category>
		<category><![CDATA[Washington]]></category>
		<category><![CDATA[Udo Lielischkies]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[John McCain]]></category>
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					<description><![CDATA[In wenigen Tagen wird der 44. US-Präsident gewählt. Wird Obama seinen Vorsprung aus den Umfragen halten können? Hat die Wahl Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA? Im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de beantwortete der ARD-Korrespondent Udo Lielischkies live aus Washington, die interessanten Fragen der User.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In wenigen Tagen wird der 44. US-Präsident gewählt. Wird Obama seinen Vorsprung aus den Umfragen halten können? Hat die Wahl Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA? Im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de beantwortete der ARD-Korrespondent Udo Lielischkies live aus Washington, die interessanten Fragen der User.<!--break--></p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Herzlich willkommen, liebe Leser, zum tagesschau-Chat. Heute zu Gast bei uns: Udo Lielischkies, Korrespondent im ARD-Studio Washington. In der kommenden Stunde stellt er sich Ihren Fragen rund um die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA. Vielen Dank, Udo Lielischkies, dass Sie sich die Zeit für uns nehmen. Hier kommt die erste Frage:
</p>
<p><b></b></p>
<p>
<b>Theodor:</b> Was passiert jetzt eigentlich in der letzten Woche des Wahlkampfes noch? Gibt es da Unterschiede zu deutschen Wahlen?
</p>
<p>
<b><br />
Udo Lielischkies:</b> Die Kandidaten kämpfen bis zur letzten Minute &#8211; sind allerdings mit unterschiedlichen finanziellen Mitteln ausgerüstet. So wird Barack Obama heute Abend in gleich vier Fernsehsendern einen halbstündigen Auftritt haben, den er mit eigenen Spendenmitteln finanziert. Die Kandidaten konzentrieren sich dabei in der letzten Woche auf die so genannten Battleground States. Das sind die Staaten, die bis zuletzt umstritten sind und die Wahl vermutlich entscheiden werden. In diesen Staaten eröffnen die Kandidaten in den letzten Tagen noch neue Büros, hier schalten sie den Großteil ihrer Werbespots. Obama hat hierbei einen klaren finanziellen Vorteil. In Florida hat er zum Beispiel dreimal mehr Spots geschaltet als McCain (insgesamt 18.000).
</p>
<p>
<b>Heinz:</b> Wie wahrscheinlich ist es, dass McCain in letzter Sekunde doch noch das Rennen macht?
</p>
<p>
<b><br />
Udo Lielischkies: </b>Zunächst einmal: Bei US-Wahlen ist, wie die Vergangenheit zeigt, so gut wie alles möglich. In den letzten Tagen wird zum Beispiel wieder das Thema Wahlbetrug laut diskutiert: Fehlerhafte Computer, irreführende Formulare, falsche Wählerregistrierungen usw. Generell aber sieht im Augenblick alles nach einem Wahlsieg von Barack Obama aus. Er liegt in vielen der umstrittenen &quot;Swing States&quot; in den Umfragen vorn, zum Teil deutlich. Auch die Wettbüros setzen inzwischen im Übrigen eindeutig auf Barack Obama.
</p>
<p>
<b><br />
c.smets:</b> Was könnte Obama jetzt noch stoppen?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Um es kurz zu machen: ein Terroranschlag, eine große internationale Krise oder ein bisher in allen Umfragen nicht sichtbar gewordener, sogenannter &quot;Bradley-Effekt&quot;. Bei großen Krisen trauen die Amerikaner eher John McCan zu, sie zu beherrschen. Der &quot;Bradley-Effekt&quot; bezieht sich auf einen Vorfall vor mehreren Jahrzehnten: Damals bewarb sich der schwarze Bürgermeister von Los Angeles um den Posten des Gouverneurs in Kalifornien. Er führte in allen Umfragen zweistellig. Die Champagnerflaschen standen bereit, die Siegesrede war bereits geschrieben &#8211; doch er verlor überraschend. Die Vermutung damals: Viele weiße Wähler hatten bei den Umfragen nicht zugegeben, dass sie niemals einen Schwarzen wählen würden. Ob es diesen Effekt heute noch gibt, ist allerdings fraglich, sagen Experten.
</p>
<p>
<b><br />
PaulPeters: </b>Glauben Sie, dass die USA bereit sind für Barack Obama, in Hinblick auf seine Hautfarbe und sein liberales Programm?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Ich denke ja. Das Thema Rassismus ist natürlich immer noch zu spüren, hat aber an seiner Bedeutung in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Nicht zuletzt mit Condoleezza Rice und Colin Powell haben zwei Schwarze Politiker in Spitzenpositionen gezeigt, dass der Weg zur politischen Spitze für Schwarze offen ist. Dennoch gibt es Schätzungen, wonach ein Weißer Barack Obama mit 10 bis 15 Prozent mehr Wählerstimmen rechnen könnte.
