Erstmalig hatten Schüler*innen des St. Ursula-Gymnasiums Freiburg und der Heinrich-Hertz-Schule Hamburg bei der Veranstaltung “Jung & politisch” die Möglichkeit, ihre Fragen an junge, politisch engagierte Menschen zu stellen. Mit unseren Podiumsgästen Roman-Francesco Rogat (Spitzenkandidat Junge Liberale Berlin), Timon Dzienus (Bundesvorstand und Schatzmeister Grüne Jugend), Lilli Fischer (CDU-Mitglied) und Julia Söhne (SPD-Bundestagskandidatin Freiburg) haben sie rund eine Stunde über politisches Engagement, Parität, Wahlversprechen und vieles mehr gesprochen.  

Eins ist nach diesem Talk klar: Unsere Podiumsgäste brennen für ihre Inhalte und engagieren sich aus Überzeugung in der Politik. Doch wie fühlt es sich an zwischen den meist viel älteren Politiker*innen mitzumischen? 

“Oft werde ich aufgrund meines Alters nicht ernst genommen” (Lilli Fischer) 

Lilli Fischer (21) berichtet als Jüngste der Runde, dass sie häufig erlebt hat, wie sie nicht aufgrund ihres Geschlechts, sondern ihres Alters benachteiligt wird. Manchmal wünsche sie sich mehr Erfahrung zu haben, aber letztendlich lebe die Politik von dieser Diversität, so Lilli. Wichtig sei es, sich trotz dessen zu engagieren und für seine Inhalte einzustehen.  

Auch Roman-Francesco Rogat erklärt, dass er mit Anfang 30 noch mit diesem Problem zu kämpfen habe und plädiert für eine andere Sichtweise, denn gerade die jungen, engagierten würden eine ganz eigene Schlagkraft mit in die Politik bringen .

Diversität muss das Ziel sein  

Um etwas zu bewegen, müssen sich festgefahrene Strukturen in der Politik ändern und das beginne damit, dass mehr Frauen und jüngere Menschen in die Politik gehen – wenn es sein muss auch über eine Quoteso Julia Söhne. Aber auch spezielle Förderprogramme für Frauen gibt es z.B. bei der Grünen Jugend oder den Jungen Liberalen, betonen Timon Dzienus und Roman-Francesco Rogat 

Nach der Bundestagswahl wissen wir, dass sich das Parlament verändern wirdEs ziehen mehr jüngere Abgeordnete und Frauen ein, so liegt der Frauenanteil ab sofort bei 35 Prozent, das Durchschnittsalter sinkt von 49,4 auf 47,5 Jahre.  

Vor der Wahl ist nach der Wahl

Kurz vor den anstehenden Wahlen erklärt Julia Söhne, dass sie Druck verspüre, dass Menschen in sie Vertrauen setzen, und sieht dabei auch die Herausforderung ihre Themen bestmöglich umzusetzen.  

“Die politische Auseinandersetzung endet nicht mit der Bundestagswahl, sondern beginnt erst richtig.” (Timon Dzienus) 

Diese politische Auseinandersetzung wünschen sich laut dem Wahlverhalten zur Bundestagswahl die unter 25-jährigen insbesondere von der FDP und den Grünen. Dass insbesondere das Thema Klima, wofür maßgeblich die Grünen stehen, bei vielen Erstwähler*innen zu dieser Wahl ankam, scheint nicht verwunderlich. Aber auch die FDP konnte durch modernes Auftreten, Verständnis für Social Media-Nutzung und Themen wie Digitalisierung punkten.  

Wir sind gespannt auf das neue Parlament und wünschen uns für die Zukunft weiterhin eine offene und ehrliche Gesprächskultur und weiterhin so viel Engagement, wie es unsere Gäste gezeigt haben.  

Hier geht’s zum Gespräch in voller Länge:

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