</p>
<p>
<b>weidi:</b> Welcher Kandidat wäre für die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA wünschenswerter &#8211; hier aus deutscher Sicht betrachtet?
</p>
<p>
<b><br />
Udo Lielischkies: </b>John McCain hat sicherlich deutlich größere Erfahrung, wenn es um die transatlantischen Beziehungen geht. Er war regelmäßiger Gast der Münchner Sicherheitskonferenz. Obama ist, was Europa angeht, eher ein unbeschriebenes Blatt. Obwohl die Mehrzahl der Europäer sich einen Wahlsieg Obamas wünscht, könnte dem schnell eine Ernüchterung erfolgen. Angesichts immenser innenpolitischer Probleme in den USA gehen alle Beobachter davon aus, dass Obama Europa deutlich stärker in die Pflicht nehmen wird.
</p>
<p>
<b><br />
Themistokles: </b>Sollte Barack Obama Präsident werden, ist es wahrscheinlich, dass auch er zumindest den Krieg in Afghanistan fortführt. Wird dies auch in Forderungen an Deutschland nach mehr Truppenpräsenz resultieren?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Das beinhaltet sicherlich die Forderung nach einem stärkeren militärischen Engagement der Europäer in Afghanistan. Es könnte aber auch die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung Europas in anderen Krisenherden bedeuten. Selbst Wiederaufbauhilfe im Irak halten einige Experten als Teil dieses Forderungskatalogs für denkbar. Eher skeptisch sehen deutsche Politiker Obamas Äußerungen zum Thema Freihandel. Um Jobs in Amerika zu retten, so Obama in vielen Wahlkampfreden, müsse man eine hemmungslose Ausgliederung von Firmen und Auswüchse von Globalisierung besser kontrollieren.
</p>
<p>
<b><br />
Dave:</b> Welche Auswirkungen hat ein Wahlsieg McCains für Europa / Deutschland?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Würde McCain gewinnen, wäre es für die Europäer vielleicht leichter, ihn als bloße Fortsetzung der verfehlten Bush-Politik abzutun und sich Forderungen aus Washington zu widersetzen. Einem Wahlsieger Obama gegenüber, der in Deutschland ja als geradezu symbolhafte Hoffnungsfigur für Toleranz und eine neue Definition der transatlantischen Beziehungen empfunden wird, wäre eine trotzige Abwehrhaltung sicherlich schwieriger zu rechtfertigen.
</p>
<p>
<b>Fady:</b> Welche Auswirkungen erwarten Sie auf die Börse bei den beiden möglichen Wahlausgängen?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Nach historischen Abstürzen der Wall Street und gleichzeitig einem historischen Hoch gestern erst kann man sicher behaupten, dass die Finanzmärkte extrem volatil und nervös sind. Diese Achterbahnfahrt ist im Augenblick sicherlich mehr durch Nachrichten von den Finanzmärkten und aus der Realwirtschaft bestimmt. Wie sich das im Januar darstellt, ist im Augenblick schwer abzusehen. John McCain gilt grundsätzlich als Wirtschaftsliberaler, der Steuererleichterungen für Unternehmen befürwortet und damit ökonomisches Wachstum erzeugen will. Von daher ist es denkbar, dass die Börsen auf einen Wahlsieg McCains positiver reagieren würden als auf einen Sieg Obamas.
</p>
<p>
<b>Leo:</b> Warum wechseln jetzt republikanische Politiker zu Obama?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Die schlichte Antwort: Amerikaner lieben grundsätzlich Gewinner. Das ist ein Phänomen, das auch schon bei vorigen Wahlen beobachtet wurde. Ein weiterer Grund ist sicher, dass viele moderatere Republikaner die Wahl von Sarah Palin als Vizekandidatin als völlig verfehlt empfunden haben. Ein dritter Grund: McCains strategische Schlusskurve (Schlammschlacht) hat ebenfalls viele Republikaner abgeschreckt. Obama als Terroristen-Freund und Sozialisten zu brandmarken, ging Vielen aus dem eigenen Lager zu weit.
</p>
<p>
<b>Logo:</b> War das schon immer so, dass sich die amerikanischen Leitmedien so klar zu einem Kandidaten positioniert haben?
</p>
<p>
<b><br />
Udo Lielischkies:</b> In der Tat gibt es in diesem Land eine Eigenart, die wir in Europa nicht so kennen: Zeitungen stellen sich öffentlich hinter einen Kandidaten. Aber auch die TV-Sender, die dieses nicht tun, machen keinen großen Hehl aus ihrer politischen Orientierung. Die meisten von ihnen sind eher auf Seiten der Demokraten. Auf republikanischer Seite hält Fox der Bush-Regierung und McCain die Treue.
</p>
<p>
<b>helli:</b> Welches werden Ihrer Meinung nach die entscheidenden Staaten bei der Wahl sein? Vielleicht wieder Florida?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies: </b>Klar, Florida ist der wohl spannendste &quot;Swing-State&quot;. Hier geht es um immerhin 27 Wahlmänner-Stimmen. Der Vorsprung von Obama in den Umfragen ist hier denkbar knapp. Ebenfalls wichtig: Ohio. Auch spannend : Virginia. Hier könnten die Demokraten zum ersten Mal seit 40 Jahren gewinnen. Es geht um 13 Wahlmänner. Weitere Staaten in denen Obama vorne liegt und mit deren Hilfe er den Sieg nach Hause bringen könnte: Colorado, Nevada, Indiana.
</p>
<p>
<b><br />
appoex: </b>Welchen der beiden Kandidaten halten Sie in Wirtschaftsfragen für kompetenter?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> John McCain hat selbst zu Beginn des Wahlkampfes einmal eingeräumt, dass Wirtschaft nicht gerade sein Steckenpferd sei. Dafür habe er qualifizierte Berater. Diese Botschaft hat sich im Laufe des Wahlkampfes verfestigt. So hat McCain noch kurz vor der großen Finanzkrise von einer soliden Wirtschaft gesprochen. Sein hochdramatischer Auftritt in Washington während der Beratungen zum Rettungsplan wurde von den Medien landesweit kritisiert und belächelt. Obama dagegen gilt als überlegter und berechenbarer in kritischen Situationen. Zudem trauen ihm viele Menschen eher zu, ihre wirtschaftlichen Nöte zu verstehen. Umfragen zeigen deutlich höhere Kompetenzwerte Obamas beim Thema Wirtschaft &#8211; und dieses Thema dominiert den Wahlkampf jetzt.
</p>
<p>
<b><br />
Ludwig:</b> Warum haben sich die Republikaner eigentlich für Sarah Palin entschieden, obwohl sie schon damals umstritten war?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Sarah Palin war, als sie von McCain vorgestellt wurde, bei Republikanern nicht umstritten. Sie hatte eher den Status eines überraschenden Erlösers in einem dahin dümpelnden McCain-Wahlkampf (böse Zungen nennen sie auch das Viagra für McCains Wahlkampf). Tatsächlich hat sie die Umfragewerte der Republikaner steil ansteigen lassen, Parteibasis und Medien gleichermaßen elektrisiert. Der böse Verdacht, dass die Gouverneurin aus Alaska nicht das Format haben könnte, um als Vizepräsidentin ins Weiße Haus zu ziehen, wurde in den ersten Wochen kaum laut geäußert. Davor bewahrte sie die Angst Vieler, als Sexisten dazustehen. Erst längere Interviews Palins einige Wochen nach ihrer Nominierung offenbarten dann das ganze Ausmaß ihrer politischen Ahnungslosigkeit.
</p>
<p>
<b>Kurti:</b> Bei der letzten Wahl war die christliche Rechte in den USA wahlentscheidend. Welche gesellschaftliche Gruppe könnte bei dieser Wahl den Ausschlag geben?
</p>
<p>
<b><br />
Udo Lielischkies:</b> Es sind vor allem junge Wähler, die bisher nicht politisch aktiv waren, die durch Barack Obama extrem mobilisiert wurden. Wahlentscheidend könnte außerdem sein, dass in der schwarzen Bevölkerung mit einer Rekord-Wahlbeteiligung gerechnet wird. Die meisten von ihnen werden auch für Obama stimmen.
</p>
<p>
<b>ReinhardtMuenchen:</b> Was halten Sie von dem heute angesetzten 30-Minuten-Werbespot? Wird dies Obama (noch) weiterbringen? Oder sind die US Wähler der vielen Werbespots schon müde?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Sicher ist: Obama wird mit seinem halbstündigen Auftritt wohl ein großes Publikum haben, weil gleich anschließend die Übertragung der World Series im Baseball beginnt (sie wurde sogar wegen Obama um acht Minuten verschoben). Es gibt immer noch viele Menschen im Lande, die Obama als exotisch und irgendwie untypisch für Amerika empfinden. Da  ist dies eine weitere wichtige Chance für ihn, sich dem Wähler näher zu bringen. &quot;Ein genialer Schachzug&quot;, sagte uns heute noch ein Experte, den wir dazu befragten.
</p>
<p>
<b>Germinator:</b> Ab wieviel Uhr dürften wir am Dienstag mit ersten Ergebnissen zur Wahl rechnen?
</p>
<p>
<b>Udo Lielischkies:</b> Die Ergebnisse der ersten wichtigen Staaten der Ostküste werden gegen 22 Uhr Ortszeit (4 Uhr morgens in Deutschland) erwartet. Wenn es nicht zu Überraschungen kommt (Unwetter, streikende Computer, juristische Scharmützel), dürfte am frühen Morgen in Deutschland feststehen, wer diese Wahl gewonnen hat.
</p>
<p>
<b>Troglodyt: </b>Ist bekannt, inwieweit das Internet (Youtube-Videos, Obamas eigene Webseite, etc.) maßgeblich zu seiner Popularität beziehungsweise zur Mobilisierung der Jugend und Anderer beigetragen hat?
</p>
<p>
<b><br />
Udo Lielischkies:</b> Ohne das Internet wäre das Phänomen Obama nicht möglich gewesen. Vor allem seine sehr offen gehaltene Internetseite, die vielen Unterstützergruppen Platz für eigene Veranstaltungen und Aktionen einräumt, hat die virtuellen Mobilisierungseffekte des Internets auch in die Realität übertragen. Außerdem nicht zu vergessen: Über seine geschickten Internetauftritte hat Obama einen Großteil seiner Spenden generiert.
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<b>Moderatorin:</b> Die 60 Minuten sind um. Vielen Dank, Udo Lielischkies, und vielen Dank, liebe User, für Ihre Fragen. Das Protokoll können Sie in Kürze hier bei uns und bei politik-digital.de nachlesen. Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag!
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<i> Den Chat moderierten Nicole Diekmann und Niels Nagel, <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a>.</i></p>
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		<title>Obama in 30 Sekunden</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 16:12:18 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Hollywoodstars Matt Damon, Ben Affleck und Julia Stiles, Regisseur Oliver Stone - das liest sich wie die Jury für einen hochkarätigen Filmpreis. Tatsächlich bekommen diese vier und 20 weitere bekannte Persönlichkeiten ab dem 27. März Clips mit nur 30 Sekunden Spieldauer zu sehen. Der Star in allen Filmen: US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama.
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Der Vorläufer zu &#34;Obama in 30 seconds&#34;: Videos gegen George Bush. Hier der Gewinner-Clip. 
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Hollywoodstars Matt Damon, Ben Affleck und Julia Stiles, Regisseur Oliver Stone &#8211; das liest sich wie die Jury für einen hochkarätigen Filmpreis. Tatsächlich bekommen diese vier und 20 weitere bekannte Persönlichkeiten ab dem 27. März Clips mit nur 30 Sekunden Spieldauer zu sehen. Der Star in allen Filmen: US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama.</p>
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Der Vorläufer zu &quot;Obama in 30 seconds&quot;: Videos gegen George Bush. Hier der Gewinner-Clip.<br />
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Nutzergenerierte Wahlwerbung, darauf setzt <a href="http://www.moveon.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">moveon.org</a>, eine der größten Graswurzel-Organisation in den USA. Filmemacher, Schauspieler, Film-Animatoren und Hobby-Filmer sollen in 30 Sekunden für den demokratischen Kandidaten Obama werben: <a href="http://www.obamain30seconds.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Obama in 30 seconds&quot;</a>. </p>
<p>Ab dem 27. März können die Kreativen ihre Werke einreichen, am 17. April werden die Sieger bekanntgegeben. Die Gewinner-Clips sollen USA-weit im Fernsehen zu sehen sein, außerdem erhält der Sieger einen Gutschein für Video-Equipment im Wert von 20.000 US-Dollar. In der Jury sitzen neben Schauspielern und Regisseuren auch der Bürgerrechtler Jesse Jackson und der Musiker Moby.</p>
<p>&quot;Obama in 30 Seconds&quot; ist bereits die zweite Video-Aktion von moveon.org. 2004 ging <a href="http://www.bushin30seconds.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Bush in 30 seconds&quot;</a> online. Soll jetzt Obama ins Weiße Haus einziehen, ging es damals darum, Bush dort rauszukriegen.  </p>
<p>Das Format fand auch Fans in Spanien: Herausforderer Mariano Rajoy importierte die Idee. Gleichen die spanischen Werbeclips jedoch eher sympathischen <a href="/spanien-wahl-online-zapatero-rajoy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heimvideos samt Hauskatze</a>, gewannen bei &quot;Bush in 30 Seconds&quot; professionell produzierte Clips. </p>
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